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beantragt haben Es finbeu sich folgende Einträge:1667,

4. März, 1 Taler 18 a(b. faurbtl. 10 Rats Personen, jedem 3'/r alb., als sie zu Gießen wegen des Herrn Pfarrers gemef:». 17 alb., als der sämtliche Ralb bei dem Superiittendeut.'n wegen des 2. Pfarrers gewAon. - 1 Taler 20 alb, so zu Gießen gewesen taegen des Herrn Pfarrers. 8s- alb. zu Gießen mit dem Raih vertban wegen derselben Sache. 10 alb. auf dem Rath- tzauß, als >oir zu Kirchberg"b« dem Pfarrer wahren. 10 alb. wegen einer Subplicalion wegen des Herrn Pfarrer. 1 Taler 15 alb. »oegen 9 Gang, so der Rath wegen des Herrn Pfarrer tchun Müssen."

Viel K r i e g s b e d r ä n g n i s s e batte Staufenberg zu erdul- de» während desHessenkrieges", des 30jährigen Knege-, der Raubkriege Ludwigs XIV. von Frankreich, der französischen Re- volntionskriege und der Befreiungskriege. Wenig batte es zu lei­den während des siebenjährigen Krieges, nanientlich zur Zeit, als im Herbst und Winter 1759 Herzog Ferdinand von Braun­schweig, derParteiaäirger Friedrichs des Großen", das von den Franzosen besetzte Gießen blockierte und bei Krofdorf sein Lager ausgeschlagen hatte. DerHesse,ikrieg", in dem es sich um die Marburger Erbschaft handelte, hatte im Jahre 1 6 40 nneber einen ernsten Charakter angenommen. Aus der einen Sette stand die Landgräfin Elisabeth Amalie mit ihren Niederhessen im Büiidnis mit Franzosen, Schweden und Weimaranern, auf der ändern Seite Landgraf Georg tu», Hessen-Dannstad! ini Bündnis mtt den Kaiser­lichen. Jin Dienste der Landgräsin von Kassel stand der gefürchtete Oberst Reinhold von Rosen, ein tüchtiger Kriegsmann laus der Schule des Herzogs Bernhard von Weiinär. Rosen führte den kleinen Krieg niit glücklichen, Erfolge in der Wetterau, nahm HvnÄiurg vor der Höhe und schlug den Kaiserlichen General Galla? bei Friedberg. Dadurch aber reizte er den Feind, der sich in größerer Stärke sanimelte. Rosen mußte weichen, zog über Gi ßen nach Marburg, um sein' Truppen in dem festen Ziegenhain zu bergen. Sein Weg führte auch über Staufenberg: denn die Rechnung von 1640 berichtet:l Gulden 25 alb. ist für zweb Unterschiedene Mahlen vfgangen, alß der Herr Schultheiß tnibefoh- leu, pferdt und anderes viehe auch Frucht Nach Gießen m sicher-- heit zu Prinzen. 17. alb. auSgeben, Tag vndt nacht zu Gießen angehalten, als die Pferde auß forcht dev Rosrschen Bölker (der von Rose«) einfall naher Gießen in sicherheit bracht werden sollen. 6 alb. vergütet in Gießen, alß 24 Reichstaler für 5 Warmstädtische Malter Haffer dahin geliefert werden sollen (jeden­falls an kaiserliche und darmstädtische Truppen, haben selbige nach Braimsels geliefert werden sollen."

