v. Hindenburg be
kunft blickend:..„Es sind schon viele Krieger gefallen. Aber wir Deutsche werden doch nicht verlieren. Wir haben ja keinen Krieg gewollt. Unsere Feinde haben uns dazu ge⸗ zwungen. Wenn der Krieg beendet ist, dann werden sie wohl nicht mehr so bald mit uns Krieg anfangen.“ Ein erst 9 jäh⸗ riges Mädchen hat folgende Beobachtungen gemacht(die Orthographie ist richtig gestellt):„Wir merken, daß Krieg ist, weil unsere Väter für uns kämpfen. Wir hoffen, daß unser Vater wieder nach Hause kommt. Mein Vater hat schon viele Kämpfe mitgemacht. Die Russen und Engländer und die Franzosen wollen haben, daß Deutschland nichts mehr zu essen haben soll. Deutschland hat schon viele Schlachten ge⸗ wonnen. Wir hoffen, daß unsere Soldaten die Ostern da⸗ heim find, daß wir ein fröhliches Fest feiern können. Wir haben schon viel für die Soldaten gesammelt und sortgeschickt. Wir dürfen keine Kuchen mehr backen. Wir müssen für die Soldaten beten. Und für den deutschen Kaiser müssen wir beten. Der Krieg kann noch sehr lange dauern.“ Mehr per⸗ sönliche Eindrücke beschreibt eine 12jährige Schülerin wie folgt:„Wir merken, daß Krieg ist, weil meine zwei Brüder seit August fort sind. Der eine ist am 28. August gefallen. Mein Vater ist seit diesem schrecklichen Krieg wegen des Kum⸗
10 jähriger Junge:„An der Kirche sieht man es, daß Krieg ist. Und die Leute sind traurig. Daß mein Vater fort ist im im Krieg. Wir müssen auch viel für unseren Vater beten, daß er 298 heimkommt. Viele Kinder haben keinen Vater mehr.“ Wenn auch die Schilderungen kein einheitliches Bild geben, so enthalten sie doch die verschiedensten kleinen und 5 Merkmale unseres veränderten Landlebens. Die zum eil recht schönen Schilderungen der Kleinen ersetzen durch Buntheit, was dem Bilde an Einheitlichkeit fehlt. 4 Ein Schulaufsatzüber den Kaiser.„Was ich vom Deutschen Kaiser weiß“, lautete die Ueberschrift eines freien Schulaufsatzes, den ein Lehrer eines Gymnasiums in der Pfalz dieser Tage schreiben ließ. Und da berichtete ein 13jähriger, dessen Vater als Feldwebelleutnant im Felde steht, folgendes: Als der Kaiser vor kurzem auf dem west⸗ lichen Kriegsschaupl in den Schützengräben verweilte, entfiel ihm das Taschentuch. Ein Infanterist hob es auf. Darauf gab ihm der Kaiser einige Zigaretten und der Sol⸗ dat sagte:„Danke, Majestät!“ Der Kaiser antwortete:„Sie brauchen hier nicht Majestät sagen, sondern Sie können mich ruhig als Kamerad ansprechen.“ Das hörte ein an⸗ derer 9 und sagte zum Kaiser:„Kamerad Wil⸗ helm, geb mer ach eini!“ Unter herzlichem Lachen will- fahrte der Kaiser dieser Bitte.
