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Am dritten Trag
f nach der derung waren 17000 Mk. abgeliefert. Einzelne Schüler lieferten— ab ale ae ech n 14 herunter zu Dies erfo i rfahren sei ch⸗ ahmung empfohlen.. „ Landkreis Gießen. 1—
— Wieseck, 21. Febr. Unter großer Beteiligung der Orts⸗ bewohner wurde der anfangs Dezember ausgerückte Krieger Karl Balthaser Hormann von hier zur letzten Ruhe be⸗
stattet. Er war bei Cernay in Frankreich durch einen Granat⸗ splutter verwundet und deswegen in das Lazarett nach Baden- Baden überführt worden, wo er am 16. d. M. starb. Der hiesige Kriegerverein erwies ihm die letzten militärischen Ehren. Von dem Gesangverein„Eintracht“ und seinen Arbeitsgenossen wurden Kränze an seinem Grabe niedergelegt.
l. Lollar, 22. Febr. Die Reichs⸗Wollwoche hatte ein schönes Ergebnis, denn 114 schöne warme Decken, von hiesigen Frauen und Jungfrauen hergestellt, konnten mit einem Posten guter Kleidungsstücke für die ostpreußischen Flüchtlinge abgeliefert werden. — Am letzten Donnerstag ging der Unterricht für die Fort⸗ bildungsschüler mit einer kleinen Abschlußprüfung für diesen Winter zu Ende.
Kreis Büdingen.
d Unter⸗ Schmitten. 21. Febr. Der hiesige Lehrer Otto Schneider, Leutnant der Reserve und Kompagnieführer im 2. Königl. bayr. Jägerbataillon, erhielt das Eiserne Kreuz.
Kreis Schotten.
O Meiches, 22. Febr. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt der Reservist Weber von hier. Den Heldentod fürs Vaterland starb der Wehrmann Wilhelm Etling. Gardist
Schönhals wird vermißt.
Starkenburg und Rheinhessen.
. Offenbach, 23. Febr. Die bisher für Offenbach fest⸗ *— Höchstpreise für Kartoffeln vermochten nicht, die käufer zu einem genügenden Angebot dieses sür die Volks⸗ ernährung so wichtigen Artikels zu veranlassen. Nachdem nun auch noch der Bundesrat den Höchstpreis für Kartoffeln in erster Linie von 6,10 Mark auf 9,60 Mark für 100 Kilogramm erhöht — waren angesichts dieser ungeheuren Steigerung auch die ürzlich erst in Frankfurt und in Offenbach auf 11 Pfg. pro Kilogramm festgesetzten Kleinhandelspreise nicht mehr ausreichend. Es blieb daher nichts anderes übrig, als wie es auch Frankfurt getan hat, vorerst alle bisher geltenden Höchstpreise auf⸗ zuheben, um zunächst einmal abzuwarten, wie sich der Kartoffelhandel auf Grund der vom srat getroffenen Fest⸗ setzungen entwickeln wird. Der Oberbürgermeister hat eine dies⸗ dg een ee exlassen, nach der die bisher für Offen⸗ bach den H sämtlich aufgehoben sind Abgesehen — 1— sich nur 5— 5 mehr Zentnern ieht, t es jetzt a in Offenbach überhaupt keine Höchstpreise für Kartoffeln.
Hessen⸗Nassau. i
m. Kirchhain, 22. Febr. Im Sitzungszimmer des Rat- hauses fand heute eine Versammlung der hiesigen Bäckermeister, Müller und Mehlverkäufer statt, in welcher über die Regelung des Mehl⸗ und Brotverbrauchs die erforderlichen Er⸗ läuterungen gegeben wurden. Für die Landwirte wird ein be⸗ stimmtes Quantum des beschlagnahmten Getreides zum Verbacken freigegeben, die übrigen Einwohner erhalten Brotkarten, auf Grund deren sie bei jedem hiesigen Bäcker und Mehlhändler gegen Be⸗ zahlung Brot und Mehl entnehmen können. Das Austragen von Brötchen ist nicht gestattet. Wird Brot nach auswärts verkaust, so muß hierfür eine entsprechende Menge von Mehl oder Getreide eingeführt werden. Die Bäcker erhalten das zum Verbacken er- sorderliche Quantum Mehl von der Stadt geliefert, letztere kauft das Getreide auf und läßt es vermahlen, über die Verwendung der Kleie ergeht noch besondere Verordnung.