Die letzte Periode des unseligen 30jährigeil Krieges, der französisch-schwedische Krieg in Deutschland (1635 bis 1648), brachte Staufenberg viel Unruhe und Sorge. In diese Zeit fällt auch, wie schon erwähnt, die Zerstörung der Oberburg. Leider fehlen für die Fahre 16461648 urkundliche Mitteilungen. Aber «ns den Einträgen von 1650 läßt sich schließen, daß die Heini» fuchungen auch in dieser Zeit schiver gewesen sein müssen. Es wird am 20. März belichtet, daß der Bürgermeister sich nach Gie­ßen begeben,- um mit dem Kommissar Schafferwegen der schwe­dischen gelber" zu verhmideln, weil man mit den von den Schweden äuserleAten Brandschatzunasgelder» noch im Rückstand ,oar. Am 22. März werdenSupplicationenmb eclassung der rückständigen fchatzungsgelder aus 1646,1647 und 1648" an denBottenmeister" (Briesbesörderer) in Gießen abgegeben, um sie auf der Post Nach­her Darmbstadt tragen zu lassen." 1640 erhält derScribent" in Gießen 25 alb. für 4 verschiedene Supplikationenuni Linde­rung oder Erlassung der ohnerleglichen Coutributioneu der Witwen Und Waisen, die in großer Armuth sitzen." Dreimal war 1640 der Bürgermeister in Gießen gewesen,als sein Knecht van den Kriegsvölkern gefangen, um sich bep der Obrrgkeit Raths zu erhalten". 1 st. 13 all», werden in Gießen in des Herrn Haupt- inauns Orlhen hauß" verzehrt, als man wegen einer Schutz- wache (salvegvode") von 2 Mann verhandelte. Man suchte sich auch selbst in der großen Not zu berteidigen: denn inan erbat sich van demZeugwarth" In Gießen , Dupplha.ien" (2 Meter lange FußgeweNe), und erhielt dieser 9 alb.als mit ihin ge­handelt, das (daß) er gute hergeben." 1640 waren auch Franzosen in Staufenberg; denn es heißt in der Rechnung:1 fl. 13 alb. den Welschen vor Polver."

(Schluß folgt.)

vermischte».

* Chinesische Klcidcrsorge». Dem chinesischen Mi- cnlsterium des Innern haben Buanschikai und der Aolksiville eine Ausgabe gestellt, deren Lösung dem Minister und seinen Räten nicht wenig Kopfzerbrechen verursacht: es soll eine moderne re­publikanische Festtracht, eine Art Nationaltracht für alle amtlichen Würdenträger der chinesischen Republik entworfen werden. Als das chinesische Parlament zusammentrat, führte man als offizielle Tracht aller Zivilbeamten bei amtlichen oder festlichen Gelegenheiten den europäischen Frack mit Zylinder ein. Uuanschikai gab selbst das Beispiel uich ließ seinem jungen Sohne einen prachtvoll sitzenden

englischen Frack baue». 911,er dagegen haben sich die Vertreler der chinesischen Handelswelt erhoben, und die Opposition gegen Frack und Zylinder ist sa heftig geworden, daß die Regierung eingelcnkt hat. Vor allem sollen in der Nationaltracht chinesische Traditionen zum Ausdruck kommen; dann aber soll das 9lmtsgewand aus chinesischem Stossc sein, aus einem Material, das man nicht erst aus dem Ausland einzuführe» braucht: kurz, aus Seide. Nun soll das Ministerium des Inner» diese wichtige Frage studieren und lösen. Ein Kostüm soll erstehen, das modern ist und doch chinesisch und nur aus Seide gefertigt werden kann. Der Phantasie der Belleidungsiüustler winkt also im fernen Osten eine aussichts­reiche und zweifellos auch lohnende Aufgabe ... ,

*Sein Leid. Givvaiuii (zum Kaufmann):Mir scheint, daß Sie heut sehr schlechter Laune sind." Kaufmann;Ich Hab« auch Grund genug dazu. Eben ist der Inspektor dageweseu und hat die Maße und Gewichte revidiert . . ." Giovanni (lächelnd): Und da hal er gefunden, daß Sie immer 900 Gramm für ein Kilo geben?" Kaufmann:Biel schlimmer! Er hat gefunden, daß ich immer 1100 Granrm gewogen habe!"

