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jcuMiiot iwtocii i»ucn i:iu)Cs8dae,i, wi ocrca ^ietcauiti)$u auch die Zentralltellen der Arbeitcttnnen und die Cäcilienhils» beittligl sind, werden in nächster Zeit an die Front gebracht, so das sich unsere braven Truppen bald dieser Gaben erfreuen können.

Schlechte Munition der Franzosen und Belgier.

Aus dem Großen Hauptquartier erfahren mit: In der französischen Presse tritt neuerdings wieder­holt die Bemerkung auf, daß. die von der deutsche» Ar­tillerie verschossene Munition nur geringe Wirkung habe und sehr viele Blindgänger ausweise. Tie Tatsache ist bedingt richtig, nur handelt es sich nicht um deutsche, son­dern um erbeutete französische und belgische Munition. Ihre Minderwertigkeit ist auch uns bekannt: da es sich aber um ganz außerordentlich große MunitionSbeständc handelt, die doch aus irgendeine Weise unbrauchbar gemacht werden mußten, schien cs immer noch am besten, sic ihren früheren Besitzern wieder zuzusenden.

Tic schweizerische Mission in den Gefangenenlagern Deutschlands.

Bern. 24. Dez. Der Bundcsrat hat mit der Mission in den G e s a n g e n e n l a q e r n Deutschland-; den Uniaer* sitätsvrosessvr Tr. Lugen Tevaud aus Freiburg beauftragt. Te- vaud wird nächstens nach Berlin abreisen.

Ter türkische Londcravjutant des Deutschen Kaiser».

Kopstantinopel, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) General Z e k l i Pascha, der zum Spezialadjutanten des D c u t s ch e ii K a i s c r s .ernannt worden ist, ist gestern nach Berlin abgereist.

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(Sin türkischer Sieg an der kaukasischen Front.

Ko n st a n t i n o p e l, 24. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DaS Hauptquartier meldet: Auf der kaukasischen

Front trugen unsere 'Truppen zwischen Olti und Id einen entscheidenden Sieg davon. Tie Schlacht dauert mit neuen Erfolgen für uns noch fort. Bis jetzt erbeuteten wir sechs Geschütze und über tausend Gefangene, darunter einen Obersten, und eine Menge Munition und Kriegsmaterial. Ein englischer Kreuzer versuchte gestern in A k a b a einzudringen, wurde aber gezwungen, sich unter dem Feuer unserer Geschütze sofort wieder zurückzu­ziehen. Das Feuer bes Kreuzers richtete keinen Schaden an.

Var japanische Volk gegen seine Negierung.

London, 25. Dez. DieTimes" meldet aus Tokio vom 21. Dez.: Der Plan der Regierung, die Armee auSzu- bauen, bildet den einzigen Grund für die Meinungs­verschiedenheit unter den politischen Par­teien. Da es der Majorität nicht gelang, das Ka­binett durch einen Angriff auf seine auswärtige Politik und den Borwurf, daß Japan sich England unter» ordne, znm Wanken zu bringen, wird sie Samstag, wenn die Armeevorlage zur Sprache kommt, gcgcndieRegie- rung in Opposition treten.

Sollte die Regierung unterliegen, wird das Hans auf­gelöst und die Neuwahlen würden im März, die Wieder­eröffnung des Hauses im Mai stattsinden.

Tokio, 26.Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Burnus: Das Parlament lehnte die Regie­rungsvorlage. die eine Vermehrung der Armee um zwei Divisionen verlangte, mit 213 gegen 148 Stimmen ab. Der Kaiser ordnete darauf die Auf­lösung des Parlaments an.

Paris, 26. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) ImFigaro" erörtert Honotaux die Frage, welches die Meinung Japans über eine japanische Intervention in Eu­ropa sei. Mehrere Zeitungen seien einer gewissen Mit­wirkung günstig, aber die meisten seien einer etwaigen Teilnahme Japans an dem Kriege in Europa abgeneigt. Honotaux fügt hinzu, Graf Okuma sei augenblicklich nicht gewillt, eine Ntton an der Seite der Verbündeten zu unterstützen.

Die Italiener in Balona.

