Ausgabe 
(18.5.1915) 115. Erstes Blatt
Seite
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3 desWiderstandes en Massenwahnsinn ift er⸗ loschen. In Rom 1 ai über 100 000 Menschen vor das Quirinal. Trotz der Abwesenheit des Königspaares fand diese Kundgebung unter stürmischen RufenHoch der 2 Krieg statt. In Neapel marschierten an der Spitze einer SEruppe 200 Universitätsprofessoren mit dem Rektor. Ueber sozialistische Kundgebungen heißt es weiter: Der am 16. Mai in Bologna zusammengetretene Sozialisten⸗ kongreß protestierte in schärfster Form gegen jede Beteili⸗ . gung am Kriege. Am Vorabend der Kammereröff⸗ nung sollen Protestversammlungen in ganz Italien abgehalten werden. In Coma sprengten 150 Reservisten trotz Einschreiten der Offiziere unter dem RufeNieder der Krieg ein Kriegsmeeting. Die deutsch⸗ freundliche ZeitungVittoria in Rom hat angesichts der schweren Lebensgefahr für ihre Redakteure ihr Erscheinen eingestellt.

Mailand, 17. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Den Zu⸗ stand der italienischen Presse kennzeichnet e Auf⸗ ruf an das italienische Volk, denPopolo d'Jtalia am 5 Sonntag in Hunderttausenden von Exemplaren verteilen

beg,1. Der Dreibundvertrag wurde am 4. Mai ge⸗ flündi 2. Am 15. April wurde ein Kriegsabkommen mit dem 8 abgeschlossen, wonach Italien sich ver⸗ pflichtet, Oesterreich⸗Ungarn bis zum 24. Mai anzugreifen. 3. Dieses Abkommen garantiert Italien die Befreiung aller unerlösten Gebiete, die Herrschaft in der Adria und große . Kompensationen in Asien und Afrika. 4. Es wurde bereits dur Ausführung dieses Planes geschritten, da Offiziere des 85 Generalstabes sich für eine einheitliche wiluärische tion in Paris und London betätigt haben. 9 1 war Giolitti, der dies alles wußte, von Bülow N 8 zahlt. Er versuchte, das Vaterland zu verraten und Oester⸗ 782 auszuliefern. Angesichts der Majestät des italienischen Volkes beschuldigen wir Giolitti des Hochverrats und über⸗ weisen ihn der Verachtung und der öffentlichen Rache. 5 Eviva la Guerra!

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Der amtliche sranzösische Bericht.

Paris, 17. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. In Belgien unternahm der Feind heute 8 aht drei Gegenangriffe gegen Steenstraate und Umgebung. 5 Dee dritte bei Morgengrauen unternommene war besonders heftig. Die Angreifer wurden zurückgeworsen und erlitten schwebde Ver⸗ luste. Wir erbeuteten gestern sechs Maschinengewehre und einen Mimenwerfer. Nördlich von La Basss zwischen Richebourg, l'Avoné und la Quinquerne nahmen englische Truppen heute nacht mehrere deutsche Schützengräben ein Nördlich Arras schlug man sich die ganze Nacht mit Erbitterung. Auf den Osthängen und Südhängen der Lorettohöhe gestattete uns ein harter Kampf mit Granaten einige Fortschritte zu machen. In Neuville 155 suge der Feind 1 uns die Häuser wieder zu entreißen, 8 wir am gestrigen Tage nahmen. Er konnte auch die b deres e nicht wieder erobern, welche wir ihm außerhalb des Dorfes wegnahmen. Von der übrigen Front nichts zu melden. 7 Amtlicher Bericht vom 16. Mai, abends. Am Nachmittag warfen wir in Ste enstraate den vierten deutschen Gegen⸗ angriff mit vollem Erfolg zurück. Wir behaupteten alle gestern eroberten Stellungen und befestigten unseren Gewinn, dessen Be⸗ derben Dunch die heftige Kraftanstrengung des Feindes unter⸗ wird. Wetter südlich brachten die englischen Trup⸗ pen den Deurschen eine ernste Schlappe bei und nahmen süd⸗ 1 westlich r einen Kilometer Schützen⸗ ö Glei kam 33 von Festubert ein 0 in Richtung auf La Quinguerne voran und auf einer Front von 600 Meter 1500 Meter in der Tiefe. Die deutschen Verluste sind schwer; die englischen Fortschritte dauern fort. Im Absamitte nördlich Arras fuhren wir fort, unsere neue Front zu befestigen, indem wir den Feind aus meh⸗ 2 en Stellungen 3 er9* ö zeigten in sem Kampf um j fände za 0 Wir gewannen 200 Meter auf dem Höhen vorsprung, beacer 25 der Lorettohöhe gegen die Zuckerfabrik Souchez aus⸗ läuft. Wir nahmen weitere Häuser im Nordteile von Neu⸗ le ein und brachten einen 7 Fesselballon östlich davon ban Platzen. Den Bahnhof Somain ließen wir durch Flieger e In der Champagne westlich von Ville⸗ ur⸗Tourbe brachte uns eine ein örtliche Kampfhandlung einen sehr glänzenden Erfolg ein. In der Nacht vom. m Sonntag sprengte der Feind eine Mine hinter unserer ersten Une Acht deutsche Kompagnien stürmten sofort gegen unsere 8 2 vor und faßten in einem ausspringenden Winkel Fuß. Wir machten sofort einen Gegenangriff und nahmen einen Teil

