Ausgabe 
(5.1.1915) 3. Erstes Blatt
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Erstes Blatt

erscheint täglich, außer Sonntags. Beilagen:

viermal wöchentlich Sießener Familienblätter; n latt für den Ureis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: sür die Schriftleitung112 Verlag, Geschäftsstelledl Adresse für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

Gießener

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Heschäftsstelle u. Druckerei: Schulstr. 7.

105. Jahrgang

Dienstag, 5. Januar 1015

Sezugsvreiz: monatl. 75 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl 65 Pf.; durch die Post Mk. 2. viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt- schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für dei polit. Teil- Aug. Goetz fürFeuilleton,Ver- mischtes undGerichts- saal: Karl Neurath; fürStadt und Land: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck.

orstöße der Franzosen im Gberelsaß. Erfolgreiche nächtliche 1 Gegenangriffe der Deutschen.

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Der Feind zeigte sich tätig in der Gogend böllige

.(i) Großes Hauptquartier, 4. Januar. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Abgesehen von mehr oder weniger schweren Artilleriekämpfen herrschte un der Front im allgemeinen Ruhe. Nur bei Thann im Ober⸗Elsaß zeigte der Feind lebhafte Tätigkeit.

Nach einem überwältigenden Feuer auf die Höhen west⸗ lich Sennheim gelang es ihm in den Abendstunden unseren zusammengeschossenen Schützengraben auf dieser Höhe und anschließend das von uns hartnäckig verteidigte, in den letzten Tagen öfters erwähnte Dorf Steinbach zu nehmen.

. Die Höhe wurde nachts im Bajonettangriff von uns wieder genommen; um den Ort Steinbach wird noch ge⸗ kämpft.

Oestlicher Kriegsschauplatz: Die Lage im Osten hat sich nicht verändert. Unsere Angriffe in Polen östlich der Rawka werden sortgesetzt.

Oberste Heeresleitung. *

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Der gestrige deutsche Tagesbericht handelt im wesent⸗ lichen von erbitterten Kämpfen im Sberelsaß. Dort haben die Franzosen wieder einmal versucht, in der Richtung unterhalb Mülhausen unsere Linie zu durchbrechen. Senn⸗ heim liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Mülhausen, am Ostrande der Vogesen, 5 Kilometer östlich von Thann. Der mehrfach genannte Ort Steinbach liegt 2 Kilometer nordöstlich von Sennheim. N

Die Höhe westlich von Sennheim ist in den letzten Wochen mehrfach der Schauplatz von Kämpfen gewesen. Sie beherrscht den Eingang in das Wesserlinger Tal und die Straßen, die von Sennheim nach allen Richtungen führen. Am 14. Dezember war es den F gelungen, den Ort Steinbach samt der Höhe zu nehmen. Einen Tag später aber wurde aus dem deutschen Hauptquartier gemeldet, das Dorf sei zurückerobert. 300 Franzosen waren dabei gefangen ge⸗ nommen worden. Ende Dezember wurde von neuen Kämp⸗ sen gemeldet. Die Franzosen haben einüberwältigendes Feuer auf die Höhe gerichtet und die dortigen deutschen Schützengräben zusammengeschossen. So gelang es ihnen, Steinbach zu besetzen. Doch sie sollen nicht zu früh trium⸗ phieren. Von großen strategischen Folgen könnte auch dann nicht die Rede sein, wenn es dem Feind zunächst gelänge, das gewonnene Gebiet zu behaupten. Immerhin würden wohl deutsche Verstärkungen an dieser Stelle notwendig werden, und so ist es verständlich, daß der deutsche Truppenführer versuchte, durch einen furchtbaren nächtlichen Bajonett⸗ angriff die Franzosen wieder zu verjagen. Es gelang denn auch, die Höhe wiederzunehmen. Das Beispiel vom 15. De⸗ zember wird unsere tapferen Truppen anspornen, auch Steinbach zurückzuerobern, ohne daß besondere Truppen⸗ verschiebungen erforderlich werden. Es darf betont werden, daß auch für die ängstlichsten Gemüter kein Grund vorliegt, anzunehmen, die Franzosen könnten dort deutschen Boden überschwemmen. Dazu sind sie zu schwach und die Wacht am Rhein denn doch noch zu kräftig!

