Ausgabe 
(31.5.1915) 125. Erstes Blatt
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nuch zu den klaren Bestimmungen der amerikanischen 9 0 t, die die Beförderung von Passagieren auf hiffen, rplofivstofse an Bord haben, ausdrüclich verbietet und mit Strafe bedroht. Sie hat dadurch in srevelhafter Weise den Tod so zahlreicher Passagiere verschuldet. Nach der ausdrück⸗ n Meldung des betreffenden U- Bootkommandanten, die durch

e 1 ur Nachrichten lediglich bestätigt wird, kann es keinem (unterliegen, daß der rasche Untergang derLusitania in erster Linie auf die durch den Torpedoschuß verursachte Explosion der Munitionsladung zurückzuführen ist. Anderenfalls wären die agiere derLusitania menschlicher Voraussicht nach gerettet

Die Kaiserliche Regierung hält die im vo. ae Tatsachen für wichtig genug, um sie e ee

fung der Amerikanischen Regierung ö i üfun⸗. scher 0 g. zu empfehlen. Indem die Kaiserliche Regierung sich ihre endgültige S zu den im Zusammenhang mit der Versenkung derLusitania gestellten 3 bis nach Eingang einer Antwort der Amerikanischen egierung vorbehalten darf, glaubt sie schließlich an dieser Stelle darau hinweisen zu sollen, wie sie seinerzeit mit Genugtuung von den Vermittelungsvorschlägen Kenntnis genommen hat, die seitens der Amerikanischen Regierung in Berlin und London unterbreitet 5 0 um einen modus vivendi für die Führung des See⸗ ieges zwischen Deutschland und Großbritannien anzubahnen. Die Kaiserliche Regierung hat damals durch ihr bereitwilliges Ein⸗ gehen auf diese. ihren 5 Willen zur Genüge dar⸗ 2 Die Verwirklichung dieser Vorschläge ist, wie bekannt, an der 3 Haltung der Großbritannischen Regierung ge⸗ Indem der Unterzeichnete Seine Erzellenz den Herrn Bot⸗ schafter bittet, vorstehendes zur Kenntnis der Amerltansschen Re- gierung zu bringen, benutzt er diesen Anlaß, um dem Herrn Bot⸗ chafter die Versicherung seiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu

erneuern. 5 Seiner Erze 5 gez. Jagow.

lenz dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Herrn Gerard.

Die Präsidentenwahl in portugal. Lissabon, 29. Mai.(WSB. Nichtamtlich.) Meldung der 4 Wah Havas, Der nationale Kongreß hat im ersten gang mit 98 gegen eine Stimme Theophil Braga zum Präsidenten der Republik gewählt. Lissabon, 30. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung derAgence Havas. Nachdem Braga im Kongreß den Eid auf die Verfassung geleistet hatte, wurde er inmitten 2. Jubels zum Präsidenten ausgerufen. In einer Botschaft am den Kongreß verurteilt Braga jede Dikta⸗ tur und erklärt, gesunder Menschenverstand und Uneigen⸗ het sei*. seiner Politik sein. ein Amt bereits angetreten. Das bisherige 1 579 91 Ruder. 5 N Jbaquim eophilo Braga, der der demokratischen Partei angehört, ist Professor der Literatur an der Untwerst tät Lissabon. Bei der Revolution von 1910 ist Braga bekannt geworden. Er wurde damals zum Präsidenten der proviso⸗ rischen Regierung gemacht. Viel machte er durch die von ihm verfaßten Beschimpfungen von sich reden, die er als Präsident der portugiesischen Akademie gegen Deutschland und die. Wissenschaft erließ, der er als Literatur- historiker viel verdankt. N Aus Stadt und Cand. Gießen, 31. Mai 1915. * Weiteres Sinken der Mehl⸗ und Brot⸗ preise. Als Folge der weiteren Herabsetzung der Mehl- preise durch die Kriegsgetreidegesellschaft wird vom 15. Juni ab auch eine Verbilligung des Mehls im Lieferungsbezirk unseres Kommunalverbandes eintreten. Das Weizenmehl wird von diesem Zeitpunkt an 42,50 Mk., das Roggenmehl 36 Mk. per Doppelzentner kosten, was eine Herabsetzung des Preises von 1 bezw. 2 Mk. bedeutet. Vom gleichen

Tage an treten nach kreisamtlicher/ Verfügung für die Landgemeinden des Kreises Gießen billigere

Brotpreise Vier⸗Pfun ib Roggenbrot 70, Zwei⸗ Pfund⸗Laib 35 Pfg. in Kraft. Für die Stadt Gießen wird, wie wir erfahren, ebenfalls mit einem entsprechen⸗ den Sinken des Brotpreises zu rechnen sein.

