Ausgabe 
23.11.1914
 
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barmherzige TS, weil er verwundet, ein <Knwödner tot, zehn andere verletzt. Der Materialschaden ist unbedeutend. In der Richtung aus Erzerum machte eine unserer Kolonnen wichtige Fortschritte, Bei den übrigen Truppenteilen herrschte heute Ruhr.

Der Kampf gegen die Serben.

Wien, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Vom süd- ItchenKriegsschan platz wird amtlich gemeldet: Starke Eigene Kräfte haben die Kolubara bereits über­schritten: dock leistet der Gegner in mehreren gut gewähl­ten befestigten Stellungen noch Widerstand. Die eigne Vor­rückung, die durch den ausgewcichten Boden, überschwemmte Wasserläuse und im Gebirge durch meterhohen Schnee ver­zögert war, ist aber nicht ausgehalten worden. Eigene Nach- richtendetachements und große Patrouillen machten in den letzten zwei Tagen wieder 2440 Gefangene. Die Ge­samtzahl der während der Kämpfe seit dem 6. November ge­machten Gefangenen beträgt hiermit 13000.

Eine Sitzung der österreichischen Industriellen.

Wie n, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern fand im Jndustriehause eine Versammlung der Industriellen Oesterreichs statt. In der Eröffnungsansprache erklärte der Vorsitzende, Sektionschef Brasche, die schwierige Auf­gabe, dem Ansturm«! der durch den Krieg Herbeigesührten ivirtschasttichen Ereignisse Trotz zu bieten, werde durck die Industrie glänzend gelöst, die Zeugnis für ihre unbeugsame 'Zähigkeit und Widerstandskraft ablegte. Die österreichische Industrie sei voll fester Zuversicht und unerschütterlichen Vertrauens in dem endgültigen Sieg der Waffen der ver­bündeten Kaiserreiche. Sic müsse, könne und werde den Krieg wirtschaftlich aushalten und durchhalten bis zu dauerndem Frieden und einem sicheren, den Bestand der Monarchie ga­rantierenden Ende. Der Präsident Vetter begründete nach einer Huldigung für den Kaiser in längeren Ausführungen eine Entschließung, wonach die Industrie unerschütterlich auf die Tapferkeit der österreichisch-ungarischen Armee vertraut, die in brüderlicher Gemeinschaft mit der tapferen Armee des verbündeten Deutschen Reiches die Izeiligsteil Güter ver­teidigt. Der harte üanips werde siegreich enden. Die öfter- reichisch-ungarische Monarchie werde aus dem Kriege mit größerer politischer und wirtschastlicker Macht, fester denn sc gefügt, hcrvorgehen. Die Industrie fühle sich au ch für eine lange Kriegsdauer gewappnet. Unter dem Schutze des Hauses Habsburg werde ein neues Zeitalter au- ^ 1 ^^, worin die friedliche Arbeit des Bürgers die ge­schlagenen Wunden heilen und den Weg zu neuem Aufstieg und größercnl Wohlstand freimachen werde. Die Entschlie­ßung wurde einstimmig angenommen. An den Kaiser Franz Josef, Kaiser Wilhelm und Erzherzog Friedrich wur­den yuldigungstelegrainme abgesandt.

Ter Kaiser an General v. Mackensen.

D a n z i g , 21. Nov. «WTB. Nichtamtlich.) Ter Kaiser hat auf die Meldung des Generalobersten v. H i n d e n b u r g von dem Siege der 9. Armee in den Kämpfen in Kujawicn hn der S ch l a ch t bei K u l n o an den Oberbefehlshaber der !9. Armee, v. Mackensen, folgendes Telegramm gerichtet:

Großes Hciuptcmarücr, 16. Nov. General Mackensen, Armee- lHanvtcmarlicr IX. Als ich Sie an die Spitze der tapferen IX. Armee tberief, war ich überzeugt, daß Sie das hierin zu in Ausdruck gc- sbrachte Vertrauen voll rechtfertigen würden. Ihre vorlreiilichen !Ersolge dieser Tage haben mir hierfür den Beweis erbracht, und «beglückwünsche ich Tie imd Ihre braven Truppen zu diesen Ruhmestaten. Ihre u n e r s ck ü t tc r l i ch e Tapferkeit «einem weit überlegenen Feinde gegenüber ist des höchsten Lobes wert. Sprechen Sic das Ihren Truppen Unit meinem kaiserlichen Gruß und besten Wünschen für die Zu- lkunft aus.

