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»«durfte über auch des -Still hatte«» der Hauptbtteiligten, denn wenn eine der beiden Mächte, »wischen denen »ermittelt wer- den sollte, die im Gange befindliche Aktion durch militärische Maßnahmen störte, so war von vornherein klar, daß dies« Ak­tion nie zum Ziele gelangen konnte. Wie stund es nun mit dem guten Willen der Mächte? Wie Frankreich sich verhielt, er­gibt sich mit aller Deutlichkeit aus dem französischen Gelbbuch. 6$ traute den deutschen Versicherungen nicht. Alle Schritte der deutschen Botschafters Freiherrn v. Schoen wurden mit Miß­trauen ausgenommen. Sein Wunsch auf mäßigend« Einwirkung Frankreichs in Petersburg wurde nicht beachtet, denn man glaubte annehmen zu sollen, daß die Schritte Herrn ». Schoens nur da­zu bestimmt waren, ä compromettre la France au regard de la Russie. AuS dem französischen Gelbbuch ergibt sich, daß Frank­reich keinen einzigen positiven Schritt im Interesse des Friedens getan hat. Was für eine Haltung hat England angenommen? In den diplomatischen Gesprächen gibt cS sich den Anschein, bis zur letzten Stunde zu vermitteln, aber seine äußeren Handlungen hatten eS auf eine Demütigung der beiden Dreibundmächte abgesehen. England war die erste Großmacht, die militärische Maßnahmen in großem Stil anordnete und dadurch eine Stimmung, insbesondere bei Rußland und Frank­reich, schuf, die allen BcrmittlungSaktionen im höchsten Grade abträglich waren. Es ergibt sich auS dem Berichte des französi­schen Geschäftsträgers in London vom 27. Juli (Gclbbuch Nr. 66), daß schon am 24. Juli der Befehlshaber der englischen Flotte dis­kret seine Maßnahmen für die Zusammenziehung der Flotte bei Portland getroffen hatte. Großbritannien hat also früher mo­bilisiert als selbst Serbien. Großbritannien hat sich ferner ebenso wie Frankreich geweigert, in Petersburg mäßigend und zügelnd einzuwirken. Auf die Meldungen des englischen Bot­schafters in Petersburg, aus denen klar hervorging, daß nur eine Mahnung an Rußland, mit der Mobilisation einzuhaltcn, die Situatton retten konnte, hat Sir Edward Gren nichts getan, sondern die Dinge gehen lassen, wie sie gingen. Zu gleicher Zeit hat er aber geglaubt, daß es nützlich sein würde, Deutschland und Oesterreich-Ungarn, wenn auch in nicht ganz klarer Weise, doch deutlich genug darauf hinzuweiscn, daß sich auch England an einem europäischen Kriege beteiligen könnte. Zu der­selben Zeit also, wo England sich nach dem Fallenlassen seiner Konferenzidee den Anschein gab, zu wünschen, daß sich Oesterreich-Ungarn auf Deutschlands Vermittlung hin

