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fall: t ist nicht die Zeit, von Frieden zu reden, — 3 4 Gi aus der Guildhall⸗Reede vom 9. November 1914. Die Rede wurde mit großer Begeisterung auf allen Seiten des Hauses aufgenommen. Die Ausstandsbewegung in England. London, 3. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Times“ melden aus Glasgow: Die Ausständigen hielten Versammlungen ab, in denen die Leitung der Gewerkschaf⸗ ten ihnen den Ernst der 1 5 darstellten. Trotzdem zeigten die Streikenden wenig Lust, die Arbeit wieder aufzunehmen. In zwei von den sechs Versammlungen wurde beschlossen, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen. Die anderen Ver⸗ sammlungen gelangten zu keinem Beschluß. Man glaubt jedoch, daß die Streikenden dem Rate der Leitung folgen werden, und hofft, daß in wenigen Tagen der gesamte Aus⸗ stand beendet sein wird.
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart, 2. März 1915: In den Karpathen wurden im westlichen Abschnitt zahlreiche Gegenangriffe der Aussen abgewiesen und die in den vorausgegangenen Kämpfen von den eigenen Truppen gewonnenen Stellungen und Höhen festgehalten. 4
Südlich des Dnujestr dauern die Kämpfe an, Auch gestern wurden feindliche Angriffe blutig zurückgeschla⸗
e n. Hierdurch erstrittenes Gebiet gegen numerisch oft über⸗ 8 gegnerische Kräfte behauptet. 8
In Polen und Westgalizien nur Artilleriekampf.
In der Bukowina herrscht Ruhe.
Am südlichen Kriegsschauplatz ist die Situa⸗ tion unverändert.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes
v. ODöfer, Feldmarschalleutnant.
2. März. WT Nichtamtlich.) Der Kriegskorre⸗ N blattes“ erhielt, wie das„Fremdenblatt“ meldet, einen Einblickin Armeebefehle der russischen zehnten Armee die für den Geist des russischen Heeres charak⸗ teristisch find Die Armeebefehle betreffen das Verbot der Berau⸗ bung von Gefallenen und Verwundeten durch Sanitätsmannschaften und die Bestrafung von Fällen von Selbstverstümmelungen, sowie von Ueberlausen mit dem Tode. Ein gleichfalls angefangener Re⸗ gimentsbesehl ordnet die Ausführung energischer Nachtangriffe an.
Die Kämpfe in den Karpathen.
Derlin, 3. März. Zu den erbitterten Kämpfen in den Karpathen heißt es in der„Kreuz⸗ Zeitung“: Die moralische und intellektuelle Ueberlegenheit der öster⸗ reichisch-ungarischen und der deutschen Truppen macht sich
ade unter den obwaltenden Umständen in besonders 3 Maße geltend, obgleich an rielen Stellen der Kar⸗ pathen russische Glitetruppen kämpfen. Die Getreidevorräte Rußlands.
Petersburg 2. März.(WTB. Nichtamtlich.)„Rußkoje Slowo“ schreibt: Eine geheime Vereinigung russi⸗ scher Großbanken hat überall in Rußland die Getreide⸗ vorräte aufgekauft. Die Ware ist in besonders eingerichteten
lagern eingebracht, von denen sie in kleinen Partien auf den Markt gebracht werden soll Dadurch soll der Getreidepreis in die Höhe geschraubt werden. Die Großbanken wollen durch diese 1 am Ende des Krieges die alleinigen Eigentümer sämt⸗ licher idevorräte sein. Um eine Requisition durch die Regie⸗ rung zu vermeiden, werden die Waren zum anderthalbfachen Wert belichen. ungen 2 Kreisen hat die Nachricht un⸗ geheures erre
Betersburg, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) In nach⸗ stehenden Städten: Jekaterinoslaw, Kastroma, Poltawa, Nowo Tf. k, Tambow und Witebsk besteht eine große Teuerung. enmehl erfuhr eine Steigerung um 35 Prozent, Roggenmehl 25 Proz., Kartoffelmehl 135 Bros. Butter 25 Proz., Zitronensäure 300 Proz. und Petroleum 40 Proz. i
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Beschießung der Dardanellen.
