Einzelbild herunterladen

IleCer IL SDtoe., 5©ieffiecgrf«ßTt zu Osthofen; Bott | sorg EU., Wucher zu Mainz bei PH. Schumacher Nachs. j itzer und Weber, Maler- und Wuchergeschäft zu Mainz; olImann, Oskar, Installateur zu Mainz bei W. Schlis--

> arm. Inh. R. Schlisnrann, Jnstallationsgeschäft zu Mainz.

Provinz Oberhessen: Schäfer, Wilhelm, Weiß- nderzu Dorheim bei Heinrich Becker vorm. Gg. Hieroni- I ns, Maler-, Weißbinder- und Stuckgeschäst zu Friedberg: ehr. Georg, Zimmerpolier zu Schliß bei Heinrich Metzen- irf, Zimmermeister zu Schlitz; Schneider, Leonhard, Italer und Weißbinder zu Gießen, bei Louis Petri III.,- au- und Dekorationsmaler zu Gießen; Bläser, Luftn. II,

! iaurer und Weißbinder zu Vadenrod bei Johannes Hill orm. Gg. HiN, Maurermeister zu Storndorf; Wagner, ohann, Zimmerer zu Schlitz bei Heinrich Metzendors, Zim- ermcister zu Schlitz; G u t b e r l e t, Georg Heinrich, Dach­ecker zu Romrod bei Firma L. Rößner, Dachdeckergeschäst

> i Alsfeld. Anträge auf Verleihung an Weihnachten 1115 sind von der gewerblichen Korporation, iveicher der

rbeitgeber angehört, bei der Handwerkskammer zu Tarm- adt bis spätestens 1. November 1915 einzureichen. Ten Anträgen ist ein ausführlicher Lebenslauf des zur AuS- nchnung Vorgeschlagenen, sowie ein von dem BetriebS- ! ihaber ausgestelltes, ortspolizeilich beglaubigtes Arbeits- .'ugnis, das gleichzeitig den Nachweis der 25jährigen uu- nterbrochenen Tätigkeit in ein und demselben Betriebe nthalten muß, sowie ein von der Polizeibehörde ausgestell- :S Leumundszeugnis beizuschließen.

" Das Fest der Silber»«» Hochzeit ieiern am 15. Dezember Herr I. Lamp und Fra». Schillerstrabe 87.

"Verlaus ausrangierter Militärpserde, trnch- iger Stute» und Fohle». Mo»tag, den 28. Dezember 19J4,

! ormlltagS 10 llhr, findet in Bi sch «veiler (Elsaß) eine Ver- eigernng von Vierden des ElappenpierdedepotS daselbst an La»d- >>rte statt. Bescheinigung wegen Zulassmig zu dieser Ver- eigerung erteilt die Landwirtschastskannner Därmsladl für andivirte des Grobbcrzoglums aus Ansorder». Die Gesuche um rleckung dieser Bescheinigung müssen von der Bürgermeisterei es Antragstellers mit deni Vermerk versehen sein, daß letzterer I andwirt ist und die Pserde iür seinen eigenen Betrieb benötigt.

Landkreis Gießen.

O Beuern, 22. Dez. Seit einiger Zeit hat linser Kirchturm ne neue ll h r «rt,alten. In etwa 20 Bieter Höhe sind die | ,80 Meter hohen Zifiernblätter »ach vier Seiten angebracht.

Kreis Lauterbach.

O Lauterbach, 2.-. Dez. Gestern abend iand int Konffr- I nandensaale durch Kretsrat von Werner die lleberreichiing der >on der Ärohherzogin gestitteten Brosche a» ll hiesige j) e l s c r i n n e n vom R o t c n K r e u z, die sich für die Dauer )ti Krieges in den Dienst der freiwilligen Krankenpflege gestellt I ind verpflichtet haben, statt. KreiSral von Werner hielt an die dellerinnen eine kiirze Ansprache, in welcher er mif die Pflichten ind die Tätigkeit der ireiwilligen Heljcrinnei, hinwies, und dankte >e» Aerzte» und bei, Schwestern des hiesigen KrankenbanscS, >vo- elbst die belleriimen einen praktische» AuSbildungskursuS genossen ^ wben, für ihre bereitwillige UiilerrichtSerleilung. Ter llcber- eichung wohnte» eine Anzahl Mitglieder des hiesige» Zwcig- 'ereinS vom Roten Kreuz bei.

