Die Bukowina völlig gesäubert! Berlin, 26. Febr. Einer Bukarester Depesche der „Köln. Ztg. zufolge sind nach lebhaften mehrtägigen Ar⸗ tilleriekämpfen in der Gegend von Bijan, welche sie stark befestigt hatten, die Russen trotz ihrer zahlenmäßigen Uuoeberlegenheit aus ihren Stellungen vertrieben worden. Seie hätten sich ftuchtartig 20 Kilometer jenseits des Pruth zurückgezogen. Hierdurch sei der letzte Widerstand der Russen gebrochen. Die Bukowina sei völlig von den Russen gesäubert. General Pau in Bukarest.
Bukarest. 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) General Pau wurde bei seiner Ankunft von Vertretern der Kulturliga und der nationalen patriotischen Altion sowie von Vertretern mehrerer ru⸗ manischer Vereine empfangen Filipesku begrüßte den General mit einer kurzen Ansprache. Pau ist in der französischen Gesandt⸗ schaft abgestiegen.
Die türtisch⸗russischen Kämpfe.
Konstantinopel, 25. Febr.(W. B. Nichtamtlich. „Agence Milli“ erhielt von ihrem auf dem Kriegsschauplatz am Schwarzen Meer eingetroffenen Berichterstatter folgendes Tele- gramm: Die Kämpfe, die in der Umgebung von Bortschcha, nördlich von Artwin, seit einigen Tagen ausgefochten werden, haben mit einem vollen Erfolg der türkischen Truppen ge⸗ eendigt. Diese besetzten nach einem von Tschorokprue unternommenen 10 Angriffe wichtige Punkte. Die Russen erlitten schwere Verluste * und ergriffen die Flucht. Russische Offiziere mußten zur An— wendung von Gewalt schreiten, um die Flüchtigen zurückzuhalten, was beweist, wie tief die Moral der russischen Truppen gesunken ist. N Das Eiserne Kreuz an Euver Pascha.
Konstantinopel, 26. Febr.(Ctr. Frkst.) Der Kaiser verlieh dem Kriegsminister Enver Pascha das Eiserne Kreuz. Enver dankte dem Kaiser telegraphisch in wärmsten Worten. (Frkft. Ztg.) f f
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7 Die Lage an der Yserfront.
* Berlin, 28. Febr. Aus Nieuport wird dem Berl. „Lol.⸗Anz.“ über Amsterdam gemeldet: Die Deutschen entwickeln an der Yserfront eine lebhafte Tätig⸗ keit, besonders bei Nieuport, Lombartzyde und Apern, und an den Punkten, an denen die Ueberschwemmung am geringsten ist. An den Stellen, die stark unter Wasser stehen, könnten beide Parteien sich nur unter verhältnismäßig großen Opfern zu einem Angriff vorwagen, aber an der Grenze des Ueberschwemmungsgebietes nehmen die Ver- bündeten sehr starke Artilleriestellungen ein und hinter der Front erstreckt sich eine zahlreiche Reihe von stark be⸗ festigten Laufgräben. Die Plätze hinter der belgischen Grenze seien dermaßen befestigt, daß ein allgemeiner Vor⸗ marsch Zehntausender durch wenige Tausend aufgehalten werden könnte.— Der Korrespondent besuchte Ypern, wo gerade einige gefangene Bayern ein⸗ gebracht wurden. Er fragte einige Soldaten nach ihrer Meinung über den Krieg.„Soldaten haben keine Meinung“, war die lakonische Antwort,„wir marschieren dahin, wohin ir kommandiert werden.“.
2 Zum Luftangriff auf Ostende.
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London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Reuter meldet boffiziell, daß seit dem Luftangriffauf Ostende drei Flieger
Die
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Calais erneut zur Luft angegrissen.
