»ciSTfcntitdjet murr Ansdridien der lebhaftesten MißbllffE «mng die Ercklärnng Rußlands, daß dieses die die Zeichen des Roten Halbmonds führenden Schiffe nicht als neutral anerkennen will und weisen darauf hin, daß während des Ballankrieges sogar Griechenland das türkische Hospitillschiss respektiert habe.
Wien, 27.4tov. WTB. Nichtamtlich.) Die „Südslaoischc Kirrrrssondenz" meldet aus Konstantinopel: In einer Unterredung erÜärtc Enver Pascha, daß die im Kaukasus und in Acgvpten operierenden türkischen Armeen ihre Aufgaben bisher mit den größten Erfolgen durchgefühtt. Im Kaukasus sei infolge der überaus schwierigen Terrainoerhaltnisse und der harten Wrnter- uirrtne naturgemäß mit einer langsameren Entwicklung des türkischen Bormarsches zu rechnen. Trotz der ungünstigen äußeren Ver- bältnisse bewiesen ober auch hier die ossensiv vorgebenden türkischen Truppen durch eine Reihe bedeutsamer Erfolge ihre Ueberlegenheit. Brillant habe sich der Aufmarsch der türkischen Streitkräftein Aegyptenentwickelt,dessen Wie- derervberyng nur eine Frage von kürzerer Zeit sein könne. Die türkischen Truppen hätten ber dem Vormarsch aus ägyptischem Boden außerordentliche Marschleistungen vollbracht. Bis zur stunde verlaufe die ägnptifche Erpedition bis in ihre Einzelheiten programmgemäß. Ter Kriegsminister drückte schließlich die llcbcrzeugung aus, daß der Feldzug siegreich zu Ende gehen werde, für den in der ganzen mohammedanischen Welt weihevolle Begeisterung herrsche.
Aus Indien.
Amsterdam, 27. Noo. Aus Kalkutta bringt Reuter die Meldung, daß eine B o in b c ans das Gebäude der Kriminalpolizei geworfen worden sei, wodurch ztvei Kriminalpolizei-Inspektoren schwer verwimdct wurden. Die Attentäter warfen ans ihrer Flucht eine zweite Bombe, durch die ei» Einwohner getötet und zwei andere verwundet wurden. Der Vorgang zeigt, daß die revolutronäre Bewegung in Indien wieder aufflanrmt.
Vom Burenkrieg.
Pretoria, 20. Nov. «WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Rcuterschrn Bureaus. Kapitän Willis hat am Dienstag mit dem Panzerzug „Trafalgar" «ine Fahrt aus der Linie RttP-- Frauksort unternommen. Ein lebhaftes Gefecht wurde bei Rcitz geliefert, wo die Buren versuchten, dem Panzerzug an der liefen Schlucht Widerstand zu leisten und ihn zum Entgleisen zu bringen. Ter Zug war dem Feuer vom Bergabhang ausgesetzt. Vorgestern waren der „Trafalgar" und ein anderer Panzerzug immens „Erin" wiet>er im Gefecht mit den Buren, bis sie die Linie rmederhergestellt hatten, die am Tage vorher ernstlich beschädigt worden war. Tie Buren wurdeir zurückgeschlagen. Ein dritter Panzerzug ist ebenfalls eingettoffen, um an den Ope- rationen teilzunehmen. (Man muß immer beachten, daß es sich um eine einseitige Meldung des Reuter-Bureaus handelt. D. Red.
London, 27. Nov. «WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bnremis. Oberst Dirk van Deventer, der im Nordosteu des Freistaates operiert, meldet die Gefangennahme von Buren unter Fcldkornet Smil. Andere entkamen während eines hefttgcn Gewitters. Sie weiden von Kapitän Rousseau verfolgt.
Die Gefechte in Lstafrika.
