Nr. 30|
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Erster Blatt
Jahrgang
Mittwoch, 25. Dezember
Giehener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Sotatjonzdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Such- »ni> Steindruckerei 8. Lange. SchristleitANg. «eschästzftelle u. Druckerei: Schulftr. 7. Anzei^-m-ll: ^ a«d!
t, ezuq » o re > >: monatl. 75 Ps., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Ps.: durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auslchl. BefteUg. Zeilenprer» -lokal 15P>-, ailsw. 20 Ps. — Haupt- lchristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich sür den polit. Teil: Aug. Goetz; sür .Feuilleton", .Vermischtes" und.Gerichtssaal": Karl Neurath: sür .Stadt und Land":
Neue Nämpse im Westen. Die Rückzugrkümpfe der Russen.
(WTB.) GrotzcsHauptauartier.22. Dez. vormittags. (Amtlich.) Bei Nieuport und in Gegend J p e r n herrschte gestern im allgemeinen Ruhe. Zur Wiedererlangung der am 20. Dezember verlorenen Stellungen bei Festubcrt und Givcnchy machten die durch französische Territoriale verstärkten Engländer gestern und heute nacht verzweifelte Vorstöße. die zurückgewiesen wurden: in der Gegend Riche- doirrg gelang es ihnen, in ihren alten Stellungen wieder Fuß zu fassen.
Die gestrigen Angriffe der Franzosen in Gegend Albert nordöstlich Compisgnr. bei Souain und Perthes, wurden unter schweren Perlustcn für sie abgeschlagen.
Fm westlichen Teil der -Argonncn nahmen wir einige Schützengräben. Ocstlich der Argonnen, nordwestlich und nördlich Berdun wurden die französischen Angriffe, zum Teil unter schwersten Perlusten für die Franzosen, leicht zurückgewiesen.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist die Lage in Osb mch Wcstpreußen unverändert.
In Po len stehen unsere Truppen in heftigen Kämpfen um den Bzura- und Rawska-Abschnitt. An vielen Stellen ist der Uebergang über diese Abschnitte schon erzwungen.
Auf dem rechten Ufer der P i l i c a steht der Kampf der verbündeten Truppen noch.
Wir haben leider erst nach der Veröffentlichung fest>- gestellt. daß der gestern bekannt gegebene Befehl des französischen Generals Foffre vom 17. Dezember 1914 folgenden Rachstttz hatte: Der Befehl ist heute abend allen Truppen bekannt zu geben und zu verhindern, das; er in die Presse gelangt. Oberste Heeresleitung.
Während auf den Kriegsschauplätzen im Westen unsere Truppen alle Angriffe kraftvoll und siegreich abwchren, hat cs in Polen ebenfalls neue Fortschrilte gegeben. An vielen Stellen, so heißt es in dem deutschen amtlichen Tagesbericht, find die Bzura u. Raw-ska bereits überschritten worden. Auchin Galicien haben die Russen nochmals ihre letzten Kräfte zusammengerafft, ohne jedoch gegen unsere Bundesgenossen etwas ausrichten zu können. Ter russische Generalstab hat wieder eine gekünstelte und verlegene Erklärung heraus- gebracht. Er spricht von „böswilligen N a ch r i ch t e n", die Deutschland über die Lage der russischen Heere in der. Welt verbreitet hätte. Tie deutschen Meldungen seien „voreingenommen" und „unzulänglich". Wir dürfen ruhig zugeben, daß die deutschen Nachrichten über Einzelheiten sich nicht verbreitet haben; insofern rst der Vorwurf der Unzulänglichkeit ja leicht zu erheben. Daß wir im allgemeinen dem Feinde gegenüber auch ein bißchen voreingenommen sind, ist gewiß menschlich zu begreifen, und es wäre geradezu unbegreiflich, wenn es nicht der Fall wäre. Aber die Hauptsache! Was ist denn die Wahrheit, die volle Wahrheit? Wird diese vom russischen Gcneralstab ausgesprochen? Er erklärt: „Die Annahme einer mehr eingeschränkten Frontlänge unserer Heere ist das -Ergebnis eines freien Entschlusses der Militärbehörde." Nun ist die militärische Willensfreiheit eilt Problem, über das sich sehr viel reden läßt. Ter Wille zum Rückzug kann immer frei genannt werden, auch wenn die betreffenden Truppen geschlagen worden sind. Und nun die „natürliche Begründung", die der russische Generalstab an- sührt. Mit etwas anders gewählten Worten, die aber dem Sinne nach dasselbe ausdrücken, heißt diese Begründung: die Deutschen waren stärker als wir!
