«Inf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)
KrirgSsr-iw. Lehrer Robert Will». Busch, Res.-Jns.-Rgt 222, aus Endbach «Biedenkopf). — Vizeseldw Chemiker Dr. Richard Hol schuh, Rei.-Jni.-Regt. 221. aus Pfungstadt. — Unttroff. Erich Walter. Res.-Jnf.-Regt. 221. ans Worms. — Utss d. Res. Lehrer Fritz Thomas, Res.-Ins.-Regt. 221, aus SIB- seld. — Kriegssreiw. Georg Dauster, Jns.-Regt. 87, aus Homberg a. d. Ohm. — Res. Konrad Rieth, Jns.-Regt. 88, aus Hanau-Kesselstadt. — Ers.-Res. Lehrer Anton Trautmann, Res.-Jns.-Regt. 222, in Budenheim. — Res. Wilh. Stumpf, Jns.-Regt. 1l8, aus Flonheim. — Kriegssreiw. stud. ing. Alfred Michel, Res.-Jnf.-Regt. 222, aus Mainz. — Landwehrmann Friedr. Borngässe r I., Landw.-Jnf.-Rgt. 116, aus Schwads bürg. — Ers.-Res. Willi Alles, Jns.-Regt. 116, ans Osseir- bach a. M. —> Unteross. der Landw. Gustav Sperling, Bahr. Res.-Jnf.-Regt. 1. aus Offcnbach a. M. — Ers.-Res. Karl Gerhardt, Res.-Jnf.-Regt. 1l6, aus Osfenbach a. M. — Ers. Res. Heini, dldols Siegel. Jnf.-Regi. 168, aus Lssenbach a. M. — Landwebrmann Gottlob Keller, Res.-Jnf.-Regt. 116. aus Osfenbach a. M. — Willy Hein, Res.-Jnf.-Regt. 221, aus Tarmstadt. — .Hauptmann Earl pon Moritz, 25. Res.-Art -Regt, in Darmstadt. — Kriegssreiw. sind. mach. Günther S ch e e r , Res.-Feld-Art.-Regt. 25, aus Darmstadt. — Vizefeldwebel Tipl.-- Jng. Dr. Phil. Friedrich Mayer, Land«.-Ins.-Regt. 116. — Ers.-Res. Tipl.-Jng. Wilh. Dein. Jns.-Regt. 136, aus Darm- skadt. — Res. Friedrich Mendel. Ins-Regt. 115, aus Gries heim. — Res. Johannes Töll, Res.-Jns.-Regt. 168, aus Alten- schlirs. — Res. Cieora Serbert, Res.-Jns.-Regt. 116, aus Altenschlirf. — Kriegssreiw. Robert Rumps, Res.-Jäger-Batl., Marburg. — Landwchrmann Wilh. Stahl.^Landwehr-Brig.- Ers.-Batl. 41, aus Hcrborn. — Unteross. Joh. Schott, Landw. - Jns.-Regt. 87, aus Qucck.
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** Feiertagsarbeit für Militärlieferun- gen. Wie uns amtlich mitgeteilt wird, ist es erwünscht, daß in den mit Heereslieserungen beauftragten Privatsabrrken der Betrieb während der Feiertage möglichst 'wenig ruht. Tie Militärbetriebe arbeiten am zweiten und dritten Weihnachtsfeicrtag und am Nachmittag des Neujahrstages.
** Eine Weihnachts spende unseres Ersatzbataillons. In vielen Häusern wird das Ersatzbataillon des Jasanlcrie-Rcgimcnts 116 in diesem Jahre sür eine Weihnachts- srcude sorgen, wo die, denen diese Ausgabe sonst oblag, unter den Fahnen des Regiments den Heldentod gestorben sind. Am Christmorgen wird manche Familie eine Sendung des Bataillons in den Händen halten, aut der zu lesen steht: .Liebesgabe des Ersatz-Bataillons des Jns.-Regts. 116, hcrvorgegangcn aus einer Sammlung unter den Offizieren, den Untcroifizieren und Mannschaften des Bataillons, um dürftigen Hinterbliebenen von gefallenen Angehörigen des aktiven, Reserve- und Landwehrregiments und des 1. Bat. des Jns.-Regts. 222 eine kleine Wcih- nachtssreudc zu bereiten/' — 11 eher 2 200 Mark waren jusamnicngcbracht worden, mit denen über 300 Bittgesuche Berücksichtigung finden konnten.
