stabtnettSwechsel in Serbien.
3 c r I i n, 28. Nov. Aus Nisch wird gemeldet, daß das Kabinett Paschitsch gestürzt worden ist und durch ein aus allen Parteien gebildetes Kabinett ersetzt werden soll.
Der amtliche französische Kriegsbericht.
Paris, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht von 3 Uhr nachmittags. In Belgien dauerten die Artilleriekänipse am 27. November ohne beson- oere Zwischenfälle an. Die deutsche schwere Artillerie ivar weniger tätig. Ein Artillerieangrisf südlich von Apern wurde abgeschlagen. Am Abend holte unsere Artillerie^ einen deutschen Zweidecker herunter, auf welchem sich drei Flieger befanden. Einer war tot; die beiden anderen wurden gefangen. In der Gegend von Arras und weiter südlich hat sich nichts geändert. An der Ais ne verlies der Tag sehr ruhig. In der Champagne brachte unsere schwere Artillerie der feindlichen Artillerie ziemlich schwere Verluste bei. Zwischen Ärqonnen und Vogesen nichts Neues.
Paris, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Kriegsbericht von 1l Uhr abends: Ter Tag verlies genau wie der vorhergehende. Es ist nichts zu melden.
Die KriegSkontribntion der Belgier.
Berlin, 29. Nov. (WTB.) Der „Berl. Lok.-An-,." meldet aus Brüssel: Die Kriegskontribution der Belgier ist auf 3 7 5 M i l l i o n c n F r a n c s festgesetzt worden. Die Bank „Societe Generale" wird für 420 Millionen Noten emittieren und 375 Millionen hiervon der deut- fchcn Verwaltung übergeben. — In Antwerpen wurde eine Filiale der Reichsbank eröffnet.
Die skandalösen Pariser Kriegsgcrichtsurtcile.
Kopenhagen, 29. Nov. (W. B. Nichtamtlich.) „Politiken" bemerkt zu der Verurteilung der deutschen Aerztein Paris: selbst bei größter Vorsicht und Beobachtung strengster 'Neutralität ist man geneigt, sich gegenüber dem llrterl des französischen Kriegsgerichts skeptisch zu verhalte». Es ist äußerst wahricheinlich, das, das Urteil in höherem Matze diktiert ist von der Leidenschaft des Augenblicks und dem Wunsche, eineic nwralischen Flecken aus den vrrhatzten Feind zu setzen, als von der Liebe zur Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Aus den Briefen von Dr. Ahrens geht hervor, datz unter den schwierigsten sanitären Ver- hältnisfen alles getan ivorden ist, was getan werden konnte. Das er «ine Anzahl französischer Verwundeter ohne Pflege gelassen bat, ist möglich, aber auch erklärlich, da er als einziger Arzt der betreffenden Feldlazarette unmöglich alle vorliegende klrbcit erledigen konnte. Tie Beschuldigung, die sich aus die Beteiligung an Plün derungrn bezieht, betrifft völlig gleichgültige Dinge. Einige Flaschen Wein iund Likör, die die Deutschen vorianbeir, regnricrten sie in lleberrinstimmimg mit dem Kriegsgesctz Die Angeklagten leugnen nicht, selbst etwa von dem Wein genossen zu haben. Wenn mim aber hört, wie sie selbst gelitten und sich in gleichem Matze für Franzosen und Deutsche ausgeopsert haben — wie selbst iranzösische Zeugen anerkennen — und unter welch verzweifelten Umständen sie arbeiteten, so ist kein vernstnstiger Grund vorhanden, eiue hochnotpeinliche Rechtssache cinzuleiten wegen einiger Gläser Wein, kluch in Frankreich ist die Presse keineswegs erfreut über das Urteil. „Politiken" schließt: Wir bedauern den Datz, der nn- zweiselhast zu Repressalien jührcn mutz gegenüber solch angrersbarem Urteil. Wenn die kricgsührrnden Mächte erst mit solchen Mitteln beginnen, unschuldige Aerztr, die mühevoll ihre Pflicht tun, Und Krankenpfleger, die gesangengenommen ivcrdeu. mit Strafen und Gefängnis zu bedrohen, was dann?
