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merzienrat Heichelheim, als dessen erster Stellvertreter 1 Kommerzienrat Schirmer und als zweiter Stellvertreter Kommerzienrat Grünewald⸗Alsfeld wiedergewählt. Als ö ner wurde Kaufmann Röhr wiedergewählt. Marcell⸗Salzer⸗Abend. In ernster Zeit meldet diesmal Marcell Salzer seinen Besuch an. Am 15. wird er, wie schon bekannt gegeben, seinen vielen Freunden 2 175 zu großer Freude, im Stadttheater seinen Vater⸗ ändischen Abend mit zeitgemäßem Ernst und Humor bvperanstalten. Und wer wäre wohl berufener als Salzer, der große Meister des Vortrags, uns Dichtungen und Erzählun⸗ n, die die große 50 hervorbrachte, näher zu bringen. In Berlin, Hamburg, Leipzig, Breslau usw. fanden diese Abende ausverkaufte Häuser und die Presse rühmt einmütig den großen Erfolg, den Salzer auch hiermit erreichte. Wohltätigkeitskonzert. Uns wird geschrie⸗ ben: Die Vorbereitungen zu der von hiesigen Gesang⸗ vereinen vorgesehenen vaterländischen Kund⸗ gebung sind in vollem Gange. Die Gesangsproben, von denen die nächste wieder am kommenden Samstag abend im e stattfindet(s. Inserat), werden fleißig besucht. eister Franz Bauer, der Unermüdliche, leitet die Chöre mit oßer Hingabe, freudig und willig folgen die Sänger seinen nordnungen. Die Leitung der ganzen Veranstaftung, die 1 l. am 31. Januar stattfindet, liegt in bewährten Händen. Da auch die Auswahl der vaterländischen Chöre und Musikstücke sehr glücklich genannt werden kann, so verspricht 95 e Konzert den Teilnehmern einen vollen Genuß. Den 100. Geburtstag begeht morgen Fräulein Bertha von Grolmann, Neuen Bäuen 21, soviel wir wissen, die älteste Einwohnerin unserer Stadt. Fräulein von Grolmann wurde am 9. Januar 1816 in Gießen geboren. 0 Der Kalender des„Gießener Anzeigers“ wird den Postabonnenten mit der heutigen Ausgabe zu—
gestellt. 25 2 Landkreis Gießen. Langsdorff, 8. Jan. Vom hiesigen Turnverein sind 52 Mitglieder zum Heere einberufen Vier von ihnen sind bereits gefallen, fünf wurden mit dem Eisernen Kreuz aus- gezeichnet, nämlich Vizefeldwebel Otto Ludwig, Hermann e Offizierstellvertreter Heinrich Roth, Unteroffizier ilhelm Ullrich und Gefreiter d. R. Wiehelm Dörr. Die hessische Tapferkeitsmedaille erhielt Kanonier Willy Bender.
Londorf, 6. Jan. Der mit dem Eisernen Kreuz am Weihnachtssest ausgezeichnete Peter Stier von bier ist Vize Feldwebel im Generalkommando des 18. Reserve-Armeekorps.
5 Kreis Friedberg.
b Nieder ⸗Ros bach, 7. Jan. Auf ossener Straße exvlo- dierte hier ein mit Benzin beladener Kraftwagen; er ver- brannte bis auf die Eisenteile. Die Explosion war so groß, daß die Fenster der Nachbarhäuser zersprangen. Das brennende Benzin floß die Dorsstraße binab und setzte etliche Hoftore in Brand. Durch das rasche Eingreisen der Ortsbewohner konnte aber weiteren Un- ällen und Bränden vorgebeugt werden.
. Kreis Wetzlar.
