Durch den 93alb. Wir konnten keine zehn Schritt sek>en. Nach kurzer Zeit begann das Rutschen. Es war stockdunkel. Der russische Schützengraben ist zehn Meter vor uns, mal auch mir fünf. Alle paar Minuten liegen wir still, und horchen angestrengt. Ein Kerl singt halblaut ein Lied. Wir rutschen weiter. Aus einmal sinke ich. Ich bin im Graben, der hier eine Biegung macht. Ich fass« an die Böschung, und fasse ein Tuch, das ich durch die Bcioegung an mich hcranzichc. Ern russischer Fluch. Ich stecke das Tuch in die Tasche. Schon im Weiterschlasen murmelt der Russe: „Du bleibst doch immer der gleiche Spitzbube, aber behalte es nur." Ich war zwar nicht gemeint, aber ich tat so."
Ich sah mir das Taschentuch an. Es war ein gewöhnliches, ziemlich schmutziges Tuch. Es wurde mir trotzdem schwer, den Besitzer nicht darum zu beneiden
RolsBrandt, Kriegsberichterstatter.
Der Luezkanol.
Das Eingreifen der Türkei in den Weltbrand rückt für England eine neue schwere Gefahr in den Bereich der Möglichkeit: die Sperrung des Suezkanals. Zwischen dcm Sucz- kanal und der asiatischen Türkei liegt nur ein Stück Land, bestehend aus der Halbinsel Sinai und der Wüste en Tih, das geographisch zu Syrien, politisch aber zu Aegypten gehört. Es ist etwa 120000 bis 150000 Quadratkilometer groß (etwa die doppelte Größe Bayerns), aber fast menschenleer und hat höchstens 20000 Einwohner. Die Entfernung vom Suezkanal bis zu der mit diesem ungefähr parallel lausend den türkischen Grenze beträgt etwa 150 Kilometer und von dort bis Jerusalem weitere 150 Kilometer. Die Bahn Damaskus—Mekka nähert sich aber dem Suezkanal teilweise bis auf stchck 200 Kilometer. Da die türkische Laudinacht den in Aegypten stehenden englischen Truppen zweifellos unendlich überlegen ist, ist es vom militärischen Standpunkte aus also durchaus möglich, daß sich die Türkei des Geländes bis an den Kanal bemächtigt und diesen dann unbrauchbar macht. Die technische Möglichkeit einer zeitweiligen Zerstörung ist vorhanden. Auch nach der neuesten, von 1899 ab begonnenen Erbreiterung des Kanals ist die Sohle kaum an einer Stelle breiter als 50 Meter, während die Breite des Wasserspiegels zwischen 80 und 120 Metern schwankt. Die nngestrcbte Tiefe von 10 Metern ist noch nicht überall erreicht. Vvr der Erbreiterung, als die Kanalsohle nur etwa 20 Meter breit war, genügte manchmal schon eine kleine Abschürfung am Rande, durch ein unvorsichtig fahrendes Schiss, um den Kanal stunden- und manchmal tagelang unbrauchbar zu machen. Bei einer beabsichtigten Sperrung genügen daher sozusagen wenige Stunden, um den Kanal so zu verstopfen, daß seine Wiederinstandsetzung Monate erfordern würde.
Die Schwierigkeit des Unternehmens liegt lediglich in der Ausrüstung einer immerhin erheblichen militärischen Expedition auf weite Entfernung und durch unwirtliches Gelände, den daraus sich ergebenden Verpflegungsschwicrig8 leiten usw. Dafür aber wäre der Schlag für das englische Wirtschaftsleben auch von allcrweittragendstcr Bedeutung. In den letzten Jahren durchfuhren den Kanal jährlich 4500 bis 5000 Dampfer mit 16'/, bis 18 Millionen Neltolonncn. Dicrvon entfallen aus England allein ctioa zwei Drittel, also 10'/- bis 12 Millionen Tonnen. Tie etwa 2'/, Millionen Tonnen, mit denen Deutschland beteiligt war, sind natürlich jetzt schon völlig ausgefallen. Würde nun England für seinen ganzen Verkehr mit Asien auf den Umweg um das Kap der guten Hoffnung angewiesen, der für die Fahrt Bombay— London je nach der Schnelligkeit der Dampfer 25 bis 30 Tage ausmacht, so würde das nicht nur eine ungeheure Kostensteigerung bedeuten, sondern auch ganze Industriezweige lahmlegcn.