Der bahcrischc Ministerpräsident au italienische Journalisten.

. M ü n ch e n , 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der bahe- «rische Ministerpräsident Gras H e r t l i n g führte gestern beim Empfange von Vertretern der italienischen Zeitun­gen u. a. aus:

Ich möchte zunächst betonen, daß Bauern seine Kräfte mit beispielloser Begeisterung, vereint mit dem ganzen deutschen Volke, für diesen Krieg eingesetzt hat. Me gegenteiligen Behauvliingcn i sind Erfindungen unserer Gegner. Mir Deutschen wissen alle, daß unser Vaterland seine ganze Tatkraii autbicicn muß für diesen Krieg, durch den England unseren loirtschastlichen Aufschwung lwt vernichten wollen und nie den cs Frankreich, Belgien und Ruß­land mistbrauckst. Die neutralen Staaten und nickst zuin wenigsten Italien haben daher ein lebhaftes Interesse an einem für Deutsch­land erfolgreichen Ausgang des Kampfes. Ein Sieg Englands könnte für die neutralen Staaten nicht vorteilhaft sein, und am wenigsten für Italien, wenn man Italiens Stellung im Mittel­meer bcdentk. Ein Erfolg Deutschlands dagegen wird Italien die v ö l l i g c F r e i h c ft f c i n c r p o l it i s ch e n E n t s ch l i c ß n n - gen gewährleisten. Sie werden im Lause dieser Reise selbst sehen, daß Deutschland über ausreichende Machtmittel verfügt, den Kampf selbst für sehr lange Zeit auszuhallen.

Fürst Bülow in Rom?

Berlin, 2t. Nov. (Ctr. Bit,,.) Tos von derKreuz- Leitung" aufgcnonimene Gerücht, wonach der lnsherige deirt- Iche Botschafter in Rom seinen Posten verlassen und durch 4>en ehemaligen Reichskanzler Fürsten B ü l o w er­lsetzt werden soll, ist bereits seft einiger Zeit im Umlauf und lanu, wie mich dasBerl. Tagebl." heute bestätigt, nicht als ganz unbegründet bezeichnet werden. Die Rück- trittSabsichten des Herrn v. Fkotow sind auf seinen schon seit langem gesch,nächten Gesundheitszustand znrnckznfüh- ren, sowie auf Familienverhälttiisse, die ihm den Aufent­halt in stiom wiederholt sehr erschwerten. Es scheint nun, daß man an maßgebender Stelle mit dem Gedanken nm- geht, den Fürsten Bülow, der ja unter den deutschen Tipto­maten als Liebling der Italiener gelten kann, zun, außer­ordentlichen Botschafter für die Dauer des K r r c g e s z u e r n e n n e n. Ob dieser Plan nrit Sicherheit tzur Ausführung kommt, kann noch nicht gesagt werden Doch durste sich die Entscheidung darüber kaum inehr lange «verzögern. Man wird iratürlich nicht dein PariserFigaro" beistimmen, der d,e angeblich bevorstehende Entsendung fBülowä nach Ronr den letzten Versuch, Italien seinen ftühe- iren Verbündeten zurückzngewinnen, nennt. Unser« Wis­sens besteht der Dreibund heute wie immer. Aber wir wollen gern zugeben, daß es wenig geeignetere-Männer gibt, um die vorhandenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und Rom zu erhalten und zu festigen.

Baterlandslose Geschäftemacher.

Berlin, 21. Nov. (WTB. Nichlamllich.) TieNordd. Allg. Ztg." schreibt unter dem TitelK r i c g s l i e s e r u n - gen an das feindliche Ausland":

Mehr jache Wahrnehmungen lassen erkennen, daß. Misere Feinde bemüht sind. Warm, welche sie zur Kriegführung oder Aufrecht- frha^runl, ^ihrer Volkswirtschaft benötige», aus Deutschland zu beziehen. Sie bedienen sich dazu der Vermittlung von Geschäfts- zEmneurralm Länder, ivelchr di« Bestellungen ew weder un- t U»r vom neutralen Lande aus bei den deutschen Geschäfts­

