Ausgabe 
(8.1.1915) 6. Erstes Blatt
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nach Großbritannien und den verbündeten Ländern zu verbieten. Ein anderer Ausweg wäre der zwangsweise An⸗ kauf von Rindfleisch durch die Regierungen der australischen Staaten.

Anerkennung der schweizerischen Tätigkeit.

Bern, 7. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Schwei⸗ 4 Tepeschenagentur. Der deutsche Gesandte und der fran⸗ ü Botschafter benutzten die Gelegenheit des Neujahrsem p- sanges, um dem Bundes rat zu Händen des Bundes prastdenten den wärmsten Tank ihrer Regierungen für die in der Schweiz bei Beginn des Krieges ins Leben gerufenen Bestrebungen zur Lin⸗ derung des Loses der vom Kriege Betroffenen auszudrücken. Ter deutsche Reichskanzler sprach in einer sehr herzlich gehal⸗ tenen Note dem Bundes präsidenten anläßlich der zum Abschluß kommenden Heimschaffung internierter Zivilpersonen den Dank für die Leistung des betreffenden Burcaus und anderer men⸗ schenfreundlicher Bestrebungen unseres Landes im Namen des beutschen Volles aus und brückte den Wunsch aus, daß die Schwei⸗ zerische Eidgenossenschaft auch fernerhin dem schönen Ziele nach⸗ gehen könne, die Schrecknisse des Krieges durch die Betätigung ausgleichender und versohnender Nächstenliebe zu mildern.

Englische Willtür gegen dänische Schiffe.

Kopenhagen, 7. Jan.(WTB. Nichtamtlich.)Ber⸗ lingskle Tidende schreibt: In den hiesigen Ar herrscht große Erregung über das rigoro Vor- . Englands gegen dänische Schiffe. Die in

n Weihnachtstagen angehaltenen Dampfer der Vereinig⸗ ten DampfschiffahrtsgesellschaftKentucky,Virginia und Arkansas sind, trotzdem bei sämtlichen Dampfern die Papiere vollständig klar waren, bis heute noch nicht frei⸗ gegeben worden. Auch einige andere Schiffe werden noch 7 und Teile der Ladung beschlagnahmt. Diese

ltürlichen Handlungen verursachen der hiesigen Schiff⸗ fahrt den größten Schaden.

Englisch⸗ameritanische Streitfragen.

London, 7. Jan. WTB. Nichtamtlich.) DieTimes melden aus Washington: Die durch die amerikanische Regierung fene Maßregel dre Untersuchung von Ladungen durch Zoll⸗ te ist natürlich nichts Volltommenes. Selbst wenn diese Maß⸗ regel in allen Häsen eingeführt wird, wird sie freiwillig und keine Verpflichtung sein. Es wird sehr schntierig sein, sie obligatorisch einzuführen, aber sie wird als ein geschichler Schritt in einer gu⸗ ten Richtung betrachtet. Diese Verbesserung in der Kontrebande⸗ tritt unglücklicherweise in dem Augenblick ein, wo Anzeichen vorhanden sind, daß andere Schwierigkeiten auf dem Handelsgo⸗ biet auftauchen Ter Ankauf deutscher Schuffe ist neuer⸗ dings auf die Tagesordnung gesetzt worden, vielleicht in der Ab- sicht, grundsätzlich festzustellen, ob amerikanische Bürger beruhigt solche Schiffe kaufen. Die Regierung hat einige Amerikaner er⸗ mächtigt, den HapagdampferTacia, der in Port Arthur(Texas) liegt, anzukaufen. Ter neue Eigentümer soll beabsichtigen, eine g Baumwolle nach Bemen zu verschafsen. Man ist gespannt, ob England Einspruch erheben wird. Die Frage des Ankaufs von Schifsen durch den Staat ist durch einen vaxlamentarischen Coup brennend geworden. Die Senatoren Lodge und Root erhoben schar⸗ sen Widerspruch, den politischen Freunden des Präsidenten gelang es jedoch, den Senat für einen Gesetzentwurf zu gewinnen, der den Ankauf von Schiffen vorsieht. Man glaubt, daß, falls der Entwurf angenommen werden sollte, die britische Regierung energisch Ein⸗ spruch erheben wird. g Berlin, 7. Jau.(ctr. Blu.) Aus Kopen berichtet der Berl. Lokalanz.: Der Korxespondent derMorningpost telo⸗ phiext seinem Blatte nach London, daß die Unionregierung von 2 Botschafter in London einen Bericht erhalten habe, worin der Hauptinhalt der Antwort Greys auf die Note rikas mitgeteilt wird. In der Frage des Rechtes der eng⸗ Marine zur Durchsuchung amerikanischer Schiffe hält die brit sche Regierung an ihrem Standpunkt fest. Sie lann ferner nicht dem amerikanischen Standpunkt zunimmen, daß England nicht berechtigt sei, gewisse Artikel von der Liste der bedingten Konter⸗ bande auf die Liste der unbedingten Konterbande zu überführen. Die Antwortnote wird noch im Laufe der Woche in Washington