Vakona, 25. Dez. (Meldung der Agenzia Stefani.) Seit einigen Tagen hatte man Nachricht, daß sich hier Bewegungen mit nicht ganz klaren Zielen, aber mit der Tendenz auf Umsturz jeder Autorität vorbereiteten. Eine Berordnung der Ortsbehörde hatte das Waffentragen all­gemein untersagt, um einer Agitation, welche die Ver­treibung der Flüchtlinge und ihre Rücksendung nach Epirus I bezweckte, entgegenzntreten. !

Die Beschädigung von Baudenkmälern in Ostpreußen.

Der Provinzialkonservator von Ostpreußen, Baurat Prof. Dr. Detylessen, hat seht im Zentralblatte der Bauverwaltimg über die Beschädigungen von Baudenk­mälern in Ostpreußen während der iliussenzeit Bericht er­stattet. Bei der Vernichtung von Baulichkeiten sind hiernach die Russen ganz planmäßig vorgegangen: sie scheinen gar nicht mit dauernder Besetzung gerechnet zu haben und wollten nur so viel wie möglich vernichten, um wenigstens möglichst großen Schaden anzurichten. Auffällig ist, daß die Kirchen und Denkniäler in der Regel von der Zerstörung verschont geblieben sind. Selbst auf dem Marktplatze sonst ganz verbrannter Städte stehen die kleinen Kriegerdenv- mäler völlig heil, und frei wie bisher heben die ^Gottes­häuser ihre hohen roten Dächer über das Trümmermeer empor. Tie Kirchen, die beschossen wurden, weil der Feind sie als Bcobachlnngsstand benutzte, so in Gerdauen, Glock- stern, Posjciscrn, sind wieder herstellbar. Der am meisten zu beklagende Tenkmalsvcrlu.st ist die Kirche in Allen- o arg. Sie wurde von den Russen verbrannt, und der Turm noch besonders gesprengt, um den Unseren den hohen Be- obackckungsstand zu nehmen. Das reiche, dem ausgehenden 17. Jahrhundert angehörcndc Inventar dieser Kirche ist dabei zugrunde gegangen. Gleich den Kirchen sind auch die festen Häuser des Ordens verschont geblieben. Tie Neidcnbnrg hat nur einige Sckmßverlctzungeii in den Wehr- gangdäckarn der Südseite. Haus Soldau blieb ebenfalls von der Zerstörung verschont. Verbrannt ist das nioderne Ober­geschoß der alten Burg Tapiau: dies Obergeschoß war häßlich, eine Verunstaltung, des Städtebildes und das «Gegen­teil eines Teiikmalswertes.

Im Anschlüsse an diesen Bericht bespricht Professor Deihlefsen die Vorschläge, die zur Beseitigung der .Kriegs­schäden geinacht worden sind, und er macht darauf auf- merlsam, daß die Beobachtung städtebaulicher Ge­sichtspunkte beim Wieocraufbau nur in beschränktem Maj»e möglich sein wird. Denn überall ist noch Mauerwerk, oietfach sogar sind die ganzen Umsassungcn stehen geblieben, so daß es nur eines neuen Daches bedarf, um das ge- schlossene HauS wiederzugewinnen: und die Not der Zeit

Western du bsr Movßerwuluviecuug wu.ro« me Depon­ierung durch Schüsse in verschiedenen Teilen der Llaüt in

Aufregung versetzt. Die italienische Kolonie flüchitetc in das italienische Konsulat, und der italienische Konsul bat den Admiral PatriS um Landung von Matrosen von dem Hafen-Linienschiff Sardegna.

Die italienischen Matrosen gingen ohne Zwischenfall an Land. Der Befehlshaber der Gen­darmerie der «tadt und andere Persönlichkeiten besuchten den italienischen Konsul und brachten ihm ihre Dankbar­keit für das, was Italien für Balona tue, zum Ausdruck. Sie versprachen die Mitarbeit der Bevölkerung. Tie Ma­trosen nahmen die Stadt friedlich in Besitz. Es herrscht vollständige Ruhe.

Durazzo, 25. Dez. (Meldung der Agenzia Stefani.) E s s a d Pascha ist mit Rücksicht auf die schwierigen Ver- hälttiisse, die im Innern Albaniens, besonders in Tirana und Umgebung herrschen nach Kroja abgereist, wo er sich zu den dort versammelten Streitkräften begeben wird. Weitere Streitkräite werden mit dem Dampfer Citta die Bari ab- gehen.

Tie Regelung der Finanzen i» Belgien.

