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Blücher hält inmitten der Manen ans der Terrasse. Dein diaues Auge flammt.

Habt Euch alle brav gehalten, Jungens. Waren wieder anstrengende Tage, diele beiden letzten. Aber nun gilt'S nur noch das lumpige Dorf da vor uns M nehmen. Und Paris ist unser!"

^Fortsetzung folgt.)

wie Peter Lammfromm zu dem Eisernen Ureuz kam.

Ein heiteres Geschichtchen.

, Bon Ludwig Segebarth.

Scho» seit einer Woche schlug sich die Kompagnie, der auch der Doktor der Philosophie Peter Lammfromm zugehörte, mit Turkos und Zuaven in der Gegend des Argonner Waldes herum, ohne die Kerls klein zu kriegen. Daß sie hierüber in eine nicht gelinde Wut gerieten, ist begreiflich. Mit einem Schlage jedoch hob sich ihre Laune, und das geschah, wie der Einjährig-Freiwillige Gefreiter Peter Lammfromm das Eiserne Kreuz bekam und damit in den Geruch eines Draufgängers und Helden geriet. Und daS geschah so:

Die Kompagnien hatten sich zu weit vorgewagt, was sie der Gefahr der Umzingelung aussetzte. Der BefehlZurück" muhte gegeben werden, dem sie unter dem Rufwir kommen gleich wieder!" Folge leisteten Peter Lammfromm, der bei dem boranfgegangenen Sprungangriss seine Brille verloren hatte, war mit acht Schicksalsgenossen von der Hauptgruppe abgesprengt wo» den. In einer Gcländefalte kauerte das Häuslein nieder, die Ge­wehre schußbereit im Arm. Me Franzosen schienen glücklicherweise die kleine Truppe nicht beinerkt zu haben, denn sie schlichen sich wie die Katzen in großen Massen seitlings an ihr vorbei, um die von den Deutschen verlassenen Stellungen einzunehmen. Nur ein Franzmann war zurückgeblieben; Peter hatte ihn in den Büschen herumkriechen sehen, als er vorsichtig eine kleine Rekognoszierung unternahm, trotz Abratens seinerUntergebenen". Gar zu gern »ättc er deni Feind eins ausgebrannt, aber durch den Knall des Gewehrs wären sicherlich andere Franzosen angelockt worden. Das ging also nicht, solglich mußte man dm Kerl lautlos gefangen nehmen, denn tveg mußte dasVerkehrshindernis". Keinen Augen­blick zauderte der Herr Doktor. Vorsichtig jede Deckung benutzend, kroch er auf den Gegner zu; der ihn nicht gewahrte. Als er nur ,wch vier Schritte von ihm entfernt war, sprang er blitzschnell Hoch, stürzte ans ihn zu, unischlang mit nervigen Armen den völlig ileberraschten und warf ihn auf den Rücken Doch ebenso plötzlich erkannte er nun, daß der Mann eln Weib war. Ein junges zitterndes Dingelchen. Das arme Wesen schien vor Schreck die fetimme verloren zu haben, während Doktor Peter mit offenem Mund und recht geniischten Gefühle» den roten llnterrock anstarrte, den m in seiner brillenlosen Kurzsichtigkeit sür die Hosen eines feindlichen Infanteristen gehalten hatte. Doch endlich erinannte sich der verdutzte Sieger, ließ die Beute fahren und erkundigte sich verlegen, wann» das Fräulein sich keinen angenehmeren Aufent­halt aussuchte, als so ein gefährliches GesechtSseld.

Jeanette war ihrerseits auch bald wieder zu sich gekontinen und betrachtete mit Wohlgefallen den schmucken verdutztenBar­baren", gestand leichtfertig, daß sie aus dem nahegeleaenen Hei- matsdorfe herausgelausen wäre, um zu sehen, wie dieschrecklichen Maschinengewehre" an den Seiten der Talmulde die bösen Deut­schen niederknalltcn.

s. Also Maschinengewehre waren da elegte Falle! Na warte, F

Der Doktor horchte aut versteckt, eine rafsiniert angelegte Falle! Na ivarte, Franzinann!

