Ausgabe 
(19.6.1915) 142. Erstes Blatt
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er Sießener Anzeiger kscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchenklich Siezener Familienblätter; n für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Lan

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1065. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ. Buch⸗ und steindruckerei R. ange. Schriftleitung, Seschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

A n.

Samstag, 10. Juni 1015

Bezug op ret s: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel⸗ jährl. aussch Bestellg Zeilenpreis: loral 15 Pf. ausw. 20 Pi. Haupt⸗ schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge- richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sänitlich in Gießen.

Die RNussen in die Grodel⸗ Stellung getrieben.

WTB.) Großes Hauptquartier, 18. Juni.

(Amtlich.) Westlicher 8 Westlicher Kriegsschauplatz.

Die Feinde setzten ihre Durchbruchsversuche nördlich Arras vergeblich fort. Die Engländer erlitten nördlich des Kanals von La Bassée eine neue Niederlage; ihre

Angriffstruppen wurden aufgerieben, nur ein⸗ zelne Leute flüchteten sich zurück. Westlich Angres, beim Kirchhof südlich Souchez und nördlich Ecurie sind Fran⸗ zosen in kleine Teile unserer vorderen Stellung eingedrungen. Hart nördlich der Lorettohöhe gaben wir ein im um⸗ fassenden Feuer liegendes Grabenstück planmäßig auf. Im übrigen wurden die feindlichen Angriffe abgeschlagen.

Seit dem 16. Juni nahmen wir auf dem Kampffelde närdlich Arras 17 Offiziere, 647 Mann gefangen. Die blutigen Verluste entsprechen denen in der Schlacht in der Champagne.

In den Argonnen wiesen wir schwache feindliche Vorftöße ab. Bei Vauquois haben sich örtliche Gefechte ent⸗ mickelt. Die Vogesenkämpfe westlich Metzeral sind noch im Gange. 5

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Vordringende russische Abteilungen wurden von deut⸗ scher Kavallerie über den Scymsza⸗Abschnitt östlich der Straße CytowianySzawle) zurückgeworfen. Ein von starken feindlichen Kräften gegen die Dawina-Linie vor getragener Angriff scheiterte.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Beiderseits Tarnograd warfen die verbündeten Truppen in der Noecht den Feind gegen den Tanew⸗Abschnitt zurück. Die anderen Armeen des Generalobersten von Mackensen haben die geschlagenen Russen bis in die vor⸗ bereitete Grodek⸗Stellung(Linie Narol Miasto Magierow Wereszya⸗Bach) bis zur Einmündung in den Dnjestr getrieben. g

An der Dujestrfront nordöstlich Stryj ist die Lage unverändert.

n Oberste Heeresleitung.

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Die vorletzte Staffel in der Wiedereroberung Galiziens