X Aus bei» oberen Vogelsberg, 22. Dez. Durch I sie ungeheure Schneelast in» vorigen Winter haben die jungen Zichl ei, bestände zum Teil sehr gelitten und machen auch in ftesein Winter de» Holzhauern mit dem Ausarbeite» des Nutz- ,olzeS viel zu schaffen. Obivohl im Frühjahr und Sommer brs in AnSbrnch des Krieges von mehreren Leuten in diesen Bestän- | len tüchtig gearbeitet wurde, konnte man doch nicht damit fertig werden, so daß noch Arbeit in genügender Weise vorhanden ist.

Starkcnburg und Nheiuhcssen.

__ m. Offeitbach a. M., 23. Dez. In der gestrigen IStadtverordnetensitzung gab der Vorsitzende Ober­bürgermeister Dr. D u l l o unter den Mitteilungen eine E i ne gabederNotstandsarbeiter bekannt, in der diese um Uebernahme der Steuern auf die Stadtkasse nachsuchen. Die Eingabe wurde dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Aus Antrag des stellvertretenden Militär-Inspekteurs der srei- ivilligen Krankcnpslcgc wurde zur Beschaffung von Liebes- ! gaben für die im Felde stehenden Truppen ein Beitrag von 2000 Mk. bewilligt. Für die Herstellung der gärtnerischen Anlagen am Tempelseering wurden -12 400 Mk. bewilligt; die Arbeiten sollen dann in Angriff genommen werden, wenn während des Krieges Mangel an Arbeitsgelegenheit eintreten sollte. Zur Erleichterung der Bezahlung des GaSpreiseS während der Kriegszeit wurde beschlossen, daß während der Dauer des Krieges denjenigen Gasabnehmern, deren Er­nährer zur Fahne einberufen oder durch den Krieg arbeitslos geworden sind, und die gleichzeitig Leucht- und Heizgas be­nutzen, auch Gasauromaten mit einem Einheitspreis von 16 Pfennig für den Kubikmeter ohne Gewährung von Ge­brauchsgegenständen gesetzt werden können. Außerhalb der Tagesordnung wurde beschlossen, sämtlichen im Felde stehen­den städtischen Beamten und Arbeitern Liebesgaben im Werte von je 6Mk. zu übersenden. Weiter wurde beschlossen, den Angehörigen der im Felde stehenden städtischen Ar­beiter während der Weihnachtswoche den doppelten Betrag des sonstigen vollen Wochen verdien st es zu gewähren. Hessen-Nassau.

l>. Bad H o in b u r g v. d. H., 22.^Dez. AuS dem Schloß­teich wurde heule die seit etlichen Tagen vermißte 17jährige Tochter eines Malermeisters als Leiche gezogen. Liebcskunmler soll daS junge Mädchen in den Tod getrieben haben.