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Der Ausstand in Albanien.

Rom, 7. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) WieGiornale d'Italia aus Valo na gemeldet wird, nehmen die dort ge⸗ landeten italtenischen Truppen geeignete Verteidi⸗ . ein. Mehrere Personen, die ohne ein ordent⸗

iches Gerichtsverfahren ins Gefängnis geworfen waren,

wurden freigelassen und der A T übergeben. In Du⸗ razze wird die Lageimmerernster. Die dorthin gelang⸗ ten Nachrichten über Essad Pascha sind besorgnis⸗ erregend. Es wird für sein Leben befürchtet, falls er in die Gewalt der Insurgenten gerät.

Rom, 7. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) DieAgenzia Stefani meldet aus Durazzo vom 6. Januar, 9 Uhr vor⸗ mittags: Ein kleiner, von den Höhen von Rasbul ausgegan⸗ gener Angriff, der von Essad Pascha geleitet wurde, war von Erfolg gekrönt. Zwei Häuser gingen in Flammen auf. Der Kampf endete um 10 Uhr 30 Minuten. Am Nach⸗ Reer es traf der geschütztegriechische KreuzerHelli

'er ein.

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Die Kämpfe im Kaukasus.

Berlin, 8. Jan. Zu den Kämpfen im Kaukasus schreibt General Corsi in der römischenTribuna, daß weder die Türkei noch die Russen große Erfolge davontragen könnten. Die ganze geographische Lage wie die spärlichen Eisenbahnen und Straßen spraͤchen dagegen. Rußland habe* einige Vorteile, die ledoch nicht boch anzuschlagen seien. Das Kaukasusgebirge verhin⸗ dere große militärische Operationen.

Die Türken in Nordpersien.

Konstantinopel, 7. Jan. Die Operationen der Türken im Gebiet des Urmia- Sees schreiten weiter fort. Westlich des Sees dringen die Türken gegen Salmas vor. Oestlich des Sees bedrohen die türkischen Truppen, die sich des Ortes Me⸗ jandnab bemächtigt haben, die Straße nach Täbris. Die Rückzugs⸗ linie der Russen von Mejandnab wird auch dadurch beunruhigt, daß die Türken sich der Sudder 8 auf dem Urmia-See bemächtigt 1 und so auch Herren der Ostseite des Sees, wo die Straße nach äbris ziemlich nahe vorbeiführt, sind.

Odessa nach Kriegsausbruch.

Wien, 7. Jan. WTB. Nichtamtlich) DieNeue Freie e veröffentlicht die Schilderung eines auf U aus essa nach Wien gelangten Großhändlers. Ueber die Vorgänge in a während des Kriegsausbruches berichtet dieser Großhändler: Der Kriegsausbruch war das Signal zur fanatischen Verfol⸗ gung aller Oesterreicherund Deutschen, von denen es in Odessa und Umgebung etwa 10 000 gab, insbesondere aber der letzteren. Etwa 560 Oesterreicher und Deutsche wurden deportiert. 5. Handel der Stadt stockt vollkommen Von den etwa nwohnern ist ein Drittel arbeitslos und der Not preisgegeben. s gesellschaftliche Leben ist vollkom⸗ men ins Stocken geraten. Was den Deutschen angetan wor⸗ den ist und noch angetan wird, ist buchstäblich furchtbar. Nur ein Beispiel aus der endlosen Reihe der Kabalen sei erwähnt. In e eee de Regal Dantes Ae ein garischer. Der Konsul veran li zugunsten der Zwecke des Vereins Sammlungen. Als der ausbrach, fand man auf dem Tisch des Konsuls die Liste von Spen⸗ dern, über 80 Namen von Deutschen, sämtliche Personen hochan⸗

