.
** Konzert-Verein. Der gefeierte und von früherem Äustreten hier in bester Erinnerung stehende Klaviervirtuos Wilhelm Backhaus will seine Kunst in den Dienst der Wohltätigkeit stellen und uns in nächster Zeit einige der glänzendsten Beethoven sch cn Sonaten Vorspielen. Ter Konzert-Dereür hat dieses Anerbieten sreudig angenommen und wird die Einzelheiten demnächst öffentlich bekannt geben. Das Konzert luirb voraussichtlich am Montag, den 7. D ezeni b e r , stattsinden. Ter Erlös soll, wie schon erwähnt, einem wohltätigen Zweck dienen. Ter Lorverkaus von Eintrittskarten sindet in der Musikalienhandlung von Ern st Challier statt.
** Der Män n e r tu rn v er e in feierte an: Sanistag sein 29. Stiftungsfest den Zeitumständen entsprechend mit einem Prunklosen, aber gemütlichen Zusammensein im Vereinslokal. Unter den zahlreich erschienenen Mitgliedern besanden sich einige Mitgrüirder. Ter derzeitige Vorsitzende Turner Carl Lenz begrüßte die Erschienenen mit cineni Hinweis auf den Ernst der Zeiten und die Tatsache, daß sich etwa 12 5 Münn erturner bei den Fahnen befinden. Er gedachte der für die heilige Sache gefallenen Brüder und stellte fest, das; mindestens 5 Turngenossen in diesem Feldzug bereits das Eiserne Kreuz crrairgen. hierauf richtete Ehrenmitglied und Mitgründer, Turner Adalbert Bindcwald, eine von vaterländischer Begeisterung durchglühtc, den Ereignissen Rechnung tragende Ansprache an die Anwesenden. Er führte in kurzem geschichtlichen Rückblick die zahlreichen Fälle in vergangenen Zeiten an, i» denen das „schwertfreudige und doch so friedliebende" deutsche Volt fremde Angriffe abzuwehrcn hatte. Tic felsenfeste Hofsnung auf den Sieg in denr gegenwärtigen schwersten oller Kämpfe schöpfte der Redner arcs der sittlichen und physischen Ueberlegenhcit und der vol.tommenen Geschlossenheit unserer Nation, au welchem hock,erfreulichen Zustand die deutsche Turncrei einen nicht geringen Anteil habe. Nach weiteren Ansprachen und turnerisch-patriotischen Gesängen trennten sich die Mitglieder in dem Bewußtsein, einen weihevollen und wahrhaft erhebenden Abend genossen zu haben.
** V o in Gefangenenlager. Neuerdings ist man daran gegangen, eine W a s ch - u n d B a d c a n st a l t für die Gefangenen zu errichten. Tie Anlage tvird außcrlhalb des Lagers, aber doch im Anschluß daran errichtet, erhält eine besondere Umfriedigung und ist durch ein Tor vom Lager aus zugänglich gedacht. — In den letzten Tagen sind wieder einige kleine Transporte von Eugländerit und Franzosen im Lager cingetroffen, so daß sich dasselbe allmählich zu lullen ansängt.
