Ausgabe 
(21.6.1915) 143. Erstes Blatt
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der Kärtner Grenze schießt die feindliche Artillerie ohne Wirkung gegen unsere Befestigungen.

Bei den von mindestens einer Brigade geführten, be⸗ lanntlich überall abgeschlagenen Angriffen auf unsere Stel- lung östlich des Fassatales hatte der Feind erheb⸗ liche Verluste. Vor einem Stützpunkt allein wurden 175 italienische Leichen gezählt.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Die Stimmung der Feinde.

Berlin, 21. Juni. Nach verschiedenen Morgenblättern be richtet die Wiener politische Korrespondenz aus dem Haag, wie verschiedene vertrauenswürdige Personen erklären, die jüngst Frank⸗ reich und England bereisten, werde die Kriegslage von urteils⸗ fähigen Persönlichkeiten für Frankreich und England als ungünstig bezeichnet. Die Hoffnung auf die russische Dampfwalze sei ge⸗ schwunden. In Frankreich herrsche Mißmut über das Benehmen der Engländer, welche die von ihnen besetzten französischen Ge⸗ biete als englische Kolonien behandelten.

Vor Lemberg.

Berlin, 21. Juni. Nach einem Telegramm desBerliner Tageblatts von seinem Sonderberichterstatter in Galizien wären die Armeen der Verbündeten an die letzte Lemberger Ver- teidigungslinie herangerückt, die sich laut Fliegeraussagen ungefähr 15 Kilometer westlich von Lemberg befindet.

Berlin, 21. Juni. DemBerliner Lokalanzeiger wird aus Wien telegraphiert: Obzwar die Russen verzweifelten Widerstand leisten, gehen wir doch in die Schlacht mit dem Gefühl, daß der Gegner nicht einmal mehr an die Abwehr, ge⸗ schweige denn an den Sieg denkt und nur noch ein Aufhalten unse⸗ rer heranmarschierenden Truppen bezweckt, um seinen durch die früheren Kämpfe furchtbar verknäulten Train halbwegs über die Grenze zu bringen und von der Artillerie zu retten was zu ret⸗ ten ist.

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Russische Vorsichtsmaßregeln.

Petersburg, 19. Juni.(Ctr. Blu.) Das russische Handels⸗ ministerium hat den westlichen Industriellen vertraulich mitgeteilt, daß die sofortige Verlegung der Fabriken weiter östlich als notwendig erachtet werde. Eine Eisengießerei, eine große Tabak- fabrik und eine bedeutende Aktien⸗Nagelfabrik werden bereits nach Minsk verlegt, weitere Fabriken folgen demnächst. Viel besprochen wird der soeben ergangene Befehl des Verkehrsministeriums an die Direktoren der großen Eisenbahnwerkstätten von Riga und Kowno, eine eventuelle Verlegung nach Minsk oder Rowne schleu nigst vorzunehmen.(Voss. Ztg.)

Der russische Bericht.

Petersburg, 20. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Bericht des Generalstabs des Generalissimus. In der Gegend von Szawle keine Veränderung. Westlich des Niemen wurden deutsche An⸗ griffe in der Richtung auf Su walki und Kalwarja, die am 17. und 18. Juni mit geringen Streitkräften unternommen wur⸗ den, zurückgewiesen. In der Gegend der Rawka⸗Mündung wurde der Feind, der am Abend des 17. Juni zum Angriff überging, nach Mitternacht überall zurückgeschlagen. In Galizien fanden auf