h. B a d H o m b u r g v. d. H., 22. Dez. Die Stadtver­ordnetenversammlung nahm den der Stadt vcrmach- ten Nachlaß des verstorbenen L. Brainbier mit dem Ausdruck des Dankes an. Sie bewilligte sodann für lleberschreitungen bei der Schlachthosverwaltung 300 Mk., denen jedoch 807 Mk. Ersparnisse gegeilüberstehe»; verschiedenen Pächtern städli- [ 'scher Grundstücke gewährte man für Ernteaussälle mehrere hundert Mark Nachlaß. Dem Bau eines Scrpentinenweges vom Wnig Wilhelms Weg nach dem Marmorstein stimmte man einhellig zu. A u f s e h e n u n d I n t e r e s s e erregte eine Magistratsvorlage über eine K r e d i t b e w i l l i g u n g kür 00 Wagen gelieferte Kohlen. Als die Stadt im Anfang des Krieges größere Mengen Kohlen bezog, er­hielt sie durch das Versehen eines städtischen Beamten 90 Eisenbahnwagen z u v i e l, die einen Wert von 23 607 Mk. hatten. Zwar nahm die Militärverioallung sofort 30 Wagen ab, auch Private, die Gasanstalt und einige Private Hallen der der Stadl aus dem Kohlensegen: aber die Abfuhr der Kohlen dauerte über die lagerfristige Zeit weit hinaus, so daß die Eisenbahnverivaltung ein Standgeld von 2 5 00 Ml. fordert. Die Versammlung bewilligte schließlich 23 697 Mk. für Kohlen, lehnte aber die Zahlung von 2500 Mk. Stand­geld ab. Wenn eine gütliche Einigung mit der Bahn glicht zustande kommt, wird jedenfalls ein Prozeß gegen die Stadt die Folge sein. _

Gietzener Strafkammer.

th. Gießen, 22. Dez Von der Anklage des Diebstahl« sreigesprochc» wurde der Schmiedemcistcr C. Sch. von Selters, den das Schöffen­gericht Ortenberg zu l Tag Gefängnis allein aus die Aussage des Bestohlenen verurteilt hatte. Der bisher unbescholtene Mann sollte onn Gemeinderechncr, mit dem er einmal eine Tifscrenz hatte, einen Karst im Werte von 2Mk. vom Wogen genommen haben.

Trotz der Tunkelheit des Abends ivollte der Bestohlene gesehen baden, daß der Meister den Diebstahl verübt hat. Die Strafkammer konnte sich von der Schuld des Sch. nicht überzeugen und hob daher das Schössengerichtsurteil auf.

Gewerbsmäßiger Güterhandel.

Ter Viehhändler Eliesar S. von N.-Ohmen war voin Schöffen­gericht wegen Zuwiderhandlung gegen die Bestimmungen der hessi- tchen Verordnung gegen den gewerbsmäßigen Gülerhandcl zu einer Geldstrafe von 20 Mk. event. 5 Tage Gefängnis verurteilt worden. In der Verhandlung vor der Strafkammer machte S. geltend, er habe nie mit Gütern gehandelt und habe nur die Absicht gehabt, für sich einige Wiesen zu erwerben. Es sei ein Gut seil gewesen, dessen Besitzer, mit deni er wegen des Ankaufs der Wiesen ver­handelt habe, aber erklärte, er verlause jein Gut nur im ganzen. Alan sei ivegen des Kaufpreises einig geworden. Nach Zustande- iömnien des Kaufes habe er die einzelnen Parzellen sämtlich ver­steigern lassen, dock: habe er für diejenigen Wiesen und den Wald, die er behalten wollte, den Zuschlag nicht erteilt. Rechtsanwalt lB k i l st c i n - Grünberg, der den Angellagten vertrat, bestritt die Rechtsgülligkeit der HZsischen Verordnung betressend den gewerbs­mäßigen Güterhandel in der Form, wie sie besteht, weil gewisse Be­stimmungen gegen die Gewerbeordnung und gegen das bürgerliche Gesetzbuch, also gegen .Reichsvecht verstoßen. Der Verteidiger führte aus, daß die Verordnung, welche der Angeklagte verletzt dabei, soll. u. a. Verträge, welche aus Grund des bürg erliche,f Gesetzes abgeschlossen sind, für nichtig crllärt, wenn der Anmelde- srist von 14 Tagen vor deni Kaufabschluß beim Kreisanrt nicht erfolgt sei. Daniit wird dem Verkäufer eines Guts die Gelchästs- sähigleit abgeschnitten. Tas Schöffengericht habe auch den Begriff der Gewerbsmäßigleit falsch anfgesaßt, und es müsse schon deshalb auf Freisprechung erkamit werden. Tie Strafkammer erflärte, baß sie in Uebereinstimnrung mit dem Oberlaudesgericht ine aus sozialen Gründen erlassene Verordnung gegen die gewerbsmäßigen Güterzertrümmerer zu Recht bestehend erachte, daß also ein Verstoß gegen das Reichsrecht darin nicht erblickt werden kann, dagegen habe has Schöffengericht geirrt, wenn es angenommen hat, daß der Angeklagte gewerbsmäßig gehandelt hat. Tie Kammer erflärte, daß in dem einmaligen Kauf und Verkauf eines Gutes, wie er im vorliegenden Fall gegeben sei, eine GewerbSmäßigkeit nicht ge­geben sei, weshalb unter Aushebung des ergangenen Urteils der Angeklagte sreizusprechen sei.

