genannten Orten zu stören. Die Uebung begann pünktlich um 4 Uhr
und endete um /46 Uhr. Die Jungmannschaften nahmen ihren Auf⸗ trag sehr ernst und achteten keine Anstrengungen und Schwierig⸗ keiten. Beide Parteien lösten ihre Aufgaben in befriedigender Weise. en prächtigen Anblick bot es, wie die Reis irchener Jungmann⸗ ft in prächtig entwickelter Schützenlinie den in fester Stellung benden Feind angriff und diese Stellung im Sturmangriff zu nehmen versuchte. Unter klingendem Spiel und Gesang ging es dann der Heimat zu.— Am Mittwochabend unterrichteten die Herren Müller und Noll über Kriegsbrückenban und Feld⸗
e Leutnant d R. Griesbauer schilderte in fes⸗
er, die Jugend begeisternder Weise den Auszug des„Bisch⸗ er“ Regiments(222. und seine Erlebnisse und Eindrücke aus Belgien und Nordfrankreich. 5
die Kriegskochkurse in der Aliceschule wurden am Dienstag Morgen und Abend eröffnet und er⸗ freuen sich eines starken Besuchs. Am nächsten Dienstag
len zwei neue Kurse beginnen, der eine um 8½ Uhr für Bemittelte(Honorar 6 Mark), der andere um 6 Uhr für Un⸗ bemittelte(Honorar 1 Mark). Beide umfassen vier halbe Tage. Anmeldungen werden bis zum Montag Steinstraße 10 8 enommen, das Honorar ist bei der Anmeldung zu entrichten.
Die Men der Familienunter⸗ stützungen für die Zeit vom 1. bis 15. März an die An⸗ gehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet Montag, den 1. März, Dienstag, den 2. März, Mittwoch, den 3. März, Donnerstag, den 4. März 1915, vormittags von 8—1 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, statt.
e Unterseeboote. Die Schärfe des Weltkriegs hat den Gipfel erreicht, und die Augen aller Kriegführenden und der Neu⸗ 2 sind auf die englischen Gewässer gerichtet, wo deutscher
ldenmut mit den modernsten Hilfsmitteln des Seekriegs Tag für l den furchtbaren Ernst des Kampfes vor Augen ührt, den es selbst heraufbeschworen hat. Der Untersee⸗
boftkrieg gegen unsern bittersten Feind nimmt die Spannung des Inlands bei weitem am stärksten in Anspruch, deshalb war es um verwunderlich, daß sich gestern abend die Neue Aula dem ndrang des Publikums gegenüber als viel zu klein erwies, wo
auf Veranlassung des Flottenvereins der Direktor der Navigations-
4 85 in Lübeck, Prof. Dr. Schulze, über unsere U-Boote einen sesselnden Vortrag hielt. Oherbibliothekar Dr. Heuser begrüßte in Eigenschaft Ortsgruppe
als Vorsitzender der hiesi des Flotten vereins die zahlreiche Versammlung. Per Abends gab
Redner des dann mit der ruhigen Sachlichkeit des Fachmanns
einen auch für den Laien durchaus verständlichen Ueberblick über
scheidenen Mitteln in deutschen Gewäß
8— Nordenfelt. Den militärischen Wert der U-Boote erkannte
J
ö
5
Hauptsache um Erz für Kriegszwecke
man erst spät. Frankreich zog zuerst daraus die Folge⸗ rungen. 1 begann De„der neuen Waffe seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, dann aber auch mit deutschem Er⸗
zu findergeist und deutscher Tatkraft. Der Redner Leben an Bord der U-Boote, ihre technischen—— die
zu erwehren versucht. pin 1 waren in mancher Hin urch milittrische Nücksichten Grenzen gezogen. Der Schleier, der Über iesen deutschen Marine, über i Möglichkeiten Redner vorbringen 5 a gewürzte, von guten Lichtbildern verständlich
Die„russische Invasion“. Seit der Zeit vor 100 Jahren haben das Hessen⸗ und das Nassauer Land 1 eine solche Fülle von russischen Soldaten gesehen, als gerade in diesen Tagen. Während damals die Kosaken als liierte die Heimat durchschwärmten, ziehen sie heute als gefangene in die Lager von Wetzlar, Niederzwehren, urg, Gießen, Griesheim und Bad Orb ein. Fast jedes Lager erhielt 2000 bis 3000 Leute. Lauter„alte“ Burschen, die Hindenburg schon bei Tannenberg fing und die bis jetzt in ostdeutschen Lagern sich an deutsche Ordnung
„nun aber den frischen Gefangenen von masurischen Feldern Platz machen. Die vier Monate Aufenthalt in Deutschland haben die„nassauischen“ und „hessischen“ Russen schon der Kultur recht nahe gebracht. Die Leute sind sauber, hübsch geschoren, manierlich, sie sind, was sehr wichtig ist, läusefrei, von Krankheiten frei und radebrechen auch schon ganz flott deutsch. Alle die graue russische Uniform, viele sogar dünne Drellhosen. Charaktertöpfe wie bei den Franzosen sind sehr, sehr selten. Im übrigen aber sind diese Menschen froh, daß sie bei den „Daitschen“ sind, die Brot und Tabak haben.
