Ausgabe 
28.11.1914
 
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Nr. 280

Erstes Blatt

M. Jahrgang

tn Sirtzener Anzeiger

eridtcmt täglich, anher Sonntag?. - Beilagen: viermal wöckicmlich »ietzener^omiliendlätier; zweimal ivüchenll.llreir- Watt für b«nKreis(Sieben (Dienstag und Freiing): jiveiinal inanall tanö- «irtschostliche öcirsragln Ferniorech - Anichlüsse: iärdieSchriitleiNingllL Verlag,Geschäüsftilleöl Adresse ilir Drahtnach­richten: Anzeiger Kittzen, Amiahme von Anzeigen für tu - Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.

8am§tag, 28. November J9M

mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Ruhe vor dem Zturm. Lin deutschesUnterseeboot vor Le Havre.

(WTB.- Grobes Hauptauartier, 27. Rovbr., d»rm. (Amtlich.) Eine Belästigung der flandrischen Küste durch englische Schiffe fand auch gestern nicht statt.

Auf der Front des westl. Kriegsschauplatzes sind keine wesentlichen Veränderungen eingctreten. Nord- westlich Langemarck wurde eine Häustrgruppc genommen und dabei eine Anzahl Gefangener gemacht.

Im Argonnenwalde machten unsere Angriffe weitere Fortschritte. Französische Angriffe in Gegend Apre- «wnt und östlich St. Mihiel wurden zurückgeschlagcn.

Im Osten haben gestern keine entscheidenden Kämpfe stattgcfundcn. Oberste Heeresleitung.

Es ist so schön, vom Frieden zu sprechen, und vielleicht (haben die Engländer nicht nur aus arger Berechnung die Machricht in die Welt gesetzt und besonders in Amerika ver­breitet, daß Deutschland des langen Haders müde und Dem Frieden geneigt sei. Der eigene Wunsch der Eng­länder? Wir dürfen überzeugt davon sein, daß die nreisten svon ihnen sehnsüchtig nach den Zeiten zurückblicken, lvo sie ohne Aufivendungen von Mühe und Sorgen in den Welt- shändelu inimer den Ausschlag gegeben haben. Das gelang ihnen meist bei allen Friedens- und Botschafterkonferenzen. Aber der englische Wirklichkeitssinn ist doch ivohl zu sehr (ausgeprägt, als daß sie sich der Hoffnung hingcben könn- iten, es werde in eisigen Wintertagen plötzlich sommerlicher iSonncnschcin werden. Die schönfarbigeu Phrasenblüten, mit sdcneu i» 'den letzten Tagmt manche Stellen der Wett um- raukt worden sind, sind also dem schwülen Treibhause in London entsprungen. In Deutschland denkt jetzt kein Mensch an den ttnmittelbar bevorstehenden Frieden, und wenn aas Ausland c r n st l i ch bemüht ist, auf die deutsche iBolksii i»,»e zu lauschen, so hätte es schon aus sozialdemokrcv- hischen Zeitungsäußerungcn über die Beivilligung neuer «Kriegs lreditc durch den Reichstag zuverlässig folgern kön­nen, an ' die Dinge bei litte- stehen. Der General z. D. von Blume, ber manche Zeitungen mit Kommentaren über die Kriegs! rgc bedient, kam dieser Tage zu folgendem Schluß: Nein, ihr falschen Friedenspropheten, zerbrecht euch nicht eure Köpfe über die Bedingungen, die uns beim Friedens­schluß auserlegt werden sollen! Treu ausharrend an der .Seite eines bisher alleinigen Bundesgenossen, zu dem sich neuerdings, freudig begrüßt, die Türkei gesellt hat, wird das Deuts ch e Reich gemeinsam mit ihnen zu geeigueter Zeit bestimmen, unter welchen Bedingungen her Friede gewährt werden kann,"

Wir glauLen ebenfalls, daß die allgemeine Lage für uns sehr hoffnungsvoll steht. Soeben hat ein deutsches Unter­seeboot wieder den Beweis geliefert, daß die englische Flot- reuwacht deutsche Unternehmungen kühnster Art nicht zu hindern vermag. Zudem bereiten sich unsere Nachbarn im Westen auf neue gewaltige Angriffe der Deutschen vor, und solche Stimnien aus ihrer Presse klingen wahrlich nicht dar­nach, als seien unsere Feinde in der Lage, uns am Kriegs^ glück verzioeiseln zu lassen.

