Ein Aufstand in Indochina. Paris, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Nach Mittei⸗ lungen des Kolonialministeriums an die Zeitungen fanden im November in Indochina Kämpfe ischen chinesi⸗ schen Räubern und Schmugglern und den osten statt, bei welchen mehrere Soldaten, darunter ein europäischer Sergeant, getötet wurden. Die Räuber und Schmuggler erlitten große Verluste und wurden über die chinesische Grenze zurückgeworfen. Anfang November brachen in dem Gebiete des oberen roten Flusses Unruhen aus. Die Bergbewohner waren von chinesischen und annamitischen Agitatoren aufgestachelt worden und griffen die Posten von Traihutt und Bacha an. Die Aufständischen wurden auseinandergetrieben und die Ordnung wiederhergestellt. Die Rädelsführer wurden verhaftet und vor ein Kriegs- 0 gericht gestellt. Die Ereignisse haben die allgemeine Ruhe a in Tonkin nicht berührt. Die Bevölkerung gibt auch ferner 5 alle Beweise ihrer Ergebenheit.
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Ein englischer Dampfer durch ein deutsches Unterseeboot versenkt.
Notterdam, 22. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Der„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet aus Maaslouis: Der von Leith nach Rotterdam bestimmte englische Dampfer„Durward“ wurde von einem deutschen Unterseeboot angerufen. Die Mannschaft mußte binnen 10 Minuten das Schiff verlassen und wurde auf eigenen Booten nach einem Feuerschiff gebracht. Der Dampfer wurde daraufhin versenkt. Später wurde die Beman⸗ nung des„Durward“ durch ein Dampflotsenboot in Hoek-van⸗Hol⸗ Iand ans Land gesetzt und mit der Eisenbahn nach Rotterdam gebracht, wo sie im Seemannsheim Unterkunft fand.
Amsterdam, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)„Handels- blad“ meldet über das Versinken des englischen Dampfers„Dur⸗ ward“ aus Rotterdam:„Durward“ empfing gegen 3 Uhr nach⸗ mittags das Signal des Uinterseebootes, anzuhalten. Der Kapitän gab seinerseits den Befehl: Volldampf voraus! in der Hoffnung, die holländischen Territorialgewässer zu erreichen, und stoppte auch nicht auf ein zweites Signal. Schließlich lö te das Un tersee⸗ boot einen Schuß. Es befand sich jetzt längsseits des Dampfers, der so Gefahr lief, torpediert zu werden. Nachdem der englische Kapitän gestoppt hatte, hißte das Unterseeboot die deutsche
lagge. Vier Mann der Besatzung begaben sich an Bord des
ampfers, wo ein Offizier die Schiffspapiere forderte und der Mannschaft Zeit gab, das Schiff zu verlassen. Es waren dazu nur 5 Minuten nötig, da wegen der Minengefahr die Boote stets be⸗ reit gehalten werden. Das Unterseeboot schleppte die Boote zu dem aas-Feuerschiff, wo die Mannschaft aufgenommen wurde. Dann wurde der Dampfer torpediert.
Die Lebensmittelnot in England.
Berlin, 23. Jan. Von der holländischen Grenze meldet die„Kölnische Zeitung“: Die„Morning Post“ legt dar, daß England in einer fürchterlichen Lage sich befinde, falls es
dem f gelingen sollte, die Zufuhr von Lebensmitteln durch Unt vote zu unterbinden. Während des Krimkrieges habe
die Zahl der im Felde Stehenden nur ein Zehntel des gegen- wärtigen Bestandes betragen und trotzdem sei der Preis von Weizen auf 75 Schilling der Scheffel hinaufgegangen. Ein solcher 1— sei für die unbemittelte Bevölkerung gleichbedeutend mit
1 t. Großbritannien nehme beinahe 37 Proz. der G samtanfuhr an Getreide sämtlicher Getreide liefernder Länder auf. Das englische Volk müsse unbedingt darauf verwiesen wer⸗ den, mehr Kartoffeln zu essen und die Regierung müsse gesetzlich die Landwirte zwingen, mehr Kartoffeln auf dem Boden Fu ziehen, der zurzeit zur Anbauung von Hopfen verwandt werde.