Truppentransporte durch den Suezkanal zu leiten, würden die Engländer schon jetzt wohl nicht mehr wagen, abgesehen davon, daß sie bei der veränderten Sachlage jetzt ihre wenigen Soldaten in den Kolonien selbst bitter notwendig haben.
An» Stadt und Land.
Gießen, 9. November 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
lAus Kessen und den Nachbargebieten.) Landsturiiimam, WUbeln, R üh l, Landsliirm-Baiaillon Fried- berq, aus Pohlgön«. — Unieross. der Res. Postassistent Gustav Eckert, Fnß-Art.-Reat. 6, aus Ebershemi. — Re>. Wilh. Zivi, Maschinengewehr-Ableitung Ins.-Rcgt. IIS, aus Mainz. — Res. Johann Schotter, Jni.-Rgl. 1l7, aus HeideSdeim. — Landwehr,n. Gg. Fr. Wei brich, Inf.-Rgl. 118, aus Wackernheim.— Komv.-Feldwebel und Beamt-r der Nass. Landesbaick Paul S ch a 111 a , 2. Landw.-Pianier-Komv. in Mainz. — Hauptmann Fritz Quabbe, Ini.-Rgl. 117, aus Main«. — Landwehrni. Inj. BooS, Jni-Rgt. 118, aus Mainz-Kostbeini. — Landwehrman» Veinr. Kaiser, Ins.-Rgt. 115, aus Ossenbach a. M. — Res. Karl Baumgartner, Ins.-Rgt. 115, aus Darmsladt. — General- masor Rudols von Level, 55. Reserve-Division i» Weimar. — Musketier Julius Stöcker, Inl.-Rgt. 118, aus Osscnbaeh a. M. Landwehrmann P. Heinrich Feix, Jnlaulerie-Rcgiuient 116, aus Ofsenbach a. M. — Gesr. d. Res. Franz Bolz aus Wiesbaden.
— Gelr. Georg S ch e l l h a a 8 , Iw -Regt. 116, aus Tarmsladt.
— Untcross. d. Landwehr Adain Dechert, Ini.-Regt. 116, aus Alsield. — Landwehrmann Heinr. Weiß, Jni.-Rgt. 116, aus
scheu von Erziehung, aber ohne Prinzipien und Sinn für Wahrheit, die Tatsachen in höchst gefährlicher Weise verdrehen können und mögen. Wenn dies schon für erzogene und ausgeklärte Menschen zutrisst, um wie viel gefährlicher ist es, eine derartige Bewilligung dem Gebrauch oder Mißbrauch einer unausgellärtcn und ungebildeten Bevölkerung gnzugestehen. Es war dies, nach meinem Dafürhalten, ein sür England sehr gefährliches Zugeständnis."
Der Beruf des Besuchers brachte es mit sich, daß das Gespräch sich öfters auf die Künste und Bismarcks Stellung ^u ihnen lenkte. So sagte er einmal: „Die Musik liebe ich sehr, doch muß ich davon absehen, sie anzuhören, da mir nur zu schnell die Tränen in die Augen steigen. Kein Herz ist stärker als mein Kopf. Welche Selbstkontrolle bade ich mir nicht durch Erfahrung teuer erkaufen müssen!" Es gab, so fügt Richmonld hinzu, viele Augenblicke während unserer Unterhaltung, welche diesen Ansspruch bekräftigten. Die außerordentliche Beweglichkeit seiner Haltung und die mannigfachen Schattierungen des Ausdrucks sprachen ihm von einer sensitiven und gcmütsbeweglichen Veranlagung Bismarcks. „Wer ich habe ein stetes Feuer in mir, das bisweilen mächtig aufslammt." Aus die Frag«: „Sind Sie denn in Wirklichkeit der Eiserne Kanzler?" antwortete er: „Nein, nicht von Natur, das Eisen I)abe ich erwarb«:, um es zu gebrauchen, wo es nötig ist."