häusern machen oder sich Waren durch deutsche Aufkäufer oder

solche eines anderen Landes bei nns beschaffen. Leider geben sich hier und da deutsche Geschäftsleute dazu her, dieses Treiben zn unterstützen. Man liefert au be­kannte Kunden im Ausland, trotzdem der Kunde offen mitteilt, daß die Ware iür Feindesland bestimmt ist; man liefert weit über das in Friedenszeit übliche Maß hinaus, angeblich ohne sich irgend eine Rechewcbast über die Ursache zn geben, die plötz­lich zu einer so ungewöhnlichen großen Bestellung geführt Ijat; man tritt endlich in Verbindung mit Geschäftsleuten, mit denen in Friedenszeit jede Geschäftsverbindung gefehlt hat, oder die sich für den Krieg mit denr Vertrieb von Waren befaßten, die ihnen zn Friedenszeiten ganz fern gestanden haben. Selbstver­ständlich wird es niemanden emsallen, den regelmäßigen, in den bisherigen Grenzen bleibenden Absatz nach^den neutralen Län­dern in irgend einer Weise zu stören. Selbst der Absatz in Feindesland über neutrale Länder wird, soweit cs sich um Waren handelt, deren Ausfuhr nichi verboten ist, oder die nicht geeignet find, der feindlichen Macht Vorschub zu leisten, nicht unter allen Umständen zn bekämpfen sein. Sofern aber der Handel Waren in Betracht kommt, deren Ausfuhr verboten ist oder deren Lieferungen der feindlichen Macht Vorschub zu leisten ge­eignet ist, liegen je »lach der Lage des Falles strafbare Hand­lungen vor. Welche Waren ansznführen verboten ist, ist öffent­lich bekannt gemacht und kann bei den Handelskammern und Zollstellen unschwer erfahren werden. Der mittelbare uub un­mittelbare Handel mit solchen Waren nach Großbritannien Und seinen Kolonien und nach Frankreich und Rußland, ist unter besonders hohe Frciheits- und Geldstrafen gestellt. Ob durch Lieferung von Ware in Feindesland, und zwar einerlei, ob die Ausfuhr verboien ist oder nickt, der Tatbestand des § 89 des Strafgesetzbuches begründet ist, wonach mit Zuchthaus bestraft wird, wer vorsätzlich während des gegen das Deutsche Reich ausgebrochenen Krieges einer feindlichen Mackst Vorschub leistet, ist in» Einzelsolle durch den Sirasrichier zn entsästiden. Da die Anzeichen sich inehren, aus denen dervvrgeht, daß tatsächlich aus Deutschland Waren geliefert werden, die, wie zmn Beispiel Gesckofdrehbanke, Stahlrohre zur Schrapnellfabrikatton, Geschoß- Pressen und Leder zur Fabrikation von Militärstieieln und der­gleichen mehr, unzweifelhaft dazu dienen, einer feindlichen Macht Vorschub zn leisten, so ivird gegen die Lieferanten solcher Waren mit unnachsichtlicher Strenge vorgegangen werden.

Das englische Parlament.

London, 22. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Parla- nientsberichlerstatter derTimes" meldet, das Parlament werde sick wahrscheinlich cun Donnerstag vis Ende Ja­nuar 1915 vertagen.

Die englische Minengesahr für die Neutralen.

Haag, 21. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) .Halbamtlichivird mitgeteilt: Die eingeleitete Untersuchung hat ergeben, daß die bisher angeschwemmten Minen, ungefähr 100 an der Zahl, einschließlich derjenigen, die das Unglück bei West- k a p e l l e verursacht hat, durchweg englische sind und «ich darunter keine einzige deutsche Mine befindet.

London, 21. Nov. (WTB. Richtamtlick).) DieTimes" melden aus Vlissingen: Ein holländisches Torpedo­boot beschlagnahmte in holländischen Gewässern einen Fischdampfer, der die deutsche Flagge führte und Seeminen zn legen schien. (Notiz des WTB.: Nach Erkundigungen an unterrichteter Stelle in Amsterdam ist dort von dem Vorfall nichts bekannt.)

Aus Südafrika.

Amsterdam, 21. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Tcle- graas" meldet: Das in Pretoria erscheinende Blatt Volkstem" veröffentlicht einen zwischen Ober st Maritz und der Regierung von Deutsch-Südwestafrika geschlossenen Vertrag. Er enthält sieben Punkte.

