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und Morcheln ali Gemüse liebt man die Mischung oder die Verzierung mit Krebsschwänzen als echtes Maigericht Wenn vielfach auch gegen die alte Küchenweisheit, die die Krebse für die Monate vbne „t" proklamiert, Einwendungen erhoben werden, vorläusig scheint knian daran sestzuhaltcn. Im übrigen werden Krebse loährend des ganzen Jahres für die feine Küche verwendet. Es handelt sich dabei um in Teichen (geschlossenen Gewässern) gezüchtete Krebse. Im Borsoimner und Sommer komüien dann Flu»- und Bachkrebse als aus offenen Gewässern hinzu. Sic sind größer und sollen viel schmackhaster sein.
Während die Delikatessen des Winters, Austern und Kaviar, seht langsam verschwinden, kommen irische Hummern auf den Fisch- und Schalliermarkt. Noch immer kommen ihrer unzählige ans der Nordsee bei Helgoland, sie »verden sofort i>ersandt, aber auch, bei größeren Fängen, in Bassins lebend erhalten, um später auf den Markt gebracht zu werden.
vermischte».
* Eiu neuer Geigenbogen, der dem Künstler erlaubt, Akkord« von drei oder vier Tönen aus seinem Instrument hervorzurufen, ist von dem Geiger Berkowski erfunden worden; es bandelt sich dabei nicht etiva um ein Arpeggieren, wie es biS- her schon geübt wurde, sonder» die Töne »verden wirklich gleichzeitig hcrvorgebracht. Die Ersindung läßt jedoch befürchten, bemerkt dazu der Mänestrel, das, sie, wie viele andere derselben Art, zunächst nur die bedauerliche Wirkung haben könnte, den Eharaktcr der Geige z» trüben und den Kompositionan, die für die OViflf mit der klassischen Form des Bogens geschrieben sind, ihre Eleganz und ihren besonderen Reiz zu nehmen. KÜHN man sich j. B. die berühmte „Chaconne" von Bach mit dem neuen Bogen gespielt vorstellen?
' Z w «i Millionen E h e I eh e i d u n g e n i » A >» e r i k a» Nichl weniger als zwei Millionen Ehescheidungen und sonnt vier Millionen geschiedene Personen — das ist nach einer interessanten statistische» Anfslellitni von Pinnseys »Magazine" die Frucht der Ccheidungsgesetzle, die die Bereinigte» Staaien 1887 einsnhrien. Obgleich ans der früheren Zeit genaue statistische Angaben seiilen, genügt doch das 'Material der späteren Fahle vollaiv, »>n eine geradezu erstanuiich« Steigerung der Lcheidungozisser» zu beivetsen. Mil jeden, Jahre nehmen in den Bereinigten Staaten die El,e- scheidnngcn nicht iiur absolut, soiidern auch relativ zu Uni sich eine Borstellnng z» machen, ivie grob die Folgen dieser Ehe- scheiduiigsinnnie fiiib, hat die Keilschrift alisgercchnet, das, die Menge der seit 1887 geschiedene» amerikaiiische» Ehepaare, >vcu» uiai, sie i» einer Reihe »ebeneiiianüer auistellen könnte, eine Menschenliuie darstellen ivürde, die von New Bork bis Chicago oder — ank europäische Berhältiiisse übertrage» — von Rotterdam bis tltom reicbe» würde. Tie Zahl der geschiedene» a>i>erikaii>scheii Eheleute ist größer als der Stand des sranzösischeii, des britische» und des japanische» Heeres zusaninien.
ük. Woher die stieger i hre Unisornie» beziehe». Ji, Paris befindet sich in der Nähe des Marchs du Teinple ein Labyrinth von Straßen und Gäßchen, in dein der Mittelpniikt des Handels mit allen Kleidern zu suchen ist, der namentlich von russischen Jude» betrieben wird. Einer der dortigen Läden führt in jedem Jahr viele hunderte voll europäischet, Uniformen nach ben afrikanischen Kolonien und »ach den Inseln Polynesiens aus nnb ist so das eigentliche Bekleidungsaint der schwarze» Bnlerlandsverteidiger. Denn die Zeiten, wo sich der schivarze Krieger mit einem Lendenschurz und einem Gürtel ans Kolossaler» begnügte, sind vorüber, heule verlangt ancb der Neger Uniforme», und zivar ausschließlich «iiglische, deren schönes Rot, wte er glaubt, ausgezeichnet zu seiner Hautfarbe paßt. Der Besitzer dieses Geschäfts gibt Preislistei, ans, die natürlich >» Neger- svrache» abgesaßt sind, nnb daraus erfährt »>a». daß z. B. der rote Waffcnrock eines Kavallerieossizieres mit 6 Francs 25 bezahlt wird, wogegen ei» gewöhtilicher Soldatenrock nur mit 2 Franes 10. Die rote Tunika der Gardeossiziere ist 8 Fraiics 70 wert, der Kalvak 3 Francs 10. Weiße Gamaschen koste» 40 Centimes, Strümpfe 60 und Schuhe 90. Kürzlich, so erklärte der Händler eineni 'Mitarbeiter des .Malm", haben wir die verschiedenen Heere voii Haiti bekleidet. »Aber ivenn sich >>»» diese verschiedcneii Heere mit einander schlagen, ivie »nterschciden sie dann bei der Uniiormgleichheit den Freund vom Feind?" »Nun, sic hrlien sich, ivie unsere 'Armeen bei de» groben Manövern." Außerordentlich groß ist die Nachfrage »ach pclz- geschuiülkten Kalpakü: den» trog der asrikanischei, Hitze schwärme» die 'Reger iür dies« Kopkbedeekung und nehinen um ihrclivillcu en, Opicr auf sich, zu dem sich sonst nur europäische 'Modedamen verstehen. Ans die Frage, ivelche Berändcrungcn der Händler an den Unisorineu vornehmen müßte, erividcrle er: Die Regierungen verlange» in, allgemeinen nur, daß man die Numnicr von den Unijonnröcken abtrennt und »lanchnial auch die Schnür« beseiitgt. Das ist namentlich bei Lieiernngen iür die Kongostämine i>ol>vkudig, denn bei diesen ist das demokratische Siistcm dahin dnrchgesührt, daß alle Kampfer von gleichem Rang, näinlich — Generäle sind. In anderen Heeren, die verschiedene Grade habe», iverden die Unterschiede durch Zahl und Große der güldenen Tressen angegeben. In einem schivarze» Heere sind Rangabzeichen gar keinen Bestimunmgrn
lmterivorfen, »ur eines darf uur der Oberbesehlshabcr anlegen — das Monokel!