ewfront Vor postengefechte statt. In der Gegend auf Rawa⸗

ruska entwickelten sich in der Nacht zum 18. Juni Kämpfe in der Gegend von Nowiny und Ulicko. Aus Einzelheiten des Kampfes in der Gegend von Lucoczow ergibt sich, daß unsere Kavallerie am 15. Juni einen Angriff zu Pferde mit außer- ordentlicher Kühnheit gegen deutsche Infanterie unternommen hat. Der Verlauf des riffes rief in den deutschen Reihen eine Panik hervor, die ihre Offensive zum Stehen brachte. Auf der 5 Komennyi⸗Grodek⸗Momarno versuchten vorgeschobene Teile des Feindes am 17. Juni sich einen Weg quer durch die Gro⸗ deker Seen zu bahnen, wurden aber zurückgeschlagen. Artillerie⸗ kampf und Gewehrfeuer dauern an. Stromabwärts von Nien iow bei den Dörfern 3 Dolina hat der Feind beträcht⸗ liche Streitkräfte über den Dnjestr geworfen. Dennoch wurden alle seine Versuche, aus den tiesen Windungen des Dnjestr vorzustoßen, bei den Dörfern Kowloc und Snowidow erfolgreich abgewiesen. Zwischen Pruth und Dnujestr finden hartnäckige ämpfe statt. Am 17. Juni rückten unsere Truppen auf der Front Onuta⸗Bojan vor.

5 ien, 20. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Peters⸗ burger Telegraphen⸗Agentur. Die Krisis des Kampfes bei Lubaczow erreichte ihren Höhepunkt, als es den Deutschen gelang, unsere Front im Westen der Stadt Lubaczow einzudrücken, und sie einen schnellen Vormarsch nach Norden gegen das Dorf 1 begannen. Die Kräfte unserer Infanterie, die vier N lang in heftigstem Kampfe nden hatten, waren er⸗ schöpft. In diesem Augenblick führte General Volodschenko, der Nie Infanterie und Kavallerie unterstützte, Husarenregimenter von Tschernigow, das elfte Kosaken⸗Regiment und das Bonsche Dra⸗

Regiment Kinborn ins Gefecht gegen die Deutschen. Die N ischen wurden auf der ganzen Angriffsfront von einer Panik ergriffen und wandten sich zur Flucht. Ein deutsches Infanterie⸗ Regiment wurde mit Lanze und Säbel beinahe vernichtet. Unsere

Verfolgung setzte sich bis zu dem Dorfe Oleszias fort, wo deutsche Reserven zur Defensive übergingen und eine neue Front ein⸗ nahmen. Unsere Kavallerie eroberte fünf Maschinengewehre. Durch 0 en Angriff, der uns nur 200 Tote und Verwundete kostete, erreichten wir, daß der Feind, der durch unseren Vorstoß er⸗ 725 war, seinen Erfolg nicht ausnutzen konnte und tagsüber

Angriff nicht wieder aufnahm.

Wechsel im russischen Ministerium des Innern. Petersburg, 19. Juni.(WWB. Nichtamtlich.) An

Stelle des zurückgetretenen Ministers des Innern ist der Chef der Hauptverwaltung des Reichs gestütswesens Schtscherbatow zum Verweser des Ministeriums des Innern ernannt worden.

Petersburg, 19. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Minister des Innern Maklakow ist zurückgetreten; er bleibt Mitglied des Reichsrats und Hofmeister.

Die Moskauer Pogrome.

(WTB. Moskau, 19. Juni.(Nichtamtl.) Ueber Kopen⸗ hagen wird gemeldet: g a a Ueber die Unruhen in Mos kau gibt derRußkoje Slovo folgende Darstellung: 1 Infolge von epidemischen Erkrankungen in den Fa⸗ briken, die von den abergläubischen Massen den Deut⸗ schen zur Last gelegt wurden, versammelten sich am 10. Juni um 10 Uhr morgens Mpeiterhwisen an einer Stelle in Moskau un⸗ ter Führung von bestimmten Rädelsführern. Diese hatten fer⸗ tige Listen von nichtrussischen und auch jüdischen Geschäften, die zerstört werden sollten. Die Menge begann mit der Zer⸗ störung. Die Kunde verbreitete sich durch ganz Moskau. Die Be⸗

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größeren Umfang annahmen, so daß die Führer vollständig die Herrschaft über die Massen verloren. Von einem Einschreiten der Polizei ist nichts bekannt.

