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verlautbart:
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Besprechungen in London.
London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) König Georg hat gestern früh den russischen Botschafter und den russischen Finanzminister empfangen.
London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der fran⸗ zösische Minister des Aeußern Delcasss und der Botschaf⸗ ter Cambon hatten eine Besprechung mit Lord Kit⸗ chener im Kriegsamte.
Störung des Kabetverkehrs zwischen Schweden und England.
Kopenhagen, 11. Febr.(WTB. Nichtamtlich.)„Na⸗ ttonal Tidende“ schreibt: Das Kabel der Großen Nordischen Telegraphengesellschaft zwischen Schweden und Eng⸗ land ist bei New Castle unterbrochen. Anscheinend liegt nur ein gewöhnlicher Bruch und keine Durchschneidung vor. Man hofft, den Schaden in einigen Tagen ausbessern zu lönnen. Das Reservekabel England— Dänemark ist nicht unterbrochen.
Der Heeresetat im englischen Unterhaus.
London, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Unte r⸗ hause eröffnete der Unterstaatssekretär des Krieges die Aussprache über den Heeresetat und erörterte den über— legenen Charakter des englischen Flugzeuges, das zweimal so lange aushalte wie alle anderen Arten. Er besprach ferner den guten Gesundheitszustand der englischen Armee und den Gefechtswert der Truppen. Die Werbung schreite be- friedigend fort. Der Unterstaatssekretär machte jedoch keine Mitteilungen über die Stärke und Gruppierung der Streit⸗ kräfte, da der Feind dringend wünsche, solche Aufschlüsse zu erhalten. Er wolle keine Andeutung über die Dauer des Krieges machen, wolle aber sagen, daß keiner mutlos sei, keiner, der nicht überzeugt sei, daß schließlich die Verbün⸗ deten die Friedensbedingungen vorschreiben würden. Die Anstrengungen der Nation seien der Vergangenheit würdig; die tapferen Taten des Heeres ständen auf gleicher Stufe mit den Taten, die jemals die Armee vollführte. Walter Long wiederholte die Versicherung, daß die Opposition die Regierung unterstützen werde.
Vernichtung eines englischen Dampfers?
London, 10. Febr.(Ctr. Frkft.) Die Admiralität berichtet, daß am 6. Februar neun Rettungsboote bei Rye an der Südküste von England gefunden worden sind, die die Aufschrift„Oriole“ trugen. Man fürchtet, daß das Dampfschiff„Oriole“ der Allgemeinen Dampfschiff—
fahrtsgesellschaft, das am 29. Januar London verließ und am 30. Januar in Havre erwartet wurde, durch dasselbe deutsche Unterseeboot in den Grund gebohrt worden sei, das auch die„Tako Maru“ und die„Icaria“ ver⸗
nichtet hat.
Die Frage der Kohlenbeschaffung für Italien.
ü ürich, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Die„Neue Zürcher Zeitung“ schreibt: Laut„Italia“ ist die Frage der Kohlenbeschaffung für Italien weit ernster als die Getreideversorgung. Auf englische Kohle ist nicht mehr zu rechnen, ebensowenig auf amerikanische wegen der un⸗
heuren Frachtsätze. Die Rettung der italienischen Industrie Enn e nur aus Deutschland kommen. Eine Kommission von Wasserleitungs⸗ und Gasgesellschaften wurde von dem Mi⸗
nisterpräsidenten und dem Handelsminister empfangen, daß
denen sie die durch die Kohlennot mahelegte und um Abhilfe nachsuchte.
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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.
Wien. 10. Febr.(WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird 10. Fehr. Die allgemeine Lage in Polen und Westgalizien ist unverändert, die Kämpfe in den Karpathen dauern an. Die Bukowina ist bis zur Su⸗ czawa vom Feinde gesäubert, der stellenweise fluchtartig zu⸗ rückweicht. Mit unbeschreiblicher Freude begrüßt die Bevöl⸗ kerung unsere vorrückenden Truppen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs:
v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
Tauffest im österreichischen Kaiserhaus.
Wien, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Im Beisein des Kaisers und sämtlicher in Wien weilender Mitglieder des Kaiserhauses fand heute in Schönbrunn die Taufe des am 8. d. M. geborenen Sohnes des Erzherzogs Karl Franz Joseph und seiner Gemahlin Zita statt. Als Tauf⸗ paten fungierten Erzherzog Maximilian und Erzherzogin Maria Theresia. Der Täufling erhielt den Namen Robert Karl Ludwig.