der verlorenen Stellung wieder. Wir machten 70 Gefangene, Ver

darunter drei Offiziere. Am Tage unternahmen wir einen zweiten

Gegenangriff. Dieser mit großem Schwung, mit Bajonett und Handgranaten durchgeführte Gegenangriff verschaffte uns die ganze

Stellung wieder. Wie wir mit Sicherheit feststellen konnten, er⸗ litt der Feind 21 Verluste. In der Tat fanden wir in den

Schibengrapen und Brustwehren über 1000 tote Deutsche und

machten 300 Gefangene, darunter 9 Offiziere; auch erbeuteten

wir sechs Maschinengewehre. Demnach blieb nahezu der ganze

Bestand der angreifenden Truppen in unseren Händen oder auf

dem Gelände. W der Redaktion: Dieser Bericht ist er⸗

fahrungsgemäß mit der größten Vorsicht zu bewerten.)

8 Ein Bericht Freuchs.

London, 17. Mai.(WB Nichtamtlich) Feld marschall French meldet einen wohlgelungenen Angriff der ersten Armee zwischen Richebourg⸗l Avous und Festubert, welcher die Linie des Feindes auf dem größten Teile der englische Meilen( Kilometer) langen Front durchbrach. Der Angriff begann um Mitternacht 85 16. Mai südlich

von Richebourg⸗l'Avpue, wo die Engländer zwei hinter⸗ einander gelegene Schützengrabenlinien von 800 Yards

Länge eroberten. Eine englische Meile davon wurde bei Tagesanbruch ein Angriff unternommen und 1200 Yards Schützengraben erobert. Dieser Erfolg wurde noch 600 Hards

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engräben Bomben gewo wurden. Hier überschrit⸗ ten die Engländer den Weg von Festubert nach La

e und drangen ungefähr eine englische Meile in

die deutschen Linien vor. Der Kampf dauert noch an und

n nimmt einen für uns günstigen Verlauf.

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Die Kämpfe an den Dardanellen. Konstantinopel, 16. Mai, 8 Uhr 5 Min. abends.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptanartier meldet: An der Dardanellen⸗ front bei Ari Burn u unternahmen drei feindliche Bataillone mit Genietruppen gestern früh gegen die Stellung unseres rechten] * wiederholte Angriffe, durch die wir überrascht werben

follten. Die Feinde wurden jedesmal mit Verlusten zu rũch⸗ Pewor fen und durch unsere Gegenangriffe bis in dhre Hauptstellungen getrieben. Wir zählten 300 tote Feinde in der Umgebung dieser Stellungen. Der Gesamtverlust des Fein⸗ . des bei den Angrifsen beläuft sich auf 1500 Mann. Wir er⸗ beuteten 200 Gewehre und eine Menge sonstigen Kriegs⸗ materials. Unsere eigenen Verluste sind verhältnis⸗ mäßig gering. Feindliche Schiffe beschossen gestern erfolglos unsere Batterien am Eingang der Meerenge. Diese Batterien feuer⸗

