Ausgabe 
(23.2.1915) 45. Erstes Blatt
Seite
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Ankerstebodt versenkt. Der Besatzung wurde eine Frrst von 5 Minuten zum Besteigen der Boote gegeben. 1 Belfast, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Am Samstagnachmittag um 5 Uhr hat ein deutsches Unterseeboot in der Irischen See ein eng⸗ kisches Kohlenschiff angehalten. Es gab der Beman⸗ nung fünf Minuten Zeit, um in die Boote zu gehen und versenkte darauf das Fahrzeug. 2 Die Folgen des verschärften Seekrieges. Amsterdam, 23. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)Han⸗ delsblad berichtet: Am Samstag 8 n sich etwa 10 Matrosen und Heizer des DampfersAm stelstrom, der nach Heids abfahren sollte, an Bord des Schiffes zu gehen, wenn sie nicht 7 A der von Minen und Unterseebooten drohenden Gefahren doppelte Löh⸗ nung erhielten. Die holländische Dampfschiffahrtsgesell⸗ schaft, der das Schiff gehört, erklärte sich bereit, die Minen⸗ prämie auf fünf Gulden wöchentlich zu erhöhen und ge⸗ wisse andere Forderungen zu erfüllen, lehnte es aber ab, die doppelte Löhnung zu zahlen. Auf einigen Schiffen der gleichen Gesellschaft sind dieselben Forderungen gestellt worden. Die Bemannung zweier vor Ymuiden seeklar liegen⸗ der Loggerschiffe weigerten sich aus Furcht vor den Minen und den Kriegsschiffen in See zu gehen. Ein Flugzeug über Essex. 5 London, 22. Febr.(WTB Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Gestern abend zwischen 8 und 9 Uhr wurde ein Flugzeug über Esser wahrgenommen. Eine Bombe wurde abgeworfen. Sie fiel in ein Feld dicht bei Bramtree, ohne Schaden anzurichten. Eine andere Bombe schlug in den Garten eines Hauses in Colchester ein. Das Haus wurde leicht beschädigt; niemand wurde verletzt.

Der Fall Roger Casemen. Berlin, 3. Febr. In Sachen der von Sir Roger Casement erstatteten Anzeige wegen Mordversuchs hat, wie dieVossische Zeitung aus Stockholm erfährt, die nor⸗ wegische Regierung die Beweisergebnisse der englischen Re⸗ gierung zur Kenntnisnahme überreichen lassen. Der nor⸗ wegischen Presse wurden alle Veröffentlichungen über den Vo durch die Zensur untersagt. Der englische Gesandte in Kristiania, Findley, würde der schwedischen Presse zufolge am 1. März einen Urlaub antreten.

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Aus Luxemburg. Luxemburg, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Das luxemburgische Ministerium, Staatsminister Eyschen und die Generaldirektoren Mongenast, de Waha und Braun sind heute um ihre Entlassung eingekommen.

Die italienischen Sozialisten.

Rom, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die offizielle sozialiftische Partei hielt eine Versammlung abe in welcher fürdie Neutralität und gegen den Krieg Stel⸗ lung genommen werden sollte. Die Republikaner störten die 1 ammlung, die schließlich abgebrochen werden mußte. Die Polizei zerstreute die Ruhestö rer. 5 Algerier und Tunesier osmanische Untertanen. . Konstantinopel, 22. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Terdschuman⸗i⸗Hakikat meldet: Auf Grund eines Be⸗ 5 es des zuständigen Amtes werden Algerier und Tunesier als osmanische Untertanen behandelt. Die in die Türkei Einwandernden werden dieselben Vorteile ießen, die die Gesetze den aus ehemals osmanischen 8 eingewanderten Muselmanen gewähren. Der oben erwähnte Beschluß bedeutet die Aufhebung des im ver⸗ enen Jahre zwischen der Pforte und Frankreich 8 Peschlossenen Uebereinkommens, demzufolge Algerier und Tunesier als französische Staatsangehörige zu behandeln waren.

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Sensur.