0 1*
b Frankfurt a. M, 22. Jebr. Die vom Magistrat be⸗.
schlossene Herabsetzung der Brotpreise tritt am 24. Febr. in Kraft. Das Vierpfundbrot kostet 74 Pig, das Zweipfundbrot 37 Pig. gegen 80 und 40 Pfg., wie die Bäckerinnung jestsetzte.
Sießener Strafkammer.
th. Gießen, 20. Febr. Billiger Obstverkauf in Gießen. Ende Dezember verurteilte die Strafkammer zwei junge Bur⸗ schen zu 4 und 3 Monaten Gefängnis, weil sie am 12. November v. J. einen„billigen Verkauf edler Obstsorten“ in Gießen vorgenommen hatten. Das Obst war von ihnen aus einem der Keller unter den Marktlauben gestohlen worden. Als dritter Teilhaber bei diesem Geschäft war von den Angeklagten der ehe⸗ malige Bäckergeselle Heinrich Gl. aus Gießen bezeichnet worden, wel! sich nach der Geschäftsabwicklung unbekannten Aufenthalts aus unserer Stadt abgemeldet hatte. Man hat aber den mehrfach be⸗ straften 60 jährigen Menschen nachträglich ermittelt und er mußte sich nun nachträglich wegen des unsauberen Handels vor der Straf⸗ kammer verantworten, die ihn für sein Tun zu 2 Monaten Ge⸗ fängnis verurteilte.— Weitere zwei Diebstahlsanklagen hatten kein besonderes Interesse. a 5 Keinen Roggen mehr verfüttern. Der Landwirt Wilhelm Th. von Weitershain, ein verstän⸗ diger, 49 Jahre alter Mann, hat trotz der bekannten Bundesrats⸗ verordnung am 25. November d. J. ein Sack Roggen ver⸗ schroten lassen und als Viehfutter verwendet. Der Ange⸗ klagte erklärte vor der Strafkammer, er sei unschuldig, er habe das Verbot nicht gekannt, sonst hätte er den Sack Roggen nicht verfüttert. Hätte der Gendarm ihm nur ein Wort gesagt, so hätte er den Roggen nicht schroten lassen. Auch der Präsident der Mahlgesellschaft, der er angehört, habe kein Wort gesagt, daß man Roggen nicht verfüttern dürfe. Vom Richtertisch aus wurde dem Manne vorgehalten, daß doch nach Erlaß des Verbotes in Weitershain alle Besitzer darüber geschimpft hätten, daß sie den Roggen usw. nicht mehr verfüttern dürften. Es sei nach der Er⸗ klärung des Bürgermeisters dort das Verbot des Verfütterns von Roggen also auch allgemein bekannt gewesen. Es habe auch in allen Zeitungen das Verbot gestanden und da könne sich doch niemand, der sehe und höre, was in der Welt vorgehe, mit Un⸗ wissenheit entschuldigen. Es müsse jeder Landwirt wissen, daß er Roggen nicht dem Vieh geben dürfe, in einer so schweren Zeit, wie sie unser Volk augenblicklich durchzumachen hat. Als man dem Angeklagten mitteilte, daß auf seine Tat eine Geldstrafe bis zu 1500 Mark erkannt werden könne, wurde er sehr kleinlaut. Der Staatsanwalt beantragte eine Geldstrafe von 50 Mk., hilfsweise 10 Tage Gefängnis. Es erging Urteil nur in Höhe von 25 Mk., hilfs⸗ weise 5 Tage Gefängnis, doch