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ö Stilisierung des ohnehin„martialischen“
träts am besten gelungen erscheine! Zum Beweise dessen
malen, und daun ein * . Vorarbeiten hierfür am 4. bezw. 5. Januar f.
vaß er aus Ostpreußen stamme; sein Geburtshaus steht viel⸗ mehr noch heute in Posen. Mit köstlichem Humor verwies er die ihm verschiedentlich angedichteten Leiden, wie Gallen⸗ steine, Gicht und andere Gebresten ins Reich der Fabel! Wer die Kraftfülle dieser Reckengestalt je zu sehen Gelegenheit hatte, wird auch garnicht an die Möglichkeit denken. Hoffen wir, daß„unser Hindenburg“ noch lange von den Beschwer⸗ den des Alters verschont bleibe!
Auf meine Bemerkung von der hellen Begeisterung des u Volles für den Erretter der Ostmarlen, die sich nach
. nicht nur in schwungvollen Reimen unb Tonsetzereten, sondern auch in der Zusendung von aller⸗
Feld sehr realen Liebesgaben äußern solle, erwiderte der eldherr frohgelaunt:„Nun sind mir wohl an die 30 „Dindenburg⸗Märsche und Lieder“ gewidmet worden. Nächstens lasse ich alle Komponisten hier zusammen antreten und ihnen sämtliche Stücke zu gleicher Zeit vor⸗ spielen!“ In diesem Augenblick erschien der liebenswürdige und seines schwierigen Amtes im persönlichen Dienst mit bewundernswertem Geschick waltende 1. Adjutant, Haupt⸗ mann Caemmerer, mit einem riesenlangen„dringen⸗ den Telegramm mit bezahlter Antwort“. Wir erschauerten in 7 7715 denn wir glaubten endlich einmal einen kühnen Blick in das innerste Getriebe der Weltgeschichte wersen zu können, und befürchteten zugleich, die lostbare Zeit, die uns knapp bemessen war, könne durch eine wichtige Entscheidung verkürzt werden. Doch es kam anders: Ein glühender Ver⸗ ehrer bat mit der Versicherung unwandelbarer Treue um die Erlaubnis, dem geseierten Kriegshelden seine neue Bro- schitre über„Die Hebung der Geflügelzucht nach einem er patentierten Verfahren“ widmen zu dürfen!—— ehr Beifall als dieses wohl mit Recht unbeantwortet ge⸗ bliebene Gesuch fand die Vorlesung pes durch die Fügung des Schicksals gleichzeitig eingelaufenen Gedichtes, in dem Ru⸗ dolf Presber die unzähligen„Hindenburg-Liebesgaben“ „Eniewärmer, Stützel, Halstücher,„Nur ein Viertelstünd⸗ chen“-Kissen) und deren wohlmeinende Spender mit viel Witz 9„Ja sehen Sie“, sagte der Feldmarschall einfach, „einer der Adjutanten hat nun weiter nichts zu tun, als Liebesgabensendungen in Empfang zu nehmen, Briese zu lesen und— zum Teil— zu beantworten!“
Als Hindenburg von meiner Absicht hörte, mit seinem Bilde eine Art„Nationalblatt“, eine Steinzeichnung, zu schaffen, deren Ertrag zum Teil den Zwecken des Roten Kreuzes für die Ostmarken und des Nationalen Frauen- dienstes für die Hinterbliebenen der schlesischen Krieger zu⸗ gute kommen solle, äußerte er von selbst den trefflichen Gedanken, hierfür dieselbe Uniform anzulegen, in der er seine denkwürdigen Schlachten geleitet hat. Gesagt— ge— tan! Bald stand er wieder vor uns in dem schlichten, feld— sclecht Mantel und Mütze, die vielleicht von späteren Ge— chlechtern noch einmal als wertvolle Reliquien betrachtet werden dürften. Nun wurde mit fiebernder Eile weiter— searbeitet, und zur genaueren Feststellung des kostümlichen eiwerks(Orden, Gürtel, Degen) machte ich noch rasch einige scharse Momentaufnahmen.„Photographiert zu werden ist mir beinahe noch unangenehmer als der Gedanke an die
Möglichkeit einer verlorenen Schlacht“, bemerkte der Sieger von Tannenberg scherzhaft, aber er erkannte die zeit⸗ —. Zweckmäßigkeit dieses modernen Hilfsmittels zur nterstützung der persönlichen Auffassung vollkommen an. Unsere beiden Skizzen wurden von S. E eigenhändig unter
ichnet, und wir erhielten zum Schlusse dieser unvergeß⸗ ichen Sitzung obendrein noch je eine Photographie mit eigenem Namenszuge zum Geschenk. Obwohl für die Sitzung nur die knappe Spanne von 35—40 Minuten vorgesehen war, hatte sie sich doch auf eine ganze Stunde ausgedehnt; ohne das geringste Zeichen der Ermüdung von dem an— dauernden Stillstehen entließ uns(entgegen dem sonstigen Mbeliergebrauch) diesmal— das Modell.
