Ausgabe 
(9.3.1915) 57. Erstes Blatt
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wund der Veisunf der Exetgnisse vernnlassen dir Ituliener, die Soli⸗ darität ihres Landes mit dem unsrigen zu schätzen. Noch eine ganz junge Großmacht, die mit vollem Recht den Ehrgeiz nach einer glänzenden politischen wirtschaftlichen und kommerziellen Zukunft nährt, würde es buchstäblich erstickt, wenn Rußland seine Hand auf die Dardanellen legte, um so den östlichen Teil des Mit⸗ telmeers zu beherrschen. Im Westen von Frankreich, im Osten von Rußland eingeschlossen, würde Italien erwürgt und fände keinen freien Ausweg. Wir sind sozusagen die Hüter der italteni⸗ schen Interessen im Orient gegen die Moskowiter. Unser Land ist dem Handel und der Industrie der Italiener offen, die hier ein weites Feld für ihre Tätigkeit finden würden, mit einem Wort: Nichts drängt uns von Italien. Wir begrüßen die neue Bewegung, die Italien unserem Lande noch näher bringen wird. a Berlin, 9. März. DemBerl. Tageblatt wird aus Rom gemeldet: Bei einem Bankett, das in Gaeta in Anwesen⸗ beit des Ministerpräsidenten Salandra stattfand, rief der Bri⸗ gadegeneral Morra in einem Trinkspruch aus: Das Heer ist bereit zu marschieren im Namen des Königs und des Vater⸗ landes. Salandra eilte auf den General zu, umarmte und küßte ihn und sagte: Ich sage Euch mit gepreßtem Herzen, wir werden alle unsere Pflicht tun, wie General Morra gemahnt hat, mit Hilfe Gottes unter dem Befehl des Königs und für den Ruhm des Vaterlandes. Bei der Abreise Salandras erscholl aus der Volks⸗ menge ein vereinzelter Ruf: Es lebe die Neutralität! Nicht doch, Salandra, ruft vielmehr mit mir: Es lebe Italien! Stürmischer Beifall der Menge folgte dieser Aufforderung. Wie derVossischen Ztg. aus Rom gemeldet wird, erwiderte Ministerpräsident Salandra in Gaeta auf die Ansprache des Ge⸗ nerals Morra, daß er auf die hochpolitischen Anspielungen der Vorredner nicht eingehe, weil er gelernt habe, nicht mehr zu sagen⸗ als er wolle. Er wende sich mit der erneuten Aufforderung an die Nation, ruhig, diszipliniert, vertrauensvoll und bereit zu sein. Bereitschaft ohne Ruhe und Disziplin könne die Größe des Landes nicht herbeiführen. Auch ich wurde an einen Platz gestellt unter unvermuteten Umständen. Aber ich harre aus und werde voll Ver⸗ trauen und Gewissenhaftigkeit alles Erforderliche tun, damit das Land aus der gegenwärtigen Lage groß und stark hervorgeht. Lebensmittelteuerung in Spanien.

Berlin, 9. März. Laut Nachrichten aus Spanien verschärft sich die Lebensmittelteuerung der⸗ art, daß sie zu ernsten Besorgnissen Anlaß gibt. In manchen Provinzen soll eine Hungersnot herrschen. Die Bevölke⸗ rung veranstaltet fortwährend Kundgebungen gegen die Lebensmittelteuerung. Die Zivilgarde, die in verschiedenen Ortschaften die Manifestanten zu zerstreuen suchte, wurde angegriffen und mußte von der Waffe Gebrauch machen. Viele Personen wurden getötet oder verletzt.

Der Seekrieg.

Berlin, 9. März. DasBerl. Tagebl. meldet aus Genf: Der englische DampferSurrey mit rund 4000 Tonnen Gehalt, der eine Ladung e von Liverpool nach Dünkirchen transportierte, ist gesunken.

Nach der einen Meldung soll er auf eine Mine aufgefahren in, nach einer anderen Meldung wurde er durch ein utsches U.⸗Boot versenkt.

80 Berlin, 9. März. Der amerikanische Baum⸗

wolldampferPacific soll von einem englischen 5. l worden sein.

. erlin, 9. März. DieVoss. Ztg. meldet aus Stock⸗ holm: Der schwedische DampferAxel Johnson wurde von einem englischen Kriegsschiff auf der Fahrt

non Rio de Janeiro nach Göteborg angehalten und zur Untersuchung nach Kirkwall geleitet.

Aͤltriegsbriefe aus dem Osten. Bon unserem zum Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter

. Uuberechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten.)

