Ausgabe 
(27.3.1915) 73. Erstes Blatt
Seite
168
 
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Fortgang der schlacht in den Karpat

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viermal

2 5 C

nr. 75

Der Slezener Anzeiger erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen: wöchentlich Sietener Famlllenblätter; eimal wöchentl. Krels⸗ latt für den Kreis Gleßen (Dienstag und Freitag): zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche zellfragen Fernsprech⸗ Anschlüßße: für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleb l Adresse für Drabtnach- richten: Anzeiger Gleßen. Annahme don Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

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erstes Blatt

Gießene

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Ste

(TB.) Großes Hauptquartier, 26. Marz. Westlicher Kriegsschauplatz.

(Amtlich.)

den Maashöhen, südöstlich von Verdun, versuchten sen bei Combres erneut, in einem stärkeren

Angriff sich unserer Stellung zu bemächtigen, wurden aber nuch harinägigem Kampfe zurückgeworfen.

Die Gefechte am noch an.

Hartmannsweilerkopf dauern

Oestlicher Kriegs schauplatz.

Russische Angriffe auf die See⸗

Engen östlich von

gustom wurden abgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

* 0 5

Die russischeDampfwalze, die gegen Preußen und

Deutschland in stecken geblieben, sie

Bewegung gesetzt werden sollte, ist kläglich

mußte sich zurückziehen und hat mehr

eigenes Gebiet zermalmt als deutsches. Die russischen Bewe⸗ ngen gegen das nördliche Ostpreußen hatten wahrlich keine

ehnlichkeit mit einer

Krieges wird bei der z

Dampfwalze; diese kurze Episode des igeunermäßigen Armseligkeit des feind⸗

lichen Vorgehens ein bleibendes Schandmal für Rußland

bein Währen sich

antreten. Der heutig

sagt uns darüber, daß

i der Zar auf den nördlichen Kriegsschauplätzen sich gewissermaßen bankrott erklärt hat, läßt er seine Heere in den westlichen Karpathen nochmals i

chn zu einem letzten Sturm e österreichisch-ungarische Tagesbericht die Karpathenschlacht noch andauert,

daß russische Angriffe bei Tag und während der Nacht auf

Freitag abgeschlagen

wähnt sodann, daß im Raum südlich Zaleszezyko 11 punkte der Russen erobert genommen wurden. Es handelt sich hier

Erfolge im Osten, in Czernowitz.

Die Entscheidung Karpat fallen. Wenn es Hindenburg ge ang, in Polen weiter burt

aul Nen würde die

e Fälle sahr bedrohlich werden.

wurden. Derselbe amtliche Bericht 9

B= und über 500 Feinde gefangen U um öĩsterreichische der nördlichen Bukowina, nördlich von

wird nicht allein in den

strategische Lage für die Russen auf

Noch deutet nichts dar⸗

auf hin, daß die russischen Anstürme im Süden irgend⸗

welche Erfolge zeitigen werden,

aber schon wittert man

auch im englischen Lager die neuen Gefahren für den russi⸗

schen Bundesgenossen.

Petersburg:

So berichtetDaily Chronicle aus

Grenzen West⸗ und Ostpreußens wieder

Russen auf die

Bewegungen ziel Bedeutung verschteiert werden.

Es heißt jetzt so oft, man müsse die nächste Entschei⸗

dung in den Karpathen

jener Täuschung, die Liede bei der Betrach nur halb zu sehen

erwarten. Dabei unterliegen wir Claudius so schön in jenem frommen tung des Mondes uns aufklärt:er ist

und ist doch rund und schön. Wer gibt

uns die Gewähr, daß Hindenburg nicht, wie der Mond aus seinem Gewölk, plötzlich hervortreten und die Kriegslage in seiner Weise neu beleuchten wird?

Die Türken, Dardanellen,

sten Meldung des

unsere braven Helfer, rüsten sich an den wo die

ihren Angriffen ruhen, am Suezkanal harren sie

Feinde wegen Sturmensnöten von zu den kommenden Kämpfen. Aber auch noch aus, und nach ⸗der neue⸗ türkischen Hauptquartiers haben die

Engländer dort einige bemerkenswerte Schlappen erlitten,

zu Lande sowohl wie

zu Wasser, indem nämlich auch zwei

britische Transportdampfer mit Erfolg beschossen worden

sind. Die Station

Madam liegt auf dem Westufer des

Suezkanals: es handelt sich um die türkische Truppe, die

auf der südlichen Ka marschiert ist. Die in

rawanenstraße gegen Aegypten heran⸗ derselben Meldung genannten erfolg⸗

reichen Kämpfe der Türken nördlich von Schuebia und süd⸗

östlich von Bassorah haben sich *

in Mesopotamien abgespielt. *

Die gescheiterte russische Ofsensive im nördlichen

Berlin, 27. März.

