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den verbündeten Waffen einen bedentungsvollen Erfolg, dessen Umfang sich in der großen Zahl der Gefangenen, erbeuteten Geschützen, Maschinen en und zahlreichem Kriegsgerät aus⸗
spricht. Eine russische Lüge.
Wien, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Die Petersburger Telegraphen⸗ agentur veröffentlichte am 4. April folgende Meldung:„Der Stab des Generalissimus teilt mit, daß in der Gegend von Zaleszezycki die Oesterreicher in der Nacht vom 3. zum 4. April nach heftiger Beschießung mit schwerem Geschütz in eine russische Befestigung eingedrungen sind, wobei beinahe alle Russen den Tor erlitten. Die Oesterreicher wurden fast unmittelbar darauf durch den Gegenangriff einer russischen Kompagnie vertrieben. Bei dieser SGelegenheit wurde der Telegraphist des Regiments, der Soldat Alexis Nahaker, befreit. Die österreichischen Soldaten hatten ihn nach Abschneiden der Zunge schrecklich verstümmelt, weil er sich geweigert hatte, militärische Geheimnisse zu verraten. Der Gene⸗ 5 ralissimus verlieh ihm das Großkreuz des St. Georgsordens, be⸗ forderte ihn und sprach ihm persönlich seinen Dank aus. Der Sol⸗ N 121 war auch dem Zaren zur weiteren Belohnung vorge⸗ hagen.“ Die Nachricht von der Verstümmelung des Soldaten ist selbst⸗ verständlich erlogen. Sie ist eine niederträchtige Verleumdung, offensichtlich dazu bestimmt, unsere, die Gebote des Völkerrechtes und der Menschlichkeit gleichermaßen beobachtende Kriegführung in den Augen des neutralen Auslandes zu diskreditieren und dessen Aufmerksamkeit von den Greueltaten abzulenken, deren sich die russische Soldateska gewohnheitsmäßig schuldig macht. Die verschobenen Operationen gegen die 8 Dardanellen. Rom, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Tribuna“ mel⸗ det aus Athen: 25000 Mann der Dardanellenexpedition gingen
gestern unter General d Amade nach Aegypten ab. In Mudros blieben nur ungefähr 5000 Mann, die sich zur einen
Hälfte aus Senegalesen und zur anderen Hälfte aus Australiern zusammen Ein französischer Leutnant erklärte, das Expeditionskorps hätte nicht vollkommen in
Mudros ausgeschifft werden können, da es in Mudros an Trink⸗ wauaasser mangelte und die Pferde starben und da die hygienischen Verhältnisse sehr schlecht waren. Man sah voraus, daß die Warte⸗ beit der Truppen auf Lemnos sehr groß gewesen wäre, und be⸗ schloß daher, sie in Aegypten auf die Wiederaufnahme der Operationen gegen die Dardan ellen warten zu lassen, die nur bei vollkommenem Zusammenwirken der Land⸗ und Seestreitkräfte stattfinden werde. Die auf Lemnos zurück⸗ gebliebenen Streitkräfte stehen unter dem Befehl des Generals Beauvannc. Guepratte inspizierte Lemnos und die dortigen
8 Lager am 4. April. Die Tatsache, daß die Soldaten große Röhren zum Bau einer Wasserleitung legen und der Bau eines Hospitals läßt glauben, daß die Verbündeten den Plan aufrecht erhalten, Lemnos als Operationsbasis zu benutzen. Konstantinopel, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: Ein Teil der feindlichen Flotte versuchte gestern, nachdem etwa 20 Granaten gegen die Station
Dregodina bei Enos abgefeuert waren, in zwei Barken mit Soldaten ins Land zu dringen. Unsere schwachen Küsten wachen ge⸗ nügten, um den Feind zu verjagen. Die feindliche Flotte beschoß, als sie sich zurückzog, noch einige Granaten gegen ein Haus ab, ohne Schaden anzurichten. Von den anderen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden.