* Amtliche Personalnachricht. Der Großherzog hat am 29. Mai d. Js. den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen Karl Steinberger zum Oberamtsrichter bei dem Amts gericht Langen mit Wirkung vom 15. Juni 1915 ernannt.

* Aufhebung der Notprüfungen? Der preuß. Kriegsminister an den Kultusminister ein bemerkens⸗ wertes Anschreiben gerichtet, in dem der Wunsch nach Auf-

ten zum Ausdruck kommt. Es heißt in d 7 Die bei Beginn des Krieges fur die Schüller Baherkr geht anstalten r Anordnungen zur vorzeitigen Able⸗ gung der'eifeprüfung oder vorzeitigen Zuerkennung der Reife für eine höhere Klasse wurden von dem Bestreben dee die den. esche durch junge Leute von Bil⸗ ung zu fördern. Abgesehen nun von den Härten, die sich hieraus für zurückgebliebene Schüler ergeben, lehrt die Er⸗ sugest daß eine große Anzahl junger Leute dem Heere zugeführt wird, die weder körperlich noch sittlich reif üst für die außerordentlichen Anforde- rungen des Feldzugs. In vielen Fällen richten sich die Leute für ihr Leben zugrunde, ohne dem Vaterlande dadurch zu nützen. Dazu kommt, daß der große Verbrauch des gebildeten Teils der männlichen Jugend im Krieg, da er in den nächsten Jahren nicht zu ersetzen ist, die Ge⸗ fahr eines enn der geistigen Betäti⸗ gung des deutschen olkes auf allen Gebieten des öffent⸗ lichen Lebens in sich birgt. Es erscheint deshalb zweck mäßiger, die Schüler der höheren Lehranstalten erst heran⸗ reifen zu lassen und sie nicht durch irgendwelche Vergünsti⸗ gungen der Schule in zu jugendlichem Alter ins Feld ziehen zu lassen. Ausnahmen sollen nur dann stattfinden, wenn die Schüler der Prima vollkommen kriegsverwen⸗ dungsfähig sind und die Offizierslaufbahn als ihren Lebensberuf erwählen. Auf Grund vorstehender Erwägun⸗ gen finden deshalb bei der Haupt⸗Kadettenanstalt in Berlin- Groß-Lichterfelde Notprüfungen nicht mehr statt.

* Pferdeversteig erung. Donnerstag, den 3. Juni, vormittags 10 Uhr, findet im Hose des Jagdschlosses Kranichstein eine Versteigerung von 21 aus Belgien eingeführten 2 bis % jährigen Fohlen, darunter 10 Stutfohlen, statt. An der Ver- steigerung können nur hessische Landwirte teilnehmen, welche eine Bescheinigung ihrer Bürgermeisterei beibringen, daß ihnen bei der Mobilmachung Pferde genommen worden sind. Die Versteigerung ersolgt gegen Barzahlung ohne jede Rückvergütung.

Landkreis Gießen.

OLondorf, 30. Mai. Heute nachmittag hielt Prof. Rös⸗ chen aus Laubach im Boegerschen Saale dahier einen Vortrag über die Kunst und den Lebensgang des Malers Karl Engel. Engel wurde im Jahre 1817 in Londorf geboren, besuchte die Schule in Gießen und vollendete seine Studien in Düsseldorf. Er widmete sich hauptsächlich der Genremalerei und benutzte vorzüglich Motive hiesigen Volkslebens. Eine Anzahl Bilder aus der Rabenau und dem hiesigen Volksleben aus der Zeit bon 1840 bis 1870 konnte der Vortragende zur besseren Veranschaulichung des Vortrags ausstellen. Auf Anregung des Lehrers Schweizer von Odenhausen beschloß die Versammlung, den im Jahre 1870 verstorbenen Künstler zu seinem hundertjährigen Geburtstag durch Stiftung einer Gedenktafel zu ehren.

r. Reinhardshain, 29. Mai. Dem Topographen Ludwig Dörr von hier bei der Luftschiffer-⸗Abteilung Nr. 8 wurde die Hessische Taferkeitsmedaille verliehen.