O Wetzlar, 7. Jan. Heute Morgen kam wieder ein Trupp
gefangener Russen, Verwundete aus dem Lazarett in Brom⸗
f— an. Sie wurden ins hiesige Gefangenenlazarett abgeliefert, woselbst sich schon eine Anzahl ihrer Landsleute, ebenfalls Ver⸗ wundete, befinden.— 18 Mohammedaner wurden zum Weiter⸗ transport nach Konstantinopel an die Bahn geleitet.— Vorgestern. nacht versuchte ein französischer Zivilgefangener am Hauptausgang einen Ausbruch. Er wurde aber zeitig entdeckt und mit Ge⸗ walt in Baracke zurückgebracht. Da er sich energisch zur Wehr setzte, bekam er deutsche Laudsturmfäuste zu fühlen.— Dem Brief eines deutschen Gefangenen aus Toulouse, dessen Schreiber ein Wetzlarer ist, entnehmen wir:„Weihnachten das Fest der Freuden. Auch wir hier im Lazarett bereiten uns vor, es einigermaßen heimatlich zu gestalten. Der Weihnachtsbaum ist in Frankreich selten. Nur in einigen Familien findet man ihn. Un⸗ zählige Pakete treffen schon Tag um Tag ein, und auf jedem Saal herrscht große Freude. Auch auf unserm Zimmer, wir sind eben 6 Mann, treffen sie reichlich ein. Wir haben auch eine Musik⸗ kapelle, bestehend aus zwei Mundharmonikas und zwei Mando⸗
0 linen. Die letzteren haben wir selbst gebaut. Auch ein starker Ge⸗ sangverein, meist aus Lehrern bestehend, gibt wöchentlich ein 8 Konzert. Demselben wohnen meistens sämtliche französischen Aerzte bei. de seht also selbst, daß auch in einem Lazarett im fernen Süden der Weihnachtsmann einziehen kann. Auch eine Liste geht herum, um für die Kameraden, welche keine Angehörige haben,
ein W. chten zu finden. Erhalten habe ich bis jetzt von Euch alles. Seit dem 13. 12. darf ich das Bett verlassen, aber nur im Zimmer herumgehen. Es geht mir aber sehr gut.“
Eine Winterschlacht 1871. (Le Mans, 10.—12. Januar.)
„Wie unsere tapferen Truppen in diesen Januartagen in Schnee und bitterer Kälte große Schlachten ausfechten müs⸗ sen, so haben auch zu Anfang des Jahres 1871 unsere Sol⸗ daten im harten Winter schwere Kämpfe zu bestehen gehabt, . und besonders zeigt die Schlacht vor Le Mans das typische Bild einer solchen Winterschlacht, das in vieler Hinsicht an . heute gemahnt. Am 6. Januar hatte Prinz Friedrich Karl mit mehr als 70000 Mann und 3000 Geschützen den Vor⸗ marsch auf Le Mans gegen die zweite französische Loire-Armee angetreten, die er in zahlreichen Gefechten vom 10.—12. Jan. besiegte.„Seltsam waren diese Wintergefechtstage vor Le Mans,“ erzählt ein Mitkämpfer.„Morgens Anmärsche, ebel, glatte Wege, langsame Entwicklung, später Beginn Gefechtes. Dann Auflösung des Gefechtes in lauter zelkämpfe um Gehöfte, Waldstücke, Hecken, Mauern, Wein⸗ „Höhen und Zersplitterung der beteiligten Truppenver⸗ sozusagen in ihre Atome. Dann kamen die Nachrichten 0 Igen hier und da, Mengen von Gefangenen, Be⸗ setzung erstürmter Stellungen, und dann war es dunkel. Ver⸗ folgung, war ausgeschlossen, neuer Widerstand zeigte sich an den nach vorwärts führenden Wegen. Offiziere und Mann-
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ten ihre naßgeschneiten Sachen an, die ihnen oft am e froren und erst in den Quartieren auftauten. Ver⸗ legung höchst unregelmäßig und dürftig. Andern Tages ug die Sache ebenso von vorne an, langer Anmarsch, glatte e usw usw. Wie ein Schwimmer, der in Kraut gerät, arbeitete sich die Armee nur mühsam durch den Widerstand, welche Feind und Nebel, Schnee und Geländegewirr, Mangel
an Verpflegung und Ruhe entgegensetzten, vorwärts, und wenn h Tag herum war, so wußte man nicht, was
