empfindliche Verlust« an Mann und Material hatten, war Unvermeidlich. hierbei sei srstgestellt, daß die über das Mast un-- ierer Verluste verbreiteten Nachrichten über die Tatsaäjcn weil Innausgehen Zeit einer Reche von Tagen stehen die von allerbestem Geiste besäten Truppen in guten Uitterlünsten. Sie werden mir allem Erforderlichen versehen und harren ihrer Verwendung. Bisher kam es an der Grenze nur zu unbetnnitenden Plänkeleien zwischen '.Patrouillen. Seine Majestät geruhte, den Oberkommandanten auf seine aus Gesundheitsrücksichten gestellte Bitte von dem Komnrando zu entheben und an seine Stelle Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit den General der Kavallerie Erzherzog Eugen zu ernennen. Tie Nachricht, daß Höchst- derselbe das so wichtige Kömmando der Balkairstrcitkräste übernimmt ,wird in der Armee, in welcher der Erzherzog höchstes Vertrauen und begeisterte Verehrung genießt, mit dankbarem Jubel ausgenommen werden.
Ein Telegramm Hindcnburgs.
Wien, 23. Dez. (W.D. Nichtamtlich.) Von den Liebesgaben für Weihnachten, die das 'Kriegsfürsorgeamt in der vorigen Woche an die Truppen äbgcschickt hat, war auch ein Teil für die Armeen Hindenburgs bestimmt. Dem Kriegsfürsorge-Amt ist nun gestern folgendes Telegramm des Generalfeldmarschalls Angegangen:
Nachdem die Weihnachtsspende des Kriegssürsorge-Amtes nunmehr eingetroffen ist, möchte ich nicht verfehlen, noclnnals meinen und der Armee herzlichsten Tank für die reichen Gaben anszu- sprechen. Wir erblicken hierin einen neuen Beweis für die treue Kameradschaft der so eng verbündeten Armeen. Weiter vorwärts mit Gott, dann wird uns im neuen Jahre der Sieg gewisz sein! Gencralfeldmaischall v. Lindenburg.
Die „Times" über die Lage im Osten.
Lon don , 23. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Tie „Times" bespricht in einem Leitartikel die Lage auf dem östlichen Kriegsschauplatz und schreibt:
Die russischen Truppen halten mit Erfolg den kräftigen und plötzlichen Vormarsch der deutschen und österreichischen Truppen über die Karpathen auf. W ist jedoch ziemlich klar, da st dis Russen weder in Galizien, noch in Südpolen in erreichbarer Entfernung von Krakau stehen Tie Bedeutung dieser Operationen must ohne Umschweife zugegeben werden. Den Deutschen gelang cs nicht, die nördliche rulsische Flanke zu umzingeln Sic haben noch nicht den Widerstand der Russen nördlich der Karpathen zu brechen, noch die stark befestigte russische Linie vor Warschau zu durchstoßen vermocht, aber sic zwangen die Russen, sich an weiter südlich gelegene Punkte zurückzuziehcn Dadurch wurde die russische Kainpflinie ausgeglichen. Sollte es den Deutschen gelingen, die Linie bei Opoczno oder sonstwo zu durchbrechen, so würde di« Lage der russischen Armeen in Galizien, gegen die 170 000 Feinde durch die Karpathen hervorbrechen, kritisch werden. Wir hoffen, daß das nicht der Fall sein wird. Anderersefts ist cs klar, daß vcrzweiselte Kärnpfe bevorstehen, und daß Hindenburg die Invasion in Schlesien tcnd den Fall Krakaus tinausgeschoben hat. Polen wird für mehrere Tage, der Hanptkriegsschauplatz sein. Die dortigen Kämpfe werden mit großer Beklemmung verfolgt werden. Der zukünftige Verlauf des Krieges hängt stark von der dortigen Entscheidung ab.
Ter Fall „Rcnnenkampf".
Berlin, 24. Dez. Nach Informationen der ,^8oss. Ztg." aus Kopenhagen hat der Fall R e n n en kam p f eine überraschende Lösung gesunden. 'Allerdings wird bestätigt, daß Rennenkamps sich mit dem Großfürsten Nikolai .Nikolajewitsch entzweit hat und auch nicht mehr bei dem Zaren in Gunst steht. Jedoch ist er keineswegs kaltgestellt worden, sondern angesichts der schwierigen Lage im Kaukasus dort mit einem Kommando gegen die Türken betraut worden.