Ro m, 8.
Ein von den Türten beschädigtes englisches Kanonenboot.
Konstantinopel, 8. April. WTB. Nichtamtlich.) Nach aus sicherer eingetroffenen Privatmeldungen aus Bagdad röffnete ein Motorboot des türkischen Wachtdien⸗ stes am Euphrat von Sonjaff aus, in der Gegend von Korna, aus einer Entfernung von drei Kilometern das Feuer gegen ein. englisches, mit schwerer Artil⸗ lerie bestücktes Kanonenboot. Das Schiff erhielt 20 Treffer, die einen Brand im Maschinenraum verursachten und auch andere Teile beschädigten, so daß es nur mit Mühe und mit Hilfe anderer englischer Schiffe sich zurückziehen konnte. Man glaubt, daß auch die Besatzung große Verluste erlitten habe. 5 Neue Aufgebote der Türkei. Konstantinopel, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Das Amtsblatt veröffentlicht zwei provisorische Gesetze. Durch das erste wird das Kriegsministerium ermächtigt, nur auf die Zeit, die es für notwendig erachte, zur Verteidigung der Küsten und Grenzen des Reichs und zur Aufrechterhaltung der lokalen Ordnung alle außerhalb des Ra des Militärdienstes waffenfähigen Männer einschließlich der 19⸗ und 20jährigen, deren Einberufung bisher nicht für notwendig befunden wurde, unter die Fahnen zu rufen. Das 2 Gesetz verpflichtet angesichts des Kriegszustan⸗ des und unter der Voraussetzung, daß das Kriegsministertum es für notwendig erachtet, alle Flüchtlinge zum Kriegsdienst und 1 f sowohl jene, die bereits in die Türkei eingewandert sind, als diejenigen, die noch einwandern werden und bis jetzt von jedem Militärdienst ausgenommen waren. Solche Flüchtlinge kön⸗ nen drei Monate nach ihrer Ankunft unter die en gerufen werden, jedoch nur für die Dauer der Mobilisierung. Venizelos. Rom, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Venizelos hat seinen Parteigängern erklärt, daß er sich, weil die Re⸗ ierung seine angeblichen Angaben über die Haltung des stönigs zur Abtretung von Kawallas aufrecht erhalte, ver⸗ anlaßt sehe, sich endgültig von jeglicher Teilnahme an der Politik zurückzuziehen. N Kämpfe in Tripolis. Rom, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Stefani“ meldet aus Tripolis: Eine aus renen Truppen und Irregulären gebildete gemischte Kolonne unter dem Oberbefehl des Oberstleutnants Gianinuzzi rückte zum Schutz der Gerstenernte der unterworfenen Bevölke⸗ kung am 5. April südwestlich von Nisdo vor und erreichte Ulndi und Morsid. Am folgenden Tage wurde die Kolonne, als sie dabei war, ein Lager aufzuschlagen, durch be⸗ trächtliche Streitkräfte der Aufständischen angegriffen, die auf 1000 Mann geschätzt wurden. Der TLampf war sehr erbittert und dauerte bis zum Morgen. Der FJaeind wurde unter schweren Verlusten für ihn zurück⸗ geworfen Auf italienischer Seite wurden ein Offizier getötet und 11 Offiziere verwundet; sechs weiße Soldaten wurden
verwundet. Die libyschen Truppen hatten etwa 100 Tote und Verwundete.
Die„Agenzia
* Die Erörterung der Friedensziele in Frankreich.