ließ der Gerichtshof bei der Ur⸗ teilsbegründung erklären, daß er diese Verfehlungen für die Folge kräftiger bestrafen werde. Keinen Kartoffel zusatz im Brot 5 verbacken zu haben, ist der Bäckermeister Karl D. aus Alsfeld geständig. Er gibt glatt zu, er habe die Bestimmungen der Ver⸗ ordnung des Bundesrats für das Bäckereigewerbe gekannt. Es sei ihm damals unmöglich gewesen, Kartoffelmehl oder ein anderes Zusatzmittel aus Kartoffeln zum Roggenmehl zu bekommen. Er habe versucht, mit gekochten, geriebenen Kartoffeln den Vor⸗ schriften für sein Gewerbe nachzukommen, aber die Masse sern ihm sckwarz geworden, so daß er habe befürchten müssen, sein Brot da⸗ mit zu ve Die Strafkammer nahm Rücksicht auf die Not⸗ lage, in der sich der Angeklagte damals befunden hat, und erkannte auf eine Geldstrafe von 20 Mt. hilfsweise 4 Tage Gesöngnis Es sei dem Angeklagten zu glauben, daß er bei der gegebenen Neu⸗
heit des Kartoffelzusatzes zum Brot, mit der er noch nicht habe zurecht kommen können, sich in einer Notlage befunden hat. Im anderen
2 würde aber die Strafe ganz erheblich höher aus⸗
Ff. ĩ ²˙ö—
Eingesandt. 01 und aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel ul die Redaktion dem Publikum
gegenuber keinerlei Verantwortung.) 1 Wo sind die Kartoffeln?
Warum liesern die Landleute keine Kartoffeln? Da ich viel auf dem Lande zu tun habe, bin ich auf der Suche nach Kar⸗ toffeln zur Ansicht gekommen, daß der jetzige Preis dem Bauer noch nicht genügt, da Kartosseln überall in Mengen vor handen sind. habe eine große Familie(8 Köpfe) zu er⸗ nähren und habe mir die größte Mühe gegeben, Kartoffeln zu er⸗ halten, aber alles vergebens. Auf dem Markte werden keine Kar⸗ toffeln mehr angefahren und früher gab es welche bloß in kleinen Mengen(30—50 Pfund). 2 5 5
Ter Bauer hat allerlei Entschuldigung, wenn man ihn um Kartoffeln angeht, z. B.: Die Kartoffeln muß ich selbst haben. Der andere: Meine Kartoffeln verkaufe ich zur Saat. Da gelten sie mehr. Der Dritte: Ich habe selbst nicht genug. Trotzdem hat Letzterer und Ersterer Kartoffeln in Menge und hat sie mit Dick- wurz zugeworfen, damit niemand den Vorrat feststellen kann.
Zu meiner großen Familie erhielt ich noch Einquartier⸗ ung. Mit was sollen wir uns nun ernähren? An Brot soll ge⸗ spart werden, trotzdem brauche ich jetzt 12—14 Laib Brot die Woche. Was soll es aber werden, wenn es gar keine Kar- toffeln gibt?
Warum werden die Kartoffeln nicht beschlagnahmt? Oder warum sorgt die Behörde nicht für Kartoffeln? 5
Ich hade hier nur die Lage meiner Familie geschildert, trotz- dem mir noch sehr viele und schlimmere Fälle bekannt sind.
Ein Kartosselverbraucher.
***
Das Mißverhältnis zwischen Roggen⸗ und Brotpreisen.