Brüssel, 24. Dez. (W. D. Nichtamtlich) Der Generrl- gouvcrneur hat der SociötöGönörale de Bel- g i q u e da? ausschließliche Recht zur Ausgabe von Banknoten -- zunächst für die Dauer eines Jahres erteilt. Tie Noten erhalten Zwangstürs. In der Urkunde heißt eS: Zum Regierungskommissar bei dem Notendepartc- ment der Sociötö Gönörale de Belgique ist Felir Somary ernannt worden. Die belgische Nationalbank darf ab heute weder neue Noten auSgeben noch Noten wieder in Verkehr bringen, die an sie zurückgefkossen sind oder künftig zurück- sließen werden. Ter Gencralkommissar für die Banken in Belgien ist ermächtigt, alle erforderlichen Maßnahmen zu treffen, um eine Ausnahme von diesem Verbot in besonderen Fallen zuzulafsen.

Zu der Verordnung, betr. den Verlust des Noten­privileg? der National bank und der Verleihung desselben an die Sociöts Gönörale de Belgique erließ der Generälgouverneur folgende Bekanntmachung:

^ Tic Belgische Nationalbank brachte auf Beschluß des.belgischen Staatsministcriums vom 26. August 1914 den gesamten Mctall- oestand, eine große Menge zur Ausgabe fertiger Noten, ihre Noten- llischees und Notenstemvel, ferner die bei ihr deponierten Werte des Staate?, die von Privaten als Kaution hinterlegten Werte, sowie Wcrtvavierc der Ehaisse Gensrale d'espargnc et de rttrait^ nach London. Eine mit Zustimmung der deutschen Regierung nach London entsandte Kommission, bestehend ans Mitgliedern des BerwallungSrateS der Nationalbank, dis einen Teil dieser Werte nach Brüssel zurückbringen sollte, erhielt von der Bank von Eng­land, wo die Werte dcvoniert sind, den Bescheid, daß sic sich mit dem belgischen Finanzministcr in Le Havre ins Einvernehmen setzen 'olle. Ter belgische Finanzministcr aber erklärte, daß er sich die Verfügung übe.r die in England befindlichen Metallvorräte sowie der Noten und Klischee? der Nationalbank vorbehaüe. Tic Na­tionalbank schoß ferner im Widerspruch mit ihren Statuten, die die Gewährung von Blankovorschüssen untersagen, der belgischen Regierung grotze Summen zur Deckung vor. Der belgische Finanz­minister nahm diese Vorschüsse mit der wörtlichen Begründung in Anspruch, daß sieden Charakter einer Requisition.trügen, der die Bank zu gehorchen habe, obgleich sie ein Privat-Jnstitut sei". (Brief des Finanzministers an die Nationalbank vom 20. August 1914.)

Das Verhalten der Nationalbank und de? Finanzministcr? ist wider Recht und Gesetz. Es oerletzt die von der belgi­schen Regierung der Nationalbank gegebene Verfassung aufs schwerste und stellt das Land vor eine große Gefahr, denn der belgische Finanzministcr könnte den Metallvorrat der Bank, diese Reserve der Volkswirtschaft, direkt oder indirekt zu Kriegszwecken verwenden. Dadurch würde die Grundlage des Notenumlaufs von rund 1600 Millionen Franken erschüttert. Alles dieses be­droht die Lebensinteressen der belgischen Bevölkerung aufs schwerste. Die deutsche Regierung steht vor der Möglichkeit, daß die belgische Regierung Noten eines im okkupierten Gebiete Belgiens bcsindlickien Instituts zur Unterstützung feindlicher Handlungen gegen die deutsche Regierung ausgibt. Aus all diesen Gründen sehe ich mich gezwungen, der belgischen Nationalbank das Recht zur Notenausgabe zu entziehen und den Gouverneur sowie denStaatskommissar desiJnstituts abzüberufen. Tie rechtmäßig misgcgebencuNoten der Nationalbank behaltcn/Zwangskurs. Um das. Wirtschaftsleben des Landes vor einer Katastrophe zu bewahren, erteilte ich dem ältesten belgischen Bankinstitut, der Sociötö Gönörale de Bclgigue das Notenprivileg. Die Noten dieses Instituts erhalten Zwangskurs. Das Notendevarte- ment der Sociöts Gönsrale de Belgigue wird die Möglichkeit haben, in voller Freiheit, auf solidester Grundlage die Bedürfnisse von Handel, Industrie und Landwittschaft zu befriedigen. Sie wird den Abbau des Moratoriums herbeiführen Helsen. Tie Zivil- Verwaltung wird mit der Sociötö Gönsrale de Belgique insbffon-

bf-il iuuv »ic iuuenuftitii, uuni-i au-ui. cuane-»-: köuu.ui, um teil Beiizern von Einlagen bei der Caisse Gönörale de retraiie und dieleui Institut selbst wieder zu ihrem Eigentum zu verhelfen, da? gegenwärtig widerrechtlich in der Bank von

England sestgehalten wird.

