Ausgabe 
(31.5.1915) 125. Erstes Blatt
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ringer sind, als die Erfolge der Verbündeten bei Nieuve Chapelle und Carency, Beauséjour und im Elsaß. Sie verbergen nicht den Glauben in die Uneinnehmbarkeit ihrer Stellungen in Frank⸗ reich und Flandern, deren Stärke und Tiefe bei Neuve Chapelle und Carency erwiesen worden ist. Das Selbstvertrauen Deutsch⸗ lands scheint auch nicht 1 die Intervention Italiens stark erschüttert worden zu sein. Die Haltung der Deutschen ist mutig und vertrauensvoll. Sie sagen, daß entsprechende Vorkehrungem gegen eine italienische Offensive getroffen worden sind. Zugleich zeigen die Deutschen, Oesterreicher und Ungarn keine Schwächung ihrer Haltung an der Ostfront. Die Berichte der letzten Tage haben gezeigt, daß die Idee verfrüht war, daß ihre Offensive gegen die russische Front sich erschöpft habe. Sie wiederholen ihre An⸗ griffe mit anscheinend unverringerter Stärke und Entschlossenheit. Der springende Punkt ist die unbezahlbare Energie und Ent⸗ schlossenheit der Deutschen, obwohl sie unter großen Nachteilen kämpfen. Ihre Artillerie scheint nicht verbraucht zu sein, sondern sich sehr verstärkt zu haben. Die Deutschen waren imstande, troßg Rußlands gewaltigem Menschenmaterial überlegene Streit⸗ kräfte an die Stelle zu bringen, die sie selbst als erfolg versprechend gewählt haben. 8 n

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Die Kämpfe an den Dardanellen.

Konstantinopel, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier meldet: An der Dardanellen front hat sich gestern zu Lande nichts von Bedeu- tung ereignet. Ueber ein Ereignis auf dem Meere sind nähere Nachrichten noch nicht nach Konstantinopel gelangt. Nichts wichtiges von den übrigen 1

Konstantinopel, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Hauptquartier wird mitgeteilt: An der Dar⸗ danellenfront wurde heute morgen bei Ari Bur nu der mittlere Teil der befestigten Verschanzungen des Feindes durch einen Bajonettangriff von unseren Truppen gewon nen. Die Verschanzungen wurden von uns für unseren Ge⸗ brauch befestigt. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr rückte unser rechter Flügel in die vom Feinde besetzten Abschnitte 400 Meter gegen die Küste vor. Einer unserer Flieger warf mit Er⸗ folg Bomben auf die feindlichen Stellungen bei Seddaül⸗ Bahr. Das feindliche Panzerschiff vom Aga⸗ memnon⸗Tym, das vorgestern torpediert wurde, und nach Imbros geschleppt ist, ist verschwunden. Man weiß nicht, was aus ihm geworden ist. An den anderen Fron⸗ ten nichts von Bedeutung.

Konstantinopel, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront bei Ari Bur nu bemühte sich der Feind vergeblich, uns daran zu ver⸗ hindern, die im Zentrum seiner Stellungen gelegenen Schützen⸗ gräben zu organisieren, die wir genommen hatten. Bei Sedd⸗ ül⸗ Bahr ist der Feind anscheinend damit beschäftigt, die infolge der Kämpfe am 23. Mai entstandenen Lücken auszufüllen. Unsere anatolischen Batterien an der Meerenge bombardierten gestern wirksam die feindlichen Truppen bei Sedd⸗ül⸗Bahr. Auf den übri⸗ gen Fronten nichts von Bedeutung.

