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Boot ausgenommen hübe, an dessen Bort» sich drei Offi­ziere und 16 Wann derEmden" befunden hätten.

Aus Südafrika.

London, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) DieTimes" Melden aus Kapstadts Das Parlament tritt wahr­scheinlich Anfang Februar zusammen, um Ausnahmevcr- siigungen und die regelmäßigen Geschäfte zu erledigen. Die Frage der Bestrafung der aufständischen Buren bildet den Gegenstand lebhaften Interesses der Oeffentlichtcit. Tie Regierung wird wahrscheinlich den Mittelweg einschlagen, d. h. sie wird weder zu mild noch zu streng Vorgehen. Zur -Aburteilung der Leiter des Aufstandes, wie Tewet, und von Prädikanten wie Broekhuizen wird ein besonderer Gerichts­hof auS drei Richtern mit Genehmigung des Parlamentes gebildet werden. Die GencralstaatSanwältc von Transvaal und Oranje gehen sofort an die Vorbereitung der Fälle für den besonderen Gerichtshof heran. Bisher war das unmög­lich, da die Mehrzahl der wichtigen Zeugen im Felde war. Die Hauptschwierigteit bilden die aufständischen Mannschaf­ten. Wenn man ihnen das Wahlrecht entzöge, würde Botha der Borwurf treffen, daß er seinen politischen Gegner Hentzog schwächen wolle. Es könnte dazu führen, dahHertzog seinen Einfluß wiedergewinne. Andererseits kann man sie nicht ungestraft laufen lassen, da das den Unwillen der gegen sie zu Felde gezogenen Bevölkerung Hervorrufen würde. Geldstrafe wäre wirkungslos, da die Mehrzahl der Mann­schaften weder Geld noch Land besitzt, und diejenigen, die sich BothaS Amnestie vom 12. November zunutze gemacht haben, überhaupt nicht strafrechtlich verfolgt, wohl aber mit Entziehung deS Wahlrechts bestraft werden können. Tie Aufständischen, die sich des PlündernS oder eines andern Bruches der Gebräuche zivilisierter Kriegführung schuldig gemacht haben, werden von einem richterlichen Ausschuß, der in der Bildung begriffen ist, abgeurteilt. Schließlich soll ein besonderer Ausschuß eingesetzt werde», der die Schaden­ersatzansprüche der lohalen Bürger behandeln wird. In der Oranje-Kolonie allein wird der Schaden auf 200 000 Pfund Sterling geschätzt.

Eine Huldigung für Hindenburg.

Berlin, 22. Dez. (Etr. Bln.) Sämtliche Posencr Schulen brachten dem Gcncralscldmarschall v. H i n d e n - bürg am Freitag eine Huldigung auf dem Posencr Schloß-- platz dar. Auf eine kurze Ansprache des Stadtschulrats ant­wortete der Generalfeld mar schall mit ungefähr folgenden Worten:

Ich danke Ihnen für die freundlichen Worte des Tankes und der Hoffnung, die Sie an mich gerichtet haben, und danke der Jugend, die sich hier so zahlreich und begeistert versammelt hat. Mir gebührt aber nicht der Dank für die Erfolge, die wir gegen­über den russischen Feinden errungen haben. Ich habe nur den Namen dazu hcraegeben. Ter Tank gebührt Gott dem Herrn, der uns immer gnädiglich behütet hat, der uns auch fernerhin behüten wird, denn er kann uns nicht plötzlich von seiner Baterhand loslasscn. Er güaihrt dem Kaiser, der mit das Vertrauen ge­schenkt hat, nach meinen Plänen zu handeln, den Mitarbeitern und Gehilfen, die unermüdlich Tag und Nacht geholfen haben, das schwere Werk zu vollenden, vor allem aber unserer tapferen Armee, die in seltener Ausdauer mit unvergleichlichen» Mut uird Tapferkeit meine Gedanken verwirk- licht hat. Die kühnsten Pläne nützen nichts, ivenn man sich nicht auf ein durchgebildetes, in fester Manneszucht stehendes, von Vater­landsliebe und Königstrerie erfülltes Heer verlassen kann. I ch sehe getrost in die Zukunft. Gott der Herr tvird uns einen ehrenvollen Frieden schenken. Nochinals herzlichen Dank!

