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Worte um ein wenig Milch zu bitten, damit wenigstens die Grit ihren Kaffee nicht schwarz trinken mußte.
Aber bei alledem hatte die Fran, indem sie den Armen ut echtem Mitgefühl Ruhe und Wärme in ihrer einzigen Stube gönnte, — gleich der Witwe im Evangelium — mehr gegeben «ls viele Reiche,
(Fortsetzung folgt.)
hutformen.
Ter tont in seiner einfachsten und ältesten Form geht bis ins frühe Altertum zurück und fand hier lxiuptsächlich aus Reisen Verwendung, Hieraus läßt sich auch erklären, daß Merkur, der Gott der Kausleute, mit geflügeltem Hute dargestellt wurde.
Der P c t a s o s wie ihn die Griechen nannten, bedeckte den Kops nur bei Rcgenwetter: wurde er nicht gebraucht, so ding er an einer Schnur uni den Hals auf dein Rücken, Tie Jsrikiitenl scheinen den Hut nicht gekannt zu haben: den sogenannten,Inden Hut trugen sie erst seit 1314 zur Unterscheidung von den Christen, Er war spitz und in der Mehrzahl von gelber Farbe, Bekannt dürste auch der rote Hut sein, den von altcrsher der große Lama der Inder trägt. Bei den Römern war der spitze Hut — pileus — bekannt, der hauptsächlich bei Schauspiel«» und Festen getragen wurde. Der Pileus stand jedoch nur freien Römern zu, und so kam es, daß er mit der Zeit zum Sinnbild der Freiheit wurde. Aus die,de Grunde erhielten die freigetassenen Sklaven einen Hut als bleichen der Unabhängigkeit, Als Rvni durch die Ermordung Eüsars frei geworden war, ließen Brutus und Cassius Münzen prägen, die den Hut zwischen zwei Dolchen tragcil, Aehn- lichc Geldstücke stellten die Niederländer her nach der Vertreibung der spanischen Geioaltherr schalt.
Wurde nun auch nach Neros Tod das Huttragen etwas allgemeiner, so kommt doch sür das Altertum als ,Hauptkopibedecknng nur der Helm in Betracht, Dasselbe gilt für das srühchrislkicheMirtclalter, In Deutschland treffen wir zuerst im 10. Jahrhundert Hüte an, und zivar Strohhüte als Staninieszciche» der Sachsen, In den anschließenden drei Jahrhunderten kommen scholl die verschiedensten Formen vor und im 14, Jahrhundert finden wir in Nürnberg die erste.Hutmacherzunst, Frankreich folgte etwas später "'mach, aber Karl VII, trug schon bei seinem Einzug in Rouen einen roten Samthut, den die erstaunte Bevölkerung mit großen Augen bcgafste. Doch auch zu dieser Zeit noch trug man die Kopfbedeckung nur bei schlechtem Wetter, Unter Ludwig XI, sah man den Hut bei jeder Wetterlage,
Karl V, hatte ebenfalls einen kostbaren Hut, aber er war der Ansicht, daß man ihn nur bei blauem Himmel und Sonnenschein tragen dürfe, um ihn vor Nässe zu schützen und die Form nicht zu verderben. Erst unter Elisabeth kamen in England die Hute aus und unter Jakob I, sah man znm ersten Male einen Hut mit Federbnsch, Unter Heinrich IV, schlug man die linke Seite des Hutrandes auf, luntcr Ludwig XIV, die rechte, und schließlich auch noch die hintere Seite, wodurch der Dreimaster entstand, der lange Zeit die Mode beherrschte und endlich in den „chapean n l'Androsnian" überging. In dieselbe Klasse gehört auch der kleine Napoleonshut, Dur-b Dreispitz wurde auch der deutsche und der spanische Hnt verdrängt. Beide sind in ihrer Form ganz bezeichnend für den Charakter der Völker, Der spanische Hut war steif >vie die Hos- etikcttc, schmalkrempig, in Sammet oder Seide gehüllt, von einer Schnur oder Kette umschlungen. Der deutsche Hnt dagegen war cm« Filz gefertigt und gab durch seine ivcichen Linien dein Kopfe etwas Frisches, ein Eindruck, der durch die große nickende Feder noch verstärkt ivurde.