» Ersatz des Petroleums durch andere Be⸗ leuchtungsmittel. Es ist bereits mehrfach darauf hingewiesen worden, daß überall da, wo ein Ersatz des Petroleums durch an⸗ dere Beleuchtungsmittel möglich ist, der Verbrauch von Petroleum 2 eingestellt werden sollte. Als Ersatzmittel für Petroleum —.— neben Kerzenbeleuchtung und Spiritus, dessen stärkere
ung schon wiederholt empfohlen wurde, insbesondere in Be⸗ tracht: a) elektrische Beleuchtung, b) Steinkohlengasbeleuchtung, c) Luftgas beleuchtung, d) Azetylenbeleuchtung. Dem Anschluß an detrische entralen dürften auch unter den gegenwärtigen Ver⸗ ältnissen Schwierigkeiten aus ngel an Installationsmaterial aum mehr entgegenstehen, nachdem der Verband deutscher Elektro⸗ techniker im Benehmen mit den rikanten für Installations⸗ material seine Normalien auf die lichkeit der Verwendung von Eisenleitungen mit imprägnierten Papierhüllen und wasserdichter Metallumhüllung aus nt 2 ieses neue Installationsmate⸗ rial bietet, soweit es sich um festverlegte Leitungen handelt, einen ausr Ersatz für Kupferleitungen. Das im Anschluß an diese festperlegten Leitungen erforderliche biegsame Material ist in aus⸗ reichenden Mengen vorhanden. Aal wenig begegnet die Erweite⸗ rung der 2 wecks Anschluß von Ortschaften und ein⸗ zelnen sten an bestehende Freileitungsnetze Schwierigkeiten, da auch für solche Freileitungen Eisen⸗Normalien bereits ausgearbeitet sind. Der Ausdehnung der elektrischen Beleuchtung in den Kreisen der Minderbemittelten wird es insbesondere förderlich sein, wenn die Entrichtung der Installationskosten durch Zulassung kleinerer Teilzahlungen oder sonst in geeigneter Weise, z. B. durch Einrech⸗ nung in die Tarife, erleichtert wird. Auch wird es sich unter Um⸗ stänßen empfehlen, bei Kleininstallgtionen unter bestimmten Vor⸗ r 7 77 Strompreise für eine gewisse Bezugszeit 4 In ähnlicher Weise wird der 8 von der Pe⸗ troleum⸗ zur Steinkohlengasbeleuchtung erleichtert werden können. In. Städten ist vielfach durch Aufstellung von Gasauto⸗ maten Einbürgerung von Steinkohlengasbeleuchtung erzielt worden.— Neue Anlagen zur Einführung der Luftgasbeleuchtung werden zurzeit kaum in Frage kommen, weil Benzin nicht für Be⸗ leuchtungszwecke verfügbar ist. Dagegen werden die bereits vor⸗ handenen 3 öfter dadurch wieder betriebsfähig ge⸗ macht werden können, daß Azetylenerzeugungsanlagen mit den vor⸗ ndenen Gasometern o Leitungen der Luftgasanlagen ver⸗ unden werden. Auch durch Einrichtung neuer Azetylenanlagen ur. wird sich häufig dem Mangel an Petroleum ab⸗ alen lassen. Es sind neuerdings Kleinbeleuchtungsapparate für bid, Karbidid in in Gebrauch, die bei geringen Anlagekosten innerhalb von Wohnstätten angebracht werden können. Die Her⸗ stellung genügender Mengen von Karbid ist im Inland möglich. 25 Landkreis Gießen.
a. Hungen, 23. Febr. Herr Bahnassistent E. Cloos, früher in 9 zurzeit Feldwebel bei einer Eisenbahnbetriebskompagnie, erhielt das Eiserne Kreuz.— Die Goldsammlung in Hungen hatte ein Ergebnis von 515) Mark.
Bellersheim, 24. Febr. Am 25. Februar werden es 25 Jahre, daß der hiesige Bahnhosausseher Herr Fr. Diehl an der hn beschästigt ist. Allgemein zollt man dem Jubilar die größte Achtung und wünscht, daß der gewissenhaste Beamte noch recht lange seinen Beruf an der Haltestestelle Obbornhosen-Bellers⸗
heim erfüllen möge. Hessen⸗Nassau.
r. Winnen, 24. Febr. Unteroffizier Karl Fischer von 9 3 83, erhielt das Eiserne Kreuz
. asse.
Nordeck, 24. Febr. Unser kleiner Ort hat seit Beginn des Welikrieges schon sechs Tote und zwei Vermißte zu verzeichnen.