Wien, 22. Dez. (WDB. Nichtamtlich.) Die Blätter melden aus Klagensurt: Generalseldmarschall v. Hin- denburg sandte an die Gemeindevertretung von Bill ach folgendes Dankschreiben:

Hauvtauartier-Oost, 13. Dez. Hochverehrter Herr Bürgermei­ster ! Ter Stadtgemcinde Villach danke sch herzlichst für die gütige Benachrichtigung, einem Platze ihrer Stadt meinen Namen geben zu wollen. Ich bin unendlich erfreut, daß eine Stadt des uns so treu verbündeten Kaiserstaates den Beschluß faßte, umsomehr, als ich täglich Gelegenheit habe, den Mut und die Ausdauer der k. k. österreichisch-ungarischen Wehrmacht, darunter auch der braven Kärntner, zu bewundern. Möge nach der Besiegung des gemein­samen Feindes unter dem Schutze des goldenen Friedens Ihrer Sladtgenieinde »oeitcres Blühen und Gedeihen bcschieden sein! Das ist »nein aufrichtiger Wunsch, v. H i n d c n b u r g , Generalseld- maischall, Oberbefehlshaber der gesaintcn deutschen Strcitkrästc im Osten.

Dresden, 22. Dez. (WDB. Nichtamtlich.) Der König verlieh dem Oberbefehlshaber im Osten,Generalfeldmarschaff v. H i n d e n b u r st das Ritterkreuz und Kommandeurkreuz 1. Klasse des Militär-St.-Heinrichsordens, dem General­stabschef, Generalleutnant v. Luden dor ff das Ritter­kreuz desselben Ordens.

General v. Mackensen zum Generalobersten ernannt.

(WTB.) Berlin, 22.Dez. (Nichtamtlich.) DasMili- tärwvchcnblatl" meldet: v. Mackensen, General der Ka­vallerie, Oberbefehlshaber der 9. Armee, ist zum General- o b e r st e n befördert worden.

Au» Heften.

Die Freie wirtschaftliche Bereinigung der Zweiten Kammer hielt am Montag unter dem Vorsitz des Abg. Korell-Angenrod eine längere Sitzung ab, in der über die Höchstpreise wichtiger Nahrungs­mittel beraten wurde. Auch Vertreter der Landwirtschasts- lajirmet und des Bundes der Landwirte wohnten den Ver­handlungen bei. Wie wir erfahren, wird beabsichtigt, ver­schiedene Anträge bei der Zweiten Kammer einzubringen. Znnächst liegt ein dringlicher Antrag vor, betr. die Fest- jetzung der Höchstpreise für Mehl und Brot, Petroleum, Benzol, Malzkaffee, Haserpräparate, Kraftfuttermittel und Düngemittel. Kupfervitriol usw. Die Festsetzung soll derart erfolgen, daß eine Umgehung ausgeschlossen scheint. Ein anderer dringlicher Antrag betrifft die Beschlag, nahmebcstimmung für landwirtschaftliche Pro­dukte und Bedarfsartikel, sowie sonstige Maß­

nahmen zur Sicherung der Bolksernährung. Insbesondere sollen von den Beschlagnahmebedingungen getroffen werden: die großen Läger und Mühlen, auch die Futter- und Dünge­mittel sollen zu dem Zweck beschlagnahint werden, damit sie den Verbrauchern zugesührt werden können. Bei den Be­schlagnahmungen sollen unbedingt landwirtschaft­liche Sachverständige zugezogcn werden, damit deren fachmännisches Urteil gehört wird. Weiter wird beantragt: Die weitere Einschränkung des Verbrauchs von Kartof­feln und Getreide zu Brennzwecken, weitere Einschränkung des Gebrauchs der Gerste in den Brauereien, Verminde-, rung des Anbaues von Zuckerrüben zugunsten von Früh­kartoffeln, Sommergetreide, Gemüse usw., Förderung der Herstellung von Fleisckdauerwaren, Hinwirknng aus erhöhten Ersatz des Rindfleisches durch Schweinefleisch in den Ge- ; jangenenlagern. .. _ , .