Ein Sechzehnjähriger erhielt da« Eifern« Kreuz.
B e r l i n, 29. Nov. (WTB.) Das ,Merl. Tagebl." meldet ans Waffel: Dem lOjährrgcn Pfadfinder Fielst», Sohn eines Postschaffners in Kottbus, ist das Eiserne Kreuz verliehen worden, weil er mehreren Soldaten nnb zwei Offizieren in Lille und Armentisres das Leben gerettet hatte. Fielow, der sich freiwillig den Truppen crw- geschlossen hatte, ist dem hiesigen «eneralfommanbo überwiesen worden, das ihn aus Staatskosten ausbilden lassen ward.
Aus Antwerpen.
An twerpc n , 29. Rov. (WTB. Nichtamtlich.) Die hiesige Gemeindevertretung beschloß in einer außerordentlichen Sitzung die Ausnahme einer Anleihe zur Deckung der der Stadt auferlegten .Kriegskontribution von 50 Millionen und anderweitiger städtischer Bedürfnisse.
Zwei englische Dampfer im Kanal versenkt.
Berlin, 28. Nov. (Ctt. BlnZ Indirekte Llohd-Dele- ramme bestätigen, daß zwei englische Handelsschiffe, „Mall ch i t e" und „Prim o". von deutschen Unterseebooten im Kanal nördlich von Havre torpediert wurden und geftrnkeu seien. In den bisher eingelansenen Meldungen war nur von dem einen Dampfer „Malachite" und von einem deutschen Unterseeboot die Rede gewesen.
Berichte de» türkischen Hauptquartier».
(WTB.) Ko n ft an t i n o pe l, 27. Nov. (Nichtamtlich.) Bericht des Hauptquartiers: Unbedeutende Zusammenstöße fanden andcrkaukasischcnGrenze zwischen den ErkuuduugSkolonncn beider Parteien statt.
Konstantinvpel, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) 'Das Hauptquartier teilt mit: Unsere Truppen im Ts choroktale warfen einen Ausfaklversu ch der Russen in der ttzggend der Flußmündung zurück. Die SKschütze der Laudbefesttgungeu von Batum nahmen an diesem Kampfe teil, aber ohne jeden Erfolg. Unsere Truppen drangen in der Gegend von Atschara, l0 Kilometer südöstlich von Votum, vor. — Die Russen behaupten in ihren amtlichen Mitteilungen, daß unsere Truppen rm Kaukasus besiegt und aus Erzerum zurückgegangeii seien. Diese Nachricht ist vollständig falsch. Unsere Truppen sind bereits zur Offensive gegen deu Feind übergegangen, der keinerlei Bewegungen außerhalb seiner befestigten Stellung gemacht hat und nn Gegenteil nach den Kämpfen im freien Felde eine weitere Strecke vor unseren siegreichen Truppen zurückgewichen ist.
Erhebung der Somalier gegen die Engländer.
K o n st a n t i n o p e l, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Nachdem die Muselmanen des Somali-Landes Kunde erhallen haben, daß an der Grenze von Aegypten MuselU inanen mit den Engländern im Kampfe stehen, ziehen mehrere tausend Somalier gegen Aegypten.
Freiherr v.d. Goltz dem türk. Hauptquartier zngeteilt
Berlin, 28, Nov (WTB. Nichtamtlich.) Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist der Generalseldmarschall Freiherr v. der Goltz von seiner Stellung als Generatgouvernrur von Belgien enthoben und für die Dauer des mobilen Verhältnisses der Person des Sultans und dessen Hauptquartier zugeteilt worden. Zu seinem Rachsolger als Generalgouverneur von Belgien ist der General der Kavallerie Freiherr v. B i f f i n g ernannt worden.
