Ausgabe 
7.2.1914
 
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Übertretung zu schützen. Dies geschah in der Regel im Weg der

Substitution, indem nach stattgehabter geheimer Beratung unter den beteiligten Faktoren anstatt der »virllichen Paukanten, Sekun­danten und Unparteiischen andere, meist jüngere Leute, Füchse, Konkncivauten und in den ersten Semestern stehende Korpsburschen, untergeschoben und dem Schnurr namhaft gemacht tourden. Gegen diese Substituten wurde alsdann die Anzeige gemacht und bier- nächst nach Ginleitung eines Untersnchungsveisahrens vor dem Universitätsrichter aus di« oben erwähnten Strafen erkannt. Auch diese inquisitorische Prozedur entbehrte der Komik nicht In einem von dem Sekretär aufgenommenen Protokoll erzählte» da die ganz unschuldigen Opfer sttldentischcr Tücke in rühmlicher Sclbstbczüchtigung folgenden Hergang:Sie seien in angeheitertem Zustand auf dem nächtlichen Heimweg von der Kneipe in der T-Straßc zufällig aneiiiandergestoßen: hieraus sei ein Wortwechsel entstanden, der eine Herausforderung auseinen Gang Schläger mit Ntützcii" zur Folge gehabt habe:^das beabsichtigte Duell, bei welchem die Studenten T. und T- als Sekundanten und Student Z als Unparteiischer hätten fungieren sollen, sei aber durch das Er scheinen des Pedellen Metzger verhindert worden." Und solcher oder ähnlich lautender Protokolle ivcisen die Akten des Universitüts- qcrichts ungezählte Hunderte auf! Wer denkt da nicht an die Worte des alten Juvenaldifficilc est, satiram non scribere!" Bei den vorliegenden Geständnissen der Angeklagten behielt cs aber iu der Regel sein Bewenden, so daß iveiterc Ermittelimgcn über der«: Mehrheit unterblieben und hierdurch die Zeugen vor Gewissens- konslikten und der Gefahr falscher ehrcnüwrtlicher Aussagen be. wahrt bleiben konnten.

.Hatte nun auf der Grundlage dieser triigecischen Feststellungen der akademische Drsziplinarsenat sein Urteil gesprochen und durch Erkennung der oben genannten Strafen die Autorität des Diszipli «arstatuts gewahrt, dann umrden. da gegen den Spruch eines so hochtvcisen Senats ein Rechtsmittel selbstverständlich nicht denkbar und auch nicht gegeben tvar, die Verurteilte» freundlich eingeladen, einige Tage der goldenen Freiheit zu entsagen und in den tradi tionell geheiligten Räumen des Universttätskarzers Aufenthalt zu nehmen. Dieser Einladung pflegte denn auch meist unverzüglich und ohne Scheu entsprochen zu werden. Damit beginnt aber der Komödie letzter und lustigster Dell, der den Gegenstand einer dem nächstigen besonderer Schilderung bilden soll. Jnvenis.

verinikcbte».

'Der Kaiser als Farmer. Es dürste ivenig bekannt sein, dast der Kaiser 'eit dem Frübjabr lstlL Farnibentzer inTeutick, Eüdwestairika in. Die beide» kaierlibeu Farne» Dickdorn und Kojis tiegen » itleii im Namalaude ,IV, leben dem Fis bklnste uu Lebeistusse. lieber die kuriose Entsteh mosgesckuckue dieser Farmen und die 'Jlrt it-.rer Anlage imt rruvtet eu> A»>satz von R.