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Drei Geschosse trafen das englische Panzerschiff Vengeance. Unsere Flieger warfen mit Erfolg Bomben auf den bei Sedd ül Bahr stehenden Feind. Am 1. Mai ließ das französische PanzerschiffVictor Hugo, das im Golf von Akaba kreuzte, ein Wasserflugzeug aufsteigen, das, von unserem Feuer beschädigt, ins Meer stürzte. Am 2. Mai wollte dasselbe Panzerschiff in einer Schaluppe eine Abteilung landen, die Scha⸗ luppe wurde aber mit einem Verluste von fünf Toten und Ver⸗ wundeten vertrieben. DerVictor Hugo zog sich hierauf zurück. Von den anderen Fronten ist nichts von Bedeutung zu melden.

Berlin, 17. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DerBerl. Lokalanz. meldet aus Athen: Aus Mytilene wird berichtet, daß britische Kriegsschiffe in den Dar⸗ danellen auf Minen gestoßen und gesunken seien. Die Zahl wird nicht angegeben.

Das Befinden des Königs von Griechenland.

Athen, 17. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) Verspätet ein⸗ getroffen. Der Krankheitsbericht vom 15. Mai 7 Uhr abends besagt: Das Allgemeinbefinden des Königs hat sich merk⸗ lich gebessert, nur bei Hustenanfällen hat er Schmerzen. Die mikroskopische Untersuchung des Auswurfes hatte ein gün⸗ stiges Ergebnis.

Deutsche Flüchtlinge aus Marokko.

Paris, 17. Mai.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps meldet: Drei deutsche Matrosen, welchen es gelang, aus einem Gefangenenlager in Marokko zu entfliehen, wurden in Gibraltar wieder festgenommen. Ihre deutschen Mitgefangenen in Marokko, welche verdächtig waren, die Flucht begünstigt zu haben, wurden auf vierzehn Tage ins Gefängnis geschafft. Alle Mitgefangenen sind außerdem nach dem Innern Marokkos gebracht worden, um die Wieder⸗ holung eines solchen Vorkommnisses zu verhindern.

Eine amerikanische Note über die versenkung derLusitania.

Berlin, 17. Mai.(WTB. Amtlich.) Der hiesige amerika⸗ nische Botschafter hat dem Staatssekretär der Auswärtigen Ange⸗ legenheiten die folgende Mitteilung zugehen lassen:

Ich habe die Ehre, Ew. Exzellenz folgende Abschrift eines mir von der amerikanischen Regierung zugegangenen Telegramms zu übermitteln.

In Anbetracht der in letzter Zeit von den deutschen Behörden unter Verletzung amerikanischer Rechte auf hoher See getroffenen Maßnahmen, die in der Torpedierung und Versen kung des englischen DampfersLusitaniag am 7. Mai 1915 gipfelten, wobei über 100 amerikanische Staatsangehörige das Leben verloren haben, erscheint es vernünftig und wünschens⸗ wert, daß die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika und die Kaiserlich Deutsche Regierung zu einer vollkommen klaren. Verständigung über den Ernst der Lage gelangen, die sich hieraus ergeben hat.

Die Versenkung des englischen PassagierdampfersFalaba durch ein deutsches Unterseeboot am 28. März, wobei der ameri⸗ kanische Staatsangehörige Leon U. Thrasher ertrank, der am 28. April erfolgte Angriff eines deutschen Flugzeuges auf das amerilanische SchiffCushing, die Torpedierung des amerikani- schen SchiffesGulflight am 1. Mai durch ein deutsches Untersee⸗ boot, wobei mindestens zwei amerikanische Staatsangehörige um⸗ kamen, und endlich die Torpedierung und Versenkung des Dampfers