8 Kopenhagen, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Ber⸗ linsle Tidende“ meldet aus Paris: Calais ist von einem deutschen Luftschiff erneut angegriffen wor⸗
den. Die Bomben verwundeten einige Personen; der ange⸗ .— Materialschaden ist jedoch gleich Null.— Die bei dem er Luftangriff zerstörte Eisenbahnlinie ist wieder her⸗ gestellt und der Bahnverkehr vollzieht sich wieder ungestört.
Der amtliche frauzösische Bericht.
.** 15—. e 5 Bericht vom ar, r nachmittags: Es ist nichts wichtiges seit dem Bericht vom 23. Februar abends zu melden, außer einigen
glücklichen Aktionen unserer Truppen bei Auberive⸗sur⸗Suippe und neuen Fortschritten nördlich Perthes.
AMUMumtlicher Bericht vom 24. Februar, abends 11 Uhr: Zwischen der Lys und der Aisne herrschten zuweilen ziemlich lebhafte Ar⸗ Kulleriekämpfe, die alle für uns günstig ausliefen. In der Cham⸗ pagne nördlich Lemesnil erzielten wir neue Fortschritte, und warfen mehrere Gegenangrisse zurück. Unsere Artillerie brachte auf den Maashöhen mehrere deutsche Batterien zum Schweigen. 9 2 2 0 3 W
in Eparges und die Hö eindlichen Verluste. Au dem er kleinen Teil der Front, den wir eroberten, fanden wir
bereits über vexloren zwei
600 deutsche Tote; nach der Aussage von Gefangenen durch unsere Artillerie aus ihren Stellungen ver⸗ triebene Regimenter über 3000 Mann, das ist über die Hälste ihres Veiaubes Im Brüls⸗Wald bei Aprémont rückten wir vor. Aus Paris.
(WTS. Nichtamtlich.) Meldung der gen angenen Nacht überflogen achtfran⸗ 5 e euge Paris zu verschiedenen Stunden in einer diurchschnittlichen öhe von 1200 Metern. Nachtflüge zur Vertei⸗ * digung der Stadt finden jetzt regelmäßig statt.
5 5 Die Kämpfe bei Wirballen. Aus dem Großen Hauptquar⸗
Paris, 25. Febr. Agence Havas. In der v
1 S n br, tier wird uns über die Kämpfe bei Wirballen am eben: Unter den größten Anstrengungen,
r geschri welche die tief verschneiten Wege verursachten, des Generals von Lauenst ein am 9. Februar an den Feind erangekommen und warfen diesen in leichten Kämpfen aus dem Schureller Forst hinaus Wie aus erbeuteten russischen Befehlen hervorgeht, glaubte der Gegner, sich vor dem deutschen Ansturme in die bereits wohl vorbereitete und stark befestigte Stellung Vill⸗ lallen Stallupönen zurückziehen und sich dort behaupten zu tönnen; aber der starle Flankendruck, den die deutsche Offensive ausübte, 3 d 10 den Feind zum Aufgeben dieses Planes und veranlaßte ihn, nach der dritten gleichfalls vorbereiteten Stellung südlich Wir⸗ ballen zurückzuziehen. Es waren 1½ russische Divistonen, die sich am Nachmittag des 10. Februar dort einfanden und in Eydtkuhnen, . und Wirballen zur Ruhe übergingen. Obwohl man von dem Anmarsch der deutschen Kräfte wußte, hielt man es für 5 enn daß die Deutschen bei dem herrschen⸗ dien Schueesturm an diesem Tage noch herankommen könnten. 2 Man wiegte sich derart in Sicherheit, daß man sogar auf das Ausstellen irgendwelcher Sicherungsposten gänzlich, verzichtete; nur so konnte es kommen, daß die Angreifer, die sich durch die Naturgewalten nicht aufhalten ließen, noch am 10. Februar an die russische Unterkunft herankämen, aller- dings nur mit Infanterie und einigen Geschützen, denn alles übrige war in den Schneewehen stecken geblieben. Es war abends, als Cydtkuhnen, und Mitternacht, als Wirbal⸗
waren die Truppen
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rals von Lauenstein ganz unerwartet ein ausgezeichnetes Nacht⸗ quartier. Die übrigen Züge waren mit einer großen Menge Hafer, ausgezeichneten Konserven, sehr viel Schokolade sowie Stiefeln und Pelzwesten in großer Zahl beladen. Jeder berittene deutsche Soldat war imstande, eine Pelz weste an sich zu nehmen. Augen⸗ blicklich noch wichtiger war aber für die seit zwer Tagen auf eiserne Portionen angewiesene deutsche Truppe die Erbeutu g von 110 russischen Feldküchen, die fast durchweg mit warmem Essen gefüllt waren. Man kann sich den Jubel unserer liegreichen Truppen vorstellen, als diese Beute in ihre Hände iel. Es war augenblicklich der schönste Lohn für die junge Truppe, die an diesem Tage teilweise zum ersten Male ins Gefecht gekom⸗ men war und sich glänzend geschlagen hatte.
