Ausgabe 
27.12.1914
 
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** Protestfrist fürWechsel. Nachdem der Bun- vesrat durch Bekanntmachung vom 17. Dezember die Pro-- leslfrist für Wechsel, die in E ls a ß -1! o ! h r i n g c n , in der Provinz L ft v r e u ß e n oder in einzelnen Kreisen W e >t- preußens zahlbar sind, sowie für solche im Stadt­kreise Danzig zahlbaren gezogenen, Wechsel, die als Wohnort des Bezogenen einen in Ostpreußen oder in einem der beteiligten westpreußischcn Kreise liegenden Ort angeben, anderweit festgesetzt hat, ist die Postordnung vom 20. 3.1900 entsprechend geändert worden. Postprotestauftrüge mit Wech­seln der bezeichneken Art werden in Fällen, in denen der Auftraggeber nicht aus der Rückseite des Auftrags anders bestimmt hat und der Protest nicht wegen ausdrücklicher Zahlungsverweigerung oder aus anderen Gründen schon nach der ersten Vorzeigung zu erheben ist. erst an folgenden Tagen nachmals zur Zahlung oorgczeigt: a) wenn der Zahlungsing des .Wechsels in der Zeit vom 30. Juli bis einschließlich 1. September 1914 eingetreten ist, am 1. Fe­bruar 1913; b) loenn der,Zahlungsrag des Wechsels in der Zeit vom 2. September' bis einschließlich 31. Dezember 1914 eingetreten ist, fünf Monate nach dem Zahlungstage; e) wenn der Zahlungstag des Wechsels in der Zeit vorn I. Januar bis einschließlich 29. April 1913 eintritt, am 31. Nlai 1913; M wenn der Lahlungstag des Wechsels am 30. 'April 1915 oder später eintritt, am dreißigsten Tage nach 'Ablauf der Protestsrist des Art. 41 Absatz 2 der Wechsel­ordnung. Als Zahlungstag gilt der Fälligkeitstag, wenn dieser ein Sonn- oder Feiertag ist, der nächste Werktag. Fällt der Schlußtag der Frist zur Vorzeigung des Wechsels auf einen Sonn- oder Feiertag, so tritt der nächste Werktag an seine Stelle.

** Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 230 bis 300 Gramm werden für die Zeit vom 11. bis einschließlich 17. Januar >91.3 von neuenr zugelassen. Die Gebühr beträgt 20 Vfg. Die Sen­dungen müssen dauerhaft verpackt sein. Nur sehr starte Papplaften, festes Packpapier oder dauerhafte Lein­wand sind zu verwenden. Für die Wahl des Vcrpackniigs- stoffes ist die Narnr des Inhalts maßgebend; zerbrechliche Gegenstände sind nach Umhüllung mit Papier vd-er Lein­wand ausschließlich in starke Schachteln oder Kasten zu verpacken. Tie Päckchen, auch die mit Klammerverschtuß nerscheiren, müssen allgemein mir dauerhaftem Bindfaden fest umschnürt werden, bei Sendungen von größerer Ans- delmnng in mehrfacher Kreuzung? Tie .Aufschriften sind auf die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar auf ihnen zu befestigen und müssen deutlich! und richtig sein. 'Außer kleinen Betleidungs-' und Gebrauchs- gegcnständen sind auch Lebens» und Genuß mittel zulässig, aber nur soweit, als sie sich zur Beförderung mit der Feldpost eignen. Ausgeschlossen sind l e i ch t v e r- derbliche Waren, wie z. B. frisches Obst, frische Wurst; ferner feuergefährliche Gegenstände, wie Patronen, Streich­hölzer und Taschenfeuerzeuge mit Benzinfüllung. Päckchen mit Flüssigkeit sind nur zugelassen, wenn die Flüssigkeit in eineni starken, sicher verschlossenen Behälter enthalten und dieser in einen durchlochten Holzblock oder in eine Hülle aus starker Pappe fest verpackt ist, und sämtliche Zwischenräume mit Baumwolle, Sägespäuen oder einem schwammigen Stoffe so ungefüllt sind, daß beim Schad-

hastlverden des Behälters die Flüssigkeit aufgesaugt wird. Sendungen, die den vorstehenden Bedingungen nicht ent­sprechen, werden, so heißt es in einer amtlichen Bekannt­machung, von den Postanstalten unweigerlichzurück- gewiesen.

** N eujahrsvriefverkehr. Mit Rücksicht aus den N e u j a h r s b r i e f v e r k e h r können Privatsendungen im Gewicht über 50 Gramm im Verkehr zwischen der Heimat und dem Feldheer in der Zeit vom 29. De­zember bis einschließlich 2. Januar n i ch t a n g e n o m m e n werden. Es wird dringend ersucht .auch die Sendungen bis 50 Gramm nur zur 'llebcrmittelung eigentlicher Nach­richten zu benutzen, Liebesgaben und dergleichen aber mit ihnen nicht zu verschicken.