Eine Ansprache des Kaisers.
Berlin, 24. Dez. Einem der „Kreuzztg." zur Verfügung gestellten Offiziersbrief vom östlichen Kriegsschauplatz entnimmt das Blatt folgende Sätze: Kürzlich hat uns S. M. der Kaiser besucht und folgende Ansprache gehalten: Liebe Kameraden! Ich bin hierher gekommen ans Frankreich, um euch den Gruß eurer Kameraden aus dem Westen zu bringen und euch meinen Königlichen Dank zu sagen für die Tapferkeit, mit der ihr, treu eurem Fahneneide, die Uebermacht der Russen bisljer siegreich geschlagen habt. Alles dies, habt ihr mit Gottes Hilfe getan und er möge euch werter helfen. Euren anderen Kameraden in den Schützengräben bringt meinen Gruß, aber dem Feinde dieKugelnunddasBajonett. Und das eine sage ich euch, geschlagen wird der Feind unter allen Umständen.
Hindenburg Ehrenmitglied der Posener Akademie.
Posen, 23. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden, daß Generatfeldmarschall o. Hindenburg von der Posener Akademie zum Ehrenmitglied ernannt worden ist. Hindenburg hat die Ernennung angenommen, und zwar, wie er in seinem Dankschreiben ausfuhrte, um so lieber, als die Kriege der Neuzeit nicht nur mit den Waffen ausgesuchten werden, sondern auch ein geistiges Ringen der Völker darstellcn. Doch nicht nur für sich nehme er die Auszeichnung an, sondern mich für seine treuen Mitarbeiter mch seine tapferen Truppen, denen nächst der Hilfe Gattes und dem Vertrauen des Kaisers die errungenen Siege zu verdanken seien. i
Verstärkungen in Flandern.
Berlin. 24. Dez. Im „Berl. Tagebl." heißt es unter der Ucberschrist „Ankunft neuer deutscher Truppen in Flandern": Dte „Tyd" berichtet aus Dünkirchen: Nicht nur die Verbündeten, sondern auch die Deutschen erhielten Verstärkungen, Flieger entdeckten den Anmarsch neuer L-ruppen und neuer Zufuhr von Kriegsmaterial. — Aus SluiS wird demselben Blatt geineldet, daß neue große deutsche Truppenmassen iu Flandern angc- lommen seien. -
Ter amtliche französisckn: Bericht.
Paris, 22. Dez. (W. B. Nichtamtlich) 3 Uhr nachmittags. Amtlich. Zwischen dem Meer und der Lps habe» gestern nur Artilleriekämpfe stattgefunden. Zwischen der LyS und der Aisne wiesen >vir den deutschen Angriff, der von Earcncy aus erfolgte, ab und nahinen einige Häuser von Blangy. Infolge eines feindlichen Angriffes auf M o m e tz und die benachbarten Schützengräben konnten wir an dieser Stelle nickst merklich vorrücken. In der Gegend von Li hon s wiesen wir drei Angriffe zurück. Oestlich und westlich von Tracy-le-val machten wir einen kleinen Gewinn. Unsere Artillerie steht auf dem Plateau von Nou- v i o ii. In dem Abschnitt der Aisne bis Reims fanden Artil- Icriekämpse statt. Iu der Chmnpague und dem die Argonnen umfassenden Abschnitt gab es um Souain heftige Bajonett- iämvsc. Wir rückten in diesem Gebiete nicht merklich vor. Bor Perthes Les Hurlus nahmen wir drei deutsche Ber- «ctzanzungen, lvelche eine Schützeiigrabenftont von 1500Meter ränge darstellen. Nordöstlich Beanjour befestigten wir vorgestern die eroberten Stellungen und besetzten alle Schützengräben längs des Kammes des Ealvarienbcrges. Im Gruriewald sind wir fortgesetzt vorgerückt. Bei
SaintHubert wiesen wir einen Angriff ab. Im Bois de Bolante, wo wir einiges Gelände verloren hatten, nahmen wir zwei Drittel des Gehölzes wieder Zwischen den Argonnen und der Maas »racksten wir leichte Fortschritte. Bei V a u g u o i s, nördls»). des Waldes von Malancourt, gelang es unseren Truppen, den Drahtverhau zu durch- . rechen und die feindlichen Schützengräben zu erobern und zu behaupten. Auf dem rechten Maasuser im Consonvoyswalo verloren wir das von uns vorgestern gewonnene Gelände und eroberten es nach heftigem Kampfe wieder. — Von den Maashöhen bis zu den Vogesen ist nichts zu nielden. >
Paris, 23. Dez. (W. B. Nichtamtlich) Amtlicher Bericht vom 22/ Dezember 11 Uhr abends: Nordwestlich Puisaleine führte der Feind gestern heftige Gegenangriffe aus, die alle zurückgewiesen wurden, südjich Bare n n e s faßten wir gestern abend in Bourenilles Fuß. Unsere Angriffe dauerten sort und ließen uns heute anscheinend in Boureuilles westlich Vauynois vorrücken. Von der übrigen Front ist nichts Neues zu melden.