1. General Maritz hitt die Unabhängigkeü Südafrikas erklärt und den Krieg mit England begonnen. 2. Der Gouverneur von Deutsck-Südwestasrika erkennt alle afrikanischen Streitkräste, die gegen England operieren, als Kriegführende an. Sie werden nach weiteren Besprechungen den Krieg gegen England unterstützen. 3. Falls Britisch-Sübafrika für unabhängig erklärt wird, soll der kaiserl. Gouverneur alle tunlichen Maßregeln treffen, daß der Staat oder die Staaten baldmöglichst durch das Deutsche Reich als solche anerkannt und in die allgemeinen Friedensverhandlnngen cin- ,cschlossen werden. 4. In Anbetracht dieser Unierstütznng werden )er neu gebildete Stcmt oder die Staaten keine Einwendun­gen erheben, daß die deutsche Regierung von der Wal- fischbai und den Deutsch-Südwest gegenüber liegenden Inseln Besitz ergreift. 5. Der Talweg des Oranjeflnsses wird die Grenze zwischen Dentsih-Südwest und der Kapprooinz bilden. 6. Das Deutsche Reich wird keinen Einwand erheben, daß die oben genannten Staaten von der Delagoabai Besitz ergreifen. 7. Wenn der Aufstand nicht glückt, werden die Anfftändischen, die auf deut­sches Gebiet übergehen, als deittslhe Untertanen anerkannt und als solche behandcll.

Oberst Maritz schickte <rm 16. Oktober das Abkommen mit einem Begleitschreiben an Oberst Britz, den er als alten Afrikaner aufsordert, mit gegen England zu kämpfen. (An­merkung des WTB.: Die Verantwortung für die Richtigkeit vorstehender Veröffentlichung muß demVollstem" in Pre­toria überlassen bleiben).

Amsterdam, 23. Nov. Nach Meldungen ans Dur­ban (tztatal) besorgt die eiwtische Regierung einen An­griff der Buren auf Bloemfontein. in dessen Umgebung 3000 Buren versammelt sind, während zur Ver­teidigung nur 500 Mann Regierungs truppen vorhanden sind. Nach Privatbriefeu holländischer Handelshäuser stehen fast 100 000 Buren unter dem Oberbefehl De Wets.

Rücktritt de» griechischen Marineministers.

Athen, 22. Nov, (WTB. Nichtamtlich.) Der Marine- minister ist zurückgetreteu.

Aus dem Reiche.

Eine Totenfeier im Reichstag. Ans Berlin, 22. tzlov., wird berichtet: Bei der heutigen vaterländischen «Gedächt­nisfeier unserer Kriegsgefallenen im Reichstage wurde die Kaiserin empfangen von dem Präsidenten des Reichstages, Kämpf, dem Vizepräsidenten P aas che, dem Hofprediger Lic. D S h r i n g und Direktor Jungheim. Nachdem sic und die Kronvrinzessin die Wandelhalle betteten hatten, setzte die Kapelle des 4. Gardercgiments zn Fuß mit dem Largo von Händl ein. Daran schloß lich das von der Berliner Liedertafel gesungene Vater, ich ruse dich". Dann nahm Hofprediger Dryander das Wort zur Gedächtnisrede im Anschluß an das Schriftwvrt 2. Ko­rinther 6, Vers 9 und 10. Den «Schluß der Feier machte der Ver­trag von GrellsGnädig und barmherzig ist der Herr" durch die Liedertafel. Unter den Klängen des Volksliedes .Ich hatt' einen Kameraden" verliehen die Kaiserin und di« Kronprinzeffin die Wandelhalle. Die Kaiserin äußerte sich tief ergriffen von dem Verlauf der Feier, dir ihr als Landesnrutter sehr sympathisch gewesen sei, um ihre tiefe Talnahme an dem Leid ihrer Landes- kindcr bekunden zu können,

Essen, 23. Nov. Dr. Krupp von Bohlen und Sal- b a ch und seine Gattin haben für die KriegSsürsorge eine weitere M i l l i o n zur Verfügung gestellt.

München, 22. Nov, (WTB. Nichtamtlich.) Die Korrespon- denzHossmann" meldet: Der König ließ dem Bayerischen L a ndcs - W cih na ch ts-Au s s ch u ß , der unsere im Felde sichenden Truppen mit Liebesgaben versorgt, cme Geldspende von 10 000 Mark überweisen. Außerdem wird der König denjenigen

Regimentern, deren Inhaber er ist, eine besondere Weihnachts« freude machen.

Ifirclic und Schule.

Berlin, 22. Nov. Nach kurzer schwerer Erkrankung ist der Stadtschulrat Geh. OberregierungSrat Dr. Michaelis am späten Abend gestorben.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 23. November 1914.

Auf dem Felde der Ehre gefallen.

lDus Hessen und den Nachbargebietcn.l

Oberjäger Heinr. Dönges, Res. Iäger-Bat. 24, aus Wallau.