* Gewerkschaft Gießener Braunsteinberg⸗ werke. Durch den Ausbruch des Weltkrieges ist die sonst be⸗ deutende von Manganerde aus dem Ausland unter⸗
Zufuhr bunden. Infolge davon liegen bei der Gewerkschaft Gieße⸗
ner Braunsteinbe bedeutende Lieferungs⸗
ses Material vor, die wegen M
aufträge fü angel 5 a len(es sind von der Belegschaft 400 der tüch⸗
tigsten Leute zum
ere einberufen) nicht erledigt werden können. Da es ach dei den 1 25
vorliegenden l in der
lt, soll der Ver⸗ such t werden, Gefangene, Belgier und Nord⸗Franzo⸗ sen, im Werk zu beschäftigen und zwar wird man Arbeits⸗ kräfte überwiesen erhalten, welche im Bergbau keine Neu⸗
1 linge sind.
* Vom hohen Vogelsberg Die Schibahn
* dem Hoherodskopf ist jetzt ausgezeichnet. Im Wald Schnee.
über 1 Meter hoch Landkreis Giesen.
3„euchelheim, 25. Febr. Der hi f i eee
c * 2 5 5
U 1 2 2* AAreis Büdingen.
h Büdingen, 25. Febr. Unter dem Vorsitz des Schneider ⸗ meisters d. Roth Büdingen hat sich hier eine„Freie Schneider Innung für den Kreis Büdingen“ ge⸗ bildet. Die Veremiqung verfolgt in erster Linie vorlaufig den Zweck, ihren Mitgliedern Arheitsgelegenheit durch Miluärlieferungen
zu verschaffen. 1 Kreis Schotten.
J Schotten, 26. Jebr. An der diesjährigen Abschluß⸗ prüfung der hiesigen Realschule, welche am 20. Februar unter dem Vorsitz des Geh. Overschulrats Block stattsand, beter ligten sich 7 Schüler und 1 Schülerin. Vier davon konnten von der mündlichen Prüfung gänzlich und einer teilweise befreit werden. Auch die übrigen bestanden die Prüfung sämtlich.
Kreis Friedberg.
Butzbach, 26. Febr. Die hiesige Kaserne, die bisher als Reservelazarett benutzt wurde, ist geräumt worden, da am 1. März das zurzeit auf dem Truppenübungsplatz Darmstadt unter⸗ gebrachte Rekrutendepot des Reserve⸗Insanterie⸗Regiments Nr. 81 nach hier verlegt wird. Das Schulhaus in der Langgasse, das der Lazarettverwaltung unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, der kleine Saal im Hessischen Hofe, der Saal des Taunus⸗ hotels und die Räume eines Teiles zweier Hofreiten wurden von der hiesigen Lazarettverwaltung als Ersatz der Kaserne zu Laza⸗ retten eingerichtet. 0
Starkenburg und Rheinhessen.