Die Schlacht von Makarre.

Dolnijias, bei Makarce, 26. Febr. 1915. 5 Die Pferde, kleine struppige Kosakengäule, traben an. Die goldenen Zwiebeltürme von Suwalki verglänzen in einer leuch⸗ tenden e Der Fichtenwald steht schwer dunkel noch voll Winters Wir sehen die Todesstraße des 20. russi⸗

schen Korps und der 27. Division.

Der russische kommandierende General Bulgakow fand die Hauptstraßen, die in Suwalki in den Bereich der russischen Festungen führen, von anderen russischen Divisionen belegt und 2 dann marschierten die Deutschen. Die Straße Suwalki⸗Sejny war nicht mehr frei, die Straße Suwalki⸗Augustow in deutscher Hand, blieb der Waldweg durch den dichten Forst nach Sopockinie und nach Grodno. Zwei aktive und eine Reserve⸗Division und die Dirision Djonson, eben die 27, setzten sich in Marsch. Ein Ver⸗ bweishungsmarsch, der mit der Vernichtung und Gefangennahme des teiles endigte. Man marschierte eilig. Als ich im gen auf den aufgerissenen und vereisten Wegen an dem schönen See von Wigry vorbeifuhr, lagen die russischen Schlittenkufen und da verstreut, ein Brotsack, ein Uniformstück, ein paar die die Protzen erleichtern sollten, ein gefallenes Pferd. Der Wald war still, unbeweglich, die mächtigen Fichten legten ihre Zweige wie gütige Hände vor dem Grauen, das der ld von g Bei 7 wo ist eine größere Lichtung, das polnische Nest schmiegt sich an die kahlen Hänge, ein paar armselige Felder unterbrechen den Wald. Hier wurde die Nachhut und die russi⸗ schen* von den deutschen, vorwärtsstoßenden Kräften ein⸗ geholt. größere Teil des russischen Korps hatte schon die opinzstraße Seiny⸗Augustowo erreicht, auf der aber bereits deutsche Truppen marschierten. Die Russen griffen die deutschen Kolonnen, die den Kreuzungspunkt bei Makarce in der Richtung auf Augustowo schon überschritten hatten, mit Heftigkeit an. Die deutschen Kräfte machten Kehrt, und es entspann sich ein blutiges, zweitägiges Ringen, das für die hier an Zahl überlegenen Russen, die alle Kraft an den Durchbruch setzten, nicht ungünstig stand. Da kam der deutsche Druck im Rücken, der Waldweg von Tobolowo

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nach Makarce hlt, wie er wirkte. General Bulgakow brach 5 die Schlacht bei Makarce ab und brachte sein zermürbtes Korps mm vorwärts auf schmalen Waldwegen nach der Straße Sereje⸗

N Sopockinie. Die Straße war inzwischen auch in deutscher Hand, als die Russen sich aus dem Waldrand entwickelten, bekamen sie deutsches Artilleriefeuer. Sie gingen in dichten Kolonnen tapfer vor Auf 800 Meter feuerten die deutschen Geschütze. Reihenweise sanken die Regimenter am Waldrande vor Grodno. Bei Wol kus z war das Schicksal der vier Dipisionen entschieden. Der erste Kessel war Zermürbung, der zweite Vernichtung. General Bulgakow, sein Stabschef Schemjakin, ergaben sich und mit ihnen die Dibisio⸗ näre von Rohenschild, Dionson, der die 27. Diviston hatte, Fev⸗ dorow, der Inspekteur der Artillerie des 20. Korps, General Schneider, der Kosakengeneral Ussotschew und vier Brigadiers. Das 20. russische Armeekorps war aus der Liste der russischen Armeen zu streichen Bei Tobolowo sah ich den Anfang der Tragödie. Das Feld war besät mit Protzen und gefallenen Pferden rtilleriemunition der leichten Munitionskolonnen, die hier nach dem schützenden Wald vorwärts jagen wollten, war so dicht auf manchen Flächen ver⸗ streut, als hätte man den dürftigen Acker damit bestellen wollen. Im Halbkreis gegen die vorgehenden deutschen Kolonnen lagen die russischen Schützengräben, die mit alle dem Krimskrams dicht Fell waren, den der russische Infanterist mit sich führt. Dann egann der Waldweg, auf dem die deutsche Infanterie nachgestoßen hatte Ein Toter am Wege, ein zweiter, eine Reihe halb von den Zweigen verborgen. Kleine Hütten aus Tannenzweigen gegen die

