Ausgabe 
(24.2.1915) 46. Erstes Blatt
Seite
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CCC N N Deutschen hervor. Das wechselseitige Inetnandergrei der. und österreichi 2*

5 stellen trete sinnfällig in die r Täglich spielen ssich größere und kleinere Kämpfe ab, die in ihrer Gesamtheit die allgemeine Lage günstig beeinflussen. Insbesondere in 5 den Artillerieduellen war die verheerende Wirkung der ganz modernen Flachbahngeschütze, deren Tragweite*

ordentlich groß ist, deutlich festzustellen. Aber auch die In⸗

fanterie gewann wiederholt Terrain und täglich Ge⸗ 5 fangene. Der Berichterstatter betont, daß die Bestände durch 3 1 und die Rückkehr zahlreicher Genesener vo

Mut, die Tapferkeit und Todesverachtung der auf dem Nordflügel kämpfenden, zum größten Teil rumänischer Re⸗ gimenter und das ideale Zusammenwirken der österreichisch⸗ 5 ee Truppen trotz ihrer Nationalitätenverschieden⸗ hei

Der russische Bericht.

5 Petersburg, 23. Febr.(W. B. Nichtamtlich.) Der Große Geeneralstab gab 4 abend bekannt: Auf dem rechten Ufer von Bobr und Narew finden immer noch Einzelkämpfe statt. Ein Zusammenstoß von minderer Wichtigkeit ereignete sich auf der Straße von Grodno nach Lipsk, wo wir die Deut⸗ schen angriffen. In den Gefechten in der Gegend von Osso⸗ wiez hat die Artillerie der 2 tätigen und wirksamen Anteil am Kampfe genommen. Auf der Straße von Lomza nahmen wir Jedwabno nach erbittertem Kampfe. In der Gegend von Praszuysz machte der Feind einen Angriff mit starken Kräf⸗ ten. Auf den Straßen zwischen Racionz und Plozk nahmen wir nach Gefechten mehrere Dörfer und machten 500 Deutsche zu Gefangenen. Längs der Weichsel wiesen wir Angriffe des Feindes zurück und zwar auf dem nördlichen Pilica⸗ÜUfer und in der Gegend von Lopuschow. b In Westgalizien setzte der Feind das Geschützfeuer un⸗ unterbrochen fort. Es ist festgestellt worden, daß den Qester⸗ reichern am 17. Februar sehr erhebliche Kräfte inder Gegend nördlich Zakliezin zur Hilfe kamen. 2 5 den Karpathen nahmen unsere Truppen eine Höhe bei . lnik. Oestlich Lupkow warfen wir wiederholte Angriffe der DOiäesterreicher zurück, welche unseren Stellungen bis auf 50 Schritt nahe kamen, aber jedesmal unter unserem Feuer mit ungeheuren Verlusten zurückgehen mußten. In der Nacht zum 20. Februar arissen die Deutschen die Höhe von Kosiuwka viermal hinter⸗ Qnnander erfolglos an. In der Gegend von Wischkow nahmen wir eine Höhe weg, die einen wesentlichen Teil der feindlichen Stellung dildete. In Brgalt ien griffen wir die Oesterreicher südösilich Stanislau in der Geben von Krasno, Nebio und Pereschinsko an, warsen nach verschiedenen Bajonettkämpfen zwei Brigaden zurück und wiesen auch einen mit sehr starken Kräften unternom⸗ menen Gegen iff des Feindes ab. Wir nahmen zwei Offiziere, 1500 Mann gen und erbeuteten mehrere Maschinengewehre.

Ein Telegramm des Kaisers. Berlin, 23. Febr.(Ws Nichtamtlich.) Auf Beschluß des Abgeordnetenhauses richtete der Präsident Dr. Graf v. Schwerin⸗Löwitz gestern an den Kaiser folgendes Telegramm:

. Die unter den Augen und unter der allerhöchsten persön⸗ lichen Führung Eurer Majestät ins Werk gesetzten kriegerischen See n in den 1*

i tli Bericht zu einem a ie F a in r⸗ . te 1 1 3 nahm diese richt 1 mich,

5

8 ößten Begeisterung entgegen und beauftragte re en e

5 .