Revolutionäre Kundgebungen in Paris.
Kopenhagen, 24. Dez. Wie die „Deutsche Tageszeitung" aus Kopenhagen meldet, ist es nach einem dort eingetroffenen Telegrarnm aus Paris gestern vor der Kammer zu stürmischen Kundgebungen gegen die Regierung gekommen. Die einzelnen Deputierten wurden, soweit sie sich bemerkbar machten, mit Pfeisen und Johlen empfangen. Tie Massen brachen in Rufe aus „Nieder mit dem Krieg!". Republikanische Garde und Polizei mußte einschreiten, um die Massen auseinander zu treiben.
ur Beachtung!
während der beiden Weihnachtsfeier- rage rvird eine größere Ansammlung von Rriegs- und anderen rvichrigen lTachrichcen unvermeidlich sein. Um sie unseren Lesern so schnei! als möglich zugänglicy zu machen, erscheint die nächste »Tumnier des Meßener Anzeigers bereits am ^Fonntaff, den 27 . Dezember J9I4 nachmicraffs.
Unsere Zweigjlellenmhaber
werden ersucht, dieZeitungen an diesem Sonntage in üblicher Weise von den Stationen und lTiederlegungs Srellen abzuholen.
Verlag des Gießener Anzeigers.
Bayerische Tapferkeit.
B e r l i it, 23. Dez. (Ctr. Bln.) Drei Unterosfiziere und fünf Schützen vom 12. bayerischen Reserve-Jnfanterie-Regi- ment, die als Schildträger, Deckungs- und Handgranaten- schützen geholfen haben, einen französischen Schützengraben zu nehmen, sind durch, einen besonderen Tagesbefehl des Divisionsgenerals belobt worden. Der Infanterist Knittel, der als Schildträger eine besonders gefährdete Stelle deckte, hat mit dreizehn Schüssen im Leib bis zum letzten Rest seiner Kräste ausgehalten; er wurde dann bewußtlos sortgetragen und ist im Lazarett gestorben. Der französische Graben war 800 Meter lang und von sünshundert Turkos besetzt. Dreimal liefen die Bayern Sturm gegen den Graben. Ter Unteroffizier M e n a ch e r trieb dann nachts gegen den feindlichen Graben einen Stollen, schlug die Wand durch und warf mit sechs Mann so viele Handgranaten in den Graben, daß der Feind in völlige Verwirrung geriet; die Bayern warfen dann noch Handgranaten unter die Fliehenden. Stellenweise mußten sie förmlich über Tote wegtlettern. Vierhundert tote Turkos, sowie drei Schwerverwundete lagen nach der Räumung im Graben; drei Unverwundete wurden zu Gefangenen gemacht. Die Bayern hatten nur geringe Verluste. Der Unterosfizier Menacher ist später in anderen Mmpfen gefallen.
Weihnachtsgabcn für die deutschen Kriegsgefangenen in England.
London, 23. Dez. (W.D. Nichtamtlich«.) Bisher sind 12000Weihnachtspakete für die deutschen Kriegsgefangenen in England eingetroffen.
Eine englische Geschmacklosigkeit.
London, 23. Dez. iWTB. Nichtamtlich.) Die „Times" schreibt: Zur Unterhaltung der brüischen Truppen an der Front während der Weihnachlszeft ist am Sonntag morgen eine englische ßkonzertgesellschaft zum Kriegsschauplatz abgegangen.
Aus Frland.