Konstantinopel, 28. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Ueber die Torpedierung eines weiteren englischen

Schachtschiffes liegt noch folgende ausführlichere Meldung vor: Gestern vormittag wurde bei Sigindere nördlich von. Sedd⸗ül⸗Bahr von verschiedenen Stellen einwandfrei und unabhängig von einander beobachtet, wie ein englisches Li⸗ nienscheiff torpediert wurde. Eine gewaltige Wassersäule stieg an der Bordwand au, worauf sich das Schlachtschiff start auf die Seite legte und dann durch ein anderes Kriegsschiff in der Ricktung auf die Insel Imbros fortgeschleppt wurde. Gegen Mittag lag das besckädigte Linienschiff, das augenscheinlich der Agamemnon-Klasse angehört, umgeben von kleinen Dampfern, an der Südostküste der Insel Imbros. Nach dieser neuen erfolg⸗ reichen Unternehmung deutscher Unterseeboote vor den Dardanellen hat der Gegner aus Sorge vor weiterenU-Bootsangriffen alle Kriegsschiffe mit Ausnahme einiger Torpedobvotszerstörer vom Eingang der Dardanellen fortgenommen. Er hat seine Angriffsflotte in den Buchten des ägäischen Archipels nagen f 1 Konstantinopel, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die bereits gemeldete schwere Beschädigung eines englischen Linien⸗ schiffes vom Typ desAgamemnon ist durch das Tor pedo eines deutschen Unterseebootes bewirkt worden. London, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die Admiralität teilt mit, daß bei dem Untergange des Linienschiffes Triumph drei Offiziere und 11 Mann der Besatzung umge⸗ gekommen sind; 42 Mann werden vermißt. *

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. Aus Italien.

Der italienische Bericht. Rom 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agenzia Stefani. Das Große Hauptquartier meldet unter dem 29. Mai: An der Grenze zwischen Tirol und Trentino⸗ Od st dauert der Artilleriekampf zwischen unseren Schanzwerken am Tonale und auf dem Asiagaplateau und den feindlichen Schanz⸗ werken, die noch kräftig antworten, an. Dagegen sind die Außen⸗ sorts von Luserna Busa und Spitzverle schwer beschädigt. Am 27. Mai ist durch Artillerie verstärkte Infanterie aus Peri auf beiden Ufern der Etsch gegen Ala vorgerückt. Nachdem sie sich des Dorfes Pilcante, das durch mehrere Reihen Schützengräben verteidigt war, bemächtigt hatte, nahm sie Ala ein; der Kampf dauerte von Mittag bis zum Abend. Unsere Verluste sind gering. Am 26. Mai schlugen Alpini⸗Abteilungen in Forcella La varedo bei Misurina durch einen kräftigen Vorstoß zwei feindliche Kom⸗ ien in die Flucht. An der Grenze von Kärnten dauert ie Operation unserer mittleren Artillerie gegen Monte Grvos⸗ carnico und Malborghetto erfolgreich an. Trotz Nebels, der bei den Operationen im Gebirge ein ernstes Hindernis bildet, ist das Raccolantal(liegt vollständig in Italien. Anmerkung der Redaktion.) seit dem 27. Mai in unseren Händen. Im Friaul unternahmen unsere lenkbaren Luftschiffe in der Nacht vom 27. zum 28. Mai erfolgreiche Einfälle in das feindliche Ge⸗ biet und verursachten ernsten Schaden. Die zahlreich abgeworfenen Bomen trafben ihre Ziele. Unsere Luftschiffe, die vom Feinde beschossen wurden, erfüllten ihre Aufgabe. In der Nacht vom 27. zum 28. Mai wurde ein feindliches Flugzeug aus Pola in der

Nähe der Pomündung zum Landen gezwungen.

(gez.) Cadorna.

Rom lüber Lugano), 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Die eingezogenen italienischen Marinereser⸗ visten der Jahrgänge 1876 bis 1882 werden in das Land⸗ heer eingereiht.

Berlin, 31. Mai. In Mailand ist die große Wäschefabrik eines Oesterreichers, der 600 Arbeiter be- schäftigt, lautBerl. Lokalanz. bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Die Plünderungen in Mailand.