England und Amerika. London, 22. Jan(WTB. Nichtamtlich) Die„Ti⸗ mes“ melden aus Washington vom 20. Januar: Die „Washington Post“ wendet sich dagegen, daß England durch Aufstellung von Kriegsschiffen vor ame⸗ rikanischen Häfen durch eine alles umfassende Kontre⸗ 5
1 andeliste und durch die Beschlagnahme der Ladungen den 5 7 der Vereinigten Staaten von der See vertreibt. Sie 4 ibt: Die Vereinigten Staaten kämpfen um Gerechtigkeit für alle
5 ationen. Sie befolgen eine wahre Neutralitätspolitik, seien mit allen Nationen befreundet und ergriffen für keine Partei. Sie verteidigen die Rechte des eigenen Volkes, sich durch einen gewohn⸗ 1 ten friedlichen Handel den Lebensunterhalt zu schaffen. Die An⸗ 5 1 Großbritanniens müssen aufhören, wenn 5 e Freundschaft zwischen beiden Völkern fortbestehen soll. Das„Journal of Commerce“ spricht die Meinung aus, Großbritannien solle im Falle der„Dacia“, da das Schiff schon geladen war, als Einspruch erhoben wurde, eine Aus⸗ nahme machen.
5 London, 22. Jan.(W. B. Nichtamtlich.) Die„Times“ 0 melden aus Washington vom 19. Januar: Der Führer der 1 Opposition des Repräsentantenhauses Mann verlas gestern eine 2 drahtlose Depesche, die er von seinen Wählern erhalten hatte, der⸗ 5 zufolge der„Neu⸗Amsterdam“ der Holland⸗Amerika⸗Linie in Sehweite von Ney Hork von dem britischen Kreuzer „Caronia“ angehalten worden ist. Er sagte: Wie herz⸗ erfrischend ist es, auf die alten Tage von Grant und Fish, zurück⸗ 55 ugehen und zu sehen, daß wir damals die Nerven hatten, den Haanzosen zu erklären, sie sollten ihre Kriegsschiffe von den Ein⸗ gängen zu unseren Häfen fernhalten und den Handel des Landes 5 nicht belästigen; und sie blieben daraufhin weg. Wir sind gewiß 0 eine neutrale Macht, aber wir haben doch noch einige Rechte und 5 sollten darauf bestehen, daß diese Rechte respektiert werden. Manns 5 Erklärung fand Zustimmung und lebhaften Beifall. Mann kommt 5 aus dem mittleren Westen; was er sagte, entspricht der dortigen Anschauung über Englands Politik zur See.
Washington, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Das Staatsdepartement teilte den Eigentümern der„Dacia“ den Entschluß Eng⸗ lands mit, das Schiff zu beschlagnahmen, wenn es ausfährt.
Die Eigentümer erwiderten, das Schiff werde dennoch fah⸗ ren, um eine grundsätzliche Entscheidung des Prisengerichts
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5 herbeizuführen.
5 Der Burenaufstand.
5 Kapstadt, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung 5 des Reuterschen Bureaus. Die Buren verließen unter
Maritz, Kemp, Schoemann und Stadtler Blydeverwa ch t am 9. Januar in der Richtung auf Nako b. Am 14. Januar war Kemp mit einem großen Kommando und einigen Ka⸗ nonen in Ulamas, Maritz und Schoemann waren in Jeru⸗ salem und Blydeverwacht. Am selben Tage gerieten 36 Mann Regierungstruppen bei Langklip in eine Falle und wurden 25 berge genommen. Der Feind rückte 25 Meilen nach Eny⸗ vor, griff die britische Hauptabteilung an und zwang sie, mit einem Verlust von acht Toten, 20 Verwundeten und einer Anzahl Gefangener, zum Rückzuge.
Ein Putschversuch in Portugal. Lissabon, 20. Jan. Meldung des Reuterschen Bu⸗ reaus. Halbamtlich wird gemeldet: Gestern abend revoltier⸗ ten einige monarchistische Offiziere des 21. Kavalle⸗ rie-Regiments und des 5. Infanterie-Regiments. Sie ver⸗ suchten, die Kameraden zum Aufstand zu überreden. Die Re⸗ gierung wurde bald Herr der Meuterei. 61 Schuldige wurden
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worden. Einige alte Rebellenführer, die die Grenze über⸗ schritten haben, sind ebenfalls verhaftet worden.