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der Weg der Toten, bis das Feld sich an den Waldrand schiebt, bis das Schlachtfeld von akarce dem Blick frei wird. Der kleine Ort, der den großen historischen Klang in diesen Tagen be⸗ kommen hat, liegt ein wenig nördlich von dem Treffpunkt der Straßen. Die grüngrauen Strohdächer verschwimmen in der grauen polnischen Landschaft. An dem Knotenpunkt ist der Anprall am heftigsten gewesen. Hier liegen die Gefallenen in dichten Reihen, Freund und Feind dicht nebeneinander. Ein blonder deutscher In⸗ fanterist hat ein merkwürdiges, wunderschönes Lächeln in dem bärtigen Gesicht. Der helle Schein dieses rührend sonnigen Vor⸗ frühlingstages liegt über dem Felde. Man wird still, wenn man über ein Schlachtfeld geht, ganz still, wie als Kind bei einem Ge⸗ witter. Und plötzlich fällt einem ein, du hast dem und jenem da neulich ein hartes Wort gesagt, das war nicht nötig, gar nicht nötig, und da hättest du besser sein können und bescheidener Man fühlt eine ungeheure Verpflichtung, gut zu sein, mit allen Kräften zu sein, denn diese alle da, noch mit rotem Schein auf den angen, sind gestorben, damit die, die leben, in einem freien und heilig arbeitenden Deutschland leben können. Die Verpflichtung, die ein solch stilles Feld auferlegt, ist so unsagbar groß, daß man kaum vermeint, sie tragen zu können. Die strafe Gott, die je diese Saat auf den heiligen Feldern vergessen; die strafe Gott, wie er England strafe. 8 Von Malarce nach Serskilas werden es drei Kilometer sein. Der Weg 1 an ein paar Stellen in tiefen Schnee eingeschnitten, so daß ein schmaler Hohlweg entsteht. Der Weg ist von Gefallenen gesperrt gewesen, und die Artillerie mußte durch Nach Serskilas wird das Leichenfeld lichter. Auf der kurzen Strecke Landweg nach Dolnias ist die Schlacht nicht gegangen. Meine kleinen Pferdchen stolperten bedenklich vorwärts, sie hatten mit den großen Ostpreußen des Wagens, in dem Generalstabs⸗ hauptmann H. saß, bisher tapfer Schritt gehalten. Der Haupt⸗ mann knüpfte Verbindungen mit der Einwohnerschaft des lang⸗ gestreckten Dorfes Dolnias an. Er bekam auf seine halb polnisch, halb russische Frage eine englische Antwort. Der Bauer war jahrelang in Texas gewesen. Aber Quartier hatte er kein aus⸗ reichendes. Wir requirierten schnell sechs frischeeggs und zogen zu einem Hause, in dem eingospoda, ein Herr wohnen sollte. Die Hälfte des strohgedeckten Hauses war eingestürzt, das Dach sah noch ein Stückchen über die Trümmer. Immerhin war der Rest noch größer als bei den anderen Katen das Ganze. Es gab ein größeres dreifenstriges Zimmer mit einem mächtigen Ofen, daneben ein kleineres und die Küche. Wir ließen in den großen Raum Stroh bringen und an einer Längswand ausbreiten. Es war genug Plaß dazu, denn die Einrichtung bestand aus einer breiten Holzbank, einem Tisch am Fenster vier Stühlen, mehreren Heiligenbildern, einem Bilde des Zaren und einer be⸗ merkenswert guten Uhr. Die Leute hatten kaum ein Gefühl dafür, welche Entscheidung sich in ihrer Nähe abgespielt hatte. Sie sahen mit ängstlichen und neugierigen Augen auf unsere Han⸗ tierungen und hatten den Mund voll tausend kleiner Wünsche und Bitten. Dabei waren sie willig und dienstbeflissen. Als Beleuch⸗ tung gab es einen langen, hell brennenden Kienspan. So wie vor fünfhundert und tausend Jahren läuft hier das Leben wender. Was ist die Welt? Wo ist die Welt? Was ist Rußland? Was Deutschland? Hier ist die große Einsamkeit, die ganze Melancholie der polnischen Landschaft liegt über Dorf und Hügel und Ackerfeld. Am Abend gehe ich durch die Dorfstraße. Nicht einmal Rauch kräuselt mehr aus den Hütten. Der Himmel ist ein goldenes blitzendes Tuch. Es ist beinahe Vollmond. Alle Dinge werfen schwere, tiefblaue Schatten auf den wieder leicht zusammenge⸗ Torenen Schnee. Die hohe schlanke Silhouette eines Ziehbrunnens hebt sich von dem Feld. Daneben steht ein schweres, plumpes Kreuz, die Gestalt des Gekreuzigten glänzt silbrig unter dem e Holzdach. Die Sterne flirren, die Kälte wächst. an hört jeden Laut. In der Ferne ein leichtes Grollen. Die schweren Kanonen von Grodno grüßen das Heldenfeld von Makarce. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

