Ausgabe 
(21.6.1915) 143. Erstes Blatt
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Der cletzener Anzelger

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. n ä 9 1¹⁵ Erstes Blatt kscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Sietener Familiendlätter; 8 wöchentl. Aeis⸗ für den Kreis Gictzen (Dienstag und Freitag); zweimal iche Seltene wirtschaftl agen Fernsprech- Anschlüsse: ür die Schriftleitung 112

105. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Montag, 21. Juni 1015

Bezugspreis: monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mt. 2. viertel jährl. aussch Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das

Berlag, Geschafts stelled l U 90 Feuilleton: Aug. Goetz; Ad für Drahtnach⸗. 7 für Stadt und Land, richten: Anzeiger Sleßen.* Vermischtes und Ge⸗ 1 von Anzeigen richtssaal: Otto Braun; für Tagesnummer für den Anzeigenteil: H.

bis vormittags 9 Uhr.

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Beck, säntlich in Gießen.

der Fusammenbruch der russischen Grodek⸗ Stellung.

(Wr.) Großes Hauptquartier, 19. Juni.

(Amtlich.) 1 Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Fortsetzung der Angriffe auf unsere Front nörolich von Arras brachte dem Feinde weitere Miß⸗ erfolge. Nördlich des Kanals von La Bassée wurde ein englischer Vorstoß mühelos abgewiesen. Mehrere fran⸗ zösische Angriffe an der Lorettohöhe, beiderseits Neu⸗ ville und nordöstlich von Arras brachen zusammen. Salup 3 einige früher verlorene Grabenstücke vom In den Argonnen wurden örtliche Vorstöße des Gegners im Bajonettkampfe abgewiesen. Die Kämpfe bei

VBauquois haben zu keinem Ergebnis geführt. 5 Nördlich von Lunsville wurde der von den Franzosen befestigte besetzte ort Embermenil überfallen und

genommen. Nach der Zerstörung aller französischen Ver⸗ teidigungsanlagen gingen unsere Truppen unter Mitnahme von etwa 50 gefangenen französischen Jägern in ihre alten Stellungen zurück. In den Vogesen wird noch an ein⸗ zelnen Stellen des Fechttales gelämpft. Am Hilsenfirst nahmen wir über 200 Franzosen gefangen.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

In Gegend Szawle, am Dawina⸗ und Szla⸗ wanta⸗Abschnitt wurden russische Vorstöße abgewiesen.

Südwestlich von Kalwarja machten wir Fortschritte. Das Dorf Wolkowizna wurde im Sturm genommen.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Russen sind westlich des San bis in Linie Zapus⸗ eieUlanow, östlich davon über die Tan ew Panczka⸗Linie zurückgeworfen. Die Grodek⸗ Stellung wird angegriffen..

Die noch südlich des Dnjestr zwischen den Dnjestr⸗ sümpfen und dem Stryj stehenden Russen wurden angegriffen und nach Norden zurückgedrängt. Die Angriffe werden fort⸗ gesetzt Oberste Heeresleitung.

(TB.) Großes Hauptquartier, 20. Juni. (Amtlich.) g Westlicher Kriegsschauplatz.

Nördlich des Kanals von La Bassée und auf der Front nördlich Arras wiesen wir mehrere feindliche Teil⸗ angriffe blutig ab. In der Champagne wurde eine fran⸗

sische Abteilung, die bei Perthes nach einer Minen gung angriff, zusammengeschossen. Unternehmungen der Franzosen gegen unsere Vorposten am Parroy⸗Walde führten zu örtlichen Kämpfen, bei denen wir die Oberhand behielten. In den Vogesen wird Münster von den Franzosen heftig beschossen. Erneute feindliche Angriffe im Fechttale und südlich waren erfolglos.