Ui»iversitäts»Nachrlchten.

jj Marburg, 22. Dez. TaS Personal-Verzeichnis der Stu­dierenden der hiestgcn Universität, welches diesmal etwas später wie sonst zur Ausgabe gelangt ist, enthält aui seinen ersten schwarz umränderten Seilen bereits etwa 60 Namen von An» gehörigen der ll n i v e r s i 1 ä t, die bis zur Drucklegung den Heldentod genmde» baden. Wie viele der im Felde weilenden Marbnrger Studenten, deren Namen im Verzeichnis durch ein Fähnchen kenntlich gemacht sind, bereits mit dem Eilerneii Kreuz ausgezeichnet wurden, ließ sich noch nicht erniilteln. WoS die Zahl der iür das Wintersenielter iminatrikulierten Studierenden a»- belangi, so sind es 1873 Männer und 176 Frauen, zusammen 2040, dazu kommen noch 11 M9n»er und 2 Frauen, welche znm Hören der Vorlclniiqen berechtigt sind. Es studieren 220 Theologie, 274 Jurisprudenz, 584 (31 Frauen) Medizin und 971 (145) Philo­logie. Der Heimat nach stammen 1650 (144) ans Preußen, dar­unter 590 (38) ans Hessen-Nassau, die übrigen, bis auf etwa ein ntzend Ausländer ans Holland, der Schweiz und Ainerika, aus den übrigen deutschen Bundesstaate».

Wahre SiegeSsreude.

(Der Rückzug der Russen.) ..Jungdeutschland" ziehe hffraus vor's Tor lind wen es als Sprecher sich auSerkor,

Ter trete vor die erglühende Schar lind bringe dem Kaiser ein Hurra dar Und preise das Kämpfen und preise das Ringen Und künde im Osten das große Gelingen.

Zuletzt noch sage er srairk und frei:

Nur schade, daß wir nicht waren dabei."

Und aus den Plätzen mögen die Kleinen Sich eilig zum frohen Spiele vereinen.

In bunten, fröhlichen Kinderreihen Ans voller Kehle ihr Hurra schreien.

Und jubelnd die Fähnchen flattern lassen Auf slaggengeschmücktcn Straßen und Gassen.

Uns aber, denen das Schicksal gebeut.

Zu Hause zu wirke,» in glorreicher Zeit,

Knüpfe der Sieg noch fester das Band >

Mit unseren Brüdern iin Fei»tdesland Und uns der Nächstenliebe Berus,

Den schönsten, den Gott uns im Herzen schuf.

Ihr Frauen, vergesset heut' eigenes Leid,

Bedenkt, daß ihr deutsche Frauen seid.

Verkündet den Sieg, doch nicht aus den Gassen,

Das habt ihr den Kleinen ja gern überlassen.

Doch da, wie ihr wisset im Lazarett

Geht sacht' durch die Reihen von Bett zu Bett,

Reicht jedem Krieger freudig die Hand,

Erzählt von den Kämpfen zu Wasser und Land,

Erzählt von dem Siege, den wir errungen.