ist beschritten: Die Russen sind in die von ihnen vorbereitete Grodek-Stellung zurückgetrieben worden. Ob diese wirklich so stark ausgebaut und widerstandsfähig ist, wie ein eng⸗ lisches Blatt versichert, das im übrigen, wie die Presse in London überhaupt, die kritische Lage der Russen unumwun⸗ den zugibt, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden müssen. Aus den inneren Vorgängen in Rußland, von denen ein nachstehender Bericht Proben gibt, lassen sich wohl einige Rückschlüsse auch auf die Widerstandsfähigkeit der russischen Heere ziehen. DieKöln. Ztg. faßt die strate⸗ gische Lage in Galizien heute wie folgt zusammen: Auf dem nördlichen Flügel ist die Armee des Eftherzug⸗ Ferdi⸗ nand von Sieniawa nach Nordosten im siegreichen Vor⸗ marsch gegen den sumpfigen Tanewabschnitt, der sich 70 Kilometer lang und 16 bis 20 breit nördlich von Tarnogrod hinzieht, zu dessen beiden Seiten die Truppen unseres Bundesgenossen schon in Feindesland stehen. Ebenso ist Cieszanow, ein wichtiger Knotenpunkt an der Straße Ja roslau Landesgrenze, im Besitz der Verbündeten, die auch die Höhen nördlich der Stadt gestürmt haben. Weiter nach Südosten wendet sich in der Höhe von Niemirow die Front der Armee nach Süden und ist nach Osten gerichtet, wo die Russen eine vorbereitete Stellung bezogen haben, die sich aus der Gegend von Narol, nordöstlich von Ciechanow und dicht an der Grenze, über Miasto und Magierow, östlich von Niemierow an die Wereszyka zieht und ihr auch nach dem Durchfließen der Seen von Grodek bis zur Mündung in den Dujestr folgt. Der stärkste Punkt liegt dort, wo die Straße von Przemysl nach Lemberg bei Grodek zwischen den Seen hindurchführt. Auf den westlichen Teil der Stadt, die den Eingang dieses Engpasses bildet, haben die Truppen des Generals von Böhm-Ermolli bereits die Hand gelegt. Der Lauf der Wereszyka ist an einzelnen Stellen von ihnen überschritten, so daß die Stellung in ihrer südlichen Flanke bedroht wird. Auf dem weiteren Lauf der riesigen Front sind die Operationen noch im Gange; bemerkenswert ist zu⸗ nächst, daß die Armee des Generals v. Pflanzer-Baltin sich erfolgreich gegen russische Gegenstöße gewehrt hat.

Wir wollen festhalten, was dieTimes über die Aus- sichten im Osten gesagt hat. Gelingt es den Verbündeten, die Russen aus Galizien hinauszuwerfen und sie nochmals zu schlagen, so kann in diesem Sommer von einer ernstlich in Betracht kommenden russischen Ofsensive nicht mehr die Rede sein. Danach werden sich zweifellos die noch zögernden Balkanstaaten richten. Ohne ernstliche Hilfe des russischen Nachbarn können sie sich nicht entschließen, etwa zu gunsten des Vierverbandes in den Krieg einzugreifen und auf diese Weise nach Gewinn zu streben. Bulgarien hat

den Gesandten der Entente-Mächte, nach glaubwürdigen Nachrichten, eine vorläufige Antwort erteilt, die über die bulgarischen Absichten nichts bestimmtes verlauten läßt, dagegen anfragt, wie der Vierverband sich die Durch- führung seiner Angebote denke. Nach einer Budapester Meldung derFrankf. Ztg. heißt es, Bulgarien sei ge⸗ neigt, seine Politik zu ändern, wenn Rumänien, Serbien, Griechenland und die Türkei sofort alle von der Entente in der letzten Note angebokenen Gebiete an Bulgarien abtreten würden. Es wären das die ganze Dobrudscha, anz Mazedonien, Kavalla, Saloniki und die Linie Enos ia. In politischen Kreisen wird diese Antwort als eine neue Ablehnung der Ententevorschläge aufgefaßt. Die

grundsätzlich weigern soll, mit dem Vierverband zu ver⸗ handeln, kann niemand erwarten. Es hat ja auch mit der Türkei verhandelt, die, wie es heißt, bereit sein soll, die Linie Enos-Midia anzubieten. Zwischen Bulgarien und Ru- mänien aber schweben noch Verhandlungen. Rumänien ist mit dem Vierverband durchaus noch nicht einig; es hat, wie vor einigen Tagen gemeldet wurde, dessen Anerbietungen in schroffer Weise als ungenügend zurückgewiesen. Man kann aus dieser schwankenden Lage erkennen, welche große Bedeutung den nächsten Schlägen in Galizien zukommt. General von Mackensen und seine Verbündeten klopfen dort im wahrsten Sinne auf den Busch, und man sollte denken, wenn im Lager der Balkanstaaten wirklich Neigung vor- handen wäre, die Sache des bedrohten Rußlands zu ver⸗ fechten, so dürfte zu diesem Zwecke keine Stunde vergeudet werden. Die ständig drohende Uneinigkeit der Balkanvölker tut ein übriges, um Kriegsgelüste einzelner dieser Staa⸗ ten zu dämpfen. Hoffen wir, daß die Wiedereroberung Lem bergs aller Ungewißheit ein baldiges Ende machen wird!