*** Die Kämpfe in Ober⸗Elsaß.

Berlin, 5. Jan. Dem Berl.Lok.⸗Anz. zufolge wird nus Bonfol im Berner Jura gemeldet: Aus dem Ill-Tal und von dessen Anhöhen sind die Franzosen nunmehr völlig verdrängt. Sie haben ihr Hauptquartier in der Richtung auf Belfort verlegt. Westlich Mülhausen wurden alle Ver- suche der Franzosen, aus Thann auszuschwärmen, abgewiesen. Ihre Angriffe, die zum Teil sehr gut von der schweizerischen Grenze beobachtet werden konnten, endeten alle mit einem negativen Erfolge. Man glaubt, daß die Franzosen demnächst das Lorgtal räumen werden.

Die Schlachten au der Yser.

Berlin, 5. Jau. Eine Schilderung der Schlacht bei St. Georges, eines Dorfes, das auf beiden Seiten der Yser liegt, wird von derVoss. Ztg. gebracht. Als die Deut⸗ schen nach einem heftigen Gefecht von einer Seite der Yser auf die andere übergingen, wurden die Verbündeten durch ein heftiges Artilleriefeuer 1 6 Es entspannen sich die Gefechte vom 27. Dezember, deren furchtbares Artillerie- feuer fünf Stunden andauerte. Es wurde dann ein Angriff

mit Flößen versucht. Abends 10 Uhr gelang es endlich einigen tausend Mann, über die Nser zu kommen. Mit ge⸗ fälltem Bajonett durch den Morast watend, versuchten die Franzosen und Engländer die deutschen Laufgräben zu stür⸗ men. Es gelang ihnen nicht. Deutsche Flieger über Dünkirchen.

Berlin, 5. Jan. Ueber Dünkirchen erschienen am 2 Januar nachmitt deutsche Flieger, die Bomben abwarfen auf die in den Vororten befindlichen Munitions⸗ und Proviantlager der Franzosen und Engländer, welche bedeutenden Schaden erlitten. Es wurden nach demBerl. Tagebl. ungefähr 100 Personen getötet oder verwundet.

Der französische amtliche Bericht.

Paris, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich) Gestern nachmittag wurde amtlich bekanntgegeben: Nördlich der Lys behaupteten wir die an den vorhergegangenen Tagen gewonnenen Stellungen

500 Meter vor. Zwischen der Oise und Maas zerstörte unsere scckwere Artillerie verschiedene Schanzarbeiten auf dem Plateau Touvent, von wo aus der Feind unsere Arbeiten störte. West⸗ lich und östlich Craonne lebhafte Artilleriekämpfe. Bei Perthes les Hurlus rückten wir 300 Meter vor. Bei Beau Ssjour fand ein Infanteriegefecht statt, in dem wir dem Feinde groß Verluste beibrachten. Im Gruriewald unternahmen die Deut⸗ schen zwei erfolglose Angriffe. Auf diesem ganzen Teil der Front entfaltete die Artillerie beider Parteien eine lebhafte Tätigkeit. Im Gebiete an Verdun und auf den Maashöhen Artilleriekämpfe Wir gewannen noch etwas Gelände auf den Wald von Le Bouchet und Bois le Prétre zu. In den Vogesen besetzten wir einen feindlichen Schützengraben nahe den Schützen⸗ gräben in der Ebene. Bei Ban de Sap und im Tavetal Artilleriekämpfe. Im Oberelsaß behaupteten wir die früheren Gewinne in der Gegend von Thann. Wir beschossen einen Zug im Bahnhof von Altkirch und zerstörten die Eisenbahn zwischen Aspach und Diesbach südwestlich Altkirch an einzelnen Stellen. Im allgemeinen muß die merkliche Verlangsamung, die in der Aktivität unserer Offensibe festzustellen ist, den ununterbrochenen Regenfällen zugeschrieben werden, welche den Boden auf⸗

weicken und überall die Operationen beinahe unmöglich machen.