nachgiebig zeigen sollte, weist Sir Edward Greg den österreichisch-ungarischen Botschafter in London aut die englische Flottcnmvbilisation hin (Blaubuch Nr. 48), gibt dem deutschen Botschafter zu verstehen, daß sich auch England an einem Kriege beteiligen könnte und unterrichtete die Botschafter des Zweibundes sofort von dieser an die d'ätsche Adresse gerich­teten Warnung, womit der Sieg der KriegSvartci rn Petersburg besiegelt war. Es war das gerade diejenige Hal­tung, die nach der sachverständigen Ansicht des englischen Bot­schafters Buchanan am ungeeignetsten war. eine gute Stim­mung zwischen d«nt Mächten hervorzurusen. Unter diesen Schwie­rigkeiten wird man es als einen besond-ren Erfolg betrachten dürfen, daß es Deutschland gelang, Oesterreich-Ungarn dem Wunsche Rußland?, in Sondervcrhanelimgcn ein-utrctm, geneigt zu machen. Hätte Rußland, ohne seinerseits militärische Maßnahmen zu treffen, die Verhandlungen mit Ocsterreilb-Ungarn, das nur gegen Serbien mobilisiert hatte, im Gange gehalten, so hatte dar volle Aussicht aus E.ha tung des Weltsriedens bestanden. Satt dessen mobitisicrte Rußland gegen Ocsterrctch-Ungarn, wobei Saisonow sich völlig darüber ttar war,Btaub. 78>, daß damit alle Verständigungen mtt Oesterreich-Ungarn hinftclcn. Das müh­same Resultat der deutschen DermittlungSverbandlungen war damir mit einem Schlag erledigt. Was geschah nun settcnS der Entente­mächte, um den Frieden in dieser letzten Stunde zu erhalten? Sir Edward Grcy nahm seinen K o n s c r e n z v o r s ch l a g wieder aut. Auch nach Ansicht des Herrn Sassonvw war legt der geeignete Moment gekommen, um unter dem Druck der russisch m Mobili­sation gegen Oesterreich-Ungarn den alten englischen Gedanken der Konversation ;u Vieren wieder zu emvseüen (Deutsches Weiß­buch Seite 7). Graf Pourtalcs ließ den Minister nickt im Ztveisel darüber, daß nach seiner Auffassung die Ententemächte hiermit dasselbe von Oesterreich-Ungarn verlangten, was sic Serbien niä r hatten zumuteir wollen, nämlich unter militärischem Truck nachtzugeben. Unter solchen Umständen konnte Deutschland und I Oesterreich-Ungarn der Konferenzgedanke unmöglich svmvathisch i sein. Trotzdem erklärte Deutschland in London, daß es im Prinzip den Vorschlag einer Intervention der vier Mächte annähmc. Ihm widerstrebe lediglich die Form einer Konferenz. Gleichzcittg drang der d.n sche Bot chistcr in Petersburg in Sassonow, auch seinerseits Konzessionen zu machen, um ein Kompromiß zu ermöglichen. Daß diese Bemühungen fruchtlos blieben, ist bekannt. Rußland ielbst schien an der' weiteren Vermittlungstätigkeit Deutschlands in Wien, die bis zur letzten Stunde wcitergcführt wurden, nichts nicftr zu liegen. Es ordnete in ter Nacht vom 30. zum 31. Juli die Mo­bilisation seiner gesamten S t r c i t k r ä f t e an, was die Mobilisation Deutschlands und besten spätere Kriegserklärung zur Folge haben mußte.

Angesichts dieses Ganges bcr Ereignisse ist es nicht ver­ständlich, wie ein verantwortlicher Staatsmann den Mut finden kann, zu behaupten, daß Deutschland, das sich der russischen Mobilisation, den militärischen Vorbereitungen Frankreichs und der Mobilisierung der englischen Flotte gegen über fand, noch am 31. Juli durch die Annahme einer uittcrf dcu erhobenen Waffen der Ententemächte abzuhaltenden Kon­ferenz den Frieden hatte retten können. Es^ war nicht das bis zur letzten Stunde in Wien vermittelnde Deutschland, das bic Idee der Vermittlung der vier Mackste nmnöglrch gemackit bat. es waren die militärischen Maßnahmen W Ententemächte, die ,rnc- denswortc im Munde führten, mährend sic zum .Kriege ent,»Ionen naten. v. Bethmann Äollwcg.

Eine Rede des Papstes.

Rom. 24. Dez. Ter Papst empfing l>eiite vormittag im Dhronsaale das Heilige Kollegium, um dessen Weih- nacht »wünsche cntgegenzunehmcn. Der Papst antwortete in einer längeren Rede, dankte für die Wiiniche und gedachte,in lo­benden WorteiOseines großen Vorgängers Pius X. Tann stihr er fort, unter den Wünschen des Heiligen Kollegiums enckeme chm keiner devi Weihnachtssest mehr zu entsprechen, als der Wumch. der all- Herzen bewege, der Wunsch nach Frieden. Dielen Wunsch habe er mit besonderem Eifer ausgenoinmen, dazu getrieben durch die schmerzlichen Ereignisse, die seit fünf Monaten au, der ganzen Welt Trauer verursachten. Unglückttcherwepe habe die Vorsehung seinem Pontifikat keine frohen Ausvizren gegeben, denn wahrend man den neuen Papst mit Freudenruten hatte begrutzen wollen, sei er mit Massen- und Schlachtenlärni begrub! worden. Aber er habe von Beginn seines PvMisikals di- Größe seiner Frredeiwiw,- lion als Nachfolger Christi nicht überleben können. Er habe offent- lich und privatim keinen Weg unvenucht gelanen, damit fern Kat, sein Wille und seine Sorge für den Fneden gut ausgenommen würden. In diesem Sinne habe er einen Wanemtillstand zu Weih­nachten vorzuschlagen gedacht, in der Loilnung, daß man, wenn au» nicht das schwarze Gesvenst des Krieges verscheuchen, so dock wenigstens denen Linderung bringen könnte, denen der Krieg Wun­den geschlagen habe. Leider sei diese christliche, Anregung nickst^von Erfolg gekrönt gewesen, ober das habe ihn nicht cntnrnngt, wildern, er beabsichtige, seine Anstrengungen, da-s Ende des Krieges zu beschleunigen oder wenigstens dessen traurige Folgen i lern, sortzusetzen. Er sei, nickst ohne Hoffnung aut einen glücklichen AuSgang, für den Austausch von Kriegsgefangenen eingctrcten, die für einen späteren Kriegsdienst unbrauchbar und. Ferner habe er genmnscht. daß Priester, die der Sprache der Gefangenen kundig sind, sich diesen nähern, um s«e zu trösten und wohlwollende Vermittler zwischen ihnen und ihren Familien zu bilden, die vielleicht aus Mangel an Nachrichten in Sorge seien. Ute Papst drückte zum Schluß den Wunsch aus, datz^der Krieg 'wld ende und die Regierenden wie die Völker ans die Stimme des Engels hören möchten, der das Geschenk des Friedens ankündige Ec hosse fest daß Gott diesen Wunsch gut ausnchmen werde und fordere aus. zu beten, daß dies geschehe.. Der Papst schloß mit den