gesehene reiche Kaufleute, waren verzeichnet. In Rußland exi⸗ stiert nun die Verordnung, daß keinerlei Sammlungen ohne Zu⸗ stimmung des Gouverneurs veranstaltet werden dürfen. Möglicher⸗ weise hatte nun der deutsche Konful vergessen, die Samml

des Flottenvereins anzuzeigen. Die Folge dieser Un⸗ assung war, daß 83 Deutsche nach Auffinden der Liste ver haftet undeingekerkert wurden, um unter der Anklage des Hochverrats demnächst vor das Gericht gestellt zu wer⸗ den. Kein russischer Advokat will die Verteidigung der Deutschen übernehmen. Alle Herren des Konsulats wurden eingekerkert und befinden sich auch jetzt noch in Daft. Wie verlautet, sollen die Beumten nach Kriegsausbruch drahtlose Ver⸗ ftändigung mit Deutschland geführt haben. In allen öffentlichen Lokalen befinden sich Anschläge, in denen das Deutschsprechen unter Androhung einer Strafe von 3000 Rubel für den ersten Fall verbeeen wird. Korrespondieren in deutscher Sprache ist ver⸗ boten. Hunderte von Spionen umlauern die Deutschen, um Ueber⸗ tretungen dieser Bestimmungen zur N zu bringen. Eine neue furchtbare Maßregel betrifft die in Südrußland an⸗ gesiedelten deutschen Kolonien. Gegen sie ist kurzer⸗ band ein Gesetz erlassen worden, demzufolge ihre Güter ver⸗ kauft werden müssen. Man beraubt sie so des Bodens, den sie durch Generationen hindurch besaßen. Die Banken sind beauf⸗ tragt, ihnen jeden Kredit zu entziehen. Sie müssen ihre Schul den augenblicklich liguidieren und sollen in den Ruin getrieben werden. Da dieses Gesetz unter den zahlreichen in der Armee dienenden Soldaten deutscher Nationalität ungeheure Exbitterung erweckte, so ist es kürzlich dahin gemildert worden, daß nur die Russen deutscher Nationalität, die nach dem Jahre 1885 Boden erworben haben, von diesem Gesetz betrofsen werden sollen. Noch dralonischer sind die Maßregeln gegen die Juden. Selbst hier, wo man von der Wahrheit vollständig abgesperrt ist, fand man instinktiv heraus, daß England die Schuld an dem Welt⸗ brand zufalle, und der Haß gegen die Engländer ist allgemein. In schrecklichem Zustande von der Front zurückgekehrte Soldaten erzählen die baarfträubendsten Sachen und fachen die allgemeine Wut gegen den Krieg noch mehr an. In russischen Kreisen herrscht Verbitterung, Kleinmut und wahre Hochachtung vor den deutschen Leistungen.