Kreis Wetzlar, n. Niederkleen, 26. Dez. Die Gerichtstage in Nreder- klccn werden iru Geschäftsjahre 1915 abgehaltcn am 19. Ja­nuar, 23. Februar, 23. März, 20. April, 18^ Mai, 22. Juni, 21. September, 19. Oktober, 16. November und 14. Dezember.

g. Gleiberg, 26. Dez. Fast die ganze Dorfgemeinde war am ersten Weihnachtsabend unter dem strahlenden Christ- baum in der alten Burgkapclle versammelt. Lehrer Lochau hält bereits 30 Jahre lang diese gern besuchten Ehristsciern in unserer Äcmciirdc.

-ff R o d h c i m a. d. Bieber, 26. Dez. Am Tage vor Weih­nachten wurden .aus hiesiger Gemeinde zwei Wagen Festtags­kuchen den Gicßener Lazaretten zugesahreir.

Hesscn-Nassau. m. Neustadt, 27. Dez. In dem Torfe Gleimenhain cr- hängle sich heute morgen die ledige Näherin Elisabeth R. in einem Ansall von geistiger Umnachtung.

Verlustliste.

Landsturm-Bataillon I Breslau.

Gefecht am 30. 1l. 14. (Ohne Angabe der Kompagnie.) Utssz. Karl Marrheimer, Diez a. d. Lahn, tot. Utssz. Wil­helm Reichel, Lohrheim, Unterlahnkreis, vcrw. Utssz. August Adam. Frankfurl a. M., tot. Ldstm. Friedr. Karl Schmidt, Mittelgründen i. Hess., tot. Gcsr. Ludwig Grill, Oberrosbach 1. Friedberg, tot. Ldstm. Heinr. Ludw. Jüngling, Aulcndiebach, Büdingen, tot. - Ldstm. Friedr. Karl Dählcr, Höchst a. d. Nidder, .Hessen, tot. Ldstm. Johannes Glanz, Kalbach, Büdingen, tot. Ldstm. Peter Kranz, Kemmenau, Ems, tot. Gcsr. Konrad Maurer, Kemmenau, Ems, tot. Ldstm. Karl Heinr. Justi, Wies­baden, tot. Ldstm. Joh. Georg Menscr, Büdingen, leichtvcrw., b. d. Tr. Gcsr. Wilh. Müller, Ranstadt, Büdingen, vcrw. Ldstm. Bernhard Langsdorf, Bad-Nauheim, verw. Ldstm. Karl Heinr. Schmidt, Assenheim, Friedberg, verw. Gesr. Karl Fr. Dietrich, Flacht, Diez, verw. Gesr. Georg Fachingcr, Fachingcn a. d. L., verw. Ldstm. Heinrich Wagner, Kägenellcn- bogen, Untcrlahn, verw. Ldstm. Michael Ebcrt, Frankfurt a. M., verw. Ldstm. Heinrich Tolle, Frankfurt a. M., vcrw. Ldstm. Gustav Paschelke, Frankfurt a. M., vcrw. Ldstm. Kon­rad Diez, Frankfurt a. M., vcrw. Ldstm. Georg Schwimm, Frankfurt a. M., verw. Ldstm. Adam Muth, Frankfurt a. M., verwundet. __

Lin Erdrutsch in Italien.

Roni, 25. Dez. Infolge eines Erdrutsches, den die Regengüsse der letzten Tage verursachst haben, sind in Val­mont o n e 5 u s er eingestürzt. 4 Tote und zwölf Verwundete wurden geborgen. Man befürchtet, daß noch etwa 20 Personen unter den Trümmern liegen. Von Pier ist ein Hilfszug abgegangerr.

Landwirtschaft.

Die Zentralkassc der hessischen landlo Ge. ii ojsen sch asten, e. G. m. b. H., zu Tarmstedt teilt ihren Genossenschaften oseben mit, daß sic vom 1. Januar berechnet an Zinsen: a) in laufender Rechnung für Guthaben 4 Pro;., für Schulden, die nicht durch Verpfändung von Forderungen an die landw. Genossenschaftsbank besonders sichergestellt sind, den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zurzeit 5 Proz., für Kredite, die durch Vcrvsändung von Forderungen an die landw. Gc- nosscnschaslsbank sichergesiellt sind, > 2 Proz. uirter dem jewei­ligen Zinssatz der Reichsbank, zurzeit 4>3 Proz.; d) im Wechsel- > ' veriehr für Wechsel jeder Art Tarlehnswcchscl und Geschäfts- Wechsel den jeweiligen Zinssatz der Reichsbank, zurzeit 5Proz.; an Provision: sowohl in der lausenden Rechnung wie für Tor- Ichnsivechscl nach wie vor/io Proz.