gegen gestern anders geworden war. Immer hatten wir ge⸗ blofft, die versammelte Armee Chanoys zu treffen; dann wollten wir sie wohl angreifen und schlagen. Aber der kluge französische Feldherr handelte von seinem Standpunkt aus ganz recht. Division auf Division stellte er uns entgegen, und wenn die eine besiegt war, hatten wir eine neue vor uns. Die Masse seiner Truppen sollte es bringen, die Dauer des Wider⸗ standes sollte uns erschöpfen, wir sollten uns„totsiegen“. Die Angriffe des ersten Schlachttages brachten die Deutschen
s auf eine Meile an Le Mans heran. Erbittert wurde um inzelne Dörfer gekämpft, so besonders um Chancs.„Dieses Hin und Her zwischen den zahlreich zerstreuten Gehöften,“ Bericht,„über Knicks und Gräben, tiefgelegene, ite Wie enpläne und Wege, die letzteren fast sämtlich
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von hohen und dichten Hecken begrenzt, welche jede Uebersicht unmöglich machen und fortgesetzt Ueberraschungen herbei— führen— der erbitterte Kampf um einzelne Gebäude, die ge— nommen, vor der Uebermacht geräumt und wieder genommen werden, wobei Hau-Bajonett und Kolben in der Regel das letzte entscheidende Wort mitsprechen— dieses wütende Ringen Brust an Brust mit dem verzweifelnden Gegner— dieses Verschießen der Munition bis zur letzten Patrone— alles das in seiner Gesamtheit muß auch den Ruhigsten in einen Rausch wilder Kampfesfreude versetzen, in dem nur der einc Gedanke Raum haben kann: wir müssen siegen, koste es, was es wolle!“ Der 12. Januar brachte dann die Ent⸗ scheidung durch einen Flankenangriff des 10. Korps, der in der Besetzung des Gehöftes La Tuilerie gipfelte. Es war heftig um diesen wichtigen Punkt gekämpft worden, als gegen 7 Uhr abends das erste Bataillon der 56er den Befehl er⸗ hielt, das Gehöft zu nehmen. Mit entfalteter Fahne und Trommelschlag, der in der Winternacht sehr dünn klang, er⸗ folgte der Anmarsch. Friedrich Leo, der spätere große Alt⸗ philologe, der als Kriegsfreiwilliger dabei war, erzählt davon:„Wir gingen im Sturmschritt und ohne Unterlaß Hurra schreiend durch die dunkle Nacht den Hügel hinan. Hinter mir schlug ein Tambour den Marsch und schrie immer dazwischen als sein persönliches Feldgeschrei: Kognak! Kog⸗ nak! Wir taten keinen Schuß, um uns pfiffen zuerst noch die Kugeln, dann hörten sie auf. Als wir auf der Höhe an⸗ kamen und einen Nahkampf erwarteten, fanden wir keinen Feind. Er hatte sich vom Rande des Plateaus zurückgezogen, in Schrecken und Flucht, wie wir später von Gefangenen hörten.“ Ohne es selbst zu ahnen, hatten die Tapferen den Sieg bei Le Mans entschieden.„Wir merkten erst etwas davon in den nächsten Tagen,“ meint Leo,„als der komman⸗ dierende General von Voigts-Reetz bei einer Revue, die er abhielt, unser Regiment in unerhörter Weise herausstrich.“ Der Kampf am 12. Januar war nur noch ein großes Rück⸗ zugsgefecht, in dem die Früchte des Sieges geerntet wurden. Ungeheures hatten die Soldaten in dieser gewaltigen Winter⸗ schlacht geleistet.„Seit sieben Tagen,“ so faßt v. d. Goltz in seinem Auch„Die sieben Tage von Le Mans“ diese Leistun⸗ gen zusammen,„befand sich der größte Teil der unter dem Oberbefehl des Prinzen Friedrich Kerl vereinigten Korps in fast ununterbrochenem Gefecht. Jeder Morgen hatte ihnen einen schwierigen Marsch auf spiegelglatten Wegen gebracht. Ihr Weg führte dabei durch tiefen Schnee; dann mußten die Positionen des Gegners erstürmt werden, der, geworfen, schnell in dem Labyrinth dieses Terrains verschwand, um dann einige hundert oder tausend Schritte dahinter in gleich guter Position wieder aufzutauchen. Bis in den Abend hinein dauerte so das Ringen, dann folgte die bitterkalte Biwak⸗ nacht. Auf dem Schnee, um die Biwaksfeuer geschart, oder auch ohne sich irgendwie wärmen zu können, verbrachten die Truppen die Stunden, die der Ruhe gewidmet sein sollten. Mit steifen Gliedern, durchfroren, übernächtigt und hungrig, begann der Soldat am Morgen den Marsch, um denselben Strapazen und Gefechtsmühsalen wie am Tage vorher ent⸗ gegenzugehen.“