London, 23. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Polizei und Militär haben von der Libertyhall in D n b l i n, dem Hauptquartier der Anhänger Larkins, eine große Flagge entfernt, ans der die Worte standen: „Wir dienen weder dem König noch dem Kaiser, sondern Irland."
Ein norwegischer Dampfer gesunken.
London, 23. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Lloydmeldung ist der norwegische Dampfer „B o st o n" in der Nordsee aus eine Mine gestoßen und gesunken.
Aur dem Reiche.
Die Arbeitslosigkeit im Buchbruckgcwerbc
ist der Gegenstand einer Eingabe, die die beiden größten Arbeitgeber- und Arbeitnehincrorganisationen dieses Gewerbes, der Deutsche Buchdrnckervercin und der
Der b'a n^~T> er Deutschen Buchdrucker, an alle Regierungen des Reiches, an die Komnrunal- und Staac-b - Hörden, sowie an die großen Korporationen gerichtet haben. An Hand eines übersichtlichen statisttschen Materials wird in der Eingabe der Beweis geführt, daß unter den gegen wärtigen Kriegsnöten das hoch entwickelte deutsche Buch drilckgewerbe mit am allerschlimmsten leidet, und daß die Ar b e i t s l o s e n z i fs e r in dem Gewerbe erschreckend hoch ist. Deshalb geht die Bitte der genannten Organisationen dahin, daß behördlicherseits jede Beschränkung in der Beauftragung behördlicher Truckarbei ten unterbleibt, und daß, soweit irgend angängig, Truck sachen jetzt in Arbeit gegeben werden, deren Ausftihrung sonst vielleicht erst in späterer Zeit bewirkt worden wäre.
Au» StaSt unv Land»
Gießen, 24. Dezember llN4.
Weihnachten im KricgSjahr.
Me, seit die Erde Menschen trägt, ist die Ordnung alles Irdischen mit so furchtbarer Gewalt in ihren Grundscsten gepackt und erschüttert worden, wie in der Zeit, die wir erleben. Niemals haben die Völker den Willen zur Vernich tung so entsetzlich klar wider einander erhoben. In Jahrtausenden haben die Schlachtfelder nicht so viel Herzblut getrunlen, wie cs jetzt geschieht, nie türmten sich die höchsten menschlichen Empfindungen, nie aber auch das Setö so riesengroß gen Himmel. Als ob die Erde aus ihrer ewigen Bahn gerissen werden solle, so donnern in Aufgang urrd Niedergang die schlachten, und wo Menschen wohnen, bebt in wilden Zuckungen ein einziger Kramps. Die Welt brennt und rast in Fiebergluten ...
In die Flammen des Weltbrandes fällt der milde Schein der Weihnachtskerzen. Wieder hallen vom Turm die Weihnachtsglocken, wieder hat der winterliche Wald grüne, harz • duftende Kinder in die Wohnungen der Menschen gesandt. Wieder wurde es Weihnachten. Der größte Kampf der Menschheit hat seinen Gipfel erreicht um die Zeit, da wir sonst das Fest des Friedens feiern. Riesengroß ist die Sunime des Leids, die Tausende an dem Tage, den man sonst ein Fest der lauteren Freude nennt, ertragen müssen. Die Kanonen brüllen Tod und Vernichtung. Und die Glocken singen: Friede den Menschen auf Erden! Wann klang das Hohelied des Lebens in schneidenderem Mißklang? Viel Väter, die fröhlichen Gesichts sonst den Tannenbaum ins Haus trugen, schauen diesmal von der Freude nichts. Fern der Heimat liegen sic erschlagen. Viel Mütter, die in Weihnachtsfreude sonst Kerzen und Tand in grüne Zweige hingen, lassen die Hände im Schoß ruhen und denken der Vergangenheit, die nie inehr kommen mag. Biel Kinderhcrzen könneir nicht iroh werden, seh» sie Mütter und Geschwister weinen. Uno die Glocken klingen: Den Menschen ein Wohlgefallen. Weihnachten und Kr:ieg! Ein grauses Rätsel. Aber mackst Euch die Mühe cs zu lösen, denn die Lösung ist herrlich und gibt Halt und Richtung, wenn die Seele am Lauf der Dinge irre werden möchte.