Nach kurzer llcberlegung brachte er seine hübsche Gefangene zu dm wartenden Gefährten, die das Paar ebenso erstaunt >vic vergnügt beäugten. Nun aber zeigte sich Peter Lammfromm in her ganzen Größe. Nachdem er das von Jeanette Gehörte eilig berichtet, entwickelte er einen schlau durchdachten Plan, wie man hm Franzosen die gefährlichen Geschütze unbrauchbar machen könne. Müller' VII. erhielt den angenehmen Auftrag, Jeanette zu be- wachm, damit sie nicht etwa ihre nichtsahnenden Landsleute vor der zugedachten lleberraschung warne. Die übrigen pürschten sich unter PeterS Führung an den Gegner heran, ein Wagnis, das Über alles Erwarten vorzüglich gelang. In der sorgloseste» Weise hatten sich die Bedienungsmannschaften der beiden Maschinen»

« ctoehre im Grase gelagert, als die Deutschen über sie herfielen.

Hn kurzer heftiger Kampf, und schon lagm die Ueberruinpelten überwunden rm Heidekraut. Schnell wurden die Geschütze unbrauch­bar gemacht, und fort ging es, bevor die im Dorfe liegenden sran- ^öfischm Reservm dm Vorfall richtig begriffen und feuernd her-

Während Peters Deldenschar den Franzose» diesen argen Streich spielt«, hatten die Kameradm wieder Schultersühlnng mit hm übrigm Truppen gewonnen. Ms di« Turkos und Zuaven heran kamen, gingm die Deutschen überall zur Offensive über, lßnd cs dauerte nicht lange, da rannten die Rothosen dorthin zurück, woher sie gekonmim ivaren. Unterwegs stieß Peter Lammfromm mit dm Seinen gn ihnm, von der Kompagnie nitt lebhaftem Hurra begrüßt.

Erst am nächsten Tage gab «s einige Stunden Ruhe, denn die Franzose» waren wtter dein Schutze der Nacht abgezogen,

Doktor Peter kam freudestrahlend von seinem Oberstleutnant zurück. Ihm >var sür seinen mutigen Erfolg das Eiserne Kreuz oeschert. Herzlich drückt« er die vielm glümoün sehenden Hände.

Ja, Kinder, aus dm Orden bin ich natürlich stolz, aber freuen tu ich mich über ganz etwas anderes!"

So?" sragtm seine Kameraden erstaunt,worüber denn sonst?"

Ick; habe Meine Brftle wiedergefunden," lackte Peter,nur der Bügel war etwas verbogm, toahrscheinlich ist Müller Vll. mit feinen zarten Füßchen nichtsahnend daraus getreten,"

Ter also Beschuldigte antwortete nur mit einem strafenden Mick und rieb sich, mißmutig die ein wmig geschwollene Wange, «in Kriegsschadm, den er sich bei der Bewachung Jeanettes zu» gezogen hatte.

Jeanette konnte nun einmal das Küssen nicht vertrage».

Neues aus Berlins Vorgeschichte.