** Ausländer. In unserer Stadt halten sich zurzeit etwa 120 Angehörige des feindlichen Auslandes auf, und iroch täglich verstärkt sich deren Zuzug infolge der AufcnG daltSbeschräukung der Leute. Die übergroße Mehrheit der Fremden besteht aus Russen, der Rest auS Engländern. Die meisten von ihnen wohnen schon lange Jahre in Deutscheland und sind harmlose Menschen, welche den Kriegszustand bitter empfinden. Sic unterstehen der polizeilichen Kontrolle und müssen sich täglich auf dem Polizeiamt melden. ES ist ihnen untersagt, daS Theater und abends unsere Cafes zu besuchen, und es ist ihnen ancmpsohlen, sich möglichst unauffällig in unserer Stadl, die sic ohne Erlaubnisschein nicht verlassen dürfen, zu bewegen. Bisher kann man wohl mit Befriedigung sagen, daß die Ausländer bei uns niemand lästig gefallen sind und sich bestreben, sich in ihre Lage zu schicken.
** Weihnachtsbescherung unserer Verton» deten. Gestern nachmittag Mgen 5 Uhr fcrirdeu in den meisten Lazaretten unserer Garnison die Chwist- bescherungen statt. Wir hatten Gelegenhett. einer dieser Feiern im Reservelazarett II. in der alten Klinik beizuwohnen. In den beiden Etagen, die für die Berwundeten zur Verfügung stehen, hatte man auf den langgesttecktcn breite» Korridoren in 4 Abteilungen den Festabend hergerichtet. Die Aerzte mit ihren Damen, die Schwestern und die freiwilligen Pflegerinnen hatten sich eingesunden. Mit Tannengrün und unseren Christhäumen war ,ede Abteilung schmuck und würdig hcrauSgeputzt. Stimmungsvoll wurde die Feier, in jener Abteilung, der wir beiwohnten, von einem Damcnchor unter Begleitung der Guitarre mit dem WeihnachtSliede „O du fröhliche" eingeleitet, worauf Pfarrer AuS fei d das Evangelium der frohen Botschaft verlas. Anknüpfend an das Wort „Friede auf Erde»" hielt der Geistliche eine warm empfundene Ansprache an die im Kampfe verwundeten Krieger, worin er auch der Kameraden gedachte, die draußen im Schützengraben vielleicht auch am heiligen Abend kämpfen und streiten müssen für das Vaterland. Ein WeihnachtSlied deS Franenchoi.5 und das mit tzarmoniebeglettung gemeinsam gesungene Lied: du
stwhliche" bildete den Schluß dieser Feier. Tann ging es an die Verteilung der Gaben, die recht reichlich ausgefallen zu sein schienen, denn man sah bei den beschenkten Feldgrauen nur vergnügte Gesichter. — Die übrigen Feiern in der alten Klinik, wie wohl auch in den übrigen Lazaretten unserer Stadt bewegten sich rn der Hauptsache im gleichen Rahmen Ein Teil der Verwundeten, deren Zustand eine Reise in die Heimat ohne Bedenken vertragen konnte, wurden über Weihnachten beurlaubt, um das Fest im Kreise ihrer Lieben daheim verleben zu können.
** Soldaten heim. Im Anschluß an den Aufruf im Gießener Anzeiger vom 22. Dezember und an die heutige Anzeige machen wir aus den am 4. Januar 1915 im großen Hörsaal der Universität stattfindenden Vortragsabend von Herrn Karl Höcker-Friedberg und Herrn Willy Werner Gü tlig aufmerksam. — Da die Universität den Hörsaal in entgegenkommender Weise zur Verfügung stellte und Herr Buchdrucker C. Reinecke die EintriltSprogramme unent- oeltlich anfertigte. konnte der Eintrittspreis auf nur 3 0 Pfg. festgesetzt werden. ES ist somit jedermann Gelegenheit gegeben, sein ^cherslein dazu beizutragen, den Verwundeten ein gemütliches Plätzchen zu schaffen. Der Erlös soll zugunsten einer kleinen Bücherei Verwendung, finden. t „. .