Mailand, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der Corriere della Sera meldet, hat die Polizei anläßlich der Unruhen nachts über 200 Personen verhaften lassen, die sich im Besitze von Waren befanden, die aus ge⸗ plünderten Geschäften stammen. Weitere Verhaftungen

stehen bevor. (WTB. Nichtamtlich)) Die Mai⸗

Mailand, 29. Mai. länder Behörden haben im Interesse vieler gefährdeten

nommen und legen Wert auf eine Einschränkung der individuellen Willkür in den Verwüstungen deutschen Besitzes. Das Unter⸗ nehmen der Gebrüder Röchling ist gestern in Brand gesteckt worden.

* 1* Der Seekrieg. Ein russisches Dementi.

Agence Havas: Eine Mitteilung des Marineministe⸗ riums besagt, daß die russische Admiralität kate⸗ gorisch die amtliche türkische Mitteilung dementiert, daß der PanzerPanteleimon im Schwarzen Meere durch ein Unterseeboot versenkt worden sei. An dem be⸗ treffenden Tage seiPanteleimon im russischen Hafen stationiert gewesen. Kein Schiff des Schwarzmeer⸗Geschwa⸗ ders sei gesunken oder havariert.

Der Untergang des englischen Hilfskreuzers Prinzeß Irene.

London, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DieTimes melden aus Sheerneß: Der HilfskreuzerPrinceß Irene ist durch eine innere Explosion zerstört worden. Die Ursache ist unbekannt. Die Gewalt der Explosion war furchtbar. Auf eine Entfernung von mehreren Meilen wurden Fenster zertrümmert und Zimmerdecken stürzten ein. Augenzeugen sagen, daß die Flammen 300 Fuß hoch gestiegen sind. Zwei Feuersäulen stiegen auf, in wenigen Sekunden von dichten Wolken weißen Rauches begleitet. Als nach einigen Minuten sich der Rauch verzogen hatte, war das Schiff verschwunden und nur Wrackstücke schwammen um⸗ her. Mehrere Leute an Bord in der Nachbarschaft anlernder! Schiffe sind durch umherfliegende Trümmer verletzt worden. Ein kohlender Hilfskreuzer verlor seinen Kran, der durch die Wucht der Explosion aus der Montierung gerissen wurde und ins Meer flog. Ein Teil des Kessels fiel auf ein eine halbe Meile entfernt liegen⸗ des Schiff. Wie dieDaily Mail meldet, war die Besatzung des Hilfskreuzers 357 Mann stark, einer wurde gerettet. DiePrin⸗ ceß Irene lag drei oder vier Bojen von dem Platz entfernt, an dem derBulwark in die Luft geflogen war. Mehrere Barken, die neben dem Schiff lagen, sind ebenfalls zerstört worden. Das Unglück geschah in Port Victoria.

Neue Erfolge der deutschen U-Boote.

Paris, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DasJournal meldet aus London: Der belgische DampferJacueline ist gestern in Milfordhaven mit 24 Ueberlebenden des Dampfers Morwena aus Montreal eingetroffen. DieMorwena ist durch ein deutsches Unter seeboot an der englischen Küste versenkt worden. Die Ueberlebenden erklären, daß die Deutschen ihnen keine Zeit ließen, das Schiff zu verlassen. Nur durch das Eintreffen des belgischen Schiffes seien sie gerettet worden. a

Rotterdam, 30. Mai.. DerRotter⸗ damsche Courant meldet aus London: Der DampferArgyll⸗ shire wurde am Donnerstag abend durch zwei Unterseeboote angegriffen. Das Schiff entkam mit Volldampf, obwohl zwei Torpedos abgeschossen worden waren. Der DampferOnny⸗ moor(7) ist gestern früh auf der Höhe von Startpoint in den Grund gebohrt worden. Der Kapitän und fünf Mann der Besatzung ertranken, die übrigen 23 Mann wurden in Falmouth gelandet. Der Dampfer suchte zu entkommen, aber als gegen ihn gefeuert wurde, ließ man die Boote nieder, wovon eines gekentert ist. Hierauf wurde der Dampfer torpediert.

London, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Der Postdampfer Ethiope von der Elder⸗-Dampferlinie wurde von einem Un⸗ terseebvot versenkt. Ein Offizier und 16 Mann wurden gerettet, die übrige Besatzung befindet sich noch in den Booten.

London, 30. Mai.(WB. Nichtamtlich) Gestern früh wurde der DampferSpennymoor aus Neweastle auf der Höhe von Start von einem deutschen Unterseeboot versenkt. 23 Ueber⸗ lebende landeten in Falmouth. Der Kapitän und 5 Mann von der Besatzung ertranken infolge des Umschlagens eines Bootes.

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England und die Kohlenausfuhr.

Kopenhagen, 99. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)Ber⸗ lingske Tidende meldet aus London: Nachdem Italien seine Teilnahme an dem Kriege angemeldet hat, hat es sich als. erwiesen, die Erlaubnis zur Vers hi englischer Kohlen nach Skandinavien zu erwirken. Selbst den angesehensten Firmen ist ihr Ansuchen von der eng⸗ lischen Regierung mit dem Hinweis darauf abgeschlagen worden, daß die ganze Erzeugung zur Deckung des Bedarses Italiens, der Admiralität und der englischen Waffen⸗ industrie benötigt werde. 5 Kopenhagen, 29. Mai.(WT. Nichtamtlich.)Na⸗ tional Tidende berichtet: Sobald die Nachricht von der engl. Admiralität kam, daß die englische Kohlenausfuhr nach Dänemark aufhören müsse, wurden sofort zehn Schiffsladun⸗ gen Kohlen angehalten. Da Dänemark monat⸗ lich 270000 Tonnen Kohlen aus England zu beziehen pflegt, so enthält das Ausfuhrberbot eine schwere Schädigung des dänischen Handels, der Schiffahrt und der Industrie. Die dänische Regierung hat sich deshalb an die englische Regierung gewandt, bislang aber keinen Erfolg gehabt.

Englische Stimmungen.

London, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Eine Zuschrift an dieMorning Post weist auf die prodeutsche Agi⸗ tation der unabhängigen Arbeiterpartei, nament⸗ lich der Londoner Abteilung, hin. Der Briefschreiber fügt hinzu, er habe am Sonntag in Wigan einem Redner der unabhängigen Arbeiterpartei zugehört, der unter freiem Himmel zu Leuten meist militärpflichtigen Alters gesprochen habe. Der Redner habe aus⸗ eführt, daß der Krieg die Wirkung der geheimen Diplomatie fei Die Deutschen seien ein friedliebendes Volk. England und 3 hätten im geheimen gegen Deutschland konspiriert. Der ieg nütze nur den Waffenfabriken. Das Volk sollte zusehen, daß die Regierung nicht die allgemeine Wehrpflicht einführe und solle fordern, daß die Regierung über einen Frieden mit Deutschland verhandle. Die Belgier wünschten dies auch.. London, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DieTimes mel⸗ det aus Manchester: Bei den Arbeitgebern herrscht die feste Entschlossenheit, mit allen Mitteln den Forderungen der Arbeiter nach einer er Widerstand zu leisten. Die Streikkassen der Arbeiter sind wohlgefüllt. Die Spinner verfügen über 500 000, die Karrierer über 300 000 Pfund Sterling. London, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.)Daily News wendet sich in ihrem gestrigen Leitartikel gegen das neue Schlag⸗ wort der nationalen Organisation und En schrof⸗ senheit, das eine windige Phrase sei und halbgebildete Leute besteche. Das Blatt sagt: Wenn die liberale Regierung jäm⸗ merlich gescheitert sei, als sie die Herstellung der Munition or⸗ ganisieren sollte, würde auch die Koalitions regierung der Auf⸗ gabe nicht gewachsen sein, die gesamte industrielle Organisation zu leiten. Niemanden könne der Gedanke überzeugen, daß 22 ältere Herren in Whithall die Tätigkeit einer 45⸗Millionenbevöl⸗ kerung durch ihre Befehle leiten könnten, wenn sie bloß auf den aufe aer dale Arge de Be. Br v passe e i ürger. Die Nati nne vier. gaben, nämlich 54. r zu beherrschen, eine Armee ins Feld zu stellen, Munition herzustellen und Geld aufbringen, nicht in glei⸗ chem Maße erfüllen. Die 1 des staatlichen Zwanges sei eine ge⸗ jährliche Selbsttäuschung, Eine militärische Organisation der briti⸗ schen Industrie würde eine tiefe, viell eine revolutionäre Un⸗ zufriedenheit erwecken, ebenso sei die allgemeine Wehrpflicht dem Genius des englischen Volkes fremd. Das Blatt warnt davor,