3 Aus dem Reiche.

Der Geburtstag des Königs von Bayern. München, 7. Jan(WTB. Nichtamtlich.) Der Ge⸗ burtstag des Königs ist, der schweren Zeit entsprechend, in ernster, würdiger Weise gefeiert worden. Vormittags empfing der König die Gratulationsbesuche des Fürsten von Hohenzollern und mehrerer Mitglieder der Königlichen Familie und wohnte dann dem Gottesdienste in der rauenkirche bei. Nachdem der König die Glückwünsche der übrigen Mitglieder des Königshauses entgegengenommen 3 fand im Kapitelssaal der Residenz Familientasel att. Später fuhr der König in einem vierspännigen Wagen die Front der Truppen des Standortes München ab, die in der Ludwigstraße Aufstellung genommen hatten. Die Universität und die Technische Hochschule feierten den Tag 31 Als König Ludwig mittags in einem offenen Wagen zur Besichtigung der Paradeaufstellung der Ersatztruppen⸗ teile des Standortes München fuhr, wurde er von dem Publikum stürmisch begrüßt. An dem Denkmal König Lud⸗ wigs I. entstieg der König dem Wagen. Trotz heftigen . schritt der König, begleitet von dem Prinzen Leo⸗ pold und anderen Fürstlichkeiten, darunter der Fürst von Hohenzollern, die Fronten der Truppen ab. Der Gruß an die Mannschaften wurde überall mit einem kräftigen Guten Tag, Majestät! erwidert. Die am äußersten Flü⸗ gel beim Sieges tor aufgestellten verwundeten Soldaten, die am Ausgehen nicht behindert sind, empfingen den König mit einem freudigen Hurra. Der König verweilte längere Zeit und richtete, umgeben von dem Offizier⸗ orps, an dieses und an die Verwundeten eine kurze, ker⸗ nige Ansprache, in der er seine besondere Freude dar⸗ über aussprach, daß gerade die Bayern sich bisher so tapfer eschlagen hätten. Der König verabschiedete sich von den ruppen mit den Worten:Nun Gott befohlen! und fuhr dann unter den lebhaften Rufen des Publikums nach dem Wittelsbacher Palais zurück. Eine Stiftung. Berlin, 8. Jan. LautBerl. Tageblatt spendeten in Augs⸗

burg die Familien v. Forster und v. Schmied 50000 Mark zur Ausrüstung eines neuen Lazarettzuges.

Aus Stadt und and Gießen, 8. Januar. 1915.

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Feldwebel Dörr, 2.(Mörser⸗) Batt. Fußart.⸗Regt. 18, aus Gießen. Leutn. d. R. Stadtbaumeister Heinrich Kalbfleisch, Landw.⸗Inf.⸗Regt. 75, aus Gießen. Hauptmann Kreisamt- mann R. R. Jann in Fri g. Kriegsfreiw. Seibel aus Okarben. Gefr. Rudolf Bachmann aus Södel, Inf. Regt. 168. Einj⸗Uffz. Wilh Waldschmidt aus Weßlar, da Regt. 167. Vizeseldw. Neuhof aus Biskirchen, Jäger⸗ at. 3. Gefr. Heinrich Feyh aus Staufenberg, 18. Res. San.⸗Komp. Gefr. d. R. Wilh. Dörr, Vizefeldw. d. R. Hermann Kneipp, Off. Stellv. Heinrich Roth aus Langs⸗ dorf. Obergefr. Fürbeth aus Weilburg, Eisenb. 9 Regierungsbauführer Wilh. Huth aus Schaded, ize⸗ seldw. d. R. im 1. Bayr. Fußart.⸗Regt. Hauptmann Her⸗ bert Schultz aus 4 Klasse). Dr. Hermann Moegenburg aus MaBizewachtm. und Off. Stellv. bei der schweren Feldhaubitz⸗Batt. 23. Oberleutn. d. L. Martin aus Marburg, Landw-Inf.⸗Regt. 83. Gefr. d. R. Hugo Merkel, Kraftfahrer bei der Feld⸗Flieger⸗ abt. 30, und Uffz. im Inf-⸗Regt. 88 Hermann Zentgraf aus Biedenkopf. Fahrer Höll, Feldart.⸗Regt. 61, 1. Batt. Pionier Karl Hedrich aus Lauterbach. Jäger Oskar Finke aus Kassel, Jägerbat. 11(inzw. gestorben). Uffz. d. R. Reinhard Müller aus Kirchgöns, Inf.⸗Regt. 168. Landw⸗Gefr. Simon May aus Büdingen, Fußart.⸗Regt. 14. Heinrich Kaiser aus Fauerbach b. Nidda, 3. Bayr. Ersatz⸗ R Gefr. Karl Schäfer aus Naunheim, 2. Garde⸗