So hat denn auch der Älbgeordnete Erzbcrger imTag" wieder eininal einen ungeheuer gutgemeintem Artikel er­scheinen lassen, der die Ueberschrist trägt:England hat auf- jgebört, eine Insel zu seink," und der mit wahren Jerichos Dosaunen den Briten zum letzten Gerichte bläst. Es scheint inns, als sollte mau, trotz unserer guten Erfolge und zweifcl- ckos günstigen Lage, die Backen nicht zu voll nehmen. >Es ist wohl ein klein wenig zu viel gesagt, wenn der redse-l «lustige Zeiitrumsparlamentarier jetzt schon feststellt,dem englischen Uebermut und der englischen Uebermacht sei schon Iber geniale Todesstreich versetzt" worden. Es klingt Awar geistreich, aber auch ein wenig abgedroschen zugleich, wenn Erzberger sich Sätze leistet wie folgenden:Tie güti­gen ttzaben aber, welche Graf Zeppelin den Engländern senden wird, sind weder Knallbonbons, noch eignen sie sich zum Bleigießen in der Silvesternacht."

In der .Hauptsache läuft Erzbergers Triumphgesang ans ein allerdings wohlberechtigtes Lob der deutschen Untersee­boote hinaus:

Das Anftauchen des ersten Unterseebootes im Kanal war die leiste große Ueberraschung und grausame Enttäuschung für England. Illnd doch ist das nur der Anfang. Man braucht nicht so weit zu I gehen, wie ein Marine-Ingenieur, der kürzlich an seine Bekannten in der Reichshauptstadt geschrieben hat:Wenn Ihr wüßtet, >vas iwir arbeiten, würdet Ihr den ganzen Tag Hurra rufen." Ab- !warten und Geduld! Das habe ich an dieser Stelle als hie Parole schon vor mehr als zwei Monaten aus- ,igegebrn. (!) Und man wird nicht behaupten wollen, daß dieser Satz unbegründet war. Die Unterseeboote mit dem steigenden 'Aktionsradius sind imstande, in einer einzigen Tour das ganze Jnselreich England zu umkreisen. Und wenn sie auch dem Eng­land nicht freundlich gesinnten Irland kernen Schaden zusügen, so sind sic doch mächtig und stark genug, um England viel wirksamer v vom Welthandel und Seeverkehr abzuschneiden, als es die schärfste Blockade tun kann. Unterseeboote sind die Machtmittel, die auch der Ueinste neutrale Staat sich leisten kann, u.rn dem üVer­holzen 'Alb tun beizukomnten. Mit 50 Millionen Mart j Baukosten sind ganze Schwärme von Unterseebooten

W erstcNen, wenige Mamischasten sind erforderlich, mrd anUnter- äeeboots-Mannesiimt" haben wir int deutschen Volk nie Mangel. Nun kann die Phantasie fick selbst ansmalen, loas es bedeutet, wenn Schwärme von Umerseebootcn das Jnselrrich nach den Iverschiedeusten Richtungen tnrksrrcichen, Getreideschiffe versenken, IPanzerkreuzer durch einen Schuß vernichten und heil und gesund n>r die nicht allzu weit von Englands Küste entfernt liegenden .Hasen zurückkehrcn.

R Natürlich sind diese Feststellungen im Kerne richtig, nur i. sind sie in einem zu schwammigen Pathos vorgetrageii, das i uns in die jurchtbar ernste Zeit doch .nicht recht passen will.

Geduld und Abwarten, das gilt auch von den taktischen Ab- sichten der englischen Flotte, die, wie jüngst ein deutscher Marinefachmann ausführte, nicht ans bloßer Aengstlichkeit geboren sind. Wenn es nicht billiger geht, lvird England, gewiß auch seine Flotte aufs Spiel setzen. Und der Zeitpunkt wird sicherlich früher oder später kommen. Wir glauben, daß unsere deutschen Seeleute dann dem Gegner zu zeigen ver­mögen, was sichere Führung, tadellose Ausbildnng, Kühn­heit und Heldenniut zu leisten vermögen.