Paris, 8. April.(WB Nichtamtl) Der„Temps“ schrieb kürzlich, daß Frankreich sich beim Friedensschlusse der wirk⸗ samsten Mittel politischer und wirtschaftlicher Art versichern müsse, 5 um Deutschland künftig in die Unmöglichkeit zu versetzen, dinen neuen Krieg über die Menschheit heraufzubeschwören.— Die„Humanité“ befürchtete, daß diese Andeutungen den Wunsch
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Hlären, was er mit den Andeutungen gemeint habe. Der„Temps“ erwidert heute in gezwungener Weise, er wundere sich, wie die „Humanité den Willen einer berechtigten Vergeltung und den Willen, das europäische Gleichgewicht auf der Grundlage, die Ach⸗ tung und Freiheit aller Völker zu sichern, mit Ervberungslust ver⸗ wechseln könne. Ganz Frankreich aller Parteien sei heute darin einig, daß Frankreich Sicherheiten gegen jede Wiederholung einer Eroberungspolitik seitens Deutschlands nehmen müsse, und höchste Pflicht sei es, Frankreich durch alle Mittel gegen jede Ueberraschung zu sichern. Man müsse hoffen, daß in dem Augenblicke, in dem der Charakter und der Wert dieser Sicherheiten erörtert werden müßten, auch die Führer der Sozialisten das Ziel, das jedermann gesteckt sei, nicht aus den Augen verlieren werden, nämlich daß Frankreich geachtet und der Friede fruchtbar sein müsse.
Der russische Handelsverkehr.
Paris, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der Petersburger Korrespondent des„Journal“ meldet: Die russische Ein⸗ fuhr übersteigt ständig die Ausfuhr, so daß der Handelsverkehr immer noch zu Ungunsten Rußlands ausfällt. Der Handel findet vornehmlich auf dem Seewege über Schweden und an der russisch-finländischen Grenze statt. Zwischen dem 1/14. Ja⸗ nuar und 22. Februar/ 11. März wurden ren im Gesamtwerte von 6100 000 Rubel ausgeführt gegen 192 700 000 Rubel im Jahre 1914. Während desselben Zeitraumes betrug die Einfuhr
Aus den Zahlen läßt sich entnehmen, wie sehr die Heffnung der Dardanellen der Balancierung des russischen Handels zugute kommen würde. g
Schwedische Ausfuhrverbote.
Stockholm, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Die Re⸗ gierung erließ ein Ausfuhrverbot für Ochsen, Schweine, Cakes. 5 gewisse Arten Taue, Kabel, Kupfer und Kupferzusammensetzungen.
Amerikanische Klage gegen Eugland.
Haag, 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Courant“ veröffentlicht Aeußerungen amerikanischer Blätter zu der gegenwärtigen politischen Lage. Einige Blätter erheben entrüstete Anklagen gegen Englands Absicht, Deutschland auf weite Distanz zu blockieren, andere sprechen von internationalen Schikanen und bezeichnen es als neue Art von Seeraub. 1 5
„Transcript“ in Boston meldet aus Washington, daß, wenn die britische Blockade effektiv sei, Amerika allein an Ein⸗ fuhrzöllen gegen 100 000 Dollar täglich verliere.