Nachdem ich in den folgenden Tagen mit Hilfe der Naturskizze und der Detailaufnahmen in meiner Breslauer Werkstatt den Entwurf für das 1 angelegt hatte, wurde mir zur Vollendung nach dem Leben eine
e Sitzung am 30. Dezember gewährt. Abermals durfte
eine volle Stunde die verehrungswürdigen Züge nach-
Als die Arbeit beendet war, mußte ich sie auf aus⸗
3 Wunsch des Marschalls mit dem tum, der
9 des Entstehungsortes und dem besonderen Ver- merk:„Nach der Natur gezeichnet“ versehen. Außerdem wurde mir noch der unerwartete Lohn zuteil, daß S. E. auch dieses Bild mit—.— Namenszuge und mit der Ueberschrift seines Wahlspruchs„Vorwärts“ schmückte. t —. mit! Ich wurde von dem Dargestellten zu meiner
ussprechlichen Freude obendrein ermächtigt, öffentlich
n Gebrauch zu machen, daß ihm dieses Bildnis seiner
urfrische wegen von den wenigen, bisher nach dem Leben zum Zwecke der Vervielfältigung entstandenen Por-
erhielt ich die Erlaubnis, das für seine Familie gewünschte, usgroße Kniebild(mit dem von Seiner Majestät dem rern zu Weihnachten 497 Marschallstabe) zu Portr in ganzer Figur auf histori⸗ Landschaftshintergrunde, den mir S. E. gelegentlich st vor⸗
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geschrieben hat. Ziegler hatte gleichfalls in der eine neue Studie gezeichnet, die ebenso wie er ul Schulz in Breslau nach einer im Handel befindlichen tographie begonnene, aber vor der Natur vollendete ief den vollen Beifall Hindenburgs fand. Dies sind außer meinen Entwürfen und neben dem vor einiger Zeit in einer illustrierten Zeitschrift erschienenen, sowie einem an- deren, bisher noch nicht veröffentlichten Bilde meines Wis⸗ 8 die einzigen Originalarbeiten, zu denen der Feldmar⸗ gesessen hat. Alle übrigen sind nach älteren Photo- graphien hergestellt. 1 Und in der Tat entsprechen nur wenige dieser Bilder einigermaßen der Wirklichkeit. Sie zeichnen sich zwar durch eine mit Vorliebe unterstrichene, aber dur verkannte Grimmigkeit des Gesichtsausdrucks, durch die entstellende t 0 l Schnurrbarts, so⸗ wie durch die aufdringliche Betonung einiger gar nicht
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3 im Antlitz sichtbarer Warzen aus, aber das sentliche an diesem herrlichen Manne sie nicht wieder: den Zug der geistigen Ueberlegenheit. Uebrigens habe ich in den verschiedenen Sitzungen Beo
t, daß die befremdliche Augenstellung auf sast allen
er Bilder nur einem einfachen Zufall zuzuschreiben ist: Bei der Herstellung der als Vorlage für die meisten dieser Bilder verwandten Phot en richtete der damalige General von Hindenburg(vermutlich auf Wunsch des Photo⸗ graphen) den Blick auf das Objektiv, und da er sehr groß ist— er mißt nach eigener Angabe„sechs Fuß weniger ein
paar Strich“—, entstand der mũde Ausdruck der gesenkten „Weichlich bin ich nicht! hörte ich ihn kürz⸗ lich sagen. Diesem charakteristischen Worte entspricht der seste Blick aus seinen blauen, mit unverminderter Kraft bis auf den Seelengrund durchdringenden Augen unter den scharf ge⸗ zeichneten Brauen. Das dichte Haupthaar ist weißer als 1 Bart. Das gedrungene Kinn erhöht den Gin⸗ druck einer unerschöpflichen Energie. Der markig geformte, man könnte sagen: flächig zugeschnittene Kopf ruht auf breiten Schultern über der mächtigen Brust. Fürwahr eine prachtvolle Heldengestalt, würdig als Vorbild zu einem ehernen Denkmal von der Wucht einer Colleonistatue! Alles an diesem seltenen Manne zeugt von Tatkraft und Willensstärke: sein Wort, die Haltung, sein Blick. Aber geradezu überwältigend erscheint mir die echt soldatische Einfachheit, die schlichte Natürlichkeit dieses Feldherrn genies! Siegfried Laboschin.
