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und Ijcinijiibolen. Sieben feiltet Seele mären btmtfjeti u»d würden heule reichliche» Sfoitfl heimLringen. Secbe Vahlsen, der junge Fischer, war einer der Wohlhabendsten im Strauddonc, und wenn erst bnf neuerbaule yaus neben dem Räuchcrschuvveu auch inwendig kft und seNig sein Würbe, dann wollte er, Serbe Vahlsen, die blauäugige Inge freie» und sie zur Herrin des schönsten Hauses inBidde- row mache», Bis jetzt halle er freilich »och nicht mit Inge Jaskh über seine ZnknnslSpläne gesprochen, aber Inge »rußte eS längst gefühlt haben, das; Seches Herz warm für sie schlug,
Ter junge Fischer reelle und dehnte sich im Wohlgefühl seines kommeirden Glücks, bann warf er sich in den Sand und überließ sich Znkunststräume»,
So traj ihn Inge Iaskv, sie, der seine Träume galten. Sie irug ein ausgebessertes Netz über der Schulter, das sie zu Sigurd ptzinglosi schaffen wollte. Sie und ihre Mutter waren Netzflickerinnen, tvohnten dich! neben dem Friedhof der' Heimatlosen tu einer kleinen, aber sauberen Hütte, Sie waren trotz ihrer Armut angesehen im Dörfchen und nährten sich durch fleißige, mühevolle Arbeit
Lächelnd stand Inge zu Haupte» des Träumers, der sie nicht haue kommen hören. Sie bückte sich, mrhm eine Handvoll Sandes und streute ihn Seede über den Kops, Er rieb sich die Augen und wischte den Saird fort und pustete ein wenig mit den Lippen und ahnte nicht, wer ihn neckte. Da lachte Inge, ein herzlich-helles^ Lachen, Cr sprang aus, und als in die fröhliche», tiefblauen Augen * Inges blickte, ward er verlegen und lachte mit, weil er nichts besseres zu tun wußte, Daun griff er nach dem Fischnetze, das Jirge erus der Schulter trug und sagtet „Jeh trage dir die Bllrde, Inge, Bum Lohn läßt du mich mit dir gehen!"
Sie überließ ihm das Ney, und so schritten sie selbander auf dem Düuemoege dahin. Sie waren zwei vrächttge Gestalten voller
Jugend und Kraft.......Serbe schwieg sich ans, und Inge, die
allzeit sröblick>e, sumnite ei» heiteres Liedchen vor sich hin,
,,Was singst du da, Inge?!"
„Ach, ein kleines Lied,.....kennst du es nicht?"
„Nein, Tu weißt, so lauge der finstere, verschlofsene Baier noch lebte, war feber Sang hei uns im Hause verpönt, und nun bin ich wohl zu alt, noch Lied Und Sang zu lernen,"
„Ei, seht einer den Greis!" lachte schelmisch das Mädchen Daraus sagte der junge Fischer bedächtig t „Frohsinn ist mir lieber, als alles Getld der Melk, Won» ich einen müßt', der mich Frohsinn lehrte!"
Sie schwieg, und er wartete, , , , llnd als sie »och immer schwieg, fragte er wichtig und mit Bedeutung: „Wüßtest d» keinen?"
Sie sann »itd sann. Dann bub sie an nnd in ihren Aitgen blitzte «s ans; „Einen wüßt' ich nicht, wohl aber eine,"
Da blieb er stehen, bossmmg und Erwartung trieben ihm das Blut in die Schläfe, Und er fragte hastig! „Sag' Inge, lver ist die eine?"
„Es müßt' eine sein, die dich lieb hat, Seede,"
„Ja, ja......Sprich doch . , • »nd die eine?!"