J. Frankenberg, 23. Febr. Die Begleiter eines Holz⸗ wagens wurden von einem vorbeirennenden Automobil über- fahren. Der Fuhrmann wurde sosort getötet und zwei andere Leute erlitten so schwere Verletzungen, daß sie in sehr bedenklichem Zustande ins Krankenhaus überführt werden mußten. Der Krast- wagen, der zu entkommen suchte, wurde an seiner Nummer erkannt und der Polizei gemeldet.
(h) Frankfurt a. M., 23. Febr. Die Handelskam⸗ mer wählte heute an Stelle des verstorbenen Vorsitzenden Geh. Kommerzienrats Andreae den Geh. Kommerzienrat Ri- chard von Passavant zum Präsidenten. Kommerzienrat Ernst Ladenburg wurde Hauck von Metzler zum zweiten Vizepräsidenten ge⸗ wählt.— In einer gemeinsamen Sitzung des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung wurde heute an Stelle des gefallenen Stadtverordneten von Lasaulx der Stadtver⸗ ordnete Rudolf Lion als Vertreter der Stadt zum Kommu⸗ nal⸗Landtag in Wiesbaden gegen die Stimmen der sozial⸗ Nenmkratischen Fraktion gewählt, die den Stadtverordneten Dopf als Kandidaten aufgestellt hatte.
Ein Gespräch mit der Kron s rinzissin Cäcilie. a 55 einem Gespröch mit dem bekannten amerikanischen terstatter der Associated Preß Karl H. v. Wiegand hat
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emnged edrungen, der tapfere General iegte sie.“ Ein anderer schreibt in die Zu⸗ F
zum ersten und Bankier Otto scha
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N 2
lich die Kronprinzessin Cäciste über die Rolle der deutschen rauen in dem großen Krieg ausgesprochen. Es war das erste Mal, daß die künftige deutsche Kaiserin einem Zeitungs- manne eine Unterredung zur Veröffentlichung gewährte, und die Begegnung fand unter ungewöhnlichen Verhältnissen statt. Die Kronprinzessin empfing Herrn v. Wiegand nicht in einer formellen Audienz, sondern bei einem ihrer Besuche im Cäcilienhaus, und so hatte er Gelegenheit, sie mitten in ihrer Arbeit und ihrem Wirken zu sehen. Obwohl ein heftiger Schneesturm durch die Straßen fegte, erschien die Kronprin⸗ zessin pünktlich um 12 Uhr. a „Sie ist sehr groß, sehr anmutig in ihren Bewegungen und gehört zu jener Art von Frauen, die stets„schick“ und„gut an⸗ gezugen“ aussehen, was sie auch tragen mögen. Ihre roßen braunen Augen sprühen vor Lebhaftigkeit und Beseeltheit. Wie den Kronprinzen, so umgibt auch sie eine Stimmung von — 9 da ist nichts von Pose, Steifheit oder gemachter Leutseligkeit. Ich kann sie nicht als besonders königlich oder gebieterisch beschreiben, aber sie ist mehr, ist von einer entzücken⸗ den Weiblichkeit, eine Persönlichkeit, die sich Freunde machkui! den ersten Blick. Jetzt verstehe ich, warum sie beim deutschen Volke so beliebt ist.“ Herr v. Wiegand durfte die Kronprinzessin bei ihrem Rundgang unter Schwerverwundeten begleiten. Sie setzte sich zu vielen, besonders zu den Neuankömmlingen, Bett und sprach mit ihnen eine Zeitlang. Es war eine rührende
einer Verwundung zu ertragen 7 Der Soldat, dessen rechte Schulter durch ein Schrapnell zerschmettert worden war, blickte mit Stolz zu dem Eisernen Kreuz auf, das neben der Fieberkarte über seinem Kopf hing. Die Kronprinzessin fragte ihn nach seiner Frau und seinen Kindern, erkundigte sich-nach seinen Wünschen und überreichte ihm einen Rosenstrauß' und eine Postkarte mit ihrem Bild und dem ihrer vier Söhne. Die Männer, mit denen sie sprach, schienen ihre Schmerzen zu vecgessen; ihre Gesichter leuchteten, und wie die Kinder freuten sie sich über die Geschenke, die ihnen diese gütige und so unendlich liebepß würdige Frau reichte. b