Das militärisch-diplomatische Kunststück wird in den neutralen Ländern wohl keinen großen Eindruck machen. In England aber denkt man russischer als Rußland selbst. Tie „Morning Post" schreibt nämlich u. a.:
Tie deutschen Truppen haben eine heillose A n g st vor den Kosaken und vor den irregulären Truppen, weshalb sie ihrs linke Flanke, die an der Bzura operiert, durch einen breiten, unüberschreitbaren und aller Brücken beraubten Fluß gegen die stündlichen Truppen zu decken suchen. Nichtsdestoweniger beginnen die Deutschen sich bereits unbehaglich zu fühlen, da sie einen neuen Kamps an der Bzura vorbereiten. Tenn cs ist für sie von der größten Wichtigkeit, diesen Wasserweg zur Anfuhr ihrer Munition und ihrer Nahrungsmittel sreizuhalten. Elf Mellen oberhalb Wloc- tawec und vierzehn Mellen westlich von Plock ist die ganze Breite der Weichsel durch drei kleine Inseln im Filickse persperrt. Gerade gegenüber diesen Inseln liegt Dobrzin. Tie Deutschen machten nun einen energischen Versuch, auf diesem Punkt der Weichsel mit Hllse von Schiffsbrücken und Brückenmatcrial, das sie her- angebraclst lichten, zu überschreiten. Tic Teutichen verfertigten dann auch eine Hllssbrücke, die vom linken User bis zur ersten Insel ging. Sie überschritten daun diese Brücke in großer Anzahl, aber nutz standen sie vor der schwierigen Aufgabe, eine Brücke von diesem Jnselchen über den Hauptarm der Weichsel zu schlagen, der dort eine halbe Meile breit ist. Tie Russen ließen die Deutschen ruhig an der Arbeit, und während die Deutschen die dortige schnelle Strömung zu überbrücken suchten, brachten die Russen auf den Anhöhen des rechten Ufers ihre Artillerie in Stellung. Tann begannen sie plötzlich heftig zu feuern, und diese mörderische Beschießung verursachte eine derarlige Panik unter den Deutschen, daß sic Hals über Kopf zurückwichcn und keinen Versuch machten, ihr Brückenmaterial zu retten, das wohl jetzt in den Händen der Russen ist.
Zuerst heißt es, die Deutschen hätten heillose Angst, und zur Begründung dieser Behauptung ivird daun sort- gefahren, sie hätten neue Angriffe eiugeleitet. Es fällt uns iiicht ein, von „böswilligen" Meldungen der Engländer zu spreche». Wie bei uns, so wird dieser Tratsch der „Morning Post" auch in anderen Ländern nur Heiterkeit erwecken. Aus Angst haben wir im Vorrücken uns den Schutz der Flüsse gesucht! Aus '.'lugst vor de» Kosaken werden lmr cnu
Ende noch Warschau erobern. Wenn wir aus Angst vor unseren Feinden gesiegt haben werden, wird der Wortcstrom der englischen und russischen Redekünstler noch immer nicht versiegt sein.
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Ter österreichisch-ungarische Tagesbericht.
Wien. 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 22, Dezember mittags: In dcn Karpathen wird nahe südlich dcn Gebirgskammen in dem Gebiete der Flüsse Nagy-Ag, Latorcza und Ung gekämpst. In Galizien gingen die Russen gestern wieder zum Angriff über, ohne jedoch durchdringen zu können. Namentlich am unteren Dnnajec hatten sie schwere Verluste. An der Nida und im Raume südlich Tomaszow entwickelten sich kleinere Gefechte. Die Kämpfe im Vorfeld von P r z e m p s l dauern fort.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö s e r , Feldmarschalleutnant.