Italiener schließlich doch etwa 500 Verhaftungen vorge⸗

den Genius des britischen Volkes 4 verletzen und die administra⸗ tiven Talente der Regierung zu überschätzen.

Paris, 29. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der F

war heftig. Der Feind machta ngriffen, die jedoch abgeschlagen 1

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Die deutsche Antwortnote an Amerika.

Berlin, 30. Mai. Die Antwortnote der Kaiserlich Deut⸗ schen Regierung in der anf le lau⸗

tet wie folgt: schafter der Vereinigten Staaten von Amerika Herrn James 05 Gerard auf das Schreiben vom 15. d. M. über die tigung amerikanischer Interessen durch den deutschen Unterserboots⸗ krieg nachstehendes zu erwidern.

Die Kaiserliche Regierung hat die Mitteilungen der 8 b der Vereinigten Staaten einer eingehenden Prüfung en egt auch ihrerseits den lebhaften Wunsch, in offener u und⸗ chaftlicher Weise zur Aufklärung etwaiger Mißverständnisse bei⸗ zutragen, die durch die von der Amerikanischen Regierung er⸗ wähnten Vorkommnisse in den Beziehungen der beiden Regierun⸗ gen 1 115 1

as zunächst die Fälle der amerikani Dampfer Cushing undGulflight betrifft, so W schen Botschaft bereits mitgeteilt worden, daß der Deutschen Re⸗ c 0 jede Absicht fernliegt, im Kriegsgebiet neutrale Schiffe, die ich keiner feindlichen Handlung schuldig gemacht haben, durch Unterseeboote oder Flieger angreifen zu lassen; vielmehr sind den deutschen Streitkräften wiederholt die bestimmtesten Anweisungen gegeben worden, Angriffe auf solche Schiffe zu vermeiden. Wenn in den letzten Monaten infolge von Verwechflungen neutrale Schiffe durch den deutschen Unterseebootskrieg zu S gekom⸗ men sind, so handelt es sich um ganz vereinzelte Ausnahmefälle, die auf den Flaggen mißbrauch der britischen Regierung in Verbindung mit einem fahrlässigen oder verdächtigen Verhalten der Schiffskapitäne zurückzuführen sind. Die Deutsche Regierung 791 in allen Fällen, wo ein neutrales Schiff ohne eigenes Ver⸗ chulden nach den von ihr getroffenen Feststellungen durch deutsche Unterseeboote oder Flieger zu Schaden gekommen ist, ihr über den unglücklichen Zufall ausgesprochen und, wenn es in der Sachlage begründet war, Entschädigung zugesagt. Nach den glei⸗ chen Grundsätzen wird sie auch die Fälle der amerikanischen ferCushing undGulflight behandeln; über diese Fälle eine Untersuchung im Gange, deren Ergebnis der Botschaft dem⸗ nächst mitgeteilt werden wird, und die gegebenenfalls durch eine internationale Untersuchungskommission gemäß Titel III des Haa⸗ ger Abkommens zur friedlichen Erledigung internationaler Streit⸗ e i ng i lFala ha