Von unfern blauen und grauen Jungen,

Wie unsere Schisse die Meere durchgueren Und halten die deutsche Flagge in Ehren Und wir die Deutsche Wacht am Rhein Verschoben weithin nach Frankreich hinein.

Und wenn auch am Abend die Kinder bang Fragen, wo ihr geblieben so lang,

Dann saget:Wir haben die halbe Nacht Bei verwundeten Helden am Bette gewacht,

Tie für euch geblutet, die für euch gelitten,

Die euch eine glückliche Zukunst erstritten,

Denen haben wir frohe Kunde gebracht Von der in Polen gewonnenen Schlacht.

Und seht ihr sie später an Stöcken und Krücken,

Dann eilt, ihnen dankbar die Hände zu drücken.

Denn Helden sind es der edelsten Art,

Tie Euch vor seindlichein Einfall bewahrt.

Sie haben ihr Bestes dahingegeben,

Um Euch zu erwerben ein glückliches Leben." _ Hungen, am 18. Dezember 1914. Stbgr.

Büchertisch.

Taschenbuch der Luftflotten. Um Klarheit in die seindlichen Liistslottenstreitkratte zu brnrgen und um uns über Stärke und Bauart der seindlichen Lustslugzeuge auszuflären, ist der 2. Jahrgang des Taschenbuches der Lmtslotten von R a s ch und H o r m e l gerade zur rechten Zeit erschienen. Wir finden darin alle Flugtnven von »'amtlichen kriegführenden Staaten ioivic auch der neutralen. Auch die deutschen Luftschiffe dursten im Bild ge­bracht werden; sonst mußte, »ras Deutschland und Oesterreich be­trifft, den Anordnuirgcn der Militärbehörden cntsprecheird Zurück­haltung walten. So schlcii von Teutsckstand und Oesterreich die Schiffslisten und die Organisation des Mllitärluitfahrweiens, ebenso natürlich die Luftschiffhallen sowie die Uebersicht über die Bautätigkeit der deutschen Wersten, welche Angaben bei den an­deren Staaten in größter Ausführlichkeit und Genauigkeit gegeben sind. Trotz des Fehlens der diesbezüglichen deutschen »in- österreich». scheu Abteilungen ist das Buch für den deutschen Offizier wie für die Ticherheitsbehörden und Luflslottensreunde im allgemeinen von unschätzbarem Werte, da eben alle Luftschiffe der Welt im Bild genau dargestellt sind und ihre Leistungsfähigkeit erläutert wird. Vermittelst des Buches lassen sich auch »ast alle Luftschiffe und Flugzeuge erkennen und es läßt sich meist feststellen. aus welchem Lande sic stammen. Auch die neuesten Motore sind in anschau lichen Abbildungen zur Ausnahme gekämmten, so daß das Buch dar! soeben erschienen ist (I. F. Lehmann's Verlag München, Preis 4 Mark), weitesten Kreisen des Heeres, der Verwaltung und des deutschen Volkes wichtige Dienste leisten wird. Auch für die Heran­wachsende Jugend, die dem Flugsport so großes Jnterelle ent-

gegenbringt, dürfte das Büch eine willkommene Weihnachtsgabe sein.

Adam Karrillon. 16 Novellen aus dem Chatten­lande. Geb .4 Mark. Des Odenwälder Dichters Erzählungen packen mit derber Faust zu. Die rütteln auf und lösen durch eine herzerfrischende Komik, durch einen satirischen Humor in der Erfindung wie in der Schilderung ein befreiendes lautes Lachen los. Grimn» und Liebe spricht aus jedem Worte des Landarztes und Bauerndichtcrs, der hier im knappen Porträt, in starken Um­rissen wohl das treueste, der Wirklichkeit am meisten entspre­chende Zeugnis von seinen Dörslen» ablegi, das er je versucht hat. Derbe Holzschnittplastik meißelt die knochigen Züge deS Land­volkes heraus, in einer Anschaulichkeit, die unmittelbar wirkt. Und das um so mehr, als alles, was Doktor Ebenich, die Mittel- sigur aller Geschichten, an starken Späßen, kraftstrotzenden Tor­heiten und bewegten Schicksalen mittcilt, erlebt ist mit jeder Faser des Herzens und der Sinne. Eine prachtvolle, mannhafte Menschlichkeit spricht aus allen, auch den satirisch angelegten Bildern von der armen, um die Not des Daseins ringenden Walt»- und Gebirgsbevölkerung.