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Ein amtlicher türkischer Bericht.
Konstantinopel, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier veröffentlicht folgenden Bericht: Die Hauptstreitträfte der Russen, denen es, wie gemeldet, nicht gelungen war, unseren linken Flügel zu umzingeln, zogen sich vor unserer Gegenoffensive zurück. Unsere Truppen verfolgen den Feind. Am 21. Jan. versuchten englische Streitkräfte unter dem Schutze von drei Kanonen⸗ booten eine Offensive gegen unsere Truppen, die sich bei Korna befinden, wurden aber völligbesiegt und gezwun⸗ gen, sich zurückzuziehen. Unsere Verluste sind unbedeutend.
Die Kämpfe im Kaukasus.
Petersburg, 22. Jau.(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ neralstab der kaukasischen Armee meldet: Am 20. Ja⸗ nuar fand keine bedeutende Unternehmung statt.
Aus Warschau.
Berlin, 23. Jan. Die Warschauer Berichterstat⸗ ter der Zeitungen neutraler Länder haben, wie die„Vossische Zeitung“ meldet, auf Veranlassung der Militärbehörde Warschau verlassen müssen. Von der Bevölkerung sei bis jetzt der dritte Teil aus Warschau entfernt worden.
Die spanische diplomatische Vertretung in Konstantingpel und Athen.
Paris, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Das„Echo de Paris“ berichtet: Die spanische Regierung, die bisher einen gemeinsamen Gesandten für Konstantinopel und Athen hatte, hat eine besondere Gesandtschaft in Athen errichtet und den Grafen del Valle, bisher Botschaftsrat in London, zum Gesandten in Athen ernannt.
Rumänien und die Türtei. Konstantinopel, 22. Jan.(WTB. Nichtamtl.) Der
rumänische Gesandte Mano überreichte gestern dem Sul⸗ tan in feierlicher Audienz anläßlich des Thronwechsels in Rumänien sein neues Beglaubigungsschreiben. Die hierbei gewechselten Ansprachen, die über den Rahmen von gewöhnlichen Formeln hinausgehen, machen in allen hiesigen Kreisen einen ausgezeichneten Eindruck. In seiner Ansprache an den Sultan wies der rumänische Gesandte insbesondere darauf hin, daß im Laufe der letzten zwei Jahre, während der er seine Sendung exfüllte, seine aufrichtigsten Bemühungen unaufhörlich darauf gerichtet waren, die zwi⸗ schen beiden Ländern kraft einer schon alten, auf gegenseitige Sympathien der beiden Völker und vielfache gemeinsame Interessen gegründeten Tradition bestehenden freund⸗ schaftlichen Beziehungen aufrecht zu erhal⸗ ten. Der Gesandte versicherte, er werde sich auch weiterhin dem gleichen Werke widmen.— In seiner Erwiderung betonte der Sultan, er habe die feste Hoffnung, daß die Herzlichkeit, die in den Beziehungen zwischen beiden Ländern unter der Regierung des verblichenen Monarchen, dessen Hingang Rumänien betrauere, vorgeherrscht habe, unter der Regierung König Ferdinands fortdauere und gesestigt werde. Sie lönnen— so fuhr der Sultan fort— überzeugt sein, daß die auf die Entwicklung der traditionellen Sympathien zwi⸗ schen beiden Völkern, sowie auf die Festigung der freund⸗ schaftlichen Beziehungen von beiden Staaten abzielenden Bemuhungen ⸗ Meine die wohlwollendste Ermutigung und auf seiten meiner Regierung weitestgehende Förderung erfahren werden! Der Sultan bat den Gesandten, dem König Ferdinand seine Grüße zu übermitteln.
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Vom sozialdemotratischen Parteivorstand.