Lusitania bilden eine Reihe von Vorfällen, die die Regierung ber Vereinigten Staaten mit wachsender Besorgnis, Beunruhigung und Bestürzung beobachtet hat.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hdenntdie mensch⸗ liche und aufgeklärte Haltung, die bisher von der Kaiserlich Deutschen Regierung in Fragen des Völ⸗ kerrechtes und besonders im Hinblick auf die Freiheit der Meere eingenommen worden ist. Sie hat sich davon überzeugt, daß auf dem Gebiete völkerrechtlicher Verpflich⸗ tungen die deutschen Anschauungen und der deutsche Einfluß stets für die Sache der Gerechtigkeit und Me enschlichkeit eingetreten sind. Sie ist auch über⸗ zeugt davon, daß die von der Kaiserlich Deutschen Regierung ihren Marineoffizieren erteilten Anweisungen von den gleichen 5 fühlen der Menschlichkeit geleitet sein dürften, wie es die Seegesetze anderer Nationen vorschreiben. Deshalb kann die Regierung der Vereinigten Staaten nicht glauben und kann sich auch jetzt nicht entschließen zu glauben, daß diese so völlig den Regeln, Gewohn⸗ heiten und dem Geiste der modernen Kriegführung widersprechenden gierung haben könnten. Infolgedessen einigten Staaten für ihre Pflicht, si. an die Kaiser⸗ lich Deutsche Regierung mit der ensten Offenheit und in der aufrichtigsten Hoffnung zu wenden, daß sie sich nicht getäuscht hat, wenn sie von der Kaiserlich Deutschen Regierung eine ungsweise erwartet, die den durch ihre Maßnahmen hervor⸗ gerufenen bedauerlichen Eindruck verwischen und die die bisherige

t es die Regierung der

Freiheit der Meere wieder herstellen wird. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist von der Kaiserlich Deutschen Regi g davon in Kenntnis gesetzt worden, daß sie sich durch die ßergewöhnlichen Umstände des gegenwärtigen Krieges und durch die von ihren Gegnern angewandten Maß⸗ regeln, die dahin abzielten, Deutschland von jedem Handelsverkehr abzuschneiden, gezwungen sehe, Repressivmaßregeln zu ergreifen, die die gewöhnlichen Methoden der Seekriegführung weit überschreiten, indem sie eine Kriegszone proklamierte, außer⸗ 705 deren sich zu halten sie die neutralen Schiffe gewarnt hatte. g der Vereinigten Staaten hatte bereits Gelegenheit, 27 Kai 2 Regierung davon in Kenntnis zu setzen, daß sie die Einführung derartiger Maßnahmen oder Warnungen vor den Gefahren an amerikanische Schiffsreeder, amerikanische Staats⸗ 5 die berechtigterweise als Passagiere auf Schiffen krieg⸗ führender Staaten reisen, nicht zulassen könne, und daß sie die Kaiserlich 1 Regierung fstr jede abfichtliche oder zufällige Verletzung Wi streng verantwortlich machen müsse. Die mee der Vereinigten Staaten kann nicht glauben, daß die Kaiserliche W diese Rechte in Frage stellt, sie nimmt vielmehr an, die Kaiserliche Regierung sie als selbst⸗ verständlich anerkennt. Die Regel, daß das Leben von Nicht⸗ kombattanten, mögen sie neutraler Nationalität sein oder einer im Kriege befindlichen Nation angehören, rechtlicher und billiger Weise nicht 75 die Kaperung oder Zerstörung eines unbewaffneten Handelsschiffes in Gefahr gebracht werden kann, um daß die Kaiserliche Regierung ebenfalls, wie dies alle anderen Nationen tun, die Verpflichtung anerkennt, die gebräuch⸗ lichen Maßnahmen der An haltung und Unter⸗ suchung zu ergreifen, um festzustellen, ob ein ver tatsächlich einer kriegführenden Nation angehört, oder wirklich Krienslonteebunde unter neutraler Flagge führt. 12 Regierung der Vereinigten Staaten möchte daher die Kaiser⸗ ich Deutsche Regierung allen Ernstes darauf aufmerksam machen,

daß der Einwand gurt ble jetziges Verfahren, den Handel ihrer Feinde anzugreifen, siegt, daß es praktisch unmög⸗

lich ist, Unterseeboote für die Vernichtung des 2709 zu verwenden, ohne dabei die Regeln der Billig⸗ keit, der Vernunft, der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit zu mißachten, die von der modernen Anscharrung als gebietend ange⸗ sehen werden. Es ist für die Offiziere eines Unterseebootes tat⸗ sächlich unmöglich, ein Handelsschiff auf See zu durchsuchen und seine Papiere und Ladung zu prüfen. Es 1 für sie tatsächlich unmöglich, das Schiff als Prise zu nehmen, und wenn sie nicht an Bord des Schiffes eine Prisenbesatzung lassen können, so kön⸗ nen sie es nicht versenken, ohne die Besatzung 8 alles, was sich

. ien chrerseits hestig laif die jeindlichen Stellungen von Sedd il Bahr.