Der Fürst kam noch bei anderer Gelegenheit auf die Selbstkontrolle zu sprechen und sagte: „Ich »rußte mich drillen. Unter den schwierigsten körperlichen und geistigen Umständen ist mir die Arbeit das Höchste und der stärkste Trost." Richinond bemerkt dazu, er habe während seines Friedrichsrnher Aufenthaltes den Kanzler bei schrverer staatsmännischer Arbeit gesehen, während er unter neuralgischen Anfällen litt und seine Augenlider schmerzvoll über die flamntenbeu und geschwollenen Augen lies hercchgesenkt waren. , . - ^
* * * ..«> *
Nieder - Breidenbach. — Landwehrmann W>lh. Riete, Ins- Rqt. 116, aus Ober-Widdersheim. — Landwehrmann Wilhelm 9! an mann, Inl.-Rgt. 116, anS Bleichenbach. — Reservist Hein- riet) t'aiifllilj, Jm.-Rgl. 116, au« Bindsachsen. — Reservist Oliv Bähr, Jni.-Rgt. 116, au« öHaiibctq. — Landwehrmann Otto Matter», Jns-Rgl. 116. a»S Wippenbach. — Reservist Jakob L» ckhanpI, Greiiadier-Regi>»e»l Nr. 1, anS Nledcr- Ramstadt.
"Ritterdes Eisernen Kreuzes. Generalmajor Gronau, Kommandeur der 22. Feldart.-Brigade, Oberst Frhr. v. P r e u s ch e n, Kommandeur des Feldart.-Rogts. 11 und Hauptmann Strauß, Batteriechef im Feldart.-Regt. Nr. 11 (sämtlich mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl.) aus Kassel. Wachtmeister Bernhard R a m b aus Momberg. Dr. phil. Hermann Schmeel, Ufsz. d. ist beim Stabe der Mun> Kol.-Abt. II des 14. Armeekorps in Darmstadt. Uff*- Otto Strauch, Jnf-Regt. 115, in Darinstadt. Oberst, u. Kom- pagnicführer Schütz, Res.-Jnf-Regt. 98, aus Wetzlar. Hauptmann Weber, Jnf.-Regt. 131, aus Wetzlar. Uff* Fr. Well-er, Res.-Jnf.-Regt. 81, aus Dorlar. Vizeseldw. und Feldwebcldiensttuer Ernst Knorz, Jnf.-Regt. 166, aus Dutenhvsen Einj.-Ufsz. Karl Ferger in Tillcnburg, Jnf.- Regt. 80. Fürsth Forstmeister Scheel, Hauptm. imLand- weßr-Jns.-Regt. 87, Gesr. Müller, Musketier Münzer in Braunfels. Res. Osw. Bender aus Niederscheld. Oberlehrer Tr. Beck, Leutrr. d R. im 2. Miss. Jnf.-Regt. 88 (früher an der höh. Töchterschule in Aiteßeu). Lehrer Hrch. H a l k st e i n in Lich. Vizeseldw Margots, Jnf.-Regt. 116 (und die Hess. Tapferkeitsmedaille) aus Rüddingshanseni. Vizeseldw. d. R. Eduard Schlicht und Ndusiker Hermann Krön er aus G-räveneck. Direktor Raszmus, komm, als Hauptmann im Jnf.-Regt. 174. Wachtmeister Karl Späth aus Worms, Feldart.-Regt. 61. Musketier An des von Ost- Hosen, Jnf.-Regt. 118. Dr. Gärtner aus Worms. Walter Schütte, Festart.-Regt. 74, aus Worms. Landwehrmann Philipp H ölz e l von Hofhcini. Land'.virtschaftslchrer Friedrich Nos von Düdelsheim. Unterarzt Karl Henrich, Jnf.- Regt. 116, aus Düdelsheim. Oberst. Willy Rummel, Feld- Art.-Regt. 14, aus Darmstadt. Obcrpostassistent Bruno Krause, zurzeit Wachtmeister im Feldart.-Regt. 63 in Frankfurt a. M. Gesr. Ehr. Klotz beim schweren Funker- Oberkommando Nr. 2, aus Gießen.