Berlin, 23. Jan. Der sozialdemokratische Par⸗ teivorstand veröffentlicht im„Vorwärts“ eine Erklärung, weil sich in der ausländischen Presse die Nachricht findet, daß Liebknecht den Führern der Internationale die Mitteilung gemacht habe über eine veränderte Stellung der Parteiorganisation zur Fraktionshaltung. Liebknecht habe eine solche Mitteilung an die Führer der Internationale nicht ergehen lassen. Im übrigen be⸗ merkt der Parteivorstand: Noch kürzlich hat die nach dem Organi⸗ sationsstatut berufene zentrale Paxteikörperschaft, der Vertreter aus dem ganzen Reiche angehören, keinen Zweifel gelassen, daß sie auch jetzt wie in der Sitzung vom September 1914 die Hal⸗ tung der Reichstagsfraktion billige.
Eine Rede des Papstes.
Rom, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Papst hat im Konsistorium eine Ansprache gehalten, in der er von neuem seinen tiefen Schmerz über den unheilvollen Krieg ausdrückte und bemerkte, daß Monat um Mongct verstreiche, ohne daß auch nur von ferne die Hoffnung sich zeige, daß das Blutbad ein Ende nehmen werde. Er fügte hinzu, daß, wenn er auch das Ende dieser Geißel nicht herbeiführen könne, er sich bemüht habe und noch bemühe, seine schmerzlichen Folgen zu lindern. Der Papst erklärt, daß es sicherlich weder ratsam noch nützlich sein würde, wenn die päpstliche Autorität sich in die Zwistigkeiten selbst der Kriegführenden einmischen würde. Der Heilige Stuhl müsse voll kommen unparteiisch bleiben. Der Papst müsse mit demselben Gefühl der Charitas allen Kämpfenden begegnen und in ihnen nicht die Sonder⸗ interessen sehen, die sie entzweien, sondern das gemeinsame Gut des Glaubens, das sie zu Brüdern mache.
Aus dem Reiche.
Berlin, 22. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Prinz Joachim von Preußen wird morgen einen vierzehntägigen Urlaub nach Baden-Baden antreten, um sich von einer kürzlich überstan⸗ denen Erkrankung an Ruhr und fieberhafter Influenza zu erholen.
N Aus Stadt und Cand. Gießen, 23. Januar 1915.
Eine deutsche„Mode“? „Madame,
uteilen, daß am kommenden Mittwoch nachmittag 5 Uhr as renommierte Pariser Modenhaus 4 auf ihre Ver⸗ anlassung im Vestibül des Grand Hotel Bellevue eine Show der neuesten Creationen dieser Saison arrangieren wird. Verbunden mit dieser Veranstaltung, gelegentlich deren Mannequins die letzten Modelle und Nouveautees in Gesell⸗ schaftsroben, Trotteur-, Tailor made und Sportkostümen demonstrieren werden, ist ein Fife⸗o⸗elock⸗Tea, bei dem Sie, Madame, begrüßen zu dürfen, uns eine Ehre sein würde, und zeichnen wir inzwischen mit ganz besonderer Hoch⸗
achtung ergebenst Meyer und Cie., Robes et Modes.“
So weit sind wir gewesen. Es hat als eine Sünde gegen die gute Lebensart gegolten, wenn man solche auf ale Büttenpapier gedruckten Bescheinigungen seiner gesellschaft⸗ lichen Bedeutung übersah. Frau Lehmann und Frau Schulze zwängten die Taille mit oder ohne Hilfe in Paquins oder Poirels für den leichtfertigen, fließenden Schick, für das Halbwelt⸗Königinnentum der Pariserin berechnete, gewagte
die Unterzeichneten beehren sich, Ihnen ergebenst mit⸗ Inf