m. Darmstadt, 26. Febr. In der gestrigen Stadt⸗ verordnetensitzung wurden nach einem Vortrag des Ober⸗ bürgermeisters und darauf folgender eingehender Aussprache die Einführung der Brotkarten gutgeheißen und die hier⸗ bei beantragten Vorschriften zur Regelung des Verbrauchs von Mehl und Backwaren genehmigt. Die Vorschriften richten sich im allgemeinen nach den bundesratlichen Bestimmungen und setzen weiter fest, daß nur Einheitsbrote gebacken werden dür⸗ fen und zwar a) sog. Kriegsbrot mit höchstens 30 Prozent Weizen⸗ mehlzusatz und mindestens 10 Prozent Kartoffelmehl. b) Weißbrot mit höchstens 85 Prozent Weizenmehl und 15 Prozent Roggen⸗ mehl. Das Verkaufsgewicht muß bei dem Kriegsbrot 24 Stunden nach Fertigstellung vorhanden sein. Das Backen von Milchgebäck ist verboten, Kuchen dürfen nur einmal und zwar am Samstag gebacken werden. Die Herstellung von Schrotbrot und Zwieback ist gestattet. Die Abgabe von Brot und Mehl ist nur gegen Brot- karten gestattet. Auf jeden Kopf der Bevölkerung entfallen nach Wahl für je vier Wochen 8 Kilogramm Brot, oder 6 Kilogramm Mehl oder 7,2 Kilogramm Weißbrot. Jeder Haushaltungsvorstand, sowie jede gemeldete Einzelperson erhält eine Ausweiskarte und hiergegen die sog. Brotkarte, auf welcher die eigentlichen Brotmarken angefügt sind, welche gegen Aushändigung der Backwaren, Mehl usw. abgegeben werden müssen. Karten und Marken sind nicht übertragbar. Die Karte wird jeden Monat in neuer Farbe frisch ausgestellt. Die Brotmarken dürfen nicht bor dem aufgedruckten Zeitpunkt verwendet werden. Die Vorschriften treten mit dem 1. März in Kraft. Wer gegen die Vorschriften handelt, kann mit Geldstrafen bis zu 1500 Mk. oder bis zu 6 Mo⸗ naten Gefängnis bestraft werden. Es wurde dann eine Kom⸗ mission gewählt, welche diese Vorschriften zu überwachen hat. Vorschriften für Speisehäuser, Gast⸗ und Schankwirtschaften fol⸗ gen.— Die Stadtverordneten beschlossen weiter, von dem ihnen gesetzlich zustehenden Recht betr. die Beibehaltung der Wert⸗ zuwachssteuer Gebrauch zu machen, behälten sich aber vor. in Anbetracht der dabei bestehenden Mängel zu geeigneter Zeit entsprechende Anträge zu stellen.— Der Verwaltungsrat der Städt. Sparkasse hat beschlossen, in Anbetracht der Kriegs⸗ zeit in diesem Jahre die Auszahlung der Dienstboten⸗ prämien aus zusetzen.. Eine große Betriebsstörung entstand heute abend sieben Uhr in dem städtischen Elektrischen Werke, so daß sowohl die Straßenbeleuchtung sowie die Straßenbahn ver⸗ sagte. Der ganze Betrieb stockte. Die Hoftheater vorstel⸗ lung Mignon“ mußte ausfallen. Ebenso fehlte die elek⸗ tuische Beleuchtung in anderen öffentlichen Lofalen, Cafés usw. Viele Reisende versä wegen des aufgehabenen Straßen⸗ bahnbetriebs die Züge. Erst nach 1½ Stunden war der Schaden 2 über dessen Ursache das Werk nähere Angaben ver⸗ weigert.
m. Offenbach a. M., 26. Febr. Das für die Angehörigen fatale Mißgeschick, zweimal ihren Toten b müssen, hat*
Hessen⸗Nassau.
ö h. Bad Homburg v. d. H., 25. Febr. Die Stadtver⸗ ordneten versammlung nahm bei der Beratung des Kur⸗ Haushaltungsplanes für 1915 an den verschiedenen Posten infolge der zu erwartenden Mindereinnahmen erhebliche Strei⸗ chungen vor. Es wurden u. a. gekürzt das Gehalt des Kur⸗ direktors um 3000 Mark, die Ausgaben für Golfspiele um 550 Mk., das Kapitel l en und Zeitschriften von 2500 auf 2000 Mk., für Feuerwerke und Sonderkonzerte setzte man statt 20 000 nur 15 000 Mark an. Sodann genehmigte die Versammlung weitere 1260 Mark für den neuen Militärfriedhof. Für die Beschaffung von Dauerwaren fordert der Magistrat einen Kredit von 100 000 Mark, von dieser Summe sollen jedoch 20000 Mark zum Bau einer Gefrierhalle auf dem Gelände des städtischen Schlacht⸗ und Viehhoses Verwendung finden.
Märkte. fe. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 25. Febr. Auftrieb: Rinder 45(Ochsen 4, Bullen 00, Kühe und Färsen 410), Kälber 699, Schafe 179, Schweine 1445. Tendenz: Kälber flott, Schafe rege, geräumt, Schweine ge—
drückt. Preise für 100 Pfd. Lebend; Schlacht · gewicht.
Kälber. 2 Mk.
Feinste Mastkälb err. 0 3860 96—100
Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber 55—59 91—98
Geringere Mast⸗ und gute Saugkälber. 50—54 85—92
rige Saugkäl ber 18 75—81 Sch a se.