besten Wünschen für das Heilige Kollegium und erteilte darauf den apostolischen Segen.

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Aus Südafrika.

London, 24. Dez. (W. B. Nichtamtlich.)Daily Tele- gr«ph" berichtet aus Johannesburg: Die Verluste der Anhänger der Regierung seil Beginn des Auf­standes betragen 124 Tote, 267 Verwundete und 332 an^dic Deutschen verlorene Gefangene. Tie Buren hatten 170 Tote und 300 Verwundete.

Der österreichische Angriff gegen französische «riegsschiffe.

Paris, 25. Dez. Amtlich. Ein österreichisch-u»- garisches Unterseeboot schleuderte zwei Torpedos gegen ein französisches Panzerschiff im Kanal von Otranto. Eines traf den Panzer im Vorderteil und explodierte. Es verursachte nur geringen Materialschaden. Niemand wurde verletzt.

Marineminister Augagnenr erklärte in einem Interview über die Beschießung eines französischen Panzers u. a.: Dies be­deutet einen einfachen Kriegszwischensall. Der Panzer konnte die Fahrt ohne Hilfe fortsetzen und wird sehr bald den Dienst wieder ausnehmen. Ich habe keine Bestätigung, der österreichischen Nachricht über die Versenkung eines ftanzölischen Unterseebootes vor Pola. Immerhin ist das Ereignis nicht un­möglich und beweist namentlich die eifrige Tätigkeit der französi­schen Flotte. Jedenfalls ist es unrichttg, daß diese zwei Unglücks- sälle, welche weder geographische noch taktische Beziehungen be­sitzen, mit einer großen Seeschlacht in der Adria zusammcnhängcn.

Wieder ein italienischer Dampfer durchsucht.

Athen, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence d'Athsnes": Ein französischer Kreuzer durchsuchte bei Dedeagatsch den italienischen Dampfer T o r i n o" und verhaftete neun auf der Fahrt nach Kon­stantinopel befindliche Türken.

Eine italienische Prinzessin geboren.

Rom, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Königin ist glücklich von einer Prinzessin entbunden worden. Das Befinden der Königin und der Prinzessin ist vorzüglich.

Vom Prinzen von Battenberg.

London, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der König bewilligte dem Prin­zen von Battenberg für hervorragende Verdienste um die Marine einen besonderen Halbsold von 2000 Pfund jährlich.

Vom Zaren.

Moskau, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der Zar hat sich gestern abend zur Front begeben.

Kmgsöriefe aus dem westen.

Weihnachtsfeier an der Front.

Telegramm unseres Kriegsberichterstatters.

(Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Mülhausen i. Elf., 23. Dez.

An der südwestlichsten Kampsessront in den Vogesen er­lebte sch heute die eindrucksvollste Weihnachtsfeier meines Lebens inmitten unserer kämpfenden Krieger. Durch Gaben von Hanse, durch Liebessendunaen von allen Seiten,' durch die Fürsorge der Offiziere und die großartige Freigebig­keit oberclsassischer Schulmädchen war der mit einer hohen, in Lichtern erstrahlenden Wasgau-Tanne geschmückte Schul- sestsaal fast überreich mit Gaben bestellt. Die alten deut­schen Kindcrweihnachtslieder brachten die rechte frohe Stim­mung, und bei der Erinnerung an die fernen Lieben floß manche Träne in die grauen Bärte der Landstürmer.