„Sie möchten etwas über die Rolle der deutschen Frauen in diesem Kriege wissen?“ sagte die Kronprinzessin.„Unsere Frauen — eine große und wichtige Aufgabe. Sie haben für das
land freiwillig„mobil Fir Wa ganz so edel, selbstlos und heldenhaft wie die Männer. Ihr Wirken in dem Kriege darf nicht unterschätzt werden. Die Männer kämpfen; die Frauen dienen und wirken für das Rote Kreuz, trösten und helfen den Witwen, sorgen für die Waisen, arbeiten auf den Feldern, in den Gärten oder sonstwo. Sogar die Frau in der Küche hat eine sehr wichtige Aufgabe und wird sich als ein großer Faktor in diesem
Kriege erweisen. Bei dem Gerede von dem Ver uns aus⸗ zuhungern, wird da nicht die Hausfrau in Küche durch neue, strenge und systematische Sparsamkeit viel zu Deutschlands Sieg beitragen? Vor allem aber sind nicht die Frauen und Kinder die eigentlichen Leidenden im Kriege? Ihrer ist die Ungewißheit, die Furcht vor der Verlustliste, die wechselnde Hoffnung und Ver⸗ zweiflung, wenn Vater, Gatte oder Bruder unter den Vermißten sind; ihrer das Herzleid und manchmal auch Armut und Not. Sig haben viel Leid und wenig Ruhm. Die deutschen Frauen geben heldenhaft ihr Alles— Vater, Gatten und Bruder— ihre eigene Kraft und Arbeit, alles für das Vaterland. Aber in der Stille ihrer Kammer weinen sie manchmal.“ Die Kronprinzessin pries die amerikanischen Frauen glücklich, weil sie diese Schmerzen nicht
n.„Aber,“ fuhr sie fort,„ihnen sind auch die Freuden der erung, der selbstlose und liebende Dienst für die Verwun⸗
deten, das Spenden von Trost. Freundlichkeit und Hilfe an die⸗ jenigen versagt, die Vater, Gatten oder Bruder verloren haben, alle die Taten für das Vaterland, die unsere Frauen so edelmütig vollbringen dürfen.“ Auf die Frage, ob die deutschen Frauen für den Krieg waren oder sind, antwortete die Kronprinzessin:„Ich laube nicht, daß eine wahre deutsche Mutter oder Frau für den
Krieg sein kann. Es mag 1 da Krieg unvermeidlich ist, da ein unwillkommener Krieg einer Nation aufgezwungen wird, aber die deutschen Frauen sind Mütter von Söhnen, die Soldaten sind oder waren Sie wußten und begriffen, vielleicht besser als die Frauen irgend eines anderen Landes mit der möglichen Aus⸗ nahme von Frankreich, was Krieg wirklich für sie bedeutete, bevor er kam. Daß sie freiwillig ihre Söhne fürs Vaterland hingeben, wenn es in Gefahr ist, das hat sich ge und zeigt sich täglich.
Aber man frage irgendeine deutsche tter oder deutsche Frau, ob sie je Krieg ünscht.“ Ueber die K Haß zwischen den kriegführenden kern zu säen, sagte die Kronprinzessin:„Ist
nicht Vaterlandsliebe ein Beweggrund, groß genug, um für dies Vaterland zu kämpfen, zu sterben, wenn's not tut, zu wirken und zu schaffen? Warum noch Haß hinzufügen? Vaterlandsliebe bedarf nicht des Hasses, um den Patriotismus zu steigern oder einen Geist der Selbstopferung zu schaffen.“
„Die Kronprinzessin ist eifrig tätig in aller Frauenarbeit für den Krieg. Sie hat„Nähzirkel“ in ihrem Palast eingerichtet, wo die Hofdamen zusammenkommen und für die Männer im Felde ar⸗ beiten, und sie 3 ihren Einfluß für wohltätige Organi⸗ sationen aller Art. Hilfsgesuche werden zu Hunderten bei ihr 1 und vielen reicht sie ihre e Hand; eine be⸗ sondere Aufmerksamkeit soll sie allen Wünschen von Frauen und ——— a deren Männer oder Väter im Feld stehen oder
allen sind.“
Schneefälle.