F. Gefr. Gustav aley aus Reichelsheim i. d. W., Ref-Inf-R t. 116. Wehrmann Karl Klein aus

. chel⸗ i. d. W., Res.⸗Inf.⸗Regt. 116. A arrer Flöel aus Friedberg. Feldw. Karl Markart aus Maul⸗ ba

Major Großmann, einer der bekanntesten und beliebtesten Offiziere unserer Garnison, der am längsten

wir erst heute erfahren, mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. und der Hessischen Tapferkeitsmedaille aus⸗ et. Er ist chen zum Oberstleutnant befördert N und führt als solcher das Infanterie⸗Regiment Nititärische Vorbereitung der Jugend Uebungen 2 8. im 7. mit ieren im in mpagnie interen

Deu des Tricbs i en Anfang. Die Entwickel⸗ 8

von seinen Kameraden in Gießen ansässig ist, wurde, wie] Fa

Uebung findet nächsten Sonntag statt. ist der Hof der Zeughauskaserne. Vor dieser noch Anmeldungen älterer Teünehmer entgegengenommen.

Da die jüngeren Jahrgänge des ungedienten Landsturmes und die Rekruten, die dieser Tage ausgehoben wurden, wohl in Kürze einberusen werden, ist diesen drin ¹

f diese günstige Gelegenheit der Vorbi nch vorübergehen zu lassen und sich am. anzu⸗ melden. Bei der hier geübten Ausbildungswei inen

ine! für den späteren Dienst gegeben, die ihnen die eigentliche Ausbildung wesentlich erleichtert. Das Opfer, das sie sich in dieser schuweren Zeit damit auferlegen, ist außerordentlich gering gegenüber den großen die unsere tapferen Soldaten für das Vaterland in Feindes⸗ land bringen.

Ein Feldmaschinengewehrzug, der am 18. Jan aus tüdlt, ist, wie ex uns schreibt,ganz auf sich selbst angewiesen⸗ da er zu keinem Regiment zählt. Er hegt deshalb die natürliche Befür tung, man möge seiner bei der Liebesgabenversorgung nicht gedenken. Da er min zum größten Teil aus Oberhessen be⸗ steht, die schon einmal als 116er im Felde standen, bittet er uns, seinen Wunsch nach Liebesgaben und seine Adresse der Heimat be⸗ kannt zu geben: Feldmaschinengewehrzug B der 5. Kom ie des

Masch.⸗Gew.-Lehrkursus vom Leibgarde⸗Regiment 115, 3. Zt. Dö⸗ beritz dei Berlin. 0

e Heeteslieferungen. Ja der Handels⸗ lammer in Gießen von der stellvert t den Königlichen

ntendantur des 18. Armeekorps in Frankfurt a. M. zugegangenen Mitteilung werden wollene Decken nur noch von der stell⸗ vertretenden Intendantur des 3. Armeekorps in Berlin für den gesamten Heeresbedarf angekaust. Dagegen werden von den einzelnen Lokalverwaltungen die Wäscheausstattungen be⸗ schafft. So wird in den nächsten Ta die Wäsche- und Geräte ausstattung für das neu zu eücte Cefan in Worms zur Ausschreibung gelangen. Die ausschrei Stelle ist die Garnison-Verwaltung Worms.

Weizenmehlfrage und Konditoreien. Eine Zuschrift, der wir in unserer gestrigen Nummer Raum gaben, wandte sich u. a. gegen die zu reichliche Verwendung von Weizenmehl in den Konditoreien. Zu diesem Gegenstand schreibt man uns heute von sachver er, nicht interessierter Seite folgendes:Die fünf in Gießen in Frage stehenden Konditoren verbacken das Jahr hindurch etwa 450500 Zentner Weizenmehl. Zur Herstellung von Konditoreierzeugnissen wird weniger Mehl als Butter, Eier und Zucker verwandt. Aber auch im Konditoreibetrieb könnte man den Weizenmehlbedarf einschränken, durch Zusatz eines Streckungsmittels, was auch geschehen wird. Uebrigens ist in 5 8 1 an r fei und 7. in unserer Stadt erheblich en früher zurül angen, wie überhaupt der Besuch der ener Cafés seit dem Frege ausbruch sich stark verringert hat. Würde man den Betrieb der Konditoren durch Maßnahmen erheblich einengen, so würde man leicht das Kind mit dem Bade ausschüt⸗ ten, weil damit eine Anzahl Gehilsen und Hilfsarbeiter brotlos würden und weil die Konditoreien vielleicht ihre Ge⸗ schäfte ganz einstellen müßten. Eine zwingende! leit, dies herbeizuführen, liegt aber bisher in Deutschland nicht vor. Soviel Mehlvorräte haben wir immer int Lande, um den Konditoreien die Möglichkeit der Existenz ge⸗ währen zu können. Dagegen muß das Backen von Kuchen aus Weizenmehl in den Privathaus haltungen auf⸗ hören oder mindestens recht stark eingeschränkt werden.