In einer schönen schlichten Rede betonte ein Kriegs­freiwilliger, daß heute das ganze deutsch« Volk eine in Liebe vereinte Weihnachtsfaniilie sei. Wir feiern nach Gottes Willen Kriegsweihnachten, aber in der Hoffnung, unfern Kindern ewigen Weihnachtsfricden zu erkämpfen.

Mitten aus der Festfeier heraus wurde ein Teil der Mannschaften durch plötzlichen Befehl an die Front gerufen und nahm, von dem Weihnachtsgesang der Zurückbleibenden begleitet, tief ergriffen und siegesfroh von den Kameraden Abschied.

W. S ch e u e r in a n n, Kriegsberichterstatter.

Aur dem Reiche.

Eine Ehrung des Eisenbahnministers Breiteubach.

Rektor und Senat der Technischen Hochschule Dan- tenbach. Rektor und Senat dcr Technischen Hochschule Dan­zig beschlossen auf Antrag der 'Abteilung für Bau- und Jnge- nieurwesen einstiimnig, Sr. Exzellenz dem Minister der öffent­lichen Arbeiten, Tr. B r e i t e n b a ch, die Würde eines D r. - I n g. der Hochschule seiner Vaterstadt ehrenhalber zu verleihen in dankbarer Anerkennung der gewaltigen Leistungen der ferner tatkrästtgcn Führung anverttuuten Eisenbahnen, weiche den raschen Aufmarsch der deutschen Heere und die schnelle Ver­schiebung großer Truvpenmassen zur Verteidigung unserer Gren­zen in Ost und West ermöglicht haben.

Verfehlte Spekulationen.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ueberschrist:Ver­gebliche Spekulation aut Llufhebung von. Zöllen, namentlich auf Aushebung des Kartofselmehlzolles". Obwohl im Morgenblatt der Nordd. Mlg. Ztg." vom 5. Dezember bereits darauf hingewiesen ivurdc, daß alle Anträge ans Ergänzung des Verzeichnisses der zoll-- sreieu Waren bis auf weiteres abgelchnt werden mußten, und solche Anträge sowie Anträge aus Zollerlaß im Einzelfalle.völlig aus­sichtslos sind, entstehen immer wieder Gerüchte, daß für einzelne Waren Zollaushebung in Aussicht stehen solle. Solche Gerüchte geben dann Aiüaß zu Spekulationskäusen ini Ausland und ftthren zu schweren Enttäuschungen der betroffenen Händler, die bei der Einfuhr der Waren zur Zollzahlung angehalten weiden und sich vergeblich um Zollerlaß bemühen. Lw beantragten setzt mehrfach die Händler die Aushebung des Zolles aus K a r t o s s c l m e h l und machten in der Hoffnung aus Aushebung des Zolles spekulative .Ein­käufe im Ausland. Die Hoffnung auf Aufhebung des Zolles auf Kartoffelmehl ist unbegründet. Es besteht nicht die Wsicht, die sehlgcschlagrnen Spemlatroncn durch Gewährung eines Zoll­erlasses zu unterstützen.

Eine Stiftung der Stadt Karlsruhe.

In dankbarer Anerkennung der bisherigen Leistungen unserer Flotte beschloß der Stadtrat von Karlsruhe, die Summe von 5000 Mark der zuständigen Stelle als Liebesgabe für die Ma­rinemannschaften zur Verfügung zu stellen. Davon soll ein noch zu bestimmender Teil der tavseren Besatzung des Paten­schisses der Stadt, des Kleinen KreuzersKarlsruhe", bezw. deren Angehörigen zugewendet werden. _

Letzte Nachrichten.

lDTB.l Berlin, 27. Dez. lieber einen furchtbaren Schrecken, den zivei Flieger gestern mittag über Southend an der Themse-Mündung verbreiteten, wird dem Berliner Lokal-Anzeiger folgendes berichtet: Die Bewohner glaubten sehr heftiges Grmehrfcucr zu ver-nchmen und redeten sich ein.

ein deutsches Geschwader sei an der Themse-Mündung er­schienen und beschösse die Stadt. Tausende stürzten an den Strand, wo sich ergab, daß deutsche Flieger Bomben ge­worfen hatten. Englische Flugzeuge aus Sheernest versuch­ten den beiden deutschen Fliegern den Rückzug abzuschnciden. Diese entkamen jedoch im Nebel.