' ** Handelskammer z u Mainz. Die Großher- zoglichc Handelskammer zu Mainz befaßte sich in ihrer Sitzung vom 10. Nov. u. a. mit der Tätigkeit der Kammer aus Anlaß des Krieges sowie mit der Lage des Arbeit s in a r k t e s im Kainmcrbezirkc. Es wurde ein ausführlicher Bericht über die Tätigkeit der Handelskammer aus Anlaß des Krieges seit der letzten Sitznng der Kammer erstattet. Diese Tätigkeit betraf im einzelnen die Festsetzung von Höchstpreisen und Versorgung mit Lebensbedürfnissen, Post- und Eisenbahnnngclcgenhciten, Fragen des Kredit-, Geld- uttd Zahlungsverkehrs, den Arbeits markt und die gelverblichc Beschäftigung, zoll- und handelspolitische Angelcgenh^cn, Erleichterung der Einfuhr und Ausfuhr, UeberwachnM nusläudischcr Betriebe usw. Tic .Handelskammer wurde für die Erteilung von Auskünften und Ratschlägen über durch den Krieg geschaffene Verhältnisse in großem Umfange in Anspruch genommen. — Die Handelskammer hat auf Veranlassung des Großherzoglichcn Krcis- antts bei einer großen Anzahl von Firmen ihres Bezirkes eine II m s r a g e über die Lage des Arbeits Marktes veranstaltet. Trotz aller Schmierigkeiten und Hemmungen muß anerkannt iverden, daß sich das wirtschaftliche Leben verhältnismäßig recht gut gehalten hat. Tie Zahl der Konkurse und der Fälle von Zahlungsschwierig- fcitcn ist nicht erheblich, die Anpassung erfolgte so, daß bald überall Ruhe und Besonnenheit cinkchrte und daß das geschäftliche Leben sich unter den veränderten Verhältnissen in geordneten Bahnen bewegte. Der B e sch ü f t i g n n g s st n u b ist im ganzen u i ch tungün st i g und gibt jedenfalls zu Besorgnissen vor einer größeren Arbeitslosigkeit keinen Anlaß. Dies lvird auch bestätigt durch die Erfahrungen des Städtischen Arbeitsamtes in Mainz, das keinen größeren Andrang Von Arbeitskräften wie sonst zu verzeichnen hat. Auch die Kreditverhältnisse haben sich nach der Ucberwindung der Unsicherheit der ersten Wochen gebessert, und der Geldverkehr vollzieht sich im großen und ganzen in normalen Bahnen. Ter Ivciteren Entwicklung kann unter diesen Umständen, wenn auch jedermann sich gewisse noch steigende Beschränkungen aufcrlegen muß und wenn in manchen Gewcrbs- -zweigcn die schwierige Lage noch große Opfer sorderl. mit Ruhe cntgcgengeschen werden, um so mehr, als die Opfer, die die Bevölkerung zu Hause zu tragen hat, gering sind gegenüber den großen Aufgaben und Opfern, denen das deutsche Heer im Felde sich unterziehen muß.
g| ** Die Haltung unserer Freiwilligen i in Fellic war, wogegen ivir wiederholt Stellung genommen haben, in Gießen mancherorts von inüßigen Schwätzern her ab gesetzt worden. Dieser Mangel an Vertrauen, bcu man in gewissen Kreisen in die Freiwilligen gesetzt hat, ist natür lich diesen nicht unbekannt geblieben. Wie man in ihrer Mitte über die Angelegenheit denkt, mag folgender Feldpostbrief zeigen, den uns ein Angehöriger des ..Bischweiler" Regiments, ein Gicßener Student, im Aufträge der Gießcner Söhne und Studcnlen des 1. Bataillons sendet mit der Bitte,
-ur Kenntnis der Bürgerschaft zu bringen. Er lautet:
Schützengräben, 15. Nov. 1914.
„Wenn man draußen im Felde steht, freut man sich wie ein kleines Kind zu Weihnachten über jede Nachricht von daheim. Briefe und Karlen und besonders die Liebesgaben wurden von irns bis jetzt stets mit Jubel cntgegengenommcn. Bor allem war man au; die Briese aus Gießen und die „Gicßener Anzeiger" gespannt. Jetzt ist das plötzlich anders. Tie meisten Briese, die aus Gießen zu uns kommen, müssen uns mit Zorn und Entrüstung erfüllen. In den letzten 8 Tagen sind mir von mehr als sechs Leuten — Rainen können genannt iverden, auch die Namen derer, die es geschrieben haben — die Mitteilungen gemacht ivordcu, daß man sich in Gießen folgende S ch a u d e r d i n g c über uns erzählt:
„Wir seien beim ersten Gefechte vor etwa 4—5 Wochen feige ausgcrissen, die Führer hätten mit Säbel und Pistole gegen uns dorgehen müssen, 20 seien wegen Meuterei erschossen tvordcn, schon in Metz-Longcvillr seien mir in die Kasernen cingcsverrt worden, damit wir nicht davon liefen, jetzt wären wir durch Hunger, Durst und Kranklieit völlig ruiniert."