Athen, 2. März.(WTB. Nichtamtl.) Meldung der„Agence d Athenes“: Die Beschießung der Dardanellen begann gestern um 10 Uhr vormittags von neuem. Sie wurde zwei Stun⸗ den lang mit verdoppelter Heftigkeit fortgesetzt. Das Ergebnis ist unbekannt. Die Abteilungen der Verbündeten, die bei Fort Kum⸗Kaleh gelandet waren, hatten einen Zusammenstoß mit der türkischen Garnison, die sie zerstreute. Ein englisches Kriegsschiff hat Jeniskelier beschossen. Konstantinopel, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die sämtlichen türkischen Blätter erklären einmütig, daß die Beschießung der Dardanellen keine Wirkung haben werde, daß sie weder den Entschluß der Türkei, bis zum endlichen Siege auszuharren, ändern werde, noch auf die militärischen Operationen der Verbündeten der Türkei irgend einen Einfluß haben könne. Die Blätter weisen darauf hin, wie sehr England und Frankreich heute von Rußland unterjocht seien, da sie heute die Verwirklichung der jüngst in der Duma öffentlich verkündeten russischen Pläne unterstützten, gegen die sie sich selbst ehemals def gewandt haben. Die gegen⸗ wärtigen Exeignisse zeigen, daß Rußland nicht wegen Serbien Krieg führe, sondern um einerseits Oesterreich⸗Ungarn und Deutsch⸗ land niederzuschmettern und andererseits England und Frankreich da erschöpfen und hierauf die Frage der Meerengen und Kon⸗ ntinopels aufzuwerfen— In Besprechung der jüngst erschienenen Broschüre des Bruders des rumänischen Ministerpräsidenten Bra⸗ tianu und unter Bezugnahme auf die von russischen Staatsmännern in der Duma jüngst abgegebenen Erklärungen führt„Jeune Turc“ aus, man müsse so geschickten Staatsmännern wie Goremykin, Sasonom, Gurto und Miljukom Dank wissen, die den Feinden Rußlands den denkbar größten Dienst erwiesen haben. Jetzt seien die Ballanvöller, insbesondere Griechenland und Rumänien ge⸗ warnt, daß ein russischer Sieg der Errichtung eines ungeheuren russischen Reiches von Moskau bis zum Epirus gleichkäme, das die dazwischen liegenden Staaten für immer auffaugen würde. Wien, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der„Neuen Freien Presse“ zufolge verlautet in hiesigen diplomatischen Kreisen, daß Admiral Limpus, der vor dem Kriege in Konstantinopel für die Ausbildung der türkischen Flotte tätig war, die vereinigte Flotte vor den Dardanellen kommandiere.
Eine Rede des Präsidenten der türlischen Kammer.
Konstantinopel, 2. März.(W. B. Nichtamtlich.) n seiner Rede in der Kammer betonte der decent, F u 8. daß die von der Kammer gezeigte Einigkeit ein schönes Beispiel für die künftigen Generationen darstelle, das zeige, daß, wenn das Vaterland in Gefahr sei, die Parteistreitigkeiten, politischer Ehrgeis und Haß schwiegen. Der Präsident erinnete sodann an seine früheren Erklärungen, daß die türkische Armee zur Zeit des Balkankrieges das Opfer eines Mißgeschicks sei, über das man sich trösten müse. Die vier Monate des ge 8 i Krieges seien eine vollkommene Bestätigung seiner Worte ie heldenhafte Tapferkeit unserer Armee, fuhr Halil sort, das Vertrauen unserer Freunde und ruft das 1 unserer Feinde hervor.
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vermehrt uft das Erstaunen und die iserer a Halil erinnerte an die Siege prikßi und die Flucht der Russen bis Sar kamisch, nach der sich neue von den Russen herangeführte Kräfte von der Standhaftigkeit der osmanischen Armee erschöpften.