Au» Stadt und Land»

Gießen, 27. Dezember 1814.

Weihnachtsfeiern.

In der Herberge zur Heimat.

Lange nicht so zahlreich wie in Fricdensjahren waren die Gäste diesmal am Nachmittag vor dem Christfest unter das schützende Dach der gastlichen .Herberge zur Heimat ein- gekchrt. Statt über hundert, waren es nur etwa 35 Gäste, sämtlich ältere Männer. In dcni oberen Saal brannte der geschmückte Weihnachtsbaum. Die Kinder der Familie Loh langen mit Harmoniumbegleitung die Weihnachtslieder und sagten recht nett ihre für das Fest passenden Gedichte her. Ter langjährige oberste Leiter der Herberge, Kirchenrat Pfarrer O. S ch l o s s e r, hatte cs sich nicht nehmen lassen, persönlich bei der Feier nlitznwirken, er verlas das Evangelium der frohen Bolschasst und knüpfte daran eine Ansprache, die den Versammelten zu Herzen ging. Ein reichliches Abendessen an wcltzgedccktcn^schcn versetzte die Gäste der Herberge in eine behagliche Stimmung, und fröhlich suchten die Leute ihr Nachtlager auf. Am ersten Feiertag vormittag begann die Einkleidung der Männer, wozu freundliche Spender den Herbergsvater in diesem Jahre wieder in die Lage versetzt hatte». Alles, ivas schadhaft und schäbig an der Garderobe der Männer der Landstraße war, wurde ausgewechselt. Jeder erhielt ein Paar Strümpfe, und die Beschenkten konnten gegen Mittag ihren Wanderstab weitersetzen.

In den Kasernen.

Unsere Garnison, die in den Kasernen aus lauter Re­kruten besteht, ivar durch die Weihnachtsnrlauber stark ge­lichtet. Die Reste der Kompagnien aber rückten am heiligen Abend um den brennenden Weihnachtsbaum gemütlich zu­sammen. O du fröhliche, o du selige, so ertönte es in den Mannschaftssttiben, worauf der Herr Feldwebel oder ein sonstiger Vorgesetzter eine markige Ansprache an die Baler- landsvertcidigcr richtete. Noch ein Lied und es ging an die Verteilung der Gaben, welche die Kompagnie ihren Kindern gespendet hatte. Ms dann später die Zigarren oder auch das Pfeifchen dampften, kehrte bei der Mannschaft eine recht gemütliche Stimmung ein. Auch in den Kasernen- wachtstuben waren, alter Sitte gemäß, geschmückte Wcih- nachtsbäume vorhanden.

Landstürmer-Weihtiachtsabend.

Auf der Liebtgshöhe und im Gefangenen- Lager hatte man auch den Landsturmleuten, die jeden Dag in einer Stärke von etwa 250 Mann auf Wache sich dort befinden, einen Christabend bereitet. Mlen diesen Familien­vätern mag es wohl leid getan haben, das Fest nicht im Kreise ihrer Familie verleben zu können. Aber sie müssen sich trösten, daß es Heuer Millionen ihrer deutschen Brüder, die draußen vor dem Feinde liegen, nicht besser geht. Für die Landsturinleute waren prächtige Christbcrume geschmückt, an eine Spende für die Leute war leider nicht gedacht tvorden. Der Wachhabende hielt eine markige Ansprache, woraus den Leuten zu Ehren des Tages Kaffee und Küchen verabreicht wurde.

Im Provinzial-Arresthaus.

Gegen 5 Uhr fand im Provinzial-Arresthaus am Christ­abend jm Andachtsraum beim brennenden Dannenbaum ein Festgottesdienst für die Gefangenen statt. Ein von jungen Damen gebildeter Chor leitete ihn durch ein Weihnachtslied stimmungsvoll ein, worauf Pfarrer Aus seid eine An­sprache hielt. Der Veranstaltung wohnten Oberstaatsanwalt Hoffmann und die Beamten des Hauses bei., Am Sonntag fand für die katholischen Insassen ein Fest­gottesdienst im Provinzialarresthaus statt.