Wir sind sprachlos. Das glauben die Gießen« von ihren Söhnen und von ihren Studenten? Ich nehme an, daß nur eite klein« Teit diesem Unsinn Gehör geschenkt und es weiter «zählt hat. Auß«dcm müßte sich denn doch Gießen selbst sür seine Truvven schämen Wer hat diesen Unsinn nur um alles in der Welt erfunden? Kein Wort davon ht wahr. Tenken denn diejenigen, die solches reden und schreiben, nicht daran, wie tveh sic uns dainit tun, wie bitter sie uns kränken? Wir sind bereit, uns« alles für das Vaterlaird und die Lieben zu Hause hinzugeben, und so macht man es uns ! Das Unsinnigste aller dieser Redereien
ist, daß wir bereits vor 4—5 Wochen in einer Schlacht ausge- lissen sein sollen, und damals haben wir noch gar keine Schlacht mttgcmacht. Wir lagen längere Zeit in Reserve und haben böch- stcns ab und zu einmal einen Flieger beschossen. Jetzt allerdings sind wir seit einiger Zeit auch an der großen sranzöiischen Weltschlacht beteiligt. Lillein in den Schützengräben bet M. und Ch. liegen wir schon üb« 14 Tage. Daß wir uns hi« gut gehauen haben, das zeigt der Umstand, daß wir bereits trotz cnergisckfer Gegenwehr der Engländer uns ein gewaltiges Ende v o r » gearbeitet haben. Leicht war cs nicht. Unsere Verlustlisten müssen leider eine große Anzahl von Verwundeten und manche Toten auszeigen. Glaubt Ihr zu Hause vieNcicht, für nichts hätte eine Anzahl von uns das Eiserne Kreuz, das Zeichen für Tapferkeit und hervorragende Leistungen, erhalten? Laßt Euch «zählen von tühncn PatrouiUcilgäugen und Kämpfen mit England«», Indiern und Turkos. Unsere junge Truppe hat sich wacker geschlagen und gut gehalten. Was das Gerede über den Gesundheitszustand uns«« Soldaten anbe- lanot, so trissl das allerdings zu, daß ivir oft Magenkranke gehabt haben, aber das kommt auch bei den aktiven Truppen vor und ist glücklicherweise nur vorübergehend. Zu essen und trinken haben wir noch mim« gehabt, wenn man sich auch sehr einschränken und meistens mit Brot, Konscrvcnsuppe oder Speck zufrieden sein mußte.
Wir haben jetzt eine Bitte an Euch: Helft, daß das dumme Gerade über uns bald verschwindet. Macht die Schwätzer daraus ausmerlsam, wie tveh sie uns mit diesem ungerechtsertigtcn Verdachte tun. Derartige Leute sollten nur mal eine Nacht zähneklappernd, naß bis aus die Haut, mit uns in einem Erdloch liegen und -„gedeckt mit einer feuchten Decke, vor Nässe dampfend, zu schlafen versuchen. Trotz alledem sind wir wohl und munter und hoffen noch manchen Erkol g zu erlagen, um unserem Vaterland und unserer Stadt Gießen alle Ehre zu machen. Macht Euer Verfehlen durch andere freudige Nachrichten rind Liebesgaben wieder gut."
** ,,B i s ch w« i le r" W e i h n a ch t s g a b en. Die Aufforderung, die vor einigen Tagen in dieser Zeitung an die Einwohner unserer Stadt und ihrer Umgebung gerichtet worden ist, auch das gegenwärtig im Schützengraben liegende und Bereits wohl bewährte „Bischweiler" Bataillon mit Liebesgaben zu bedenken, hat eine gute Slättc gesunden. Mit dankbarer Freude iverden die Eltern und Freunde der jungen Truppen hören, daß eine große Fülle von lvcrtvollen Gaben und Geldsendungen in kürzester Zeit an den Ausschuß ab- gelicsert worden ist. Auch die Mitglieder der Universität haben auf eine Aufforderung des derzeitigen Herrn Rektors in höchst dankenswerter Weise eine stattliche Summe zusammengebracht. Besonders heben wir cs auch hervor, daß sich unter den nicht mit Namen bezcichneten Gaben auch solche besanden, die offenbar aus ganz armen Häusern stammten, nnd ferner, daß sich besonders einige Klassen der Mädchenschulen durch sinnige Spenden ausgezeichnet haben. So haben auch wir die allgemeine Opserwilligkeit, das schönste Zeichen unserer großen Zeit miterleben dürfen. Allen freundlichen Spendern sagen ivir im Aamcn unserer tapferen Söhne unseren herzlichsten Darrt. Ihre Gaben werden es bewirken, daß auch die weniger Bemittelten unter unfern jungen Soldaten, die von den Ihrigen teine oder nur wenig nmsangreichePakcle haben erhalten können, oeS WeihnachtsfesteS froh werden können. Ta sich das hiesige „Rote Kreuz" >vie aller ans Gießen hervorgegangener Truppenteile so auch des „Bischweilrr" Bataillons fürderhin annehmen lvird, hat der Ausschuß beschlossen, von den noch vorhandenen Ueberschüssen dem „Rolcn Kreuz" eine beträchtliche Summe zuzustcllcn. —l.