Nach den Verhandlungen des Budgetausschusses des Allg. Ztg. nochmals das Kapitel der militärischen Zensur angeschnitten und die bisherigen Maßnahmen verteidigt, dem a auch der Volkswille wieder zum Ausdruck kommen dürse. Heute schreibt das Blatt neuer⸗ Unsere Ausführungen über das Kriegsziel sind in der Presse vielfach kommentiert worden. Ein Blatt, das mit besonderer Leiden⸗ ist, glaubt diesen Standpunkt durch Grobheiten an die Adresse un⸗ serer Zeitung bekräftigen zu können. Es handelt sich um wohl⸗ zufolge eine Diskusston der künftigen Friedensbedingungen als 2 gegenwärtig noch unzulässig zu behandeln ist. Irrig ist 0 5 euzzeitung ausgesprochene Ansicht,

Reichsleitung bei der Regelung der Friedensfrage die Mi wirkung des deutschen Volkes ausschließen wolle. Wir haben viel⸗ mehr ausdrücklich betont, daß die Regierung, wenn der Zeitpunkt willen gestützt zu sein. Es handelt sich also hier ledi ich um die Frage des richtigen Zeitpunktes, der allein irrtümlich ist die Meinung derVossischen, Zeitung, daß es sich bei unserem Artikel um den Versuch einer Erläuterung der Verhand⸗ hätte, die notwendig für eine erneute Darstellung des Standpunktes der obersten Gewalt des Reiches in dieser Frage wäre. Beide

bedingungen rechtzeitig freigegeben werden wird.

1 Wir haben früher schon dargetan, daß auch wir den ein Vertrauensverhältnis zur Presse einlenken. Daß jetzt schon die Zeit gekommen sei, lang und breit die Friedens⸗ demokratische Kreise sind, wie aus dem nachstehenden Be⸗ richt hervorgeht, der Ansicht, daß das Volk jetzt Ver⸗ Berlin, 22. Febr. In einer großen Volks versamm⸗

lung in Stuttgart sprach, wie demBerl. Tagebl. beri über die politische Zukunft Deutschkands. Er be⸗ tonte, daß vorzeitig unternommene itt zur Herbei⸗ könne. Wenn wir einen Frieden wollten, wie wir ihn brauchten, dann müßten wir vor allem jetzt Vertrauen zu den deutschen Waf⸗ dem Friebenswunsch und dem Friedenswillen des Kaisers. Zwei⸗ mal habe der Kaiser in den letzten Jahren durch sein persön⸗ unbeschabet zu der Politik des Kaisers müsse man heute erklären, N in dem jetzigen Augenblick können wir dem Kai⸗

auch] der besten Stimmung.Seid

gemernen Zeitung bezüglich der Wuseimandersetzungen über die Friedensbedingungen tragen den Stempel der Persönlichkeit des Reichskanzlers. Sie entsprechen aber auch dem Willen des Kar⸗ sers. Wenn es notwendig werden sollte, werde die deutsche Sozial⸗ demokratie dem Kanzler und dem Kaiser zur Seite stehen, so⸗ weit es sich darum handelt, den Krieg durch einen Frieden zu beenden, der nicht den Keim zu neuen Konflikten in sich trage, einen Frieden, der die Welt der friedlichen Arbeit wieder⸗ gebe.

preußisches Abgeordnetenhaus.

O Berlin, e destrigz 9 r Abgeordnetenhauses konnte Präsident Graf don 1 Löwitz mit der Bekanntgabe des herrlichen Erfolges der Schlach⸗ ten in Mafuren eröffnen. Das Haus entbot dem Kaiser tele⸗ graphisch seine Glückwünsche. Zu Ehren des verstorbenen Abge⸗ ordneten Dittrich(tr.) erhob sich das Haus

Auf der Tagesordnung stand die zweite Beratung des Etats, und zwar der Etat des Staatsministeriums in Verbin⸗ dung mit der zweiten Beratung des Gesetzentwurfs über Bei⸗ hilfen zuden Kriegswohlfahrtsausgaben der Ge⸗ meinden und Gemeindeverbände. 5 5

Nach den Berichten der Abgg. Hoesch und v. Zedlitz er⸗ klärte Abg. Dr. Friedberg(natl.) namens aller Parteien, ausgenommen die Sozialdemokratie, daß man den vorliegenden Entwurf als eine Ehrenpflicht der Staatsregierung ansehe. Er werde dazu beitragen, der gerechten Sache den Sieg zu erringen. Abg. Hirsch(Soz.) trat namens seiner Partei dem Entwurf un⸗ ter Anerkennung des bisher hinsichtlich der Kriegsfürsorge Ge⸗ leisteten ebenfalls bei. Der Entwurf wurde alsdann ein stim⸗ mig angenommen.