Der Rückzug der Russen in der Bukowina. Budapest, 10 Febr.(WTB. Nichtamtl.) Der
— schreibt: Unter dem unbeschreiblichen Jubel der Be⸗ völkerung zogen gestern unsere Vortruppen und Honved⸗ husaren in Suez awa ein. Die Stadt trug Flaggenschmuck. Um 2 uhr erfolgte der Einzug der Nachtruppen. Die Sol⸗ daten wurden auf der Straße von der Bevölkerung umarmt und geküßt. Die Russen haben sich vollständig gegen Czernowitz zurückgezogen. In Radautz ließen sie 200 mohammedanische Soldaten, in Hatna 30 Tscherkessen zurück. Die Städte Kimpolung, N und Suczawa sind in unserem festen esitz. Nach⸗ mittags hier aus Czernowitz eingetroffene Personen berich⸗ ten, daß sich der russische Gouverneur Ewrei now samt seinem Stabe und der ganzen Garnison nach Nowos'ie⸗ litza zurückzog. Unsere Truppen marschieren gegen Czernowitz.*
hervorgerufene Lage
Aus Bulgarien.
Sofia, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Bulgare. Ein Teil der Reserveoffiziere ist zu einer einmonatigen Waffenübung einberufen wor⸗ den, um die Kenntnisse der Offiziere n und sie mit den infolge der jüngeren Kriege in der Armee einge⸗ führten Reformen vertraut zu machen.
Sofia, 10. Febr.(WB Nichtamtlich) Nach einer Meldung der„Agence Bulgare“ ist das Mora unbestimmte Zeit verlängert worden.
Paris, 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Alle ösi⸗ schen Blätter sind sich darüber einig, daß die Macrücht. bi.
275 f 925 babe, e e rische Anleihe aufgenommen, ein sicheres Zeichen dafür sei, es demnächst gegen die Verbündeten 8 werde
Eine französische Nationalschule für verstümmelte
Soldaten. Paris, 10. Febr.(Meldung der Agence Havas.) Der
„Pester U
torium auf und
Aus der russischen Duma.
Petersburg, 10. Febr.(WTB Nichtamtlich)(Du ma.) Präsident Rodzianko erklärte zu Anfang seiner Rede, daß Ruß⸗ land, welches sich bei dem Aufruf des Zaren mit Millionen von Bajonetten bewaffnet habe, nach sechs Kriegsmonaten immer noch aufrecht, stark und unerschüttert dastehe, beseelt von einem ein⸗ zigen und ungeteilten Willen. Rußland mache die Absichten und Anstrengungen seines mächtigen, verschlagenen Feindes zu schan⸗ den. Gleich einem Felsen imbrüllenden Meere, so halte die russische Armee stand, während die tapfere Flotte ohne Auf⸗ hebens an dem großen Werk der Verteidigung des Vaterlandes tätig sei. Der Präsident sagte: Gott wollte unser Geschlecht zum Zeugen des größten Weltkampfes machen zwischen zwei entge engesetzten Grundsätzen, dem des Friedens der Völker und des Rechts auf der einen Seite und dem des gierigen Militarismus und der groben Ge⸗ walt auf der anderen Seite. Rußland wollte und suchte diesen Krieg nicht, aber nachdem Kampf nun einmal ein⸗ gesetzt hat, sollen die Feinde wissen, daß wir vor keinen Opfern zurückschrecken. Wir stehen nicht allein in dem gro⸗ ßen Kampfe. Serbien und Montenegro kämpfen mit uns: sie geben einen Beweis für den Triumph des Geistes über grobe Kraft.(Beifall.) Das tapfere belgische Volk ist als erstes in den Kampf eingetreten, indem es sich nicht um den Ruin gekümmert hat und unerhörte Leiden aushielt. Belgien setzt den Kampf auch heute noch fort. Die Duma grüßt begeistert den Gesandten Belgiens, unseren treuen und erprobten Freund, und das große Frank⸗ reich, das von neuem gegen den Erbfeind kämpft und eine be⸗ wunderungswürdige Tapferkeit zeigt. Ruhm den Helden und Ruhm unseren treuen Freunden!(Beifall.) In diesem Ringen brauchten wir starke und kräftige Verbündete, und in der Tat kämpft das edle und mächtige England für eine gerechte Sache.(Lebhafte Huldigun⸗ gen für den Botschafter Englands.)