————— Aus Stadt und Cand Gießen, 18 Januar 1915.
Auf dem Felde der Ehre gefallen. (Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
Landwehrmann Valentin Schäser II., Res.-Inl.-Rehnt. 60, aus Berns hausen. Landwehrm. Heinrich Schad, Res.- In. gt. 0, aus Unterschwarz.— Leutnant und Kompagnieführer Curt Schneider, Ins.-Higt. 66, aus Hanau.— Kriegssreiwilliger Maschinentechniker demrich Erzaräber, Pionier-Bat. 21, aus Darmstadt. Landwehrm. Valentin Feldmann, Res.-Jni.- gt. 116 aus Griesheim— Kriegssreiwilliger Willy Zimbrich, Ink.-Regt. 143, aus DTarmstadt.— Gefreiter Franz Wieber, 2. Landsturm-Ins.⸗Bat., aus Wiesbaden. Ersagreservist Karl Schreiner, Nef-In. ⸗ugt. 223, aus Wiesbaden.— HDaurtmann Ernst Schmidt, früher Kompagntesüthter der Unterolsiperschule in Weilburg.— Musketier August Börner, Jus.-Agt. 118, aus Kirschhosen.— Landwehrm. Wülh. Weick, Res.-Inf.⸗Rgt. 88, aus Worms.— Unteroffizier Wilh. Pacht, Ink.-Agt. 117, aus Mainz. — Vizeseldwebel Lehrer Karl März, Nes.⸗Jus.-Rat. 118, aus Oberhilbersheim.— Wehrmann Karl Maul, Res.-Ins.-Ngt. 118, aus Ober-Ingelheim.— Landsturmmann Michael Os wald, Nes.⸗ Ins.-Ngt. 116, aus Gimbsheim.— Unteroffizier Fritz Brossel, Res.⸗Feldartillerie-Rat. 25, aus Darmstadt. Valentin Nied, Res.⸗Ink.-Rgt. 118, aus Mainz.— Wehrmann Lehrer Friedrich, Nes.-Inf.⸗Rgt. 116, aus Worms. Ersatz-Reservist Heinrich Dammann, Res.-Ins.-Agt. 116, aus Hegbach i. O.— Wehrm. Möller, Res-Inf.-Regt. 116, aus Deblos.— Wehrmann Wilh. Dildebrandt, Res.-Jns.-Agt. 116, aus Wölfersheim.— Wehr⸗ mann Balthasar Delp, Res.-Inf.-Higt. 116 aus Hüttenseld i. O. — Wehrmann Philipp Schrauder, Res.⸗Jnf.⸗Agt. 116, aus Osthosen. 5
Amtliche Personal nachrichten. In den Ruhe⸗ stand versetzt wurden der Bahnwärter Balthasar Spiehl in Sickenhosen, der Weichensteller Franz Breitwieser in Ober⸗ Rainstadt und der Schaffner Ludwig Euler in Gießen, sämt- lich in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschast, vom 1. Je bruar 1015. * Eine Lehrzeit für Dienst⸗ und Hausmädchen. Man schreibt uns: Es ist vielfach angeregt worden und wird mit Freuden begrüßt, daß auch die Hilfe im Haushalt, das angehende Dienstmädchen oder Laufmädchen, eine Lehrzeit durchmachen soll, in der den jungen Mädchen die Hausarbeiten von tüchtigen Hausfrauen gelehrt werden. In Aussicht genommen ist zunächst eine halbjährige Lehrzeit, die durch Lehrvertrag fesigelegt wird. Die Lernende verpflichtet sich bei der Lehrherrin, wenn sie aus⸗ — 77 hat, noch wenigstens ein weiteres halbes Jahr als bezahlte raft zu bleiben. Wahrend der Lehrzeit muß dem jungen Mäd⸗ chen von der Dienstherrin die freie Zeit zum Besuche der hoffent⸗ lich bald obligatorisch werdenden Fortbildungsschule gewährt wer⸗ den. Es ist zu hoffen, daß sich auch in unserer Stadt Hausfrauen finden werden, die bereit sind. diese ungen Kräfte anzulernen,