An» Stadt und Land.

Gießen, 23. Dezember 1914.

Der Gicßcner Landsturm in Feindesland.

VI.

Schon zwei volle Monate hier in B.! Unser liebes Gießen braucht aber nicht zu glauben, daß sein Landswrm in dieser Zeitspanne, so fern der Heimat, bereits verwelscht sei. Es sind die alten ehrlicheil Chatten noch, wie sie sür Deutschlands Ehr' und Sein freudig hinausgezogen sind und treu ausharren werden, un­beschadet des Wunsches, bald wieder in Frieden ihren Kohl bauen zu können. Im Augenblick freilich könnte ein unbeteiligter Zu­hörer wohl manchmal glauben, dieStadt der Rompreise" wie sich B. seiner zahlreichen hier beheimateten bemerkeirswerten Künst­ler wegen gern nennen hört sei noch immer französische Garni­son, nur hatten sich die Pioupious den Spaß gemacht, ihren Landsleuten einmaldeutsch" zu konmien. Zu solchem Glauben müßte man allerdings Eiigländer sein uird von» Deutschen >r»ie vom Französischen gleicherweise nicht mehr Ahnung haben, als Albions Sühne es im allgemeinen für nötig erachten, wenn sie den Konti­nent bereisen. Denn das Französisch, das zurzeit von den Pseudo-Franzosen verzapft wird, ist manchmal baarsträubend, und gewiß nur die ihm im Blute liegende Höflichkeit des Franken läßt ihn seinem Gegenüber trotzdem verbindlich lächelnd versichern, der Herr spreche das Französische bereitstrev bien". So eilt Lob ans berufenem Munde spornt zu neuenTaten", und wenn der Heiner das nädjiftc Mal die Straße von Gaffern zu säubern hat, ivird er gewiß nicht verfehlen, sein Licht leuchten zu lassen: ..llackemoisells, nix promenade, deiends! Und um jedeir Zwei­fel auszuschließen, wird er ein lahnwasserfeuchtesMißgebürter!" folgen lassen. Ja, unsere Franzosen aus Bogclsberg oder Oden- walv! Besonders verdrießlich sind ihnen, wie es scheint, die Akzents über dein o wie beim WorteUntres" über dem Hauvt- portal des Bahnhofes. Bersticg sich doch neulich ein treuherziger Kamerad aus Bayernlaud im Anschaucn dieses Wortes zu der wuchligcu .Kritik:Jsch e Bcrrucktheil, Tippli nauf z'machc!"

Wer über solchen Zorn lächeln möchte, darf aber nicht vergessen, daß aus diesem Holze die Kerle geschnitzt sind, die mit Woirnc dem Armeebefehle Rupprechts, des Wittelsbachsprossen, folgen, der unserm bösartigsten Gegner, John Bull,deutsche Hiebe be­sonderer Art" verspricht. O Heimat, wer möchte sich deinem Zauber cntschlagcn, um ein glattes, aber ebenso vlattes Welt- bürgertuni cinzutanschen! Drohte ja, wovor auch ernstzuneh­mende Männer wieder und wieder warnen zu müssen glaubten, deutsche Eigenart in jenes umzuschlagen, so hat dieser Krieg mit all seinen Schrecken das Wunder vollbracht, den Stolz auf das uns von den Nationen des Erdballs Unterscheidende zu hoher, weithinleuchtender Flamme anzufachen. Auch wir Hessen nähren dies Feuer: die Geburtstagsfeier des Landessürsten zeigte cs; es trat auch zutage, als Erbprinz Philipp zu Solms-Lich aus der Fahrt zu seinem Tragonerregiment vor einiger Zeit B. berührte. Rasch fanden sich auf dem Bahnsteige vor dem haltenden Militär­züge die Lich er des Landsturmbataillons zusammen, um un­geachtet aller Standesunterschiede dem fürstlichen Kameraden ihre Zuneigung zu bezeigen. Einige gemeinsame Ansichtskarten wer­den ihren Empfängern im Geburtsort der Großherzogin Eleonore eine schöne, dauernd« Erinnerung sein.