Eine sonderbare Erscheinung tritt mit dem Aufschlag des Brot⸗ preises auf 80 Pfg. pro 4 Pfund zu Tage, welcher in gar keinem Verhältnis steht zum Höchstpreis für Roggen, welcher jetzt außer Weizen hauptsächlich in Betracht kommt. r Kriegsausbruch und in früheren Jahren kostete der Roggen(Höchstpreis) 18 Mark, Brot 4 Pfd. 50—.52 Pfg. Heute kostet Roggen(Höchstpreis) 24 Mk., Brot 4 Pfd. 80 Pfg., also um 60 Proz. ist das Brot gegen früher gestiegen, der Roggen nur um 25 Proz., so daß eigentlich heute das 4⸗Pfd.⸗Brot nur 65 Pfg. zu kosten brauchte, sogar noch we⸗ niger, da bis zu 20 Prozent Kartoffeln darunter sein dürfen, welche bedeutend billiger sind als Mehl. Soll erst der Arbeiter, kleine Geschäftsmann und Beamte durch unerschwingliche Preise zum Sparen durch Hungern gezwungen werden, damit sich der Mehl⸗ großhandel(nicht etwa Bäcker oder Müller) eher die Taschen füllen können? Hier tut Aufklärung unbedingt not.
Ein Landwirt.
***
Weizenbrot und Kranke.
Durch die Bestimmungen über das Brotbacken werden viele Darm- und Magenkranke hart getroffen. Die Aerzte geben der⸗ artigen Kranken Bescheinigungen, damit die Bäcker denselben reines Weizenbrot liefern, aber die Meister lehnen es ab, solches zu backen, mit der Bemerkung, sie dürften es nicht und dann könnten sie auch nicht wegen eines Kunden mit der Bereitung von Weißbrot anfangen. Ersteres trifft nicht zu, letzteres ist richtig. Es soll jedoch den Bäckermeistern kein Vorwurf gemacht werden.
Nun ist es unbedingt nötig, daß hier geholfen wird, denn der Genuß ungeeigneten Brotes bringt derartig Kranken die ent⸗ setzlichsten Schmerzen. Es würde sich daher empfehlen, daß die Bäckerinnung einen(oder mehrere) Meister bestimmen würde, die auf ärztliches Attest und bei Bestellung wöchentlich zweimal reines, gut i Weizenbrot in kleinen Laib etwa 11/ Pfund) backen. a 4
Weng die Bäckerinnung 05 dazu nicht entschließen kann, wäre es wohl Sache der zuständigen Behörde, durch entsprechende Bestim⸗ mungen Fürsorge für ihre kranken Mitbürger zu treffen.
25 Ein Bürger.
Märkte.
Gießen, 23. Febr. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pfund 1,10—1,20 Mr., Hühner ⸗ eier 1 Stück 11—12 Pia., 2 Stück 00 Pig. Enteneier 1 St. 0 Pfg. 2 St. 00 Pig. Gänseeier 1 St. 0—0 Pig. 2 St. 00 Pfg.; Käse das Stück 7—8 Pfg., Käsematte 2 Stück 6—0 Pig.: Tauben das Paar 1,00—1,40 Mk., Hühner das Stück 1,00—2,50 Mk., Hahnen das Stück 1,00— 2,50 Mk., Enten das Stück 2,50—3,00 Mk., Gänse das Ped. 70—80 Pig.; Welsche 4—5 Mk.; Ochsenfleisch das Pfd. 90—98 Pfg., Rindfleisch das Pfund 90— 94 Pfg., Kuhfleisch 8)—90 Pfg., Schweine; fleisch das Pfund 100-116 Pig, Kalbfleisch das Pfd. 76— 80 Pfg., Hammelfleisch das Pfund 80—96 Pfg.; Kartoffeln 100 Kilo 7,00— Mk., Weißkraut das Stück 10—20 Pig. Zwiebeln der Zte 12,00— 15,00 Mk.? Milch das Liter 22 Pfg.: Aepfel der Zentner 15—20 Mt.; Birnen das Piund 12—15 Pfg., Nüsse 100 Stück 40—50 Pig.— Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.