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Landkreis Gießen. +. Reiskirchen, 1 Jan. Turch die hier stattgehabte Goldsammlung wurden 2700 Mark zusammengebracht. Oier haben sich nochmals etwa 30 Bürger zum Anschluß ihrer Däuser an das Eleltrizitätswerk gemeldet, so daß nunmehr sast alle Häuser eee sind.
Kreis Schotten. 3 L. Aus dem Vogelsberg, 15. Jan. Ein Wechsel geschäft wollte dieser Tage ein Mann in emem Dorse des Vogelsberges machen. Er hatte gehört, daß die Reichsbank fur sedes Goldstück den dreifachen Betrag an Paviergeld herstellen düürse. Flugs begab er sich auf die Postanstalt und wollte für ein Zwanzigmarkstück sechzig Mark Papiergeld haben. Der Beamte hatte Mühe, bis er ihm den Sachverhalt klar ge⸗
macht hatte.
Starkenburg und Rheinhessen. Dieburg, 13. Jan. In der Zeit von Anfang De⸗ zember bis 1. Januar l. Is. sind, wie nunmehr auch amtlich mitgeteilt wird, in 21 Gemeinden des Kreises Dieburg in dankenswerter Weise von einer Anzahl von Lehrern durch Haussammlungen 84490 Mark an Gold eingesammelt und gegen Papiergeld umge⸗ tauscht worden. Das Gold ist an die Reichsbank ab⸗ geführt worden. ch. Bingen, 14 Jan. Morgen kommen die ersten Truppen hier ins Quartier. Insgesamt sollen vor- läufig 900 Mann vom Ersatz⸗Bataillon des Infanterie Regiments Nr. 72(Torgau) hier untergebracht werden. Auch soll abermals in Bingen ein Rekruten-Depot errichtet werden. Das benachbarte Büdesheim erhält ebenfalls Ein⸗ quartierung. ch. Aus Rheinhessen, 15. Jan. Soweit es die Witterung einigermaßen zuläßt, werden die Arbeiten in den Weinbergen eifrig gefördert. Vor allen Dingen ist dieses beim Rebschuitt der Fall. Das Holz der Reben wird dabei als vollstandig gesund und gut ausgereift befunden. Nur dank der andauernd milden Witterung konnte das verschiedentlich noch recht grüne Holz so vor⸗ züglich ausreifen. Nunmehr wären einige strengere Fröste recht 14 Dadurch würde nur einer vorzeitigen Vege⸗ tation der vorgebeugt, auch die Krankheitsträger der Rebkrankheiten und Rebschädlinge würden dadurch ab⸗ getötet werden. Zum Schluß würde aber auch der sehr aufgeweichte Weinbergboden aufgetrocknet werden, so daß die Bodenarbeiten sich leichter ausführen ließen. Obwohl das r ständig recht gering war, sind die Vorräte an 1914er Weinen recht klein, was ja bei dem
ngen Herbstertrag leicht erklärlich ist. Größere Posten 914er Rotwein wurden in der letzten Zeit für die Laza⸗ rette eingekauft. Die Preise für 1914er Weine sind ebenso wie für ältere Weine fest und hoch. Zuletzt kostete das Stück 1914er in Spiesheim 420 Mark, in Bechtheim 600 Mk., in Gau⸗-Bickelheim 700 Mk., das Stück 1913er in Uden⸗ heim 570 Mk., das Stück 1912er in Osthofen 500 Mk. und in Bechtheim 600 Mark. 1
Kreis
Wetlar.