Berlin, 23. Febr. Der„Berliner Lokal-Anzeiger“ meldet aus Innsbruck: In den Seitentälern von italienisch Tirol nahmen die Schäden durch riesige Schneefälle großen Umfang an. Unzählige Häuser und Dächer sind eingestürzt. Soweit seststeht, kamen fünf Personen im Schneegrab um.
Märkte.
* Die Schlachtviehpreise in Gießen werden, was Rindvieh anlangt, in der nächsten Zeit kaum eine Veränderung aufweisen. In den Sorten, die bei den veränderten Konsum- verhältnissen hauptsächlich gebraucht werden, ist kein Mangel, son⸗ dern im Gegenteil ein starkes Angebot vorhanden, mit Ausnahme von setten Ochsen, nach denen aber auch die Nachfrage nicht aroß ist, weil sich unsere Metzger mit setten Rindern und jungen, fetten Bullen helsen. Bezahlt werden der Zentner Schlachtgewicht: Rinder Mk. 81—82, Stiere 1. Qual. Mk. 80—82, 2. Qual. Mk. 77 bis 80, Kühe 1. Qual. Mk. 78—80, 2. Quak. Mk. 70—74, Kälber Mk 72—74, Schweine, welche vor 5—6 Wochen noch Mk. 65 galten, werden jetzt mit Mk. 9093 bezahlt. Im Viehhandel sind zurzeit Fahrochsen ein stark begehrter Artikel, weil die Früh⸗ jahrsbestellung vor der Tür steht. Die Preise, welche für erst⸗ klassige Ware bezahlt werden, bewegen sich zwischen Mk. 1100 bis 1300 pro Paar. g
Amtlicher Wetterbericht. n in Hessen am Donnerstag, den 25. Jebr. 1915: Ziemlich heiter, trocken, schwache Winde. Begleiterscheinungen der Blockade.
i. Köln, 24. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Der Postdampfer„Duitschland“ der Gesell⸗ „Seeland“, der gestern nach Tilburny abfahren sollte, konnte nicht abgehen, weil die Mannschaft sich weigerte u fahren mit der Begründung, daß das Schiff nur zwei wasser⸗ bichte Schotten habe. An seiner Stelle fuhr dann die„Princeß Juliane“.
i. Köln, 24. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hollan⸗ dischen Grenze: Die Berichterstatter der leitenden englischen Blätter in den Vereinigten Staaten erwarten, so meldet der „Nieuwe Rotterdamsche Courant“ aus London, keine wei⸗ teren Schwierigkeiten zwischen der Union und England in der Angelegenheit des Dampfers„Evelyn“ Einer der Bericht⸗ erstatter gibt 15— Vermutung Raum, daß der ae nach Deutschland in noch weiterem Umfang beschränkt werden würde als dies bisher schon der Fall ist.
Naschenn
mers über meinen Bruder gestorben.“ Sehr schön schreibt ein— 5 zei sie ron solch einem perletten Krieger die Geschichte
89*.
t. ö n, 24. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Kopenhagen: Berlingske Tidende“ erfahren aus Petersburg, daß der Handelsminister der Duma einen Gesetzentwurf eingebracht habe über ein Verbot jedes mittelbaren und un⸗ mittelbaren Handels verkehrs zwischen Rußland und dem feindlichen Ausland. Mit Rücksicht auf Deutsch⸗ lands Verhalten England gegenüber soll eine beschleunigte Er⸗ ledigung des Entwurfes gefordert werden.
i. Köln, 24. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus Kopenhagen: Gestern abend sind zwei Dampfer der Vereinigten Kopen⸗ hagener Dampfschiffahrtsgesellschaft nach England abge⸗
angen, nachdem für die Mannschaften, die sich weigerten, den ienst zu versehen, neue Leute eingestellt worden waren.