In ein geheimnisvolles Dunkel ist der Ursprung unserer Reichs» Hauptstadt gehüllt. Bereits lange vor dem Jahre 1244, in dem der Nanie der Stadt Berlin zum erstmmal erscheint, gab es An» stedlungen aus dem Gebiet Berlins und der Schwesterstadt Cölln, und uns interessiert da vor allem die Frage, wieweft an diesen Gründungen, die zur Entstehung Berlin-Cöllns führten, Slawen und Deutsche beteiligt warm. Neues Licht wirft auf dres« schwierigen Probleme ein Aussatz des vortresflichen Kmners der märkischen Vorgeschichte und des märsischeir Volkstums Robert Mielke in dem bei Karl Siegismund in Berlin erschimmen Groß- Berliner-Kalender, in dem er den deutschen Anteil an der Entstehung des Dorfes Cölln hervorhebt. Der Name Cölln taucht zum erstmmal 1237 als Wohnort eines Geistlichen Symeon auf, der dann 1245 als Probst von Berlin erscheint. Damals unterstand die Stadt Cölln «Iso noch der Probsttei Span­dau, während die Schwesterstadt schon kirchlicher Vorort eines größeren Gebietes war. Hat fo Berlin in den erstm Tagen seines geschichtlichen Daseins bereits einen erheblichen Vorsprung vor Cölln, so darf man annehmen, daß Cölln früher, als Berlin Stadt geworden ist, da cs sein Stadtrecht noch von Spandau er­hielt, lvährend Berlin bereits in seinen Rechten der Stadt Branden­burg folgte. Bon Städten bestanden zu Anfang des 13. Jahr­hunderts in deni Siedlungsgebiet der jehigen Reichshauptstadt nur Spandau und Köpenick: doch lagen eine Anzahl von Höfen zwischen Stralau und Spandau, sür die wir deutsche Besitzer an- nehmen dürfen, da die Gewohnheit, in Einzelhofen abseits von dörslichm Siedlungen zu wohnm, bei den Westslawen des 18. Jahr­hunderts kaum noch bestand. Mit Sicherheit sind die Besitzer des Hofes Wedding, die als Burgmannen um 1200 mehrfach erwähnt werden, als Abkömmlinge eines alten westelbischm Ritter- gefchlechles anzusehen, und auch der Besitzer des Stralaner Hofes, der Ritter von Zstralowe, den man bisher sür einen Slawen gehalten, dürste ein Deutscher gewesen sein, desgieichm die Herren von Lützow und Casow. Die Siedlung am linken Ufer der Spree, die um 1230 unter dem Namm Cölln Stadtrechte er­hielt, ist nicht aus armier Wurzel erwachsen, wie eine Bemerkung des Berliner Stadtbuches erweist. Hier erfahrm wir, daß Cölln Ende des 14. Jahrhunderts 44 Hufm batte und daß 14 Höfe vorhanden waren, die den sog. Wörtenzins gabm. Das älteste Cölln muß also ursprünglich ein Dorf gewesen sein, denn wie der Acker gehören Worten zu einer solchm Siedlung. Nach der üb­lichen Hufverfassung konnte jeder Bauer eine bestimmte Menge deS Ackerlandes sowie Nutzung der Viehweide, W>esm und Gehölze der Dorsmark beanspruchen: aber diese Gebiete unterstanden in ihrer Bestellung und Benutzung dem Äillm sämtlicher herechsigter Genossen. Ausgenommen von diesem Zwange waren die Hofstatt und die Worte oder Wurt. -Me Wurt läßt sich bei Angelsachsm, Niedersachsen, Westfalen, Altmklrkern und niederdmischm Kolo­nisten Nachweisen, nicht aber bei dm Westslawen, die sie erst durch die Deutschen kennm lernten. Me Cöllner Wörtm müssen demnach deutscher Herkunft gewesen sein. Das spricht nun gegen ein« slawische Ansiedlung, die man bisher imnier angmoiumcn. Denn hei den genauen örtlichen Angabm des Stadibuches müssen die Würtenhöse da gesucht werdm, wo man bisher die flämische Nieder­lassung vermutet Hai. Nun gab es aber eine attwendische, von der Uebertteserung bestätigte Siedlung Cölln. In ihr Werder« wir jedoch kern Ackcrdvrs zu suchen habm, sondem eine Nieder» lassung in Kietzform, der allein sicher nachweisbaren allwendifchen Siedlungsatt. Biele dieser Fischerkietze hatten gar keinm Acke^ sondern nur etwas Gartmiand. So hat «such das altwendische Cütln, dessen ältester Name verlorm ging und nicht einmal di« BezeichnungKietz" rettete, keine Feldflur gehabt. Erst die deutsch« Dorfanlage erhielt ein Ackerlaich, als deren Kern die 14 Höfe mit Wörtenzins anzusehen sind. Es ergibt sich also, daß sich zwischen 1180 und etwa 1210 der flämischen Kietzsiedlung ein deutsches Angerdorf zur Seite stellte, uich aus beiden entstand dann dl« deutsche Stockt Cölln, die sich dann weiter im engen Anschluß an Berlin enttvickelte _