— Bei den DerkaufStagen. die das Gr eß«n«r
Fröbel-Scminar zum Besten des Roten .Kreuzes und der Kriegssürsorge veranstaltet wurden, gingen 315 Rt. -US Reinertrag ein.
— Der Kricgskindergarten beging am vergangenen Sonntag sein Wcihnachtjfrst. Tie Kinder marschierten nlid spielten unter der Leitung von Frt. Schmalbach, einer früheren
Schülerin des Gießener Fröbelsemmars. Nachdem ihnen di: Wcih- nachtsgeschichtc dem kindlichen Verständnis enlsvrechcnd erzähl! worden war, sangen die Kleinen ein Weilinachtslied nnü nahmen dann die kleinen Gaben in Empfang, die das Christkind für sie unter den brennenden Baum gelegt Halle. Mit Stolz brachten sie alsdann den Müttern die von ihnen selbst angeserligten Acihnachtsarbeitcn. — Diejenigen, die die Entwicklung des Kriegskindergattens milerlebt haben, werden init Freuden bemerkt haben, wie große Fortschritte die Kleinen körperlich und geistig gemacht hüben. Daß der Kriegs- lindergartcn talsächlich ein B e d ü r f n i s der Zeit und der Verhältnisse war, zeigt die große Zahl der Kinder, die ihn besuchen, waren es doch über IM.
** DaS Musterungs- und Aushebungsgeschäft 1915 betrifft eine im Anzeigenteil der vorliegenden Nummer enthaltene Bekanntmachung der Ersatz-Kommission des Kreises Gießen.
** Sin größerer Transport Gefangener etwa 4M Mann, für daS Gefangenenlager traf gestern eii und wurde an der Sieckicnanstatt (oberhessische Strecke ent laden.
— Die Silberne Hochzeit begehn am kommende! Sonntag die Eheleute Michael Heidmann und Fiat, geb. Jost, Schüyenstraßc 13.
** Der Tierschutz verein Gießen hat entgegen einen Gepflogenheiten dieses Jahr von der Verteilung von Prämien und der Beschaffung von Tierschutz-Kalendern Abstand genommen. Dadurch wurde er in die Lage versetzt, die hierdurch erzielten Ersvarnisse in Höhe von 1000 Mark in zwei Raten von je 500 Mark der Kriegssürsorge zu- sühren zu können. Er hofft damit den Zeitverhältnissen end- vrechend gehandelt zu haben und die Zustimmung seiner amtlichen Mitglieder zu finden.
Kreis Lauterbach.
A Röthges. 24. Tez. Zinn Oifizier-Stellver- treter befördert wurde der Feldwebel Moll von der 8. Kom- vagnie der J»s.-RgtS. 18, Inhaber des Ehernen Kreuzes.
Gictzencr Strafkammer.
th. Gießen, 22. Dez.
Wegen Betrugs Irarde der Auslänsec Georg S. M. von Vilbel, der bereits vorbestraft war, zu 5 Monaten Gefängnis vcrutteilt. Er hatte seinem Prinzipal einen singictten Auftrag von einem Kunden auf einen Sack Salz überbracht, den er diesem dann übcrbringen sollte. Er hat jedoch die Ware zu Geld gemacht und den Betrag zum eigenen Vorteil verwendet.
Einen Einbruchsdieb st ahl bei einem Wirt in Uetzhausen hat der t7jährige Zwangszögling Joses B. von Neuiurdshöfc ausgeführt, bei dem ihm außer Lebensmitteln Kleider uiw. in die Hände fielen. Der junge Mensch, der vorbestraft ist, war aus der Gegend von Fulda seinem Pslcgevalcr durchgegangen und wurde in der Gegend von Erfurt wieder festgenommen. Unterwegs dahin hat er in Uetz- hanscn dem Witt einen Besuch abgestattet. Tie Kammer erkannte auf 6 Monate Gefängnis.
Vergehen gegen das Gesetz betr. die Höchstpreise.