Am Abend des 10. Juni hatte der Aufruhr einen derartigen Umfang angenommen, daß von der Menge kein Unterschied zwischen nichtrussischen und russischen Geschäften gemacht wurde Me Plünderungen und Brandstiftungen nahmen ungeheuerlich zu. Sogar gutgekleidete Bürger beteiligten sich am Raub der

Sachen Die Feuerwehr war machtlos, so daß viele Geschäfte bis zum Morgen brannten. Außerdem sind viele Geschäfte zerstört oder ausgeraubt worden. Die Unruhen dauerten bis zum näch⸗ en Morgen um 5 Uhr. Darauf folgten die bekannten Aufrufe des Stabtgouverneurs und der Stabtverwaltung. Der Metropolit von Moslau erließ gleichfalls einen beweglichen Hirtenbrief, in dem er sagte, daß Mos kan dem or rtigen Wüten nicht

wegung arlete sofort derartig aus, daß die Pogrome immer

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ruf an die russischen Brüder erlassen, ja nicht dem gemeinsamen Feinde in die Hände zu arbeiten, der auf Aufruhr, auf Un⸗ ruhen und Revolution als seine Bundesgenossen warte.

In der außerordentlichen Sitzung der Stadtverwal⸗ tung erklärte das Mitglied A strew, daß trotz des Glaubens an den Sieg Rußlands doch einige Unruhe in die Gemüter ge⸗ schlichen sei Ueber den Ausgang des Krieges seien Zwei⸗ fel entstanden. Dies sei vermutlich die Ursache der Unruhen. Er verlangte unter stürmischer Zustimmung der ganzen Ver⸗ sammlung zur Klärung der inneren Lage die sofortige Einberu⸗ fung der Duma.

(WB! Paris, 19. Juni.(Nichtamtl.) Die Blätter mel⸗ den, daß bei den deutschfeindlichen Kundgebungen in Moskau 60 deutsche Häuser eingeäschert wurden. 207 Läden seien zerstört oder beschädigt worden. Die Polizei habe alle Maß⸗ nahmen getroffen, um eine Wiederholung neuer Unruhen zu ver⸗ hindern.

Stockholm, 20. Juni.(Ctr. Blu.) In Moskau ist noch immer die Arbeit nicht wieder aufgenommen worden. Die Plün⸗ derungen werden fortgesetzt und zwar ganz allgemein bei reichen Fabrikbesitzern. Dem Inhaber einer der größten Tuch⸗ fabriken ist das Schloß angezündet worden. Französische und eng⸗ lische Firmen sind ebenfalls zerstört. Die Konsektfabrik Ding ist ausgeplündert. Ding ist mit seiner Familie verschwunden. Die Arbeit wird fortgesetzt verweigert. An dem Tage vorher, einem Feiertage, fuhr der Pöbel nach Puschkinow und zündete fie bzig Villen an. Im ganzen Moskauer Gouvernement herrscht strengste Polizeiüberwachung. Der Gouverneur konferierte mit den Prokuratoren. Die jungen Regimenter wurden von Mos kau weggeführt und die Kasernen mit sibirischen Truppen belegt. Falls die Unruhen fortdauern, ist militärisches Eingreifen wahr⸗ scheinlich.(L.⸗A.) ö

Berlin, 21. Juni. In Moskau haben die Arbeiter die Arbeit noch immer nicht wieder aufgenommen. Die Plünde⸗ rungen werden fortgesetzt, die lautBerliner Lokalanzei⸗ ger ganz allgemein auf reiche Fabrikbesitzer ausgedehnt werden. LautVossischer Zeitung veröffentlicht der Gouver⸗ neur der gesamten Moskauer Gouvernements eine Ankündigung, daß er fortan gegen alle Unruhen mit Militär⸗ gewalt eintreten werde. Er weist darauf hin, daß die Unruhen, deren Schauplatz Moskau war, sich nunmehr auch auf die be⸗

nachbarten Ortschaften erstrecken. 5

Der Kampf an der Adria.

verlautbart: Am 17. und 18. Juni haben mehrere unserer Kreuzer und Torpedoeinheiten eine Streifung an der italienischen Küste von der Reichsgrenze bis Fano unternommen. Hierbei wurden die Semaphorstatio⸗ nen an der Tagliamento-Mündung und bei Pesaro, sowie die Eisenbahnbrücken bei Rimini über den Metaro- und Arcila⸗ Fluß durch Geschützfeuer beschädigt, ein italie ni scher Dampferversenkt, dessen Bemannung geborgen. Sämt⸗ liche Einheiten sind wohlbehalten eingerückt. Flottenkommando.

Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Der Chef des Generalstabes teilt mit, daß Freitag vor⸗ mitiag einige auf einer Aufklärungsfahrt begriffene 6 ster⸗ reichisch⸗ungarische Torpedobootszerstörer meh⸗

rere Stellen der Küsteneisenbahnlinie im Gebiet Fano Pesaro beschossen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Ma⸗

Rom, 19.

Rimini, obwohl völlig unbefestigt und un verteidigt, wurde eben⸗ falls beschossen. Auch hier ist der Schaden unbedeutend. Nur einige Privathäuser wurden beschädigt und fünf Zivilpersonen leicht ver⸗

letzt. gez. Thaon de Reval. Die Italiener in Libyen. Basel, 19. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Meldung

derNationalzeitung aus Rom besagt, daß die Lage der ita lienischen Truppen in Libyen sehr beun⸗ ruhige. DerCorriere della Sera erichtet zwar über günstige Operationen des Generals Tasioni, gibt jedoch zu, daß, um das angebaute und anbaufähige Gebiet Tripoli⸗ taniens während des Krieges vollständig zu sichern, die Entsendung erheblicher Verstärkungen in Höhe von min⸗ destens 6 Bataillonen nötig sei. Das Blatt erhebt die Frage, ob diese Verstärkungen dem europäischen Kriegsschauplatz entzogen werden könnten, oder ob es vielleicht besser sei, die Besetzung Libyens allein auf die Küste nplätze zu be⸗ schränken. DerCorriere della Sera ist für das erstere, da sonst Tripolis zum zweiten Male erobert werden müsse. Die Lage erfordere unbedingt Verstärkungen. * 9*

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 20. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: An der kaukasischen Front wiesen 3 die der ung eingeleitet hatte, Gegenangriffe ab. ir machten

sangene und erbeuteten drei Maschinengewehre. In Gegend Ol ty machten unsere Truppen trotz erbitterten Widerstandes des Fein⸗ des Fortschritte. Bei diesen Gefechten verlor der Feind 200 Tote, darunter einige Offiziere, und ließ Gefangene, eine Menge Ge⸗ wehre, Zelte und Ausrüstungsgegenstände in unseren Händen.

An den Dardanellen nahm unsere Artillerie am 17. Juni bei Ari Burnu die feindlichen Funken⸗ und heliographi⸗ schen Anlagen unter Feuer. Der größte Teil der dort arbeiten⸗ den feindlichen Soldaten wurde getötet. Ein feindliches Tor⸗ ig? J 18. 55 dees leer Flele ade e. digt. 1 a unsere Artillerie i linker Flügel des Feindes und verursachte ihm große Verluste. Um sich gegen das wirksame Feuer unserer Küstenbatterien zu schützen, hatte der Feind seine Stellung gewechselt, aber guch die neuen Stellungen wurden von den Batterien beschossen. Tie feindliche Artillerie, die das Feuer auf unsere Infanterie eröffnet hatte, wurde zum Schweigen gebracht.

An den übrigen Fronten ist die Lage unverändert. General d' Amade verwundet.

Rom, 20. Juni.(WTB. Nichtamtlich.)Giornale d'Italia erfährt aus Kairo, daß General d Amade einer Landungs⸗ operation an den Dardanellen verwundet wurde. d' Amade be⸗ sand sich an Bord des DampfersSavoie, welcher die Landung unterstützen sollte. Eine Granate fiel auf denSavoie und platzte in der Nähe des Generals, dem zwei Finger der rechten Hand ab⸗ gerissen wurden; außerdem er am Rücken verwundet. Ausweisung der Griechen aus Aegypten? Berlin, 21. Juni. Aus Kairo wird lautJossischer Ztg. derTribuna gemeldet, die Engländer bereiteten die Aus⸗ weisung aller Griechen aus Aegypten vor. * 4* Drückebergerei in Frankreich.