0 Stallmastschafe:
Mastlämmer und jüngere Masthammel.. 46-48 100—105
Aeltere Masthammel, gut genährte junge
ö und geringere Mastlämmer. 34—37 80-85
Schweine. 5 Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendge wicht Vollfleischige Schweine unter 80 kg 8 Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebendgewicht 82.00-85.00 103.00 106.00 Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendge wicht 82.00—85.00 103.00- 106.00 b ch. 24. Febr. Marktyreise. Weizen Mk. 00,00,
82.00 85.00 103.00— 106.00
Torn Mk. 00, 0, Gerste Mk. 00,00, Hafer Mk. 00,00, Heu Mk. 0,00, Stroh Mk. 000, Kartoffeln Mk. 9,5, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00, 00, Bohnen Mk. 00.00, Weißmehl Mk. 00,00, Roggenmehl Mk. 00,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Kigr. Mk. 2,65, Milch 1 Liter 21 Pig, Eier 10 Stück Mt. 1,15.
80.00-83.00 92.00— 100.00 Ehren
Jo. Wiesbaden, 25. Febr. Heu- und Strohmarkt Man notierte: Heu 5,20—5,60 Mt., Kleehen 5,70 6,80 Wek., Stroh Gichtstroch 3.30 bis 3,35 Ml., Krummstroh 2,50—,00 Pik. Alles ver 50 Kilo.— Fruchtmarkt. In Haser kein Angebot.
Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 27. Zebr. 1915: Heiter uno troden, shwache Winde, Nachtsrost.
Die neue Verordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.
Berlin, 26. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Nordd. Allg. Ztg.“ teilt über die Verordnung des Bundesrats, be⸗ treffend den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, u. a. folgendes mit: Die Notwendigkeit, mit den vorhandenen Vorräten an Gummi, Treiböl und Schmieröl hauszuhalten, rechtfertigt die Maßnahmen, die diese für unsere Industrie wichtigen Rohstoffe einer in Kriegs⸗ zeiten entbehrlichen Verwendung im Dienste des Luxus und der Bequemlichkeit entziehen. Durch die neue Verordnung wird der Verkehr mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen und Plätzen vom 15. März dieses Jahres ab von einer erneuten Zulassung abhängig gemacht, die nur erteilt werden darf, wenn für den Verkehr des Fahrzeuges ein öffentliches Bedürfnis besteht. Wird so einerseits Vorsorge dahin getroffen, daß von den rund 50000 Kraftwagen, die zurzeit noch im Verkehr sein dürften, in Zukunft etwa die Hälfte von den Straßen verschwinden wird, so sind doch andererseits Ausnahmen in genügendem Um⸗ fange vorgesehen, um berechtigten Interessen auch fernerhin zu genügen. So soll der Verkehr mit Kraftomnibussen und Kraft⸗ droschken, wenn auch in beschränktem Maße, aufrecht erhalten werden. Insbesondere werden bei der Zulassung von Lastkraft⸗
fahrzeugen die Bedürfnisse des Gewerbebetriebes angemes⸗
sene Berücksichtigung finden. Da gleichzeitig die Heeresverwal⸗ tung es sich angelegen sein lassen wird, die Militärkraftfahrzeuge im Heimatgebiet soweit einzuschränken, als es die militärische Notwendigkeit zuläßt, darf mit einer wesentlichen Ersparnis an Gummi, Treiböl und Schmieröl für die Zukunft mit Sicherheit gerechnet werden.
Der Austausch der Invaliden.
i, Köln, 26. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Bern Die Transporte zum Austausch der deutschen und fran⸗ zösischen Schwerverletzten, die sich in Gefangenschaft befinden, beginnen voraussichtlich am Mittwoch, den 3. März. Die Armeeleitung stellt dem Schweizerischen Roten Kreuz die notwen⸗ digen Lazarettzüge zur Verfügung. Jeder Zug wird 250 Schwer⸗ verletzte befördern. Die Zahl der in deutscher Gefangenschaft be⸗ findlichen Franzosen, die zum Austausch gelangen, beträgt etwa 2500, die der deutschen Gefangenen, die von Lyon aus in die Hei⸗ mat befördert werden sollen, steht noch nicht fest.
Auswechselung gefangener Sanitätsoffiziere.