r Walther Burk, Der versunkene Herrgott. Roman. Geb. 4 Mark. In diesem romantisch-bunten Werk, das von einem versunkenen L-chlossc und den Schicksalen seiner Be­sitzer und Anwohner ergreifenden Bericht ablegt, offenbart sich ein Schriftsteller von reichein Gemüte uttö ernster Lebenskenntnis. Der Heldin Liebesweb »mb charaktervolles Ringen zum Friede»» und Glück ist zauberhaft verwoben mit den Stimmungen einer dunklen Sage, die wie ein Fluch das Leben im Schlosse Erlheim niederhält. Ter Seelcnadel einer Frauengestalt von seltsamer Feinheit überwindet alle Hindernisse und führt alles Leid zum besreienden Ende. Nicht nur ihr Schicksal vollendet sich mit wohl­tuender Kraft, auch das der Dorjeimvohner, für die sie forjjenb fintritt, als ein Schildbürgerstreich die guten Franken dieses stillen Winkels im deutschen Lande in ernste Bedrängnis ge. bracht baß___

Märkte.

fc. Frankfurt a. M. Diehhoi Marktbericht vom 23. Dez. Auftrieb: Rinder 160 (Ochsen 63, Bullen 00, Kühe und Färsen 57), Kälber 1131, Schale 157, Schiveine 1076.

Tendenz: Kälber lebhaft, Schaf« langsam, Schweine mittel­mäßig, geräumt. Preise für 100 Pld.

Lebend- Schlacht­gewicht

Kälber. Mk. Mk.

Feinste Mastkälber.......... 5358 8896

Mittlere Mast- und beste Saugkälber . . . 4852 8188

Eeringcre Plast- und gute Saugkälber . . . 4447 7680

Schafe.

Stallmastschafe:

Mastlämmer und jüngere Masthämmel . . . 40-00 86-00

Aeltere Masthain,nel, gut genährt« junge Schale und geringere Mastlämmer . . . 29-00 70-00

S ch w «i« c.

Dollfleff'chige Schweine von 80 bis

100 kg Lebendgewicht..... 57.5060.00 74.0077.00

Vollfleijchig« Schiveine unter 80 kg Lebendgewicht ........ 57.0058.50 73.0075,00

Dollfleischig« Schweine von >00 bis

120 kg Lebendgewicht..... 69.0061.00 74.0077.00

Vollfleischige Schweine von 120 bis

150 kg Lebendgewicht..... 59.0061.00 74.0077.00

Wetleräussicksten in Hessen am Donnerstag, den 24, Dez. ia!4 Wolkig, vereinzelte Schneesälle, kalt, östliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Herabsetzung des Wechseldiskonts und des Lombard» zinssutze».

lWTB.) Berlin. 23. Dez. Die deutsche Reichs- b a n k hat den Wechseldiskont von 6 auf 5 und den Lombardzinsfutz von 7 auf 6 Proz. herabgesetzt. Die Schlacht in Polen.

Genf, 23. Deg, Nach hier vorliegenden Meldungen irunmt die Schlacht in Polen auf der Weichselfront mit übermäßig großer Heftigkeit ihren Fortgang. Tie Lage der Deutschen, die bedeutende Streitrräste zusammengezogen haben, und die mit gro­ßer Todesverachtung Vorgehen, steht bis jetzt günstig.

Das Verhalten der Russen in Lemberg.