** Kricgssür sorge der Landesversiche- r n n g s a n st a l t d e s G r o ß h e r z o g t u m s H c s s e n. Um de» Kommunalbehörden die Fortführung öffentlicher Arbeiten zu ermöglichen und zur Auszahlung der Unterstützungen an die Familien der im Felde Stehenden hat die Landes- vcrsicherungsanstalt den hessischen Kreisverwaltungcn und einzelnen Gemeinden bisher etwa fünf Millionen D a r l e h n zur Verfügung gestellt. Zur Milderung der durch den Krieg in Ostpreußen verursachten Notlage hat sic sür Liebesgaben 2000 Mark bewilligt und der Landesversicherungsanstalt Elsaß-Lothringen zur Verstärkung ihrer Barmittel ein Darlchn von 500 000 Mark überwiesen.
** Postverkehr mit Kriegsgefangenen in Rußland. Von jetzt ab sind auch nach und aus Rußland Postanweisungen für Kriegsgefangene oder von solchen zugclasscn. Die Postanweisungen »ach Rußland (Meistbetrag 000 Rubel) sind auf der Vorderseite des für den Auslanosverkehr bestimmten Vordrucks mit der Adresse „Königlich Schwedisches Postamt Malmö l Upa., Schweden" zu versehen, während die Adresse des Empfängers der Geldsendung ans der Rückseite des Abschnitts genau anzugeben ist. An der Stelle, die sonst sür die Freimarke» zu dienen hat, ist die Bemerkung „Kriegsgefangenensendung. Taxfrei" anzubringen. In Malmo werden die deutsch-schwedischen Anweisungen in schwedisch-russische und die russisch-schwedischen Anweisungen in schwedisch-deutsche umgeschrieben.
Kreis Wetzlar.
w. Wetzlar, 22. Nov. Tie Stadtverordneten sind dahin schlüssig geworden, daß der Januarmarkt, der von der Regierung n»i drei Jahre genehmigt war (bis 1915), eine dauernde Einrichtung werden soll. Die Märkle wurden wie lolgt vorgcichlagen: 12. Januar, 23. Februar, 22. März, 5. und 26. Avril, 24. Mai, 14. Juni, 12. Juli, 23. August, 26. September, 4. Okiober, 19. November und 13. Dezember.
— E b r i n g s h a » s e », 22. Nov. Kreisstraßciimeisler
B i e l e ck c blickte m d er vergangenen Woche aus eine 3 5 j ä h - r i g e Dienstzeit zurück.
Hessen-Nassau.
si Marburg, 22. Nov. Die Stadtverwaltung ist i» eürigklcr Weise bemüht, durch Schassnng von Arbeitsgelegenheit jeglicher Art die Horten, ivclche der iirieg nut sich bringt, nach Möglichkeit z» lindern Vom nächsten Dienstag ab wird auch in einem der Stndt gehörenden Hause »eben dem Ratbanle eine Volksküche eingerichtet »nd zwar zunächst sür die Wintermonaie Mil Rücksicht ani die KriegSnot dürste sich die letztere Einrichtung jedenlallS diesmal bester bewähren als vor eliva ze» Jahren, >vo die damals eingerichtete Volksküche mangels genügender Inanspruchnahme ivleüer cingehen inusttc.
X Hanau, 22. Nov. Bei dein Versuche, i» hiesigen Bijouterie- sabriken Gold auszukanien, sind zwei Kansieule aus Char- lottcnbiirg vo» der Polizei s e st g e » o m m « n worden. Ter Fang kann als gut bezeichnet iverden denn e- ergab ft daß die beide» Kausieute bereits in einigen andere» deutschen Städten Gold sür das Ausland nuigekanjt halte». Sie waren im Besitz reicher Geldmittel »»d belasten 'Auslandspässe.