Darauf ist heute folgende Antwort eingegangen und dem Hause mitgeteilt worden: 1Meinen wärmsten Dank für die freundlichen Glückwünsche des Haufes der Abgeordneten zu dem glänzenden Erfolge, den der Winterschlacht in Masuren die bewunderungswür⸗ dige Tapferkeit und Ausdauer unserer Heldensöhne im Verein mit der genialen Feldherrunkunst ihrer Führer dem 8 errungen haben. Das in ein einiges Volk in Waffen . 3 7 und 4 1 9 5 1 entschlossenen ens zum Siege über alle Fei 2 PF. und unserer gerechten Sache sein. gez. Wilhelm R. 3 5 Die Verherungen der Russen in Ostpreußen. Königsberg i. Pr., 23. Febr(WTB Nichtamtlich.) Von maßgebender Stelle erfahren wir: Bei dem zweiten Einfall

53 Russen in Ostpreußen sind weitere gewaltige Zer⸗

1 U

oder sandten es teils unmittelbar nach Rußland. Hausrat und Wirtschaftsgeräte, die sie nicht fortschaffen konnten, zertrũ m⸗

. e am St⸗ädte Goldap, Sta

wird, ein Obdach findet. Die russischen Finanzuöte.

5 Magdeburg, 33. Febr.(T Nichtamtlich.) Die Magdeb. Ztg. meldet aus 9 Die neueste von der Bank von G01 and aufgelegte russische Schatzanleihe

von 250 Millionen Franken wurde trotz der hohen

Verzinsung(mit Berücksichtigung des Emissionskurses über

10 Prazent) nur zur Hälfte von dem Publikum gezeichnet.

Den Rest nruß wieder die Bank von England ü ehmen.

[kommen aufgefüllt sind. Er rühmt insbesondere den Vert

8 betr. die fiskalis de

Wirtschaftliche Maßnahmen in Oesterreich⸗ungarn.

Wien, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Eine heute er⸗ lassene Kaiserliche Verordnung verfügt die Sperre über alle am 24. Februar vorhandenen Vorräte an Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Mais sowie an Mahlpro⸗ dukten mit Ausnahme von Kleie. 300 Gramm Ge⸗ treide oder 240 Granim Mahlprodukte pro Kopf dürfen täglich verbraucht werden. Ausnahmebestimmungen 1 sich auf die Vorräte für Angehörige des Hauhsalts, für Bäcker und Zucker⸗ bäcker, und Saatgetreide, sowie auf die Haferverfütterung für Pferdehalter. Weiter wird eine durch die Gemeinden vorzunehmende Aufnahme der Vorräte unter Mitwirkung von Behörden bestellter rauensmänner angeordnet, wobei nicht rechtzeitige, oder un⸗ richtige Beantwortung der Fragen mit Arrest oder Geldbuße belegt wird. Die Enteignungsvorschriften enthalten eine wesentliche Er⸗ weiterung. Für en dete Produkte wird künftig nicht mehr der Höchstpreis, sondern ein um 10 Prozent geringerer Satz gezahlt. Zur Durchführung der Aufnahme der vorhandenen Vorräte wird eine unter staatlicher Aufsicht und Einflußnahme stehende Ge⸗ treide-Verkehrsanstalt ins Leben gerufen. Die poli⸗ tischen Bezirksbehörden oder Gemeinden werden ermächtigt, die Abgabe von Brot und Mahlprodukten zu bestimmen, die Back⸗ stunden zu regeln und die Herstellung von Einheitsbrot anzu⸗ ordnen. Ferner sind Bestimmungen über die Herstellung und den Verkauf von Brot und Backware erlassen worden. Ebenso sind Anordnungen über den Ausdrusch und Mahlzwang vorge⸗ sehen. Die vorsätzliche Verheimlichung von Vorräten an Getreide oder Mahl produkten, die Beschädigung oder Zerstörung gesperrter Vorräte für Angehörige des Haushalts, für Bäcker und Zucker⸗ wird mit strengem Arrest bezw. Geldbußen bestraft.

Budapest, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Auf Grund

Regierungsanordnung hat der hauptstädtische Magistrat angeordnet, daß der Mehl vorrat bei den Privaten festgestellt werde. Derjenige sehr bedeutende Vorrat, der für 6 Monate 6 Kilogramm pro Kopf und Monat übersteigt, wird gegen Ent⸗ schädigung enteignet und unter diejenigen verteilt, die nicht aus⸗ reichenden Mehlvorrat haben. Die Hauptstadt, die über sehr be⸗ deutende Mehlvorräte verfügt, organisiert die Organisierung mit Mehl derart, daß den Bäckern von ihr ein bestimmtes Quantum zur Verfügung gestellt wird.