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Auf dem Felde der Ehre gefallen. _

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Ersatz-Res. Telcgraphen-Assistent Ferdinand Belz, Jnf.- Regt. 136, aus Wiesbaden. Lairdwehrin. Johannes Bonder- hcid, Landwehrinsant.-Rcgl. 116, aus Betzenrod. Landwehrm. Ludwig Roßmann, Res.-Jns.-Regl 118, ans Klein-Bieberau. Res. Friede. Ga >. Ins.-Regt. 168, aus Selters. Landstnrm- mann Hcinr. Ludw. Jüngling, 2. Battl. Breslau, aus Aulen- dicbach. Landwehrmann Heinr. Neun II., Landwehr-Jns- Rcgt. 416, aus Usenborn. Untcroff. d. Res. cand. ing. Wilhelm van Gries, Jnf.-Regt. 136, aus Bensheim. Trainsahrer Fritz Schneider, Ers.-Landsturmbat. Kosten !., aus Wetzlar.

Landwehrm. Friedrich Diefsenbach, Res.-Jnf.-Regt. 116, aus Berstadt. Kriegsfreiw. Gefr. Karl Reich, Psarramtskan- didat, aus .Hochstadt bei Hanau. Kriegsfreiw. Ernst Hirsch­horn, Res.-Reg. 222, aus Wetzlar. Res. Heinr. Schaum, Jnf.-Regt. k 16. aus Klein-Rechlcnbach. Untcroffz. Lehrer Wllh. Wenzel, Jnf.-Regt. 80, ans Lützellinden. Landwehrmann Heinr. Beth »nd Friedrich Nern ans Niederkleen. Unterosfz. der Rci. Gust. Nies, Res.-Jnf.-Regt. 116, aus Ober-Lais. Musk. Eugen Fernkorn, Ins.-Regt. 118, aus Ossenbach a. M.

Feldwebel Schell, Jns.-Rcgt. 168, Friedbcrg. Geft. Peter Liinpert, Jnf.-Regt. 87, aus Maar. Res. Karl Hos - t c rb c r t h, Res.-Jnf.-Regt. 118, aus Kimbach i. O. Unterofsz. b. Res. Finanzasp Gustav R o s a r, Jnf.-Regt. 116, aus Gießen.

Kriegsftciw. Forstassessor Ludwig F r a n tz, Oberjägcr im Hirschberger Jägcrbat., aus Darmstadt. Res. Jakob Naas, Jnf.-Regt. 118, aus Worms. Landwehrmann Georg Schä­fer, Res.-Jnf.-Regt Il6, ans Hemmen.

** R i t t e r d e s E i s e r n e n Kreuzes: Postassistest Heinrich Wahl, Leutti. d. R. im Jnfanteric-Regt. 116. Sergeant Zaun im Jns.-Rcgt. 118. Eduard Krömmel- bein aus Calbach, Trag.-Regt. 23. Unteroff. Felümaga- zin-Kontrolleur Scholz vom Etappenmagaziu der fünften Armee, früher in Worms. Lehrer Friedrich Adam von Weinheim bei Alzey, Jnf.-Regt. 116. Gerichlsschrciber-Asv. Heinrich Kr edel, zurzeit Vizefeldwebel d. R. beim Jnf.- Regt. 115, aus Worms. Gesr. Wilhelm Penkaus Tarm- stadt, Drag.-Regt. 13. Gesr. Wilhelm Schäfer aus Mittel- buchen, Res.-Jnf.-Regt. 88. Gefr. Ernst Roth aus Hanau- Kessclstadt, Juf^-Regt. 176. Johann Heinrich Schmidt aus Eisa, Pion.-Bat^25. Heinrich Klee. Vizemachttiteister der Gardc-Fcldart.-sckiießschule in Jüterbog, aus Romrod. Oberarzt d. R. Dr. Altvater von der Landes-Heil- und Pflegcaiistalt in Herborn. Leutn und Kvnlpagniefithrer (Rechtsanwalt) Dormann, beim Landsturmbat. Hanau, aus Wetzlar. Pionier Sch e l l c u b e r g aus BraunselS. Garde-Grenadier Hermann Kuhn aus Allendorf, Kr Wetz­lar. Oberlehrer Kloos und Vizepostdirektor Frisch aus Friedbcrg. Res. Gefr. Hcrm. Hartmann, Jnf.-Regt. 116, aus Homberg a. i>. Ohm

** Hinden bürg-Spende der Stadt GicßeL. Die Stadlverivaltung Gießen beteiligte si chmtt 300V iitztz. an einer Hinbenburgspende sür das Oftherr.