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11110 ua>erlle Methode, die Revrubierung M fördern, s«, 8 nr Nation vollständigere und eingehendere Berichte von int Front zu geben und allen den verzweijelten^Charakkcr d> 4 Kampfes, die gewaltigen zu überwindenden Schwierigkeit« i. die glänzende Tapferkeit, die entfaltet wurde, und die duff ch Kugeln und Granaten in die britischen Reihen geriffelt« n Lücken deutlich zu machen.

Ein englisches Hilfskorps.

Zürich, 5. Nov. (Ctr. Frkft.) Eine amtlickte Vcröffeni t- lichung des englischen Geueralstabes gibt, wie hierher g, -- nicldet lvird. bekannt, dach am 12. Oktober 800» 0 Manu in Calais, Boulognc und anderen Dt: * ten gelandet worden seien. Ter Bericht b c klag t, ß »ic Franzosen an der L»s keinerlei BerteidigungsarbertrSa Liigelegt Härten. (Frkf. Ztg.)

Die sranzöstschc Tarstcllung.

Berlin, 7. Nov. (WDB.) Die gestrige Darstellung in t der amtlichen französischen Geuerat-skabsuote ergibt in Bor- . bindnng mit englischen und belgischen Depeschen, dach der am Mittwoch unternommene Versuch der Dctbündcten, im Gebiet von Dünkirchen in der Nähe von Armentisres und» nördlich von Plaesschcndaele vorzudringen, Donnerstag er­neuert weichen sollte, aber wegen des über an- schwierigen.. Snmvfgeländes ohne große AuSsiclit auf Erfolg verlief. Die- Franzosen bestätigen, dach ihre Stellungen bei Bpern neuer­dings bedrängt seien. Zn einem ihrer Berichte wird be­hauptet, dach die verminderte Tätigkeit der deutschen In­fanterie eine französische Offeirsivc gestatte. Die Meldung konnte jedoch schon iin den nächsten Stunden durch die Tat­sache widerlegt werden. Die schwächsten Stellen des fran­zösischen Berichtes sind die dein Vordringen zwischen der Oise und Mosel sowie nördlich Arras gewidnicten. Hier wie dort, wird zugegeben, habe die deutsche Artillerie schwere Verheerungen angerichtet.

Ileber die Kampfesweise der Ghnrkas wird berichtet: Die kleinen, dürren und flinken Gestalten erinnern an Ja­paner. Mit der linken Hand laden sic das Gewehr, niit der rechten fassen sie das Messer. Ans 20 Meter Abstand schleu­dern sie es auf den Feind, und dann erst gehen sic mit dem Bajonett vor.

AnS Brüssel.

Berlin, 7. Nov. Ein aus Brüssel in Rotterdawr eingetrosscner Reisender erzählt, dass in Bimssel durch An­schlag der Deutschen bekannt gemacht worden ist, daß diie Stadt zu 5 Millionen Geldbuße verurteilt worden ist, ioeil P oliz c idi en er sich gegen deutsches Militär wider» seht haben. Die Polizeidiener weigerten sich, dem Bt-- fehl eines deutschen Offiziers zur Verhaftung eines Manness zu folgen. Es entstand infolgedessen ein Wortwechsel',, der Mob lies zuscmrme» und beleidigte den Offizier und dH' Soldaten. Nur mit großer Mühe gelang es einigen Bür­gern, den Pöbel zu beruhigen. Es wurde daraus ein Ver­fahren cingeleitct imd die Polizeidiener zu hohem Gefängnisstrafen, die Stadt zu der oben ge­nannten Summe verurteilt.

Die Verfolgung von Deutschen in England

(WTB. Nichtamtlich.) Manchester, 6. Nov.Man­chester Guardian" meldet: Das Polizcigericht inCrewe verhandelte gestern gegen 50 Personen wegen.Zcrstö- runa und Plünderung dreier deutschcrLäden. Der Stadtschreiber sagte aus, daß 5000 Menschen sich in den Läden angesammelt, die Fenster eingcschlagcn und alles ge­plündert hätten. Mehrere Polizeiofsizierc und Soldaten wur­den in dem Tumult verletzt. Bier Angeklagte wurden frei­gesprochen, die anderen zu Geldstrafen von 10 Schillingen aufwärts und den Kosten verurteilt.