Kandel.

Die Londoner Börse.

London, 25. Dez. Die Börse wird am 4. Januar unter starken Beschränkungen crössnet werden. Es sollen vor allem plan- mäßige Realisierungen in Wcrtoavieren und Machenschaften, die eine Hcrabdrückung der Preise bezwecken, verhindert, ferner soll der Markt gänzlich gegen den Feind abgeschlossen werden. Alle . t Geschäftsabschlüsse müssen gegen bar durchgeführt und amtlich verzeichnet werden. Kein Mitglied darf offen Angebote für Effekten ! machen oder solche selbst offen anbieten. Ein Komitee wird vor Er- ösinung der Börse für die Papiere iremder Regierungen und andere internationale Börsenwerte M . imalvreise festsctzen, die ohne Ein­willigung des Schatzamtes nicht weiter herabgesetzt werden dürfen.

Die Papiere werden nur dann zum Handel zugelassen, wenn sie seit Slusbruch des Krieges nicht in feindlichem Besitze waren. Jede Arbitrage ist verboten. Ter Handel mit Wertpapieren für Kam- talanlagcn, die nach dem 4. Januar gemacht worden sind, wird nur gestattet, wenn sie chom Säwtzamte gebilligt such.

4t Vom westdeutschen Eisenmarkt wird uns be­richtet: sowohl rn der Lage des Roheisenmarktes, als auch in den einzelnen Zweigen der fertigen Produkte hat sich in den letzten Wochen eine Aenderung nicht vollzogen. Tie Beschäftigung schwankt zwischen 50 lind 60 Proz. da, wo man mit Hccreslicferung rechnen kann: wo dies nicht der Fall ist, geht die Beschästigung bis auf 40 Proz. herunter. Es ist wohl für die erste Zeit des kommenden Jahres damit zu rechnen, das; die Verhältnisse >0 andaucrn werden. Der Versand des Roheisenoerbandes, der im Oktober 50 Proz. betrug, bat sich bislang aui 55 Proz. gesteigert. In der Hauptsache ist Nachfrage nach Qualitätsware, welche sich im Preise auch erhöht hat. In einer durchaus festen Stimmung befindet sich der Erz­markt: Sicgerländcr sowie benachbarte Marken werden gesucht: tÄassauischer Roteisenstein ist per Waggon um 10 Mk. in bie Höhl gegangen, so daß jetzt 165 Mk. dafür bezahlt werden müssen. Auch für Siegcrländcr ist eine Prcisausbesserung unausblechlich.

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y Kräftiger Stammhalter

angekommen!

Willi Weis und Frau Josie ,

geb. Brück Giessen, 26. Dezember 1914.

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Statt besonderer Anzeige.

Am 23. Dezember starb im Lazarett in Luxemburg mein lieber Sohn, mein teurer Gatte, unser lieber Vater, Grossvater, Schwiegersohn und Onkel

Oberstleutnant Wilhelm Müller

Kommandeur des Landsturm-Bataillons Worms.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Frau Senatspräsident Müller Ww,

Viktoria Müller, geb. Weith Lena Walther, geb. Müller Viktoria Müller Margot Biese, geb. Müller Elisabeth Droop, geb. Müller Fritz Müller, Kriegsfreiwilliger Gertrud Müller

Med. -Rat Prof. Dl. Walther, Chefarzt des Reservelazaretts I Dr. med. Biese, Stabsarzt, z. Zt. im Felde Landgerichtedirektor Droop, Oberleutnant, z. Zt. in Monjoie und 8 Enkel.

Nieder- Ingelheim, Giessen, Düsseldorf, Bielefeld.

Die Beerdigung findet in Giessen am Montag, 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Friedhofe statt.

Von. Beileidsbesuchen, bittet man. absehen zu wollen.

Nachruf.

Den Heldentod fürs Vaterland stard in Rußland unser treuer Sangesbruder

Zimmermeister und Bautechniker

Joh. August Loh

Ersatzreservist im Jnf.-Regt. 222.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. iz-M

iWiMneinLitderkran;" Dutenhofen.

Am 6. Oktober starb bei einem Sturmangriff aui Frankreirbs Grde den Heldentod iürS Vater- land mein iii»igügelicb:er unvergeßlicher ältester Sohn, unser lieber guter Bruder

Gesreitcr Heinrich Stein

7. Komp. Leibgarde-Jns.-Regt. Nr. 115 im 22. Lebensjahre.

In tiefe ui Schmerz: Familie Stein Ww.

Beuern, den 24. Dezember 1814 08520

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