.„Evening Post“ in New Vork meint, die Lage bessere sich erst, wenn eine entscheidende Seeschlacht stattfinde, die einer der beiden Parteien die absolute Seeherrschaft gebe. Mehrere Blätter ziehen eine Parallele zwischen der jetzigen britischen Ka⸗ binettsorder und der vom Jahre 1807, die zu der Kriegserklärung der Vereinigten Staaten im Jahre 1812 führte. 3 „American“ in New Jork sagt: Uns steht es frei, in derselben Weise aufzutreten, wie unsere Vorväter, wir können, uns dem Befehle einer fremden Macht unterwerfen und zulassen, daß unser neutraler Handel und unsere Flagge beleidigt, degra⸗ diert und in ihrem Mißbrauch durch fremde Schiffe in den Au⸗ gen der spottenden Welt verächtlich gemacht wird, oder wir kön⸗ nen der Macht, die den Handel unter amerikanischer Flagge belästigt, den Krieg erklären, wie unsere Väter taten. Wir können das Embargo auf den ganzen Handel mit Europa legen und den Handel aufhalten, so daß die europäischen Armeen den Krieg satt bekommen, oder wir können das Intercourse Law von 180 wieder in Kraft setzen und mit allen Völkern den Handelsverkehr abbrechen, die sich weigern, die Rechte unseres neutralen Han⸗ dels anzuerkennen. Eine dieser Methoden muß befolgt werden. Wenn wir uns zu keiner aktiven Methode des Widerstandes ent⸗ schließen. müssen wir bei der ersten Methode bleiben und uns in Staub und Erniedrigung beugen. Das Blatt schließt, alle Amerika⸗ ner müßten sich um die Regierung scharen, und die Parteigegen⸗ sätze beiseite lassen. Es sei nicht Zeit, probritisch oder prodeutsch, sondern nur proamerikanisch zu sein. N. „Washington Post“ kann in der Absicht Großbritan⸗ niens, Deutschland auszuhungern, mur einen riesigen Fehler er⸗ blicken. Die ersten, die darunter leiden würden, würen Hundert⸗ tausende in Deutschland gefangener en, Franzosen und Briten. Die Briten würden bald spüren, daß sie einen Fehler begingen, wenn sie friedliche Nationen gegen sich in Harnisch brächten. Die Amerikaner könnten nicht dulden, daß ihr Handel vernichtet 9 wenn nichts anderes helfe, fangen sie nötigenfalls ieg an. „New Nork World“ führt aus, daß sowohl die deutsche Erklärung der britischen Gewässer als Kriegsgebiet, wie Englands sogenannte Blockade darauf zurückzuführen sei, daß beide Länder eine Seeschlacht ablehnten. Wenn England, das alle Zeit stolz auf seine Seemacht war, bereit wäre, seine Seemacht kräftig zu benutzen, würde es Deutschland blockieren und nicht den Handel neutraler Länder. Wenn England sich weigere, die deutsche Küste zu blockieren und dadurch wahrscheinlich ein Seegefecht herbei⸗ zuführen, so könne es nur zur Entschuldigung anführen, daß seit Bestehen der Unterseeboote Blockadeoperationen zu gefährlich seien. Wir haben also zwei große Seemächte, die einem männlichen Streit miteinander ausweichen, aber beide eine Art Krieg gegen die Neutralen beginnen, in der Erwartung, daß sie den Feinden dadurch ernsten wirtschaftlichen Schaden zufügen, gleichgültig, was sie dabei friedlichen Bürgern zufügen. ö
„New Norker Telegraph“ sagt Wenn England Deutsch⸗ land blockieren will, muß es auch die Heben in Kauf nehmen. Viele Blätter befürworten einen energischen Protest der Vereinigten Staaten namens der Neutralen.. „Record“ von Philadelphia schreibt: Die britische Kabinetts⸗ order verurteilt sich selbst. 5 5 e „Transcript“ in Boston sagt: Die Pflicht der amerikani⸗ schen Regierung, zu protestieren, ist unzweifelhaft.. f Der Bostoner„Globe“ betont, daß zur englischen Kabinetts⸗ order kein anderes Recht bestehe, als die Macht. a „Leader“ in Pittsburg hält es für die beste Repressalie, alle Ausfuhr aus den Vereinigten Staaten aufzuheben. Dadurch würde der Krieg in einer Weise beendet, wie man es in Europa nicht erwartete. 1 5 f „Republicain“ in Springfield schreibt: Es ist durchaus möglich, daß bestimmte neue Bedingungen militärischer und mari⸗
timer Art eine Aenderung des Kriegsrechts und der Rechte der
Neutralen erheischen, aber umsomehr ist es notwendig, daß die Stimme der Neutralen gehört und ihre rechtmäßigen Forderungen nicht ignoriert werden.