** Personalnachrichten der Oberpostdirek- tioninDarm sta d t. Aus Anlaß des Scheidens ans dem Dienste wurden vom Kaiser der Charakter als Geheimer Postrat dem Postdirektor S ch a d in Darmstadt, das Prcuß. 9Krdienstlrcuz in Silber dem Postageniten Heß in Groß- Rohrheim, Vvn der Großherzogin die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Postdircktor S ch a d in Darmstadt, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Ober-Postschaffner Rühl in Alsfeld, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjälirige treue Dienste" dem Ober-Briefträger B a u m a n n in Pfungstadt verliehen. — Versetzt wurden die Postdircktoren Geycrvon Mainz nach Darmstadt und Klingelhöffer von Rüdcsheim nach Nhainz; die Telegraphen gehilsin W i e g- m a n n von Bad-Nauheim nach Frankfurt (Abain). Etats- nräßig angestellt wurden die Telsgraphcngehilsinnen Baumüller und Mischler in Darmstadt, Limbach, Dietz und Keil in Mainz, Schloer in Worms. — Die Pvstsekretärprüsung bestanden die Postassistenten Schwcrdt in Ofsenbach (Main) und Klinger in Mainz. — Angenommen zu Postgehilfen wurden" die Oberrealschüler Gilbert aus Arheiigcn, Oe ft reicher aus Alls- Heim, E r m e l, S t r ö ß i ng e r, Bögler aus Darmstadt, Krämer aus Traisa, Arnold aus Pfungstadt, die Realgymnasiasten S ch ni i t t aus Albig, Geyer aus 'Darmstadt, Kabel aus Viernheim, der Gymnasiast Bauer aus Auerbach und die Realschüler Franz aus Heldenbergen, Koch aus Lautcrbachz zu Tclegraphcngehilsen: die Oberrealschüler Dern, Made, Spatz, Scherer, Wenzel in Darmstadt, B c r g n e r und H o s s e m e r in Worms; zur Tele- araphengehilsii,: die Anwärterin Haßhoff in Bad-Nan- heim; zun, Postagcnten: der Bürgcrmeistereigehilse
Schimpf in Niederwcisel. — Freiwillig sind aus- geschieden: der Postament Krausgrilk in Nieder- wciscl. — Gestorben i|t Ober-Postassistent Engel in Darmstadt. — Vor dem Feinde gefallen send die Postassistcnten Eckert, Heun und Wörtche.
•* Umtausch vo» Gold gegen Papiergeld durch die P o st a u fl a 11 c n. Die Goldmünzen gehören in den Schatz der Reichsdank! Das beherzige jeder, der Goldmünzen im Besitze bat. DiePoslanstalten tauschen Gold gegenPapier- geld »m »nd iühren alte üioldmünzcn der Reichsbank zu. Dies iil trotz eine« Ausdanges in den Echaltervörranmcn noch immer nicht Innrcichcnd bekannt Es wird deshalb erneut daraus h,n- qewiclen, daß die Postanstalten inr jedermann eine begueine Gelegenheit znm Umtausch der Goldmünzen bieten.
Kreis Schotten.