Schönfärberei und Gllusiou der französischen Kammer.

Pari?, 24. Sez. . WTB. Nichtamtl.) Tic Kammer trai in die Tebotte über die vrovisottschen Budgetzwölstel ein. Der Vor­sitzende de? DudgetausschuffcS Elementes verla? eine kurze Er­klärung und sagrc:Tie genaue Prüfung der Finanzen und de? Kriegsmaterial? hat in dem Ausschuß den besten Eindruck erweckt. Ich kann der Kammer versichern, daß ein ungehcnre? Wunder durch französische Energie unter dem feindlichen Feuer vollbracht wurde. Diese? ist zugleich mir dein Heroismus der Soldaten ein Pfand für den desto näheren Sieg. Je mehr unsere Verbündeten gleich uns sicher sind, die wirksame Blockade Deutsch­lands und Oesterreich-Ungarns durchzusührcn, und da­durch die unvermeidliche Niederlage dieser beiden Staaten herbei- zuführcn. Ter Ausschuß hat einstimmig die geforderten Kredite angenommen. Wir sind sicher, daß die Kammer die gleiche Einmütigkeit beweisen wird, die von unsereir Gegnern so sehr gefürchtet und von unseren Verbündeten als neuer Beweis erwartet wird, daß wir keine Anstrengungen scheuen, um bis zum Ende durchzuhaltcn!" Ter Generalberichtcrstattcr Marin bat daraus die Kammer, den Gesetzesantrag unverändert anznnehnien. Der Antrag wurde einstimmig mit 561 Stimmen angenom­men.. Der Senat nahm Len Gesetzescmtrag über die provisori­schen Budgetzwölstel an, sowie ferner die vorgelegtrn Gesetzes» anträge. Hierauf wurde die Session geschlossen.

Der Reichskanzler gegen den französischen

Ministerpräsidenten.

Berlin, 24. Dez. (WTB.) Wie wir erfahren, hat der Reichskanzler an die kaiserlichen Botschafter und Gesandten nachstehendes Rundschreiben gerichtet: Großes Hauvtquac- ticr, den 24. Dezember 1914. In der Rede, die Minister- vräsident Diviani in der französischen Kammer gehalten hat, befind» sich der Passus, daß Frankreich und Rußland am 31. Juli dem englischen Vorschlag beigcstimmt hätten, die mili­tärischen Borbercüungen einzustellen und in Verhandlungen in London einzutreten. Hätte Deutschland zugestimmt, so hätte der Friede noch in dieser letzten Stunde erhalten werden können. Ta ich diese im französischen Parlament ausgesprochene falsche Behauptung gegenwärtig von der Tttbüne des Deutschen Reichs­tage? nicht widerlegen kann, so sehe ich mich veranlaßt. Eurer P. P. die nachstehenden Darlegungen zuzustellen, mit dem Er­suchen, davon den weitestgehenden Gebrauch zu machen.