Noch ein kurzes Wort über die Sympathien der Neutralen. Das gestern hier veröffentlichte Rededuell zwi­schen Derubur g und dem amerikanisch cn Professor Eliot hat gewiß in manchen deutschen Herzen stillen Ingrimm geweckt über die namenlos oberflächliche Art, mit der dieser Anglo-Amerikaner die deutsche Politik und dgS deutsche Bolk behandelt hat. Deutschland allein sollte, nach des Herrn Professors Meinung, ein Staateiibund ohne politisches Knochengerippe sein, npo dem Amerikaner schwebt gewiß noch das Bild der Ohnmacht vor, das Deutschland früher der Welt geboten hat, als es noch nicht im Glanze der neuen Kaiserkrone erstrahlte. Wenn Eliot die Leistungen der deutschen Kultur lobt, so hat e r wohl nur eine unzulängliche Kenntnis davon, denn

er spricht von der Zeikperiode deutschen geistigen Aufschwun­ges in den letzten hundert Jahren, während jeder Quartaner doch weiß, daß unsere klassische Zeit schon 50 Jahre früher begonnen hat.

Wir wollet, nicht zu viel nach Svinpathieit in der Welt fragen. Macht .,ttö Einfluß werden schließlich entscheiden. Sowohl ans dein Gebiete der Militärpolitik toic dem des Geisteslebens. Mit den Ansatz"!!, die in dieser Richtung Deutschland bereits gemacht hat, dürfen wir zufrieden sein!

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Ein englischer Dampfer durch ein deutsches Nuterseeboot versenkt.

kW TB. l Paris, 27. Rav. DasEcho de Paris" mel­det -.ms Le Havre: Der enK.,ch-.- Taiv >ferMalachite" <2000 Tonnen» ivurde aus der Fahrt von Liverpool nach Le Havre, einige Meilen nordwestlich Le Havre, durch ein deutsches Unterseeboot versenkt. Der Kapitän des Untersee­bootes gav der Akmmifchast derMalachite" 10 Minuten Zeit, von Bord zu gehen, und wenig später fing der Damp­fer Feuer, Das Unterseeboot verschwand. Die Mannschaft derMalachite" konnte sich nach Le Havre retten.

Zum Untergang desBulwart".

A m st e r d a m , 27. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Rieuws van den Dag" melden aus London: Als die Exvlosion aus demBul- wark" stattfand, war der größte Teil der Mannschaft beim Früh­stück. Die anderen Schisse im Hafen setzten sofort die Boote aus. Ein kleiner Teil der Besatzung war über Nacht a n L a n d gewesen und kehrte gerade an Bord zurück, als die Explosion ersolgte. Diese Mannschaften entgingen so dem Tode, wenn sie auch verwundet wurden. Die Explosion war so stark, daß auf den an­deren Schissen die Menschen ein paar Meter in die Höhe geschleudert wurden und alles Porzellan und Glas zerbrach. Die Ursache der Explosion ist noch unbekannt.

Berlin, 28. Nov. Wie dem Berl. Lok.-Anz. aus Kopen­hagen gemeldet lvird, ist der Eindruck von dem Untergang des Butwark" überall in England ein furchtbar niederschmet­ternder. Tie Mißstimmung gegen die Admiralität und Chur­chill wachse. Man betrachte die offiziellen Mitteilungen mit dem größten Mißtrauen.

Dirmuidcn noch in deutschem Besitz.

Berlin, 27. Nov. (WTB. Amtlich.) Die Meldung derDaily Mail", daß Dixmuiden von den Verbünde­ten zurückerobert sei, cuibehrt jeder Grundlage. Dixmuiden befindet sich nach wie vor in deutschem Besitz.

Der französische Lchlachtbericht.

(WTB. Nichtamtlich.) Amsterdam, 27. Nov. Der amtliche Bericht vom 20. November, 3 Uhr nachm., lautet: Es ist vom 25. November kein bedeutendes Ereignis zu nlel- den. Im Norden nahm das Geschützfeuer an Heftigkeit ab und es ist kern Jnfanterieangriff auf unsere Linien, die an gewissen Stellen vorrücktcn, zu verzeichnen. Im Gebiete von Ar ras dauerte oie Beschießung der Stadt und der Vororte fort. An der Aisne versuchte der Feind einen An­griff auf das Tors Messy, der Angriff mißlang völlig. Tie Deutschen hatten ernste Verluste. Wir tonnten in dem Ge­biete westlich Souain einige Fortschritte verzeichnen. In den Argonnen, im Woevregebiet, in Lothringen und in den Vogesen herrschte nahezu völlige Ruhe an der Front. Auf den Höhen der Vogesen herrscht starker Schnee- fall.