O Grünberg, 30. Mai. Bei den Kämpfen in den Kar⸗ pathen fiel am 15. Mai Musketier Anton Christ von hier. Der hiesige Arzt Dr. Fritz erhielt die Nachricht, daß sein Sohn Manx bei einem nächtlichen Patrouillengang vom 26. auf 27. Mai berwundet und in französische 1 geraten sei. Der⸗ selbe war bei Kriegsausbruch als Oberprimaner des Realgymna⸗ siums zu Gießen aer! als Kriegsfreiwilliger eingetreten, nahm. später an einem Ausbildungskursus für Offiziere teil und wurde zum Leutnant befördert. Als solcher trat er dann kürzlich wieder bei dem Inf.⸗Regt. 116, dem er auch früher angehörte, in die

Front ein. 8 Kreis Friedberg.

h. Bad- Nauheim, 30. Mai. Frau Kaufmann Krämer, die bei dem Versuche, einen fahrenden Zug zu besteigen, abstürste und sich dabei schwer verletzte, ist ihren Verwundungen erlegen.

h. Oberros bach v. d. H., 30. Mai. In der hiesigen Grube bohrte der Bergmann Peter Storck einen nicht explodierten Sprengschuß an. Es entstand eine Explosion, bei der dem Storck die linke Hand zerschmettert und die Augen und das Ge sicht schwer verletzt wurden. Der Verunglückte mußte der Gießener Klinik zugeführt werden.

Starkenburg und Rheinhessen.

Offenbach, 29. Mai. Aus Anlaß seines fünfund⸗ zwanzigjährigen Jubiläums als Reichstags abgeordneter wurde dem sozialdemokratischen Reichs- und Landtagsabgeordneten Karl Ulrich in Anerkennung seiner Ver dienste um die Partei von der sozialdemokratischen Reichstags fraktion in ihrer letzten Sitzung eine goldene Uhr überreicht. Ulrich wurde am 15. Februar 1890 zum ersten Mal als Vertreter für Offenbach⸗Dieburg in den Reichstag gewählt.

Hessen⸗Nassau.

h. Frankfurt a. M., 30. Juni. Gestern nachmittag trugen sich in der Stadt abermals zweitödliche Unfälle zu. An der Einfahrt zum Braunfels wurde die vierjährige Tochter des Ar⸗ beiters Schröder von einem umwendenden Lastfuhrwerk gegen

hebung der Reife-(Not⸗ prüfung an höheren Lehranstal-

Sood

Todes⸗Anzeige.

Heute morgen entschlief sanft nach schwerem Leiden unser liebes Söhnchen und Brüderchen

Otto

im Alter von 5 Jahren.

Frauenkrankheiten, Rachitis, Rückständen von Influenza, Lungen- u. lellentzündung. Bahnlinle Göttingen-Bebra.:: Geschützte nerrl. Lage inmitt. ausgedehnt. Gebirgswalfdungen.:: Solbäder all. Art. Inhal ationen, Gradler werke. Pneu-

matische Agbar n Kammer Jrielbusen- Werra Auskunlt u. Prospekte 3 3

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weist darauf hin, wie stark bereits jetzt Griechenland

eme Hauswand gedrückt und zu Tode gequetscht. Ferner stürgle im Stadtteil Ginnheim die 40jährige Ehe des Landwirts Müller aus Rödelheim, Alexanderstraße 57, von einem hoch⸗ beladenen Heuwagen ab und war sofort tot. Im Hist ori⸗ schen Museum wurde heute mittag eine dem Gedächtuls des verstorbenen Oberbürgermeisters a. D. Franz Adicke s gewibmete Ausstellung eröffnet. Tieser erste Versuch, in einem hilorischen Museum auch eine der jüngsten, eben abgeschlossenen Spanne Zeit⸗ geschichte zur Anschauung zu bringen, kann als voll gelöst. au⸗ gesehen werden. Denn die Ausstellung zeigt in erschöpfender Meise an der Hand von Bildern, photographischen Aufnahmen, der, Aus⸗ eichnungen, Ernennungsurkunden, Ordensverleihungen und der Aterarischen Werke ein lückenloses Lebensbild des hervorragenden Frankfurter Oberbürgermeisters: als Privatmanns, Bürgermeisters, Gelehrten, Juristen, weitschauenden Kommunalpolitikers und ge⸗ nialen Schöpfers der Universität Frankfurt. g 3

m. Fritzlar, 30. Mai. Bei der Einfahrt eines Personen⸗ zuges in die hiesige Station geriet eine 12jährige Sch ülerin, unter die Räder des Zuges, wurde überfahren und auf der Stelle getötet.