Paris, 3. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt von 11 Uhr abends. Den letzten Nachrichten zufolge ist keine Aenderung der Lage eingetreten. Das Wetter ist beinahe auf der ganzen Front andauernd sehr schlecht.

Die Engländer in französischen Hafenstädten.

Stockholm, 4. Jan. Laut Nachrichten aus zuverlässigen Quellen herrscht, wieDagens Nyheter meldet, bei den Zivil⸗ behörden in Frankreich groß: Mißscimmung wegen des allzu eigen⸗ mächtigen Auftretens der Engländer. Die Engländer haben in Le Havre, Boulogne und Calais sich so gezeigt, als ob sie die Herren des Landes seien und die Fran⸗ zosen nichts zu sagen hätten. In allen diesen Städten sind es die Engländer, die die Briefzensur in Händen haben, auch wenn

es sich um Post für Franzosen und Belgier handelt. Die Ge⸗ 1

walt über diese Städte haben sich die Engländer angeeignet. Die englische Polizei hält die Ordnung 1 In der Kommu⸗ nalverwaltung greifen englische Beisitzer ein. Alle diese Tat⸗ sachen haben verursacht, daß die Franzosen sich in ihrem eigenen Lande fremd fühlen. Aber alle Klagen über das Benehmen der Engländer sind vergebens. Selbst die französische Regierung ist ratlos und kann keine Abhilfe schaffen.

* n

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

(WTB.) Wien, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 4. Januar 1915. In den hartnäckigen Kämp⸗ fen im Raume sfüdlich Gorlice, die sich unter den schwierigsten Witterungsverhältnissen abspielten, sicherten sich unsere braven Truppen durch Besitznahme einer wich n eine günstige Basis für die weiteren Er⸗ kignisse.

In den Karpathen keine Veränderung. Im oberen Ungtale nur kleinere Gefechte. Während der Kämpfe der Weihnachtszeit wurden am nördlichen Kriegsschauplatz 37 Offiziere und 12698 Mann gefangen.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Wien, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kriegsbericht⸗ erstatter derSonn- und Montagszeitung telegraphierte am 3. Januar abends seinem Blatte: Die russische Offensive in West⸗ galizien schien ursprünglich die Umfassung unserer Kräfte über Neu⸗Sandec gegen Krakau zu bezwecken, was eine ähnliche Lage geschaffen hätte, wie in der Schlacht bei Limanowa. Nunmehr steht fest, daß die Russen auf unsere Karpathenkräfte drücken, um un⸗ gehindert frontal vom Dunajec über Bochnia gegen Krakau vor⸗ stoßen zu können. Diese Absicht scheiterte an unseren günstigen Stellungen am Dunajec, wo wiederholte Angriffe der Russen, am heftigsten gestern, unter furchtbaren Verlusten zu⸗ sammenbrachen. Der Vorstoß der Russen gegen den Uzsoker⸗Paß ist ebenso wie die Kämpfe in den Ostkarpathen von untergeordneter

Bedeutung.

Feldmarschall Erzherzog Friedrich an den Kaiser.

Wien, 4. Jan. WTB. Nichtamtlich.) Anläßlich des Jahreswechsels richtete der Armeeoberkommandant Feldmar schall Erzherzog Friedrich an Wilhelm II., den deutschen Kaiser, folgendes Glückwunschtelegramm:

Durch monatelanges Ringen für die gemeinsame gerechte Sache inniger denn je verbunden, kämpfen deutsche und österreichisch⸗ ungarische Armeen in unerschütterlicher Zuversicht mit vereinten Kräften gegen den wiederholt geschlagenen, aber noch nicht nieder⸗ gezwungenen Feind. Wie mein allergnädigster Kaiser, König und Herr, bitte ich namens der mir unterstellten Streitkräfte auch Ew. Majestät, Allerhöchstseinen treuen Verbündeten, den alle beseelen⸗ den Wunsch endgültig zu siegen, dem die Erfüllung mit Gottes Hilfe nicht versagt bleiben kann, als Wunsch für das kommende 1 entgegenzunehmen. Erzherzog Friedrich, Feld⸗ mar 5