Ter btttischc Konfercuzvorschlag, der im englischen Blaubuch unter Nr. 36 abgedruckt ist, stammt vom 26. Juli. Sein Inhalt war, daß Bettretcr von Deutschland, Frankreich und Italien mir Sir Edward Grcy in Loichou zusainmentrelen sollten, um dort einen Ausweg aus den Schwierigkeiten, die in der serbischen Frage entstanden waren, zu suchen. Äon Anfang an hat Deutsch­land den Standpunkt vertreten, daß der Konflikt zwischen Serbien und Ocst-rreich-Ungarn eine Angelegenheit sei, die nur die nächst- beteiligicn beiden Staaten berühre. Diesen Standvunkt hat auch Sir Edward Grey später selbst anerkannt. Deutschland mußte den englischen Konserenzvorschlag ablehnen, weil es _ nicht zu­lasten konnte, daß Oesterreich-Ungarn in einer Frage seiner natio­nalen Lebensinteressen, die nur Oesterreich-Ungarn selbst an- gingcn, einem Tribunal der Großmächte unterstellt würde. Aus dem deutschen Weißbuch geht hervor, daß auch Oesterreich-Un­garn den Konferenzvorschlag als unannehmbar bezcichnete. Durch seine KriegScrk.ärung an Serbien dokumentierte cs feinen festen Wü­ten, die serbische Frage ohne das Dazwischentreten der Möchte allein zu regeln. Zugleich ettlürte es aber, um alle gerechten Ansprüche Rußland? zu besttedigcn, sein vollkommenes terri- tottales Desinteressement Serbien gegenüber. Ta Rußlands sich nicht mit dieser Versicherung begnügte, war aus der ^serbischen Frage eine europäische geworden, die zunächst in einer Spannung zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland ihren Ausdruck fand. Um zu verhindern, daß aus dieser Svannung eine europäische Kon- flagration sich entwickelte, mußte ein neuer Boden ge­sucht werden, ans dem eine Bermittlunasaktion der Mächte sich aribahnen konnte. Es war Deutschland, dem das Verdienst gebühtt, diesen Boden zuerst betreten zu haben. Staats­sekretär v. Jagow wies in seinem Gespräch mit dem britischen Botschafter am 27. Juli daraus hin, daß er in dem Wunsche Ruß­lands, mit Oesterreich-Ungarn direkt zu verhandeln, eine Ent­spannung der Lage und die beste Aussicht aus eine friedliche Lö­sung erblickte. Diesen Wunsch, durch den die englische Konfercnzidee auch nach russischer Meinung vor­läufig ausgeschaltet war, hat Deutschland von deni Tage, wo er geäußert wurde, mit aller Energie, die. ihm zu Gebote stand, in Wien unterstützt. Kein Staat kann ehrlicher und energischer danach gestrebt haben, den Frieden der Welt zu erhalten, als Deutschland. England selbst verzichtete nunmehr daraus, seine Konserenzidee weiter zu versolgen und unterstützte auch seinerseits den Gedanken der direkten Verhandlungen zwische« Wien und Pe­tersburg (Blaubuch 67). Diesen begegneten jedoch Schwiettgkeiten. und zwar Schwiettgkeiten, die nicht von Deutschland und Oeste» reich-Ungarn, sondern von den Ententemächten herbcigeführt wur­den. Sollten Deutschlands Bemühungen gelingen, so bedurfte es des guten Willeirs der nicht unmittelbar engagiettcn Mächte, cs

zwingt zweifellos dazu, akle ixgend noch verwendbaren Wände wieder zu benutzen. Dadurch wird Arbeit und Geld gespart und das wirtschaftliche Leben schneller wieder in Bewegung gesetzt. klebrigen» sind die Stadtgründungen der Ordenszcit so zweckentsprecheitd erfoltzt, daß man höch­stens die hineingetretenen Fehler späterer Zeiten zu ver­bessern braucht. Besonders nachdrücklich weist Prof. Deth- lefsen auf den sehr empfindlichen Mangel Ostpreußens an Architekten hin. Ueberall jst es das kleine Unternehmertum, das mit dem Hauptbauherrn, dem Kleinbürger, zusammen, das ganze Bauwesen beherrscht, und es wäre daher nur mit Freuden zu begrüßen, wenn das Unglück, das die Pro­vinz gettoffen hat, dazu führen sollte, daß einige wirkliche Architekten mehr sich in Ostpreußen ntederlassen und dauernd halten könnten.

Dunkle Weihnachten in London.