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— Das Heilandleben in deutscher Bilderkunst. Zu derselben Zeit, da unser Volk nach den Behauptungen seiner Feinde in Varbarentum und Roheit versinkt und materiell ver- armt, wendet sich der Kunstwart mit einem Unternehmen an die Kaufkraft der weitesten Kreise, wie es aus eigener idealistischer Kunst heraus kein anderes Volk auf der Welt gestalten konnte. Es heißt:„Das Heilandleben in deutscher Bilderkunst“ und umfaßt die ersten fünf Hefte der neuen„Deutschen Hausbilderei des Kunst⸗ warts“. Hier ist aus deutschem Schaffen seit Dürers Zeit das Stärkste zusammengefügt, was Ausdruck emes religtösen Gefühles war, und also ein Hausschatz deutscher Andacht werden kann. Von Dürer und Rembrandt zu Ludwig Richter und wieder zu Uhde und Steinhausen geht ein einziger Strom nationaler Inniakeit, so daß alte und neue Bilder sich ergänzen und sortsetzen, als wären sie aus ein und derselben Menschenseele erwachsen. Auch technisch und dem Preise nach bedeutet das„Heilandleben“ etwas Neues. Blätter in der Größe 27:36 ½ Ztm., in den besten Techniken durch⸗ geführt, sind ungefähr mit 15 Pfennigen das Stück berechnet! Für den Preis, den früher in gleich guter Ausführung die Reproduktion einer einzigen Radierung kostete, ein Werk von etwa bundert Tafeln! Dabei sind die Blätter hier mit den verschiedensten Techniken hergestellt, jedes Blatt so, daß es dem Vorbild nach aller Möglichkeit gerecht wird. Die billigen Hefte sind auch einzeln käuf⸗ lich, so daß der Hausschatz auch in das Haus des ganz bescheiden Bemittelten kommen kann. Die Titel der einzelnen Heste sind: 1. Des Heilands Verkündigung und Geburt(Mk. 1,50). 2. Jesu Kindheit und Maria(M. 2,25). 3. Der lehrende und heilende Christus(Mk. 2,—). 4. Der Leidensweg Christi(Mk. 2,—). 5. Tod und Verklärung Christi(Mk. 2,25).
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Die. a Man ist so besorgt um Brot und glaubt, es würde der Weizen⸗ vorrat nur bis April ausreichen. Weshalb läßt man denn zu, daß die schöne Gerste, die aus Ungarn in Tausenden von Wagen⸗ ladungen nach Deutschland bezogen wird, fast durchschnittlich für Bierbrauereien verwendet wird? Meine Mutter läßt Gerste mahlen und hat die erste Sorte Mehl nur für gewöhnliche Kuchen im Haushalt verwendet, vermischt mit der 3. Sorte Weizen⸗ mehl. Die 2. Sorte Gerstenmehl nahm sie unter das Schwarzbrot, und wir haben auf diese Art stets mit unserer knappen Ernte aus⸗ gereicht. Unter beide Sorten, Kuchen und Schwarzbrot, sind noch geriebene gekochte Kartoffeln außerdem zu verwenden. Sie halten etwas feucht, da das Gerstenmehl etwas trocken macht. Muß mit dem Brot so dringend Haus gehalten werden, so könnte man doch den Bierbrauereien etwas Halt gebieten. Bierverbrauch ist bei solch schwerer Zeit nicht so nötig, Brot aber muß man haben.
Es könnte also viel Gerste für Brot gerettet werden.
— ͥ 2 Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 9. Januar 1915: Unbestandin, zeitweise Nieden bläge, mild, südwestliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Die Ueberlegenheit Deutschlands gegenüber Rußland.
Amsterdam, 8. Jan. Der Korrespondent des„Daily Tele⸗ graph“ drahtet aus Petersburg: Bei Betrachtung der Gesamt⸗ lage müsse immer wieder die große Ueberlegenheit betont wer⸗ den, die Deutschland Rußland gegenüber hat infolge seiner ger o⸗ pen Mobilität, die wiederum eine Folge seiner strategi⸗ schen Eisenbahnen ist. Solange der Feind Ost⸗ und Westpreußen und Ungarn ganz besitzt, kann er seine Truppen von einer Front zur anderen mit einer solchen Geschwindigkeit werfen, daß selbst der berühmte schnelle Marsch des Russen nicht dagegen aufkommen kann. Nur so lassen sich die bisherigen deutschen Erfolge erklären.