Daö Konzentrationslager in Ruhlcbcn.

Berlin, 6. Nov. (Priv.-Tel. Ctr. Bln.) DieBoss. Ztg." meldet: Etwa 600 englische Staatsangehö­rige wurden im Laufe des Vormittags nach dem Polizeß- Präsidium gebracht und am Nachmittag nach dem Konzen- trationslvger in Ruhleben überführt.

Berlin, 6. Nov. (WTB. Amtlich.) Zu der Fest­nahme der in Deutschland befindlichen Engländer schreibt dieNordd. Allg. Ztg.":

Die Bchandluna der Reichsnngebörigen in den feindlichen Län­dern war von Ausbruch des Krieges an für die Regierung ein Gegenstand ernster Fürsorge. Die Verfolgung jeder in greifbarer Form zur Kenntnis gckoniuiencn Beschwerde wurde amtlich ein- geteitct, bevor sich in der Ocssenilichkcit Klagen über schlechte Be- bandlung der Deutschen in Feindesland, besonders in England, bäuften. Nach der amtlichen Untersuchung, wobei wir uns der Vermittlung neutraler Mächte bedienen muhten, stellten sich manche Fülle nicht in allen Umständen so dar, wir in den Schilderungen der Presse. In Einzelheiten imterliesen den Be- schwerdesülircim bin und wieder auch Uebertreibungem Was aber als das Ergebnis amtlicher Feststellungen übrig bleibt, ist so schwerwiegend, daß, vor alleni gegenüber England, Ver gel­tun gsni aßregeln gerechtfertigt und notwendig wären. Das Näbere darüber wird au anderer stelle mitgeteilt. Diese Maßregeln lind nicht darauf berechnet, unseren Geg­nern einen Wettstreit in der Brutalität gegen seindlichc Staatsangehörige zu eröffnen. Vniüvrllige Grausamkeiten gegen Deuti'chc waren den Engländern im großen und ganzen nicht mach­zuweisen. Es kamen aber ganz unnötige und unwürdige Härten vor, wie sie mindestens obne Fahrlässigkeit von seiten der Beauftragten der britischen Zvrone nicht möglich gewesen wären. Eine vollkommene Genugtuung dafür können wir nicht suchen in der Rache an Unschuldigen, nicht in deni Schriftwechsel mit neu­traler Unterstützung, nicht durch Schiedsspruch: diese Tinge gehören mit zu der verstockten Ueberhebung, womit England sich gegen alles, was deutsch ist, versündigt. Wir müssen sie einbezichen in die Wb- rcchnung. die wir gegen das auf seine Unangreifbarkeü pocknmde Inselvoll durchzusühren entschlossen ftud.

Ein schwedischer Protest gegen England.

S t o<k h o l m , 5. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der K rie gs v c r s ich er n n g s an sschuß hat den Reedern ein Rundschreiben gesandt, das besagt, die sckstvedisckte Re­gierung habe geigen die Bekanntmachirng der englischen Admiralität protestiert und sich volle Hand­lungsfreiheit bezüglich dieser Bekanntmachung Vorbe­halten. In der gegenwärtigen Lage der Angelegenheit hält eS der Ausschuß für seine Pflicht, den Rcrs scherten zu ge­statten, daß die Schiffe mit unveränderten Präniien entweder den bisherigen oder den neu vvrgeschlagenen Routen folgen. Die Presse sälptt im allgemeinen fort, gegen die englischen, Maßregeln in der Nordsee Protest zu erhöben. Ein gemein- s amcs Auftreten der neutralen Mächte erscheint einem Teil der Blätter wünschenswert.

Türkische Erfolge.