Lanüwcbrm. u. Lehrer Fritz Leisler in Simmersbach. Res. Peter 2 ch m i v t, Inf.-Rgt. 83, aus Damshauscn. Land- wchrm. Heinr. Suse michel, Inf.-Rgt. 116, aus schlitz. Landwehrm. Johs. Fischer, Inf.-Rgt. 116, aus Queck. Res. Valentin Quauz, Jns.-Rgt. 118, aus Bernshauscn. Res. Karl Gustav Kaiser, Rcs.-Jnf.-Rgt. 88, aus Bösgesäß. Land- wchrm. Joh. Heinr. R e u tz e r , Inf.-Rgt. 116, aus Kefenrod.

Res. Maurermeister Karl Volz, Jns.-Rgt. 116, aus Ober- Brcidcubach. Landwehrm. Gg. Ditschler, Inf.-Rgt. 116, aus Zell. Landwehrm. Heinr. Schott, Jns.-Rgt. 116, aus Kestrich.

Unterofs. d. Landw. Gg. Walter, Jns.-Rgt. 117, aus Leise! heim. Landwehrm. Will). Wanner, Inf.-Rgt. 118, aus Off­stein. Res. Franz Hofmann, Ers.-Bat. 118, aus Worms.

Gefr. d Res. Karl König, Jns.-Rgt. 87, aus Ober-Lais. Res. Albert Ulrich, Jns.-Rgt. 116, aus Reichelsheim, Odenwald.

Einj.-Geft. Waldemar Rummel, 19. bayr. Jns.-Rgt., aus Darmstadt. Res. Karl Bechtel, Res.-Iäger-Bat. 8, aus Biebesheim. Utffz. d. Landw. Leonhard Meier, Jns.-Rgt. 143, aus Osscnbach a. M.

*

** Der Totensonntag drückte gestern dem Strotzen.

brld seinen ernsten Stempel au). In den Gotteshäusern sam­melten sich vor- und nachmittags die Gemeinden der An- dächttgcn, um ihrer Toten im Gebet zu gedenken, und na­mentlich die Soldaten waren zahlreich unter ihnen ver­treten. Nach dem Friedhofe hin herrschte den gmrzen Tay über ein lebhaftes Kommen und Gehen: viele hunderte zogen hinaus, um ans den Gräbern ihrer Lieben Krmiz und Blli-° men niederzulegen. Sonst war es trotz deni prächtigen, frost- llaren Wetter verhällnismäßig sttll draußen, ein Zeichen, daß die Bedeutung des Totenfestes gerade in diesem Jahre in tiefem Ernst gewürdigt wurde. Ans dem Friedhof am R o d b e r g waren die Gräber vorherrschend mit Erika unh Waldkränzen stimmungsvoll geschmückt und nnr ganz ver­einzelt waren Grabhügel vorhanden, die des «Schmuckes von liebender Hand entbehrten. Die Grabstätten der in unseren Lazaretten verstorbenen dcutschenKrieger, deren Zahl bereits 35 betragt, ivaren ans Veranlassung der Stadt mit: frischem Tannengrnn und Erika einheitlich hergerichtet. Aus»- sällig war, daß man diese Pietät an den sechs Grabstätten, welche ftanzösische Krieger bergen, unterlassen hatte. Diese Unterlassung ist wohl nur auf ein Versehen zurückzuführen. In der altehrwürdigen Kapelle des Friedhofes am Nah­rungsberg fand wie alljährlich am Totensonntag na«ch- mittags 2 Uhr ein stark besuchter Gottesdienst statt, bei dem Pfarrer A u s f e l d predigte. Das erstemal seit ihrer Errich­tung wurde gestern auch, aus Anlaß der ernsten Zeft in welcher wir leben, die Kapelle des Friedhofs am Rodberg zu einem Gottesdienst mit Genehmigung der städttschen Verwaltung benutzt. Der untere Raum und die Emporc waren von Andächtigen überfüllt, welche die Worte des Pro­fessors E>. Schian, welche derselbe zum Gedächtnis der Toten und zur Tröstung der Lebenden au die Gemeinde richtete, mit Andacht vernahmen.