X Schlüchtern, 28. Nov. Der Land rat des hiesigen Nreiles, B a l e »l i n e r, der als Rittmeister der Res. im 3. Garde- Ulanen-Regiinent dient, hat iür einen schneidige» »nd ersolgreickten, teilweise im heiligsten ieinülichen Feuer zurückgelegtcn Aniklärungs- rilt das Eiserne Kreuz erhnllen. __
h. Frankfurt a. M., 22. Nov. Im Stadtteil Sachsenhausen »mrde die Wagnerei von Weste nbcr g e r durch ein G r o st - scuer nahezu eingeäfchert. Die Feuerwehr hatte mit st Schlauchlinien 4 Stunden zu tun, um des Feuers, das die Nachbargcbäude schwer gefährdete, Herr zu werde». Der Schaden ist bedeutend. — Ein Brand zerstörte die reichen Vorräte einer Drogerie im Lcder- weg. — T« Magistrat der Stadt beantragte bei der Stadtvcrord- netenversamnilung die Bewilliguug von 250000 Mark zu Erweiterungen der st t ä d t i s ch e n K r a n k e n a n st a l t in Sachsenhausen. Wie der Magistrat bei der Aufstellung der Kostenanschläge mitteilt, ist bei Kdein Posten aus äußerste Sparsamkeit i Rücksicht genommen.
vermischte».
' Ein Enkel Bis niarcks im Felde. Die letzte Ausgabe des .Militär-Wocheublaltes' meldet die Beförderung vor 14 Unlerosftziercn des Regiments der Gardes du Corps zu Fähnriche». Der jüngste dem Tiensialier nach ist der U n t e r o i i t z i er Gras von B i s », a r ck - S ch ü n h a u s e n. Es handelt sich um einen Enkel des Alt-Reichskanzlers, nämlich »m den an, 2>>. Ala, 1896 in Königsberg geborenen Graten Nikolaus v. Bisniorck Schönhause», den einzigen Cohn deS Grasen Wilhelm v. Bisniarck.
^ E i n e C t r a st c n u m! a n s u n g in Berlin. Ter von dem Potsdamer Platz nach dem Brandenburger Tor sührende Ztrastenzug, die i r ü h e r c K ö n i g g r ä tz e r Straße, wurde heule in seierlicher Weise aus den Namen „B u d a p e st e r Straße" n in a e t a n s t. Tie Straße war in den ungarischen Fa> ben und mit Kränzen geschmückt. Oberbürgermeister W e r m u t h letzte den Bürgermeister von Budapest, Barczy, von dem Tansakt durch ent Telegramm in Kenntnis, in welchem er gleichzeitig die ausricktigsle Bewunderung und die Sympathien sür die Helden mütige ungarische Naiion und ihre schöne Hauptstadt anSdrücktc. Tas Denkzeicben sür das herzliche sreundschaitliche Einvernehme» der beiden Städte werde auch »och die Nachkommen an eie große Zeit gemahnen, die zivei mächtige Völker sür den Kamps um ihre höchsten Güter zusainiiienschmiedcle.
vüchertisch.
— D i c „Nationale Rundscha u", Zeitschrift für deutsches Geistesleben. (Verlag: Georg Gornitzka, Buchhandlung, L« lim Wilmersdorf, Motzstraßc 49) bringt in dem vorliegenden l.Hest eine Auswahl beachtenswerter Beiträge ans der Fcd« bestbe- laniit« Persönlichkeiten. Ter Gedanke, h«vorragendc Militärs, Wissenschaftl« und andere Autoren als Mitarbett« für ihre Spezialgebiete hcranzuziehcn, kann nur sympathisch begrüßt wer- dcn in dies« Zeit, in der mehr denn je auch die große Masse der Gebildeten dos Bedürfnis empfindet, den Worten und Aus- sülrungen von berufenen Führern deutschen Geisteslebens zu lauschen. So finden ivir in dem, seinem Inhalt entsprcckzend schlicht nnd ivürdig ausgestotteteil Heft nach einer gewandt geschriebenen Einführung, die in Form einer „Umschau üb« die Nation" die Begriffe des echten und falschen Patriotismus behandelt und getreu ihrem Wahlspruch „Ueber alles die Wahrheit" einige beherzigenswerte Ausführungen bringt, eine kurze Abhandlung des Geh. Rcg.