„i. Köln, 26. Febr. Die Köln. Ztg.“ meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Nach einer Mitteilung im Unterhause schweben zurzeit zwischen der deutschen und der britischen Regierung Ver⸗ handlungen über den Austausch der gefangenen Sani⸗ tätsoffiziere. Ueber die Auswechslung der in Gefangenschaft E Aerzte soll bereits ein Uebereinkommen getroffen wor⸗
n sem. 193
Die schweren russischen Artillerieverluste.
i. Löln, 26. Febr.„Dagens Nyheter“ schreiben in einem
Artikel über die Artillerie der im Kriege befindlichen Mächte: Die Verluste der russischen Artillerie in den letzten schweren Kämpfen stellen sicher wenigstens ein Zehntel der gesamten Artillerie dar, über die die russische Armee verfügte. Nebenbei muß man noch die Abnutzung der Geschütze in Anrechnung bringen. Zwar besitzt Rußland große Waffen⸗ fabriken wie die Putilowwerke, aber über ihre Leistungsfähigkeit ist wenig bekannt. Man wird aber sagen dürfen, daß die neuen Verluste der russischen Armee an Artillerie schlechtweg unersetz⸗
lich sind. Route Holland— England.
e
i. Köln, 26. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von dern
holländischen Grenze: Die Personendampfer der Gesellschaft „Seeland“(Vlissingen—Folkestone) werden in den näch⸗
sten Tagen den regelmäßigen Verkehr wieder
aufnehmen. Schon jetzt liegen für den ersten Dampfer,
der die Ausreise antreten wird, über tausend Anmeldun⸗ gen vor, obschon der Dampfer nur 200 Personen befördern
kann.
Eine Spende der Deutsch-Amerikaner. Indianapolis, 26. Febr. Die Liga der Indianapolis übermittelte heute dem in Washington Freiherrn von Bernstorff vorläufig 100 000 Mark für die Familien der im Kriege Gefallenen. Ausnutzung deutscher Patente in Feat. Rotterdam, 26. Febr. Das englische Unterhaus
nehmigte Kredite zur Errichtung einer Anilin⸗Farbstoff⸗ Industrie in England. Es sollen 100000 Pfund zu Ex⸗ perimenten verwendet werden. Mit schweizerischen Fabriken wurde ein Uebereinkommen ffen, welche die Lieferung halbfertiger Farbstoffe betreffen. Zu den deutschen Patenten für Anilinfarb⸗ stoffe, welche den neuen englischen Gesetzen gemäß für die Dauer des Krieges von den Engländern ausgenützt werden können, er⸗ klärte der Minister im Unterhaus, daß die Regierung beabsichtige, der englischen Farbstoffindustrie die Legalität zu beschaffen, die deutschen Patente möglichst auszunützen. Die Regierung werde dann mit Deutschland über die Zahlung einer Entschädigung für die Ausnützung der deutschen Patente verhandeln, wenn W auch eine Entschädigung für die Ausnützung englischer Patente in Deutschland bezahlt würde.
Der chinesisch⸗japanische Konflikt. 6 Kopenhagen, 26. Febr.„jetsch“ meldet aus Irkutsk, Präsident Yuanschikai erhält immer mehr Telegramme mit dem Ausdruck der Bereitwilligkeit, für das Vater⸗ land zu sterben. Er hat geantwortet, daß die Forderungen Japans nicht so ernst seien. Ein bedeutender Teil könne, da er ausländische Interessen berühre, gar nicht erörtert werden. Der Konflikt werde seiner Ansicht nach auf friedlichem Wege gelöst werden. Weiter meldet das russische Blatt, die in China hervor⸗ getretene Einigkeit zwischen Regierung und Volk habe in Tokio eine unerwartete Wirkung hervorgerufen. In der Sitzung der Ge sellschaft„Friede“, deren Präsident Okuma ist, wurde beschlossen, der Besserung der Beziehungen zwischen Amerika und Japan die ernsteste Aufmerksamkeit zu schenken.— Der„No⸗ woje Wremja“ wird aus Tokio berichtet: Auf dem Pankett zu der ans Amerika eingetroffenen Delegierten der Friedens- liga stellte der Minister des Aeußern in Abrede, daß Japan China versprochen hätte, Tsingtau zurückzuerstatten.
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Rheumatismus, Gicht und Reißen sind die Folge von Anhäufung von Harnsäure. Diese wird durch den Gebrauch von Togal ausgeschieden und selbst die hestigsten Schmerzen lassen sofort nach. Togal⸗Tabletten sind ärztlich glänzend begutachtet. In allen ratig, können sie schnellstens beschafft werden. Beit; Chinin Mg. Li. 12928
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