R o t t e r d a m, 23. Dez.Nowojc Wremja" erzählt zur Begründung der harten Maßnahmen der Russen in Lem­berg, daß dort ein förmlicher A u f st a n d vorbereitet wor­den sei, und zwar durch Soldaten der polnischen Legion mit Hilfe deS polnisckien Roten Kreuzes und von Aerzten. Die Soldaten hätten sich während der Einnahme von Lemberg in die Spitäler geflüchtet und sich dort wie Kranke und Ver­wundete benommen. Die Verschwörer hätten in den den Ka­sernen gegenüber liegenden Häusern Maschinengewehre und Kanonen ansgestellt und Waffen unter die revolutionär ge­sinnte Bevölkerung verteilt.

Enttäuschung in Paris.

Genf, 22. Dez. Die heute vorliegende wortreichste aller bisherigen Jofsrenoten ist dazu bestimmt, dem ftanzösi- schen Parlament, das in den nächsten Stunden debattetos nahezu neun Milliarden bewilligen soll, den Mangel jeder bedeutt'ame- ren Entscheidung zu verschleiern. Die Gerrngsügigkeit der heute gemeldeten Afsären steht in auffallend scharfem Widerspruch zu der Ruhmredigkeit des Joffreschen Tagesbefehls, dessen zeitgemäße Veröffentlichung durch das deutsche Haupchuarticr einen sehr pein­lichen Eindruck in Pariser parlamentarischen Ksteisen hervorrief. Noch gestern abend sab Kriegsminister Millerand sich' genötigt, dem Budgetousschuß mitzuteilen, daß die Pariser Zeitungsmel- dungen über große Erfolge der Verbündeten unbestätigt geblieben seien. Ter Ausschuß war wenig entzückt, zu vernehmen, daß die Deutschen eifrig sortfahren. Ppern und Arras zu bombardieren, und daß im Argonnerwalde die angekündigte französische Re­vanche auch gestern ausgeblieben sei.

Ein Abenteuer des Militärattachss Majors v. Wintcrfeldt.

San Remo, 22. Dez. Der italienische DampferRe Umberto", der von Barcelona nach Genua unterwegs war, wurde von einem sran»ösischen Kreuzer angehalteu unb durchsucht Unter den Passagieren beiand sich der trübere deutsche Müitärattacho in Poris, Major v. Winterseidt. Er sollte sestgenommen und nach Toulon abgesührt werden, dürfte aber irach Vorzeigung von Gelettbriesen der frarrzösilchen und englischen Regierung seine Reise sortseßen.

Dir neutrale .Haltung Chiles.

Kovenhagen, 23. Dez. Der PariserTemps" behaup­tet in einem Arttkel, daß die chilenische Regierung ihre neutrale Halttmg aufgegeben habe, indem sie einem deutschen Kreu­zer gestattete, in dem Haien von Punta Arena Kohlen einzunehmen. Tie Willigkeft Chiles gegenüber Deutschland sei geeignet, Verstimmung bei den Alliierten hervorzurufei^ und er- ivecke auch einen schlechten Eindruck bei Chiles nächsten Freunden (Zu der Zeft, als das Geschwader des Admirals Rodiestwenskl die Häsen der französischen Kolonien anlief, hat man die geschätzte Neutral ität etwas anders ausgelegt.)

Verantwortlich fürFeuilleton".Gerichtztsaal" u.Vermischtes": I. V.: August G o e tz.

Feldpostbriefe: Wegen der allgemeinen Nützlichkeit ver dient bekannt zu werben, daß die Feldpostbriefe iür 3m,'er'* Brust Caramellen ohne Porto versandt werden. Der Absender braucht aus diese Briese nur die Adresse auizuschreiben und in den nächsten Postsckmller zu werfen. Er sorgt dadurch vor, daß sein Angehöriger im Felde draußen gegen Erkältungen. Husten, Heiserkeit und .Ka­tarrhen geschlitzt bleibt oder vorhandene Uebcl befeittgt werden

y AiD