Ostpreußen. Ueber den Rückzug der Russen

aus dem nördlichsten Teile ostpreußischen Gebiets erhält

der BerlinerLokalanz. einen Bericht, in dem es heißt: Die russischerseits so groß angekündigte Offensive

gegen die nördlich Tilsit gelegenen ostpreußischen Gebietsteile hat

in der heutigen Nacht ihr klägliches Ende erreicht.

Die geg⸗

nerischen Truppen wurden nach kurzen heftigen Kämpfen über

die Grenze geworfen und unsere Truppen drangen bis langen, Russisch-Krottingen und Inkubow vor. Es sind

Vorkehrungen getroffen

vor Po⸗ umfassende worden, die Bevölkerung ähnlichen räube⸗

rischen Ueberfällen nicht mehr auszusetzen. Wie ich von zuver⸗

lässiger Seite erfahre, eee

sind zwar die Schädigungen des russischen weitaus nicht in dem Maße, wie anfangs

*

165. Jahrgang 1

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General⸗Anzeiger für Oberhessen

am Suezkanal.

angenommen wurde. Der größte Teil ber Flüchtlinge ist bereits

in sein Heim zurückgekehrt, und die Schäden der Invasion werden

bald verwischt sein. Die Kämpfe nordöstlich Tilsit haben den erwarteten günstigen Abschluß gefunden. Wegen des dichten Nebels konnte die Artillerie beiderseits an diesen Gefechten nur beschränkten Anteil nehmen und auch die Infanterie hatte auf dem aufgeweichten Boden große Schwierigkeiten zu überwinden. Einen erheblichen Teil unserer errungenen Erfolge können wir unserer Kavallerie zuschreiben, die in diesen Kämpfen in weitestgehendem Maße verwendet wurde. In der heutigen Nacht ertönte ein Kanonenschuß, und bald darauf meldeten unsere Aufklärer, daß die Russen die bisher von ihnen innegehabten Stellungen räumten und sich unter dem Schutze der Dunkelheit in östlicher Richtung fluchtartig zurückzögen. Unsere Truppen ver⸗ folgten den Feind energisch. Leider verhinderte die schlechte Witte⸗ rung ein schnelles Vorwärtskommen. Daß die Russen mit größeren Kräften eine neue Offensive versuchen werden, liegt in Anbetracht der Kampflage an den anderen Fronten, die keine Schwächung der russischen Streitkräfte zuläßt, kein Grund vor. 9 Feindliche Flieger über Metz.

Metz, 26. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicherseits wird mitgeteilt: Ueber Metz erschienen heute mittag mehrere feindliche Flieger, die einige Bom ben auf den südlichen Stadtteil warfen, dann aber durch Artilleriefeuer vertrieben wurden. Drei Soldaten wurden tödlich getroffen. Sachschaden wurde nicht angerichtet.

Die Kämpfe bei St. Eloi.

Berlin, 27. März. In einem in derTimes ver⸗ öffentlichten Brief aus Frankreich hätten, wie derBerl. Lokalanzeiger meldet, die deutschen Bataillone nahe

St. Elo i 30 Stunden ununt gekämpft. Dann se i: ein zweistündiger Waffen 7117 f and geschossen Borde 3

um die Verwundeten aufzulesen.

Deutsche Flieger. Paris, 26. März.(WTB. Nichtamtlich) Temps meldet: Ein deutsches Flugzeug überflog Bethune und Lil

lers. Es warf über Lillers mehrere ab, welche drei Personen töteten und sechs verwundeten.

Die Einberufung der Jahresklasse 1917 in Frankreich.