Die Bemäntelung der Lage durch den russischen Geueralstab.
Petersburg, 22, Tcz, -WTB. Nichtamtlich.) Tic Leitung des Großen General st abs ettlärt: Da seitens des Teutschen Reiches und Oesterreich-UngarnS über die Lage unserer Heere und über das Ziel unserer sttategischen Maßnahmen in den letzten Tagen böswillige Nachrichten weit verbreitet worden sind, glaubt der Große Gencralstab die russische Gesellschaft vor der Voreingenommenheit und der Unzulänglichkeit der in der feindlichen Presse über unsere Streitlräikc verbreiteten Meldungen warnen zu müssen. Tic Annahme einer mehr eingeschränkten Frontlänge seitens unserer Heere ist das Ergebnis eines f r c i c n E n t s ch t u s i c S d er M i l i t ä r bc h ö r d e. Diese Maßnahme findet ihre ganz natürliche Begründüng darin, daß die Deutschen uns gegenüber ganz beträchtliche Kräfte kon- zenttterl haben. Dieser Entschluß sichert uns überdies weitere Vorteile, über die der O essen tl ich keit Aufklärung zu geben aus Gründen der militärischen Ordnung im Augenblick unglücklicherweise nicht möglich ist.
Anmerkung des WTB.: Nach den heutigen Meldungen ans dem Osten ist erfreulicherweffc anzunehmen, daß. die russische Heeresleitung bald noch wehr derartige „freie Entschlüsse" fassen und die „damit verbundenen" Vorteile einheimsen wird.
Deutsche Flugzeuge über Warschau.
Berlin, 23. Dez. Ueber ein schweres Bombardement von Warschau durch deutsche Flugzeuge berichtet, wie die „Voss. Ztg." meldet, der „Lodzer Courier": Am Samstag hörte man in Warschau im Lause von drei Stunden und zwar von 6 bis 9 Uhr früh den Donner explodierender Bomben, der die Luft zittern machte. Mehrere Häusermauern stürzten ein und man hörte das Stöhnen der Verwundeten. Von zwei deutschen Flugzeugen wurden 80 Bomben herabgeworfen.
Die Zarenfamilie in Moskau.
Moskau, 22. Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiser- s a m i l i e ist hier eingetrosten.
Türkische Siegesnachricht.
Ko nstan tino pr l, 22. Dez, (WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptauartier teilt mit: An der kaukasischen Front überraschtenunscreTruppendieRusscn durch einen Nachtangriff in ihren Stellungen bei El Agös und Arhi, 30 Kilometer östlich von Köpriköj. Der Feind erlitt schwere Vertu st e an Toten und Verwundetcn und ergriffdie Flucht. — Die in - dischen Besatzungstruppen von Aegppten desertieren massenweise und laufen mit den Waffen zu uns über.
Die Besetzung AserbeidschanS.
Petersburg, 22. Tez. (Ctt. Frkft.) Wie die „Rußkoje Stowo" aus Teheran bettchtet, haben die persischen Kurden mit den türkischen Truppen säst die ganze Provinz Ascrbeidschan besetzt. Dschulfa sei bedroht.
Erfolglose Beschießung von Alexandrette.
Konstantinopcl, 22, Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Hauptguartiers, Ein französisches Schiff hat gestern die Küste nördlich von Alexandrette ohne Erfolg beschossen. Von den übttgen Kriegsschauplätzen ist nichts Bedeutendes zu melden.
Der Kampf in Flandern.
Berlin, 23, Dez. Am Kanal im Osten von Nieuport haben in den letzten Tagen heutige Gefechte stattgesunden. Laut „Bossischer Zeitung" berichtet die „Daily Mail":
Oft standen die Teutschen den Belgiern und Franzosen stundenlang gegenüber, während nur das Wasser des Kanals sie voneinander trennte. Ein Fahrzeug lag ans der ftanzösischen Seite des Kanals bei Passchendaelc. Es wurde so umgedrehtz daß es eine Brücke bildete. Die Soldaten umwickelten ihre Schuhe mit Lappen oder gingen ans Strümpfen im Gänsemarsch über diese Brücke, ohne daß die Teutichen es vorerst merkten. Beim Näherlömmen enispanu sich ein Baj o ne t ikampf. Als dann noch Verstärkungen über das Boot cinttafen, wurden die Deutschen etwas zurückgedrängi.