Aus einem feindlichen Fliegergeschwader, das, ohne militärischen Schaden anzurichten, Bomben auf Iseghem in Flandern warf, wurde ein Flugzeug her⸗

ausgeschossen, mehrere andere zu schleuniger Umkehr gezwungen. Ein weiteres Flugzeug wurde in der Champagne über Vouziers heruntergeholt. Oestlicher Kriegsschauplatz.

Russische Angriffe gegen unsere Linie in Gegend Szawle und Augustow wurden abgeschlagen. Eigene Vorstöße kleinerer Abteilungen führten zur Weg⸗ nahme der feindlichen Vorstellungen bei Budt⸗Przasz⸗ n 5 z und Zalesie ööstlich der Straße PrzasznuyszMyszy⸗ niec). 5

a Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Südlich der Pilica nahmen Truppen des General⸗ obersten von Woyrsch in den letzten Tagen mehrere feind⸗ liche Vorstellungen.

Die Armeen des Generalobersten v. Macken⸗ sen haben die Grodek⸗Stellunggenommen. Zu Beginn des gestrigen Tages schritten deutsche Truppen und das Korps des Feldmarschalleutnants von Arz zum Angriff auf die stark verschanzten feindlichen Linien. Nach hartnäckigem Kampfe waren am Nachmittag fast durch⸗ weg die in mehreren Reihen hintereinander liegenden feind⸗ lichen Gräben auf der 35 Kilometer langen Front nördlich von Janow bis Huta⸗Obedynska (südwestlich Rawaruska) gestürmt; am Abend war der Feind bis hinter die große Straße Zolliew (nördlich Lemberg) Rawaruska geworfen.

Unter dem Druck dieser Niederlage ist der Gegner heute nacht auch aus der Anschlußstellung zwi⸗ schen Grodek und den Dujestrfümpfen ge⸗ wichen, hart bedrängt von den österreichisch-ungarischen Truppen. Zwischen den Dujestrsümpfen und der Stryj⸗Mün⸗ dung hat der Feind das südliche Ufer des Dujestr geräumt. Oberste Heeresleitung.

* 1*

Ueberall in den Ländern unserer Feinde ist jetzt eine nationale Not eingetreten. Das stolze England weiß nicht mehr aus noch ein; der Kabinettswechsel war das äußere Zeichen, aber die Schwierigkeiten fangen erst an. Noch weiß man nicht, wie der Zwang zur Arbeit für Munitionsherstel⸗ lung, den man einstweilen der allgemeinen Militärpflicht vorangestellt hat, auf die innere Lage wirken wird. Die Ar⸗ beiterstimmung ist auf alle Fälle sehr gedrückt. Meinungs⸗ verschiedenheiten mancherlei Art, die von der Zensur nach außen hin ausgeglättet werden, bestehen fort und trüben die Stimmung. Und sollten die vielen pessimistischen Betrach tungen, die von den führenden Londoner Blättern über die Aussichten des Krieges veröffentlicht werden, im Volke nicht niederdrückend wirken? Als Schatten der Vergangenheit stehen im Hintergrunde die Grey, Churchill, Fisher. Der bri⸗ tische Geldbeutel ist nicht unerschöpflich, so erklärte ein Ver⸗ . im englischen Unterhause auf die Vorhaltun

cen eines Seems und Drängers.