''Böses Beispiel.Höre, Antonia," sagt Signora Doro- tea tzu ihrem Mann, ..meinst Du nicht, daß e? besser toüre, Dn gingest wieder zum Barbier und ließest Dich rasieren?"Nein, durchaus nicht, ich werde mich weiter selbst rasieren; so spare ich viel Zeit und Geld."Das ist ja ganz gut, aber sieh, ivenn Du ansängst. Dich zu rasieren, dann läuft imser kleiner Gigi immer gleich herbei und lauscht begierig auf die schrecklickzen Worte, die Du dann ausstößt . . .

* Schlimmes Zeichen.Der Signor Sbasettc muß tot sein. ..."Warum denn?" ,^>d> I>ab ihn um 8 Uhr znm Abendessen eingeladen jetzt ists schon H Uhr 5, und er ist noch nicht da."

viichertisch.

Henry 91. Hering erzählt seine Novelle .DieGäste de? Majors' »>it jener raffinierten Kunst des Hmnoristen, der seine köstlichen Witze nicht voreilig und ailMtiglicb »reiSgibt Er narrt nicht nur die Helden seiner Erzälstunge», er täuscht auch seine Leser, die ihrn folge» müssen mit größter Teilnahme und die er an, Ende überrascht und belohnt mit einen, erlösende» Lachen. In benr neueste» Bücherschatz-Band W>9 (Hermann Hillger De, lag, Berlin W. 9 rmb Leipzig) sind Novellen des Ve, iasscrs vereinigt von originestsler Handlung und wohltuende», Humor bei bei spannendsten Schilderung.

Nach der Ernte. Der Götz am Graben, Bogtländischs Üäovellcn!von O. R. Keßler. Preis 1,50, cleg. geh. 3. Mark. Mitteldeutsche Verlagsanitält, Chenniitz. Bogtländische Novellen, sein empfundene gemütstiese Dorf- und Stadtgeschichten sind es, die O. R. Keßler uns uird seinen Lairdsleuten beschert hat - seinen Landsleute», die er (wie derBogtländische 9inzeiger" in Planen! ganz treffend schrieb:mit der liebevollen Treue des Künstlers nachzeichnet und beschert, da der Wurf geglückt ist und dem B.wt- läuder, den, echten, ins Herz frisst". Wir begrüßen bei O. R. Keßler auf der einen Seite einen reise,, Ernst, der uns willeittos in die Tiefe seiner Gedanken zieht und das 9llltagsleben mit erschütternder Tragik an uns vorüberziehen läßt, auf der andern Seite einen köstlich sprudelnden Humor ohne banale Effekt­hascherei.

,D i e!Brücke, Monatsschrift f. Zeiiiittciprelation, Heraus­geber: Karl Röttger, Brückenverlag, Gr. Lichterfelde - W. Inhalt des Juniheftes: Dr. O. zur Linde, pädag. 91-vborisnien, Rach. Paulsen: Professor Meumanu u. d. Charon: Bohnenstroh: Der Lyrikermond, Peter Wismar, Mann und Weib: M. Stroeter: Der Gruß: Kurt Grübe, Alkohol und Nikoiin, ein Lehrer: Vom Geschlechtlichen der Prügelstrafe. Kritik: über de Noras Madvimen, Röttger überDas Buch vom großen Zorn", Bockenmühl über Religicmsliteratur". _______

SlßMInfeabe.

Er wirb Zwangs,mich <sespiclt. Tie für bei, Namsch am günstigste» erscheinenden Ka,le» erhält Mittelhand:

Obwohl Mittelhand die Piaue-Zehn abwersc» kann, sängt sie den Namsch. W,e saßen die Karte» und wie mußte gelvielt werden? (Auflösung inychsler Nummer.)

.Auslösung des Logogriphs in voriger Nummer:

Kaffer, Kaffee.

BCbafljon, fl Reurath. Ncstasipnjdvuck und 83erlf>a der Brühl'jchen UniverfltätS-Buch- und Steindrucke«!, R, Lange, Gießen,