Das holländische Presseburean meldet, daß die Franzosen große Anstrengungen machen, um sich in den Besitz der Eisenbahnlinie Roulers-Menin zu setzen, um dadurch auf die Deutschen an der Linie Menin-Roubaix-Lille einen Dricck auszuüben. Trotz der Zuführung großer Artilleriemengen ist ihnen der Vorstoß nicht gelungen. Die von Ipern heranführenden Marschstraßen werden weiterhin von der deustchen Artillerie beherrscht. Berichte aus Selzeete schildern, wie der Berliner Lokalanzciger meldet, die Maßnahmen gegen eine^mögliche Sperrung der Schelde und einen Angriff auf den großen Schissahttskanal Gent-Terneuzen seitens der englischen Flotte, Der Mittelpunkt ist die Zothuis, ein etwa ein Kllometer langer Gcbäudckomplex, der tells von Mauern umgeben in einem dichten Nadelgchölz längs des
Kanals liegt. Diese Position ist stark mit Laufgräben und schwerer» Batterien befestigt und bel,erricht den Kanal iuid die Eisenbahn: Zahlreiche Sandkähne von Baggern, gefüllt mit Sand- und Bascllt- steine», liegen für eine eventuelle Kanalsverrung berest. Die Stimmung der deutschen Truvven ist erheblich angeseuert durch die Meldungen von dem neuen Siege der deutschen Truppen in Polen. Die Soldaten sagen, jetzt werden wir auch bald mll den Franzosen und Engländern fettig, die Belgier zählen wir nicht mehr mit.
Ein feindlicher Flieger über Straßburg.
Straßburg, 22, Tez. (WTB. Nichtamtlich.) Heute nachmittag zwischen 3zrnd 4 Uhr erschien ein feindlicher Flie- g e r über unserer Stadt und ließ in der Nähe der Jllkircher Müh. lenwerlc eine Bombe fallen, die einen leeren Schuvven und Fen- ster eines Getreidespeichers beschädigte. Einige Svrengstücke fielen in den Handelshafen. Verletzt wurde niemaitd, Der Flieger, der sich in 1500 bis 1700 Meter Höhe bewegte, wurde beschossen.
Die Rekrutierung in Frankreich.
Paris, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Matin" meß det: An den Bürgermeistereien in Frankreich wurden am 20. Dezember Rekruticrungstafeln der Jahresklasse 1916 an> geschlagen.
Ter von dcn Deutsche» besetzte Teil Frankreichs.
P a r i s, 22. Dez. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Temps* meldet: Nach Berichten der Statistischen Gesellschaft hat daZ besetzte französische Gebiet eine Bevölkerungszahl von 3 255 000, als 8,20 Prozent der gesamten französischen Bevölkerung. Ter Wert des unbebauten besetzten Gebietes bv- trage ungefähr 4 Milliarden, der der Wirtschaftsgebäude 1,1 Milliarden, der der Fabriken 1,5, der der Geschäftshäuser 1,2, der Wohnhäuser 5, des Handels- und Jndustriematerials 1 Milliarde. Der Gesamtwert des besetzten Gebietes if demnach ungefähr auf 14,5 Milliarden veranschlagt. Der Wert der Hypothekenschuld in dem besetzten Ge» biete beträgt ungefähr 1 Milliarde,
Die Lage der deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich.