Wien, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) DieWiener Zeitung veröffentlicht eine Verordnung des Ackerbaumini⸗ steriums im Einvernehmen mit den beteiligten Ministerien betreffend die Einschränkung des Rübenanbaues im Jahre 1915.

Türkischer Besuch in Deutschland. Konstantinopel, 2. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) In der deutschen Botschaft fand ein Diner zu Ehren des Erfinanzministers Dschawid Bei statt, der über Wien nach Deutschland veist. An dem Diner nahm der Minister des Innern, Talaat Bei und der 1 8 Hussein Dschahid Bei teil, der Dschawid Bei nach Berlin begleitet.

Aus Italien. Rom, 23. Febr.(WWB. Nichtamtlich.) Infolge der täglichen Demonstrationen für und wider den Krieg sind von den Behörden außergewöhnliche Maßnahmen getroffen worden. Die gesamte Garnison wird in Bereitschaft gehalten.

Die Sparkassen in Frankreich.

Paris, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Nach dem Temps betrugen die Einlagen bei den französischen Sparkassen vom 11. Februar bis 20. Februar 834 342 Franken, die Auszahlungen 10 357815 Franken. Der Ueberschuß der Auszahlungen über die Einzah⸗ lungen beträgt 9 523 473, der Ueberschuß der Auszahlungen in dem Zeitraum vom 1. Januar bis 20. Februar beträgt 20 047 628 Franken. l

Japan und China.

Stockholm, 23. Febr. DieTimes melden aus Washing⸗ ton: Die Beunruhigung I über das Vorgehen Aas die rt eh 8 China. Die b besprechen ent⸗ rüstet die Art und Weise, mit der Japan die Lage für sich aus⸗ zunützen suche. Es besteht große Gefahr für den Ausbruch eines großen Unwillens gegen die Japaner im amerikanischen 0 Kopenhagen, 28 Febr. Die LondonerNews berichten, daß der britische Botschafter in 3 Japans erste Forderung nach Uebertragung aller deutschen nden in Schantung diplo⸗ matisch unterstützt habe, die neuen japanischen Forderungen nach einem Protektorat über ganz China aber nicht gutheißen könne. Die britische Regierung sei sich des Ernstes der Lage bewußt, die sich aus einem kriegerischen Konflikt mit China ergeben könne, und habe Vorstellungen in Tokio erhoben. Genf, 23. Febr. DerNew Vork Herald meldet: Präsi⸗ dent Wilson empfing den chinesischen Botschafter, der ihm die Bitte seiner Regierung um freundschaftliche Intervention im Konflikt mit Japan unterbreitete. Die Entscheidung des Staatsdepartements soll erst in der kommenden Woche entfallen, nachdem Präsident Wilson auch den japanischen Botschafter empfangen hat. Mailand, 23. Febr.(Ctr. Blu.) Wie die römisched'Italia meldet, hat Japan bis Samstag insgesamt acht Jahr⸗ gänge seines Heeres einberufen.(T. R.)

Aus dem Reiche.

Die zweite Kriegsanleihe. Berlin, 24. Febr. Ueber die Bedingungen für die Begebung der zweiten Kriegsanleihe werden nach denPolitischen Nachrichten in den Morgenblättern nähere Mitteilungen gemacht. Danach werden aufgelegt proz. Schatzanweisungen und eine Sproz. Reichsanleihe. Die neuen Reichsschatzanweisungen erhalten wieder eine durchschnittliche fünfjährige Laufzeit. Sie werden in der Tilgungszeit halbjährlich ausgelost und in bar zum Nenn⸗ wert dener e Die 3 ist wie die auf Grund

des ersten Kriegs kredits beg e erste in ihrem Höchstbetrage nicht begrenzt und auf 10 Jahre unkündbar.

Zuziehung von amen der Bearbeitung fiskalischer re

Berlin, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im ver⸗ stärkten Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses gab die Re⸗ en Moore bekannt, daß mnächst 14 Komplexe in Hannover und Schles⸗ wig mit 20 000 bis 25000 Hektar unter Heranziehung von Kriegsgefangenen zur Bearbeitung in Angriffgenommen werden. Die Gebäude und Baracken seien fertiggestellt. 15000 bis 20000 Gefangene würden be⸗ schäftigt werden. In den fiskalischen Bädern in Wandorf und Langenschwalbach seien Verwundete in größerer Anzahl aufgenommen. Der Vertrag mit dem Zweckverband wegen des Grunewalds sei im wesentlichen zustande gekommen. Die Uebergabe stehe zum 1. April in Aussicht. Der Preis sei für 10 Hektar auf 50 Pfennig pro Quadratmeter festgesetzt, mit Rücksicht darauf, daß der Wald zu erhalten sei. Im übrigen wurde festgestellt, daß der Befehl des russischen Gene⸗ rals Rennenkampf, die Förster in Ostpreußen zu erschießen, größtenteils nicht befolgt worden sei. Ein Ober⸗ förster sei erschossen worden und 8 Oberförstergehöfte und 26 Förstergehöfte seien zerstört worden. *