f Sächsische Tapferteit.
Dresden, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) An den Kämpfen in Polen nördlich der Weichsel nimmt auch das sächsische Landwehr-Insanterie-Regiment Nr. 101 unter der Führung des Obersten Grafen Pfeil hervorragenden Anteil. Zwischen dem König von Sachsen und dem Kaiser fand hierüber am 22. Februar ein Telegramm⸗ wechsel statt. Das Telegramm des Kaisers lautet: a
„Ich freue mich, Dir mitteilen zu können, daß ich Deinem Landwehr⸗Infanterie-Regiment Nr. 101 meine Anerkennung für seine in den Kämpfen an der Wkra bewiesene Tapferkeit aus⸗ gesprochen habe« Gez. Wil helm.“
Hierauf hat der König dem genannten Regiment tele⸗ graphisch nachstehende 1 ausgesprochen:
„Zu meiner großen Freude hat das Regiment durch den Kaiser warme Anerkennung für seine Tapferkeit in den Kämpfen an der Wkra gefunden. Dieser erneute Gnadenbeweis soll für das Regiment ein Ansporn sein, stets Schulter an Schulter mit den anderen deutschen Truppen seine Pflicht zu tun. Mit freudigem Stolz spreche ich meinen braven, alten Grenadieren zu ihrer mannhaften, der alten sächsischen Tradition entsprechenden Hand⸗ lungsweise meinen Dank und meine volle Anerkennung aus. Gez. Friedrich August.“ * 1*
Aus Deutsch⸗Südwestafrika. London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reutersche Bureau meldet aus Garub in Deutsch⸗Südwestafrika: Ge⸗ stern abend warf ein Flugzeug vier Bomben auf britische Truppen — Ein Offizier und fünf Mann wurden verwundet. Das lugzeug wurde beschossen, entkam aber.
Lebensmittelnot in Italien. Berlin, 25. Febr.(Priv.⸗Tel.) Das„Berl. Tagebl.“ meldet aus Rom: Als der Brotpreis in Neapel, der bereits 50. Centesimi beträgt, gestern wieder erhöht werden sollte, zogen 1500. Streikende schreiend vor das Rathaus und zwangen die meisten Fabriken, sofort die Pforten zu schließen.
Chinesisch⸗japanische Verhandlungen.
London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In Ueber⸗ einstimmung mit den truktionen aus Tokio nahmen, wie die„Times“ aus ing erfährt, der japanische Ge⸗
sandte und der erste Sekretär am Montag die Verhand⸗
lungen mit dem chinesischen Minister des Aeußern und dem Vizeminister über die japanischen Forderungen wieder auf. Da es nicht möglich war, die Chinesen zur Annahme sämtlicher einundzwanzig Forderungen zu bewegen, be⸗
n die Japaner mit einer Besprechung der Schantung⸗ rage. Die Chinesen machten den Japanern Gegen⸗ vorschläge und verlangten Abänderungen, die Japaner bestanden jedoch auf der Annahme der unsprünglichen For⸗ derungen. Die Konferenz blieb erfolglos und wurde vertagt.