(DDp.) Paris, 19. Juni.(Ctr. Blu.) DerTemps berichtet: In der Kammer wurde ein Gesetzantrag ein⸗ gebracht, wonach Deserteure nach dem Inkrafttreten des Gesetzes eine einmonatige Frist erhalten sollen, um sich den Militärbehörden zu stellen. Nach Fristablauf werden den Deserteuren das bürgerliche Chrenrecht und die Ausübung der väterlichen Gewalt aberkannt, ihre Güter einge n

wiederzuerkennen sei.Rußloje Slovo hat einen Auf⸗

und zugunsten des Staatssäckels verlauft. Falls der.

Wien, 19. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird

terialschaden ist an einigen kleinen Stücken der Linie sehr gering. f.

n teur Kinder hat oder Verwandte i eig itzt, sollen die Güter in Zwangsverwaltung ge t w Die Erziehung der Kinder und der Unterhalt der Vet ten wird vom Zwangsverwalter besorgt werden. Bei 9 und Krankheit werden die unter Ben, ehen den Güter den Betreffenden ausgeliefert. Bei Abl 8 5 wandter in aufsteigender Linie werden die Güter zugunsten des Staatssäckels verkauft. 7

(WTB.) Paris, 20. Juni(Nichtamtlich.) Die Kammer sitzung am Donnerstag, in der der Gesetzesantrag Dal biez erörtert wurde, verlief sehr bewegt. Der Vorsitende des Heeres-Ausschusses, General Pédohya, erklärte, der Krieg werde lang sehr lang sein. Die Annahme des* N antrages sei eine Notwendigkeit. Dieser decke sich mit empfinden, das der Drückebergerei und Günstlingswirtschaft müd sei. Pédopa verlas gleichfalls Zuschriften, darunter den Brief eines Offiziers von der Front, in Einspruch gegen die Drücke⸗ bergerei erhoben wird Pedoya wollte Angaben über die geheimen Verhandlungen des Heeres-⸗Ausschusses über den Gesetzesantrag machen. Ein großer Teil des Hauses, das den Ausführungen Pédoyas unruhig und mit zahlreichen Uuterbrechungen zuhörte, brach in dem RufeDemission! aus. Die Unruhe erreichte den Höhepunkt. Pédoya konnte seine Rede nicht beenden. Der Berichterstatter für den Gesetzesantrag, der Abgeordnete Paté, bemühte sich, den Entrüstungssturm zu 12 An⸗ esichts der unruhigen Haltung des Hauses bat Pate, Fort⸗ zung der Debatte auf den nächsten Donnerstag zu verlegen, damit der Heeresausschuß Zeit habe, sich mit dem Keie miafget ü über 5 Aenderungen im Gesetzesantrag und die endgültige zassung verständigen zu können; er hoffe, dann einen Text zu ringen, der allen Genugtuung geben und die heilige Einigkeit nicht stören werde. Gemäß dem Antrag Paté wird die Debatte am Donnerstag fortgesetzt werden. 9 * N

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Der Seelri f

Unterseeboot⸗Heldentum. Berlin, 20. i(WTB. Nichtamtlich.) DieB. 3. 221 ben ne e Orden mörite e 5 mit dem kürzlic e Reumsanbenen vonU 217%, der am 15. September 1914

e'Triumph edierte. Hersing erzählt: Wir verließen den Heimathafen am 25. April und kamen vor den nellen am 25. Mai an. Als wir Gibraltar