S Grtssenleid i» der l ei der Te»»Iebeii Per agsan'talt erlckemen- de» Zeillcktri't lieber Vaud und Meer. Der Kaiser kanste die beide» Farme», von denen dte gröbere. Dickdorn, 15 56 Hektar »n d> kleinere, Kobs, 906t Hektar »uisant, von dem Bure» Krabbe,itioeu sür 98 000 Mk. und er bat bei den KainoreiS von tM. je Hekla , ivic »>a» heute inDentsch-Weit" tätigst erkannt hot, e»> lehr anles Gef t ä'I gemackit. Dem Borbestl.er st ilick, balle kas belrachlti e Gebiet uo.l> viel wenige« gekostet. Kiabbenboetz ,oar »»»lick, solgritdcrmaste» z» semeu Farmen arkouimen: Hendrik Witvoi batte ihn aus irgend einem »i btige» Anlab a langen geno,nn,c» und sogar gezüchtigt. Der betewiile Bure ivandle lick, daraus an die englileben Gerirblc und erbiett n»ck> lei» Üie-Vt. Das tlr e, lautete, er solle als Genugluiuiq eine so grobe Strecke Landes be- komuie». als er i» vier Tagen zu umreite» imstande lei. Dnrags- hin stellte Krabbenhoest in e uer Landsbnst. die Uim besond r> günstig erschie». in einer l'e'ii iimteit Entnrnung innner Mit rtiie mit Reiervep'erden ans, jagte in vollem Galoov über das Vaud dabin, bis das B'erd ermüdet war, war« sich dann a»s das »äckiske, und so ginq es weiter, vier Taac lang. *31,if diese Weise gelang «« iiun, einen re !st groben Landkreis zu uu,reite» und u feinem Si .einum zu mache» Tie beiden »armen, aul denen »art, den, Wnniche des Kallers besonders d>e B ebzucbt acvllegt werde» soll, trauen »»» den typisch wenairikanischen tandsehanlieben Cbarakier: Oedland und iivpiaes Ltevpentand ivecbseln n»l ibnen ab. Die alkr mcdergrbraimle Bureniarin stostS bat der Kauer n'isbaueii last,-» Wohl wenige Farme» >« Südwc» t aben so gutesqemisckstes Feld" wie dte iniseres Herrschers; sie entballeu beide cme Reu e vonTümveln", die tmrcti Flick,e belebt sind. Dem Lnn-e des ikebeisiussr» wlgt a»> Dickdor» zu iu emer Bieile von eliva >0 tzm die grobe Dorroebene", so s,bildert ein c»a»e, Kenner das Land, in dem die kailert,ck>eu Farme» licken.Die Ebene wird in, Osten durch die Fif bfllis.be> ge begrenzt, ckalilicichc kleine rötliche Knvve» sind de,»Massive" vorgelaaert, das steil ae» One» zum Fis g- ilu!ie absäiu Fm Westen steigen wieder Berge an, deren vie e Kurven ein iormen- und iarbenreickreS Bild bieten Vini KostS ver­engt sich die Ebene und hört au der Walle, eite, die el,va in der M,tte der Farm l>ea>, nul. Fmnieren Teile erbebe» t.-cb eben- salls viele kleine Kurve» ans der von immdcrvollcu Grasern und Büschen bestandenen Ebene. Westlich von Kobs und nördlich c/ t g

westlichen Teiles von Dickdorn liegt bart an der nach Kub sühren

den Pad. an den Berg geleimt, die einstige Werit deS bekannten ..Orlog-Kaviläns' der Witbois, Samuel Fsaak Gc,t>abis. Jetzt ist eine Bollzeistation errichtet woide», kam» 800 Dieter vo» der durch drei nebeneinander liegende Bergknvpen gebildeten Nordostecke der ka> erlichen Farm Ttckdorn entiernt. An den FInblänF-n ent­lang ziebt sich üpviges Buschwerk. Für die Woltscha'zucht ist ist jener Gegend Interesse vorhanden."