Ans Südafrika.
London, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Times" melden aus Kapstadt vom 26. Nov.: Die Staatseinkünfte weisen eine Verminderung von ungefähr 500 000 Pfund Sterling monatlich auf. Die Abnahme ist hauptsächlich aus den unvermeidlichen Rückgang der Zolleinnahmen und die Lahmlegung der Dicunanten-Jndnstrie zurückzuführen. Die Verminderung der Staatseinkünfte wird voraussichtlich <rni Ende des Finanzjahres 3 bis 3Vr Millionen Pfund Sterling betragen.
Gefechte in Ostasrika.
London, 29. Nov. WTB Nichtamtlich.) Ter Kolonial- staatssekretär veröstentlicht eine Mitteilung über einige kleine. Gerechte in Ostasrika. Am 8. -Oktober griff der Feind mit ungefähr 500 Eingeborenen, 30 Europäern und sechs Maxim- geichützen unsere Stellung bei Gazi an. Ter Feind wurde z-u- tttlkgcschlagen — Am 2. November kam es zu einem kleinen Gesechr oberhalb Meima am Teavo-Flusse. Ferner fand ein Scharmützel mit einer seiudlichcn Patrouille westlich von Ngur- mar am Natron-See statt.
Die Tätigkeit der deutschen Kreuzer an der Westküste Südamerikas.
London, 29. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Ter Korrespondent der „Times" in Washington meldet vom 27. November: 9cach Gerüchten aus Südamerika ist der Seehandel, namentlich an der Westküste, durch die Tätig- reitderdeutschen.Krcnzeraußerordcntlichbe- h i n d e r t. Die britische Schiffahrt soll nahezu paralysiert sein. Es wäre zwecklos, die Tatsache zu verkennen, daß unsere Unfähigkeit, die See in diesem Teile der Erdkugel von den deutschen Verfolgern der Handelsschiffe zu säubern, eine ungünstige Wirkung auf ihr Prestige zu haben beginne.
Aus dem englischen Parlament.
L o n d o n, 29. Nov. iWTB. Nichianitlich.) In der Sit zung des Unterhauses am 27. Rov. besprach Mac Ken na das Verbot des Zuckerimportcs durch die Regierung und sagte: Die Regierung sah sich dazu veranlaßt durch den Wunsch, den direkten und indirekten Handel mit den Feinden zu verhindern, nicht aber, um den Preis des von der Regierung angekauflen Zuckers aufrecht zu erhalten. Als Deutschland erfuhr, daß die britische Regierung einen für mehrere Monate ausreichenden Bedarf an Zucker gekauft hatte, wurde das Ausfuhrverbot des Zuckers aus Deutschland und Oesterreich, das bei Kriegsausbruch bestand, ausgehoben. Das Gesetz verbietet den britischen Kaufleuten, deutschen oder österreichischen Zucker zu kaufen, verbietet ihnen aber nicht, kubanischen, südamerikanischen, italienischen oder spanischen Zucker zu kaufen, der dann von den Vcrkänsern durch in Deutschland oder Oesterreich angekauflen Zucker ersetzt wird. Nach einer Erfahrung von vier Monaten zu schließen, ist die Regierungsaklion erfolgreich gewesen. Die Absicht der Regierung ist lediglich, sich der notwendigen Bedarfsartikel zu versichern und den Handel mit dem Feinde zu schädigen.
Lond on, 29. Rov. (WTB. Nichtamtlich.) Das O b e r- h a u s hat sich am 27 .d. M. bis znm 6. Januar 1915 vertagt.
London, 29. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Lord Kitzchen er sagte auf eine Anfrage im Oberhaus, wöchentlich, meldeten sich annähernd 30 000 Rekruten, abgesehen von den Regimentern, die aus besonderen Bezirken gebildet würden. Er wolle nicht sagen, doch die Ziffer ausreiche, sondern glaube, daß die Zett kommen werde, wo Niel mehr gebraucht würden.