erreichten, sind wir keinem britischen Schlachtschiff b tro dem wir den größten Teil der Fahrt an der Wbersliche zun. legten. In der Nähe von Gibraltar bemerkten wir einen großen 1 Zerstörer, sind aber der Nacht und in ersten 8 über Wasser sozusagen mitten hin⸗ durch gefahren. Die Engländer entdeckten uns, als wir außerhalb Gibraltars waren, doch wir tauchten unter und enek tamen unverletzt. Ein ähnliches Erlebnis hatten wir in der Nähe des französischen Kriegshasens Biserta. Als wir das Aegäische Meer erreichten, machten wir uns sofort an die Arbeit, indem wir am 25. Mai frühmorgens denTriumph zerstörten. Ein britischer Zersthrer ging geradeüber uns hin weg; wir konnten deutlich die Propeller des Zerstörers. Am 27. Mai entdeckten wir denMajestic dicht an der Küste. Ich sah mittels Peristops, daß die Mannschaft des 7

rade ihr Mittagbrot einnahm. Ich überlegte, ob ich der schaft nicht Zeit lassen sollte die Mahlzeit zu beendigen, sagt mir aber, es sei meine Pflicht, unverzüglich zu feuern. Majestic war von 10 Transportschiffen umgeben. 65 mußte schräg feuern. Als wir an die Oberfläche kamen, ich den Majestic kielaufwärts liegen. In beiden Fällen hatten die britischen Schiffe Torvedonetze herabgelassen, aber unsere Tor⸗ pedos zerschneiden auch die stärksten Sta I[draht⸗ Jrißche Was von der Basis der deutschen U⸗ Boote im Irischen⸗ und im Mittelmeer gesagt wird, ist Unsinn. Der Radius unserer Boote ist groß genug für die Aktionen, welche sie voll⸗ 5 bracht haben. Eine Basis brauchen sie nicht dazu. England kann mit seiner angeblichen Seeherrschaft nicht gerade imponieren. Auf dem ganzen Wege von Wilhelmshaven nach den Dardanellez waren keine britischen Linienschiffe sichtbar. Der 1 Teil unserer Arbeit ist, sie irgendwo aufzufi Haben wir sie aber einmal gesichtet, ist es nicht schwer, sie zum Sinken zu bringen. 15

London, 19. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der Flotten⸗

korrespondent derTimes schreibt: Die Tatsache, daß seit Anfang Juni nicht weniger als 73 Schiffe durch Unterseeboote versenkt worden sind, bildet 8 seltsamen Kommentar zu Churchills Erklärung in Dun⸗ dee, 2 Unterseebootgefahr in gewissen Grenzen einge⸗ schränkt sei.

Die heimtüchische englische Seetriegführung.

(WTB.) Berlin, 19. Juni.(Nichtamtl.) Wie wir an maßgebender Stelle erfahren, machte am 14. Mai vor etwa 5 Seemeilen östlich des an der englischen Ostküste gel 1 Longstone⸗Leuchtturms ein unter norwegischer Flagge fahrender und mit norwegischen r a versehener englischer Dampfer auf eines unserer Untersee⸗ boote einen glücklicherweise erfolglosen Rammangriff. Der Kommandant des Unterseebootes, der den Dampfer als nor⸗ wegischen angesehen und daher unbehelligt gelassen konnte aus einer englischen Zeitung, die er einige Tage später einem von ihm angehaltenen Fahrzeug mommen hatte, feststellen, daß der betreffende Dampfer ein, englischer gewesen sei, der die Flagge und Abzeichen von Norwegen mißbraucht hatte, vermut⸗ lich, um auf gefabrlose Weise den van der öritischen Abnriralttät für die Vernichtung deutscher Unterseeboote etzten Preis zu verdienen. 0 dpi* pielte am 10. beim nter schwedi⸗

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29 und Abzeichen

Versenk. 1.25. 15 eilt wurde schu 1 4e 0 0 wotben ift London, 20. Junt.(WTB. Nichtamtl) Die Se f der amtli Untersuchung über den Untergang derLusita A u der Oessentlichtell gehalten. London, 20. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Der Dampfer Ailice aus Leith ist torpediert worden. London, 19. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) 1 des Reuterschen Bureaus. Der DampferDulcie 2 ist an der Küste von Suffolk ohne 8 von einem deutschen Unterseeboot torpediert worden. Ein Mann wurde getötet; die übrigen Leute konnten gerettet 7 werden. 98 1

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