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Stuttgart, 23. Febr.(Wh. Nichtamtlich.) Um bei dem derzei Mangel an landwirtschaftlichen Arbeits⸗

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lräften die Frühjahrsbestellung der Sa

fördern, haben, wie derStaatsanzeiger hört, der evange⸗

lische und der katholische Oberschulrat mit Genehmigung des

Kultusministeriums angeordnet, daß den lern und

Schülerinnen der vier oberen Jahrgänge der Volksschulen

weitgehende. Befreiung vom Schulbesuch gewährt und er⸗

sorberlichenzalfs im März und April außerordentliche

Ferien für sie angesetzt werden. f l

Aus Stadt und Cans. Gießen, 21. Februar 1915.

Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Musk. Heim. Ebling, Inf.-Ngt 88, aus Mainz. Unteroff. Aug. Belk, Res.-Ins.⸗Rat. 88, aus Hanau. Kriegsfreiw. Heinr. Umbach, Res.-Junf.⸗Agt. 88, aus Hanau. Unteroff. Heinrich Fliedner, Res.⸗Inf.-Regt. 88, aus Bruchköbel. Krankenträger Reinhold Bar che, 17. Sanitätskompagnie, aus Offenbach a. M. T Freiw-Gesr. Lehramtsaspirant Dr. Hemr. Hoffmann, Res. Ink.-Rgt. 221, aus Mühlheim a. Rh. Res. Heinr. Albrand, Jäger-Bat. 11, aus Wolf. Landwehrm. Wilhelm Kuhl, Inf. Agt. 116, aus Wolf. Unteroff. Karl Scharmann, Res. Füf.-Rgt., aus Ulrichstein.

* Schließung der ländlichen Fortbil⸗ dungsschulen. In einer gestern abend unter dem Vor⸗ sitze von Provinzialdirektor Fey abgehaltenen Versamm⸗ lung der Bürgermeister und Gemeindevertreter des Kreises Darmstadt wurde bekanntgegeben, daß die Regierung dieser Tage eine Verordnung erlassen werde, nach der von Ende Februar an sämtliche ländlichen Fort⸗ bildungsschulen für die Dauer des Krieges geschlossen werden würden.

** Aufhebung von ee e ee gen. Für die zum Regierungsbezirke Trier gehörigen Kreise t. Wendel, Ottweiler, Saarbrücken(Stadt), Saarbrücken(Land), Saarlouis, Merzig und Saarburg und für das Fürstentum Birken⸗ feld werden am 1. März die für den innern deutschen Postverkehr angeordneten Beschränkungen aufgehoben. Infolge⸗ dessen können von diesem Zeitpunkte ab im innern Postverkehr von und nach diesen ieten verschlossene Postsendungen wieder angenommen werden. 1. März ab können ferner im Ver⸗ kehr mit Elsaß⸗Lothringen(ausgenommen die Kreise Alt⸗ kirch, Colmar, Gebweiler, Mülhausen und Thann) und mit den zum Befehlsbereiche der Festungen Straßburg und Neubreisach gehörigen badischen Postorten(aufgeführt in der bei den Post⸗ anstalten aushängenden Bekanntmachung Nr. 1) Pakete, Wert⸗ briefe und Postaufträge unter folgenden Bedi zur Post⸗ beförderung angenommen werden: a) Die Pakete dürfen außer offen beigefügten Rechnungen und Schriftstücken, die sich nur auf den Paketinhalt beziehen, keine schriftlichen Mitteilungen ent⸗ halten. d) Die Wertbriefe und Postaufträge dürfen nur bei den Postämtern(nicht auch bei Postagenturen, Posthilfsstellen oder durch die Landbriefträger) aufgeliefert werden. Sie sind bei den Postämtern offen vorzulegen und dort nach Prüfung des Inhalts 8 den Beamten in dessen Gegenwart von dem Auflieferer zu verschließen. a