Donst'antrnopel, 5. Nov. (WTB. Amtlicher Kriegs­bericht.) Gestern hatte unsere heldenmütige Kavallerie ein Gefech t mit russischen Kosaken, diegeschlagen wurden und sich Mrütkziehen mußten. Unsere Kavallerie- drorsrouen-bedrohten die Jchchhnt der feindlichen Arm«.

skonstantinovel, 6. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Amt­liche Mitteilung des Hauptauarticrs: An unserer östlichen Grenze sind unsere Truppen aus der ganzen Front in Fühlung mit dem Feinde. Aul der Reede von Smyrna wurden drei große englische Schisse und mehrere kleinere englische und sranzösisckie Dampfer beschlagnahmt, deren Besatzungen gelangen genonmieir wurden. In dem englischen und dem russischen Konsulat zu Bagdad wurden die Haussuchungen fortgesetzt. Außer den bereits srülzer beschlagnahmten Waisen wurden sechzehn Mann­licher- und Mausergcwelirc, 22 Revolver, 850 Gewehrpatrouen, 170 Rcvvlverpatroncn und 15 Baionctle beschlagnahmt. Aus der englischen Bolschast sowie aus der hiesigen sranzösisck>eu Schule Sr. Benoit wurden Apparate ffir drahtlose Telegraphie gesunden. Nene Beschießung Lcbastapols.

Berlin, 6. Nov. Aus Stockholm melden verschie­dene Morgenblätter, daß ain 5. November wieder tür­kische .Kriegs schliffe vor Sewastopol erschienen seien und erneut eine heftige Beschießung auf den .Hafen und die Befestigungsanlagen eröffnet hätten. Tie Beschießung hielt nachmittags noch an. (F-rkf. Ztg.) Frankreich und die Türkei.

Bordeaux, 6. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)'Der Mi­nister des Auswärtigen hat folgende Note veröffentlicht: Tie feindseligen Akte, welche die türkische Flotte sich gegen ein französisctzeä Handelsschiff hat zujchul'oeu könnnen lassen und durch die der Tod von zwei Fran­zosen und süMere Beschädigungen des Sciiiffes verursacht worden sind, ohne daß die Entfernung.der deutschen Mili­tär- und Marinetommisjiou erfolgt wäre, durch die sich i allein die Pforte von der Verantwortlichkeit jär diese Akte >ätte entlasten können, machen es der französischen Rcgie- t ung zur Pflicht, zu erklären, daß durch dieses Vorgehen d er türkischen Regierung der Kriegszustand zwischen F r a n k r c i ch und der Türkei eingetreten ist.

Rußland und Persic«.

Wien, 6. Nov. (WTB.) Nichtamtlich.) Die russische s \ rgierung beschloß, wie die KorrespondenzRundschau" n s eibet, die Forderungen Persiens in allen Prunkten a b z lt l e h n e n , und die russischen Truppen in Pg- rsien unverzüglich auf den Kr ie As zu stand zu. erhöhen. D »' anti- ru ff i s ch c Bewegung in Persien ist kaum me I hr einzudämmcn. Ter Schah hat sämtliche als russen- fre.» ndlich geltende Beamte eirtfernt. An der Spitze der Gärt äug, die er nrilitävisch ausgezeichnet organisiert hat, stehö SalarietDauleh als Beauftragter der Regierung. Eine hervorragende Rolle spielt ferner der Kurden Häuptling D cch af. Die Geistlichkeit predigt in den Gotteshäusern den l -eiligen Krieg, Seite an Seite mit der Türkei gege i Rußland und England. Das -Organ des Kriegsmini- sterivlmsTomaden" verlangt die sofortige Ausweisung aller .Russen und Briten. Waren russischer und englischer Markc' werden durchweg bohkottiert.