5 Aus dem Reiche.

. Der Reichstag. Berlin, 8. März.(WT B. Amtlich.) Heute abend fand im Reichskanzlerpalais eine Besprechung zwischen Vertretern der Reichsregierung und den Vorständen der Reichstagsfrak⸗ tionen über die in der bevorstehenden Tagung des Reichstages zu erledigenden Geschäfte und die Art ihrer Behandlung statt. 4

Berlin, 8. März. Im Abgeordnetenhause teilte der Präsident Graf v. Schwerin⸗Löwitz mit, daß der Abgeordnete Generalmajor v. Ditfurth⸗Kassel auf dem Felde der Ehre bei Lomza gefallen sei. In einer Konferenz, die 2 dem stellvertretenden Minister⸗ präsidenten Dr. Delbrück und den Fraktionsvorständen des Abgeordnetenhauses stattfand, hat die Regierung dem Wunsche des Hauses entsprochen und in eine Vertagung bis zum 26. Mai 1915 gewilligt.

erlin, 8. März. WTB. Amtlich.) In der heutigen Sitzung des Bundesrats gelangten zur Annahme die Vor⸗ lage betreffend Mindestfuttermengen an Hafer, die Entwürfe eines Reichskontrollgesetzes, eines Gesetzes über die Aus⸗ gabe von Reichskassenscheinen und Reichsbanknoten zu 10 Mark, sowie der Entwurf einer Bekanntmachung über vorübergehende Zollerleichterungen.

Breslau, 8. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Provin⸗ ziallandtag sandte an S. M. den Kaiser folgendes Tele⸗ gramm:In tiefster Dankbarkeit, daß Ew. Majestät durch die heldenmütigen Hindenburgschen Truppen unsere schlesische Heimat vor einem feindlichen Einfall bewahrt und bei dero allerhöchsten Anwesenheit in Schlesien die schlesische Pflichterfüllung so gnädig gewürdigt haben, bittet der Provinziallandtag der Provinz Schlesien bei seinem Zusammentreffen Eure Majestät, das Gelöbnis un⸗ wandelbarer Treue allergnädigst entgegennehmen zu wollen. An Hindenburg wurde folgendes Telegramm gerichtet: Eure Erzellenz entbietet der soeben zusammengetretene schlesische Pro⸗ vinziallandtag wärmsten Gruß. Was Sie und die Ihrer ruhm⸗ reichen Führung folgenden heldenmütigen Truppen für unser Vaterland getan, ist in das Herz jedes Schlesiers eingegraben. Darum wird Ew. Exzellenz Name in unserer Provinz bis in die fernsten Zeiten mit unauslöschlicher Dankbarkeit genannt und ge⸗ rühmt werden. An Generaloberst von Woyr sch sandte der Provinziallandtag nachstehendes Telegramm: Der Provinzial⸗ landtag gedenkt bei seinem Zusammentreten mit treuem Gruß in unauslöschlicher Dankbarkeit der heldenmütigen schlesischen Land⸗ e, und ihres ruhmreichen Führers, unseres schlesischen General⸗ obersten.

Aus Stadt und Cand. 1 Gießen, 8. März 1915.

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Direktor des Geologischen Instituts an der Technischen Hochschule in 3 Prof. Dr. Demoll, früher Privatdozent in

ießen.

Auszeichnung. Dem Bataillonsarzt im Landwehr⸗ Ins.-Rgt. 11, 1. Bat., Dr. med. Wilh. M ay wurde das Eiserne Kreuz verliehen, nachdem er schon vor längerer Zeit das hessi⸗ sche Sanitätskreuz am blau-roten Bande der hess. Tapser⸗ keitsmedaille erhalten hatte.