Von verschiedenen Seiten werden wir weiterhin darauf aufmerksam gemacht, daß in zahlreichen Privathaushaltun⸗ gen Weizenmehl in großen Mengen zentnerweise auf⸗

estapelt wird, das unmöglich nur zu notwendigen

en dienen kann, sondern in erster Linie dafür bestimmt

ist, zu den hnten Kuchen und Backwaren verwandt

zu werden. Daß hierdurch dem Markte erhebliche Quanti⸗

täten entzogen werden, liegt auf der Hand, und die Mah⸗

nung, Verzicht auf solchen Luxus 45 leisten, erscheint in diesem Zusammenhang noch berechtigter.

* Unsere Bäck ermeister waren gestern versammelt, um sich über die neuen Maßnahmen, die durch die Bundes⸗ ratsverordnung zur Streckung des Mehl- bezw. Backwaren⸗ vorrats für das Bäckereigewerbe zu ergreifen sind, zu beraten. Der Versammlung wohnte im Auftrage der Bürgermeisterei Sekretär Mosig bei. Professor Dr. Skalweit hielt der Versammlung einen interessanten Vortrag über die Not⸗ wendigkeit der vom Bundesrat angeordneten Maßnahmen. Obermeister Deibel wies darauf hin, daß, wenn die Kollegen im ganzen Reich bereits seit 1. Dezember, wie vorgeschlagen war, Kartoffelzusatz verbacken hätten, die Anordnung des Bundesrats, die zweifellos in das Gewerbe hart eingreift, wohl kaum gekommen wäre. Leider habe sich die Not⸗ wendigkeit des behördlichen Zwanges im Interesse der Volktzernährung während des Krieges ergeben, und das Ge⸗ werbe müsse sich damit abzufinden suchen, so gut es geht. Man desprach nun eingehend, in welcher Weise die Meister

für die Folge das Geschäft organisieren können. Es wurden

verschiedene Vorschläge gemacht und man beschloß schließlich, sich erst in einer neuen Versammlung am 12. dieses Monats schlüssig zu machen. 0

* Gemeindestener⸗Rückstände. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Gießen befindet sich auch die Mahnung für das 4. Ziel Gemeindesteuern und ren für das Ri. 1914. Die Zahlung kann noch bis zum 16. Januar 1915 obne Kosten bei der Stabtlasse renden Ablauf dieser Nn die Beitreibung, wobei Pfündu werden. 1

* Von der Stadtverordnetenversamm⸗ lung. Die heutige Ausgabe des Kreisblattes en

die Bekanntmachung des Gesetzes betr. das Außerkraft⸗ treten von Vors alten der Städte und ndeord⸗ nung, auf das wir in unserem gestrigen Artikel über die

Stadtverordnetenversammlung Bezug nahmen. ** 1 Fi 78 5 0 am 6. Januar ds. Is. an Landes⸗ base Pessester Wr. bl. Teber en ee Inspektor des Naturalienkabinetts an dem Landesmuseum den Privatdozenten Dr. Wilhelm Kleberger außerordentlichen Professor bei

Ibach Karl Steul zum wit

» Von der Handelskammer. Bei dem

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mentritt der Großherzoglichen Handelska der erfolgten Neuwahl wurden als Vorsitzender

* *