er Kommandant des deuts en Unterseeboste bie den. gieren und der Mannscha i

volle Gelegenheit 1

Berlin, 28. Mai 1915. Der Unterzeichnete beehrt sich, Seiner ellenz dem Bot⸗

Erst als der Kapitän der Auff sondern flüchtete und mit e

fande u Minn

verdäch Fahrzeuge der Was die Velluste an Men

enhang,

senkung derLusitiana stehen, der Aufmerksamkeit der e 7 88 N N 3 könnten. Sie hält 8 1 ö

im Interesse des von beiden Regierungen Zieles einer klaren und vollen Verständigung für 1 zunächst davon zu überzeugen, daß die den beiden Mane vorliegenden An sind und über⸗ einstimmen. 0 Die Regierung der Vereinigten Staaten geht davon aus, daß dieLusttania als ein gewöhnliches, unbewaffnetes Handels⸗ schiff zu betrachten ist. Die Kaiserliche Regierung gestattet sich in diesem Zusammenhange darauf hinzuweisen, daß dieLusitania einer der größten und schnellsten mit Regierungsmitteln als Hilfs- kreuzer gebauten englischen Handelsdampfer war und im der vor der englischen Admiralität herausgegebenenNavy List ans drücklich aufgeführt ist. Der Kaiserlichen Regierung ist ferner aus zuverlässigen Angaben ihrer Dienststellen und neutraler Passagiere bekannt, daß schon seit längerer Zeit so gut wie alle wertvolleren englischen Handelsschiffe mit Geschützen, Mu und anderen Waffen versehen und mit Perfonen bemannt N die in der Bedienung der Geschütze besonders geübt sind die Lusitania hat nach hier vorliegenden Nachrichten bei der Ab⸗ fahrt von New Pork Geschütze an Bord gehabt, die unter Deck versteckt aufgestellt waren..

Die Kaiserliche Regierung beehrt sich ferner die besondere Auf⸗ merksamkeit der Amerikanischen Regi darauf zu lenken, daß die britische Admiralität i einer Pen bat, wich dar Ver ae ohlen hat, nicht nur 0 Schutz zu suchen, sondern sogar unter dieser Verkl Rammen angriffsweise 5 deutsche Unterseeboote Auch sind als besonderer Ansporn zur Vernichtung der 5 boote durch Handelsschiffe von der britischen. 5 f Preise ausgesetzt und auch bereits ausgezahlt worden. f

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dieser ihr einwandfrei bekannten Tatsachen vermag die Ka Na englische Seu auf dem vom Admiral der Kaiserlich Deutschen Marine bezeichneten Seekriegss nicht mehr alsunverteidigtes Gebiet ax 1 88 deutschen Kommandanten infolgedessen nicht mehr in Lage, 1 die sonst für das Seebeuterecht üblichen Regeln zu be ren, denen sie früher stets nachgekommen sind Endlich muß die Kaiser⸗

liche Regierung besonders darauf hinweisen, daß dieLusitania,

wie schon früher, so auch auf ihrer letzten Rahse ka nabi che Truppen und Kriegs material, unter nicht we⸗ niger als 5400 Kisten Munition an Bord 2 1 Vernich⸗ tung tapferer deutscher Soldaten, die mit Opfermut und Hingebung ihre Pflicht im Dienst des Vaterlandes erfüllen, bestimmt war. Die Deutsche Regierung glaubt in 2 Selbstverteidigung zu handeln, wenn sie mit den ihr zu Gebote stehenden Frlegzmißteln durch Vernichtung der für den Feind bestimmten Munition das Leben ihrer Soldaten zu schützen sucht. Die englische Schiffahrts⸗ e mußte sich der Gefahren, denen die Passagiere unter die⸗

Umständen an Bord derLusitania ausgesetzt waren, bewußt n. Sie hat, wenn fie sie trotzdem an Bord nahm; in voller Ueberlegung das Leben amerikanischer Bürger als Schutz f die beförderte Munition zu benutzen versucht und

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