London, 27. Nov (WTB. Nichtamtlich.) Das Pressebureau verössentlicht einen Bericht über eine ?lnzahl von Gefechten i n O st a s r i k a, die keine Aendcrung von Bedeutung herbeigeführt haben. Zn dem Beriäit heißt es: Es gelang dem Feinde nicht, aus britischem Gebiete Fuß zu fassen, wahrend nur den wichtigen Posten Longidv aus deutschem Gebiet besetzten. Der Angriff auf Lonigido fand am 3. November statt und dauerte den ganzen Tag Indische Truppen nahmen drei starke Stellungen, aber qogen abend wurde eS für die britischen Truppen infolge Wassermangels unmöglich, die Stellung zu behaupten. Sie zogen sich deshalb aus ihre Opercittonsbafis zurück. 2Bn verloren an Toten und Verwundeten 2t Europäer. Die Verluste des Feindes betrugen 33 Europäer und 84 Eingeborene. Einige Tage später räumte der Feind Lonchdo, das von den Britt» besetzt wurde. Der Feind rückte am 20. November mit starker Macht in Uganda westlich des Viktvriasees ein, wurde jedoch mit einem Verlust von sechzig Mami zurückgeschlagen. Die Engländer hatten in diesem Gefecht 6 Ver- oundtte (Notiz des Wolf-Bureau: Lmrgido ist ein vulkanischer Berg in loasserloser Gegend an der dcutsch-brittschen Grenze, etwa 00 Kilometer nördlich des Mern. Die Besetzung dieser Stelle ist deswegen eine Angelegcuheit ohne jede Bedeutung.)
Der Untergang des „II 18".
Amsterdam, 27. Nov. (Ctt. Frkft.) Urster den Untergang des beurf<fcen Unterseebootes „U 18" berichtet ttn Mann der Besatzung des Torpedvsägers „Garen", der die Verunglückten an Bord nahm, »olgendos: Eines der Patrouillenfahrzeuge, das aus dem Lasen Izerausfuhr. signalisierte plötzlich, daß es auf ein Unter- »rtbout gestoßen sei. Unser Kommandant ließ sofort Damch <rn- setzen. Wir konnten das Untcriecboot in der Richtung des Ankcr- platzos fahren sehen. Das Perrskop ragtt ans dem Wasser. Wtt »»erfolgten das Unterseeboot mid gaben ihm die volle Brritseitt. Plötzlich sahnr »ott das Unterseeboot an die Oberfläche kommen. Als die Bemannung nach oben kam, sank das Unterseeboot plötzlich und die Besatzung wurde auf da» Wasser geschleudert. Wir iialMeit ste mi Bord und erfuhren von den Geretteten, bau erner ihrer Kameraden iin unteren Rmim des Unterseebootes die Klappen geöffnet Ipbe, um das Boot dann zum Sinken zu bringen. So konittni nur »ms des Bootes nicht liemäckstigen. Einer der Deutschen. der englisch spricht, hat erzählt, daß die Offiziere und die Besatzung des llutrseebootes ausgelost hätten, wer in den Unterraum gehen sollt«, um das Boot zu vernichten. sobald die Sicherheit der anderen festst and. Das Los sei auf einen der Maicknnrsdcn gefallen.
Die englische Großkampsschifi-Flotte.