Aus Stadt und Car. Gießen, 23. Februar 1915.

Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Kriegsfreiw. Konr. Georg Niedernhö fer, Inf.⸗Rgt. 168. aus Friedberg. Gardist Eduard Heiden rei ch, Inf.⸗Rgt. 115, aus Offenbach. Kriegsfreiw. Johann Mih m, Jnf.⸗Rat 168, aus Offenbach a. M. Leutn. u. Kompagnieführer Kurt Schnei⸗ der aus Hanau. Landwehrm. Wilh. Emmel, Res.⸗Inf. Hanau. Leutn. d. Res. Heinr. Bur⸗ kart, 17. bayer. Inf.⸗Rgt., aus Langendiebach. Kriegsfreiw. Musk. 25 rn

mehr⸗Ersatz-Rgt. 4 aus Offenbach a. M. Ersatz⸗Res. Konrad Kirchner, Inf.⸗Rgt. 80, aus Langenborgheim. Kranken⸗ träger Heinrich Baden aus Worms. Oberl. d. Res. Reg.

2* 0. 34 l, Landw.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Bernsfeld. Landwehrm. 8 2 Kt. 81, aus Donsbach. Geft.

Jager Willi No ß, bayr. 2. Jägerbat., aus Langendiebach. Res. Hans Buman n, Res. Inf.⸗Rgt. 88, aus Hanau. Res. Friedrich Schadt, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 88, aus Hanau. Matrose Karl

Gefr. Martin Schwarz, Inf. Rgt. 115, aus Darmstadt. Ersatzres. Wilhelm Graulich Inf.⸗Rgt. 116, aus Oberndorf. Vizewachtmeister Friedrich Dinckel, Westf. Fußart.⸗Rgt. 7, aus Wetzlar. Landwehrm. Wilhelm Windolf, Inf.⸗Rgt. 140, aus Wetzlar. Res. Jo⸗ annes Kaiser, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 116, aus Lauterbach. Res. Joh. Friedrich Bamberger, Inf.⸗Rgt. 115, aus Offenbach a. M., Musketier Konrad Schäfer, Inf. ⸗Rgt. 168, aus Tortelweil. Musk. Heinrich Theiß aus Niedereisenhausen. *

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Freiherr von Preuschen, Oberstleutnant und Kommandeur des Inf. Regts. 115(1. Klasse) Gefr. Kran; aus Steindorf, Feld⸗ Telegraphist bei der Armee⸗Telegr.⸗Abt. Woyrsch. Vizefeld⸗ webel Göbel aus Dillenburg, Inf.⸗Regt. 88. Fritz Burch⸗ hardt, Leutn. d. R. im Inf.-⸗Regt. 154. Off.⸗Stellv. Refe⸗ rendar Hans Oppermann aus Wetzlar, Jägerbat. 11. Landesbauinspekt. Schmohl aus Marburg, Kriegsfreiw. im 24. Res.⸗Jägerbat. Gefr. Karl Menzler aus Franken⸗ berg, Art.⸗Mun.⸗Kolonne 25. Gefr. Fr Schäfer aus Fran⸗ kenberg, San⸗Kraftwagen-Park der Etappen⸗Insp. 7. Pion. Plett aus Willersdorf, 19. Pionierbat. August Lambert aus Hanau, Leutn. im Inf. Regt. Hessen⸗Homburg 166. Kriegsfreiw. Steffan aus Vilbel, 15. Art.⸗Regt. Gefr. Bruno Radecke aus Selters, Res.⸗Inf.⸗Regt 222. Refe⸗ rendar Hans Oppermann aus Wetzlar, Off.⸗Stellv. beim Jäger⸗Bat. 11. Reservist Johann Meuser aus Oberrod, Kr. Westerburg, Inf.⸗Regt. 30. Uffz. Wilh. Hecker aus Haiger, Inf.⸗Regt 88. Peter Ludwig Waidmann aus Hausen b. Butzbach. Reservist Karl Hinkel aus Hainchen. Üffz. d. R. Ludwig Peter aus Frohnhausen,(Dillkreis),