Erscheint demnächst in einem neuartigen, originalgetreuen Reproduktionsverfahren im Verlage der e 0 erlags⸗ anstalt A.-G. von Wezel u. Naumann in Leipzig.
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Sohn des Maurermeisters Zecher, erlitt abends, als er von sseiner
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O. Atzbach, 15. Jan. Der 8jährige Friedrich Zech er,
Arbeilsslätte in Wetzlar beünkehrte, un. 4 2 Das e + Elte rnhause getragen.*
zie gaclerde für Beten, i
h Frankfurt a. M., 15. Jan. Unter starker Betei⸗ ligung der Vertreter der Staats- und Ko
aus der Provinz Hessen⸗Nassau und dem Großher
Hesser sand hier eine von Geheimrat Dr. Breidert⸗ Biebrich(früher Mainz) geleitete Versammlung des Mit⸗ teldeutschen Arbeits nachweises statt, in deren Mittelpunkt die Beratung über eine Organisation Fürsorge von Kriegsbeschädigten stand. In einleit Vorträgen beleuchteten Geheimrat Dr. Die z(Darmstadt), Dr. Flesch(Frgukfurt), Prosessor Ludloff(
furt), Stabsarzt Dr. Martineck(Berlin) Dr. Schlottner(Frankfurt), das neu zu schaffende Arbeits ⸗ feld nach den verschiedensten Gesichtspunkten. Von seiten des preußischen Ministeriums wurde erklärt, daß die* verwaltung mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Heilfürsorge der Kriegsbeschadigten in die Hand neh⸗ men wolle; hierdurch sei es auch in vielen Fällen wieder möglich, die Beschädigten ihren alten Berufen zuzufüh⸗ ren oder sie wirtschaftlich wieder herzustellen. Um dieses große Ziel zu erreichen, gebe das Ministerium den Leu⸗ ten Gelegenheit, sich in allen möglichen Heilanstalten, Speziallliniken, Badeorten und Erholungsstätten gründ⸗ lich auszukurieren. Auch zwischen Landesver⸗
sicherungsanstalten und der Militärverwaltung sind be⸗ reits Verträge abgeschlossen worden, durch die den ent⸗ lassenen Kriegern Versorgung gewährleistet ist. An der Fürsorge für die Leute werden sich, wie allseitig von den anwesenden Vertretern betont wurde, auch die Wohlfahrts⸗ vereine, Arbeitsämter und andere soziale Gesellschaften beteiligen. Zur raschen Durchführung der großen und täg⸗ lich mehr wachsenden r wurde aus der Mitte der Versammlung ein großer Arbeitsausschu e; bildet, der die Organisation in Hessen⸗Nassau, en und Waldeck ins Leben rufen und mit allen in Frage kommenden Faktoren Fühlung nehmen soll. *
X. Danau, 14. Jan. Das hiesige Stadttheater ist seit Beginn der dies winterlichen Spielzeit(1. Okt. 1914) unter Garantie der Stadt betrieten worden. Da der Besuch zuftiedenstellend war, onnte den Schauspielern nitzt nur die garantierte Kriegs- gage gewährt, vielmehr noch eine beträchtliche Diwidende gezahlt werden. Laut Beschluß des Magistrats ist jetzt dem bisherigen Direktor Adalbert Stesfter das Theater wieder übertragen worden, der nunmehr auf eigenes Risiko spielt Die Gagen Schauspielpersonals sind vom Magistrat sesigesezt worden. Vor wie nach wird nur das Schauspiel gepflegt, die Operette ist aus⸗ geschlossen.
———* 2 plattdeutsch im deutschen Heere.