(IlTB.) Wien, 6. Nov. (Nichtamtlich.) Das Wiener 'K. K. ss lelegr.-Karresp.-Bur. meldet: Nachrichten aus Tehe­ran best -gen, daß der ö st e r r e i ch i s ch - u n g a r i s ch e Ge­nerali o n s u l und der t ü r k i s ch e B e r t r e t e r i II T ä- b r i s voi u den Russengesangengcnommcu und nach Tislis geführt wurden. Die persische Regierung und die ame­rikanische! Gesandtschaft in Teheran protestierten gegen dieses völkerrechtswidrige Vorgehen. Ein gleicher Protest wurde .von der persischen Regierung in Petersburg erhoben.

Tic Encignisse in Galizien und Russisch-Polen.

Wien, 6. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kricgs- bi rrichlcrstatt r r derNeuen Freien Presse" gibt folgende zu- sa mmcnfasser.lde Darstellung der Vorgänge in Gali- z, i,c n und Russisch-Polen.

Aus den: rnffsischen Kriegssckmuplatz brackzten die letzten Wochen \ia it bem Entsatz - von Przemysl die bis an hie Tore von.Warsäimu: ge, nagen« deutsä^österreichisch-ungarische Osscnsive metirerc für den ns# ckerrn Verlaus der Heeresbewegnng wichtige Vorgänge. Ms in der ersten Hälstte des Oktober die neue Vorwärtsbewegung der ön« -rreichisch-ungcrrischen Armee sür die Rüsten überraschend be- ga« n, schlossen fünf r-ussische Korps P rzeinh s l ein. Gr, -xc Reitcnnasscn und mehrere gemischte Kolonnen drangen nocl darüber lchnaus westwärts vor, um die Bewegung der eigent­lich« n Hauptarmee zsi verschleiern. Die russstchen Hauvlckräste Iran :n in nördlicher Versclüebung, um insgesamt gegen Deutsch­land angesetzt zu werden. Der überraschende Angriffsmarsch der ölten ccichischFingariscitm Armee gegen Jwangorod und einer über Schl,' jicn vorgebrochenen- ueueir deutsckien Ostarmee gegen War- sckmu: üvangen die russische Hauptarmee sckzon hinter der Weülisel- linie \ zur Entwicklimg, die durch» die anfangs sehr eriolgreichen An­griffe der Armeen Hindenburgs und Tankls ivesentlich verlangsam! wurdt . Die russische Armee wurde bei Przemvsl über die SanIZ nie z ur ück g eworf an und Przcmysl ents etzt, wor­auf sis h im Raume von RadvmnoAledvkaiChrirow ein nocki heute \ fortdauernder Stellurrgskamps entspann, in dessen Verlaus der rr» htc österreichisch-ungarische Flügel mit von der Artillerie gut v>» 'bereiteten Insanteriirstürmen bis Starv-Sambor und dar­über I» inaus vorqebracht werden konnte. Mich ini Zentrum der galizißl en Schlacht hatten unsere Truppen mehrfache Ersolge trotz sortges v tztcr russischer- Verstägkungeu und der festungsartiqen Ver- sck»anzi » tg dm- sciudlichcu Artillerie undJnrauterie- Mn-Nordflügel versuch, t -u stärkere russische Kräfte in der Richttmg Radvmno> Iaroslcg. i durchzuswßen, bisher jedoch ohne größeren Erfolg. In­zwischen brachten die Russen in Russisch-Polen ihre zahlenmäßige uebcrmcli ht zur Geltung. Doch waren sie geznmugen, sie gegen Südwcsta, i einzusetzen, statt, lvic beabsichtigt, gegen Deutschland. Hindcnbui cg und Dankt wichen vor immer neuen russischen Korps aus. wort ms die Russen imr zögernd folgten. Unser Vorgehen in Russisch- l 'ölen erreichte, daß die nissische Armee von dem ge­planten i v ruptongriss gegen Deutschlands Ostgrenzc abgedrängt und niit allen. Kräften in eine von uns besttnuittc Front gcbundeti wurde.

Au§ dem Reiche.