Berlin. 22. Tcz, (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsch^ Allgemeine Zeitung" schreibt über die Lage der deutschest Kriegsgefangenen in Frankreich: Das International« Komitee vom Roten Kreuz in Genf stellt einen von dem französischen Bevollmächtigten für die Ueberwachung der Kriegsgefangenenlager erstatteten Bericht zur Verfügung, in dem es heißt: „Ich habe die Gefangenenlager in Blaye, Möntauban, 'Albertville. Rouen. St, Etienne, Le Puy, Clermont und Aurlllac besucht und kann versichern, daß die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenem dort überall korrekt ist. Alle für ihre Unterkunft, Kleidung und Verpflegung getroffenen Einttchtungcn müssen als ausreichend bezeichnet werden. Ein Verbot, deutsche zu sprechen, besteht nichts Ter bttesliche Verkehr mit ihren Angehörigen ist den Gefangene» gestattet, indes Hai man in einzelnen Lagern die Beschränkung ln» hin getrosten, daß pro Woche nur diit Brief von zweli Setton, stellenweise auch zwei Briefe abzuschicken gestattet ist. Im übrigen gelten für alle Lager die gleichen ministeriellen Vorschriften Tic über die Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen in Cleir mont-Ferrand in der deutschen und schweizerischen Presse vcr> breiteten beunnihigenden Gerüchte sind nicht begründet,
Berlin, 22, D^. (WTB. Nichtamtlich.) Bon der Erlaubnis, Matcrialgaben den gefangenen Teutschen in Frankreich über- senden zu dürfen, Hai das Rote Kreuz sofort nach Abschluß der bezüglichen Verhandlungen Gebrauch gemacht. Ein Waggon mit warmen Sachen, Lebens- und Gennßmitteln ist gestern aberst mit deni 0-Zug von hier über Stuitgatt nach Gens abgegangen Ein weiterer Waggon wird in Stuttgart von dem Württembcrgischen Landesvercin vom Roten Kreuz angehängt. Zwei Waggon sind aus München, je einer aus Dresden, Karlsruhe und D a r m - stadt auf dem Wege nach Gens. Von hier werden die Gaben imter Begleitung eines Deutsch-TchwcizeiE nach Frankreich gebracht, wo die Aushändigung unter der Aussicht des amerikanischen Botschafters erfolgen wird.
Aeußerungen des englischen Schatzkanzlers.
London, 22, Dez, (WTB. Nichtamtlich.) „Daily Chrvnicle" veröffentlicht eine Unterredung des französischen Abgeordnete» Louauet mit Lloyd George, in welcher der englische Schatz- kanzlcr sagte, Englands ?lusgaben betrügen für Heer und Flott« monatlich 45 MUlionen Pfund Sterling, England habe jetzt über zwei Millionen Soldaten und Seeleute un ^ ter den Waffen. Seit Anfang August habe man ohne Wehrpflicht etwa kV« Millionen Soldaten rekrutiert und man werde vielleicht aus 2 l /» Millionen kommen. Vor dem Frühling würde V-Million ausgezeichnet ausgebildetcr und sehr begeisterter Soldaten das Expeditionskorps verstärkt haben.
Der Schwätzer Churchill.
Berlin, 23. Dez. Nach einer Meldung der „Deutschen Tageszeitung" aus London, wird Churchill wegen seines Briefes cm den Bürgermeister von Scarborough heftig »angegriffen, worin er von deutschen Kindermördern spricht und sonst noch starke Worte gegen den Feind gebraucht^ — „Morning Post" und „Globe" meinen, Churchill protestiere allzu oft, Er möge sich des allen englischen Wortes erinnern, daß Reden ein schlechtes Wund- hcilmittel sei. Auch sollte er den neutralen Mächten das Urteil überlassen. Es sei der englischen Natton unlieb, daß der höchste Leiter der mächtigen, aber auch stummen Flotte, mit Sch-rmpstnorten um sich werfe,
AuS London.
London, 22. Tez. (WTB. Nichtamtlich? Um die deutschen' und österreichischen Kellner zu ersetzen, haben die großen Hotels Londons Lehrlinge angeiwmmen, zu der» Ausbildung eine Fachschule eingerichtet wurde.
3 Offiziere und 16 Mann der „Emde,ft" ausgcsundcn.
N - w Jork, 22. Tez. (Etr. Bln.) „Central NewS" meldet las Paris, daß ein Schiff der Ententemächte ein.