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 18. Juni 1915, mittags:

Russischer Kriegsschauplatz.

Nördlich Sienigwa sind unsere Truppen in der Ver⸗ folgung auf russisches Gebiet vorgedrungen. Sie er⸗ reichten die Höhen nördlich Kreszow, die Niederung des Tales und besetzten Tarnograd. 3

Auch die zwischen dem unteren San und der Weichsel stehenden russischen Kräfte weichen an mehreren Stellen zurück. Cieszanow und die Höhen nördlich des Ortes wurden genommen. 0

Im Berglande östlich Niemiro w sowie in der Gegend bei Jan om haben sich starle russische Kräfte gestellt. An der Wereszya wird gelämpft. Unsere Truppen haben an

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einigen Stellen schon öftlich des Flusses Fuß gefaßt.

Südlich des oberen Dnjestr mußten die Russen nach heftigen Kämpfen aus den Stellungen bei Lityn ia gegen Kolodruby zurückweichen. Eigene Truppen haben in der Ver⸗ folgung die Mündung der Wereszya erreicht. Die sonstige Lage am Dnjestr ist unverändert. l

Die Ostgruppe der Armee Pflanzer wies gestern zwischen Dnjestr und Pruth acht Sturmangriffe der Russen blutig ab. Der Feind, der verzweifelte Anstrengungen machte, um unsere Truppen in die Bukowina zurückzuwerfen, erlitt im Artilleriefeuer schwere Verluste und ging fluchtartig zurück. Acht Offi⸗ ziere, 1002 Mann wurden gefangen, drei Ma⸗ schinengewehre erbeutet.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Bei neuerlichen Vorstößen an der JIsonzofront er⸗ zielten die Italiener ebensowenig einen Erfolg, wie bisher. Bei Plava schlugen unsere braven Dalmatiner Truppen vorgestern abend und nacht den Angriff einer italienischen Brigade ab. Gestern griff der Feind nochmals an und wurde wieder zurückgeschlagen. Im Angriffsraume wurden zwei piemontesische Brigaden und ein Mobil⸗Miliz⸗Regiment fest⸗ gestellt. Die Verluste der Italiener sind hier wie im Krngebiete sehr schwer.

Erneute feindliche Angriffe im Plöckengebiet und auf den Monte Costen wurden gleichfalls abgewiesen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Berlin, 19. Juni. Gegen die Kärntner Alpen haben die Oesterreicher nach demBerl. Tagebl. ihre schwerste Artillerie in Stellung gebracht. Die Alpen sind von den Italienern besetzt.

Das Vordringen österreichisch⸗ungarischer Truppen in Bessarabien.

Berlin, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DieB. 3. meldet aus Budapest: Ueber das Vordringen der öster⸗ reichisch-ungarischen Truppen in Bessarabien meldet der Az Est, daß die Russen die Ortschaften an der bessarabischen Grenze räumen und weiter weichen müssen. Nowosielica ist von den österreichisch-ungarischen Truppen besetzt worden. An⸗ dere Abteilungen sind bis 15 Kilometer in bessarabisches Gebiet eingedrungen. Chotin ist abermals gefährdet. N

Aus Rußland.