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die Luft dabei enge wurde Und um gerecht zu fein: das männliche Geschlecht machte es nicht viel besser. Cut⸗a⸗ ways, Ulster, Cover⸗coats, Breeches, Raglans, Paletots, Dinner⸗Dreß, Pumps usw. beherrschten das Feld, und zm „Gut⸗Angezogen⸗Sein“ gehörten Hüte von Christys aus London und englische Stoffe, und wer einen deutschen Hut und einen deutschen Anzug bevorzugte, hatte kein savoir- vivre. Vom Pyjama bis zum Evening⸗Dreß führte der Weg nur über Paris und London. Wobei es den meisten unbekannt blieb, daß der Pariser und Londoner für das, was man dem deutschen Geschmack als Pariser und Londoner Mode zumutete, nur ein Lächeln hatte. a 5 Gegen diese Erscheinungen hat sich in den letzten 5 85 eine in Frankfurt abgehaltene Versammlung der deutschen Tuchhändler und Schneider-Innungen gewandt. Man wollte auch hier dem Ausland die Gefolgschaft kündigen und eigene Wege einschlagen, eine n Mode schaffen. Wir haben über die Versammlung die Berichte unseres L= furter Mitarbeiters veröffentlicht. Eine deu tsche„Mode“
In dem Augenblick, wo man solche Beschlüsse faßt, scheint es doch recht nützlich, sich einmal klar zu 2 was denn eigentlich„Mode“ ist. Die Vorschriften für die Mode verdankten wir bisheran kurz gesagt den Launen von einzelnen Salondamen und 3 und dem Geschäfts⸗ geist der einschlägigen Firmen. Beide sehen im beständigen Wechsel ihr höchstes, in der Schönheit ein e Ziel. Die Mode war also das Produkt von caprice auf den einen und business auf der anderen Seite. Und diese Grundsätze wollen wir auf deuts Wesen übernehmen? Es stellt deutscher Geschäftstüchtigkeit und(hoffentlich!) auch deutscher Gesinnung ein ehrendes Zeugnis aus, wenn man sich in den genannten Kreisen die Gunst des Augenblicks zunutze macht. Aber es scheint doch, als ob man die Grund⸗ lagen für die Neuerungsbestrebungen verkennt. Auf die beabsichtigte Art bekommen wir fraglos eine deutsche Mode. Mehr oder minder berufene Künstler werden für nitte und Entwürfe, für Farben und Formen und die Fabriken und„Modehäuser“ für das nötige Tempo im Wechsel sorgen, und man braucht nur keine iser und Londoner Journale und keine Mannequins mehr über die lassen— und hat eine deutsche Mode. Aber i Ziel? Es gibt eine Fabel: Als sich die Hamme 0 von der Brücke in den Fluß stürzte, sprang der denkende Hammel rechts hinein, denn er verachtete den 0 trieb. Eine deutsche Mode hat mit diesem denkenden Ham⸗ mel eine unleugbare Aehnlichkeit. 8
Nein! Wir Deutsche haben keine Mo de nötig, die nach dem Willen einzelner heute schwarz und morgen weiß als das einzig Mögliche ausposaunt, wenn das unter völliger Freiheit vom Auslande geschieht. Mode ist Sklave⸗ rei und mit künstlerischer, individueller Freiheit nicht zu vereinbaren. Was uns nottut, sind Schönheit der Form und Güte des Materials. Hier heißt es, den For n des deutschen Werkbundes nach Form und Qualität entgegenkommen. Wenn man hört, daß die Frankfurter Modetagung sich mit dem Werkbunde nicht hat einigen können, dann wird man den Haken mit gutem Grunde darin vermuten dürfen, daß dieser der Ansicht ist, daß Deutschtum und Mode ein Widerspruch ist, daß aber aus dem freien Schaffen aller künstlerisch Empfindenden etwas geboren werden kann, was deutschem Volkstum restlos ent⸗ spricht: Ein deutscher Stil in deutscher Tracht D aber um Himmels willen keine deutsche Mode.
Rechter Stil hat das Kennzeichen des 3 4 8
Grenze zu das An de unte
Zweckgedanken und Schönheit Begründeten— der 2 Mode ist Flatterhaftigkeit, Unbestä keit, Mangel an Per⸗ sönlichkeit, Beeinträchti des selbständigen Geschmacks. Das sind alles Eigenschaften, die wir nicht gebrauchen
können, wenn wir mit deutschem Wesen die Welt genesen machen wollen. Der Künstler, der bewußt eine Mode Jeet 3 ist kein Künstler, denn die Kunst ist beständig, die Mode aber
ist Umsturz. Mit der Befreiung von fremder Mode ist es daher nicht allein getan; überlassen wir vielmehr den ganzen Begriff dem Ausland, und richten unsere deutsche Tracht nicht nach dem bunten Wechsel des 8, sondern nach den zeitlos gültigen Gesetzen von Schönheit und Zweckmäßigkeit.
Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Kriegsfreiw. stud. phil. Rich. Römer, Res.-Inf.-Rgt. 221, aus Darmstadt.— Landwehrmann Wilh. Schleenbecker, Inf.. Rgt. 116, aus Krofdorf.— Res. Karl Theiß, Res.-Ins⸗Rgt. 80, 7 aus Lauter.— Res. Gg. Alexander IV., Res.⸗Inf.⸗Rgt. 116, aus Niederohmen.—. d. L. Karl Langsdorf, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 116, aus Offenbach.— Res. Alfr. Bräutigam, Res.⸗Ins.⸗Rgt. 115, aus Offenbach.— Landwehrmann Ant. G. Wilh. Wörner, Ers.-Inf.⸗Rgt. 168, aus Offenbach.— Res. Jak. Herdel, Res.⸗Inf.⸗Rgt. 168, aus Frankfurt a. M.— Res. Ph. Peter Otto Knö ß, Inf.⸗Rgt. 168, aus Offenbach.— Kriegsfreiw. stud. elektr. Wilh. Hotz, Inf.⸗Rgt. 115, aus Darmstadt.— Res. Heinr. Krug, Inf. ⸗Agt. 140, aus Schwarz.— Res. Aug. ie Schmidt, Res.⸗ nf-Rgt. 116, aus Schwarz.— Ger. Wilhb Trautmann, Inf.⸗Rgt. 118, aus Unterosten. 3
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Ritter des Eisernen Kreuzes. Oberleutnant Krenzin, 2. Landw.⸗Pion.⸗Komp., Beig. d. Stadt Gieß⸗ b Unteroffizier August Haibach aus Weilmünster.— 5 seldwebel Hermann Hinze aus Limburg, beim Reserve. Inf.⸗Regt. 29.— Viz tmeister 1 aus Monta- baur.— Marine⸗Oberingenieur Karl Klein aus Bad Ems. —, Unteroffizier Lauren aus Höhe.— Vizefeldwebel
osef Kremer aus Limburg bei der Maschinengewehr⸗ ompagnie des Infanterie⸗Regiments 28.— Schütze Wil⸗ 97 1 Christmann aus Weilburg in der Maschinengewehr⸗ g ompagnie des Res.⸗Inf.⸗Regt. 87.— Vizefeldwebel Heinr. Schneider a. Hörnsheim, Kr. Wetzlar, im Res.⸗J.⸗R 168. — Finanzaspirant Adolf Beck, Einj.⸗Freiw. 1 nf.⸗Regt. 168, aus Butzbach.— Kriegsfreiwilliger Otto h I, 221. Res.⸗Inf.⸗Regt., aus Worms.— Eduard Blan⸗ kenhorn, Krtegsfreiwilliger im 224. Inf.⸗Regt., aus Worms.— Vizefeldwebel Heinrich Ebertz, Landwehr⸗Regi⸗ ment 116, aus Wetzlar.— Leutnant im 1 89 Bohn aus Frankenberg.— Unteroffizier im Reserve⸗Inf⸗ Regt. 17 Hillemann aus Kirchlotheim.— Unteroffizier einrich Schäfer aus Münzenberg.— Ha ann d. Res. etsamtmann Kirnberger aus Offenbach.— Leutnant d. Res. und Kompagnieführer im Bayr. 9. Inf.⸗Regt. Lehrer Karl Faulhaber in Offenbach.. 4
* Hindenburgs Dank. An der Hindenburg⸗ spende der deutschen Städte im Gesamtbetrage von zwei Millionen Mark zum Zwecke der Beschaffung von e 7 für unsere tapferen Krieger im Osten hat sich auch die Stadt Gießen beteiligt. Dem Oberbürgermeister ist nunmehr fol⸗ gendes Danlschreiben des Feldmarschalls dageßan n:„Mit Fewunderun 3 Freigebigkeit hat mir eine große Anzahl cher Städte heute durch die Herren Geheimra.
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verhaftet; es sind alle nötigen Vorsichtsmaßregeln getroffen
„Schöpfungen“, wie es so schön hieß— ob ihnen gleich
n er Dr. Beutler, heimrat Ober meister Dr. Wilms und Stadtrat a. A Dr. Luther dir