-Rat Prof. Tr. B. Haendcke (Königsberg! über d:c „Belgischen Franktireurs und die Kunst Belgiens", iu der dieser hervorragende Kunstsorsch« die Kunst der Belgier mit dem Wesen dieses Voltes in Einklang zu setzen v«sucht. Der Hauptaussatz des vorliegenden Heftes ist ab« zweifellos eine von größter Sochtcnntnis zeugende Skizze des LberitteutnaMs z. D. Pro,. Tr. h c. P a u l P o ch h a in m er ü br r Ge n er a l o b e r ft v. H i n d c n b u r g , den Sieger von Tannenberg. Die hochaktuellen Llussührungen Pochhammers über den militärischen Werde- gang des Befreiers Ostpreußens sind in ihr« Ausführlichkeit und aus der berufenen Feder seines einstigen Lehrers an der B«liner Kriegsakademie zweifellos als ausgezeichnete Quelle für spätere Biographen dieses genialen Mannes anzuirreck>cn. lieber die sehr wichtigen „sttahrungsmitteisragen des Krieges" äußert sich in hochinteressanter Weise der bekannte Berlin« Physiologe mid Univttsstätsproseswr Tr. Berg eil, während ein fesselnder Aussatz über „Kriegsmusik" aus der Feder des Musikschriststellers Tr. Paul Bruns de» Beschluß dieses reichhaltigen Sbeites bildet. Aus der Anzeige des Inhaltes des nächsten Heftes ersehen wir, daß darin Beiträge des Wirkt. Geh. Ober-Kousistorialrat und ttzcucralsuperintendcnt der Kurmark Paul Köhl«, Pros. Ehristo- sani (Wien), Paul Tehu, Kadettenhauspfarr« Gruhl u. a. ausgezeichneter Autoren enthalten sein w«den.
wöcyeirtk. Uedersicht der Todesfälle i. d.Ltadt Sichen.
45. Woche. Vom l. bis 7. November 1914.
Sterblichkeitsziffer: 38,5 »/«, nach Abzug von 4 Octsire »den 31.6 Einwohnerzahl: angenommen zu 32 960 (inkl. 1606 Mann Militärs.
Kinder
Es starben am Zusammen: Erwachsene: im vom
1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr :
Altersschwäche
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1
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Kriegsverletzungen (in Frankreich ge» sallene Gießencc)
15
15
Summa:
24 (4i
22 (3)
2 (1)
—
A n m.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreifeniden Krankheit ans von answätts nach Gießen gebrachte Kranke konimen.
Amtlicher Wetterbericht.
Oesfcntlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteiaussichtcu in Hessen am Dienstag, den 24. Nov. 1914: Wollig, ooch meist trocken, kalt, wechselnde Winde,
Letzte Nachrichten.
Schweres Eisenbahnunglück.
(WTB.i Stendal, 23. Nov. (Amtlich.« Das Königs. Eisenbahnbetriebsamt Stendal teilt amtlich folgendes mit: Heute nacht ist der v-Zug Berlin—Köln auf einem lieber holungsgleis auf dem Bahnhof Schönhauserdamm auf den Güterzug 3950 aufgefahren. FünfPersone nsind tot, zwölf verletzt, darunter zwei schwer. Ter Ma terialschaden ist nicht erheblich. Die Ursache des Unglücks ist vermutlich Ueberfahren des Haltesignals. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.
Verurteilte Kriegsverräter.
Neu-Breisach, 23. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Das Kriegsgericht verurteilte den ehemaligen Fabrikdirektor Wagner ans Mülhausen wegen Kriegsverrats zu drei Jahren Zuchthaus. Wagner hatte einem französischen Offizier eine Karte gegeben und ihm das Gelände erklärt. Weiter verurteilte das Kriegsgericht drei aicdere Angeklagte aus Mülhausen wegen Äriegsverrats zu je vier Jahre» Zuchthaus nnd zehn Jahren Ehrverlust, iveil sie einen dent scheu Reisenden wegen angeblicher franzosenfeindlicher Aeußernngen der sranzösrschen Wache angezeigl hatten. Der Reisende war verhaftet, später aber wieder f r e i g e 1 a s s e n worden.
Verantwortlich sür „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vermischtes": I. V.: August G o c tz.
Zur Desinsektion
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it< vor Ansteckung, bewäliren nry die erornlnnnut-Tnblcttcu Firma Bauer £ Eie.. Berlin. Zur Verscnkmnn nn unsere -ieger. die im Felde den Nnbllden der Kalte, Raste »nd WitternngS'
nschläae täglich ai,Sae>coi sind-etzineni» besonders die„Formamin,. Advostbricivackiina". die m t'lvoibekcn und Drogerien erhältlich . Es lei ausdrücklich nn» den der heutigen Nummer beiliegenden