Ter Kaufmann S. R. von Gießen mar angeklagt. Kartoffeln zum Preise von 6,50 Mark ab Bahnhof vro Matter verkauft zu haben, während als Höchstvreis für beste ausgelesenc Speise- kattoffeln frei Keller vom Oberbürgermeister der .Höchstpreis auf 6,50 Mark festgesetzt tvar. Nach dem Gutachten des Sachverständigen soll es sich aber auch um keine Spcisekattoffeln. sondern um ernc geringwertige Ware gehandelt habev. Ter Angeklagte, der Mitinhaber einer Toppelfirma ist, erklärte, daß er von dem Kartoffelverkauf im einzelnen nichts gewußt hat, denselben mich, als er davon erfuhr, und dir Abnehmer sich wegen der. mangelnden Qualität der Ware beschwerten, den Verkauf untersagt hat. Er stellt in Abrede, mft dem in Rede stehenden Handel persönlich etwas zu tun gehabt zu haben, weshalb man ihn auch dafür sttafrechtlich nicht zur Verantwortung ziehen kann. Ter Gettchtshof hielt die Sache nicht für genügend ausgeklärt und verfügte die Rückgabe der Akten an die Staaisanwaltschast zur wetteren Ermittlung.
BilligesObst verkauften der Schlosser Franz F. und der Arbeiter Ehr. Sch. am 12. November in Gießen. Tie Angeklagten sind beide 20 Jahre alt und bereits mehrfach vorbestraft. Ter dritte Beteiligte bei diesem Handel, der Bäcker Heinrich K. von Gießen, war bisher nicht aus- znsindcn. Ter Angeklagte F. war längere Zeit dem Obst- und Gemüsehändler H. von Frankfurt a. M., der in Gießen die Wochenmärkte besucht, und zu dem Zwecke der Spttchcrung seiner Obstvorräte einen Keller unter den Markllauben gemietet hat, als Ar beiter bei seinem Handel behilflich. Er war geständig, mit den beiden Genossen die Obstvorräte des Händlers, nachdem er das Schloß aufgebrochen, geräumt zin' haben. Ter Genosse Sch. habe, ivisscnd, daß cs sich um die Ausübung eines Diebstahls handelte, die Körbe voll Obst ans dem Keller mit forttransportiert, während K. als Obstverkänfer das gestohlene Gut hei der Kundschaft verhandelt hat. Im ganzen sind sür die Lbstvorräte zirka 50 bis 60 Ml. erlöst worden, die das Kleeblatt unter sich geteilt hat. F. bezichtigt den Bäcker K. als denjenigen, der ihn zu dem Ticb- stahl angestiftct. Ter Mitangeklagte Sch. will von seinem Kameraden nur ausgesordert worden sein, das Obst mit zur Kundschaft zu schassen. Er hat diesem früher öfter Obst zur Kundschaft tragen sehen und geglaubt, er sei Obsthändler oder wenigstens der Vertreter eines solchen. Als Arbeitslohn habe er für den Zentner, den er mit fottgeschasst. 2MI erhalten und bestreitet, daß er gewußt Hai, daß es sich um gestohlenes Obß handelt. Ter bestohlene Obsthändler crklätt, daß er an demselben Tage, wo der Tiebstabl ausgesührt wurde, nachmittags im Keller war, in welchem mindestens für 150 Mk. Aepsel und Birnen gelagert hatten. Ter Keller war von den Vorräten, Wie der Zeuge sich ausdrücktc, blitzeblank, cS war alles gerännii. Die Sttaikammer hielt beide Angeklagte des gemeinsamen Einbruchdiebstahls für überführt und erkannle unter Zubilligung nriloernoer Umstände gegen F. auf 4, gegen S-ch. ans 3 Monate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen Untersuchungshaft. Beide Angeklagte erklärten, sie wollten nach Verbüßung der Sttafe unter die Soldaten geben und mit in den Krieg ziehen, darum wollten sie das Utzteil anerkennen. lHossenilich ist bis zur Verbüßung der Strafe der Welt krieg zu Ende. D. B.)
üatt&el.
Von der Reichsbank.