** Ritter des Eisernen Kreuzes. Major Man­ger aus Weilbnrg, Bat.-Komnr. im Landw.-Inf.-Regt. 68 (1. Klasse). San.-Uftz. Walther Schnitze ans Weillmrg, Inf.-Regt. 116. Fcldw. Herrn. Menges aus Weilbnrg, Landw.-Inf.-Regt. 68. Tiefbautechniker der Stadt Wetzlar Heinrich Becker, Uffz. im 21. Pivn-Landsturm-Bat. Einj- Freiw. .Hans Boy aus Limburg. Fahnenftrnker-Uffz. Fritz Künklcr aus Limburg, im Fnf.-Regt. 88. Leutn. Kurt Rechenberg ans Di«,, Regt. Jäger zu Pferd Nr. 3. Stabsarzt Dr. L o m m c l von Rjod g. d. W. Gefr. d. R. Georg Weber aus Waldmickzelback). Vizefeldwebel Jakob Bohländer von Weitengesäß, Jns.-Regt. 118 (1. Klasse). Jäger Johann Stepl)«n Schnellbacher ans Lützel-Wie­belsbach. Feldw. Paul Seedler, Piow-Bat. 25. Eins.« Freiw. llfsz. Adam Stander, Pioru-Bat. 31. Postaff. Cinj.-Gefr. Max Frey er, Jns.-Regt. 87. Reservist Georg Rhein gans aus Westhofen. Lehrer Franz Neumann zn Sörgenloch, Uffz. d. L. im Res.-Fnf.-Rcgt. 118. Fahrer Joh. Mayer ans Lörzweiler, Fußart.-Regit.3. Uffz. Fr. Jung und Gefr. d. R Ehr. Zipp aus Heppenheim a. B, Usfz. d. R. Jacoby. Finanzamtsgehilfe Gefreiter Adam Stander aus Nackcnheim, Jns.-Regt. 117. Musk. Franz Kraft aus Bretzenheim, Jns.-Regt. 117. Kraftwagenführer Peter Doll ans Offenbach, Jns.-Regt 116. Kriegsfreinn, Fritz W e g c I, Uffz. d. R. im Res.-Fußart>Regt 7. Fetdut Gg. Z u l a u f ans Niederweimar, Dt-G.-Komp. Res.-Jns.- Regt. 93. Sergt. Karl Wörner aus Eckartsboim, Felbart» Regt. 61. Gefr. Wilh. Schmidt aus Bös-Gesäß» Inf.-Rgt Nr. 116. Leutn. Ela r ins cats Lindheim. Einj. Usfz. Rich. Schilly, Brandcnb. Art.-Regt.3, aus Oschofen. Feldzahl-, meister Karl Schoeler aus Darmstadt, Jns.-Regt 115. Rittmeister und Kommandeur der Res.-Mmt.-Kol.°Abteilurrg G. Diefenbach aus Darmstadt. Generalmajor Gras von Zech in Darmstadt (1. Klaffe). Uffz. August Wallen stein aus Burgsolms, Pion.-Regt 25. Schütze Wilhelm Kunz ans Niederbiel, Masch.-Komp des Jns.-Regt 88. Res. R uggar- ber in Herborn. Dr. Schäfer von Eibelshausen, Ober­arzt im 2. bayr. Armeekorps.

** Die hessische Tapferkeitsmedaille wurde verliehen dem Major Stephan, zurzeit Führer des Ersatz- Bataillons Jnf.-Regts. 116, den Hauptleuten Bnhtz, Ri eck, Wehrheim, v. Thümen, Wolf und Bader, sämtlich Kompagniechefs im Jns.-Regt. Kaiser Wilhelm dir. 116, dem Oberleutnant Kienitz, dem Oberlenlwant v. Holly und Ponientzietz, dem Leutnant Wolf, den Vizefeldwebcln Bergk,Götz und G e m m e r, alle in demselben Regiment.

** Stadttheater. Vom Ministerium ist Anordnung ergaiMN, daß zu Großherzogs Geburtstag, in Rücksicht ans den Ernst der Zeit, keine besonderen Festlichkeiten stattfinden; nur ernste Darbietungen ent­sprechenden Charakters in den Theatern sind erwünscht, und so wird denn tfter wie in Tarnistadt die F e st v o r st e l l u n g die einzige festliche Veranstaltung zu des Landcsherrn Ge­burtstag bilden, während Festessen usw. dieses Jahr weg fallen. Der Reinertrag dieser Vorstellung (W a l l e n st c i n s Tod mit Herrn Bohnöe als Gast) ist für die .Hinterblie­benen von gefallenen Gießcnern bestimmt, und so wird jeder, der der Festvorstellung beiwohnt, zugleich ein Schers­lein beitragen zu der Kriegssürsorge, die unserm Laiwes- vater besonders qm Herzen liegt.