Kovenhageu, 27. Nov. lCtr. Bln.l Der Pariser Korre­spondent der.Kopenh.National-Tidenbe" berichtet seinem Blatt: Die deutschen Pläne sind uns lieute noch ebenso unklar nne gestern. Weder die Beschießung von Ppern und Soissons noch die von Reims, noch die gewaltigen Jnsanterieangrifse im Argonncnwatd geben uns die geringste Auiklärnng. Wahrscheinlich ist es die Absicht des deutschen Generalstabs, einen schwachen Punkt in un­serer Front zu linden. Doch hat es den Anschein, als ob die Be­schießung von Ppern und Soissons intensiver ist als an irgend einer anderen Stelle der Front. In Flandern scheinen große Trup- pcnverschicbmigcn vorzugehen. Tausende und ^Abertausende von Soldaten, die von Thielt kommen, marschieren in der Richtung aus Vpcrn und Dixmuiden, und zwar nicht nur Jnianterie, sondern auch Kavallerie und Arttilerie. Die deutschen Pioniere machen fortgesetzt tovographisckte Untersuchungen in den illwrschwemmten Gegenden längs des Bscrkanals bis hinauf nach Bixschoode und nördlich von Dixmuiden. Tie Teutsckien haben aus dem Weg zwi­schen Brügge und Eourtrai und bei dem Tors Desnep Artillerien stellungen ccrichtct. Aller üeutei darauf hin, daß der Feind die umfeffcr.dstcn Norfiereitunoen trifft argen einen eventuellen Vorstoß

der Verbündeten. In der Gegend um Soissons, von woraus di« Deutschen Paris näher sind als an irgend einer anderen Stelle der Front, toerd« cs ihnen schwer fallen, große Heeresmassen für den Marsch gegen Paris zu konzentrieren, denn dann mühten sie ihre Stellungen im Norden entblößen, worauf sofort unsere Truppen die Osfensive ergreifen ivürden, ihnen in den Rücken satten und ih-e Verbindungslinien abschneiden würden. Der furchtbare Angriff der Deutschen im Argonnenwald ist wohl ein Versuch, mit den dent- schcn Truppen bei St. Mihiel Verbindung zu erlangen und gleich-t zeitig Verdun cinzuireisen.

Mailand, 27. Nov lWTB. Nichtamtlich.) Nach einer Mel­dung desTecolo" ans Paris beschäftigen- sich die englische und sranzösische Presse mit neuerlichen Kriegsrüstungcn, die die Deut­schen vorbereitete Tic Wiederaufnahme der Offensive durch den deutschen Gcneralstab lasse noch nicht bestimmt erken­nen, wo er die Front cinzudrücken gedenke. Einige Zeitungen ver­muten, aus dem äußersten lintcn Flügel: Ö eilte meint, int Zen­trum. Hervv bespricht das Schicksal, das Paris daun bevorstündc. Sie befürchten nichts für die Stadt wegen der glänzenden Ver- schanzung usw.; aber das Publikum bespricht viel mit Besorgnis die bevorstehenden Ereignisse. Tie Schlacht an der M a r n e habe zwar das Dogma von der Unbesiegbarkeit der Deickschen etwas er­schüttert, nicht aber den Glauben an die riesige Organi-, sationdes deutschen Heeres. Alle Blätter verlünden, das deutsche Heer bedrohe Paris. Tie Bekämpfung werde noch enorme Lpser an Geld und Blut kosten. So lvird die öffeittlirf)«! Meinung auf die unvermeidlichen Opfer vorberestet. Tie Besorg­nis vor der Stärke des Feindes ist so groß, daß man daran denkt die Japaner zu Hilfe zu holen.

Reue Geschütze.