Durch den Verlust der Lnncnschifs« Audacious »md Bul- >v a r k ist die Zahl der brittschen Großkanufischiffe von 33 auf 31 gesunken, weim man die Einbehaltung des türkischen „Reschadieh", der bei Kttegsansbruch von den Engländern unter Nciuralitäts- briich einfach konfisziert wurde, mik hinznrechnet. In dieser Zahl befinden sich mich du vier Schisse der Jron-Tuke Klasse, die im Oktober 1012 bezw. 1913 vom Stapel liefen und im Früh iahr dieses Jahres seeserttg geivorden sein sollen, was wohl auch bestimmt angenommen werden kann. Diese neueste Klasse enthält schisse, die 28 000 Tonnen fassen, also 1000 To»men größer sind als die etchwestcrschifie der Audaeions. Tie schwere Arinierung ist übrigens die gleiche (10 34,3-Zentiineter-Geschütze), während die mittlere Armierung 12 15,2-Zenliinetcr-Kanonen berrägk, »vaS »fincn Fortschritt gegenüber der schwächeren Armierung der Auda ciou S-Klasse bedeutet, die 16 10,2-Zentimeter-Geschütz« aufiveist. Auck, in der Torpedvarmienmg sind diese lauesten Großkampf- schific wesentlich fortgeschritten, indem sie vier Dovoelrobre unter Wasser zeigen. Nächst den genannten beiden Schiifsklassen ist die stärkste Linienschiffsklasse der Orion-Typ, dessen Schiffe dieselbe Armierrmg wie die Audacious- oder King-George Klasse führen, im übrigen aber nur 23 000 Tonnen groß sind. Die vordem gebauten Großlinienschisse führen als schwere Artillerie noch das 30,5-Zentimtter- rmd als Mittelartillerie das l0,2-Zentr- mtter Kaliber. Es sind dieS sämtliche Schiffe der Herkules-, wt. Brircent- und Bcllervvhon Klasse, alles Panzer von 20 000 bis 23 400 Tonnen, die wenig Unterschiede voneinander ausweisen und in den Jahren 1907 bis 1910 vom Stapel liefen. Sie alle sind aber infolge der starken schivcren und mittleren Armierung durchaus neuzeitliche Linienschiffe. Aus dem Jahre 1906 stammt endlich das Stonrmschiss „Dreadnought", die gleichfalls 10 30,5-Zenti- »nctcr-Geschütze. ün übrigen aber nur eine leichte Slrmierung von 2t7,6-Zeniimeter-Kanoiien führt. Außer diesen Grvßlinienschiffen vcrsügi die englische Flotte über zehn Schlachtkreuzer, von denen die Jnviciblc-KImse (vier Schiffe von 19000 bis 20 000 Tonnen) die ältesten sind, di« mit acht 30,5-Zeniimtter- und sech
zehn l0,2-Zentimeter-Geschützen bestückt lind. Die beiden Schiffe der Australra-Klasse, die 1911 vom Stapel liefen, gleichen den genannten, während daun mit dem „Lion" eine wesentliche Stttge- ruirg des Berdranges und der Armierung einsetzt. Die „Queen Mary", „Prinzeß Royal" »urd „Lion" fassen etwa 30 000 Tonnen und sind mit acht 34,3- »urd 16 10,2-Zentimetrr-Km»onen be- »vährl. Der zuletzt vom Stapel gelaufene Panzerkreuzer „Tiger", der im Mai d. I. »erttggcstellt sein sollte und 30 Seemeilen laufen soll, zeigt eine Steigerung der Mittelartillerie, nämlich zwölf 15,2-Zenttmeter-Karwneu.
Eine Rede de» «chatzkanzlers Lloyd George.
Tie Finanzvrobleme, die der Krieg aufgerollt hat, weisen in den verschiedenen Staaten naturgeniäß vielfach ganz ähnliche Züge aus. Es dürfte deshalb nicht überflüssig sein, aus der Untcrhaus- rebe des englischen Schatzkanzlers Lloyd George, in der er das englische Kriegsbudget begründeie, einige Stellen nach dem „Vorwärts" ausführlicher wiederzugeben.
Kein Krieg, io führte Lloyd George aus, war je so kostspielig wie der gegcnwärfige, er ist in dieser Beziehung mit früheren Kriegen Englands überhaupt nicht zu vergleichen. Noch nie haben die .Kriegsausgaben Englands in einem Jahre 71 Millionen Pfund überfliegen. Tie Napoleonisäzen Kriege kosteten insgesamt 831 Millionen Pfund, aber sie verleilten sich aus 20 Jahre. Ter Krim krieg kostete 67'/, Millionen Pfund, die Kosten waren aber auf drei Finanzjahre verteilt. Ter Burenkricg kostete 211 Millionen Pfund — in vier Finanzjahren. Ter gegenwättige Krieg wird aber im ersten Jahre zumindest 450 Millionen Pfund (9 Milliarden Mark) kosten. Es kann offenbar gar leine Rede davon sein, daß wir diese ganze Summe aus neuest Steuerguellen schöpfen.