Petersburg, 18. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Der Rjetsch zitiert mit Genugtuung den Beschluß des Handels- kongresses, nach dem die u mformung der gesamten Industrie zu Kriegszwecken nach deutschem Muster un⸗ bedingt erforderlich sei. Bedauerlich sei nur, daß der Beschluß erst jetzt nach zehnmonatlichem Kriege gefaßt worden sei. Der Rietsch sowie die übrige Presse schreiben in gedrücktem Tone über die innere und äußere Lage. Sie veröffent⸗ lichen den Beschluß des Handelskongresses über die sofortige Ein⸗ berufung der Duma und weisen darauf hin, daß der Beschluß nicht von Revolutionären, sondern von loyalsten Bürgern Rußlands ausging, und daß die Einberufung unter dem Drucke der außer⸗ ordentlich erschwerten Verhältnisse und der ernsten Kriegs⸗ lage auch von der Provinz dringend gewünscht werde. Selbst⸗ verständlich könne die Tagung der Duma jetzt keine kurze sein. Notwendig sei eine beständige Aufsicht sowie eine Reihe sofortiger Maßnahmen aller Art. DieNowoje Wremja verlangt die Einberufung der Duma zur Herbeiführung einer Einigung des Volkes. Die letzten ernsten Ereignisse auf dem Kriegsschauplatze verlangten die Zusammenfassung der gan⸗ zen Kraft der Organisation des Volkes. Das Witebsker Börsen⸗

(Komitee weist in einer Eingabe an die Regierung darauf hin, daß

die Vertreibung der Juden aus vielen Gouvernements sehr nach⸗

Die Unruhen in Moskau.

Berlin, 19. Juni. Der Angehörige eines neutralen Staates, der den russischen Staub von seinen Füßen ge⸗ schüttelt hat, nachdem er die Greuelszenen der letzten Tage in Moskau mit durchleben mußte, gibt derMorgenpost von dem Wüten der echtrussischen Leute gegen die Moskauer mit deutschklingendem Namen und von den Leiden ihres Un⸗ glücks eine eingehende Schilderung: Die Unruhen begannen am 9. abends. Auf dem Hofe der Fabrik von Zyndel und von Hybner versammelten sich etwa 1000 Ar⸗ beiter und stellten vorerst verschiedene Anforderun⸗ gen an den Direktor von Zyndel, Herrn Carls⸗ se n. Da sie ihnen nicht sofort bewilligt wurden, begannen sie in der Fabrik das Zerstörungswerk. Herr Carlssen flüch⸗ tete, aber ein Teil der Mordbrenner verfolgte ihn mit wüstem Geheul. In seiner Todesangst stürzte der Un⸗ glückliche sich in den Moskau⸗Kanal, um sich an das andere Ufer zu retten. Kaum war er an der Kanal⸗ böschung emporgeklettert, als er auch schon von der Men⸗ schenmenge ergriffen und erschlagen wurde. Meh⸗ rere weibliche Angehörige der Fabrikdirektoren wur⸗ den in den Kanal geworfen und als sie nicht ertvanken, so lange von oben mit Steinen beworfen, bis sie tot waren. Der Pöbel war Alleinherrscher in der Stadt. Am Donnerstag früh zog er unter Vorantragen derrussischen Fahne und der Bilder des Zaren und des Generalissimus durch alle Straßen der Stadt. Abends waren die Hauptstraßen so überfüllt mit Möbeltrümmern und Wagen, daß vielfach die Straßen⸗ bahnen nicht mehr durchkommen konnten. Von der Polizei war nichts zusehen. Der durch die Plünderung angerich⸗ tete Schaden wird auf 300 bis 400 Millionen Rubel

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Der französische Bericht.