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an Bord befindet, Wind und Wellen in ihren kleinen Rettungs⸗ kooten preiszugeben. Diese Tatsachen gibt bekanntlich auch 2

Maßnahmen die Genehmigung oder Billigung dieser großen Re- der

Haltung der Deutschen Regierung bezüglich 12 geheiligten

Kaiserlich Deutsche Regierung vfßen. a ie ben ben, 75 liche Zeit gewährte, um diese elementarsten Sine zu ergreifen, und daß in wenigstens zwei der hrten Fälle nicht einmal eine Warnung erfolgt ist. Es ist klar, daß die Unter⸗ seeboote, wie die Ereignisse der letzten Wochen gezeigt haben, 5 2 3 verwendet r. können, ohne. meidliche Verletzung vieler geheiligter 8* lichkeit und Gerechtigkeit. Amerikanische Bürger haben innerhalb der Grenzen ihr unbestreitbares Recht, wenn sie auf hoher See ihre Schiffe überall dorthin steuern und zur See überall dahin reisen, wohin sie ihre rechtmäßigen Gesetze führen, und sie üben dieses Recht in dem wohl sehr berechtigten Vertrauen aus, daß ihr Leben nicht gefährdet wird durch Handlungen, die in offen⸗ sichtlicher Verletzung allgemein Verpflichtungen begangen werden und 1 auch in dem Ver⸗ trauen, daß ihre eigene Regierung sie in der Ausübung ihrer Rechte unterstützen wird. Es wurde, wie ich der Kaiserlichen er her bee mitteilen zu müssen, kürzlich in den Zeitungen der i Staaten eine formell an die Bevölkerung der Ver⸗ einigten Staaten gerichtete Warnung veröffent⸗ licht, die von der Deutschen Botschaft in Washington soll und die tatsächlich besagt, daß jeder 8 der i Staaten, der sein Recht zu freien Reisen auf dem übt, dies auf eigene Gefahr tue, falls seine Reise ihm in die. der Gewässer führe, in der die Kaiserliche Marine ihre Untersee⸗ boote gegen den Handel Großbritanniens und 8 ver- wende, trotz des achtungsvollen, aber sehr ernsthaften 4 der Regierung der Vereinigten Staaten. Die Regierung der einigten Staaten erwähnt dies nicht, um die An erfamfeit der Deutschen Regierung auf die überra Regelwidrigkeit der Tat⸗ sache zu lenken, daß eine von der Deutschen Botschaft in Washington stammende Mitteilung sich an die Bevöl kerung der Vereinigten Staaten durch Vermittelung der Presse richtet, sondern nur, um darauf hinzuweisen, daß eine Warnung vor einer lichen und unbilligen Handlung in keiner Weise als eine Entschuldigung oder Milderung dieser7.j; noch als geeignet angesehen werden kann, die Verantwortlichkeit ihrer Urheber zu verringern. 650* 7 8 1 8 die seit 55 rakter der Kaiserli ut egierun Grundsätze der Billigkeit kennt, von denen sie in 9 heit beseelt und geleitet war, kann nicht geendet diese 2 mandanten, die diese ungesetzlichen Handlungen begangen haben. dies anders als unter einem Mißverständnis der von den deut⸗ schen Marinebehörden gegebenen Befehle getan haben können. Sie setzt es als selbstverständlich voraus, daß in einem Falle man wenigstens im Bereiche der Grenzen der prakti Möglichkeit erwarten könne, daß die Kommandanten, selbst von Unterseebooten, nichts tun würden, was das Leben von Nichtkom⸗ battanten, oder die Sicherheit neutraler Schisse gefährdete, selbst auf die Gefahr hin, daß die Kaperung oder Zerstörung Frage stehenden Schiffes vereitelt wird. Sie vertraut daher daß die Kaiserlich Deutsche Regierung die Handlungen, über 8 Regierung der Vereinigten Staaten Klage führt, mißbillige, daß sie, soweit möglich, Genugtuung geben wird für die unermeßlichen Schäden und daß sie sofort die nötigen Schritte tun wird, um die Wiederholung von Vorfällen zu verhindern, die so offenkundig die Grundsätze der Kriegführung, für die die Kaiserlich Deutsche Regierung in der Vergangenheit so klug und fest eingetreten ist, umstürzen. Die Regierung und die Bevölkerung der Vereinigten Sate. erwarten von der Kaiserlich Deutschen Regierung ein baldiges und aufgeklärtes Vorgehen in dieser vitalen* heit mit um so größerem Vertrauen, als die Ve taaten 2 5 1 4 f 155 1 5 5 1 47 sondern auch durch ausdrückliche Bestimmungen s Vertmges don 1828 zwischen den Vereinigten Staaten und dem Preußen verbunden sind. Der Ausdruck 3 Bedauerns und das Angebot einer tung im Falle der Zerstörung und irrtümlichen E neutraler Schiffe können, wenn sie auch, im Falle Verluste an Menschenleben 8 zu beklagen sind, internationalen Verpflich⸗ tungen ügen doch nicht ein Verfahren D oder ent e dessen natürliche 3 3 Wirkung ist, neutrale Staaten und Personen neuen Gefahren auszusetzen. Die Kaiserlich aue, Wen e nicht erwarten, daß die Regierung der Vereinigten Staaten ein Wort ungesprochen oder eine Tat ungeschehen lassen wird, die notwendig sein sollten, um ihren heiligen Pflichten zu