(WT3ß. Amtlich.) Berlin, 6. Nov. Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatsmlinster von Delbrück, hielt ffi den letz­ten Tagerr^ mit den Vorsitzenden sämtlicher Fraktionen des Rei histags eine e im geh ende Besvrechung Wer die deni Rc i chstag nach Ablauf der Vertagung zu machenden Vor­lagen ab. '8 ei der gemeinsamen Beratting, an der mit dem Präsi­denten des -O'iüchstags die Vertreter aller Fraktionen und Grup­pen teilnah «t en, imirdc ein Einverständnis darüber erzielt, daß die erste Sitzun p des Reichstags nach der Vertagung am 2. Dezember statrftnden , u >lle und daß aus Einladung des Vorsitzenden des Budgetaussä». isscs der vorigen Session am Tage vvrl>er in cinein freien Aussä si, an dem auch die sonst im Budgelnusschuß nicht vertretenen II eincreu Parteien und Gruppen beteiligt sein sollen, die Dorlierat». «3 der dem Reichstag möglichst bald zuzustelleuden Vorlagen erj os lgen solle.

verlustsiste.

Landw es fr-Jnfanteric-Regt. Nr. 116, Darmstadt.

^lerlustc infolge Krankheit.

Wehrm. kc rl Philivp, Waas, 13 10. I l Laz. Kas. Msseld, S<chan gestorb en . Welnm. Robert Nickel, 12. 10. 14 Kricgslaz. des 6. Armeel!oi -ps, Attignp geswrban.

Beri chtrgnng früherer Angaben.

Wehrm. £>d nrich Beyer, Herborn, Dillkreis, bisher vcnnißt, verw. Gest.'.j August Gebhardt, Harreshauseu, Dieburg, bisher

vermißt, vcrw. Gest. Heinrich Gärtner, LorsätfJensheim, l>er vermißt, i. Laz. Gcsr. Karl Heldmann, tzlrosz-Gerau, bisl-. vermißt, i. Laz. Wehrm. Henning, bisher vermißt, i. Laz. Rcscrvc-Jnfanterie-Ncgiment Nr. 116. Gießen, De.rmsta-, Friedvcrg.

Berichtigung früherer Angaben.

, Gard. Friedrich Krämer, Ruttershausen, Gießen, bisher vx-, mißt, gesallcn. ©eit. Ludwig Seim. Otterbach, AlSseld. verw., ^gestorben. Res. Wilhelm Altvatter Mtvater). Stamm- heim. Friedberg, bisher vernrißt, v>-no. Gesr. Adam Brunner (Brummer-.Fränkisch Crumbach, Dieburg, bisher verw., gestorben. - Res. Friedrich Eckart. Dtzuernheim. Büdingen, bisher Perm geswrben. Wehrm. Sigmund Bravmann, Mutteraktenheim Würzburg, bisher verw., gestorben. Res. Anglist Tröster. Gros,- (ßicken, Schotten, bisl-er vermißt, gefallen. Wehrm. Jacob 3i nil Reuters, Lanlcrbakb, bisher vermißt, gefallen. Res. Heinrini Buchenau, Ildenhausen. Alsfeld, bisber vermißt, gefasten. ist-,- Hermann Kühl, Gießen, bisher vermißt, gefallen, Wehrm ft ot i Reinem er. Glashütten, Schotten, bisl-er verw., am 6. st. 1 Z tz, Kricgslazarett Wetzlar gestorben. Wehrm. Andreas Kleiß, Mx, chenbrücken. Friedberg, bislzer verniiül, ani 10. 10. 14 im Kranke, haus Heiligenstadt gestorben. Wehrm. Ludwig Keh-eS, hausen. Darnistadt, bisher vermißt, am st. 10. 14 nn Rei -Lazar«l Darmstadt gestorben. Webrm. Friedrich Schwab, Bingenheim Büdingen, bisher verw., arN 1. 10. 14 im Fest.-Laz. Cobkem' Abt. Obenvertb, gestorben.

Infanterie Regiment Nr. 116, Gießen.