# Schotten, 8. Nov. Heute begingen der Kaufmann Salomo» Heß und dessen Ehefrau Sophie gcb. Kaufmann
— Ucber die „aktuellen" Bühnen st ücke, die jetzt wie Pilze au« der Erde sprießen, fällt Dr. Friedrich Düsel im ersten Novcmberhcst des „Kunstworts" «Verlag Georg D. W. Callwcn, München) in einrm Lluffatz „Wie die Bcrlüier Theater mobil machen" ein vernichtendes Urteil. Er schreibt: „Die Berliner Lustspiel-, Possen- und Singsvirlfabrikantcn, die unsere Bühnen mn ihren schnellfertigen Aktualitäten überschwemmen, möge:, die ehrliche Absicht haben, „in die Mitte der Zeit" zu treffen, aber was sic zu Markte bringen, bleibt am äußersten Rande der Begleit- stinrmungcu oder kräuselt eben nur die Oberfläche dessen, was uns bewegt. Mit einer einzigen Ausnahme haben all die Stücke von Krieg und Kriegsgcschrei, die ihr bißchen Handlung aus den Tagen der Mobilmachung und den ersten siegreichen Sitstachten erraffen vor dem tieferen Zeitgefübl ebenso schlecht bestanden wie vor dem bölwren Kunstgeschmack. Ob sich so ein eilig zusammengcleimtcs Stück nun „Anfang gut, alles gut" oder „Es braust ein lldif" oder „Sieg" nennt, ob Leute wie Jean Gilbert (jetzt zu Max Winter- fcld umgetaust) sentimentale Operettenmnsik oder ernsthafte Komponisten gediegenere Musik dazu machen, der einzige Gewinn, die einzige Hoffnung, die aus den dntzrndsachen Abwandlungen des Themas von der Svioncnriecherei. des Reservisten- und Extra- blälterjubcls, der Parleiversöhnmig, der endlichen Belohnung des Guten und Brandmarlnng des Bösen herausschaut, ist eine zaghafte Siärkung der „Volksstückelrmcntc". Eine innere, lebensvolle Beziehung zu den neugeborenen Krästen unserer Zeit ward nirgends gewonnen." Es ist wirklich zu wünschen, daß wir lieber die 'wertvollen alten Stücke Hcrvorholen »nd uns in dieser ernsten Zeit zu eigen machen, als daß wir uns an allerlei „aktuellen" Plunder verlieren.
— August Weismann i. In Freibnrg i. Br. ist der durch seine Forlchungen über die Darwinsche Theorie und über die ..Deszendenztheorie" überhaupt bekannte Biologe Proscffor Dr.
F. L. Wcismann gestorben. Am 17. Januar dieses batte der sehr geschätzte Gelehrte unter großer Antrilnalnne ,ooa ■ Geburtstag feiern können. Er wurde am 17. Januar 1884 m rxranksurt a. M. geboten, habilitierte sich 1863 als Privat- an der Universität Freiburg, wurde 1866 daselbst ordent- Ucher Proscssar und erhielt 1906 den Titel Wirklicher Geheimer Regierimasrat mit dem Prädikat Exzellenz.
August
Jahres
seinen
im Kleise der Ihren das seltene Fest dar goldene« Hochzeit. Der Jubelbräutigam zählt 78, seine Gattin
68 Jahre. Salomon Heß ist der Mitbegründer der Firma A. Heß Söhne, Zigarrenfabrik.
Starkenburg und Rheinhesse».
O Mainz, 7. 9!ov. In der htnl'gen Siznng der Stadt- v e r o r d n e t e il sprach Oberbürgern«eisler Tr. Gott et in an „ der Stadt Franksnrt z»r Errichtung ilncr llniversiläl die beste,i Elnckivünsche aii«. — Zur K ri e g s s ürs o r g e I»r die Faniisier der städiiiche» Bedienslelen »nd Ärbeiler wurde non der Bürgermeisterei beantragt, dah außer der Halite des seilheriaen Lohnei lind der Fainilienznlage die llnlerslützima sich bei jedem unter 16 Jalire alle» Linde um je 5 Prozeul ti« znm pöchstbelrag, bei 6 Lindern und mehr ans 80 Prozent erhöbt. Tie Sozialdeinolraleii öeantraaten, den vollen Lohn bei 6 Lindern eintrcle» z» lassen. Tieier Antrag wi,rde abgelehnt n:ld die Vorlage der Bürgermeisterei genehinigt.
