Ausgabe 
(4.1.1915) 2. Zweites Blatt
Seite
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Eeisenbahn wurde die Straße mit einer Lindenreihe bepflanzt, weil die Lage an dieser Stelle eine Obstbaumanpflanzung nicht kratsam erscheinen läßt. Geheimerat Professor Dr. Poppert hat in dem vorderen Teil seines Gartens an der Leihgesterner Straße eine kunstgerechte Zwergobstanlage, ca. 300 Stämme

in Uform, Viererpalmetten und Schnurbäumen anlegen lassen. Der obere Teil ist mit 70 Pyramiden bester und

edelster Sorten bepflanzt. Die Anlage dürfte wohl in einigen

Jahren die schönste Plantage in der Gemarkung Gießen werden.

. Die Strafkammerverhandlungen nehmen im

neuen Jahr ihren Anfang am 8. Januar,

* Landkreis Gießen.

. O Rabertshausen, 2 Jan. Dem Unteroffizier der Re⸗ Herve Karl Dietz von hier im Jufanterie-Regiment Nr. 116 wurde das Eiserne Kreuz verlieben.

Kreis Schotten.

1 O Burkhards, 2. Jan. emen plötzlichen Tod fand vor

einigen Tagen der 18jährige Sohn des Dresshmas binenbesitzers

Johannes Heinz von hier. Die Mutter fand zu ihrem große 5 Schrecken den Sohn in der hinter dem Hause her fließenden Nidder tot auf. Er hatte sich, jedenfalls in der Absicht, sich zu waschen, hierhin begeben und dabet, von einem Krampfanfall

besallen, den Tod gefunden.

* Kreis Friedberg.

4 A Aus der Wetterau, 1. Jan. Die Wintersaat zeigt einen sehr guten Stand. Vesonders gut tritt der Weizen in den Winter ein. Falls die Winterfrucht gut überkommt, sleht seine gute Ernte in Aussicht.

5? Pohl⸗Göus, 1. Jan. Gestern abend erstrabhlte zum erstenmale unser Ort im Glanze des elektrischen Lichtes.

Die Jnstallateure, insonderheit die Firma Bode, Vutzbach, die wohl, aller Hausleitungen sertigstellte, entfalteten bis tie in die Nacht eine emsige Tatigkeit, um möglichst vielen Familien noch im alten Jahre die Annehmlichkeiten der elettrischen Beleuchtung

zu ver chaffen.

N Starkenburg und Rheinhessen.

.(ch) Rüdesheim am Rhein, 3. Jan. DerRhein. Bolksztg. wird geschrieben: Schon wochenlang höre ich bei meinen Weinbergsarbeiten an einzelnen und auch aufein anderfolgenden Tagen, von der französischen Grenze her, den dumpfen Donner der Geschütze. Am 31. Dezember nachmittags war ich wieder in der Weinbergs 3Im Stauch beschäftigt. Sie grenzt an die Zahnrad⸗ bahn und die Eichenhecken des Niederwaldes und bildet en zwei hohen Steinrosseln einen guten Schallfänger. Kurz nach 4 Uhr hörte ich plötzlich wieder das bekannte

pausen von 15 Minuten jedesmal 6 Schüsse, die jeder gewissermaßen mit einem rollenden Echo verbunden waren. Sie kamen aus einer fernen vom Abendrot beleuchteten Nebelbank in der Luftlinie Trier Bingen. Andere Wein⸗ bergsbesitzer haben genau dasselbe gehört.

Hessen⸗Nassau.

m Neustadt, 3. an. ei der gestern durch den Jaad⸗ vächter Obersörster Grütter hier in der Stadtwaldung Neu tadt vorgenommenen Treibjagd wurden 30 Oasen, 5 Rehe und ein Fuchs zur Strecke gebracht. Die Treibjagden in der Feldgemarkung hier sinden im Lause dieses Monats statt. Gestern wurde eine Familie im nahen Anzefahr durch einen schweren Unglücks sall betroffen. Em Kind Fürzte beim Spielen in einen auf der Erde stehenden Topf heißen Wassers und verbrannte sich derart, daß es an den erlittenen Wunden starb.

b Höch st a. M., I. Jan. Dieser Tage passierte ein großer Transport gesangener Franzosen den hiesigen Bahnhof. Stumpf und teilnahmlos brüteten die Soldaten vor sich bin, wahrend der Zug einige Zeit hielt. Mit einemmal erhebt die b esellschast ein wahres Indianergeheul, brüllt vor Freude und ruft in höch ter Verzückung: La gare de Frauefort sur le Mein est éerasé! Vive la France!(Tei Frantfurter Bahnhof ist zerstört! Hoch Frank⸗ reich!) Mit Mühe und Not gelingt es schließlich den begleitenden Landstürmern, die Burschen zur Ruhe zu bringen und die Ursache des Freudengeheuls zu erfahren. Die Franzosen hatten die Trümmer unseres alten Bahnhoses, der augenblicklich abgebrochen wird, für den von den franzönschen Fliegernvernispteten Frank⸗ furter Vahnhos gehalten und ihrer Freude darüber in ihrer tempera- mentvollen Art Ausdruck verliehen. a

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung. Aufnahme in die Militär-Vorbereitungs⸗Anstalt Weil⸗ burg.