Paris, 26. März.(WDB. Nichtamtlich.)Petit Pa⸗ risien meldet: Der Heeresausschuß der Kammer trat gestern zusammen, um den Gesetzantrag über die Aus⸗ 5 515 und Einberufung der Jahresklasse 1917 sowie über erneute Musterung der seit der Mobilmachung zurück⸗ gestellten Mannschaften zu besprechen. Der Berichterstatter forderte die Aenderung einiger Bestimmungen des Gesetz⸗ antrages. Namentlich die Festsetzung des Zeitpunktes der Einberufung der Jahresklasse 1917 müsse den enstand eines Sondergesetzes bilden. Anläßlich dieser Ausschuß⸗ sitzung erklärt dieHumanité:

Bereits bei der Einberufung der Jahresklasse 1916 traf die Regierung Sondermaßnahmen, damit mur wirklich diensttaugliche Mannschaften ausgehoben werden. Was die Regierung für die Jahresklasse 1916 getan habe, genüge nicht für die Jahresklasse 1917, deren Rekruten in voller körperlicher Entwickelung befind⸗ liche Kinder seien. Selbst die kräftigsten dieser Kinder seien unfähig, die Anstrengungen des Krieges z u ertragen. So verschwende man wertvolle nationale Energie, welche morgen, aber nicht jetzt, verwendet werden könne. Im Not⸗ falle solle man eher durch ein neues Gesetz alle französischen Bürger bis zu 50 und mehr Jahren einberufen, als diese Kinder, welche die Reserve und der Reichtum der Zukunft Frankreichs seien.

Lyon, 28. März.(WTB. Nichtamtlich.)Nouvelliste meldet aus Paris: Die Gruppe der geeinigten So- zialisten in der Kammer nahm eine Tagesordnung an, in welcher der Wunsch ausgesprochen wird, daß vor der Einberufung der neuen jugendlichen Altersklassen eine ge⸗ naue Aufstellung aller bisher einberufenen Altersklassen und aller Verluste gemacht werde, ferner sofort die Zäh⸗ lung, ärztliche Untersuchung und Verwendung in der Front aller diensttauglichen Mannschaften durchgeführt werde, die augenblicklich in Depots und anderen Dienstzweigen der Heeresverwaltung hinter der Front beschäftigt sind, und durch Hilfstruppen oder Mannschaften älterer Jahres⸗ klassen ersetzt werden können. Zur Vermeidung von Miß⸗ bräuchen sollen diese Maßnahmen unter Kontrolle des Par⸗ laments durchgeführt werden. Endlich müsse in dem Augen⸗ blick, in dem das Parlament die Einberufung der Jahres- klasse 1917 für notwendig erachte, Vorsorge getroffen werden, daß die Auswahl der tauglich befundenen Mann⸗ schaften mit äußerster Vorsicht getroffen werde. Bei der Erörterung des Gesetzentwurfes über die Einberufung der Jahresklasse 1917 lehnte der Heeresausschuß der Kammer einen Gegenantrag ab, wonach die Einberufung erst erfol⸗ gen solle, nachdem alle in Depots und in Sektionen befind⸗ lichen Mannschaften an der Front verwendet worden wären. Der Heeresausschuß tritt nochmals zur Erörterung des Ge⸗ setzentwurfes zusammen.

Der Aufenthalt Deutscher und Oesterreicher

in Fraukreich.

Paris, 26. März.(WTB. NichtamtlichTemps meldet:

aus

Der Minister des Innern machte dem Budget 0 f 9.

Kammer folgende Angaben: sind 17

Anzeiger

indruderei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.

Samstag, 27. März 1015

Bezungsp res monatl. 75 Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun: für den Anzeigenteil: H. Beck, sänntlich in Gießen.

hen. Türkische Erfolge

schen, Oester reichern und Ungarn Berechkigungs⸗ scheine zum Aufenthalt in Frankreich für die Dauer des Krie⸗ ges bewilligt. 600 Deutschen, Oesterreichern und Ungarn wurde die bereits erteile Bewilligung wieder entzogen, da sie nicht, wie es für die Bewilligung notwendig ist, weder Söhne in der fran⸗ zösischen Armee haben, noch selber früher in der Fremdenlegion mehrjährigen Dienst versehen haben oder infolge Verkrüppelung oder anderer Gebrechen dienstuntauglich sind. In 58. Inter⸗ nierungslagern in Frankreich sind augenblicklich et wa 7500 Deutsche und 4600 Oesterreicher bezm Un⸗ garn untergebracht. Die Unterstützung von Familien Mobilisierter in Frankreich.