Aus Indien.
London, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung der„Central News“ aus Kalkutta drangen am 22. Februar Banditen in das Geschäft eines Reis⸗ händlers ein, erschossen ihn und stahlen 1333 Pfd. Sterling. Der Kraftwagenführer, der sich weigerte, sie in Sicherheit zu bringen, wurde ebenfalls erschossen. Bisher wurden keine Verhaftungen vorgenommen.
Aus dem schwedischen Parlament.
Stockholm, 25, Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der Z wei⸗ ten Kammer bat Lindhagen um die Erlaubnis, den Minister des Aeußeren darüber zu interpellieren, ob der Reichstag nähere Mit⸗
erwarten könne, und ob die schwedische Regierung allein oder zu⸗ sammen mit den übrigen skandinavischen Regierungen Schritte zu unternehmen beabsichtige, um bei Schluß der Weltkrise im Interesse Schwedens wie aller anderen Völker für eine vernünftige Rechtsordnung innerhalb der menschlichen Gesellschaft aufzutreten.
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Aus dem Reiche.
Wirtschaftliche Beschlüsse des Bundesrats. Berlin, 25. Febr.(WTB. Amtlich) In der heutigen Sitzung des Bundesrates gelangten zur Annahme: Der Ent⸗ wurf einer Verordnung betreffend die Zulassung von Kraftfahr⸗ zeugen zum Verkehr auf öffentlichen Wegen und Plätzen; die Aenderung der Bekanntmachung über die Sicherstellung von Fleischvorräte vom 25. Februar; der Entwurf von Ver⸗ ordnungen über Höchstpreise für Futterkartoffeln usw.; die Vorlage betr. die Erhöhung des Kontingents der Zündwaren⸗ fabriken; die Vorlage betr. den Wochenmarktverkehr; die Vorlage betreffend das Verbot von Mitteilungen über die Preise von Wertpapieren usw. 1 a Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die H ö ch st⸗ preise für Futterkartoffeln, für die Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei und der Kartoffelstärkefabrikation wesentlich er⸗ 2 und gleichzeitig für den Absatz dieser Erzeugnisse durch die
rockenkartoffel⸗Verwertungsgesellschaft erweiterte Vorschriften er⸗ lassen. Infolge des Futtermittelmangels, der durch die Beschlag⸗ nahme des Hafers jüngst besonders scharf geworden ist und infolge der starken Steigerung der Futtermittel preise, ist die Kartoffel zur⸗ zeit gegenüber den übrigen Futtermitteln unperhältnismäßig billig. Daher sehen rechnende Landwirte davon ab, ihre Kartoffeln zur Kartoffeltrocknerei oder zur Stärkefabrikation zu verwenden, sondern verfüttern sie an ihr Vieh. Um dem entgegenzuwirken, erhöht der Bundesrat die Höchstpreise für Futterkartofseln und Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei, sowie der Kartoffelstärkefabrikation bei den Pro⸗ duzenten auf 35 Mark für den Doppelzentner Kartoffelflocken und 48 Mark für den Toppelzentuer Kartoffelstärke, wodurch den Be⸗ trieben die Wirtschaftsmöglichkeit erhalten wird, auch wenn sie Tabrikkartoffeln zum Preise von etwa 30 Mark erwerben müßten. Der Kartoffeltrocknungs⸗Gesellschaft m. b. H. ist jetzt der Allein⸗ vertrieb sämtlicher Kartoffelstärke und von Kartoffelstärkemehl über⸗