„Ist An künde Bangerow "
„Tie Müllerstochier?!" , . , Verächtlich und enttänschl kam es von seinen Lippe»,
„Ja, die , , , Seede, Sie liebt dich, . . ich weiß es, . . . und sie ist reich und ist fröhlich obendrein,"
Da hielt er trieb* länger an sich, , Er nahm ihre beiden Hände, zog sie an sieh heran und merkte nickst, >oie sie widerstrebte , , , Und hastig sagte er,' „Was nütz! mir Rejchtnm? Den Hab' ich genug, , Und ich will eine Fröhliche, die ich liebe, die ich selwn seit vielen Jahren liebe, .... und diese Fröhliche bist du," lind er sah das Erschrecken in ihren Augen, , , , sah die Anas! ihrer Seele, »nd wortlos, langsam senkte er seine Hände, die die ihren hielten, und nun ließ, er sie fallen und iroü zurück, , Sie sprachen kein Wort, und doch wußte er, daß sein" Hoffnung dahin,
. , , Er legte still daS Netz zu ihren Füßen, tvandie sich still ab »nd schritt, jetzt nicht mehr hehr und ansrecht, >vie ehedem, davon , lind Inge holte tief Atenr und sagte dann zu sich: „Das Hab ich nicht gewußt!" Dann ging auch sie ihres Weges,
Als Seede heimkam, war der Seesang der letzten Fahrt schon cingebracht. und Peter Anstedt, der alte Fischmeister Seedes, rieb sich die Hände und sagte z» seine», jungen .Herrn: „Na, Herr Vahlsen, heut' sind ivohl an die tausend Tälerchen hereingedracht, und Sie sind wohl nicht dawider, wenn wr den Fischern heute ein übriges znnt Lohne geben "
„Tut, wie Ihr denkt, Jnstedt!" sagte müde Seede und ging davon
„Na, junger Herr, ist es Euch nicht recht, so bleibt e§!" sagte verwundert der Alte lstnterbreiu, , , , Das hörte Seede und ihm tat es letzt leid, daß er so kurze und abweisende Worte für den alten, imirit Menschen gesunden hatte. Und er lvandle sicl, wieder zurück und sagte nun: „Nein, nein, Jnstedt, gebt nur reichlich »nd vergesst auch Euch bei der Äuszalüung nickst," , . . Der Alte, der Seede sckwn seit desie» Kindheit kannte und mit ihm gespielt hatte, als er noch in Windelhosen im Sande gesessen, merkte sojort, daß Seede ein
Leid drückte..... Väterlich fragte er ihn: „Ist Ihnen nicht
tvobl, Seede ? Sie sehen bleich und müde aus,"
Seede wandte sich ab und sagte mit Bewegung: „Ihr seid ein *fta Freund meines Hauses, Jnstedt, und Eilre Anteilnahme tut
mir wohl Ich erlitt soeben die erste große Enttäuschung meines Lebens, und das grcist mir ans Herz,"
„Ich sah Euch vorhin tnit meinem Rohre, als wir heim- geschleppt lvurde», mit Inge Jaskh am Teiche stehen, Herr Seede. . . . Ist es das?"
„Ja, das ist cs.....Nun wird mein Hans am großen Schup
pen ohne Herrin bleiben, und ich bleibe in meiner alten Hütte droben auf dem Hügel."
Ter Alte wiegte bedächtig sein graues Hauvt.....„Ja, Herr
Seede, mit der Liebe hat der Mensch nicht gletel; beim ersten Netz- wurs Glück. Ta ist's wie mit der Fischerei, , , , Uebrigcns, daß Inge Jaskh Euch nicht nimntt, hätt' ich Euch längst sagen könne». Sie ist versprochen mit Wuls Rosmussen, des Deichbevolsmäristigten «oh» "
„Ter so viele Jahre in Stettin gelebt hat?"