u Regt 28. Feldwebel Diehl aus Oberschmitten, bei

Meyer aus Grünberg.

Klein⸗Bieberau, Leibg.⸗Inf.⸗Regt. 115. Wehrmann Gefreiter Jakob Trautmann aus Klein⸗Bieberau, Res.⸗Juf. Regt. 118. Heinrich Mühlfeld, Reservist im Art. Regt. 61, aus Hets Peter Dickel aus Hergersdorf. Uffz. Mersch⸗ rod aus Lauterbach, Masch.⸗Gew.⸗Komp. Königs⸗Inf.⸗Rgt. Nr. 145. g

* Auszeichnung. Herrn Stabsarzt Dr. Büch⸗ ner aus Gießen, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, sind jetzt auch der Kgl. Bayer. Verdienst⸗ orden mit Schwertern und das Groß h. Hessische Sanitätskreuz verliehen worden. * Vom Kaiser. Eine große Freude ist fünf jungen Gießener Kriegsfreiwilligen(Lahr, Eckhardt, Selzer, Hartmann und Sauer) widerfahren. Die jungen Leute, die teilweise verwundet aus dem Felde zurückgekom⸗ men und nach dem Truppenübungsplatz Döberitz komman⸗ diert waren, um dort als Offiziersanwärter weiter aus⸗ bildet zu werden, spazierten Donnerstag früh im Berliner sergarten, als ihnen der in der Nacht aus Masuren zurück⸗ 94 Kaiser begegnete und sie mit den Worten Ei, da ist ja auch mein Regiment begrüßte. Es war am Tage nach der Winterschlacht in Masuren und der Kaiser in aus Oberhesse? fragte er und unterhielt sich dann mit jedem Einzelnen einige Zeit, sie 7 44 ermahnend, in Döberitz ja recht fleißig zu sein. Mit den WortenLernt besonders das Einbud⸗

Die Erörterungen über die militärische preußischen Abgeordnetenhauses hatte auch dieNordd. gleichzeitig aber in Aussicht 1 1 daß zu gelegener Zeit vor dings: schaftlichkeit für die sofortige Freigabe der Erörterungen eingetreten erwogene Beschlüsse der politischen und militärischen Leitung, denen daß die ach, z. B. in der Kr 12 gekommen ist, dankbar sein wird, von einem starken Volks⸗ durch die militärischen Ereignisse bestimmt werden kann. Ganz lungen der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses gehandelt stimmen darin überein, daß die öffentliche Erörterung der Friedens⸗ Wunsch hätten, es möchte die Zensur mehr und mehr in bedingungen zu erörtern, glauben wir nicht. Selbst sozial⸗ trauen zur Regierung und zum Kaiser haben müsse: tet wird, der sozialdemokratische Abgeordnete Wolfgang Herne

Auhrung des Friedens dem Irieden mehr schaden als nügzen sen und zu dem kämpfenden deutschen Volk, vertrauen aber

lich entscheidendes Eingreifen uns den Frieden gesichert. Ganz

N ser vertrauen. Die Erklärungen in derNorddeutschen All⸗

deln, Jungens, tüchtig einbuddeln, entließ er die hoch⸗ beglückten jungen Krieger. i i

[prüfung von vier weiteren Sanitätshunden ab.