Als Pitt in 1798 seinen Einkommensteuerentrvurf einbrachte, schätzte er Pas englische Nationaleinkomnien aus 102 Millionen Piund; jedenfalls konnic cs nicht mehr als 250 Millionen betragen haben. Leute aber wird das englische Nationaleinkommen ans 2300 Millionen Pfund Sterling geschätzt. Damals blieb nichts steuerfrei: 50—70 Millionen Piund wurden im Jahre ans Steuern erhoben, also zwischen einem Viertel und einem Drittel des gesamten Nationaleinkommens. Wollten wir dieselbe Opsersreudig- keit zeigen »vie unsere Vorsahre», dann müßten »vir jetzt 500—700 Millionen Pfund int Jahre aus Steuern zusammenbringen, und Anleihen ivären nicht notioe»rdig.
^ Aber auch so werden wir nach dem Kriegeeincschwere Steuerlast zu tragen haben. Denken Sie an die Verzinsung uird Tilgung der neuen Anleihen, an die vcrmehrlc Pcn- sionsliste, an die anschwellenden Staatsunterstützungen für die Angehörigen der .Kriegsteilnehmer, lind je weniger nfir während des Krieges an Steuern decken, um so schwerer muß die Steuerlast nach dem Kriege sein.
Ich »mll über die voraiissichtliche Dauer des Krieges keine Ansicht äußern, denn das vermag auch der Bestunterrichtele nicht mit absoluter Zuversicht vorauszusagen uird hängt von Zufällen, von zahlreichen militärischen, polifischen und psychologischen Falloren ab. Wir kämpfen gegen einen zähen Feind, der sich ohne zerschmetternde Niederlage keinen Bedingungen unterwerfen kann, die wir verständigerlveisc akzepttcren können. Das müssen »vir im Auge behalten, wenn wir unsere Berechnungen anstellen. Deshalb muß ich als Schatzsekretär eher eine längere als kürzere Tauer des Krieges voraussctzen, zumal »vir, »vie lange auch der Krieg datiere, die großen Fragen, die seit Generattonen die Ursache der Rttbungen in Europa waren, ein für allemal erledigen »nässen.
Ferner ist folgendes zu beachten. Etwa vier Fünftel der Kricgs- auSgaben »verden im Lande selbst verausgabt werden. Unmtttclbar nach dem Krieg muß eine Periode des Neuaufbaues nicht irur btt uns, sondern in ganz Europa folgen, und dann werden enorme Anforderungen an die industrielle Lci - st» nqsfä hi g feit unseres Landes gestellt »verden. Während des Krieges und der Pettode des Wiederaufbaues wird uns in den neutralen Weltmärkten praktisch keine Konkurrenz, mit Ausnahme der amerikanischen, entgegentreten Und da Amerika die Anfrage ans kttnen Fall »vird befriedigen kSimen, werden wir diese Märkte praktisch beherrschen Ich sehe deshalb einer Periode von vier bis fünf Jahren entgegen, »vio die englische Jw- dusttte ttnen aus abnormalen Bedingungen erzeugten künstlichen Anreiz geitteßen wird.
Aber nach dem Ablauf dieser Periode wird unsere in» dustriellcLageeinederschwerstensein, mit denen wir je zu rechnen hatten. Wir werden einen enormen Tttl des Kapital- rttcbtnms der Welt erschöpft haben, der sonst der Industrie zur Verfügung gestanden hätte. Die Kaufkraft unserer Kunden zu Lause wie int Auslande wird stark reduziert sttn. Und deshalb ist es unerläßlich, daß nfir während der Pettode der Hochkonjunktur sovitt Geld, wie das Land nur herzugeben bereit ist, aus Steuern herbtt- schassen. . .
A«r Stadt «nv Land».
Gießen, 28. November 1914.
Advent.