Der Präsident hob dann hervor, daß alle Bemühungen der Feinde, die dahin gehen, Zwietracht zwischen den Verbündeten zu säen, erfolglos blieben. Der Horizont des Dreiverbandes sei rein und wolkenlos. Die Duma entbiete ihren Gruß den Vot⸗ schaftern Frankreichs und Englands. Auch das ja panische Volk, ein Freund von Recht und Gerechtigkeit, kämpfe mit Rußland zusammen.(Beifall zu Ehren des japanischen Botschafters.) Der Präsident betonte dann, daß das russische Volk in dem gegen⸗ wärtigen Kriege einen Prozeß durchmache, wie ihn die Welt⸗ geschichte noch nicht kenne. Der weise Erlaß des Kaisers heilte sein Volk von dem Uebel, das seine Kraft untergrub, und führte es auf den Weg exleuchteter Mäßigung. Der Präsident schloß seine Rede mit den Worten: Dieser Krieg muß ein siegreicher sein.(Leb⸗ hafter Beifall.) Wir werden kämpfen, bis die Feinde die Friedens⸗ bedingungen annehmen, die wir ihnen diktieren werden. Die ge⸗ samte Duma bereitete dem Präsidenten begeisterte Huldigungen. Nach der Ansprache des Präsidenten Rodzianko ergriff
Ministerpräsident Goremykin
das Wort und sagte: Jetzt, da sich der glückliche Ausgang des Krieges immer klarer abzeichnet, setzt sich der tiefe Glaube des russischen Volkes an den endlichen Triumph in Sicherheit um. (Rufe: Es lebe unser Heer!) Der heroische Stolz Rußlands ist allen Verlusten zum Trotz so stark wie niemals bisher. Seine Macht nimmt immerfort zu, die Taten unserer Truppen und die wertvollen Dienste unserer Verbündeten, die große Anstren⸗ gungen machen, um den Feind niederzuschlagen, der schon schwächer wird, bringen uns jeden Tag dem ersehnten Ziele näher. Die feste Eintracht aller Russen, die der Krieg hervorrief, ist nach der Er⸗ oberung von Galizien, das die letzte Blüte war, die an der lebens⸗ vollen Krone des Zaren gefehlt hat, stärker geworden.(Beifall.) Nicht weniger erbaulich ist die brüderliche—— zwischen dem russischen und polnischen Volke, das ohne Murren die Prüfungen erträgt, die ihm auferlegt sind. Gleichzeitig wird die Anziehungs⸗ kraft der flawischen Stämme untereinander immer stärker.— Seit den Tagen, an denen ich zum letzten Male zu Ihnen ge⸗ sprochen habe, hat sich vor allem das große Ereignis vollzogen, die Türkei auf die Seite unserer Feinde getreten ist. Aber ihr Widerstand ist schon von den ruhmreichen kaukasischen Truppen gebrochen worden, und die glänzende Zukunft Rußlands am Schwarzen Meere vor den Mauern von Konstantinopel tritt mit immer mehr zunehmender Klarheit zutage! Der Ministerpräsident schloß mit den Worten: Die große Zeit setzt große Probleme auf die Tagesordnung, die un⸗ lösbar scheinen, tatsächlich aber zeigen, daß die Hilfsquellen und Kräfte Rußlands unerschöpflich sind. Sie, die Sie von Ihren hei⸗ matlichen Gegenden hierher gekommen sind, wissen, wie wenig der Krieg das innere wirtschaftliche Leben Rußlands beeinflußt hat. Unser russischer Bauer hat noch nicht seine ganze Kraft ent⸗ wickelt, und gewisse Zweige des nationalen Lebens sind dank des Alkoholverbotes gekräftigt worden. Dieser Krieg hat auch die Frage der Unabhängigkeit unserer Industrie vom Joch der Deutschen aufgeworfen.(Beifall.)