J der 2. Garde⸗Fußartillerie. Heinrich Trautmann aus f.

r Militärische Ausbildung a Die Neuangemeldeten werden, wie man uns Mittwoch,

ersucht, aufgefordert, sich A N E Oberrealschule zu melden. Do weitere Meldungen entgegengenommen. 5

** Ernste und heitere Dichtungen* cand. phil. Willy W. Göttig vorgestern abend in der Neuen Aula vor. Das Programm war mit 1 Geschmack zusammengestellt, und Herr Göttig verstand es, seine Zu hörer von Anfang bis zu Ende zu fesseln. Von den ernsten Gedichten wurdenDer Haßgesang gegen England von Lissauer undEin Zweikampf in den Lüften von te Kloot mit großem Beifall aufgenommen. Den größten Erfolg jedoch erzielte Herr Göttig wie immer mit seinen heiteren Vorträgen. Mit der GeschichteDie Versöhnung von Ett⸗ linger löste er einen solchen Beifallssturm aus, daß er sichh nach der Ueberreichung eines prächtigen Lorbeerkranzes zu einer Zugabe genötigt sah. Leider war der Besuch, durch mehrere andere Veranstaltungen stark beeinträ 195 1 schwach, so daß der wohltätige Zweck des 0 ri PF 1 ö 50 8 55

riegsschreibstuben. Um! mit den Vorschri

über die Adressierung und Verpackung der 9 e we⸗ niger vertrauten Publikum hilfreich an die Hand zu gehen und damit auf eine Verringerung der großen Zahl der unrichtig und undeutlich adressierten und mangelhaft verpackten Feldpostsendungen hinzuwirken, hatte das Reichs ⸗Postamt Oktober 1914 die Ober⸗Postdirektionen veranlaßt, die Einrichtung von Kriegs⸗ schreibstuben möglichst zu fördern. Nach einer dieser vor⸗ genommenen Feststellung sind jetzt im Reichs po biet 1843 Kriegs⸗ Fe

riegsschrei en und Ver en in Täti mi Freude begrüßt werden darf. Dir Nel gustver 1 wendet der weiteren Ausbreitung dieser Einrichtung dauernd ihre Fürsorge zu.

* Aus dem Gefangenenlager. Die Sendungen von Kleidungsstücken, Nahrungsmitteln und Tabak aus Frankreich an die 2 haben sich in den letzten Wochen gegen früher verdreifacht und sind stark im nehmen begriffen, so daß eine Vermehrung des Kontroll- personals ins Auge gefaßt wurde. Aber auch die jetzige Gepflogenheit der Abholung der Sendungen, die täglich durch Gefangene erfolgt, läßt sich bei dem Umfang der Pakete aus postalischen Gründen nicht mehr beibehalten. Man wird von nächster Woche ab ein Lastauto benutzen.

In der vorigen Woche kam zu dem gewöhnlichen täglichen Verkehr auch noch eine Sendung von 200 Ztr. Lie⸗ besgaben für die gesamten Insassen des 5 aus Frankreich hier an. Diese Sendung bestand aus Ballen, die in Sackleinen verpackt durch mehrere Fuhren ins Lager ge⸗ bracht wurden. Neuerdings ist den Gefangenen gestattet, häufiger in die Heimat zu schreiben. Während sie vorher pro Monat zwei Postkarten nach Frankreich senden konnten,

nd⸗ist diese Zahl jetzt auf vier erhöht worden, wozu außerdem

noch alle 14 Tage je ein Brief kommt. Man ersieht daraus, daß man den Kriegsgefangenen bei uns recht weit ent⸗ gegenkommt. 5

n oendungen an Gefangene in Rußland. Wie jetzt bekannt geworden ist, läßt die russische Regierung in Sendungen

an deutsche Kriegsgefangene keine Waren zu, deren Einfuhr in Rußland auch sonst verboten ist. Ein solches I e besteht z. B. in Rußland für alle Schweinefleischwaren mit Aus- nahme von Schweineschmalz, für Spielkarten u. a. m. Es kann daher nur einpiohlen werden, sich vor der Absendung von Paketen

an Deutsche, die sich in russischer Gesangenschast befinden, . 5 ob der Paketinhalt russischen Einsuhrverboten unterliegt. 5 N 8