Der ttntrrftMtft de» „Bnlwark"
London, 28. Nov. (WB. Nichtamtlich.) Die Zeitungen bringen folgende Ern^lheiten über di« Explosion des „SutlDarf": Das Unglück geschah am Donnerstag srüh genau um 8 Uhr, während das Schiff bei Sheerneß vor Mrker lag. Die Explosion war so heftig, datz das ganze Schiff i n kleine Stücke zerrissen wurde. Die Augenzeugen aus den Nachbarschiffen sakfen nichts als eine Rauchsäule, in der das Schiss nach drei Minuten Verschwunden war. Kohlenträger sagen aus, daß sie auf dem „Brüwark" Matrosen gesehen hätten, die die Häutdan den Kopf legten, einen Augenblick aufmerksam sttll standen und in der nächsten Sekunde in Stücke zerrissen wurden. Hilfe war nicht möglich. Nichts ist übrig geblieben als Wrackstücke, verstümmelte Leichen und abgeriffene Gliedmaßen. — Lord Beresford, dessen Flaggschiff der „Bulwark" gewesen ist, verttitt die Ansicht, daß das Unglück nur durch eine Explosion im Pulver magazine hcche entstehen können, obwohl er für diese keine Erllärmrg geben könne, da alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden seien, um die Munition auf der richtigen Temperatur zu halten, und da es angesichts der Prüfungen, die regelmäßig stattgesunden hätten, als ausgeschioffeu gelten muffe, datz sich darunter Schießvorrat von schlechter Be- schasfenheit befunden habe.
von der „Emden".
Aus der Schweiz, 28. Nov. Aus Tokio wird gemeldet: Nachträglich wirb bekannt, datz die „Emden" noch die j apanischen Damp fer „Snwaruara" und „Kitano Maru" mit englischen Soldaten, mit der „Kawata Maru", also drei japanische Dampfer, versenkt hat. (Frks. Ztg.)
Die rumänische Thronrede.
Bukarest, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) (Meldung derAgenceRoumaine.) Die ordentlicheParlaments- session wurde heute mittag vom König, der in Begleitung des Thronfolgers erschienen war, mit einer Thron- r e de eröffnet, in der es heißt:
Indem ich zum ersten Male die ordentliche Session des Parlamentes eröffne, weilen meine Gcdaüän bei nwinem geliebten Onkel, dessen Verlust einmütig beklagt wird. Dirch seine Tugenden, seine beständige, dem allgemeinen Wohl gewidmete unablässige Arbeit hat König Carvl eines der rühmlichsten Maller der Geschichte unseres Volles beschrieben. Während des Krieges führte er die tapsere Armtec znm Siege. Im Frieden war er unermüdlich besorgt für die EntwiMnng des Staates, und unter ieincr Regierung hat er in weniger als einem halben Jahrhundert ein Königreich gegründet. Als die internationale Lage einen ungewöhnlichen Ernst zeigte, wurde König Carol abgrrusen. Um diese schwierigen Zeiten überwinden zu können, bedarf es der aujrichngen Unterstützung und des erleuchteten Patriotismus aller Kräfte der Nation ebenso ntze dev Gincgkeit aller. Ich habe die Ueberzengiurg, datz Sie, von der Bedeutung dbr gegenwärtigen Lage durchdrungen, meiner Regierung volle llnter- slützung bei der Erledigung der Gesetzentwürfe leihen werden, die von den Umständen gefordert werden, oder dem Bedürfnis der von der Liebe und dem Vertrauen der Nation umgebenen Gefährnissc Rechnung tragen sollen.
Die Thronrede wurde mit langau haltendem Beifall und Kundgebungen für König und Armee ausgenommen.
Die Deutschen in Marokko.