Dann bestieg
Minister des Aeußeren Sasonow die Rednertribüne. Sasonow erinnerte zu Anfang seiner Rede dar. an, wie er noch vor sechs Monaten von derselben Tribüne dargelegt 2 warum Rußland angesichts des großen Anschlags Deutsch⸗ ands und Oesterreichs⸗Ungarns auf die Unabhängigkeit Serbiens und Belgiens keinen anderen Entschluß hätte fassen können als den. zur Verteidigung des mißhandelten Rechtes zu schreiten. Die rus⸗ sischen Heere marschieren jetzt auf ihr Ziel zu und sichern den glücklichen Augenblick des schließlichen Trium⸗ phes über den Feind, der sich einen leichten Sieg vortäuschte und verzweifelte Anstrengungen macht, der auf alle Mittel zurück⸗ greift, selbst auf das der Verfälschung der Wahrheit, die die deut⸗ chen und österreichisch⸗ungarischen Urheber dieses in so leichtsin⸗ niger Weise entfachten Brandes nicht rechtfertigen wollen: so be⸗ mühen sie sich, ihre Länder und das Ausland zu belügen, indem sie beteuern, daß sie zum Kriege gezwungen worden seien. Es ist unnütz, das alte Lied zu wiederholen, daß Eduard VII. versucht habe, Deutschland durch Feinde einzukreisen, denn die Welt kennt die Friedensliebe dieses weisen Herrschers, der den vollen Ehrgeiz der Berliner Politiker kannte und verstand, daß einzig die An⸗ näherung der Mächte mit gemeinsamen Interessen Europa das sichere politische Gleichgewicht verschaffen können. Auch hatten die Ententen die von König Eduard abgeschlossenen oder vorbereitet wurden, rein defensiven Charakter. Ganz anders war die Haltung der Deutschen in den letzten Jahren, ganz besonders gegen Rußland, während Rußland den Jahrhunderte alten Ueberlieferun⸗ gen guter Nachbarschaft, die es mit Deutschland ehrlich unter⸗ hielt, treublieb. Deutschlandstelltesich Rußlandüber⸗ allentgegen und suchte gegen unser Land die Nachbaren auf⸗ zubringen, besonders diejenigen, mit denen Rußland durch wichtige Interessen verbunden ist, so die fkandinavischen Länder, wo Deutschland Mißtrauen gegen Rußland säte, so Galizien, wo deutsches Geld die ukrainische Bewegung schuf, so Rumänien 4 wo die Deutschen das Bewußtsein der Gemeinsamkeit der rumäni⸗ schen und russischen Interessen zu verdunkeln suchten, so schließ⸗ lich die Türkei, wo die deutschen Intrigen ebenso stark zu⸗ nahmen wie ihr Besitz. Die Deutschen haben das Uebereinkommen von Potsdam und die Versprechen gebrochen, die sie Rußland geben hatten; sie haben versucht, die englisch⸗russischen 5—— zu komplizieren; die gleichen Intrigen entfesselten sie in China apan, glücklicherweise ohne Erfolg zu haben.“ asonow fuhr fort:„Dies alles genügt, um den Wert der Behauptungen der Deutschen zu beurteilen, daß sie von den Mächten des Dreiverbandes eingekreist worden seien. Den lei Wert besitzt die Behauptung, daß nicht Deutschland den eg angefangen habe, denn unwiderlegbare Dokumente beweisen das Gegenteil. Zu den mißgünstigen Erfindungen der Deuts. hören die Gerüchte über Juden pogrome, welche die— 72 chen Truppen angestiftet haben sollen. Ich ergreife die Gelegen⸗ heit, hier von der Tribüne des Parlaments herab kategorisch diese Verleumdung zu dementieren, denn wenn die jüdische Bevölkerung am Kriegsschauplatze gelitten hat, so ist dieser Uebel⸗ stand nicht zu verhindern, denn die Bewohner der khndlicen Gegenden haben immer zu leiden. Im übrigen erklären Augen⸗ gen einstimmig, daß die größten Verwüstungen in Polen das
dieser
Ministerrat hat beschlossen, in St. Maurice⸗sur⸗Seine eine Nationalschule für verstümmelte Soldaten zu errichten. * 1*
rk der Oesterreicher d der Deut ind. D · Botschafter in Wa shin 5 n war e solche Gerichte