Berlin, 23. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) In der heutigen Sitzung des Zcntralausschu sses der R ei chs ba n k führte Präsident Häven stein folgendes aus: Das deutsche Wirtschaftsleben ist in den letzten Atonalen immer mehr wieder in normale Bahnen eingelenkt, die wirtschastlicki« Arbeit hat sich immer weiter organisiert und den veränderten Verhältnissen angepaßt. Ter Beschäftigungsgrad hat im ganzen, wie auch in den meisten Berussgruppen, erheblich zugenommen und untcr- scheidtt sich überwiegend kaum noch von Friedenszeiten. Ter Geldmarkt weist eine bereits seit längerer Zeit anhaltende Gotdslüssigkeit aus, und die Tepojtten der Banken, wie die Einlagen der Sparkassen sind trotz der ihnen für die große Kriegsanleihe entzogenen Bettäge wieder in ec freu schein Wachstum begriffen. Tas alles läßt im Verein mit den neuen Erfolgen unserer Heere, die die Sorge wegen der Möglichkeit eines vorübergehenden feindlichen Einbruchs in die deutschen Grenz- landc hoffentlich endgültig gedanm haben, unsere Zuversickn aut einen glücklichen Ausgang des Weltkrieges und die Ueberzeugung
des deutschen Volkes, daß wir auch sttrookziell rmb wirtschaftlich sür jede Tauer des Krieges gerüstet sind, nur immer fidicrct und fester werden.
Ter Stand der Reichsbank ist durchaus befriedigend: ihre Aklionskraft ist dank dem in immed weitere Kreise dringenden Verständnis für ihre Bedeutung und chre Ausgaben^und dank der durch unser ganzes Volk gehenden Mitarbeit an der Stärkung rhrcs Goldbestandes von Woche zu Woche und ohne jede Unterbrechung gewachsen, und bei den großen Goldmengen, die noch) in Prtvat- händen sind, und da der wöchentliche Zustrom an Gold bisher noch nichts weniger als abgenommen bat, dürfen wir die Hoffnung hegen, daß diese Stärkung sich auch noch weiter sortsetzen wird. Tie Inanspruchnahme der Reichsbank durch den Verkehr auf Wechsel- und Lombard-Konto ist nicht höher und, wenn man die privaten fremden Gelder davon abrechnet, sogar niedriger, als wir sie in manchem der letzten zehn Jahre gesehen haben. — Diese ganze Gestaltung der Verhältnisse läßt, zumal die Börse geschlossen ist, erwarten, raß auch die Ansprüche zum Ultimo sich innerhalb erträglicher Grenzen Hallen werden.
Wir glauben deshalb, trotz des nngewöhnlicheii Zeitpunktes, er deutschen Wirtschaftsarbttt nunmehr eine Erlcichterun- md >veiterc Hilfe für das Ucberwiegen der aus dem Kriege 'rwachsenen Schwierigkeiten bieten zu dürfen, vertrauen aber, >a die Tauer des Krieges nickst zu übersehen ist, irnt» erne besondere und zielbewußtc Schonung und Zusammenhaltung unserer Kräfte vielleicht »och lange nötig sein wird, auch daraui, daß kiese Maßnahme nur in diesem Sinne verstanden uub nicht zum Anlaß werden wird, irgendwie eine svckulative Ausnützung der Miltct und des Kredits der Reichsbank zu versuchen. Für Geschäfte und Bestrebungen, die nicht oer wirtschaftlichen Arbeit des deutschen Volkes und dem Ziel« dienen, alle Kräfte für die rückhaltlose Durchführung des Krieges zujaminenzufaiscu, ist heute und noch sür lauge Zeit kein Raum, und ihnen würde die Reichsbank es unweigerlich versagen und mit aller Kratt entgegentreten. —- Aus diesen Erwägungen heraus hat das Reicksbank-Tircktorium beschlossen, den Banksatz um ei» Prozent aus fünf Prozent h c r a b z u s c tz e n......
Ter Zeittralausschuß erklärte sich hiermit eftistimmig rai- verstandcn 7
— Berlin, 28. T-z. <W. T.-B. Nichtamtlich.) Ter Zi n s- i u st der D a r l» b» s k a s s eu ist von heute ab bis auf weueces auf 5';, Proz. und für Kriegsanleihe-Tarlehen ans o’A Proz. ict- gescht worden.
Amtlicher Wetterbericht.
O e s s e ii t l i ch e r Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 2ö. Tczember 1311: Wechselnd bewölli, meist trocken, kali.
Letzte Nachrichten.