* Der Polizei- und Schutzhunde verein hielt am Samstag nachmittag auf dem Trieb eine 3 me⸗ 7 dem Leiter des Sanitätshunde⸗Dressur⸗Vereins in Frank⸗ furt, Herrn Diefenbach wohnten der Prüfung mehrere Mitglieder des Komitees des hiesigen Vereins bei. Jedem der vier Hunde nebst Führer wurde ein besonderer Wald⸗ 13 5 abschnitt See den die Hunde nach markierten Ver⸗ wundeten absuchen mußten. Die Leistungen der einzelnen Hunde waren vorzüglich. Die Ausbildung der vier Hunde, deren Führer Mitglieder der hiesigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz sind, erfolgte durch Schutzmann Klös, wäh⸗ rend die bereits früher geprüften drei Sanitätshunde von Schutzmann Seitz ausgebildet worden sind.

* Der diesjährige Beginn der Lehrzeit. Die hessische Handwerkskammer ist schon seit län⸗ gerer Zeit in Erwägung darüber eingetreten, wie es in Rücksicht auf die vorliegenden Verhältnisse dieses Jahr mit der Annahme der Lehrlinge gehalten werden soll, und ob es sich nicht empfiehlt, wegen des ungeheuren Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitskräften den Termin für die Einstellung der Lehrlinge allgemein oder doch zum wenigsten für die Lehrlinge hinaus zuschieben; die aus landwirt⸗ schaftlichen Kreisen stammen. Die nächste und dringende Arbeit für die Landwirtschaft ist die Saatbestellung. Sie muß zeitig beginnen und im weitesten Maße N

werden, um die Volksernährung sicher zu stellen. Anderer⸗ seits ist die Zeit, die dafür aufgewendet werden muß, nicht sehr lang, es dürften hierfür 2 Monate, vielleicht März und April, vollkommen genügen. Wohl aber gilt es in dieser Zeit alles heranzuziehen, was bei der Saatbestellung einigermaßen sachverständig mitwirken kann Die 3 die der Lehrling dann später in die Lehre kommt, wird er bei einigem Fleiß bald nachholen können. 8.. Hause aber ist von unschätzbarem Wert. Wie die ölke⸗ rung allgemein schon vielsach Einschränkungen in der der amten Lebensweise auf sich nahm, so müssen auch hier beteiligten Kreise zusammenwirken, damit Deuts and auch in wirtschaftlicher Beziehung den ihm. ingenen Kampf besteht. Die Handwerkskammer kam deshalb zu dem Beschluß, den Eltern sowohl wie auch den Lehrmeistern dringend ans Herz zu legen, daß der Beginn der Lehrzeit nicht früher als von Anfang Mai festgelegt wird.

* Baumpflege und Baumschnitt! Jetzt ist es an der Zeit, daß die Klebgürtel von den Obstbäumen abgenommen, verbrannt und die Stämme vom Gürtel bis zum Erdboden abgebürstet werden, um auch die hier von den Frostspannerweibchen abgelegten Eier zu vernichten. Außerdem ist ratsam, bei dieser Arbeit die Raupennester des Goldasters und des Baumweißlings, erkenntlich an den dürren zusammengesponnenen Blättern, abzuschneiden und zu verbrennen, die man besonders an jungen Apfelbäumen im Felde und in höheren Lagen wahrnehmen kann. Ein Gold⸗ asternest beherbergt oft mehrere hundert Raupen. Auch ist die jetzige Zeit sehr geeignet für den Baumschnitt, schon ist Saft in den Bäumen. Zu später Schnitt ist für die Obstbäume ebenso nachteilig wie für die Reben. Nur gut ge flegte, frucht⸗ bare Obstbäume können befriedigende Ernten bringen.

»Es ist immer noch viel Gold im Lande. Der Direktor der hiesigen Oberrealschule forderte die Schüler auf, Gold, das sie auftreiben könnten, bet ihm umzu⸗ wechseln. Er versprach den beiden Schülern, die bis zum 20. rz das meiste Gold abliefern würden, je ein ah b

als Preis und außerdem der ganzen Schule einen Tag zu einem Klassenspaziergang, Jobald 10000 Ml. abgeliefe

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