Die Adventszeit ist eine Zeit, da freudige, heilige Stimmung das Herz des religiös aargeregten Menschen erfüllt. Wohl sind die Tage kurz und dunkel, aber aus der Ferne rückt Weihnachten, das Fest des Lichtes und der Freude, innner näher. In alte Tage geht in diesen Wochen der Geist. Er vergegenwärtigt sich, trfie es einst in der Welt aussah, ehe Jesus geboreit war. Trotz hoher Kultur waren Griechen und Römer innerlich unbefriedigt, ihr Götterglcmbe war längst nicht mehr Gemeingut aller ihrer Volksgenossen, es gab, wie Emanuel Geibel den Bildhauer von Danagra sprechen läßt, „kein Sehnen, das geteilt von allen, im Künstler nach Gestaltung strebt". Das Volk der Inden seufzte unter schwerem politischem Drucke und trachtete, durch äußere Ge- setzesmäßigkett Gott zu gefallen, oder half sich mit phantastischen Zukunftserwarttrngen über die trostlos« Gegeitwart hinweg. Da kam Jesus und richtet« die Füße der Irrenden und Bdüden auf den rechten Weg, er heilte die zerstoßenen Herzen, er gründete unter den Menschen das Reich, da Friede und Freude lculit. Volks Poesie und geistliche Dichtung haben in Deutschland Adventshoffnung und Adventsfreude in unvergleichlicher Weise dargeskellt. Reizender, ursprünglicher und naiver tonn man die Verkündigung, daß der Heiland aller Welt geboren werden soll, nicht umschreiben, als es das Volkslied tut, dessen erste Verse der, Wortlaut haben: „Es ivollt' ttn Jäger jagen,
Wollt jagen vom Hinunelsthron.
Was begegnet ihm aus der Heide?
Maria, die Jungfrau, schon.
Der Jäger, den ich meine,
Der ist mis »vohl bekaimt:
Er jagt mit einem Engel, st Gabriel genannt, er Engel blies sttn Lörnlttn,
Das latttet also wohl:
Gegrüßt sttst du. Maria.
Bist aller Gnaden voll."
Amt, der, der religiös nicht besonder» empioticchich ist, »vird an dem Gehalt der Adven tslieder eines Paul Gerhardt und Novalis seine Freude haben. Da ist alles heilige Freude, tiefer Trost, reiner Sinn und ungestörter Friede.
Diesem Sttmnrungs- und Gedaarvengehalte scheint die gegemvärttge Zeitlage wenig W entsprechen. Eiar gewaltiges Böllerringen geht über den ganzen Erdball, der harte, eiserne Besen des Krieges fegt die Länder, unser deutsches Voll käinpft mit Ausbietung aller .Krasi um seinen Bestand und uin seine Zukunft. Es brttrgi für seine heiligsten Güter die schwersten Opfer, Opfer, die bei aller Berertnfillrgkell, ie zu tragen, doch uneridttches Herzeleid Hervorrufen. Kann
ntan in diesem Jahre Aoven tslieder singen und dre Advents«'
botschaft mit still andächttgem ttKmüte vernehnren?
Wir sagen mit gutem Gewissen: ja: denn das, was uns in dreser sonst so freudenrei »en Zeit gesagt wird, birgt den stärksten Trost und den wirkuiigskräfttgeti Antrieb in sich. Als die Menschheit in ihren schwersten Nöten war, ist der erschienen, der der Bote Gottes ist, „der Glanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens". Er tvar in seinen Erdentageri das Licht der Welt und ist cs bis zu dieser Zttt. Millionen gebeugter Menschen, die sonst verzweifelt zusam- mengebrochert wären, stich durch ihn fest und ruhig gelvor- den, haben in aller Unruhe der Welt durch ihn Friede» gesunden, haben Leben mw Gut in der Erfüllung heiligev Aufgaben dahingeopfert, »varen anderen.in der Nacht ein Licht, in der stiot ein Segen. Seine Wirkungsmacht hat, trfie mich der zugeben wird, der ihin innerlich nicht nähe steht, noch keüt Ende erreicht, soitdern zieht von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weitere .Kreise, uich gerade in diesen schweren Zeitläuften ist er oer, der inehr als in glücklichen, sorgenfreien Tagen den Mühseligen und Beladenen Ruhe ftir ihre Seelen gtbt und ihre Augen über den Jammer und die Sünde dieser Erde auf ein herrliches, überwellliches Ziel richtet. Was Paall Gerhardt in der trauttqrn Zeit des dreißigjährrgen Krieges gesungen hat, das gilt auch für die tränenreiche Gegenwart, daß Jesus, der ttnrnerdar in die Herzen kommt, aller Well „in ihren tausend Plagen nud großen Jammerlast" ein Helfer Und ein Heiland ist? H. B.