Berlin, 29. Nov. (WTB.) Die in Berlin lebende Gattin eines der in Marokko Kriegsgefangenen drutscherr Kaufleute hat aus Casablanca vom 6. tziooember einen
Brief erhalten, demzusolge dos Schicksal der von Casablanca weggeschleppten deutschen Kolonie sehr traurig ist; vierzehir Deutsche ivaren von Sabdu im Bezirk Brau, wohin sie anfangs August verschleppt wurden, am 27. September plötzlich nach Casablanca geholt worden, um wegen Spionage und Aufwiegelung der Bevölkerung vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden. Der deutsche Postmeister von Casablanca, Postassistent Seyffert, ist am 5. November erschossen worden. Der Kaufmann M. Witt wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
Notstandsarbeiten der Eisenbahn.
Berlin, 28. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter der Ueberschrist: „«taatshitfe für die Arbeitslosen und Notstandsarbeiten der Eisenbahn": In wie großem llmfange der Staat in dieser Kriegszeit als Arbe,tgeber der Ausgabe gerecht wird, durch Vergebung außerordentlicher Arbeiten und Aufträge das Seine zur Bekänipfung der Arbeitslosigkeit zu tun, geht mit besonderer Klarheit aus den Maßnahmen der Staatseisenbahnverwaltnng hervor. Trotzdem sich der Bedarf für die Durchführung des Betriebes und Erhaltung und Erneuerung ihrer Anlagen, Vermehrung des Fuhrparks und Erweiterung ihrer baulichen Einrick,nmg, der nn letzten abgercchnelci, Jahre etwa 1100 bis 1200 Mülionen Mart betrug, wesentlich vermindert hat, entschloß sich die preußische Staatseisenbahnverwaltung, von einer Einschränkung der Ausgaben abzusehen, insoweit sich dies wirtschaftlich noch irgendwie rechtfertigen läßt. Sie ging dabei von der Auffassung aus, daß es richtiger sei, die jetzt brachliegenden Kräfte des Wirtschaftslebens mit Arbeiten zu beschäftigen, die wahrscheinlich wenigstens dem Bedürftiisse späterer Zukunft dienen, als die Arbeiter zur Erwerbslosigkeit zu verurteilen und sie aus den Weg der Unterstützung zu verweisen. Dementsprechend setzte sic auf die Gefahr lsin, mit steigenden Vorräten rechnen zu müssen, auch die Beschaffung für den Betrieb, soweit irgend angängig, unverkürzt fort, nahm eine weitere Vermehrung des Fuhrparks in Aussicht und förderte die Bauausführungen zur Ausgestaltung der Bahnanlagen nach Kräften weiter. Man kann annehmen, daß rnno 250 Millionen Mark Ausgaben, die sonst fortfallen würden, zur Förderung der Erwerbstatig- keit anfgewendet worden sind. Tie Zahl derjenigen Personen, die durch diese Maßnahme der Eisenbahn Verwaltung Arbeit gefunden haben, läßt sich bei halbjähriger Arbett auf über 150000 schätzen. Die Arbeit verteilt sich auf die verschiedensten Erwcrbsklassen: (MoßuNtcrnehmer, Klein- unteriiehmer, Handwerker »nd Arbeiter. Es ist Vorsorge getroffen, daß die kleinen Unternehmer und Handwerker besonders mit Austtägen bedacht werden. Uebrigens ist filr den gleichen Zweck durch Bildung möglichst kleiner Lose bei der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen Sorge gettagen. Entfällt der .Hauptanteil der Gesamtausgaben auch auf Erd- arbciten, Oberbau, Eiscnkonsttuktton, Maschinen upv, so sind doch auch die Answenduirgen für Hochhauten auf jährlich 20 bis 25 Millionen Mart zu schätzen. Es handell sich um neue Bahnhofsgebäude, Verwaltungsgebäude, Werkstätten und Schcrppen aller Art, namentlich auch mn eine große Zahl von Beamten- und Mbcilerwohngebäuden. So verteilen sich die Ausgaben der Eisenbahnverwaltung wie ein wohltätiger Strom über die weitesten Kreise, und es steht zu hoffen, daß diese Ausgaben, welche die Staatskasse einstweilen ohne entsprechenden '.putzen mit beträchtlichen Zinsen belasten, zur Förderung des allgemeinen Wirtschaftslebens und zur Belebung des Arbeitsmarktes erheblich beittagen.