Paris, 26. März.(WTB. Nichtamtlich) DerTemps meldet: Der Minister des Innern hat im Budgetausschu ß der Kammer erklärt, daß 2.800 000 Gesuche um staatliche Unterstützung seitens der Familien Mobilisierter eingebracht worden seien; 2 430 000 Gesuchen sei stattgegeben worden. Dem Oberausschuß zur Feststellung der Bewilligung einer Unterstützung liegen 27000 Berufungen gegen die Entscheidung der Unteraus⸗ schüsse vor, und weitere 50 000 Berufungen werden demnächst ein⸗ laufen. Der Minister erklärte, daß zur schnelleren Erledigung der

Berufungen die Zahl der Mitglieder des Oberausschusses von 50

auf 100 erhöht wurde. Deseclaux zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt.

78

. S 53 e eee 8 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 26. März.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart. 26. März 1915: In den Karpathen wird weiter heftig gekämpft. Wiederholte russische Angriffe bei Tag und während der Nacht wurden abgeschlagen. Die all⸗ gemeine Situation ist unverändert.

Im Raume südlich Zaleszezyko eroberten unsere Truppen elf Stützpunkte der Russen und machten über 500 Mann zu Gefangenen.

18. eee und in We st⸗ galizien Ge ampf. 4

Der Kirchturm der Ortschaft Paradyz südöftlich Sule⸗ jow wurde als Beobachtungsstation feindlicher Artillerse er⸗ kannt und mußte daher beschossen werden.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs. v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Der Fall von Przemysl.

Wien, 26. März.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Im Gegensatz zu den russischen Mel⸗ dungen über den Fall von Przemyßsl seien folgende authentische Daten festgestellt: Die Trümmer von 4 wurden auf Be⸗ fehl ohne vorherige Aufforderung, ohne zer handlungen mit dem

einde, nach der längst gründlich vorbereiteten Zerstörung allen Kriegsmaterials dem Feinde überlassen. Der Personalbe⸗ stand betrug in der letzten Woche der Bela erung 44 000 Mann Infanterie und Artillerie, zu zwei Drittel 5 hiervon sind abzuziehen gegen 10 000 Mann Verluste gelegentlich des letzten Ausfalles vom 19. ds., 45 000 auf Grund des eriegs⸗ leistungsgesetzes eingestellter, in militärischer Verpflegung stehen⸗ der Arbeiter, Kutscher und Pferdeknechte, dann das Eisenbahn⸗ und Telegraphenpersonal und schließlich 28000 Kranke und Verwun⸗ dete in Spitalbehandlung. In der Festung bestand die Armie⸗ rung im ganzen aus 1050 Geschützen aller Kaliber, davon waren der Hauptteil ganz veraltete Muster von 1861 und 1875, welche übrigens gleichfalls rechtzeitig gesprengt wurden. Die Ab⸗ weisung des letzten russischen Angriffes in der Nacht vom 22. März erfolgte, da das Gros der Geschlitze bereits gesprengt war, mit Infanterie⸗ und Maschinengewehrfeuer, sowie durch einige wenige noch nicht gesprengte Geschütze vom Muster 1861.

Oesterreichische Flieger über Antivari.

Berlin, 26. März.(Priv.⸗Tel.) DasBerl. Tagebl. meldet aus Rom: Nach hier vorliegenden Meldungen haben d rei österreichische Flug zeuge den montenegrinischen Hafen Antivari mit zwanzig Bomben beworfen. Sie beschädigten die Magazine der Tabakregie, dann flogen sie nach Wirpazar und dort acht Bomben herab.

Die Brot⸗ und Mehltarten in Desterreich.

Wien, 26. März.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Durch⸗ führung der Vorratsaufnahme für Getreide- und Mehl⸗ produkte sowie Gründung der Kriegsgetreideverkehrsanstalt sowie der Maiszentrale zur Regelung der Vorräte, deren Bestandaufnahme mit Rücksicht auf den Kriegszustand nicht veröffentlicht werden kann, ist nunmehr eine Ministerial⸗ verordnung zur Regelung des Verbrauchs erlassen worden. Hiernach wird der tägliche Verbrauch an Ma hlpro⸗ dukten für eine Person bis auf weiteres auf 200 Gramm festgesetzt. Anstatt 5 Gramm Mahlp ro- dukte können 7 Gramm Brot verbraucht werden Für die landwirtschaftliche Bevölkerung, dies vorwiegend von Halmfrüchten lebt, ist der tägliche Verbrauch auf 300 Gramm Getreide oder die daraus herzustellenden Mahlprodukte oder Brotmengen festgesetzt. Weitergehende Ausnahmen mit Be⸗ schränkung auf das unbedingt notwendige Maß kann das Ministerium des Innern ausnahmsweise gestatten. Die Kon-

dsturmtruppen.