Straßburg(Els.), 8. April.(WTB. Nichtamtlich.) Statt im Kaiserpalaste, dessen Räume wie die des Landtagsgebäudes in ein großes Lazarett, umgewandelt sind, fand heute nachmittag im großen Saale des Statthalterpalais die Eröffnung des elsaß⸗ lothringischen Landtages statt, zu der die Abgeordneten fast voll⸗ zählig erschienen waren, auch die im Felde stehenden, die in Uni⸗ form zugegen waren, mehrfach im Ehrenschmuck des Eisernen Kreuzes. Der kaiserliche Statthalter Dr. v. Dall witz, der bei dieser Kriegstagung zum erstenmal vor das reichsländische Parlament trat, eröffnete dieselbe mit folgender Ansprache:
Anders, als menschliche Berechnung es voraussehen konnte, vollzieht sich die diesjährige Landtagseröffnung. Die weltbewegen⸗ den Ereignisse, in deren Mitte wir stehen, der 1— Kampf, der unserem deutschen Vaterlande trotz seiner üthungen um die Erhaltung des Friedens aufgezwungen worden ist, und den es bisher ruhmvoll bestanden hat, haben ihren unmittelbaren Wider⸗ hall auch in unserem Lande gefunden. hl ist es der Tapferkeit unserer Truppen gelungen, den gleich zu Anfang des ieges unternommenen Vorstoß der Gegner mit entscheidenden Schlägen zurückzuwerfen, wohl dürfen wir mit Genugtuung die Tatsache begrüßen, daß seitdem der heimische Boden auch unseres Landes, von einem kleinen Grenzstreifen abgesehen, vom Feinde befreit
gusprücten, aus dem Befreiungskriege, den Frankreich führe, einen Croberungskrieg zu machen, und e den„Temps“ auf, zu er⸗
ist. Aber die eiserne Zeit ist auch bei uns nicht vorsbergegangen, ohne im Lande fühlbare Spuren zu hinterlassen. Daran gemah⸗
35 900 000 Rubel gegen 231 200 000 Rubel im Jahre 1914.1
nen schon die z N
sammentreten sich vollzieht und Ihre
abspielen wird. Regierung und Volksvertretung finden
in dem Wunsche zusammen, gemeinsam Mittel und Wege zu be raten, wie durch die staatlichen Kräfte, die nicht der unmittelbar wichtigsten Aufgabe— dem feng baden Dienste— gewidmet sind, die Wunden des Kri zu sein werden.
Der Statthalter wies f darauf hin, daß in der Durch⸗ beratung des Etats für das nächste 8 in der Haupt⸗ sache die Aufgabe der Kammern für die rstehende Session bestehen werde. Das wichtige Problem der Reform der direkten Steuern, in der vorjährigen. für eine! sitzung vor zubehalten, habe infolge der äußeren Verhältnisse vorlcufig zu⸗ rückgestellt werden müssen. Die jetzige Zeit vermöge mit ihren noch nicht voll übersehbaren Rückwirkungen auf das Wirtschaft⸗ leben keine Grundlage für eine Neugestaltung der aus der Privat⸗ wirtschaft 14. 1 staatlichen Einnahmequellen zu bieten. Mit warmem Dank, so betonte der Statthalter am Schlusse seiner Rede, ist bei dieser Gelegenheit der aus allen Teilen des deutschen Vaterlandes in reichem Maße zuflie enden freiwilligen Spenden zu gedenken, durch die es möglich war, bittere Not auch von den am schwersten betroffenen Bewohnern zerstörter oder gerdumter D schach der besen Wursgen ler gedeihliche Jö 8
a sten Wünschen für die ihli ü 8 bevorstehenden parlamentarischen Arbeiten chte der Stat. in bewegten Worten derjenigen unserer Volksgenossen und Landes⸗ kinder, die zurzeit als Angehörige unseres amvergleichlichen Kriegs⸗
aan uf ehen Jen Fade, ührern wir neben isheri en uges di 1 der Heimat vor feindlichem Einfall und für die Zu⸗ kunft die begründete Hoffnung auf einen ehrenvollen Frieden verdanken. Er schloß, nachdem er die dritte Sitzungsperiode des Landtags im Auftrage des Kaisers für eröffnet erklärt hatte, mit — 5 750 auf den Kaiser, in das die Versammlung begeistert einstimmte. 0
Die Zweite Kammer hielt heute nachmittag zunächst eine Geschäftssitzung ab. Der bisherige Präsident Dr. Ricklin(Ztr.) wurde 5 einstimmig wiedergewählt. Zum 1. Vizepräsidenten f 1 6 7 12 Gtr zum 2. Vizeprüsidenten der Abg.