Feldw. Wilhelm Pistler v. d. l. Komp., Marten, Dortmuub gefasten. Tag und Ort nicht angegeben.

A»»s Stadt und

Gießen, 7. November 1914.

Von drinnen und draußen.

Mit dem Svazicrcngehen ist eS im November nicht viel: wer Zeit und Lust hat" und es sind nicht gar viele sich bnt Wind ein wenig itm die Nase weben zu lassen, macht einen klemm Laus durch die Anlagen, oder, wcnns hock) kommt, zum Trieb bin- aus, wo inair augenblicklich Dank der ssemden Eingartierung aller­hand Abwechselung erleben oder wcnig>tens erwarten kann; weün draußen aber im Philosophen- und Bcrgwerkswald, auf den Aean, zu unseren beliebten Änsflugspunkten ist's leer. Die graue M. lerung des Novembers, die imnicr mi! dem Regenschirm drohi. und vor allem die Zeitlänie nehmen den meisten die Sttmmuni zu Spaziergängen. Man sieht ja auch ohnedern in der «cotadt. waj es mit dem Spätherbst aus sich hat. Die kahlen Aestc greiin, so deutlich in die feudfjtfalte Luft, als ob sich mit einer frartDolicn Bewegung Anne ausstreckten, die ein Gewand abwerfen: schwer satten die letzten Blätter und bilden lim Ahorn und Buche und Linde für ein paar Tage dicke, goldgelbe und rote und graue Tcv- piche, bis der Gärtner und der Straßenkehrer kommen und ihrej Amtes walten. Im grünen, kalten Wasser der Wieseck spiegeln sich noch Svätrosen, die auch noch manchem Garten im Verein mit den Astern ein wenig Farbe geben: anderwärts flammt noch der wilde Wein im Purpurschein um Erker und Laube, aber des sind auch die letzten Reste von Sonimersrcndigkcit und Farben- ireude, und der graue Spätherbst ivffd auch sie bald verschwinde» machen. Schon sieht man ab und zu eine Krähe durch die kable, Wipfel der Stadtbäume streichen, und in dem Astgewirr der Zi,-r- sträncher wispert die Meise: Beide sind Boten von, nalwn Winter.

Steht die Natitt rm Zeülzcn des Wüttcr, so drückt dem Stra- ßenbikd der Krieg den Stempel aus. Man wird noch keine zehn Schritte von seiner Haustür entfernt sein, ohne in einer Art an ihn erinnert zu werden. Das erste, was einem bcgrzntt, sind ein paar sttamme Fünffährige, die an Frankreich schon seit einer Stunde den fragenden Gesang richten, wie es ihm ergehn werde. An der nächsten Straßenecke stehen drei beisammen mit wichttgen Mienen und großen Gissten, und im Vorbeigeben hört man etwa einen Diskurs über den Wert der indischen Ekesantnr für die Kriegführung. Im langsamen -rxUenderschritt, den Arni in der lDindc oder mis den Stock gestützt, im Schnnnck des Feld zugsbarts und die Zigarre im Munde, kommt ein Trüpplein Lazarettbewohner uns entgegen und schäkert mit einen I)ell- blonden Hesscnmädckien, dem Mitleid oder Bewunderung oder was es sonst war, vielleicht etwas deutlich aus den blauen Augen spracheii. Me Sckorusenster haben ihre -Dekoration aus Liebe»- gabentättgkeit, Pattiottsnrus und ähnliche zeitgemäße Empsin- düngen eingestellt: freudig wird man es zum Vermerk nehmen, daß langsam aber sichrer die sogenannten ttlkkarlen aus den Aus­lagen verschwinden, die in ihrer Läpvischkeit so iwrnchen llttiua angerichtet haben. Slm Seltcrsweg und der Schlllsttaße, Ivo die Landstürnkler ihren Standplatz haben und ihre krilgerischen Her­zen gegenseitig tagaus tagein entttanrmen, wirds lebendig, ivenn in d5n Nachmittagssttinden das crirartete Erttablatt 'in l-im Fen­stern desAnzeigers" erickwint. Der 'krkegswissenschofklrche Mit- teilungSdrang des Publikums feiert alsdann seine Dnnmphe, und um den, der am lautesten sprübt, sammeln sich die andäch­tigen Gemeinden geistiger Interessengemeinschaft. In soläien Stunden lohnt eS sich schon, für kurze Zeit den stillen ibörct zn machen: Tie Znrnckhaldtng des einzelnen scknvlndet d.-.nn oft unter dem Eindruck der Wucht der Neuigkeit, und in den sich entivrnnenden Redeschlachten geht es wie beim Wernc: Dre <bo danken und Ansichten nehmen immer höheren Flng, imd ni raonfai Gesicht ist zu lesen, daß der Inhaber es sür einen Kardinalfehler hält, daß, er nickt in den Großen Generalfab berufen wird. Urrd graue Feldunisormen, blaue Waffenröcke da noch vor dem Ausrücken Stehenden, schliäite dtittel der Land« sttrrmwänner mischen sich ins Straßenbild, em Auto mit uber- gebautem Bahnraumer, zerbeult imd lchmbeknistet, segt vorba, die weißen Häubchen der Samariterinnen winken, anerkennoii« und freudige Blicke stiegen einem Eisernen Kreuze zu und alles in attem hat man das Empfinden, als ob das alles so sein müßte, und nie anders gewesen sei.