Jo. Frankfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 22. Febr. Auftrieb: Rinder 1533(Ochsen 241, Bullen 59, Kühe und Färsen 1233). Kälber 366, Schafe 50, Schweine 2806..
Tendenz: Gute Ochsen lebhaft, sonst in Rindern gedrückt; Kälber und Schase ruhig, ausverkauft; Schweine lanasam, in un. reifen Schweinen großes Angebot. Preise für 100 Pfd
Lebend Scblacht⸗
Ochsen. gewicht Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht ⸗ Ml. Mt. wertes, 1—7 Jahre alt:. 52—57 28—103 die noch nicht gezogen haben(ungejochte). 47—51 88—93 Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäs tete 438—46 80—88 Bullen. Vollfleischige, aus gewachsene, höchsten Schlachtw. 48—51 80—88 Vollfleischige, jüngere 43—46 78—80 Färsen, Kühe. Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 46—50 88 90 Vollfleischige ausgem. Kühe höchsten Schlacht ⸗ wertes bis zu 7 Jahren 48—47 80—84 Wenig gut entwickelte Färsen 3642 73-80 Aeltere ausgemästete Kühe 36—41 67—76 Mäßig genährte 2 7 Färsen. 30-36 60—72 er. Jeinste Mastkälb en 54-56 90—93 Mittlere Mast- und beste Saugkälb¶er. 50—54 8390 Geringere Mast- und gute Saugkälber.. 43—48 73—81 Sch ea se. Stall mastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel. 48-00 105-00 g Schweine.
Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 kg Lebendgewi cht Vollfleischige Schweine unter 80 kg Seen ei Vollfleischige Schweine von 100 bis 120 kg Lebend gewicht Vollfleischige Schweine von 120 bis
150 Lebendgewicht
82.50 85.00 103.00 106.00 80.00 83.00 92.00- 100.00 82.00 85.00 103.00 106.00 82.00 85.00 103.00— 106.00
le. Frankfurt a. M., 22. Febr.(Orig.⸗Telegr. des. Anz.) Frucht markt. Weizen hiesiger 27,95 Mk., Roggen 20,95 Mk., Gerste, Wetterauer, 23,95 Mk., Hafer 22,30 Mk.
Futtermittel sest.
e. Frankfurt a. M., 22. Febr.(Orig.-Telegr. des Gieß. Anz.) 1 Kartoffeln im Großhandel Mk. 8,00 bis 8,50, Kartoffeln im Kleinhandel Mk. 9,00— 9,50, Alles per 100 Kg.
Frankfurt a. M., 23. Febr. Heu- und Strohmarkt. 8 veu 4705,00 Mk. Stroh(fornlangstroh) 0.00 bis 0.00 Mk., Wirrsiroh 0,00—0,00 Mark. Alles je 50 Kilo. Ge⸗ schäft ziemlich rege. Die Zufuhren waren aus Oberhessen und aus
den Kreisen Hanau und Dieburg.
[Karpathen werden die Reservistenregimenter in
Kirchliche Nachrichten.
n Evangelische Gemeinde.
1 In der Stadttirche. 5 Mittwoch, den 24. Februar, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde.
(Passionsandacht.) Piarrer Schwabe.