Der Präsident der Kammer hob weiter hervor, mit welchem Eiser die türkische Armee nach der Durchquerung
0 ˙¹» ̃ ̃—'klt. kanals vorgerückt sei und dann Erkundungsabteilungen ab⸗ sandte, die unter dem Feuer der feindlichen Schiffe und Be⸗ festigungen übersetzend das Westufer des Kanals erreichten und nach der Erfüllung ihrer Aufgabe zurückkehrten. Diese Armee, die mit vieler Vorsicht ihre Wrbereitungen vollende, werde demnächsteinen entscheidenden Schlag führen und das schöne fruchtbare Aegypten von der Tyrannei des Feindes befreien. Er sei auch überzeugt, daß die Engländer aus der Gegend von Bassorah weggefegt werden würden. So auf allen Fronten besiegt, begann der Feind in einem Verzweif⸗ lungsanfall, die Dardanellen anzugreifen. Es steht außer Zweifel, daß der Feind, der mit der foörtgesetzten Be⸗ schießung, die seine mächtigen Panzerschiffe seit einigen Tagen unternahmen, nicht das geringste als Erfolg zu betrachtende Er⸗ gebnis erzielt hat, hier den härtesten Schlag von der osmanischen
apferkeit erhalten wird. Halil fuhr fort? Es ist unwahr⸗ scheinlich, daß der Feind durch die eerengen bindurchkommen kann, aber selbst wenn er hin⸗ durchkommt, kann er sicher sein, daß mit diesem Erfolg unsere Entschlossenheit nur vermehrt wird. Er soll wissen, daß der größte Teil unserer Armee hier zusammengezogen ist und daß Mafmahmen gegen jede Möglichkeit getroffen worden sind. Möge die Welt er⸗ fahren, daß wir entschlossen sind, unser Leben zu führen, nicht, indem wir auf der Erde kriechen, sondern indem wir wie die Löwen kämpfen. Wir wollen nicht die Stirne im Staube beugen, wie Feiglinge und Elende, sondern unsere reine Stirn hoch auf⸗ gerichtet tragen, wie eine edleundunabhängige Nation. Sollten wir selbst sterben, dann müssen wir erst sterben, wenn unsere Pflicht gegen das wackere Schwert erfüllt ist, das uns der osmanische Sultan anvertraute.(Herabrufe von der Tribüne: „Wir werden nicht sterben, wir werden leben, unser Weg ist der ewige Weg des Heils!“
Die Russen, die Niederlage auf Niederlage erlitten haben, durch unsere tapferen Armeen und die unserer Verbündeten, sahen sich genötigt, in der Duma Kundgebungen der Schwäche zu ver⸗ anstalten. Die Staatsmänner in Petersburg, die vor der Gefahr zittern, daß sie des Baltischen und des Schwarzen Meeres ver⸗ lustig gehen, spürten das Bedürfnis, den Fanatismus ihrer Heere zu entfesseln durch die Erklärung, jetzt sei der Augenblick gekommen, Konstantinopel zunehmen und in das offene Meer gin auszufahren. Welche Schwäche angesichts der wirklichen Ereignisse! Die Russen mögen sich beruhigen, die osmanische, die deutsche und die österreichisch⸗ungarische Armee werden in Einig⸗ keit heute wie morgen die Schlachtfelder mit ihrem Blute tränken und die Russen heute wie morgen zerschmettern. Der osmanische Soldat, der Konstantinopel und die Grenze Anatoliens 6 soll sich daran erinnern, daß er gleichzeitig der heldenhafte Ver⸗ teidiger Berlins, Wiens und Budapests ist, ebenso wie die ver⸗ bündeten Soldaten auch die ruhmreichen Verteidiger Konstanti⸗ nopels und Anatoliens sind.
Unsere Feinde verbreiten fortgesetzt die Behauptung, daß sie uns als Preis unserer Neutralität die Unverletzlichkeit unseres Gebietes zugesichert hätten. Denjenigen, die ein Beispiel des Landes zu sehen wünschen, dem Rußland und England die Un⸗ verletzlichkeit seines Gebietes verbürgten, nenne ich Persien. Aber du armes islamisches Land, sei nicht traurig, auch du wirst von dem Joch der Gewaltherrschaft befreit werden!
Konstantinopel, 2. März.(W. B. Nichtamtlich.) In der Kammer verlas der Minister des Innern ein Dekret, durch welches die Kammer bis zum 28. September vertagt wird, wegen der Fortdauer des Krieges, und weil die in der Thronrede als dringend bezeichneten Arbeiten erledigt sind.
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Der deutsche Druck auf die frauzösische Front. Berlin, 3. März. Der Druck der Deutschen auf die französische Front ist, wie verschiedene Morgenblätter auf Grund einer Korrespondenz der„Daily News“ berichten, in den letzten Tagen wieder stärker geworden. Nach der gleichen Quelle steht die Ankunft schwerer engli- scher Artillerie auf diesem Teil der französischen Front bevor.
Die Beschießung von Roye. Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) In dem seit dem 1. Oktober von uns besetzten Roye sind nach der„Ga⸗ zette des Ardennes“ durch französisches Artillerie⸗ feuer unter der Zivilbevölkerung folgende Verluste ein⸗ getreten: Tot fünf Männer, eine Frau und ein Kind; schwerverwundet acht Männer, sieben Frauen und zwei Kinder; leichtverwundet ein Mann und eine Frau. Die Zahl der durch französisches Artilleriefeuer be⸗ K Gebäude beträgt 92, darunter die sehr schöne alte Kirche St. Pierre. Das Rathaus mit der Bibliothek, das Hospital und die Kirche sind unwiederbringlich ver⸗ loren. Das Hospital wurde zerschossen, während zwei Flaggen des Genfer Kreuzes auf ihm wehten.