Engelstimmeit jubeln die Geburt des Gottmenschen. 'Nie eröffnet sich der Blick aus ihn weiter und herrlicher, als vonr heiligen Soll der Pflicht, von deil Gütern des Herzens aus, um die man freudig sein Leben geben darf. Mitten im Endlichen eins werden mit dem Unendlichen, das erlöst uns von den Fesseln niederer Natur, lehrt uns das Vertraue», daß das Wirrsal, das wir Menschlein Weltgeschichte nennen, einer höheren Leitung untersteht. Das ist ChristuSglaube, daß wir Gott suchen sollen, auch ans Dornenwegen, daß er ewig neu geboren werden soll im Herzen. Und Weihnachten ist der der Tag der Geburt des Herrn.....
IDer Krieg hat unser Volk wie mit einer eisernen Unv klainmcrung zusammen angeschmiedet. Im gleichen Schritt und Tritt sind Millionen, die früher im Mißverstehen und Parteihader an einander vorbeigingen, in den heiligen Kamps gezogen. Brudergesinnung ist an die Stelle des inne ren Zwistes getreten. Ist es nicht dasselbe, was (tue Weil» nachtsbotschast verkündet? Weiht sie nicht den Bruderbund der Deutschen durch, die Lehre, daß wir eines Vaters Kinder sind ? Freilich, an den Grenzen eines Volkes macht sic nicht Halt. Und das Schmerzliche an diesent Weihnachtssest muß dem Bekenner eines solchen Glaubens sein, daß die Völker der Erde sich iwch nicht zu dem Reiche echter Menschlichkeit gerungen haben, dessen Königsgeburtslag wir in der heiligen Nacht begehn. Daß der Weltkrieg uns diesen tiefen Schaden empfinden läßt, ist auch ein Geschenk des diesjährigen Festes.
Frieden auf Erden. Nach fünf Monaten des Krieges mag es manchem kaum noch faßbar sein, daß einmal wieder Frieden kommen muß. Dennoch: Es dämmert die Erkenntnis, daß es so nicht meiner gehl, daß der Gipfel des KriegP sührens überhaupt erreicht ist, daß die Erzieher von hunl- derten Millionen der übrigen Menschheit sich nicht weiter zersleischen dürfen, daß vielleicht der ewige Friede unter den Menschen doch nicht nur ein Traum ist. Und das heilige Licht, das voin Wunder der Weihnacht aüsgeht, malt aus dem finsteren Grunde des Kriegsgewitters einen siebensarbil- gen Bogen: Es muß doch wieder Helle werden.
So wächst die Bedeutung der Weihnacht riesengroß über den scheinbaren Widerspruch zivischen ihr und dem Völkcv- krieg hinaus. Mit ehernem Meißel gräbt sie die Worte vom Gott in der Höhe und dem Menschenfriedcn in die Herzen, wo sie im Mltag zu verblassen drohten. Aber gleichzeitig zündet sie die milde Flamme der Hoffnung an. Wenn heute in Stadt und Land die Klänge der Glocken ihre Schwingen breiten, wenn der Weihnachtsstern vielen Tausenden Daheim- gebliebener den Gang zur Christmette weist, toenn der Christ bäum seinen zaubervollen Glanz ausstrahlt, dann möge in deutschen Landen der Friede in wunde Herzen einkehrcn und die Zuversicht auf den anderen Frieden, den große», herrlichen, um den unser Volk kämpft, lebendig werden, den Frieden, den in der Christnacht die Engel denen künden, die eines guten Willens sind.
Heiliges Land.
Lichtweiß die beide wie ein Weihnachtstraum,
Als streite sie des Christkinds goldner Saum.
Ter Nordwind dämpft de» gelle» Schmerzdiskant, —
Wo Kömpter schlaft», da Hl heilig Land.
Und rausmend wird sein Lied wie Harftnscmg,
Ein zitternd Amen nach dem Schlachtenklang.
An stifte» Hügeln. flockenlind belät.
Kniet Irene Liebe dankbar im Webet.
Trant bliyt durch dunkles WlaS am bimmelSranm Der Sternenglanz von» WeitenweihnachtSbanm.
Feststift die beide. Weihnachtsweiß das Ried,
Um beldengräber harit ei» SiegeSlied, —
Und auS der wtnterweite» Einsaniteik Grüßt Weihnachissncde lerne» Weihiiachtrlcid.
Sophie Nebel von Dürkheim.


