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rum Schiedsrichter gewählt, so findet alsbald auch die Wahl eines Stellvertreters statt.
Kommt eine gültige Wahl nicht zustande, so hat die Landes- romnnssion den Schiedsrichter zu ernennen.
Friedberg, den 3. September 1910.
Der Grobherzogliche Feldbereinigungskommissär: Kirnberger. Grosth Mreisnmtmnnn.
Getreide-Wochenbericht
der Preisberichtstelle des Deutschen /midwirtschaftsrats vom 30. August bis 5. September 1910.
Weder die meist matten amerikanischen Berichte, noch die zeittveise größere Berkaufsgeneigtheit auf russischer utü> rumänischer Seite vermochten in der Berichtswoche einen nachhaltige,: Druck auf die (Stimmung des deutsckum Weizenmarktes auszuüben. Auch große Weltexportziffern und Meldungen über günstigere Witterungsverhältnisse in den bisher von Dürre bedrohten argen- tinischen Weizengebieten blieben ziemlich wirkungslos. Der Grund für die unerschütterliche Festigkeit lag in der andauernden Nachfrage für deutschen Weizen zu Exportzwecken und der dadurch angeregten Kauflust im Jnlaude. Diesen vielseitigen Ansprüchen stand zwar etwas größeres Angebot gegenüber, aber es kommt viel geringes Material an den Markt, und wie in Berlin, so drwies sich auch anderweitig die auf September-Kontrakte an- Pekündigte Ware zum Teil als unlieferbar. Man darf darin ledenfalls eine Bestätigung für die vielseitigen Klagen über die Qualität und den Erdrusch erblicken, die auch in den der Preisberichtstelle zugegangenen Berichten registriert sind und zu einer Herabsetzung der Weizenschätzung von 94,0 auf 91,3 Prozent geführt haben. Die vorjährige Schätzung lautete 94,8 Prozent, doch ist bei einem Vergleich dieser Zahlen die größere Anbaufläche dieses Jahres nicht außer acht zu lassen. Die Schätzung trug jedenfalls mit dazu bei, die Tendenz zu stützen, und bei lebhaftem Deckungsbegehr, zu dem sich Käufe für auswärtige Rechnung gesellten, zog Weizen, nachdem schon der Montag eine bemerkenswerte Steigerung gebracht Hütte, im Laufe der Woche um weitere 2—3 Mark an. Weniger fest gestaltete sich die Tendenz für Roggen, da der Abzug nach der Küste und noch mehr der Verkauf au die Mühlen zu wünsck>eu übrig ließ, während andererseits die nachgiebigen russischen Offerten verstimmten. Im Liefernngs- geschäst drückten September-Realisationen und vermehrte Abgaben für spätere Sichten. Die von 94,3 auf 91,8 Prozent ermäßigte Schätzung, sowie die ungünstigen Aussicht«: für Kartoffeln bewirkten in: »netteren Verlaufe eine leichte Befestigung. Trotzdem stellten sich die Preise zum Schluß co. I1/:—l,1/? Mark niedriger als vor 8 Tagen. In Braugerste scheiterte größeres Geschäft an dem Mangel feiner Qualitäten, die zu steigenden Preisen iAnsnahme finden. Die ermäßigten und später wieder festeren Forderungen für rufiqdje Gerste fanden wenig Interesse. Hafer bleibt in feinen Qualitäten kmrpp und begehrt, während für mittlere und abfallende Ware die Kauflust nachgelassen hat. Mais war reichlich und billiger angeboten.
Es stellten sich die Preise st'ir inländisches Getreide nm
letzten Markttage in Mark pro
1000 kg je
nach
Qualität, wobei
das Mehr (4-j bezw. Weniger
(—) gegenüber
der Vorwoche in
Klammern () beigesügt ist, wie
lolgt:
Weizei:
Roggen
Haler
Königsberg 206 i
l- )
14o7, i
7.)
155 (- )
Danzig 205 i
(4- 1)
146% -
(+
1)
155 (4- 1)
Stettin 198 1
- )
147 1
[-
)
152 (- )
Posen 193 i
[+ 2)
141 l
(4-
1)
150 (4- 3)
Breslau 195
(4- 2)
146
(-
2)
154 (— )
Berlin 202 ।
l-t- 2)
149 i
(-
1)
176 (— )
Magdebltrg 199
(4- 2)
148 ।
(4-
1)
165 (- )
Halle 202 (
4- 6)
153 (
>
1)
159 (- )
Leipzig 203 (
-H 6)
155 I
>
1)
165 (+ 1)
Dresden 204 i
(+ 3)
154 i
l-
)
170 (- )
Rostock 193 (
:+ i)
142 (
3)
147 (4- 1)
Hancknirg 200 {
)
148 (
)
173 (4- 3;
Haniiover 198 (
- )
152 (
)
160 (+ 2)
Düsseldorl 210 (
-4- 2)
156 t
2)
158 (4- 1)
Frankfurt a.M. 208'/, i
(+ 1)
154 I
4-
7.)
1677, (- )
Mannheim 217'/, (
- )
160 (
)
162'/, (+ 5)
Straßburg 212'/2 (
-2va
167'/, I
)
175 (- )
Alünchen n. 212 (
- )
156 (
4-
3)
162 (- )
W c l t m a r k t p r ei s e: Weizen : Berlin Sept. 205.75 ( 4- 2.75).
Budapest Cft. 172.45 (-s
r 8.15).
Paris
August
227.00 (+ 3.05),
Liverpool Qktbr. 169.8p (
— 1.70), Chicago Sept.
152.65 (— 1.85).