Der Austausch der Schwerverwundeten. Bern, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Die Beförde⸗ rung der zum Austausch gelangenden deutschen und franzö⸗ sischen invaliden Kriegsgefangenen ist nunmehr end⸗ gültig geregelt. Am Dienstag fährt der erste Zug von Lonstanz nach Lyon bezw. von Lyon nach Konstanz. 1800 französische Schwerverwundete und 800 deutsche Schwerverwundete gelangen zum Austausch. Die geringere Zahl der Deutschen entspricht der geringeren Zahl der deut⸗ schen Kriegsgefangenen überhaupt.
Die vlämische Sprache. Brüsse!l, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Von jetzt ab ist die vlämische Sprache auch im Briefverkehr Belgiens mit Deutschland, den Niederlanden, dem Groß⸗ herzogtum Luxemburg und Oesterreich-Ungarn zugelassen. Aus der italienischen Kammer.
Rom 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Am Schluß der gestrigen Sitzung brachte der— 1 Salandra einen Gesetzentwurf betreffend Maßnahmen für die Ver⸗ ea insi wirtschaftlicher und militäri⸗ scher Hinsicht ein. Die„Tribuna“ sagt: Der Entwu
Vergehen gegen die Konterbande betreffenden Bestimmun⸗ gen fest und sieht Beschräntungen der Preßfreiheit in dem Sinne vor, daß die Veröffentlichung von Nachrichten über militärische Bewegungen verboten ist.
Zürich, 2, März.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ erfährt, ein Besehl des italienischen Friegs⸗ ministers verbietet allen Offizieren, auch den Offizi
a. D. die Mitarbeit an Zeitungen durch kritische Be⸗ trachtungen über die militärischen Operationen des ge⸗ genwärtigen Krieges.
SBB——
Aus dem Reiche.
Die Verkehrseinnahmen der deutschen Eisenbahnen. Berlin, 2. März.(WB. Nichtamtlich.) Die Ver⸗ kehrseinnahmen der deutschen a haben im Dezember 1914 in Prozenten von den Einnahmen im gleichen Monat des Vorjahres im Personenverkehr 79 und im Güterverkehr 96 Prozent betragen. Im November 1914
Blten und ber wasserloser
Besiegung des Feindes zum Ostuser des Suez⸗
beliefen sich die entsprechenden Prozente auf 74 13 und im August 1914 auf 36 0 42. 1 e
5 Berücksichti⸗ erade enthält Maßnahmen gegen Spionage, setzt Strafen für— e
5 8 N zeigen somit eine stetig fort Güterverkehr ist im 2 Vorjahres erreicht worden. 8
3 Hr.
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Berlin, 2. März.(WB. Nichtamtlich) Der Land⸗
tagsabgeordnete v. Schenckendorff ist gestern abend gestorben.
Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser
bewilligte dem Zentralkomitee vom Roten Kreuz für Zivil- und Militärgefangene in Frankreich den Betrag von 50000 Mark.— Von dem Deutschen Lokomotiv⸗ . sind l e„ Kriegsfürsorge gesammelt und der Kaiserin zur estellt n Majestät hat davon 20000 Mark dem Zentralkomitee des Vereins vom Roten Kreuz für Zwecke der Kriegsinvalidenfürsorge überwiesen. a.
Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Im verstärk⸗ ten Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses erörterte der Minister für öffentliche Arbeiten die nutzung der Wasserkräfte am Main zur Gewinnung von elek⸗ trischem Strom die von erheblicher Bedeutung sei. Sie würden etwa 24 Millionen Kilowattstunden ergeben. Da⸗ durch würde auch für elektrischen Strom eine ndung mit der Weser und der Gegend um Bremen hergestellt werden können. Verhandlungen hierüber seien im Gange. 85 2 Inundation der 3 1.— iege der Prüfung.— Zur Spra am auch die Herstellung des Ostkanals und die Verhältnisse an dem im Bau befind⸗ lichen masurischen Kanal. Die Kosten für den Bau des Ost⸗ kanals würden 106 Millionen und die jährlichen Unterhal⸗ tungskosten 600 000 Mark betragen.— Aus dem Ausschuß wurde darauf hingewiesen, daß der Ostkanal für die pro⸗ vinzielle Elektrisierung von Ost⸗ und eußen von Be⸗ deutung sein könne. Dabei wurde die Elektrisierung in Pom⸗ mern erwähnt, worin 70 bis 80 Millionen Mark Kapital in⸗ vestiert seien und die sich glänzend bewährte.— Eine Bau⸗ rate für den Neubau des Königlichen Opernhaufes in Berlin ist in den Etat für 1915 nicht ein llt.