Hierauf ist folgende Antwortdepesche eingegangen:

Ew. Kaiserlichen Hoheit sage ich meinen aufrichtigen Dank für die mir gleichzeitig namens der unterstellten Streitkräfte aus⸗

esprochenen Neujahrswünsche. Auch ich sende Ew. Kaiserlichen oheit meine herzlichsten Wünsche und bitte, dieselben auch den braven österreichisch⸗ungarischen Truppen zu übermitteln, die im verflossenen Jahre eine so feste Kriegskameradschaft mit den Deut⸗ schen bewiesen haben. Weiter mit vereinten Kräften und Willen zu siegen, im Aufblick zu Gott, dann wird der endgültige Erfolg unserer gerechten Sache nicht fehlen. Wilhelm.

Eine Ansprache des österreich⸗-ungarischen Armee⸗ oberkommandierenden. Wien, 4. Jan.(WTB. Nichtamtlich.) Aus dem Kriegs⸗ pressequartier wird gemeldet: Der Armeeoberkom⸗

[die Hand reichte.

mandant Erzherzog Friedrich empfing im Kriegspresse⸗ quartier die vereinigten österreichisch-ungarischen und aus⸗ ländischen Kriegsberichterstatter und Künstler und ließ sich die Erschienenen einzeln vorstellen, wobei er einem jeden Er hielt darauf an die Versammelten eine Ansprache, in der er zunächst für die ihm dargebrach⸗ ten Neujahrswünsche dantte und dann fortfuhr:

Ich habe die Gelegenheit benutzt, um Ihnen für Ihr erfolg⸗ reiches Wirken sowie für die loyale und patriotische Haltung der Presse meine besondere Anerkennung a sprechen. Ich hoffe, daß Sie Ihre Pflichten in patriotischer Weise erfüllen werden. Sie

werden in der nächsten Zeit Gelegenheit haben, gruppen weise

an die Front zu kommen und dort die bewundernswerte Hal⸗ tung unserer heldenmütigen Truppen aus eigener Anschauung ken⸗ nen zu lernen. Ich bin überzeugt, daß Sie die besten Eindrücke gewinnen und diese zum Wohle der gemeinsamen großen Sache verwerten werden.

Kaiser Franz Josef an den Papst.

(WTB. Wien 4. Jan.(Nichtamtlich.) Auf ein Tele⸗ ramm des Papstes Benedikt XV. erwiderte Kaiser Franz Josef mit folgendem Telegramm vom 1. Januar: a

Tief gerührt von den Gefühlen christlicher Nächstenliebe, die Ew. Heiligkeit zu der hochherzigen Initiative bewogen haben, welche auf den Austausch der für den Militärdienst als untauglich er⸗ kannten Kriegsgefangenen abzielt, habe ich bereits auf telegra⸗ phischem Wege meinen Botschafter beim Heiligen Stuhle beauftragt. dem Kardinalstaatssekretär mitzuteilen, daß meine Regierung diesem liebreichen Vorschlag grundsätzlich von Herzen zustimmt, und daß sie sich beeilen wird, mit den in Betracht kommenden Staaten in Verhandlungen einzutreten, um den Vorschlag Ew. Heiligkeit seiner praktischen Verwirklichung zuzuführen.

Berlin, 5. Jan. Zum Austausch der Kriegs⸗ untauglichen erfährt derBerl. Lok.⸗Anz. aus Rom: Im 2 s 5 2 der eee 3 denen

ie ehr in die Heimat ermöglicht werden solle, auf mi 50 000 geschügt 9 ö solle, auf mindestens * 1 f* Die deutschen Angriffe in Polen.