Paris, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Auf der ganzen Front herrschte während der beiden letzten Tage große Tätigkeit. Die Kämpfe nördlich Arras zeigten seit gestern äußerste Heftigkeit. Die Infanteriekämpfe waren zahlreich und erbittert, der Artilleriekampf heftig und von un⸗ unterbrochener Dauer. Wir erzielten ernstliche Fortschritte, welche trotz wütender Gegenangriffe des Feindes fast insgesamt behauptet wurden. Einige Fortschritte wurden heute noch merklich weiter⸗ geführt. Hauptsächlich im Nordteile des Abschnittes rückten wir vor, indem wir mehrere Reihen Schützengräben auf beiden Seiten der Straße Aix⸗Noulette⸗Souchez einnahmen. Die Deut⸗ schen halten sich noch im Bu valgrund. Sie sind dort beinahe völlig umzingelt. Wir rückten heute wie gestern ununterbrochen in nordwestlicher Richtung gegen Souchez vor. Weiter südlich faßten wir im Park des Schlosses von Carleul Fuß, dessen wassergefüllte Gräben den feindlichen Verteidigungsarbeiten als Basis dienten. Wir eroberten den Friedhof von Souchez und ge⸗ wannen Gelände auf den Hängen südöstlich Souchez(Höhe 119). Die dank mehrerer glänzender Stürme gestern erzielten Resultate wurden heute ausgedehnt. Nördlich, östlich und südlich Neu⸗ ville erstürmten wir die erste feindliche Linie. An einigen Stellen der zweiten Linie kämpfen die angesetzten Trupßen mit Bajonett und Handgranaten. Nachdem unsere Infanterie, durch das Feuer von nahezu 300 000 Granaten sehr wirksam unterstützt, mit äußerster Energie angegriffen hatte, mußte sie in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag unter dem heftigen Artillerie⸗ feuer und heftigen, mit starken Mannschaftsbeständen wiederholt ausgeführten Gegenangriffen entgegentreten. Diese wurden auf der ganzen Front abgewiesen. Wir räumten nur gestern früh ein erobertes kleineres Gehölz, südlich der Höhe 119, welches durch das feindliche Artilleriefeuer unhaltbar geworden war. Die Deut⸗ schen setzten 11 Divisionen ein, die äußerst hohe Verluste erlitten. Auch unsererseits erlitten wir ernste Verluste. Die Stimmung der Truppen ist ausgezeichnet. Die Zahl der von uns gemachten Gefangenen übersteigt 600, darunter 20 Offi⸗ ziere. Unsere Geschwader beschossen mit Erfolg die deutschen Re⸗ serven in Givenchy und im Bojes de la Folie und zer⸗ streuten in Formation begriffene Truppenzusammenzüge. Die schwere Schlappe, welche der Feind bei seinen Gegenangriffen in Quennevieres erlitten hat, wird durch die große Zahl der vor unseren Schützengräben gefundenen gefallenen Deutschen be⸗ stätigt. Ein weittragendes Geschütz beschoß zweimal Villers⸗ TCotterets(ein Verwundeter). In Reims gestattete die Unter⸗ suchung von Einschlagstellen deutscher Geschosse festzustellen, daß über 80 Granaten, darunter mehrere Brandgranaten, auf die Stadt und besonders auf die Kathedrale fielen. Im Elsaß dauer⸗ ten unsere Fortschritte an. Wir bemächtigten uns des Altenhofes (Vorort von Metzeral), ferner Steinabrück und rückten weiter auf beiden Fechtufern vor. Die Deutschen äscherten Metzeral ein. Die Zahl der in unsere Hände gefallenen Gefangenen erreicht 500, darunter 10 Offiziere und 28 Unteroffiziere. Zu dem bereits er⸗ wähnten Material sind 3 Minenwerfer, 3 Maschinengewehre, Feld⸗ telephonie und Apparate für Ausströmung erstickender Gase hinzu⸗ gekommen. Ein feindliches Flugzeug wurde von einem unserey Flugzeuge im Elsaß zum Absturz gebracht. Die beiden Flieger wurden getötet.

Ein französischer Fliegerangriff auf Brüssel.

Amsterdam, 18. Juni.(WTB Nichtamtlich.) Ein be⸗ sonderer Korrespondent des BlattesNieuwe van den Dag meldet aus Roosendaal: In der letzten Nacht ungefähr um 4 Uhr machten zwei französische Flieger einen An⸗ griff auf Brüssel, welcher der Luftschifshalle galt. Der Korrespondent, der in einem Hotel an der Place Rogier wohnte, berichtet, er sei gegen 4 Uhr durch eine heftige Kanonade geweckt worden. Die Deutschen hätten die Flieger von allen Seiten beschossen. Gegen 4.30 Uhr waren die

bleibt also so unklar wie zuvor. Daß Bulgarien sich teilig auf die wirtschaftliche Lage des Gouvernements gewirkt habe.! Flieger außer Sehweite. Es wurde lein Schaden angerichtet.

geschätzt.