Eine neue Gelegenheit, die Bilder der Heimat wieder einmal recht lebendig werden zu lasten, bot sich, als 50 feldgrau einge- kleidcte Kameraden vom Landsturm-Ersatz-Bataillon Gießen zur Verstärkung unseres, des ersten Bataillons eintrafen. Bevor sie der 4. Kompagnie zugeteilt und von dieser aus Außenwachen ge­schickt wurden, verpiauderte sich manches Stündchen von Weib und Nachbar, Kriegeslast und Stand der Saaten. Auch brachte llir Trausportzug einen Waggon voller Pakete mit und stillte so allerlei Begehren nach Dörrfleisch oder Hausmacherwurst gewohn­ter Art imd Güte. Was aber säst den blanken Neid der blauen Litewken erregte, war das schmucke Aussehen der Feldgrauen und ihre funkelnagelneue Ausrüstung mit allem Drum und Dran des Feldsoldaten. Wohl hat man sich inzwischen auch des 1. Bataillons angenommen und es erreicht, daß die alten, bereitsfeldgrün" gewordenen Mäntel schier dreißig Jahre zählten sie gewiß gegen neue aus lodenartigem Stoff ausgetauscht wurden. Aber sie werden bei der dauernden scharfen Inanspruchnahme sicher nur einen vorläufigen Ersatz bedeuten und bei längerer Kriegs­dauer Belleidungsstücken in Güte und Haltbarkeit der vom Fiskus gelieferten weichen müssen.

Wie lang der Krieg iwch dauern wird? lieber diese Frage haben sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen, aber noch keiner hat eine befriedigende Antwort gesunden. Selbst die Kunst berufs­mäßiger Wahrsager und Zeichendeuter versagt hier wieder einmal völlig. Biel lieber richtet sie sich daher auf das Schicksal des Einzelnen. Da lassen sich mit Welt- und Menschen­kenntnis manchmal den Uneingeweihten geradezu verblüffende Gv- gebnisse zeitigen, die ihrerseits wieder auf die Gebefrsudigkeit des! Glücklichen, dem derSchleier der Zukunft" gelüstet wurde, günstig einwirken. Auch hier in Frankreich gibt es kluge Weiblein genug, vor deren Auge im Himmel und cchf Erden keine Geheim­nisse bestehen, und sie halten es nicht für unter itz«r Würde, auch den Feind einen Blick ins Verborgene tun zu lassen und Barbarengeld zwar nicht zu heischen, aber doch anzunehmen. Welcher Art dieWeisheit" ist, die hier an den Mann gebracht wird, zeige (in llebersetzung) folgende, an die Adresse eines deut­schen Eisenbahners gerichtete, mit Bleistift auf den erstbesten Brief­umschlag geschriebene Weissagung einer mit Scheldewasser getauften Sibhlle:Mein^Herr, Sie sind sehr weit von Ihrer Heimat ent­fernt. die eine Stadt ist. Sie haben eine große Rpise nrit großem Erfolg und eine große Freude der Liebe vor sich und werden den Gegenstand derselben bald sehen. Ich finde Sie in Gesellschaft von Soldaten, die Ihnen während der rn naher Aussicht stehenden Reise zuwiderhandeln werden. Sic werden mit eineni Mmrnje des Ge­setzes zu tun haben und dein Tod eines jungen dunllen Mannes erfahren und zwar bald. Ich sehe Gew und einen dunllen Kame­raden der aus Ihrer Gegend ist. Ihre Frau hat dunkle Haare und liebt Sie mit großer Freude. Es wird von neuem «ine Geburt und viel Glück für Sie selbst gäben. Ein Brief Ihrer Frau für Sie mit großen Neuigkeiten ist unterwegs."