Da, an der Straßenecke muß etwas passiert sein. Fünf, acht, zehn Jungen rasen um die Ecke, ein paar Erwacliieite, ein ivenig langsamer, schließen sich an, Hälse mint sich, Fenster fliegen Miß Fragen werden laut, die (Menge bleibt stehen, und richtig, es bt wirklich etwas los: Gefangene kommen. Langsam, mit be- dächttgem Schritt, denn es sind Verwundete unter ihnen, naht ein Trupp von dreißig, vierzig Rothosen, von Landlttirmmänneni mit aufqcpslanztem Bajonett eskortiert. Ziemlich abgerissen sehen sie ans: Der eine hat eine Sportsmütze schief auf dem Ohr, der zweite einen alten Filzdeckel, der dritte trägt zutr roten Hose eine» Sweater, die meisten haben den Leinenbentel des Piou-Pivu. des französischen Jnsanterrsten, noch umhängen. Auch ein vaar Belgier sind darunter mit der charakteristischen kecken Kopfbedeckung. Die Jugend zu hundert und auch mancher Erwachsene gibt dem Zuge vorn und hinten und zu beiden Seiten das Geleit hinauf zifn Trieb, wo sich so langsam ein halbes Tausend unserer Gegner ein Stelldichein gegeben hal. Oben tritt die militärische Disziplin i» Kraft: Stehen bleiben und zu sauge über den Zaun gucken ist ver­boten, und sich am Eingang zu der Barackenstadt hernmtreiben erst recht: und so zieht die kriegsbegeisterte Jugend nach und nach wieder ab. Auch die Gefangenentransporte werden sie bald nicht mehr ie aus dem Häuschen bringen wie einstweilen noch, wo die Sache den pikanten Reiz der Neuigkeit hat, und wo sich auch die Alten die gefangenen Franzmänner mit ungefähr dem Empfinden betrachten wie irgend ein exottsches Geschöpt im Zoo.

** Der Kar to ffelkvie g. Die Landwirt­schaft s k a m m e r für das Großhcrzogtiim Hessen trägt der durch die Höchstpreissestsetzung für den KartofselverkMis ge­schaffenen Lage durch folgende, dringende Mahnung an die Landwirte Rechnung:

,^öaut Bekanntmachung sind für einzelne Städte des Kroß- berzogtums wie Darmsladt, Worms usw. die Höchstpreise sür Kartoffeln wie folgt festgesetzt:

Beim Verkauf durch den Produzenten an Ort und

Stelle für 100 kg 6P0 M,

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