5 len überfallartig angegrissen und erstürmt wurde. Auf der Chaus⸗
— worden. Sie erhält damit auch die Pflicht, die Stärke ver⸗
4 f„wie die Textilindustrie, in entsprechendem Umfange unter Mitwertung dor Socher ben Noname vnd
teilungen über die Königszufammenkunft in Malmö
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N 9, die Preise aaf eren Stand zurückzuführen, der zwar den Schweinehaltern mit Rücksich auf die Preissteigerung der Futtermittel einen angemessenen Ge⸗ winn gewährleistet, aber doch den finanziellen Schwierigkeiten de: Gemeinden Rechnung trägt und einer übermäßigen Verteuerung der Fleischnahrung für die Bevölkerung vorbeugt. Den zur Ex⸗ reichung dieses Erfolges von verschiedenen Seiten angeregten Vor⸗ schlag allgemeiner Höchstpreise macht sich die Bundesratsverordnung nicht zu eigen. Es kann abgewartet werden, ob die. Weiterentwick⸗ lung der Marktverhältnisse zu einer so einschneidenden Maßnahme dräugen wird. Der Bundesrat hat aber das Bedürfnis zu einer Preisfestlegung für den Enteignungsfall als Mittel zur Ausübung eines Druckes zur Verminderung des Schweinebestandes insoweit auerkannt, als von der Ent ignung Schweine bis zu 100 Klogramm Lebendgewicht betroffen werben sollen, da gerade die Schweine der unteren Gewichtsklassen zum Zweck einer höheren Gewinnerzielung vom freihändigen Verkaufe zurückgehalten werden, während zur Sicherung des Brotgetreides und der Kartoffelvorräte ihre Ab⸗ schlachtung besonders dringlich ist. Als Richtpreise im Ueber⸗ nahmeverfahren sind daher Beträge festgesetzt, die nach Preis⸗ gebieten und Gewichtsklassen abgestuft sind, und bei deren Er⸗ wittelung die Preise an den beiden letzten Hauptmarkttagen im Januar 1915 des Marktes und des städtischen Viehhofes in Berlin als Anhalt genommen sind Die Marktpreise für die Schweine böherer Gewichtsklassen dürften sich dann ohne behördliche Maß⸗ nahmen von selbst in entsprechender Weise regulieren.
Ein Telegramm Hindenburgs.
Hannover, 25. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Auf das Danktelegramm an den Generalfeldmarschall von Hinden⸗ burg ist nachstehende Antwort an den Präsidenten des Hannover⸗ schen Provinziallandtages eingegangen:„An den Kammerherrn von Pestel: Ew. Hochwohlgeboren und dem Provinziallandtag danke ich herzlich für die an mich gerichteten, mich hochehrenden Worte. Meine braven Truppen werden weiter ihre Schuldigkeit tun, bis uns mit Gottes gnädiger Hilse ein ehrenvoller Frieden. beschieden ist. Dann will ich dankbaren Herzens meinen Le⸗ beusabend in dem lieben Hannover verbringen, von dessen tapferen Söhnen zu meiner Freude so manche unter mir kämpfen. Feldmarschall von Hindenburg.“
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Aus Stadt und Cand. f 5 Gießen, 26. Februar 1915.
Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) f - Landwehrmann Karl Armbrust, Landwehr⸗Ind⸗Ngt. 116 — Offiz.⸗Stellv. Lehrer Peter Heß, Juf.⸗Rat. 148, aus Michelau — Landwehrmann Jof. Bechtold, Res.-Inf.⸗Rat. 80, aus Offen- bach.— Major und Bat.-⸗Kommandeur Ernst Müller, Res.⸗ Inf.⸗Rgt. 221, Offenbach a. M.— Kriegsfreiw. Willi Kaiser, Res.-Jul.⸗Rat. 221, aus Offenbach a. M.— Ersatz⸗Res. Wilh. Theiß, Landw.⸗Agt. 113, aus Leun.— Landwehrmann Wilhelm indolf, Inf-Rgt. 140, aus Wetzlar. 5 * 2„ Auszeichn ung. Leutnant der Landw. Ferdinand Lenz aus Gießen, Res.⸗-Juf-Rgt. Nr. 201, wurde mit dem Cisernen Kreuz ausgezeichnet; es wurde ihm vom komman⸗ g dierenden General persönlich überreicht. f
* Gegen die Schwätzer. In den letzten Tagen konnte man wieder einmal die bedauerliche Wahrn⸗. machen, daß alle Mahnungen den Miesmachern das Hand⸗ werk noch nicht gelegt haben. Allen Gefühls für persönliche Würde und Disziplin bar haben einzelne Schwätzer wieder die tollsten Gerüchte in der Stadt umhergetragen. Bei Mpern sind die Engländer durchgebrochen! Bei Reims haben wir eine schwere Schlappe erlitten, bei Maßiges— es köunte auch Verdun sein— 10000 Gefangene an die Fran⸗ zosen verloren! Die Versenkung des englischen Transport⸗ schiffes muß den Miesmachern zu folgender Verdrehung herhalten: Das Schiff ist und bleibt versenkt, aber die 2000 Menschen an Bord waren keine englischen Soldaten, sondern ausgerechnet„deutsche Verwundete“! Mancher mußte sich sogar, wenn er solchem Geschwätz mit dem nötigen Nachdruck entgegentrat, gefallen lassen, als Beleidiger des Betreffenden gestempelt zu werden. Wir erhielten mehrere Zuschriften, die sich mit der Angelegen⸗ heit befaßten. Folgende Aeußerung des Stadtv Dr. Ebel, die 5 Wort für Wort unterschreiben, sei hier wieder⸗ gegeben: N
„Ist es denn so schwer zu begreifen, welch schnöde Undankbarkeit gegen unser tapferes Heer in dieser„Mies⸗ macherei“ liegt, und wie sehr dieses Gewäsch auf die Stim⸗ mung unseres jungen Ersatzes, der vor dem Ausmarsch steht, drücken muß?! Denkt denn keiner von den Schwätzern an die nl Aufregung, die er in der Stadt und ganz besonders bei den Angehörigen unserer im Felde stehenden Truppen mitverursacht? Ein derartiges Treiben ist nicht mehr mit Dummheit zu entschuldigen, nachdem alleut⸗ halben auf seine Gefährlichkeit öffentlich aufmerksam ge⸗ macht worden ist. Es ist mehr als Dummheit, es ist eine Gewissenlosigkeit, ein Verbrechen an unserem Volk, das jetzt so Schweres zu tragen hat. Und jeder Verbreiter eines falschen Gerüchtes, selbst wenn er es als unglaubwürdig bezeichnet und in welcher Form auch immer er es nacherzählt, macht sich mitschuldig. Ich wende mich an alle anständig gesinnten Mitbürger mit der dringenden Bitte, solchen gemeingefährlichen Schwätzern energisch entgegenzutreten, sie gegebenenfalls dem Staatsanwalt anzuzeigen, damit sie der gebührenden Strafe nicht entgehen. Wir haben während des ganzen Feldzuges gelben ⸗ daß wir uns auf die amtlichen Berichte unserer obersten Heeresleitung ver⸗ lassen können. Sie allein sind für die Beurteilung der je⸗ weiligen Lage maßgebend.“ 5
* Militärische Vorbereitung der J Das Großh. Staatsministerium gibt in einem Run — 22 8* 1 0*—
ara daß e im staatlichen Di eschäftigten
bange Nee Bureaubedienstete und Aubelter vom 16. sjahre an, an der militärischen Vorberei⸗
tung der Jugend teilnehmen. Diejenigen bei den Be⸗
jetzt noch
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hörden beschäftigten jungen Leute, die sich bis keiner Jugendwehr angeschlossen haben, sind anzuhalte
sich baldigst bei der örtlichen Geschäftsstelle der Jugend⸗ wehr anzumelden und regelmäßig an den 5
leidet, sollen die Uebungen an Wochentagen, f. Jahreszeit dies gestattet, mögli nach Ihen Amtsstunden 1
nehmen. Damit der Geschäftsbetrieb der e. der
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