Vermischtes.

* Köln, 29. Mai.(Ctr. Bln.) Der Architekt Putz über⸗ raschte nachts in seiner Villa einen Einbrecher. Als er ihn festnehmen wollte, erschoß der Einbrecher den Hausherrn. Das gleiche Schicksal ereilte das zu Hilse kom⸗ mende Dienstmädchen. Der Täter wurde der Polizei übergeben. Es ist ein stellungsloser Schmied von einigen 20 Jahren, der erst kürzlich aus dem Zuchthause entlassen wurde.

Müllersche Badeanstalt. 5 Wasser wärme ir am 31. Mai 16 R.

Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 1. Juni 10915: Heiter, trocken, tags warm, nordwestliche Winde.

Leetzte Nachrichten.

Die Rückwirkung des Sieges in Galizien. 2

Wien, 31. Mai. Die Einwirkung unserer Siege in Galizien tritt jetzt insofern zutage, als die russische Bosporusarmee aufgelöst worden ist, um teils in Galizien Verwendung zu finden.

Eine Konferenz der Dardanellenkommandanten des Vier⸗ verbandes. g

Genf, 31. Mai. Der vor den Dardanellen befehli⸗ gende englische Admiral Rehbock berief die britischen und französischen Kommandanten zu sich, um mit ihnen über die Möglichkeit einer Erneuerung der Seeaktion unter den gegenwärtigen Umständen zu beraten. Der Verlust des britischen Schlachtschiffes vom Agamemnontyp wird von mehreren Seiten bestätigt. Die Pariser Fachmännen erkennen rückhaltlos an, daß die deutschen Unterseebootg mit ihrem riesigen Aktionsradius von 5000 Seemeilen und ihren Torpedos die Sicherheit selbst der stärksten Ozeanriesen problematisch machen. 5

Bedrohung von Schweizern in Italien.

Budapest, 21. Mai.Estinjsap meldet, der schweizerische Konsul in Ancona, Gottfried Lachmann, sei in Bern angelangt. Er machte seiner Regierung Moldung davon, daß er gezwungen 1 gewesen sei, Ancona zu verlassen, weil er von dem Pöbel wegem seines deutsch klingenden Namens verfolgt wurde. Nacht 4 für Nacht würden Schüsse gegen seine Wohnung abgegeben und die Fenster eingeworfen, so daß er nicht wagte, sich am Tage auf dern Straße blicken zu lassen, weil er stets in Lebensgefahr schwebe. Die Bundesregierung hat in dieser Angelegenheit eine energische Beschwerde an die italienische Regierung gerichtet.

Die Italiener: Albanien 5 i

Athen, 31. Mai. Die ceste Folge des italienischen Eingreifens in den Krieg ist ihre häufige Nieder⸗ lassung in Albanien. Valona und andere Städte sind bereits ganz in ihren Händen. Auf den öffentlichen Gebäuden weht die Trikolore. Die Besetzung von Durazzo gilt als unmittelbar bevorstehend. Oberst Custoni hielt in Valona eine Ansprache, in der er von der Aufgabe Italiens als Vorkämpferin der Kultur in Albanien sprach.

Athen 31. Mai. Die Rücksichtslosigkeit der Ita⸗ liener gegen die griechischen Interessen in Albanien beginnt hier allgemein große Empörung hervorzurufen. Die gesamte Presse

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durch Italien gefährdet sei. Anlaß hierzu gab die Mel⸗ dung aus Durazzo, daß ein Schiff, das im Auftrage der Regie⸗ rung die durch die in der Stadt herrschenden Wirren bedrohten Griechen an Bord nehmen sollte, an der Erfüllung dieser Auf⸗ gabe durch die Italiener gehindert und von ihnen zur Umkehr gezwungen wurde.

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Atmungsorgane, Herzleiden, Blutarmut. heumatismus, Gicht, Skrofulose, Rippen-

Die trauernden Hinterbliebenen:

. 1 Friedrich Sommerlad 2 bristian Mank. Wieseck, 30. Mai 1915.

Die Beerdigung findet Dienstag, den 1.

uni, nachmittags 2 Uhr, statt. 300

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Für die uns anläßlich unserer diaman- tenen Hochzeit erwiesenen Aufmerk- samkeiten sagen wir 4591

herzlichen Dark.

ö Ludwig Scheld II. und Frau l Großen- Bus eck, den 31. Mai 1918. *

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