Der Heldenmut der jungen deutschen Truppen.
Genf, 8. Jan. Bei Boureuilles und Vaugqusdis in der Maasgegend zeigten vorgestern nach französischer Darstellung
auch die frisch eingetroffenen deutschen Soldaten hervorragenden Heldenmut und entschieden den Rückzug der Franzosen nach Bajo⸗ nettkämpfen. Die Tätigkeit der„Zeppeline“.
Amsterdam, 8. Jan. Die„Times“ melden, daß ge⸗ stern zwischen Gravelingen und Calais drei Zeppe⸗ line gesehen worden seien. Auch sind deutsche Flieger wieder über Dünkirchen gesichtet worden, von denen zwei keine Bomben abwarfen. Auch ein Zeppelin wurde mehreremale über Dün⸗ kirchen gesehen, der eine Bombe abwarf, die aber keinen Schaden anrichtete. Einer der deutschen Flieger warf Bomben.
Der mißglückte Luftangriff auf Cuxhaven.
Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Den Baseler Nachrichten wird aus London berichtet, daß der Luft⸗ angriff auf Cuxhaven nicht von sieben, sondern von neun Luftfahrzeugen ausgeführt wurde, von denen nach den Aussagen des in Amsterdam weilenden 8 00 Luftschiffers Hewlett sechs vernichtet worden sind.
10 russische Flugzeuge verloren gegangen.
Basel, 8. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Die Baseler Nach⸗ richten berichten: Nach der„Rußloje Slowo“ sind bei den Kä m p⸗ fen bei Lodz und Lowicz 10 russische Aeroplane ver⸗ loren gegangen.
Der Wiederaufbau der Ortschaften in Ostpreußen.
Königsberg, 8. Jan. Für den Wiederaufbau der durch den Einfall der Russen in Ostpreußen zerstörten Ortschaften ist in Königsberg eine Zentralstelle geschaffen worden, als deren Leiter der Geh. Baurat Fischer, der frühere bautechnische Dezernent der Ansiedelungskommission, in Aussicht genommen ist.
Fürsorge des Papstes für die Kriegsgefangenen.
i. Köln, 8. Jan. Eine Sonderausgabe des Kirchlichen Anzeigers für die Erzdiözese Köln veröffentlicht ein päpst⸗ liches Dekret vom 21. Dezember, in welchem über 2 sorge für die Kriegsgefangenen folgendes bestimmt wird: Die Ordinariate der Diözesen, in welchen sich Kriegsge⸗ fangene befinden, sollen so bald wie eben möglich besonder g Priester für diese Gefangenen auswählen, die deren Sprache mächtig sein müssen. Diese sollen nichts unterlassen, was dem geistigen und leiblichen Wohle der Gefangenen dient. Sie sollen ihnen Trost und Beistand gewähren und ihnen ihre Schwierig⸗ keiten möglichst erleichtern. Sie sollen ferner sofort erforschen, ob die Gefangenen ihren Familien von ihrem Aufenthalt Nach⸗ richt gegeben haben, wenn dies nicht der Fall ist, sollen sie die Gefangenen sofort bewegen, das Versäumte nachzuholen, und im Falle der Gefangene schreibunkundig oder krank ist, diese Benachrichtigung selbst vornehmen.
Russische Plünderer in Polen.
Amsterdam, 8. Jan.„Telegraaf“ meldet aus Lon⸗ don: Wie aus Petersburg berichtet wird, hat das Duma⸗ mitglied Ognew die ganze Gegend in Polen zwischen Lodz und Warschau besucht und darüber einen Bericht veröffent⸗ licht. Danach ist fast ganz Polen verwüstet. Was durch die Flammen nicht zerstört wurde, ist durch Plünderung 1— schädigt. Kein Dorf ist ohne Schaden davongekommen. Di russische Regierung hat deshalb strenge Maßregeln gegen die(russischen D. Red.) Plünderer ge⸗ troffen. Sieben russische Soldaten, die bei Skierniwice ein Schloß ausraubten, wurden stehenden Fußes erschossen. In Warschau ist an dreißig Stellen Feuer aus⸗ gebrochen. Alle Schlösser in Westpolen sind geplündert und viele Bauernhöfe in Trümmerhaufen verwandelt.