Höchstpreise in Oesterreich.
Wien, 29. Nov. (WTB Nichtamtlich.) Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht zwei Ministerialverordnungen, welche die Erzeugung und den Vertrieb von Mehl regeln und Höchstpreise für Getreide und Mehl festsetzen. Die Festsetzung des Höchstpreffes verfolgt den Zweck, der seit Beginn des Krieges einsetzenden Steigernng, des Preises für Getreide und Mehl entgegenzutreten. Die Verordnung bestimmt, daß die Höchstpreise von den einzelnen politischen Landesbe Hörden für ihre Ber- waltungsgediete festzusetzen sind. Die Ueberprüffurg dieser Höchstpreise bleibt dein Handelsministerium Vorbehalten. Der Durchschnittspreis des Weizens und Roggens ist auf der Grundlage des Durchschnittes der in den letztett zwei Wochen des Oktober 1914 im Großhandel des bettesfen- den Verwaltungsgebietes gezahlten Preise zu ermitteln, der Höchstpreis für Gerste und Mais auf der Grundlage des Durchschnittes der ersten zwei Wochen des November 1914. Der Höchschreis für Mehl wird durch Normierung ein« in Prozenten des Getreidepreises ausgedrückten Spanncuqs besttmmt, welche bei einer jeden Mehlsorte zum Getreide- Höchstpreise zuznschlagen ist und als (Grundlage der rwrmalen Mahllöhue ermittelt wird. Die Besitz« der in der Verordnung genannten Artikel können ausgefordert werden, diese, soweit sie nicht für ihren Hausgebrauch notwendig sind, M den festgesetzten Höchstpreisen zu liefern; im Weigerungsfall kMin die Behörde die betreffenden Gegenstände auf Rechnung des Besitzers verkaufen. Die Verordnung bezieht sich nicht auf Getteide und Mehl aus dem Zollausland. Bv> züglich der Mehl«zeugung wird besttmmt, daß Weizen ptm Zwecke der Mehlherstellung bis höchstens 80 Prozent d«rch- ,zumahl er« ist, daraus dürfen nur drei Mehlforten erzenglt werden, aus Roggen ist Gleichmehl zn «zeugen. Weizenkochmehl,Maismehl und R o gy e n m e h l dürfen nur in Mischungen m,t Gerstemnehl. Kartoffelmehl und Maismehl in Verkehr gebracht werden.
A«» Stadt «nd La«-.
Gießen, 30. November 1914.
** Feldpostbriefe nach dem Feldheer im Gewicht über 250g bis 500 g sind vom 2. bis einschließlich 8 Dezember von neuem zugelassen. Die Gebühr dettägt 20 Psg. Die Senduuge« muffen dauerHorst verpackt sein. Rur sehr starke Pappkasten, festes Packpapier oder dauerhafte Leinwand sind zu verwenden. Für die Wahl des Berpackungsstoffes ist die Natur des Inhalts masigebcnv: zerbrechliche Gcgerfftäude sind nach Ilmhüllurtg mit Papier oder Leuttvaud ausschließlich in starken Schachteln oder .Kasten zu verpacken. Die Päckchen, auch die mtt .Klammerverschluß versehenen, müssen allgemein mit dauerhaftem Bindfaden fest umschnürt werden, bei Sendtingen von größerer Ausdeb nnng in mehrsacher Kreuzung. Die Au s s ch r i s t e n sind <u die Sendungen niederzuschreiben oder unbedingt haltbar as ihnen zu befestigen und müssen beut Ui ch und r ich tg