Das 2. hanseatische Infanterie-Regiment Nr. 76, in das nach einer Abmachung zwischen Preußen und—— moͤglichst alle zur Infanterie ausgehobenen burger eingestellt werden, stellt einen Hort der plattdeutschen ache im deutschen Heere dar. Es ist im Revier der Kompagnien streng verpönt, sich der hoch⸗ deutschen Sprache zu bedienen, und so erblüht hier ein ureigener plattdeutscher Soldatenhumor, der die Geschichte der deutschen Sol⸗ datensprache um ein besonderes Kapitel bereichert. Von allerlei Scherz und Spott bei den 76ern, wie er sich in ihrem Dialekt ausdrückt, berichtete Johs. Stube im neuesten Heste der Mitteilun⸗ gen aus dem Quickborn. So wird Essen und Trinken bei den ein⸗ zelnen Kompagnien nach dem von diesen getragenen Kompagnie⸗ troddeln verschleden bezeichnet. Da gibt es„erste Brig“, das ist die weiße Farbe; das 1 der 2. Kompagnie heißt„tweete Kompagnie“, das ite, un Kunsak“, weil die Farben rot und weiß sind, die 3. Kompagnie trinkt„Getreide“, ihre gelbe Farbe, die vierte„blauen Tweern“, gewöhnlichen Küpmel, weil zblau“ die Bezeichnung der 4. Kompagnie ist usw. Auf die Frage der sich begegnenden Mannschaften„Wat givt dat hüt?“ wird die Speise stets mit dem im Regiment üblichen Beinamen genannt. So gibt es„Gruben mit Föt“(große Grgupen, oder„Polizei⸗ singer“(Karotten), oder„Footlappens“(weißen Kohl), oder„Speck⸗ arfen“(Erbsen mit Speck, oder Sonntags, als ganz etwas Be⸗ sonderes„Murmannssweet“, ein Gemisch von Fleisch, Rosinen und Brühe, von dem aber nur kleine Teile 1 werden, es ist rar, daher die Bezeichnung. Scheint das Essen etwas fett, so daß Fettaugen auf der Suppe schwimmen, so 9 Koch 118 75
ale hören:„Hest woll din Mütz in den Ketel fallen laten?“ Offiziere und— 1 erhalten natürlich 2 Spitznamen, die z. T. sehr schla sind. So gab es einen General, der all⸗ emein unter dem Namen„Blaukopp“ bekannt war, weil sein Ge⸗ cht ins Rot⸗Bläuliche schimmerte; ein Hauptmann hieß seiner großen Nase.„Knackenmöller“, ein anderer„Ruppsack“, weil er selbst diesen Ausdruck gern gebrauchte. Ein Leutnant, der beim Geben die rechte Schulter immer etwas vornahm, hieß kuxzweg „hbalblinks“, ein Feldwebel, der Pockennarben hatte,„Hein Knup⸗ verig“. Ein Musketier wurde„tweete nie“ genannt, weil er eine recht weiße Nase mit einer roten tze hatte, was zu den Farben der Kompagnie paßte. Ein Mann mit schlechter Hal⸗ tung heist„Jean Pavpyschachtel“, denn er drückt die Brust ein„wie eine Papyschachtel“, einer mit einem runden Kopf„Akadetius
Bombenkopp“ oder„Toonkopp“. Hat einer etwas verbrochen und wird mit Arrest bestraft, so daß er mit„Onkel“, dem Gefangenen⸗
wärter, Bekanntschaft m uzen ihn seine.
2 in agdeburg aussteigen.“ An scherzhaften Bezeichnungen— und Montierungsstücke es natürlich auch nicht So sagt man Dunfttie für Belm, Jun ber lu e) für Torn fer, Fobfos, Il Ge.
. Auch die verschiedenen Truppenteile ihre pattdeutschen Uzunamen. So werden die Infanteristen von Kavalleristen„Sandhasen“ angeredet; sie begrüßen dafür die Be⸗
rittenen mit„Lehm opp“ und„Litzenj, Pioniere hei „Mulwarfe,— ihrer grünen 3„Gr—. Artilleristen„ oder„Pulperfaß“. Der rt
sich wohl die An allen lassen:„Wat. dat Bi 7 5
weil dem Pro ade wei nd der Train wird W 2 8 0
Börsen⸗Wochenbericht. Frankfurt a. M, 15. Januar. 471
her hat sich ün-⸗ Kri e Nachricht 1 Le Rücktritt des Grafen 7 7246
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