Kreis Dehlar.
?. L ü tz e 1 l i n d e n, 6. Nov. Bei der heute abgehaltenen Treibjagd im östlichen Teile der Gcmarkniig Lntzellmden wurden 29 Hajen, 1 lieh, 1 Fuchs und 18 Fasanenhähne ,nr Ltrecke gebracht. — In der Bürgermeisterei Groß-stiechtenbach wurde eine I » g e n d iv e h r k o m v a a n , e gebildet, deren Jung- maimschait bereiir die sialttlche Zahl vo» 200 iideischiillen Hai. Tie Führung der Komvagni» hat Herr Pfarrer Roos in Niederkleen überiiommeii.
Hessen-Nassau.
m Bisch ha Ilsen (Schwalnn, 9. 9lov. Don einem schmerzlichen Unfall ist der 12jährige Soö>' der hiesigen Familie 7 ch ö n delrosscii ivordcn. Teijclbe ivielic mit »lehrerkn gleichalterigen Knaben an einer Nliiilelrnbenschneideinalchiiie. Durch nnbedachi- sanlcs Hanliercii an derselben geriet der JiiNge mit der rechten Hand in das Rädergetriebe, ivobei ihm vier Finger total ad- gclchnitten wurden
Ger!ch»»faar.
Der Ausdruck „Kerl" ist beim Alilitär keine Beleidigung.
~ Breslau, 6. Nov.
Daß schroff klingende Worte beim Militär nicht die Absicht der Beleidigung iil sich bergen, erfuhr ein Wehrnrann des Land- wchr-Jniauterie-Regiments 51, der sich vvr dem hiesigen Kommandantur-Kriegsgericht wegen Achtungsverlctzung zu verantworten hatte. Der AngeNagte stand eines Tages in der Front seiner Kompagnie, die ein Feldwebel befehligte. Da die Kompagnie die Ucbun- gen nach der Meinung des BeschlShabcrs nicht genau genug aus- ftihrte, rief dieser den Mannschaiten zu: Kerls, ich lasse euch gleich ftrammstehen. Durch diesen Ausdruck fühlte sich der Wchrmann beleidigt. Er trat zwei Schritt vor die Front und erklärte: Wir sind keine Kerls, wir sind Soldaten, die das Bosinland verteidigen. Die Folge war, daß der Wehrmann vor das Kriegsgericht zit.ert wurde. Er erhielt wegen Achtnngsverletzung im Dienst unter Gewehr vor versammelter Mannschaft drei Wochen und sechs Tage strengen Arrest. — In der Begründung des Urteils wurde aus- gesvrochen, daß der Ausdruck „Kerls" beim Militär keine Beleidigung in sich schließe.
verinifcbter.