auszustreuen und in den 8 Staaten eine 1 gesinnte Stimmung zu schaffen, aber der gesunde Menschenverstand der Amerikaner bewahrte diese davor, in die grobgestellte Falle zu gehen. Ich hoffe, daß die guten russisch⸗amerikanischen Be⸗ ziehungen nicht durch die Umtriebe der Deutschen leiden werden. Der Minister fuhr dann fort, indem er auf die Versuche der Deutschen hinwies, Zwietracht unter den Verbündeten zu saen und Gerüchte zu verbreiten, nach denen einer der Verbündeten bereit wäre, einen Sonderfrieden abzuschließen: Glücklicher⸗ weise scheiterte dieser Versuch kläglich. Die Welt weiß, die Einigkeit der Verbündeten unerschütterlich ist und läglich wird. Sie zielt allein auf die Zerstörung der militärif n Mach des Feindes ab, um eine Lage in Europa zu schafsen, die diesem gestattet, sich eines festen Friedens zu erfreuen. Zu diesem Werke trägt jeder der Verbündeten sein Teil bei, indem sie a seitig energisch unterstützen. Die Verbündeten haben die An⸗ strengun Rußlands bewundert, das unzählige Bataillone in den Kampf mit den vorerwähnten drei Reichen auf einer un⸗ geheueren Front entsandte. Unsererseits schätzen wir ungeheuer die beispiellose Tapferkeit der Verbündeten; wir vollkommene Rechenschaft von dieser Unterstützung zu Lande und zu Wasser. Ich erwähne noch Belgien, das heldenhafte, dessen Taten und Leiden ihm unsterblichen Ruhm eintragen. Ich benütze guch die Gelegenheit, inmitten der Vertreter des Landes unseren Verbündeten herzlichen Dank für ihre tätige Hilfe auszusprechen. Unser enges Bündnis hat noch eine andere wichtige Bedeutung und hat sich neulich erweitert durch die Nachricht der finanziellen und wirtschaftlichen Entente, deren Bedeutung für die Erfüllung unserer komplizierten Probleme Ihnen nicht entgehen wird. Es geht aus dieser Entente Rußlands mit seinen Verbündeten hervor, daß sie den Kampf mit Deutschland in dem definitiven Entschluß weiterführen, ihn zu einem guten Ende zu bringen.“ 14 Rumänien übergehend sagte Sasonow: Die rus⸗ lisck⸗rumänischen Beziehungen sind von dauerhafter Stetigkeit. Der Mimister wies auf die russenfreundlichen Kundgebungen hin, die mausgesetzt während des ganzen Herbstes in Bularest und im danzen Lande anhielten, und die feindselige innung der Ru⸗ mänen gegen Oesterreich⸗Ungarn deutlich zum druck brachten. Der Minister fuhr fort: Sie erwarten gewiß, daß ich nun ganz besonders über die Haltung derjenigen am Kriege nicht be⸗ teiligten Länder spreche, denen ihr eigener il gebietet, 0 der Sache Rußlands und seiner Verbündeten anzuschließen. In der Tat hat die öffentliche Meinung dieser Staaten, die für die Ver⸗ wirklichung der nationalen Ideale lebhaft empfindet, sich längst in diesem Sinne ausgesprochen. Sie werden ich auf diese Frage nicht näher eingehe, da ja die Regierungen dieser Länder, mit denen wir in freundschaftlichen Beziehungen sind, noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt haben. Nun, es ist ihre Sache, diese Beschlüsse zu fassen, denn sie allein werden ihren Völkern verantwortlich sein, wenn sie sich eine günstige Gelegenheit der Verwirklichung ihrer nationalen Bestrebungen entgehen lassen. Ich will mit besonderer Dankbarkeit der Dienste gedenken, die Italien und Spanien uns erwiesen haben, indem sie den Schutz unserer Volksgenossen in den feindlichen Ländern übernahmen. Ich hebe noch die gute Behandlung hervor, die Schweden den heimreisenden russischen Opfern deut⸗ scher Gewalttätigkeit angedeihen ließ. Hiervon erhoffe ich mir freund⸗nachbarliche Beziehungen zwischen Rußland und Schwe⸗ den, die wir noch herzlicher ausgestalten möchten. Auf den äußersten Osten übergehend, sagte Sasonow: Die Abmachungen mit Ja van in den Jahren 1907 und 1910 haben im jetzigen Kriege Früchte getragen, denn Japan ist uns. Es