Berlin, 24. Febr. Die in Irland eingetragenen englischen Dampfgesellschaften lassen, wie der„Voss. Ztg.“ aus Stockholm 2 gemeldet wird, ihre Boote zwischen Liverpool, Norwich und den irischen ren Schutze gegen die deutschen Unterserboote unter der grün knarischen Flagge fahren. Die betreffenden eng⸗ eeder glauben näwilich, die Deutschen würden einen solchen Gebrauch der ir Nationalflagge respektieren, um nicht Er⸗ bitterung Auer Irländern in Amerika hervorzurufen.
Die Zensurfrage. 1 Berlin, 28. Febr. Zur Erörterung der Zensurfrage 1 im Abgeordnetenhause schreibt die„Tägliche J Rundschau“:
Wenn heute im Abgeordnetenhause r v. ir noch⸗ mals mit allem Nachdruck betont, der einstimmige Wunsch des Ab⸗ geordnetenhauses sei, daß das deutsche Volk in seiner wichtigsten Lebensfrage nicht mundtot gemacht werde und daß das Volk nicht erst bei dem Eintritt in die Friedensverhandlungen— vor denen die entscheidenden Vopperhandlungen liegen—, sondern so recht⸗ zeitig zum Worte verstattet werde, daß seine Meinung bei den Friedensverhandlungen noch voll zur Geltung komme, so wollen wir hoffen, daß die Regierung diesen Wunsch wirklich und ehrlich erfüllt, wie sie es versprochen hat.
Der Bericht des englischen Oberkommandierenden 5 in Frankreich.
Amsterdam, 24. Febr. Der zweite Bericht des Marschalls French von der Front lautet nach Reuter: Der Feind fährt fort, in der Gegend von Ypern große Aktivität zu zeigen. Es fanden eine Anzahl Angriffe und Gegenangriffe statt. Am 21. Fe⸗ bruar um 6 Uhr morgens ließ der Feind eine Anzahl gut gelegter Minen explodieren, infolgedessen einer unserer Laufgräben ver⸗ nichtet wurde. Eine neue Linie wurde in kurzem Abstand dahinter angelegt und sofort besetzt. Ein weiterer Versuch des Feindes, vorzurücken, mißlang. Bei Givanchi nahm unsere Infanterie nach heftiger Beschießung durch Artillerie einen feindlichen Laufgraben, der zerstört wurde. Ein Angriff des Feindes über den Kanal von La Bassée wurde durch unser Artilleriefeuer abgeschlagen. Süd⸗ lich der Lys nahm das Gewehrfeuer an Kraft zu. Unsere Truppen zeigten eine wesentliche Ueberlegenheit. An der übrigen Front nur Artilleriegefechte. Nebel verhinderte den Aufstieg unserer Flieger.
Nationalrat Eugster über die deutschen Gefangenenlager. Berlin, 24. Febr. Das„Berl. Tagebl.“ bringt eine Unter⸗
redung eines seiner Mitarbeiter mit dem schweizerischen Nationalrat Eugster, der zu einem zweiten Besuche der deutschen Gefangenenlager in Berlin eingetroffen ist. Nationalrat 45 äußerte sich über die deutschen Gefangenenlager wie folgt: Soll ich alle die empfangenen Eindrücke zusammenfassen, so muß ich in aufrichtiger bekennen, daß mein Gesamt⸗ eindruck ein sehr guter ist. Auf die Frage, welche Eindrücke er in den Lazaretten bekommen habe, erwiderte Eugster: Da kann 0 ich am besten antworten, indem ich eine Stelle meines Briefes zitiere. Ich sagte dort wörtlich: Alle Lazarette(ich meine natür⸗ lich die Gefangenenlazarette) sind wie ein modernes Spital mit allen Einrichtungen versehen, die die moderne Medizin erfordert. Ich habe nicht einen einzigen französischen Verwundeten oder Kranken angetrofsen, der nicht seiner vollen Zufriedenheit Aus⸗ druck gegeben hätte. ö
Zensur und Wirtschaftsmaßregeln in Oesterreich⸗Ungarn.