WTB. Großes Hauptquartier. 24. Dez. vormittags. (Amtlich.) Der Feind wiederholte gestern in Gegend Nieupork seine Angriffe nicht. Bei Birschooke machten unsere Truppen in den Gefechten vom 2t. Dezember 239 Gefangene. Sehr lebhaft war die Tätigkeit des Feindes wieder in der Gegend des Lagers von Chälons. Dem heftigen feindlichen Artilleriefeuer auf dieser Front folgten in Gegend Souain und Perthes Infanterie Angriffe, die abgewiesen wurden. Ein vom Feinde unter dauernden Artilleriefeucr gehaltener Graben wurde uns entrissen, am Abend aber wieder genommen. Die Stellung wurde nach diesem gelungenen Gegenstoß aufgegebcn. weil Teile des Schüvengrabens vom Feuer des Feindes oft cingeebnct waren, lieber 199 Gefangene blieben in unserer Hand.
Unsere Truppen haben von Lotöau und Neidcnburg her erneut die Offensive ergriffen und in mehrtägigen Kämpfen die Russen zurückgeworfen. Mlawa und die feindlichen Stellungen bei Mkaw»a sind wieder in unserer Hand. In diesen Kämpfen wurden über 1999 Gefangene gemacht.
Am Bznra- und R'awSka-Abschnitl kam es bei unstch- tigem Wetter, bei dem die Artillerie wenig zur Kcltmig kommen kouiite, au vielen Stelle» zu hesligcn Bajonettkäiupjcn. Die Verluste der Russen sind groß. Aus dem rechten Pilica- Ufer in Gegend südöstlich Tcmaszow griffen die Russe» mchr- mals an und wurden mit schweren Verlusten von den verbündeten Truppen zurnckgeschlageu. Weiter südlich ist die Lage im allgemeinen unverändert.
Oberste Heeresleitung.
*
Der Eindruck deutscher Siege iin Osten auf französische Gefangene.
Offenburg, 24. Dez. In der hiesigen Artillerie-- kaserne besindcn sich jetzt 60 französische Gefangene. Als vor einigen Tagen plötzlich von allen Kirchen die Glocken ertönten und alsbald zur Feier des Sieges Flaggen ansgehängt wurden, machte diese Siegeskundgebung zunächst einen betrübenden Eindruck aus die'im Kascrnenhof sich ergehenden Franzosen. Sie meinten, einen Triumph über Frankreich sehen zu sollen. Als sie aber erfuhren, daß Rußland eine Niederlage erlitten habe, schlug die Stimmung in helle Freude um. Tic französischeu itzefangeucil (Alpenjäger und Infanteristen' schwangen ilire Käppis und erhoben ihre Arme und Krücken, um in den Jubel der deutschen Soldaten einzustimmen.
Eine russische llnvcrschümtheit.
Amsterdam, 24. Tcz. Tie Petersburger „W e i - jchcrnasa W r e in j a" vcrössentlicht eine Mitteilung ihres Landagcnlc» Grasen Swiatopolk, nach welcher die Frau des F e1o m a r s ch a t l s von Ä i n d e n b n r g ihren Gemahl als Pflegerin inS Feld geleitet. Sie hätte regen Anteil an der Plünderung des Schlosses des Grafe» genommen und nachdem sie alles hatte hinwegsühreii lassen, was von Wert schien, Hütte sic befohlen, das Schloß zu verbrennen. — Tic hier verbreitete Mitteilung ivird von dem „Taily Telegraph" unter der Iteberfchrist: Eine illustre Tiek-in" als Wahrheit verbreitet. (Frau von Hindenburg lebt bekanntlich in Hannover und hat ihren Gatten nicht ins Feld begleitet. Tiefe Tatsache allein zeigt schon, daß es sich hier um eine gemeine Lüge handelt, vermutlich bestimmt, die russischen Mordbreiinereien und Plünderungen zu beschönigen. T. Red.)
Ein russischer TonLergejanVter in Bukarest.
Wien, 24. Dez. 'Aus Bukarest lvird gemeldet, daß dort nunmehr der Flügeladjulanl des Zaren W l f o tz k v mit dem Hauvtmanii Mayer in einer Londermissiou cingetroffen ist. Dieser Mission wird in Petersburg die größte Bedeutung beigemcssen. Das Blatt „Concordia" führt dazu aus, daß die Mission wie alle anderen scheitern iverde, da Rumänien nach der russischen Niederlage in Polen dem Druck des Zaren noch weniger weichen werde als früher.
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