Berlin, 5. Jan. Nach einer Meldung desBerl. Lok⸗ Anz. hätten die Deutschen gestern abend versucht, auf das rechte Ufer der Weichsel überzusetzen.

Ftalien und der Weltkrieg.

. Rom, 4. Jan. ImMattino veröffentlicht Scar⸗ foglio, der bisher nicht zu Deutschlands Freunden gehörte, einen Artikel, in dem er den Wahnsinn des hierzulande grassierenden Belgierkultus verspottet und die Demonstranten für Belgien als

Narren bezeichnet. Er fährt dann betreffend Deutschlands

fort: Gegen ein solches Volk wollen die Narren und Verbrecher in Italien uns hetzen. Dieser unser angeblicher Feind halt ganz Belgien und acht Provinzen Frankreichs besetzt.

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in zwei fürchterlichen Schlachten niedergeworfen und ihr Heer der ersten Linie fast total vernichtet. Er hat 12 000 Kilometer strategi⸗

scher Bahnen auf französischem Boden gebaut, um seinen Offensiv⸗ 1 in Frankreich wieder aufzunehmen, und besitzt nach der Ver⸗ icheru die fast alle dem berühmten Landsturm angehören. Und warum sollten wir uns in dieses furchtbare Abenteuer stürzen gegen ein Volk, das uns nie etwas zu leide tat, das über 30 Jahre un Verbündeter war, dem wir die Erfolge von 1859, dem wir Venedi und Rom verdanken? Scarfoglio weist auf Italiens Interessen hin, den Konflikt von der Adria fernzuhalten und mit Oesterreich⸗ Ungarn vereint große Politik zu treiben. Wir sind fest überzeugt, schließt er, daß binnen wenigen Monaten Rußland und Frankreich aus dem Konflikt ausscheiden werden, und daß dann der 2 auf seine natürliche Grenze, nämlich ein englisch⸗deutsches 4 zurückgeführt sein wird.

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Eine englische Kriegserfindung.

Berlin, 4. Jan.(ctr. Blu.) Einem Telegramm desBerl. Tagebl. aus Rom zufolge wird aus London über ein neues Systenr zur Zerreißung der deutschen Stacheldraht⸗ verhaue berichtet. Es handelt sich um Granaten, die entweder mit der Hand oder durch Infanteriegewehre auf eine Entfernung von 50100 Metern geschleudert werden. Die mit zwei Haken ver⸗ sehenen Granaten haken sich im Stacheldraht fest und werden alsdann durch eine Stahlschnur, die in der Hand des Schützen ist, gewaltsam zrrückgezogen. Dadurch werden die Stacheldraht⸗ verhaue aufgerissen oder die Stützpfähle umgestürzt.

Mannschaften derEmden wirken fort. (WTB.) Basel, 4. Jan.(Nichtamtlich.) DenBas. Nachr. zufolge ist in Mailand eine Meldung aus Schanghai eingetroffen, daß der Hafenkapitän von Rangun in Britisch⸗ Burma die die benachbarten Gewässer befahrenden Schiffe vor dem DreimasterAgoche warnte, welcher mit deut⸗ schen Matrosen, dem Reste der Besatzung der Emden, und vier Maschinengewehren an Bord die Ope⸗ rationen gegen die Handelsschiffahrt fortsetze und bereits viele Küstenfahrzeuge versenkt habe. Auch der KohlendampferOxford sei von den Deutschen genom⸗ men und in einen Hilfskreuzer umgewandelt worden. Diese Schiffe seien der Verfolgung durch die Flotte der Verbündeten bisher immer entronnen. Der Untergang derFormidable. (WTB.) Paris, 4. Jan.(Nichtamtlich.) Der Unter⸗

gang des englischen LinienschiffesFormidable in rankreich einen erheblichen Eindruck gemacht. Die Blätter

trösten sich damit, daß das Schiff veraltet war.Echo de

er hat die Russen

ng derTimes noch über vier Millionen Mann Reserven, 4

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