Wien, 24. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das Präsi⸗ dium des Abgeordnetenhauses hatte eine mehrstündige Be⸗ sprechung mit dem Ministerpräsidenten Grafen Stürgkh, wel⸗ cher hinsichtlich der Preßzensur erklärte, daß die Regierung, soweit ihre Einflußnahme möglich sei, das notwendige, durch den Kriegszustand gebotene Maß nicht überschreite. Graf Stürghk sagte die Förderung einer größeren Einheitlichkeit der Zensur is zu. Hinsichtlich der Verpflegungsfragen wies Graf Stürgkh auf die heutige kaiserliche Verordnung hin und sprach die Hoffnung auf die baldige genügende Be— schaffung der mangelnden Surrogatmehle aus. Zu der An⸗ regung betreffend die Kriegstagung des Reichsrats erklärte Graf Stürgkh: Die für die Schließung der Vertretungs- körper bei Trteosansbruch maßgebenden Gründe bestehen un⸗ verändert und ungemindert auch heute fort. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß das Präsidium des Hauses ihm bei⸗ pflichten werde, daß es für heute und die nächste Zukunft die oberste und wichtigste Aufgabe sei, alle Kräfte des Staats⸗ wesens einmütig und unbeirrt durch politische Parteikämpfe und Sonderstandpunkte dem großen Werke der Vaterlands⸗ verteidigung zuzuführen und hierin bis zum ehrenvollen Ab⸗ schlusse durchzuhalten.
Ein Land- und Seeangriff auf die Dardanellen? 1
Mailand, 24. Febr. Oberst Repington bespricht in der„Times“ die Möglichkeit einer gleichzeitigen Aktion von Kriegsschiffen und Landtruppen gegen die Dardanellen und sagt u. a.: Sollten wir Truppen landen lassen, um unseren Schiffen die Dardanellen zu öffnen, so wäre ein kolossaler militärischer Kraftaufwand nötig. Sollte es den Schifsen gelingen, ohne Hilfe großer Landstreitkräfte das Ziel zu erreichen, so wäre das zu un⸗ serem Besten. Aber es erfüllt uns mit Bangigkeit hinsichtlich der Gefahren, denen diese Schiffe den furchtbaren Stellungen der Dar⸗ danellen gegenüber ausgesetzt sind. Sollte es auch unseren Schif⸗ fen gelingen, die äußeren feindlichen Batterien an der Meer⸗ enge zu vernichten, so wäre dies nur eine vorbereitende Ope⸗ ration. Die wirklichen Schwierigkeiten fangen erst an, wenn die Schiffe in den engen Kanal einlaufen, der den Winden ausgesetzt ist und wo sie nicht dieselbe Bewegungsfreiheit haben, wie im offenen Meer. Dort werden sie von den Batterien angegriffen, die nur aus der Nähe zum Schweigen zu bringen sind, sowie von verborgenen Kanonen und schwerer Feldartillerie.
Gärung unter den indischen Regimentern?
Mailand, 24. Febr.„Sera“ meldet aus Kairo: Die hier eingetroffenen indischen Regimenter wurden infolge Gärung, die durch das Bekanntwerden des Heiligen Krieges unter ihnen entstand, nach dem Sudan weiterbe⸗ fördert. Der englische Kommandant befahl die Entfer⸗ nung aller Zivileinwohner, die nicht länger als ein Jahr ansässig sind, aus Kairo.
„Auch als Liebesgabe im Felde begehrt!“[s 1