am in stattgehabte verletzte, bei der alle

Fühlungnahme mit den Reservelazaretten, insbesondere mit den Herren dirigierenden Aerzten, ferner mit den Landesversicherungs⸗ anstalten in Darmstadt und Kassel in Verbindung. Die Benutzung ist vollkommen kostenlos und steht den Kriegsbeschädigten un Kriegsinvaliden aller Berufe, also in erster Linie den als dienst⸗ untauglich aus den Lazaretten zu Entlassenden oder bereits Ent⸗ lassenen zur Verfügung. Der Wirkungskreis erstreckt sich auf das Großherzogtum Hessen, die Provinz Hessen⸗Nassau und das Für⸗ stentum Walde. Daneben ist die Errichtung lokaler Hilfs⸗ ausschüsse vorgesehen, wie sie in Wiesbaden und Darmstadt bereits bestehen. In Frankfurt a. M. Niederrad wird in An⸗ gliederung an den Krüppelfürsorge⸗Verein und das zurzeit als chirurgisch⸗orthopädische Lazarett in Anspruch genommene Fried⸗ richsheim eine Beratungsstelle eingerichtet. Der Gesamtaus⸗ schuß für Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge, in dem die Militärbe⸗ hörden, Staatsbehörden, Selbstverwaltungskörper, Landesver⸗ sicherungsanstalten, Rotes Kreuz, Krüppelfürsorge⸗Vereine, Kran⸗ kenkassen, ärztliche Organisationen, Vertreter der Arbeitgeber und Arbeiterschaft aller 8 und die Arbeitsämter vertreten 11 2 5 11* 1 15 Aead.2 öffnung des saales irurgisch⸗orthopädischen Uni. klinik* Friedrichsheim in Frankfurt a. M. Niederrad kon⸗ stituieren.

Der Evang. Kirchengesangverein hat Geh. Kirchenrat D. Schlosser in Anbetracht seiner großen Ver⸗ dienste um diesen Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Vortragsabend. Am Samstag, den 27. Februar, ver anstaltet Herr cand. theol. R. Wallau im großen Hörsaale der Unwwersität einen Vortragsabend zum Besten der Spende sihn Sanitätshunde. Herr Wallau ist in Gießen bereits wohlbekannt durch Veranstaltungen des akademischen Dürerbundes in früheren Jahren und seine Mitwirkung bei der biesigen Freilichtbühne. Er wird Kriegsdichtungen vortragen und außerdem zwei Melodramen zu Schau bringen, die in Gießen noch nicht auf führt worden sind.

Sammlung von Gold. Die Schüler der 119 Oberrealschule haben in den letzten Tagen über 10 Mark an Gold gesammelt und dafür gestern(Dienstag) schulfrei bekommen. Diese Leistung wurde durch die Schitler des Realgymnasiums noch übertroffen, die zirka 17000 Mk. zusammenbrachten und deshalb heute(Mittwoch) ihren schulfreien Tag erhielten. Auch die er des Gymnasiums beteiligen sich an der Sammlung.

Woran unsere Schuljugend merkt, daß jetzt Krieg ist. Man teilt uns den Wortlaut verschiedener Aufsätze mit, die kürzlich in einer Volksschule auf dem Land vollständig frei, d. h. ohne jede Anleitung angefertigt wur⸗ den. Der 4 stellte die Aufgabe: Woran merken wir, daß jetzt Krieg ist? Ein Schüler schreibt:Wir merken, daß Krieg ist, weil schon viel weniger Leute in unserem kleinen Dorfe sind. Weil Not ist, gehen viel mehr Frauen und Männer in die Kirche, um sich zu ihrem Gott zu kehren.

Das Volk ist nicht mehr so lustig wie früher. Weiter merke ich es, weil in unserer Familie täglich Karten oder Briefe und Palete abgeschickt werden für unsere zwei Soldaten. Die ganze Fütterung für das Vieh ist teurer. Auch das früher reichlich vorhandene Steinbl ist seltsam. Ein Mensch, der diese Zeit J nicht verstehen lernt, bleibt hartherzig. Ein anderer schreibt g u. a.:Die Wirtshäuser sind leer; wo früher das Geld für a unnötige Sachen ausgegeben worden ist, wird es heute für die Soldaten verwendet. Es sind auch keine Tanzmusiken mehr. Es gibt keine künstlichen Dünger mehr. Die Russen

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