hat die Deutschen vom Stillen Ozean vertrieben und si ihres Stützvunktes Kiautschou bemächtigt. Japan hat Uebereinkommen vom 23. August nicht unterzeichnet, weil euglisch japanische Bündnis die Verpflichtung einschließt, keinen Sonderfrieden zut machen. Die deutsche Regierung darf also nicht auf einen Frieden mit Japan hoffen vor einem Frieden mit England und folglich auch mit Rußland und Frankreich. Unsere Beziehungen zu Japan geben uns die Sicherheit, daß die. berungen Japans an China nichts enthalten, was unseren teressen widerspräche. In dem Verhältnis Rußlands zu kann ich eine ständige Besserung feststellen. Die— über die Mongolei werden langsam, aber im freundscha Tone fortgeführt. Ich hoffe, Ihnen nächstens die glückliche Be⸗ endigung und Unterzeichnung des dreifachen rxussisch⸗chin 1
1
ledoch begreifen, daß
5
sisch⸗mongolischen Vertrages mitteilen zu können,. die russischen Interessen wahrt, ohne China zu zu treten Am Schluß drückte Sasonow den Wunsch aus, daß der engss
Zusammenschluß aller Russen um den Zarenthron, wie er sich zu Kriegsbeginn geoffenbart habe, bis zur Vollendung des großem nationalen Werkes unveränderlich andauern werde. 85 9 9
Nach der Rede Sasonows, dem die e— Beifallskundgebungen bereitete, gab eine Reihe von ednern Er klärungen ab im Namen der Bauern, der orthodoxen Geistlichkeit, der Polen, Armenier, Esthen, Juden, Letten, Muselmanen aus der Provinz Kasan, die einstimmig anerkannten, daß sich alle in dem gegenwärtigen Augenblick in dem einzigen Gedanken sich vereini⸗ gen müßten, alle Anstrengungen zu machen, um die Macht Deutsch⸗ lands, die Rußland bedroht, zu zerschmettern, und kein Opfer zu scheuen, das sie diesem Ziele näherbringt. Miljukow erklärte im Namen der u. a.: Wir sind überzeugt, daß für die Er⸗ füllung unserer Hauptaufgabe, die Erwerbung der Meer⸗ engen und Konstantino pels, rechtzeitig die nötigen diplo⸗ matischen und militärischen Sicherheiten gestellt werden.(Anhal⸗ 8 1 schla 1 80 15
ei Sitzungsschluß nahm die Duma einstimmig folgende Tages⸗
ordnung an: Die Duma verneigt sich vor den ruhmreichen Taten unserer Krieger, sendet der russischen Armee und Flotte warme Grüße, den Verbündeten ihre aufrichtig gemeinte Ehren? bezeugung, Achtung und Sympathie. Sie drückt das feste auen aus, daß die großen nationalen und freiheitlichen Ziele des gegen⸗ wärtigen Krieges erreicht werden und spricht den unbeugsamen schluß des russischen Volkes aus, den Krieg zu führen, bis die Bedingungen, welche den Frieden Europas und die Wiederherstel⸗ 98 Recht und Gerechtigkeit sichern, dem Feinde aufgezwun⸗ gen sind.
975 Aus dem Reiche.
Berlin, 10. Febr.(WTB. Amtlich.) Der„Reich ung, B
. Spaziergang im Tier lonferierte mit dem e e 1 die türkische Sondermission in Gegenwart türkischen Botschafters und des Unterstaatssekretärs Zimmermann und hörte die e Vorträge.
Essen(Ruhr), 10. Febr.(WTB. Nichtamtlich.) Der König von Bayern traf heute nachmittag 5¼ Uhr auf Villa Hügel ein. In der Begleitung des Königs befanden sich außer dem engeren Gefolge der Schwi ohn des Königs, der He von Calabrien, der bayerische iegsminister,
Freiherr 2 von Dellenstein. Bandel.
Berlin, 10. Febr.(WT. Nichtamtlich.) Die Spiri⸗ tuszentrale gibt bekannt: Nach Beschluß des 1 8 dee gelte wurde der Abschlagspreis von 54 auf 58 5 der Verkaufspreis für prima Sprit von 74 auf 79 Mark und derjenige für vergällten Branntwein einschließlich Brennspiritus in Flaschen um etwa vier Mark für den 88 erhöht. Die Preissteigerung erfolgte, um die
fwendungen zu decken, die nach den neuerlichen Verord⸗ nung des 8 2— f mee N 4 reien zur ung ihres Betriebes vornehmlich auf die ante ne von Zucker angewiesen werden. 1