„Ja, derselbe; er zieht demnächst ganz nach Bidderotv und dann führt er Inge heim," '
Der Sommer dahin, — Die Herbftslnten ivarcn längst über den Strand gerollt und hatten Damm, und Deich mit brausender Wucht zu stürmen gesucht. Aber das wohlgepflegte Dammtverk hatte gar wacker widerslanden und das Dörslein vor Not und Tod geschützt, Das neue, feste Haus, das sich Seede Bahlsen Hatto im Sommer bauen lassen, grüßte schinuck und sreundlich über See und Land, aber es stand leer, denn bte Herrin, die sich der junge Fischer dafür auserkoren, war eines anderen Braut geivorden und jüngst, zum heiligen Feste der Weihnachten, da ward sie Wulf Rasmassen angelraut, Seede ivnr seitdem mürrisch und schweigsam und betrachtete jenen Wulf Rasmussen als seinen größten Feind. In dieser Zeit war zweimal am Strande ein Schiss in Not gewesen* und zweimal war es Seede, der in harter See mit braven Kameraden die Mannen vom Wrack rettete. — „Er will sein Leben drau- setzen," sagte» die Kameraden, „so tollkühn wagt er sich hinaus." — Aber das Meer mochte ihn nickst, bei! und mit Ruhm bedeckt, kehrte er heim. — Nun knechtete ein harter Winter mit sielen Stnrmsluten den Strand. Seit zwanzig Jahren hatte das Meer nicht so gehaust und den Deich fa trßld bestürmt und in seinen Grnndsesten wankend gemacht. Der Teichbevotlbeinächtigte und der Deichhauplnmun mit einigen Ingenieuren vom Bezirksamte ritten täglich mit sorgenvollen Mienen den Dünenwog entlang, berieten und maßen und untersuchten. —> i
Aber die Jischersleute hinter dem Deiche waren voller Ber- tranen sind dachten nicht an Unheil, Doch in der letzten Nacht Hub ein solches Stürnien und Heulen an, daß selbst die ältesten Fischer meinte», diesem Drucke der Wogen könne der Deich wohl kaum widerstehe», Frauen und Kinder saßen beim blakenden Lichtlein daheim und beteten, die Manneslesil' aber zogen die Oetjacken über und drückten den Südtvester ins Gesicht und gingen nach dem Damm, Ei, wie das schnob!! — (Situ eisiger Nord brüllte vom Meere und peitschte die Wogen aus. Die grünen, leuchten Massen schoben sich und drängten sich Und überstürzten »nd untergruben sich, schäumten und gischteten und versüstange» sich gegenseitig, mtb gebaren neue, größere Wasserberge und saugen dazu ein Lied, wie wilder Recken Sang, >vie wenn sich Berge rieben, toie wen» Lawinen rollen.
Und die Pechsackekn in ihren glühend-schwelenden Köpfen schienen bald sterbenden, irrenden Lichllein gleich, bald leuchtenden Toteusanalen, Und hundert und hundert Männer standen da und schauten in das Wühlen der Elemente, und gar manchem fraß die Sorge am Herzen, denn gar mancher wußte: Wenn diese losgelassene Höllenslnt de» Deich durchbricht, wenn diese ivilde», wallenden Wasser eine Bresche schlage» i» den schützenden Tamm, dann webe dir, Dörslein, — dann wehe dir, Hütte und Heimat. Jetzt rollte eine Riesemvoge daher. Mit zhklovetchafter Wucht trieb sie die Borwelle» beiseite, verhielt einen Augenblick, als wolle sie die letzte, gewaltigste Kraft zusanimeniiehuien, und nun sprang sie, ein Riesenwasserberg, aus den Damm, lrallte sich et», züngelte, leckte und fraß, — und kehrte, brüllend vor ohnmächtiger Wut, sckiaumgischleitd zurück in das einige Meer. Biele hundert Augen hatten an ihr gehangen, hatte» sie werden sind ivochsen sehe», hatten ihren Sturm auf die Deichzinne verfolgt, und nun atmeten aUe. alle tief aus. Auch Seede Bahlsen stand mit droben am Damni. Das müßige Zuschaue» gefiel ihm nicht. Er suchte den Deichbevotlmäckstigten und schrie ihm zwei, dreimal ins Ohr, bis der verstand: „Jeder soll einen großeit Stein herbcischafsen und einen Sack Sand bereiihaltcn,"
Das gefiel dem Bogt und er machte es den Männern, di« um ihn standen, durch Zeichen verständlich. Da schritten sic davon mid ein jeglicher Holle, das Begehrte, Und sie taten gut daran, Tenn die eine große Woge, die so schmählich Zmückge- schlagene, holte hilssbernte Kameraden, und sie taten sich zu- santmen und rollten nun mit verstärkter Wucht auf Deich und Düne.
Hölle und Teufel! Wo die Düne de;i Winkel macht, den stnmpsen, da setzten sie ein, die Wellen, Wie miltelallet liehe Bklogerungswidder raiinnlen sie an den t:and, leckte» mtb schleckten, bohrten und wühlten, — und ivie fit" erst die Grasnarbe verschlungen, wie sie erst am bloßen, nackten t-ande fpitlleit, da verdoppelten sie ihre Wucht, Immer rasender, immer toller wüteten sie, dazu pra>selte noch stechendicktaner Eisregen hernieder, dazu brüllte der Sturm und. peitschte die .Wasser ztt grö-