Roggeii: Berlin Cent. 150.75 (-
— 1.25). Haler: Berlin September
152.00 (— 0.75) Alk.
Mrtte.
fc. Fron! flirt a. M., 5. Sept. (Orig.'Telegr. des „Gieß. Anzeigers".) K o r t o s f e l in n : f t. OJInn notierte: Frühkartoffeln tu Waggons Mk. 5.26—O.CO, im Kleinhandel Mk. 6.35—O.lO sür je lüO Kg.
— K a r t o f s e l m a r k l - A e r i ch t vorn 5. Septelnber 1910. Hagen: Rosen, frühe, Mk. 2.00, Frühe weiße Alk. 2.10,
Nieren, Paulsens Juli Mk. 3,00, Holländer Mäuse Wit. 0.00. Dort in und: Holländer Mäuse Mk. 3.30. Köln: Frühe weik2 Mk. 2.20—2,30, Nierew Paulsens Juli Wit 3.25—3.80. Eresel^ Mlthgetbe Rtk. 8.00-3.2-\ Nieren, PanlsenS Juli Alk. 3.00-3.20 Will ich: Nieren, Paulsens Juli Mk. 2.80. Kempen n. R h. Frühgelbe WIL 6.90, Holländer Mäuse Mk. 6.00, Rosen, frühe Mk. 6.00, Nieren, Paulsens Juli Mk. 6.00, Neue lange Mk. 6.00. Plaidt: Nieren, Paulsens Juli Mk. 3.00, Rote Mk. 2.40 Saarlouis: Rosen, frühe Mk. 3.00, Frühe weiße, Kaiserkrone Mk. 3.20—3.50. M annhei m : Frühe weiße Kaiserkrone Mk. 3.00. (Alles für 50 Kg.)
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
fc. Frankfurt a. M., 5. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gieß Mus.*) Älmtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 20.85—00.00, Kurhess. Mk. 20.75-21.00, nordd. 21 Mk., La Plata Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen shiesiger) Mk. 15.15 bis Mk.15.35,Gerste (Wetterauer) Mk.16.00—16.75, Gerste Franken Pfälzer RiedAlk.16.50—17.50, Kleie Atk.00.00-00.00,Hafer(alter)16.25—16.75, (neuer) 15.00-15.25, Mais Alk. 14.50—00.00, Weizemnehl 0 WIL 30.00 bis 30.25, 2. Qualität A!k. 23.75-00.00, 3. Qualität Mk. 22.25 bis Mk. 00.( 0, 4. Qualität Mk. 00.00-00.00, Roggemnehl 0 Mk. 23.00—23.25, 1. Qualität Mk. 19.00—19.50, 2. Qual. Mk. 00.00 bis 00.00, Weizenkleie Alk. 9.00 bis Mk. 9.50, Weizenschale Mk. 00.00-00.00, Roggenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Malzkeime Alk. 00.00-00. )0, Raps Mk. 23.09-00.00, Biertreber 12.25-12.60. Alles vet 100 Kg. ab hier.
le. Frankfurt a.M. V i e h h ol-M a r k t b e r i ch t vom 5. Sept. Austrieb: Rinder 1374, darunter 390 Ochsen (66 aus Oesterreich). 54 Butten, 922 Kühe, 264 Kälber, 428 Schale, 2058 Schweine.
Tendenz: Rinder gute Ware, weil teuer, langsam, Kälber mäßig rege, geräumt, Schale ansverkaust, Schweine ruhig.
Preis pro 100Psd.
Lebend- Schlacht- gewicht
Ochsen. Mk. Mk.
Dottfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht-
wertes, höchstens 6 Jahre alt 50 -56 90 -96
Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 45—49 86—89
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 41—46 76—85
Bullen.
Vollste!schige, ausgewachsene, höchsten Schlachlw. 43—44 Färsen, K u h e.
Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 43—48
Vollsteischige ausgemasteteKühe höchstenSchlacht-
wertes bis zu 7 Jahren 43—47
Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut ent
wickelte jüngere Kühe und Färsen .... 38—41
Mäßig genährte Kühe und Färsen 28—34
Gering genährte Kühe und Färsen 20—23
Kälber.
72-76
77-85
78-84
67-76
52-56
45-52
Feinste Mast-(Vollmilchmaft) u. beste Saugkälber Mittlere Mast- und gute Saugkälber . . . . Geringere Saugkälber S ch as e.
Mastlammc". >no jüngere Alasthammel . . .
Aeltere Maplmnmel und gut genährte Schale Schweine.
58—62 96—104
53-57 89-96
50—51 84—86
33-00 80-00
30-81 73-74
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 55.00—56.50 68.00—70.00
Vollfleischige Schweine über 2*/, Zentner
Lebendgewicht 55,00—57.00 69.00—72.00
Fellic i. ae über 3 Ztr.Lebeiidgelv. . 65.50—57.50 72.00—74.00
Fieiichlge Schiveine 54.00—57.00 70.00—78.00
Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreife am 5. September 1910.
Weizen 100 Kg. 21.25 21.75 Alk. l Weißbrot 2 Kg. 62 Pfg.
Roggen 100 Kg. 15.75—16.00 Alk. | Schwarzbrot 2 Kg. 54 Plg.
Höd)sie Schlack)tviehpreise m F ranklnrt a. Wl.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgeivicht 90—95 Alk.
'/,Kg. Schlachtgew. 96— 104Ps.
*/. w ' „ 68 — 70 „
7. Ng. 84-92 Pfg.
7, , 86—88 r
7, , 80-96 F
Getreideprcise in Ai annhei m
Brotpreise in Gießen
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