hle z. mt. 1 ö Um 4,30 Uhr eröffnete der Präsident eins neue Sitzung mit einer Ansprache, in der er u. a. 55 Kein Deutscher, ins⸗ besondere nicht das elsaß-lothringische Volk, hat diesen Krieg ge⸗ wünscht. Dank der unvergleichlichen, ja einzig dastehenden Tapfer⸗ keit unserer braven Truppen, ist der Einbruch des Feindes in unsere Grenzlande nicht nur zum S. sondern noch 3 ewiesen worden. Der Präsident r port: s wird fitr ums Elsaß⸗Lothringer ein bleibender glänzender Ruhmestitel sein, der durch nichts verwischt, noch in seinem Glanze verdunkelt werden kann, daß bei der Mobilmachung nicht nur die zum 8
teten Rufe folgten,
Verpflichteten vollzählig dem an ssie gerich sondern daß sich auch eine stattliche Zahl von Kriegsfrei⸗ Vaterlande
willigen aus unserem dem bedrohten S Verfügung stellte. Von dieser Stelle aus, in Ihrem Namen, meine Herren, im Namen 8 Bevölkerung richte ich stolz und be⸗ wußt heiße Worte des s an unsere k. Landes kinder und fordere Sie auf, in der Erfi ihrer vaterländischen Pflicht, unbeirrt durch die vielfachen schmerzlichen Erfahrungen, welche uns leider nicht erspart worden sind, nicht zu erlahmen, sondern bis zum letzten Blutstropfen und letzten Lebens hauche halten und durchzukämpfen. Sie kämpfen nicht nur für die f und die Freiheit des großen Deutschen Reiches, sie kämpfen auch für die einzig glückliche, für die deutsche Zukunft, unseres geliebten Heimatlandes.(Lebhaftes Bravo.) Der Präsident dankte schließ⸗ lich für die Bestrebungen in Altdeutschland zur Unterstützung der notleidenden elsaß⸗lothringischen Bevölkerung.— „In seiner Etatsrede wies der Staatssekretär Graf v. Rödern darauf hin, daß seit Kriegsbeginn 1 Fance 0 der Schauplatz von Kämpfen gewesen sei. In zwei Felds achten und vielen Gebirgskämpfen im Lande sei der Fend siegreich zu⸗ Se Tal uns Pease den Pte e rößte Tei relsaß vom ei gewor n Subwesen des Landes, auf einem durchschnittlich etwa 10 bis 15 Kilometer breiten Streifen hat sich ein h in fag ent⸗ wickelt. Die kriegerischen Ereignisse seien auch in 8 N ringen fühlbar geworden. Die baulichen Schäden seien in Loth⸗ ringen und in Teilen des Ober⸗Elsaß bedeutend. Aus einzelnen Ge⸗ meinden hat zu ihrer eigenen 1 die Bevölkerung ent⸗ fernt müssen. Aufgabe des Reiches werde es sein, die er⸗ littenen Schäden auszugleichen, vorläufig könne jedoch nur für die Beseitigung dringender älle Sorge getragen werden. Dazu habe das Reich 1 Million zur Verfügung gestellt. Die von dem Herrn Statthalter eingeleitete Hilfsaktion hat 1½ Mill. Mark ergeben. Der Staatssekretär berührte darauf die Nahrungsmittel⸗ versorgung des Landes, die erfolgreich durchgeführt sei. Auch sei die H eldbestellung im großen und ganzen erfolgt. Die Früh⸗ jahrsarbeiten seien