— Was f o ft et 6er Panzer ein es Kriegsschiffs? Wie in andern Ländern, so ist auch in England gegen die ?kdnn- ralität der Vorivurf erhoben worden, daß sie die Panzerplatten infolge des fehlenden offenen Wettbelverbs zu teuer bezahle. Nach einer amtlichen VerösfenUichiing der Vereinigten Staaten kostet die Tonne Panzer heule in Nordamerika 364 Mark, während >Ke englische Flotte 440 Mark für die Tonne bezahlt, Amerika erhält seinen Panzer also um 76 Mark bei der Tonne billiger. T»s scheint auf den ersten Blick kein hoher Betrag z» sein, aber man darf, »ach Angabe der „Technischen Monatshefte", nicht vergesse», daß die Panzerung eines modernen SchlachtschisfS ctiva 10 000 Tonnen wiegt, wofür die Bereinigten Staaten 3 640 000 Mark bezahlen, während England 760000 Mark mehr, nämlich 4 400 000 Mark dafür ansgibt. Ob diese Ziffern richtig sind, wird sich schwer ermitteln lasse», da über Größe und Stärke der Panzerung bei allen Marinen strengstes Slillschtveige» beobachtet wird. Auf jede» Fall erscheint die Angabe, daß >/ des Gesamtdeplace- ments eines Kriegsschiffes auf seinen Panzer cntsalle, reichlich hoch gegriffen, selbst wenn man in Betracht zieht, daß mau die Panzerung aus den neuen Schlachtschiffen dauernd verstärkt. Das vor zehn Jahren erbaute englische Linienschiff „King Edivard" trug jedensaNS bei 17 800 Tonnen Gesaimdeplacemcnt nur 4175 Tonnen Panzer. lieber deutsche Panzerpreife liegen keine Nachrichten vor.
* Enterbt. „Nach meinem Tod,' iverd« ich mein Gehirn den Gelehrten und mein Geld für wohltätige Stiftungen hm-
tcrlassen." „Werden dann aber die Gelehrten nicht das Testament anscchtcn?"
viichertisch.
— Paul Hehs e. Ein deutscher Lurikcr. Bo» Erich Petzet. (Heiles Volksbücherei. Nr. 017/18.) Leipzig. Hesse & Becker Verlag. 110 S. Mit einen: Bildnis. 40 Pf.,-ge». 80 Pf.
— Martha. Das neueste Heft der Musikzeilschrist „M u s i k für Alle" bringt die beliebte und auf allen Bühnen heimische Oper „Martha". Dieses Werk Friedrich von Flotows, das die ganze Fröhlichkeit seiner Melodie und die schier nncrschöpslick>e Erfindungsgabe des Meisters der Spieloper zeigt, wird sicherlich in jedem Hause willkommen sein. In leicht spielbarcm «laviersatz sind die bekanntesten Melodien in chronologischer Reihenfolge iviedergegebe». Aus die Ouvertüre folgen die Gesänge Nanevs „Von den edle» Kavalieren" und der Ladh „Muntre Nancy, übe Um". Der zweite Teil bringt die Szene auf dem Mägde,narkl mit den Chorgesängen „Mädchen brav und treu", „Wohlgemut, junges Blut", und dem Quartett „Ohne Purpur, das laß ich gelten". Im dritten Teil finden wir dei§ bekannte Spinn-Qnartett und die beiden dankbaren Lieder „Letzte Rose" und „Schlase wvbl". Es folgt die packende Szene, in der Lianel von der Ladh verlengnet wird, mit der ergreisenden Arie „Ach so sromm" und dem Liede Lionels „Mag der Himmel euch vergeben". Der letzte Abschnitt beginnt mit Blum fettss Gesang „Sitz dann ganz allein" und „Lh, ich wüßte ivohl schon eine": den Abschluß des Heftes bildet der Ebvr „Hier die Buden, dort die Schänke". Da de» Noten ein erklärender Text beigcgebcu ist, der den ganzen Gang her Handlung schildert, ist das Hest zugseich ein wohlfeiler und praktischer Führer durch die Oper. (50 Pfg. Verlag Ullstein n. Co., Berlin SW. 68.)
Schach-Ausggde.
Auflösung in nüchster Nummer.
Auflösung des Zitalenrätsels in voriger Nummer: Wer nicht vorivärts gehl, der fommt zurück«.
Redaktion: K. Neurath. — Rotaliansdruck und Verlag der Brühl'schen Uniuerüläts-Buch- und Steindruckerei. R. Danae. Gießeip