Amtlicher Wetterbericht. a Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 24. Februar 1915: 3 Vorwiegend heiter und troden, stärkere nächtliche Abkühlung. a
1 5 1 4 2 Letzte Nachrichten. Folgen der Blockade. „i. Köln, 23. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: Die französischen Blätter melden, daß in Hull große Unruhe herrsche über das Schicksal des Dampfers „Kembland“, der Hull am Montag mit der Bestimmung nach dem Tyne verlassen hat, und von dem man seitdem ohne jede Nachricht ist. Der Dampfer war eben erst von einer Reederei in Glasgow gekauft worden und machte seine erste Fahrt für Rechnung dieser Firma. Den Dampfer„Maggie Barrat“, der mit einer Ladung Kohlen von Greenoek nach Duddon fuhr, gibt man verloren, da verschiedene Gegenstände von dem Dampfer bei der Insel Mann angeschwemmt worden sind. Von dem deutschen Unterseeboot, das bei Liverpool das Kohlen⸗ schiff versenkte, erfährt man, daß es einen italienischen Dampfer, der dem versenkten Schiffe vorausfuhr, unbehel⸗ ligt gelassen habe. Die französischen Marinebehörden haben in den letzten Tagen wiederholt die Leuchtfeuer in Calais und auf anderen Leuchttürmen löschen lassen mit Rücksicht auf die deutschen Unterseeboote. Trotzdem bemüht sich die fran⸗ zösische Presse krampfhaft, ihre Leser glauben zu machen, daß es sich bei der deutschen Blockadeerklärung nur um einen Bluff handle. Begeisterung der Truppen für Hindenburg. Berlin, 23. Febr. Der„Berl. Lokalanz.“ sagt zum Schlußbericht von Hindenburg:
„Der Sieg, der uns die höchste in einer offenen Feldschlacht erzielte Ziffer von Gefangenen gebracht hat, wurde zugleich einer der vollständigsten der Weltgeschichte. Ueber alles Lob erhaben sind die Leistungen der Truppen. Aber vergessen wir nicht, daß Einer sie beflügelt und beseelte. Der Deutsche hängt am innigsten und liebevollsten an seinen Helden und der deutsche Soldat ist darum der, der das beste Instrument in der Hand eines Feldherrn ist. Nur die Ausstrahlung einer großen Persönlichkeit kann Hunderttausende so über sich selbst hinaus heben, wie das bei dem Sieg in Masuren geschah, wie das allein hre übermenschlichen Leistungen ermöglicht. Der bel Tannenberg siegte, war nicht nur der Feldherr, war auch der Mann Hindenburg.
Die Einnahme von Stanislau. Rotterdam, 23. Febr. Die Einnahme von Stan is⸗ la u, dieses strategisch wichtigen Punktes, durch die Deutschen, wird hier als eine Erschütterung der russischen Stellungen in Galizien betrachtet. a Der Rückzug der Russen aus der Bukowina. Zürich, 23. Febr. An der russischen Front in den
großem Maßstabe aus der Front zurückgezo 9 en und durch junge Mannschaften ersetzt.— Nach De⸗ peschen aus Petersburg geht der Rückzug der Russen aus der Bukowina unter großen Entbehrungen für die Truppen vor sich.
Stimmungsumschwung in Rumänien.
Bukarest, 23. Febr. Rumänische Blätter stellen fest, daß seit dem Zusammenbruch der russischen Offensive in Ostpreußen sich ein bedeutender Umschwung in der Stimmung der Gesellschaft vollzogen hat. Die Sympathien für Rußland find abgeflaut und man hört wieder den bestimmten Wunsch, daß die Regierung auf keinen Fall ihre Neutralität aufgeben soll. Der russische Gesandte ist plötzlich abgereist. Jetzt verlautet, der Gesandte habe eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Bratianu gehabt und habe darauf seine Reise nach Petersburg zum Zaren angetreten.
Eine französische Fischerflotte gesunken.
i. Köln, 23. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der fran⸗ zösischen Grenze: In den schweren Seestürmen, die in den letzten Tagen fast im ganzen atlantischen Ozean wüteten, ist fast eine ganze, aus Motorbooten neuester Konstruktion bestehende, für den Sardinenfang eingerichtete Fischerflotte bei Ar⸗ cachon verloren gegangen. Von den achtzehn Booten sind fünfzehn gesunken.
Amerika und Japan.
i. Köln, 23. Febr. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Die„Times“ erfährt aus Washington, daß nach den Presseäußerungen zu schließen ernste Beunruhi⸗ gung in politischen Kreisen über die Forderungen Japans an
Cina herrsche.
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