Doch lassen wir die Zukunft aus sich beruhen,! J!n diesem Schicksalsjahre, da die Würfel über Sein und Nichtsein der Völker fallen, kann Wohl und Wehe des Einzelnen nicht lange die all­gemeine Aufmerllamkcit beanspruchen. Und wenn im Augenblick dev Gang der Geschehnisse auf dem westlichen Kriegsschauplätze zum Stocken gelangt scheint, so wendet sich der Sinn gerade des Land­sturmmannes, des Familienvaters, dem kommenden Weih- nachts feste zu, und kopffchüttelnd und seufzend gedenkt er der uralten Verheißung: Friede aus Erdenk R. G.

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

KriegSireiw. Heinrich Wandmacher, Res.-Inl.-Rgt. 208, aus Hanau. Landwehrmann Heinr. Keppel, Jns.-Rgt. 116, auS Ober-Seemen. - Musketier Otto Mäser, Jns.-Rgt. 118, aus Rohrdach. Landwehrmann Wilh. Reumann, Jns.-Rgt. >18, aus Rudingshain. Kriegslreiw. Seminar Karl Herrmann, Res.Jns.-Rgt. 223, aus Wörsdors i. Taunus. Ersatzreservist Lehrer Peter Schneider, Res.-Jni.-Rgt. 221, aus Tarmsladt. Knegssreiw. Willy E b e r t, Res.«Jns.°Br. 221, guS Butzbach. Einj.-Freiw. stuck, weck. Walter G i l l y, 2. Garde-Rgt. z. F., aus

B ügeSheim. Musk. Eugen Fernkorn, Jns.-Rgt. 118, aus fsenbach a. M. Unterofs. d. Res. Otto He brich, 1. Garde- Ers.-Rgt., aus Wetzlar-Riedergirine«. Landwehrmann Peter Martin A u r i g a, Landwehr-Ersatz-Bat. 41, aus Lauldork. - Landwehrmann Friedr. Werner, Ersatz-Bai. 41, aus Hermann­slein. Gesr. Heinr. H o I, Jns.-Br. 49, aus Darmsladt. Lehr- anitsassessor Will,. Otto in Darmstadt. -- Dtpl.-Jng. Wilh. D e r n an der Techn. Hochschule in Darmstadt. Ersah-Res. Ludwig Meinhardt, Jns.-Rgt. 143, aus Wetterstadt.

*

"Der Großherzog ist gestern vormittag im Auto voin Kriegsschauplatz in Darinstadt eingetrosfen, um das Weihnachtssest im Kreise seiner Familie zu verbringen,

** Landes Universität. Geh. Mebizinalrat Pro­fessor Tr. Somme r, zurzeit Rektor der Universität Gießen, wurde wegen seiner Verdienste um die Erforschung des an­geborenen Schwachsinnes zuin Ehrenmitglied der ungarischen Gesellschaft für Kindersorschung in Budapest ernannt.

** Landes-Universität. Dem Dr. phil. Hubert Erhard, Assistenten am hiesigen Zoologischen Institut, wurde die venia legendi für das Fach der Zoologie erteilt.

** Ritter des Eisernen Kreuzes. Feldwebel­leutnant D a m m aus Marburg. Unteroffizier im Jns.-Rgt. Nr. 81 Dr. Wilhelm S t u r m f c l s., aus Marburg. Gefreiter Konrad Fischer aus Heskem, Garde-Lehr-Jnf.-Rgt. Leut­nant Heinrich Ostcrtag aus Darmstadt. Vizefeldwebel Jacob Weber, Jns.-Rgt. 221 (früher Sergeant im Jns.- Rgt. 115). Unterofsizier der Reserve im Jns.-Rgt. 115, zuletzt Gerichtsschreiberaspirant am Amtsgericht Darmstadt I Hrch. K r c d e l. Gefreiter Georg Komp von der Marine-Infan­terie ans Schotten. Leutnant der Res. Oberlehrer Freitag von Butzbach, zurzeit beim Feldbataillon in Fricdberg. Feld­webel Heinrich Geiß von Vadenrod.