unter Mithilfe einquartierter Truppen im Gange. An der Kriegs⸗Getreide⸗Gesellschaft hat sich Elsaß⸗Lothrin⸗⸗ gen— 250 000— 1 Ueberschuß 2 as Rechnungsjaf 3 hat einen 0 von rund 1100 000 Mark ergeben, das Jahr 1914 wird infolge des Krieges, soweit annähernd übersehen werden könne, mit einem Fehlbetrage von 10 Mill. Mark abschließen. Dieser Ausfall bedinge in Ver⸗ bindung mit der im Lande vorschußweise zur Last fallenden Zah⸗ lung der Familienunterstützungen für die einberufenen Mannschaf⸗ ten von mongtlich etwa 1 Mill. Mk. eine starke Erhöhung der schwebenden Schuld. Der Etat für 1915 3 zu im en des Etats für 1914 aufgestellt, jedoch teilweise die Einnahmeansätze er⸗ heblich vermindert; er schließe ab in Einnahme und Aus⸗ gabe mit 79 illionen Mark. Die Bilancierung erwies sich nur möglich durch Einstellung einer— 9 von etwa 9,5 Millionen Mark. Außerdem soll im r e. ermächtigt werden, Schatzanweisungen bis zur von 6 5 Mark zu begeben. Hiervon seien 10 Millionen Mark bestimmt zur Durchführung außerordentlicher, infolge des Krieges notwendiger Fürsorgemaßnahmen. Bis zum Abschluß des Jahres 1915 ser etwa mit 1 Gesamterhöhung der Anleiheschusd um 20 Millio⸗ nen zu rechnen. ö Der Staatssekretär schloß seine Rede, er wisse sich einig mit dem Landtage darin, daß derselbe sich in der Einheitlichkeit und Geschlossenhett des Wollens und Handelns für des Landes Wohl⸗ fahrt nicht übertreffen lasse durch die Brüder im d 12 5 Auf Antrag der Abg. Hauß(3Ztr.), Peirotes. 5 g wee en eee e, ussprache an. sen. 1 1 8 4 1 3 caff. 3 Schu en Martin in Mülha und Einstellung 8 Verfahrens gegen ltr, fonte eig Ane el Jen 0 Oberlandesgericht wolle prüfen, ob die Voraussetzungen der Mit⸗ gliedschaften Wetterlé's zur Zweiten Kammer noch vorhanden sind. Nächste Sitzung unbestimmt.
g Aus dem Reiche.
Der Kaiser und die Reichsbank. 3
Berlin, 8. il.(WT. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allgem. Vie schreibt: Auf den an 8. M. den Kaiser er⸗ statteten Bericht über die Verwal der Reichsbank im Jahre 1914 ist e eheimen— 1 nach⸗ tehende Antwor reiben ergangen:„ Haupt⸗ — 3. April. S. M. der Kaiser und König haben von dem 5 Euerer Exzellenz vom 28. und dem vor⸗ elegten ltungsberichte der Reichsbank für 1914 mit Poher Befriedigung Kenntnis genommen und daraus er⸗ sehen, mit welcher rühmlichen Sorgfalt und weisen Voraus sicht die Reichsbank es verstanden hat, sich auf den Fall eines Krieges rechtzeitig vorzubereiten und seinen— tigen Anforderungen gerecht zu werden. S. Majestät er⸗ kennen die glänzenden Leistungen der Reichsbank sowie die große Bedeutung der gezeitigten Erfolge für eine glück⸗ liche Kriegsführung voll an, und sind allen, die sich
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