** Die Anmeldungen zur Re k r u tie r u n g s«
It a mm rolle müssen vom 1. bis 10. Dezember 1914 arrf dem Standesamt im Rathaus am Marktplatz bewirkt werden. Bei der Anmeldung ist der MusterungSauswers (Lv-- sungsschein) vorzulegen. Die Milrtärpsiichitgeu des Jahrgangs 1895 bis 1915, die auswärts geboren siud, urüfsen ihren Geburtsschein vorlegen und sich diesen sofort von dem Standesamt ihres Geburtsorts ausstellen lassen.
** Sendungen für unsere Land st ür me r. Am Montag können Liebesgaben in beschränktem Mähe und in kleinen Packungen für das Gießencr Landstnrn»» bataillon im Westen angenommen werden. Dieselben sind dauerhaft verpackt und genau adressiert bis Sonntag mittag 3 Uhr auf dem Batl.-Bureau des Landsturm-Ersatz- Bataillons, Landgrafenstraße 6, Zimmer 12, abzugebeu. Leicht verderbliche Eßwaren, Gelees, Fett, Butter usw. sind von der Aufnahme ausgeschlossen. Dcpt gegen empfiehlt es sich Zigarren, Schokolade und sonstige Dauerioaren in kleinen Packungen und evll. warme Untea- Wäsche usw. fest verpackt abzugeben.
** Die hesfische Handiverkskarrrmer Wjttfiü KnäJ „Der hes fische Handwerkerstand lrat sich bisher schon, in großem Umsäng an den Lieferungen des H«»eres noch den Arbttten öffentticher Behörden beteiligt. Es gilt aber in der nächsten Zttt vor allem ivttier zu sorgen für die Zuführung nnd Bertttlung der Lieferungen der für die neu zu bildenden Truppen- kttle hervortrebenden Bedürsniss«. Die errungenen Vorteile sch die Zukunft M erhallen, »vtrd weiteres Beitteben sein müssen, Tie Lösung d-tter Aufgabe ist in der Haujfisache eine Organr- s a t i o n s s r a g e und kann wttenklich darrch die Stärkwrg ber Einigkeit und Zusammengehörigkeit der ernHttnen BeruBmme- hövtgcn unterstützt und gefördert werden. Zn d»cs«r Kruge steht die Handwerkskaamner >ruf dem sotandpuntt, daß» der sachgenossen- schasttiäie Zusaurmenschäuß aber naht erst dann erwlgen soll, wenn Lieferimgcn Mir Vergeburtg gelangen, also Aufträge rn Aussicht stehen, sondern gerade das Vorhandensetn der Organisationen soll die Behörde» bewegen, die Liefermtgen den orgamsferien Hoardwerkern zu vergeben. Dir Behörde traut* über das Bestehen und die Leisttrngsfähigkttt der Konwrattonrn btt Zeiten unterrrchtet sttn, um mit genügender Beteiligung rechnen zu köirnen und vcchtzttttge AVlicferarrag sichergtttttlt zu sehen. Es empfiehlt sich daher mehr denn je enger Zusammenschluß der einzelnen Zweige zu Innungen, Litterurags- gemttnschaften oder ffKnossenschafden. Bei Zeiten muh man sich aber darüber klar werden, >velä»e Litterungen in der stets fest- gelegten Fttst ordnungsmäßig ztrr Mlicfernng gebracht werden können. Die zu bildenden Korporationen haben noch seitgelegtem Programm zu arbttten und die Behörden über ihre Lttstungs- fähigkttt LU unterrichten. Die ernste Zeit erfordert ernste Mittel: es bedeuttt eine natto-nale Tot, wenn trotz der Kttegsstürnte und der hierdurch bedingten Abwesenheit tausender »nnger Handwerker die Zurückblttbcnden imrtjchastlich vor- wättsschrttten und die Betttebe in der früheren LttsttingSfähtgkttt erhalten werden köamen. Tos Handwerk soll wttterhrn bewttsen, daß es zur Erhaltung der wittschaftlichen Ueberlegenhttt des deutschen Volkes nicht entbehrt werden kann. Hierzu ist erforderlich ttn ernstes Beschäftigen mll den großen Fragen der Zeit, was an sich schon zu engerem Zuürimnenschluß der eriMlucn Hand- werkszwttge führen sollte."