Die englischen Anwerbungsarbeiten. Rotterdam, 8. Jau. Der Londoner Berichterstatter des
„Nieuwe Rotterdamsche Courant“ meldet, daß man in England f
betreffs das Fortschreiten der Anwerbung für das Heer große Heimlichkeit an den Tag lege. Es sei immer schwerer, zu er⸗
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fahren, wie es darum stehe. Man habe aber Grund zu der An-
nahme, daß die Ueberhäufung der Industrie mit Aufträgen für die Verbündeten, wodurch die Arbeitslosigkeit zurückgehe, die Anwer⸗ bung ungünstig beeinflusse. Die Landwirtschaft brauche auch sehr viele Hände und die Pächter erklären, daß es für England ge⸗ rade jetzt ein Lebensinteresse sei, Arbeitskräfte für das Land zu erhalten.
Die griechischen Insurgenten in Albanien.
Mailand, 8. Jan. Nach der Turiner„Stampa“ sandten die albanischen Städte Beret und Fieri Abord⸗ nungen an den italienischen Kommandanten in Valona mit der Bitte, die italienische Besatzung auch auf diese Ortschaf⸗ ten auszudehnen, da sie von griechischen Insurgenten be⸗ droht seien.
Die Lage in Aegypten.
i. Köln, 8. Jan. Die Köln. Ztg. meldet von der hollän⸗ dischen Grenze: Der Amsterdamer„Telegraaf“ bringt die folgende Meldung seines Mitarbeiters aus Ismailia: Sie können bestimmt versichern, daß alle Gerüchte über Kämpfe in dieser Gegend wie überhaupt in Aegyp⸗ ten auf Erfindung beruhen. Soruhig wie jetzt ist es meines Wissens nie gewesen. Von einer England seindlichen Haltung unter den Mohammeda⸗ nern ist keine Spur zu bemerken.(Man wird sich in dieser Beziehung wohl besser auf die Berichte aus dem tür⸗ kischen Hauptquartier verlassen können, da beim Amster⸗ damer„Telegraaf“ erwiesenermaßen sehr häufig die eng⸗ lischen Wünsche die Väter seiner Gedanken sind. Redakt, des G. A.)
Eine wackere Amerikanerin in London.
Rom, 8. Jan. Wie aus London berichtet wird, kam es im Drury Lane⸗Theater zu einer Revolte. Eine wegen ihrer deutschfreundlichen Gesinnung bekannte ame⸗ i Schauspielerin, Miß Rogers sollte als Trägerin der Hauptrolle in dem Märchenstück„Die schlafende Schöne“ auftreten. Aber das gesamte Personal drohte mit dem Streik, wenn die Dame nicht ihre deutsch⸗ freundlichen Aeußerungen zurücknehme. Die Dame verwei⸗ gerte dieses, worauf die Polizei eingriff. Aber auch dieser gegenüber hielt die mutige Amerikanerin ihre Ueberzeu⸗
ung aufrecht. Um dem Standal ein Ende zu machen, trat Miß Rogers freiwillig von ihrem Kontrakt zurück und er⸗ klärte, nach Amerika heimkehren zu wollen.
Lawinenstürze in den Alpen.
Berlin, 8. Jan. Aus Innsbruck erhält das„Berl. Tageblatt“ Meldungen über Lawinenstürze in den Alpen,
durch welche Menschen getötet wurden und elektrische Leitungen
zerstört worden sind Ein Unglück auf der New Norker Untergrundbahn.
Berlin, 8. Jan. Auf der Untergrundbahn in New Mork erfolgte gestern da, wo sich die 59. Straße und der Breite
Weg kreuzen, eine schwere Explosion. Im Tunnel brach Feuer aus, an einzelnen Stellen stürzte das Mauerwerk ein. Tausende von waagen N wurden eingesperrt und viele fielen infolge der ge⸗ waltigen Rauchentwickelung in Ohnmacht. Viele trugen Brand- wunden davon.