' A m t l i ch e Personal Nachrichten. Der ®ro6-' Herzog hat dem Schrisisteller Otto Stockhausen in Darmstadt den Charakter als Hotrat erteilt. Tie Grobherzogin hat an> 5. Dezember d. Js. dem Siegcllackarbeiter Franz Weyer zn Bretzenheim bei Mainz das Allgen,eine Ehrenzeichen mit der I»- ichriitFür treue Arbeit' verliehen. Am 12. Dezember d. Js. wurde der Slenerantseher Fiiedrich Kopv zu Mainz unter An­erkennung seiner langjährigen treuen Dienste vom 1. Januar 1915 ab au» sein Rachsnchen in den Ruhestand versetzt.

** Land- uitb forstwirtschaftliche Bernfs- enossen schaft für das Groß Herzogtum essen. Die diesjährige Gen o s sens ch a ftsver- sammlung der land- und forstwirtschaftlichen Berufs- genossenschast für das Großherzogtum Hessen fand unteri dem Vorsitz des Großh. Geh. Rcgierungsrats Bichmanw am 21. Dezember im Rathaussaal in Darinftadt statt. Nach! dem Rechenschaftsbericht für 1913 betrug die Zahl der ari- gemcldeten Betriebsunfälle 3558. llebernommen wurden' aus dem Vorjahre 1824 llnsälle, so daß insgesamt 5382 Un­fälle neu zu bearbeiten waren. An Entschädigungen für Renten an Verletzte, Kosten des Hcllversahrcns ujw. wurden 1 049 210.84 Mk. bezahlt und 4920 Rentcnbescheide erlassen. Tie Sunnne der crstntalig im Rechnungsjahre gezahlten Ent°- schädigungcn betrug 225 258.22 Mk. Die Mittel der Rück-' läge beziffern sich aus 2 206 496.90 Mk. Der Voranschlag der Berussgenossenschast für 1915, der in Einnahme uniy Ausgabe mit 2 844 401.38 Mk. abschließt, wurde gntgeheißen ebenso derjenige der der Berussgenossenschast ungegliedertem! Haftpflichtversicherungsanstalt, die sich weiter günstig ent-e wickelt. An der Kriegsanleihe hat sich der Genossen­schaftsvorstand mit 400 000 Mk. beteiligt. Ein Antrag des Herrn Gärtnereibesitzers Steinh a u e r - Laubenheim, den Höchstwert, der für Umlegung der Beiträge in Frage kommt, auf 1 Mk. für den Quadratmeter sestznjetzen, wurde eingehend erörtert und dem Vorstand zur werteren Behand­lung überwiesen.

** Stadtlheater. Es sei daraus hingewicsen, daß die sämtliche» FeiertagS-Vorstellunge» zu billigen Preisen (zwei zw Potkspreiscn, zwei zu kleinen und eine z» ermäßigleir Preisen) ge­geben werde», so daß weilcsten Kreisen der Besuch ermöglicht wird. Namentlich sei auch an die besonderen Vergünstigungen für Militär- personen vom Feldwebel abivärts erinnert.

** Wcihnachtswctter scheint sich noch in letzter: Stunde einstellen zu wollen, sicherlich zum Besten der in; diesem Jahre ohnehin auf schwankem Grunoc steheudeu: Festesstimmung. Nach einer fast sternklaren 'Nacht zeigte das! Quecksilber heute früh 2 Grad unter dem Nullpunkt, und! in den Anlagen schlüpften ällenthalben die Schwarzdrosseln! durchs Gebüsch, die sich stets sofort in die Nähe der Woh­nungen flüchten, wenn ihnen draußen der Frost kein Durch­suchen des Erdreichs nach der gewohnten Nahrung gestattet. Dicke Reifdecken lagen auf den Dächern, und an tausend! Aestchen und Grashalmen hingen die kleinen weißen Kristalle.. Mit gleichmäßigem Grau hat sich der Himmel alliwählüh behängen. Schnee liegt in der Luft, und vielleicht erleben wir echte, weiße Weihnacht.