** Schasst Arbeit für das Baugewerbe! Im Ast. zttgentttl der heutigen Nummer erlassen die Arbtttgebcr und Arbtttnehmrr des Baugewerbes ein« gemeinsame Kundgebung an die Gießener Bevölkerung um 'Aufträge für das Baugewerbe und die Baunebengcwerbe. Es ist leider Tatsache, daß das Gießener Baugewerbe schon vor Kriegsausbruch mit ttner recht ernsten Kttse zu kämpfen hatte, war es doch schwer, Baugelder ftüssig »u machen. Ein geschäftlicher Stillstand tvar für die Beteiligten die Folge. Mit Ausbruch des Ktteges ließen auch noch die wenigen Umbauten lind Reparaturen auf sich Watten, wttl viele Pttvate mit derartigen Aenderungen bis naä> Beendigung des Ktteges zu warten für an- gezeigt hielten. Die Barackenbauten brachten zwar vorübergehend Arbtttsgelegenhttt, mit deren Fertigstellung droht die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe aber wieder großen Umfang anzu- nttmien Es zttgt nicht gerade ttn großes Vertrauen zur Sach« des deutschen Volkes, wenn ängstlich mit jedem kleinen Auftrag bis nach dem Kriege grwatttt wird. Wie wir leider erfahren mußten, haben schon ttnzelne Betttebe des Baugewerbes ihre sämtlichen Arbeiter entlassen, hoffen wir deshalb, daß die gemeinsame Kundgebung der Arbttter und Arbtttgeber von Erfolg bc- glttttt stt.
** D i« WohltStrgkertsvorstellung des
Stadttheaters an Großherzogs Geburtstag hat einen Reinertragvon über5 00Mark ergeben, welche dem Fonds zur Unterstützung der Hinterbliebenen im Felde gefallener Gießener Krieger zugeflossen sind.
** Ten Automobil bcsi tzrrn bringt der Kriegsausschuß für warme Unterkleidung Berlrn-Rttchstag zur Kenntnis, daß für die nächsten am 6. Dezember begiiureichera und gegen 24. Dezember endenden Sonder-Expeditionen nach dem Kttegsschauplatz im Osten und Westen noch ttne größere Anzahl Personen- und Lastautomobile angmommen werden. Baldige Meldungen «aus allen Plätzen des Deutschen Rttches) mit genauen Angaben über Stärke, Karossierung-Marke, Alter usw. der Wagen sind zu ttchten an Generaldirektor Borzykowski, Berlin^ Eharlottenburg, Neue Kantstr. l. Tel.-Antt: Wilhttm 979. Auch Herrenfahrer und Benitschausseure, die kttnen eigenen Wagen be sitzen, werden gebttcn, sich zu melden und Angaben über Alter, Milfiärverhältnrise, Klasse des Führungsschttnes usw. zu machen.
** Bon den Oberschlesiern, die in unserer Provinz untergebracht waren, sind jetzt 1000 bis 1200 Mann, welche sänitlich Gruben» und Hüttenarbeiter ivarcn, wieder in die Heimat zurück befördert. 300 Mann, welche bereits ihre Gestellung hinter sich hatten und zu Rekruten auegehobeat waren, sind inzwischen bei der Fahne eingestellt und zwar ea. 200 davon für das Regiment Nr. 116. Der Rest dür Leute befindet sich noch in Oberhessen.