Tic Engländer haben Weihnachten immer besonders gern als Lichtfest gefeiett, und hell mußte es au diesem Tage in London sein, reckst hell, wenn die wahre Christsreude herrschen sollte. Ties Jahr aber ist'» nichts mit Lichterglanz und 5)cllig- leü im nebelfeuchten, früh umduiikelteu Londoner Winter. Mit bewegten Worten klagen die Engländer in den Zeitungen, daß die strengen Verordnungen, die aus Angst vor den deulsch-n Zcvvelinen jede Entsaltung von Licht verbitten, die ganze Weih- nachtsseicr zuniehte machen. Tie Behörden haben geradeaus er- klärt, daß an nne Aushebung oder auch, nur Milderung des Bcleuchtungsverbots nickst zu denken sei: das ttnzrge, was man zugcstrhttl könne, wäre, daß die unbedingt iwtwendigcn Vtt- schärsungnr erst nach dem l. Januar eiirtreten. Maar wttrdtt sick> an die Vaterlandsliebe dtt Engländer, die eben diesmal auf Uwe altgewohnten Weihnachtsbräuche verzichten müßten, und betont, daß die Verordmmgen über die Belenckstung keine will- küttiche Maßregel der Polizei seien, sondern eine sorgfältig über­dachte Durchführung eines besttnnnten Planes, der vom Kricgs- ministerium und dem Ministerium des Jnnttn gemein­sam ausgearbeittt sei. Nur im Interesse des Publi­kums halte man an dieser Verdunkelung Londons fest, und jedes Nachgeben und Bttücksichtigen der so dring­lich vorgebrachten Weihnachtswünsche würde eine schwere Ge­fahr für das Land bedeuten. Das Lichtocrbot in London hat in den letzten vür Monaten verschiedene interessante Wandlungen erfahren. Im Septembtt ttat es zunächst recht milde aus, in dem man dem Publikmn mirnahelegtc", die Beleuchtung aus

«gründen der allgemeinen Sicherheit so viel wie möglich ein- zuschränken. Tie umfangreichen Beobachtungen über die Wir­kungen diesesRates" ergaben aber nur einen ungenügendttl Schutz gegttl die deutschen Zeppeline, und so erfolgte denn eine mit schweren Straftti drohende Verordnung im Oktober, die allen Hausbtt'itzenl und Ladcninhabern bn Einbruch der Dunkel- bttt befahl, alle Beleuchtung der Außenseite der Häuser und solche innere Beleuehtnng, die nach außen hm sichtbar sei, aus ein Mininiwn lstrabznsexen. Im November gab es dann eine Erleicksterund, indem die Beleuchtung dtt Haussassadcn bis um 6 Uhr in ttnem beschränkten Umsang gestatttt wurde. Im De­zember abtt ist man wied« zu dem Gesetz znrückgekehrt, welches die größte Beschränkung alles künstlichen Lichtesbei Eintritt der Dunkelheit" zur Pflicht macht, und die Dunkelheit tritt in .London ja manchmat schon am frühen Morgen ein. Außer­dem müssen allie Gefährte rote Latttnen haben, damit sie in den dunkeln Sttaßen sichtbar sind mid der beängstigend großen Zahl von Unglückssällen gesteuert wird. Alle Hotels und großm Restaurants in London liegen also während der Weihnachtszeit so ziemlich, im Dunkeln, wie es während dtt Weihnackstseinkäuse die Geschäfte taten. Bälle und größtte Festlichkeiten werden nicht gestatier, und so wird vietleickst Weihnachten fertig bringtti, was bisher auch die Granaten der deutschen Kriegsschiffe nicht so recht vermochten, den Engländern endlich klar zu machen, daß sie ttn Kriege sind.

Bernhard Stavenhagen +. In Geni starb am Freitag Bernhard Stavenhagen, Professor am dortigen Kon- sttvatorium und Leiter der Abonnemcntskonzerte. Stavenhagen ist 52 Jahre alt geworden. Er stammte aus Greiz. Seine musi­kalische Ausbildung erwarb er an der Kgl. Hochschule in Berlin als Schüler von Rudorfs und Kiel und ging dann als Schüler Liszt? nach Weimar. Hier wie in Pest und Rom, wohin er den Meister begleitete, empfing er Liszts reiche Fördttung. Von 1880 bis 1890 lebte der Künstler in Weimar. Bon dort aus unternahm tt zahl- r.-iche Konzertreisen, die ihn bis nach Amerika führten und iynt reiche Ehren brachten. Seit 1896 war tt auch als Dirigent tätig, zuerst in Weimar, dann in München, wo er seit 1898 als Hoskapellmcistcr wirkte und auch an der Leitung der Akademie- Konzerte beteiligt war. 2luch als Komponist trat er bttvor und schrieb Chorwerke, Lieder, Klavierkonzettc u. a. Arbeiten. Die Deutsche Kolonie in Gens verliert in dem dahiugcschiedencn Künstltt eines ihrer besten Mitglieder. Siavenhagcn war ein cchtdttitschcr Mann, der deutschen «achc mit Leib und Seele ergttwn.