München, 2. März.(WTB Nichtamtlich.) Reichsschatz⸗ sekretär Dr. Helfferich ist heute nachmittag 5¼ Uhr nach Stuttgaxt abgereist. 5
Heer und Flotte.
Berlin, 2. März.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Wili⸗ tär⸗Wochenblatt“ meldet: Angestellt sind die Prinzen des Osmanischen Reiches, Kaiserliche Hoheiten: W. dul Rahim Hairi, Major der türkischen Feldartillerie, als Leutnant à la suite des zweiten Garde⸗Feldartillerie⸗Regi⸗ ments, Abdul Halim, Major der türkischen Infanterie, als Leutnant à la suite des Garde Schützen⸗Bataillons und Osman Fuad, Oberleutnant der türkischen Kavallerie, als Leutnant à la suite des Leib⸗Carde⸗Husaren⸗Regiments. Die⸗ selben sind vom 1. Mai 1915 ab bis auf weiteres zur N bei den betreffenden Ersatztruppenteilen zuge⸗ lassen.
Berlin, 2. März. Der„Reichsanzeiger“ meldet: Dem General der Infanterie Riemann, Führer des achten Armeekorps, sind die Schwerter zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub und Stern, dem Generalleut⸗ nant Flick, Führer des achten Reservekorps, die Schwer⸗ ter zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaub, dem Generalobersten von Einem gen. Rothmaler, Ober- befehlshaber der dritten Armee, die e zum Stern und das Kreuz der Komture des königlichen Hausordens von Hohenzollern, dem Korvettenkapitän Hu⸗ mann, Kommandanten des Spezialschiffes„Loreley“, das Kreuz der Ritter des Hausordens verliehen worden.— Der Staatssekretär des Reichsschatzamtes, Hel A ist zum Staatsminister und Mitglied des Staatsministe 8 ernannt worden.
Aus Stadt und Cand. Gießen, 3. März 1915. Kriegsküche.
Von Herrn Geh. Hofrat Prof. Dr. Fromme der im Kreise Gießen zusammen mit der Haus wirtschaftslehrerin Frl. Hof seit einiger Zeit auf Veranlassung und mit Unter⸗ stützung der Regierung eine ausgedehnte Vortragstätigkeit in Sachen der Volksernährung im Kriege entfaltet, erhalten wir folgende, der aufmerksamen Beachtung dringend zu empfehlende Zuschrift:.
An dem Tag, an welchem die Haushaltungs⸗ listen in unserer Stadt verteilt werden, welche die Gründ⸗ lage für eine gerechte Verteilung von Brot und Mehl bilben sollen, erscheinen einige Betrachtungen über— küche wohl am Platze. Unsere Bevölkerung hat zum gro Teil noch nicht das richtige Verständnis für den Ernst der Nahrungsmittelfrage, für die Ernährung unseres Volkes während der Dauer des Krieges. Der Ernst der Lage wird den meisten Leuten wohl erst dann zum vollen Be⸗ wußtsein kommen, wenn ihnen der Brotkorb behördlicher⸗ seits etwas höher gehängt wird, d. h. wenn, wie das in vielen Städten bereits geschehen ist, die Brotkarten Einführung gelangen. Dann heißt es, das gewohnte Brotessen gewaltig einschrän und an Stelle der be⸗ liebten Mahlzeit, bestehend aus Kaffee, Brot und 8 die in geringeren Kreisen stark— tet ist, gekochte Speisen zu Die Zutaten zu diesen sind aber auch anders zu wählen, als in Friedenszeiten— und das will gelernt sein. Es ist deshalb für nötig er⸗ achtet worden, besondere Kriegskochkurse einzurich⸗ ten, in denen die Herstellung schmackhafter— mit
enigen Nahrungsmittel, an enen wir nicht knapp sind, gelehrt werden soll. Von solchen Kursen haben in der Alice⸗Schule in der ver⸗ gangenen Woche bereits zwei stattgefunden, einer für Be⸗ mittelte, der andere für Unbemittelte. In der laufenden Woche finden wieder zwei statt, aber während die ersten voll besetzt waren, ist das bei denen dieser Woche schon 18 5 mehr der Fall, so daß die Fortsetzung der Kurse zweifel⸗ haft ist. Nach den bish 1 Erfahrungen scheint es, daß
das Interesse für die wichtige Frage unserer Volksernäh⸗ fter ist, als in der iligung der Land⸗
rung auf dem Lande lebhaf Stadt Gießen. Nicht nur ist die
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„Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!“
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