*

In Frankreich ist es verhältnismäßig ruhig. Man lann diesem Lande und seinen Bewohnern die Bewunderung nicht versagen, die man vor ihrer Geduld und ihrem tapfe⸗ ren Ausharren in Not und Tod hegen muß. Aber die Zeichen des inneren Zerfalls mehren sich doch. Man hält ein Gesetz für nötig, um die Drückeberger im Heere zu bekämpfen, und ein General, der im Parlament noch eine lange, lange Kriegszeit in Aussicht stellte, wurde stürmisch angefaucht. Und man weiß es ja, die Zensur ist im Lande unserer west lichen Nachbarn schärfer als irgendwo sonst. Gar bald, wenn aus dem Osten die letzten Notsignale der versinkenden Dampfwalze verklungen sind, wird auch die Herrlichkeit der Poincaré, Delcassé, Joffre ein Ende haben. Und das russische Los, mit dem Frankreich sein ganzes Heil und seine ganze Zukunft in allererster Linie verknüpft hatte, sch reitet mit Riesenschritten dem Verhängnis entgegen. Der russische Minister des Innern ist zurückgetreten; das ist ein sichtbares Zeichen, daß es in seinem Ressort schwarze Aussichten gibt. Nicht nur Aussichten, sondern Schicksale, die sich schon er füllt haben. Wir verweisen auf die nachstehenden Meldungen von den furchtbaren Ausschreitungen in Moskau, die noch immer fortdauern, und gegen die jetzt, nach einer neuesten Meldung, ein militärisches Einschreiten angekündigt worden ist. Nacht nur im unteren Volke gärt es, sondern auch in den oberen Schichten. Der Parlamentarismus rührt sich 1 1 dem Selbstherrschertum, man verlangt die Ein-

erufung der Duma. Als ob von dort das Heil kommen könnte! Die Boten der neuen Zeit für das Zarenreich kommen aus dem Westen, aus dem Südwesten, wo jetzt Schlachtengetöse herrscht. Man denkt an Bismarcks Wort:

Nicht mit Reden und Mehrheitsbeschlüssen werden die großen Fragen der 8 gelöst... Auch für Ruß⸗ land trifft dieser usspruch jetzt zu. In welch anderem Sinne aber, welcher düsteren und doch Heil verkündenden Vorbedeutung! Der russische Imperialismus, diese ersättliche Eroberungssucht despotischer Beherrscher eines großen, bedrückten und

in seiner inneren Entwickl, geschlagen und gehemmt

wahrer und erlösender als Wutschreie unserer Feinde gegen den deutschen Militarismus, der nur zum notwendig⸗ sten Schutz einer hochentwickelten Kultur geschaffen worden ist!

*

Schon oft, sehr oft in der Weltgeschichte, ist Lemberg, die Leo-Stadt, das polnische Lwow, der Mittelpunkt und Preis gewaltiger Kämpfe gewesen. Ruthenen und Tataren, Deutsche und Ungarn, Polen und Russen und Oesterreicher haben um den Besitz dieses Ortes gerungen und sind trium⸗ phierend in die Straßen Lembergs eingezogen. Das blutige Völkerringen aber, das jetzt wieder bis nahe vor die Mauern der altberühmten Stadt herangetragen ist, übertrifft alle Maße, Zahlen und Vorstellungen, die uns die Geschichte an die Hand gibt. Am 1. Mai setzten die Niederlagen der großen galizischen Armee Rußlands ein, und sieben Wochen waren für die Verbündeten nötig, um das Feld bis vor Lemberg zu säubern. Wohl mancher unter den Daheimgebliebenen hat sich nach der Wiedereroberung Przemysls das weitere leichter gedacht, hat vermeint, daß sich unsere braven, herr⸗ lichen Sieger nur in Eisenbahnwagen zu setzen brauchen, um nach Lemberg zu kommen. Die Heeresleitungen haben da gegen die ungeheuren Schwierigkeiten eines fortgesetzten Siegeslaufes keinen Augenblick überschätzt; sie waren genau darüber unterrichtet, daß im russischen Hauptquartier der Befehl ausgegeben wurde, den letzten Hauch von Mann und Roß dranzusetzen, um von der galizischen Stellung zu retten, was noch möglich erschien. Nikolajewitsch kämpfte den letzten Verzweiflungskampf um seine Herrschaft und Be liebtheit bei Hofe und im Volke. Das Fehlen des Gene- ralissimus im letzten Petersburger Ministerrate, der sich mit der Kriegslage in Galizien beschäftigte, ist der erste deutliche Beweis, daß der Großfürst verspielt hat und sein Stern im Sinken ist. Noch aber haben es die deutschen und österreichisch-ungarischen Truppen mit Nikolais langsam und schwerfällig zurückflutender Armee zu tun. Die erbitterten und zweifellos geschickt geleiteten Offensivrückstöße der Russen haben den Sturm unserer Heereszüge etwas ver⸗ langsamt, aber nicht aufgehalten. Südlich und westlich von Lemberg hat der Feind sehr starke und für ihn günstige Feldbefestigungen, um die jetzt gerungen werden muß. Aber die Einnahme Grodeks und die Erstür mung Komarnos bedeutete für uns bereits den Besitz der Seenlinie vor Lemberg, auf die die russische Taktik viel Vertrauen gesetzt hatte. Schon ist ja auch nördlich die Armee Mackensen über die Grodeker Teichlinie hinweg bis Janow und noch weiter gekommen, schon ist unsere zweite Armee in Komarno in Fühlung mit der Armee v. Linsingen ge raten, die den Feind bereits bis Kolodruby gedrängt hat. Auch wer vom Schachspiele der höheren Strategie nicht allzuviel versteht, muß von derSchönheit dieser Kriegs- karte, von der Folgerichtigkeit der Operationen gebannt und entzückt sein. Allerdings, welche Opfer, welche Anstrengun gen diedritte galizische Schlacht im 5 5855 kostet, das darf nicht vergessen werden. Aber es gibt einen sicheren Trost, nämlich den, daß die Opfer des Feindes ganz un geheuerlich vielmals größer sind. Galizien wird tatsächlich das Grab der russischen Armee sein. Es ist gevadezu kindisch, wenn die englische Presse den Bundesgenossen und Neu- tralen einreden will, daß Rußland erst ein Fünftel seiner Kraft an die Front gebracht habe. Die vorsichtigste Berech nung ergibt einen russischen Gesamtverlust von drei Mil- lionen Mann bis zum 25. Mai. Seitdem ist jedoch min destens noch eine halbe Million Mann zu den Abgängen