1. Junge Leute, die mindestens das 16. Lebensjahr vollendet haben, am Tage der Einstellung jedoch nicht älter als 16¾ Jahre alt sind, und von denen mit Sicherheit zu erwarten ist, daß sie mit vollendetem 17. Lebensjahre felddienstfähig sein werden, kön⸗ nen sich bis spätestens 13. Januar bei einem Bezirkskommando des Korpsbereiches zur Aufnahme in die Militär-Vorbereitungs⸗ Anstalt Weilburg melden.

Sie erhalten in dieser Anstalt bis zum Uebertritt zur Truppe, welcher, die Felddienstfähigkeit vorausgesetzt, mit vollendetem 17. Lebensjahre erfolgt, eine vorwiegend militärische Ausbildung

Die Einstellung erfolgt am 20. Januar 1915 und bei nach⸗ träglichen Anmeldungen an später noch zu bestimmenden Zeit⸗ punkten.

2. Die Aufnahme erfolgt nach ärztlicher Untersuchung. Die

Betr.:

Donnergrollen, aber so nahe und so deutlich, daß ich fast meinen Ohren nicht traute. Ich zählte in

Bewerber müssen vollkommen gesund und frei von körperlichen Go⸗ brechen und wahrnehmbaren Anlagen zu chronischen Krankheiten

sein. Eine Prüfung auf Schulbildung findet bei der Aufnahme nicht statt. 0

Erlittene leichte Strafen schließen die Annahme nicht aus.

3. Eine Verpflichtung, über die gesetliche Dienstpflicht hinaus zu dienen, erwächst den Aufgenommenen nicht.

4. Diejenigen Freiwilligen, welche mit vollendetem 17. Lebens⸗ jahre noch nicht selddienstfähig sind, können auf ihren Wunsch einer Unteroffizier⸗Schule überwiesen oder bis zur erlangten Felddienst⸗ fähigteit in der Anstalt belassen werden. Andernfalls würde ihre Entlassung notwendig sein.

5. Bei der Demobilmachung können die Aufgenommenen auf ihren Wunsch, soweit sie noch nicht ausgebildet sind, in eine Unter⸗ offizierschule, soweit sie sich bereits bei einem Truppenteil befin⸗ den, in eine Unteroffizierschule unter den für diese Schule vorge⸗ schriebenen Bedingungen, die auf den Bezirkskommandos einzuf sind, aufgenommen werden.

Der Kommandierende General des XVIII. Armeekorps. Freiherr von Gall, General der Infanterie.

Bekanntmachung.

Betr.: Die Fleischversorgung in Kriegszeiten.

Es besteht Grund zur Annahme, daß Landwirte, der Besorgnis, nicht im Besitze genügender Futtermittel zu sein, keine Ferkel mehr aufziehen. Dadurch würde der notwendige Nachwuchs an Schweinen in Frage gestellt, was im Hinblick auf die augenblicklich schon schweren und vielleicht noch schwerer werdenden Zeiten jedes Verständnis für die 1 wirt⸗ schaftlichen Bedürfnisse der Allgemeinheit vermissen ließe. Es mag sein, daß dem einen oder anderen Landwirt die Frage der Aufzucht von Schweinen zurzeit Sorge bereitet. Diese Sorge läßt sich jedoch beseitigen, ohne daß auf die Aufzucht der bestände verzichtet zu werden braucht. Denn sollten da dort die Bestände an Ferkeln und schlachtreifen Tieren unter den augenblicklichen Futtermittelverhältnissen zu groß sein, dann dürsen nicht etwa frisch gewordene Ferkel beseitigt, sondern es müssen zunächst die schlachtreisen Tiere baldmöglichst verwertet werden. Sollten für schlachtreife Tiere angemessene Preise nicht zu erzielen sein, dann empfiehlt es sich füns die Landwirte, unter Beobachtung der Bestimmungen für die Fleischbeschau selbst zu schlachten, Dauerware herzustellen und diese zur geg Zeit auf den Markt zu bringen, womit alsdann nicht nur der Allgemeinheit cin Dienst erwiesen, sondern auch den Landwirten ein angemessener Erlös für ihre Erzeugnisse gesichert ist.

Gießen, den 30. Dezember 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. r. Usinger.

An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Es wird Ihnen zur Pflicht gemacht gegebenenfalls im Sinne der vorstehenden Bekanntmachung zu wirken. Gießen, den 30. Dezember 1914. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Usinger.

den Zwischen⸗ 8

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Aus den Waldungen der Gemeinde Bersrod sollen im Wege schristlichen Angebots verkauft werden: a

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Los 1: a

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Bersrod, den 3. Januar 1915. Großh. VBürgermeisterei Bersrod. E Reuschling

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* 5 5