die Rechte der Vereinigten Staaten und ihrer zu um ihre freie Ausübung und Gewuß zur leisten. Ich benutze diese Gelegenheit, Ew. enz erneut meiner

ausgezeichneten Hochachtung 70 3 5 ) James W. Gerard

Sr. Exzellenz Herrn von 8 Kaiserlicher Seien

Auswärtigen e 0

Kopenhagen, 17. Mai(WTB. Nichtamtlich.)Na-

tional Tidende berichtet:

Linie meldet:

New⸗Pork mit 879 Passagieren nach Greenok, anstatt

2 dirigiert, kam in Greenok heute morgen ohne Zwischen⸗

all an.

ͤ Aus portugal.

gelt gare e s ee tugiesi ä; e! Sasebon, 155 Mai, 4 Uhr nachmittags: Die revolut to⸗ näre Bewegung, die in Portugal stattfand und die von der Marine ausging, wurde von der Armee 8 genommen. Das Ministerium Pimento 8 seine 2 e der 852

fol nisterium: i Inneres: Joao

San Dunne Falsao, Finanzen: Barros Queiros,

8 Telles, Marine: Fer Costa, auswärtige An⸗ e egenheiten:! nud be. e ima, Unterricht 1 um Ministers Aeußeren in Lissabon e die auswärtigen An⸗ gel. iten: 6 Castro. Die neue 8 wird von 5 Seiten unterstützt, im ganzen Lande herrscht voll- kommene N. 5

den treugebliebenen Truppen dauern hat am Samstag infolge Munittonsman⸗

ahl der Toten und Verwundeten ist groß. Die äuser der n Waben wurde angezündet e

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7 Stadt und Land.. Gießen, 18. Mai 1915.

» Amtliche Personalnachrichten. Der Groß- herzog hat Sr. Exzellenz Graf v. HFülsen⸗Haeseler, Gene⸗ ralintendant Berlin, sowie Sr. Exzellenz Gans Edler Herr zu Putlitz, Generalintendant zu Stuttgart, das Großkreuz 6 Philippsordens, dem Wirklichen Geheimen Admiralitalsral Felisch das Komturkreuz 1. Klasse des Philippsordens, Direktor der Wiener Hofoper Hans Gre 1 5 das Kom 2. Klasse des Philippsordens, dem Schristf

Bühnenvereins, Rechtsanwalt Arthur Wolff, das Ehrenkreuz d Philippsordens verliehen. In den Ruhestand ersetzt 6

Bombardement gels aufgehört. Die

ührer des Deutschen f

*

anerkannter internationaler

Der Vertreter der Cunard⸗ Der DampferTransylvania es 0