0* N 1 Die 3 erzogin am 1 ar 5 irchen⸗ rat D. Dr. Samuel Eck zu Gießen, den 1 direktor August Schmeckenbecher zu Gießen, den Landge⸗

richtsdirektor Karl Dornseiff zu Darmstadt, den Oberlandes⸗ 25 8 den Dekan un arrer rg Bayer zu n arrer Konrad Belte zu Darmstadt nch den Wfarrer Jan Fa gfler zn urn stadt zu Mitgliedern der 9. ordentlichen evangelischen Landes⸗

niederhagelnden Schrapnells lehnten sich wie schutzsuchend gegen ie dicken Fichtenstämme. In einem ungeheuren Crescendo wächst

aus Darmstadt zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Worms ernannt, dem Stationskontrolleur Finanzamtmann Ernst Pull mann zu Harburg a. E. den Charakter als Finanzrat verliehen, den Hauptsteueramtsassistenten Georg Maul zu Darmstadt zum Buchhalter bei der Hauptstaatskasse und den Steuereinneh des Steueramts Pfungstadt Friedrich Breidenbach zu Pfung⸗ stadt zum Bezirkskassier der Bezirkskasse Gr in ernannt Am 5. März d. J. wurde der Pfandmeister des Beitreibungsbe⸗ nals Fürth Thaddus Fran 2 Path 1. O. in gleicher len. eigenschaft in den Beitreibungsbezirk Worms II versetzt. Ermittelung der Kartoffelvorräte. Der Bundesrat hat bekanntlich beschlossen, daß am 15. März d. J. eine Erhebung über die Kartoffelvorräte statt⸗ finden soll. Alle Kartoffelvorräte ohne Ausnahme(Speise⸗ kartoffeln, Kartoffeln zu Saat⸗, Futter⸗ und gewerblichen 4 sollen ermittelt werden. Es sind nicht bloß die rräte der gewöhnlichen Haushaltungen aufzu- nehmen, sondern auch diejeni aller landwirischaftl 128 werblichen, dels⸗ und Verkehrsbetriebe. Ferner die Vorräte festzustellen, die sich im Gewahrsam von Ge⸗ meinden, Gemeindeverbänden, von Behörden des Staates oder des Reiches(Proviantämter usw.) befinden. Kartoffel⸗ mengen, die am 15. März auf dem Transport waren, sind ebenfalls mitaufzunehmen. Der zur Angabe verpflichtete n and, Betriebsinhaber usw. hat seinen rtoffelvorrat möglichst genau zu schätzen. Ein Abwiegen wird nicht verlangt. Die Ermittelung geht so vor sich, daß die Soset von Haus zu Haus e die g über die Vorratsmengen einfordern und sofort in die Zähl⸗ listen eintragen. Die Bevölkerung wird dringend ersucht, das Zählgeschäft dadurch zu erleichtern, daß sie ihre Kar⸗ toffelvorräte genau überschlägt, um dem Zähler ohne Zeit⸗ verlust e ue Angaben machen zu können. Welchen großen Wert die Reichsregierung auf das Ergebnis der Erhebung 55 geht daraus hervor, daß sie sehr scharfe Strafbestimmungen festgesetzt hat. Wer ber weigert, Angaben zu machen, oder wer unrichtige 5 unvollständige Angaben macht, wird mit A bis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 bestraft Auch können die Kartoffelvorräte, deren Vorhandensein verschwiegen wird, im Urteil für den Staat verfallen er⸗ klärt werden. Anfragen bezüglich der Erhebung sind an die Großh. Zentralstelle für die Landes⸗ statistik zu Darmstadt zu richten.

Dem Gießener Marineverein ist neuerlich eine Reihe von Dankschreiben führender Persönlich⸗ keiten unserer Kriegsmarine zugegangen für die reichen Sendungen von Liebes gaben, die er an die Front

hat gelangen 5 den Zuschriften befinden sich

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1 ö b

8 vom Kommandierenden Admiral des Marinekorps b. röder, vom Kommandeur der 2. Marinedivision, vom Kommandeur des 2. Marine⸗Inf.⸗Regts. 8 vom Kommandanten des ruhmreichen Unterseeboots U. 9, Kapi⸗ tänleutnant Otto Weddigen, der dem Verein mit dem WunscheFür Heil und Sieg kameradschaftliche deutsche Grüße sandte.

*Das Bezirkskommando erläßt in der vorliegenden Nummer eine Bekanntmachung über die 1 aller noch nicht eingestellten Angehörigen des Beurlaubtenstandes, der Ersatzreserve und des Landsturms, die der Beachtung der Be⸗ treffenden an dieser Stelle empfohlen sei.