Eingehend befassen sich die französischen Militärkritiker mit den geräuschlos die Flugbahn durchschneidenden Ge­schossen der neuartige n.inFlandernausge stell­te n deutschen Geschütze. In Erinangelung technischer Einzelheiten behilft man sich mit der Bekräfttgung der Vor­züge der bewährten Systeme. Ein General äußerte: Für den Artilleristen existiere nur ein Geräuschlosigkeitsideal, nämlich die gegnerische Botterie zum Schweigen zu bringen. Der raffinierteste Mechanismus könne die Geschicklichkeit des Arttllcristcn nicht ersetzen. Immerhin verdiene diese Neuheit ernste Beachtung.

Schlachtberichtc der Oesterreicher.

(WTB.) Wien, 27. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 27. Nov. mitt. An der polnischen Front verlief der gestrige Tag verhältnismäßig ruhig. In West - galizien und in den Karpathen hielten die Kämpfe an. Eine Entscheidung ist nirgends gefallen. Czernowitz ist von unseren Truppen wieder geräumt worden.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H ö f c r, Generalmajor.

Wien, 27. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Vom süd­lichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 27. Nov. Die Kämpfe an der Koluber nehmen einen günstigen Verlauf. Auch gestern wurde fast an allen Gefechtckfronteir trotz des zähen Widerstandes des Gegners Raum gewonnen. Zirka 9 00 Gefangene wurden gemacht und.ein Geschütz erbeutet. Tie überaus ungünstige Witterung in den Niede­rungen, grundloser Boden aus den Höhen und jede Fern­sicht verwehrende Schneestürme erschweren zwar die Opera- ttonen, doch ist die Stimmung bei den Truppen nach einer Meldung aus der Front vorzüglich.

Rußlands Angst.

Berlin, 27. Nov. Aus Wien wird demBerl. Tagcbl." berichtet: Die Operationen der deutschen Flotte in der Ost­see .haben in Petersburg lebhafte Unruhe hervorgernsen. Abenteuerliche Gerüchte durchschwirren die Stadt. Es heißt, daß mit fieberhaftem Eifer an den BefesttgungSwerken ge­arbeitet werde, und man verweist auf eine Publikation Men- fchikows in derNowoje Wremja", die vor einigen Tagen schrieb :

In nicht ferner Zukunst wird ein Riesengescktwader mit einer ganzen Karawane von Scknelttransporidamvsern heranstürnren und che es den zerllüstetcn Institutionen unseres Kriegsnunisteciums gelingen wird, ihre weitläusigen Akten auszutauschen, werden durch das Tttumvhtor von Narwa die vommerschen Grenadiere ihren Siegeseinzug in Petersburg hatten. Stände ick: an der Stelle des Ministervräsidenten, so loürdc ich mich beeilen, die Staats­schätze rechtzeitig etwa nach Moskau oder Nischni-Nolvgorod zu schaffen.

Neue Kriegsgerichtsurteilc in Frankreich:

Paris, 26. Nov. (Ctr. Frist.) HavaS meldet: Das Kriegsgericht verurteilte öldeutscheKrankenträger, die des D i e b st a hl s beschuldigt waren, und z w e i Ae r z te zu einem Jahr Gefängnis, 13 Krankenwärter zu Strafen von l bis 3 Jahren Gefängnis, 9 Diakonissinnen zu I bis 3 Mo­naten Gefängnis, Krankenpsleger, die kleine anscheinend ge­stohlene Gegenstände bei sich trugen, zu einem Monat fängnis. Elf weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

(Frkf. Ztg.)

Köln. 27. Nov. lWTB. Nichtamtlich.) DerKölnischen Zeitung" wird von ihrem Berliner Korrespondenten gemeldet: Nach meinen Erkundigungen har sofort nach Bekanntwerden der uner­hörten französischen Kriegsurteste gegen deutsche Militärärzte die deutscheRegierung durch Vermittelung desameri­kanischen Botschafters die den Umständen nach angezeichen Schritte getan.

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Ter türkische Feldzug gegen Aegypten

K o n st a n t i ii o p e l, 26. Nov. WTB. Nichtamtlich.) Tasvir i -Efkiar" meldet, dst e i n g e b o r c n e n T r u p p e n in der kl m gebu ii g des «uczkanals hatten fickt ge­gen d i e E ti a l ii u d e r erhoben und eine große Anzahl ge lötet. Bor vier Tagen seien mehrere Eisenbahnwaggons mit verwundeten.Engländern in Kairo cingetrosfen. Die Blätter