g zurückgehaltenen Volkes, anders klingt dies, wie viel

hinzugekommen. Das war die Kraft Rußlands und diese Kraft ist in Jahren, vielleicht in Jahrzehnten nicht zu

ersetzen. Es genügt ja nicht, daß man Aushebungslisten

vollschreibt, daß man halbwüchsige Schwächlinge und Greise, wie es jetzt vorkommt, nach. Ausbildung an die Front schickt, und es hat auch keinen Wert mehr, sich neue Munition über

Archangelsk kommen zu lassen. Es ist doch alles zu spät, und noch so schöne Waffen haben in der Hand demoralisierter oder unausgebildeter Truppen keinen Wert mehr. Es ver⸗ fängt auch nicht, wenn die Russen auf ihr Bahnnetz längs der Lemberger Front hinweisen, das besonders günstig sei, weil vier Linien aus nördlicher, nordöstlicher und östlicher Richtung bis in das Kampfgebiet führen. Wir wissen ja doch, daß diese Bahnstrecken bereits ausgiebig benutzt wer⸗ den, um alles, was die Deutschen nicht vorfinden sollem, Hals über Kopf ins heilige Rußland zu schaffen. Die Sol⸗ daten des Zaren werden auf diesen Wegen bald nachfolgen. Und es ist keine Phantasie, sondern nur die gedankliche Folge der jetzigen Ereignisse, wenn wir im Geiste das Geschick Mittel- und Osteuropas sich glorreich dadurch erfüllen sehen, daß von Galizien aus der gewaltige Offensivstoß in das Innere des Zarenreiches geführt wird.

5**

Die österreichisch-ungarischen Tagesberichte.

Wien, 19. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 19. Juni 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Die galizische Schlacht dauert fort.

Im Ansturm gegen die zusammenhängenden russischen Verteidigungsstellungen an und nördlich der Wereszyca er kämpften die Truppen der verbündeten Armeen Stellung um Stellung. Grodek und Komanow sind genommen, das nordöstliche und das südliche Tanewufer vom Feinde gesäubert, Ulanomw nach heftigem Kampfe besetzt.