** Weihn acht s v erkehr. Jür Gegensatz zn früheren Jahren wird der starke allgemeine Verkehr ant 24. Dezember nachmittags mit der Abbeförderung einer großen Anzahl von Militärnrlaubern zusanrmen- treffen, und auch am 27. Dezember und 31. Dezember nach­mittags außergewöhnlich anschwellen. Wegen Her gäbe eines großen Teils der Betriebsmittel zn Heereszwecken können Bor-, Nach- und Sonderzüge nicht in dem gleichen Umfange gebildet werden, als es ftüher geschehen ist und wie eA auch dieses Jahr zur ordnungsmäß-igen, pünttlichen Be­triebsführung wünschenswert wäre. Es wird nicht zu ver­meiden sein, daß am 24., 27. und 31. Dezember nachmittags alle Züge sehr stark benutzt, leicht Verspätungen erhalten,, und unter Umständen Anschlüsse versäumen werden; ver­einzelt werden den Personenzügen auch mit Bänken aus­gerüstete Güterwagen beigesteltt werden müssen. Hiernach! dürfte es sich empfehlen, wenn rtle diejenigen, die über ihre. Reisezeit frei verfugen können, ficf) dem Vorstehenden gpmäßx mit ihrer Reise einrichten.

** Die Berte ihung von Ehren-llrkunderv durch die Handwerkskammer zu Darmstadt. Nachdem die Handwerkskammer zu Darmstadt be­schlossen hat, an unselbständige Personen des Handwerker­standes, welche 25 Jahre in ein und demselben Betriebe unun terbrochen tättg gewesen sind, als Anerkennung für die treue Arbeit, Ehren-Urkunden zu verleihen, haben auf eingereichte Anträge und nach Erfüllung der satznngsü gemäßen V er leihungs bestimm urigen nachstehende 21 gelernte Handwerker Chven-llrkitnden erhalten: Provinz Stör- kenburg: Schneider. Peter V., Tapezier zu Griesheim bei Wilhelm Schmauk, Hoftapeziermeister zu Darmstpdt; Dingel dein, Adam, Faktor zu Darnistädt bei Cd. Roether, Buch- und Kunstdruckerei zu Darmstadt: König, Peter, Maurer zu Griesheim bei I. Müller Nachs. L. Weber, Bau­geschäft zu Darmstadt: Walter, Ludwig, Graveur zu Darmstadt bei Schlager u. Best, Kammfabrik zu Darmstadt;. Bickhardt, Heinrich, Weißbinder zn Darmstadt bei Fer­dinand Schulz vorm. .Paul Weber, Weistbiudermeister zu Darmstadt; Weichsel, Philipp, Mechaniker zu Bensheim bei W. Euler, Fabrikant zu Bensheim; Attig, Gg. Niko­laus, Schneider zu Bensheim bei Georg Schmitt III., Schnei­dermeister zu Bensheim; Lebert, Georg Friedr., Weiß­binder zu Roßdorf bet Ferdinand Schulz vorm. Paul Weber, Weißbindermcister zu Darmstadt; Groß, Fviedrich Thiele­mann, Spengler und Installateur zu Offenbach bei Christ. Grünheit, Jnftallationsgeschäft und Bauspenglerei zu Offcn- bach; Mann, Wilhelm, Schmied zu Darntstadt bei Joh. Deckmann, Hoffchmiedemeister zn Darmstadt; Horch, Pe­ter IL, Gürtler zn Offenbach bei Firma Mocller u. Schroeüer, Metall- uno Gürtlerwaren.sabrik zn Ossenbach; Stein­ban er, Josef, Steinhaucr zn .Hirschhorn bei Firma Ainann uno Mathes zu Hirschhorn. Provinz R h c i n h c s scu: Fuhrmann, Franz, Schneider zu Osthofen bei Jakob'