' * Trauriges Schicksal einer ostpreußischen Grenzgemeindc. Ein trauriges Schicksal, so schreibt der Grmidenzer „Gesellige", hat die Gemeinde Szameitkehmcu (Kr. Tilsit) durch die Russen ersahren. Von den ehemaligen Gebäuden sind im ganzen 16 Gehöfte mit 28 Gebäuden niedergebrannt. Am 31. August näherten sich mehrere Russen von der Grenze her dnn Dorse, in dem sich deutsche Soldaten besairden. Ein Russe wurde von einem preußischen Soldaten erschossen, während rin zweiter Russe verwundet wurde. Dem Erschossenen wurde von dem Gemeindevorsteher das Gewehr abgenommen. Dies bemerltc der Verwundete und machte hiervon dem russischen Osfizier Mitteilung, der glaubte, daß die friiLlüheu Besitzer die Schüße abgejrucrl hätten. Ohne den Sachverhalt festzustellen, befahl der Ossizicr seinen Trupven, das Dorf, das ungesähr 150 Eimvohner zählte, niederzubrcnncn, ein Beschl, den die Barbaren nur zu schnell und gründlich anssührten. Es sollten alle männlichen Einwohner erschossen werden. Davon aber sah mau ab und führte nxir einig« Bewohner als Gefangene auf Wagen fort nach Tilsft. Unterwegs war jede Unterhaltung bei Todesstrafe verboten. Rack sechsstündiger Fahrt langte das Fuhrwerk in TUfit an, die Deutschen wurden in einem Dachraum der Dragonerkasernc gefangen gehalten, mußten aus der Erde liegen, hungern und sich so manchen Hieb und Stoß seitens der Russen gefallen lassen. Nach drei Tagen erst wurde durch den verwundeten Russen dein Befehlshaber klargclegt, daß die Schüsse am 31. August von einer preußischen Patrouille abgegeben wurden, worauf die Gesangenen auf freien Fuß gesetzt wurden. Sie begaben sich in ihre Heimat, wo sie ihr Eigentujm verwüstet fanden. Die Russen hatten fürchterlich gehaust und sogar alte gebrechliche sriedlickic Bewohner mit Kautschukslreichen und Säbelhieben blutig geschlagen. Das Plündern nennt die Horde „Spielen", ebenso die gegen unschuldige Männer verübten Martern.
Märkte.
ke. Wiesbaden, 6. Nov. B ich markt. Aul dem heutigen
Diehniarki ivaren aulgelrieben: Rinder 125 (Ochsen 17, .Bullen 13, Siibc 96), Kälber 57, Schale 40, Schweine 163. 2 Ochsen, 3 Bulle« 12 Kühe aus Holland.
Meteorologische Beobachtungen der Station Gletze».
Nov.
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still
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Leichter Nebel
Höchste Temoeralur am 7. bis 8. Nov. 191t -f- 12.4 ’ C.
Niedrigste , . 7. , 8. . 1311 = + 6,1 • ,
Niederschlag: 0,0 mm.
Ktandescrintsncnchrichten.
Gießen.
Aufgebote: Okt. 30. Jakob Heinrich Emil Haardt. Kaufmann, mit Anna Jofepha Herr. geh. Kuhnert, beide in Gießen. — 31. Ludwig August Nickol, Schneider, mit Anna Katharina Ortwein, beide in Ockershausen.
Eheschließungen: Okt. 31. Tr. Friedrich Franz Gustav Heinrich Karl Sandmann, Oberlehrer in Frankfurt a. M„ mit Marie Schudt in Gießen. — Hans Ludwig Friedrich Martin Hartleben, Musiker, mit Anna Johanna Margareta Josephinc Klara Luise Katharine Handloscr, beide in Gießen. — Nov. 4. Fritz Hugo Mcndle, Postassistcnt in Leipzig-Möckern, mit Luise Koro- line Balßer in Gießen. — Johannes Lixscld, Handlungsgchilse, Reservist, in Runzhausen, mit Marie Gerhard in Gießen.
Geborene: Okt. 26. Dem Wcißbindermeister Friede. W>ll^ Fcuerbach ein Sohn, Albert Heinrich. — Dem Monteur Julius Michel eine Tochter, Rest. — Dem Rechtsanwalt Dr. Leopold Kotz eine Tochter, Margot Ruth. — 28. Dem Schuhmacher Jakob Leinweber eine Tochter, Else Frieda. — Dem Eiscnbahugchilsen Friedrich Ferdinand Otto Thiemc ein Sobu. — Tem Eisenbahn-Hilss» schassner Heinrich Hoß eine Tochter, Emilie. — 29. Dem Zuschläger Ludwig Binz ein Sohn, Ludwig. — Dem Ingenieur Johannes Karl Walter Zahn ein Soho, Gustav Walter Otlouiar