Südlich des oberen Dnjestr schreitet der Angriff der ver⸗ bündeten Truppen fort.

Die Ostgruppe der Armee Pflanzer hat neue schwere Angriffe wieder blutig zurückgeschlagen.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der Jsonzofront und der Kärntner Grenz. trat nach den letzten erfolglosen, verlustreichen Vorstüßen der Italiener Ruhe ein, die nur durch Plänteleien und stellen⸗ weises Geschützfeuer unterbrochen ist.

Ein gestern nachmittag wieder bei Plawa angesetzter 8 Angriff wurde schon im Keime durch Geschützfeuer erstickt.

Im Tiroler Grenzgebiet wurden italienische Abteilungen, die gegen die Gebirgsübergänge östlich des Bassatales vorzugehen versuchten, allenthalben abgewiesen. Der erfolglose Angriff auf die Plateaux von Folgaria und Lavarone wurde vom Feinde eingestellt.

In den wenigenerlösten Ortschaften des Grenzgebiets drangsalieren die Italiener die Bevöllerung durch Aus⸗ hebungen von Geiseln und brutale Gewaltmaßregeln.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 20. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 20. Juni 1915, mittags: N Russischer Kriegsschauplatz.

Die Fortsetzung der kraftvollen Offensive der verbün deten Armeen führte gestern in der Schlacht bei Ma⸗ giera⸗Grodel zu einem neuerlichen vollen Siege über die feindlichen Armeen. Nach Forcierung des San und nach der Wiedereroberung von Przemysl erzwang der Erfolg der verbündeten Truppen in der Durchbruchs⸗ schlacht zwischen Lubaczowka und dem oberen Dnjestr am 15. Juni den weiteren Rückzug des mittlerweile durch Heran⸗ ziehung zahlreicher Verstärkungen wieder schlagkräftig ge⸗ wordenen Feindes. Er wich damals unter schweren Verlusten in östlicher und nordöstlicher Richtung zurück. In den fol⸗ genden Tagen brachte die russische Oberste Heeresleitung zur Deckung der galizischen Landeshauptstadt nochmals die Reste der geschlagenen Armeen zusammen, um in der durch das Terrain starken und gut vorbereiteten Wereszyca-Stel⸗ lung unser Vordringen endlich zum Stehen zu bringen.

Nach heftigem Kampfe hat der Ansturm der heldenmüti⸗ gen verbündeten Truppen auch diesmal wiederdie ganze russische Front zum Wanlen gebracht. Schon in den Nachmittagsstunden war die feindliche Stellung im Angriffsraume der Armee des Generalobersten v. Macken sen um Magiera durchbrochen. Der Feind begann bei Rawa⸗Ruska und Zolkiew zurückzugehen, während er an der Wereszyca noch erbitterten Widerstand leistete. Nachts erstürmten Teile der Armee Böhm⸗Er⸗ molli die feindlichen Stellungen beiderseits der Lemberger Straße. Gleichzeitig drangen die übri⸗ gen Korps dieser Armee überall in die feindliche Hauptstel⸗ lung ein. Seit 3 Uhr vormittags sind die Russen auf der ganzen Schlachtfront im Rückzuge, sowohl in der Richtung auf Lemberg, als nördlich und südlich davon. Die verbündeten Armeen verfolgen.

Neuerdings fielen Tausende von Gefangenen 5 Kriegs material in die Hände der

ieger.

Am oberen Dufestr beginnt der Feind seine Stel lungen zu räumen.*

An der Front der Armee Pflanzer griff der Feind an mehreren Stellen erneut an, wurde jedoch unter sehr be deutenden Verlusten zurückgeschlagen.

Italienischer Kriegsschauplatz. Nach leichter Abweisung schwächerer italienischer An griffe bei Plau, Ronchi und Monfalcone trat auch gestern an der Isonzofront wieder Ruhe ein. Hier und an