* Bürgerverein. Auf Einladung des hiesigen Bürgervereins sprach am 8* neuen Uni⸗

versitätsaula Professor Walz aus über den Siegeszug der Deutschen durch Belgien. Der Vortragende gab einen kurzen geschichtlichen lick über

die Entwickelung Belgiens zum selbständigen Königre 0 eigenen 3 8 und zeigte

dann, welch namenloses Elend das von fal F namentlich von den Engländern verführte Volk 8 starrige Verblendung und wahnwitzigen Haß gegen die 5 schen über sich 2 Heimat heraufbeschworen. Mit ge⸗ spanntester Aufmerksamkeit folgten die Anwesenden dem klaren, formvollendeten Vo der die einzig in der Ge⸗ schichte dastehenden Waffentaten der Deutschen bei Lüttich und Namur und den siegreichen Einzug in Brüssel schilderte. Dann führte er die Hörer vor Antwerpen, durch das un⸗ glückliche Löwen, nach Mecheln und endlich zur friedlichen Uebergabe von Gent und B Etwa 70 wunderbar el eichnete Lichtbilder zum Teil vom Vortragenden selbft ergestellt unterstützten die klaren und sachlichen Aus⸗ führungen des Redners. Sie führten eindrucksvoll die Schrecken des Franktireurkrieges vor. 5 auch zum Teil in prächtiger Farbenwirkung(Antwerpen) die reizenden Städtebilder Belgiens mit ihren herrlichen Kathedralen und den prächtigen Gildehäusern. Reicher Beifall am Schlusse des Vortrags zeigte, wie tief die von vaterländischem Geiste getragenen Ausführungen des Red⸗ ners die Herzen der Zuhörer en. Stadttheater. Man schreibt uns: Ein Austreten von Dr. Ludwig Wüllner bedeutet für eine große Gemeinde siets ein Ereignis und so bedarf es wohl nur des Hinweises, daß der Künstler am kommenden Samstag im Stadttheater einen ein⸗ maligunVortragsabend geben wird, um allgemeines Interesse zu erregen. Ueber den Erfolg von Dr. Wüllner als Rezitator liegen aus Berlin und einigen Großstädten geradezu be⸗ geisterte Besprechungen vor, nach denen dem Abend mit hoch f gespannten Erwartungen entgegengesehen werden darf. a 1 * Kriegerverein. Der Vorstand des hiesigen Krieger. vereins hat in seiner am 3. März stattgesundenen Sitzung be⸗ schlossen, 1000 Mark für die zweite Kriegs anleihe zu zeichnen. * Eine i 1 Feststellungen der Beobachtungsstationen in Aussicht. Unter der Ausde nung eines Hochdruckgebiets auf ganz Deutschland entwickeln sich trockene, kalte Ostwinde, die zu einer raschen Abnahme der Bewölkung und tiefen nächtlichen Temperaturen führen müssen. Tagsüber wird die Kälte dann durch die unbehin⸗ derten Sonnenstrahlen beträchtlich gemildert werden. Dieser Rückfall der Jahreszeit in die schlechten Gewohnheiten des Winters wird von niemandem gern gesehen werden; der scharfe Wind, der durch die Straßen fährt und das dichte Schneetreiben in den Morgenstunden wollen zu den knospen⸗ den Zweigen und der sprossenden Saat gar zu schlecht passen. Namentlich der letzteren wird der Frost, der in das tagsüber aufgetaute Erdreich fährt, stets gefährlich. g Neeber e arburg, ärz. ner wu gestern Drillinge(Mädchen) beschert. Der Vater ist als Ver⸗ wundeter in französische Gefangenschaft geraten. h. Vom Westerwald, 9. 3 stein die Regierungsbezirke Arnsberg, enz und Wiesbaden im 5745 Westerwald zusammenstoßen, breiten sich mächtige Flächen edland und weite Sümpfe aus. Ple Bewohner ber um liegenden Dörfer finden in diesem Gebiete nicht den nötigen Lebens⸗ unterhalt; sie wandern in die Eisengruben des Siegerlandes, wo ie bessere Löhne verdienen. Wohl wären die Gemeinden in erster inie berufen, die dürren Heideflächen urbar zu machen, die Mors 8. entwässern, die nassen sauren Weiden zu drainieren und die asaltfindlinge zu sammeln, aber die Dörfer sind blutarm und

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am Dreiprovinzen⸗⸗

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synode des Großherzogtums Hessen ernannt. Die Groß in hat ferner am 6. Mürz d. J. den Lehramtsassessor Gustav Waldt

ihre Steuerlasten groß. Nun hat eine Be die Kriegsgefangene zur Sad der e her⸗