Alle diese Hutformen waren geschmackvoll und vornehm erdacht, sowie ausgesührt und boten Maler» und Bildhauern einen schöne» Vorlvurs, Wie viele Bilder und Plastiken entzücken noch heute uuser Auge und lassen uns bedauern, daß ihre Stelle in unseren nüchternen Tagen der Zhlinder vertritt und andere Schrcckenssormen,
I» seiner alten Gestalt, der sogenannten Angströhre, stammt die schwarze Säule von den Quäkern, die jede Farbe verabscheuen und auch die Form hart und kalt wünschten, Wäre in dieser Zeit min Englaich nicht durch die Kontinentalsperre vom festländisckren Europa abgeschlossen gewesen, so hätte der Hut dort kaum Eingang gefunden. Wir richteten uns freilich nach den englische» Vetter» uich bei dem Wiener Kongreß sah man die Qnäkerhüt« schon ziemlich zahlreich.
Sie verbreiteten sich sehr rasch „ich wurden erst 1848 durch den großen Hecker hnt abgelost Tanials entstand auch der Nanie „Angströhre". Leute, die der revolutionär freihciiuchen Bewegung serustaudeu, trugen de» Zplindec aus Furcht, sonst für Demagogen gelxilte» zu werde». In neuerer und lauester Zeit finden sich ivieder freiere Formen, ja manche schwören den Hut völlig ab. Das Harte und Kantige ist unbeliebt geworden, 4>k» Panaiuabut und die weiche», schmiegsamen Lodenhüte scheinen langsaiii Boden zu gewinnen „nd im Interesse des äiißerc» Menschen ist es gewiß nicht zu bedauern, wenn sie die „Röhren" verdrängen, denn in der moderneit Mäniierkleidniig i|t die Röhren- form immer noch genug betont, 0, X,
Totoesagte. die leben.
Ein Münchener Blatt bat die Meldung gebracht, daß der bekannte Erfinder und Ingenieur Diesel, der aus einer Seefahrt zwischen dem Kontinent und England auf eine bisher unausge- klärtc Weise verschwand, nicht tot sei, sondern in Kanada sich ein« neue Existenz begründet und dort sich mit seiner Familie vereinigt habe. Ob die Meldung ans Wahrheit beruht oder nicht — sie ist inzwischen dementiert —. man dnrste anf sie gefaßt sein, denn noch niemals ist eine bekannte oder hochstehende Persönlichkeit auf nnkontrollierbare Weise nms Leben gekommen, ohne daß sie dann in der Legende ivieder auslebte, König L n d - wig II, von Baver» bat lange nach seinem 1880 in, Starnberger See erfolgten Tode an der Seite Gnddens noch, wenn inan den Bewohnern des oüerbaverischen Gebirges glauben wollte, gefangen aut einem seiner Schlösser gehaust, I o h a n „ Orth ist oft »ach dem Untergang seines Schisses ans einsauien Insel», angeblich gesehen worden. In der Geschichte hat es ja „falsche" Doppelgänger auch genug gegeben. Anderseits bat es wobt aber auch wiedcrnni an Persönlichkeiten nicht gefehlt, die ans ihrer bisherige» Existenz zu verschwinden wußte», uni aus irgendeinem Grunde sich eine n>ue unter anderem Namen und anderen Daseinsbe- dingiingen und in anderem Lande zu begründen, Bürgermeister Trömel, der unter anderem Namen in der Fremdenlegion Aufnahme fand, wo manche andere Legionäre sich besinden mögen, die einst in Deutschland eine andere bürgerliche Existenz hatten, beweist das. Ein berühmtes Beispiel aus früherer Zeit war der Romauschriftstellcr Charles S e a l s f i f ( b (1793—1864), der unter diesem Namen in Amerika, in der Schwei-, i» London, Paris lebte und erst i i seinem Testament das »ach seinem Tode enthüllte Geheimnis lüstete, daß er der ans einem österreichischen Kloster ent flohene Ordensbruder Karl P o st I gewesen, den seine Ordensbrüder ioohl längst gestorben wähnten Aber selbst das ist vorgekommcn, daß Personen lebten, die angeblich vor Zeugen bestatte! wurden. Meistens geschah dies wohl in der betrügerischen Absicht, Lebens vcrsicherungsgesellschastcn um die Persickieriliigssumnic zu prelle». In England kam das sehr ost vor. Für Deutschland war der Fall der Bruder Anton und Franz T o in g s ch e k in dieser Beziehung tyvisch und erlangte einige Berühmtheit. Fm Jahre 1848 starb angeblich bei deni i» Berlin Unter den Linden 47 etablierten Schneidermeister Anton Tomaschek der zum Besuch anlvesende Bruder Franz „nd ivard anf dem kalholisckwn Friedhof i» dcr Chausseestraße bestattet. Erst »ach anderthalb Jahren kam zur Kenntnis der Behörde, daß der angeblich Verstorbene gemütlich in seiner böhmischen Heimat lebe. Man untersuchte das Grab und fand im Sarge anstatt des Skeletts ein umwickeltes Plättbrett, Natürlich batte der Betrug nicht ausgesührt iverden können ohne die Beihilfe eines Arztes, der von der'durch den Betrug ergatterten Lebeiisoersicherungssummc einen Teil erhielt, — Auch die Geschichte kennt übrigens einen derartigen Fall einer vorge- täuschte» Bestattung, Herzog Heinrich der Jüngere von B r a u n s ch >v ei g (f 1568) hatte neben seiner Gemahlin, einer geborenen Herzogin von Württemberg, noch eine Maitresse, ein Hossränlein seiner Gemahlin, Eva von Trott, die jedesmal vor ihrer Niederkunft sich nach der Stausenbnrg znrückzog, Da nun dem Herzog dies zu uniständlich erschien, inszenierte er im Jahre 1532 einen Betrug, Eva von Trott erkrankte angeblich aut der Reise nach der Stansenburg in Gandersheim an der Pest, und schon in der Nacht nach der angeblichen Erkrankung wurde verbreitet, sie sei gestorben. Eine von einem Braunschiociger Bildschnitzer angcsertigtc Holzpuvpe »vurdc in einem Gemach, das „der Pestgefahr halber" durch Ranchwcrk verdunkelt worden war, ausgestellt. Dann ivurde die Totculade mit dcr Puppe bei den Barfüßern beigcsetzt, während Seelenmessen sür Eva von Trott abgehallcn ivurden und ihren Angehörigen mitgcteilt ward, daß sie verstorben sei. Das Fräulein aber war unterdessen nach der Stansenburg in Banernkleidung geioandert, wo sie noch viele Jahre recht vergnügt lebte, ost ihren herzoglichen Geliebten empfing und viele Feste gab. Und wenn einmal das Gerücht umging. f>aß die Verstorbene und Bestattete lebe, ivurde den Verbreitern dieser Nachricht mit einer Kerkcrstrafe der Mund gestopft.
Diamanträtsel.
In die Felder nebeiistehender Figur sind die Bnehüade» aabddeee« (ugliklmrrrrrtuuu derart cuizutragc», daß die wagerechten Reiben lolqendes bedeuten:
1. Eine» BuckiNgben.
2. Pocnseheu Nau,en sür ein Tier.
3. Ein Musikiustrument,
4 Weibliche» Bor»a>neii.
5. Ei» sah»zeug.
6. Alkoholhalt,», es Getränk.
7. Einen Buchstaben, hte Miltelreihe ergeben das Gleiche.
Auslösung in nächster Nummer,
Auslösung des Silbenrätsels in voriger Nummer:
Kakadu, Hl», Aut'ctiincli, Obnmec, Toc:ttia; — K i <1 o - T I rh o m
„nd Steindruckerci. R, Lange, Gießen.
SJeWtion; K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-B»ch-