" Die s p t n n e n d c ?l m e i s e aul Ceylon. Dieses eigen* mtiiic Tierchen findet sich anber aui Ceylon auch noch ab und zi» m Fndie», aui der Holbmset Malakka und in LInstralten. Dte ivinnende Ameise webt fick, ihr Neil zivischen zwei Blättern eines Baunies; sie bevorzugt blerz» de» Mango°Baum und beginnt ihre Arbeit damit, die beide» Blätter znsaminenzuziebe». Ties ge­lingt ihr dadurch, dab sie ihr Arbcstsinaterial, dem seine» Faden der Svnmc ganz ähnlich, der Länge nach über das Blatt zieht und es damit ,»»wickelt. So lange sie arbeitet, hält sie sich mti

i wen Fnben aus deni e,sten Blatt lest und zieht dann da» »ächsi- iiegen e mit ihren Kinnbacke» z» sich Hera». Fst ihr dies jedoclst nickst allein möglich, wen» das Blatt zu iveit entfernt ist, so nif, t sie ine Gesblechisgeuosseu zur Hilie herbei. Die Ameise» bilde » nun eine Kette, d. h. >rve Ätmeise hält siel, vernstliets Ihrer Kl,,^ backen an der Taille ihrer Nachbarin lest, bis die »ölige Längs der.stettc bergestellt und somit die Verbindung mit dem zum ölest Vau »öligen ,,vc ken Blast erreicht Ist. -Auf diese emiache Weise hei-en sich die spinnendr» Amelie» gegenseitig bei der Herstellung lares RestchenS. _

vilchertifch.

D i c Walküre erscheint als erstes Heft einet demRing der Nibelungen" gewidmeten Serie des Verlags derMusik für Alke". Der Nolenteil, der dem illustrierten einführenden Artikel von I. C. L u s z t i g folgt, nimmt in der Hauplsache auf die drei großen Höhepuntte des Werkes Rücksicht. Cs ist dies der Zwicgesang zivischen Siegniunö und Siegliude, dem auch das berühmte .Wiiiter- stürme wichen dem Wonnemond" angehörl, fcencr der ..Walkilren- riit" und ,.Wotans Abschied und Fcuerzauber". (Preis» 50 Ptg.s

Gricbcns Reiseführer. Band 79:Die Ri­

viera". il Auflage. Mit ist Karten. Perlag von Albert Gold schmidt, Berlin Ä. !>ö. - Einen bewährten Führer stellt die

iviedcrum von Wilbelni Vieler aufs sorgsälligste ncubearbeiiete l l. Au tage des Bandes 79 der bekanitten Grieben-Sammlung dar. Das Buch, das die gesamte Riviera von Marseille bis Livorno nebst deni anschliestcudcii Hinleriaud umsaßt, erjuhr in allen Teilen eine zweckmäßige Erweiterung. So sind die Zugangs* liuien durch die Besprechung der Löischbergbohn ergänzt tvorden, .einer hoben die allgemeinen B.-rkeb.-sverhältnissc in der Riviera sonne die Angaben über Hotels nn) Pensionen tverivolle Zusätze erhalten. Alle Wandeningcn die Küste entlang odev landein sind iliuer genauer Angabe von Berkeh s iii telu, Preisen und Schwie­lig keilen, mit Hinweis aus das Beachtenswerte, übersichtlich ge­ordnet ange.ührt.' Insbesondere sind die der Reisewelt noch wenig bekannten, zum Teil sehr dankbaren Ausiluzsziclc empfohlen. Das gründlich revidierte Kärtcnmaterial, das durch die neue KarteMarseille Nizza" eine Bereicherung erfuhr, unterstützt den Text. _

Schach-Aufgsde.

Bo» G. H » m e in Nottingham.

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Selbstmatt i» drei Zügen. Auflösung in nächster Nunimer.

Auslösung der altägyptischcn Hieroglyphen in voriger NummeN

Wer gar zu viel bedenkt ivir» wenig letsieu.

Redaktion: K. Ntnratb. Rotnie.- Idnick und Verlag der Brübl'schen llniverstläts-Buch- und Stenidruckerci, R. Lange. Gictzev