Ausgabe 
5.11.1914
 
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nffsen, in fccnem das ?)trrcf 1 |<f)if Korps sich befand, nicht gerecht, nnd die kfinterlier fol^nlden schriftlichen Auseinan­dersetzungen werfen auf Gn'eisenau fein günstiges Licht. Dem iSVefcdjft von Wartcnknrrg gingen gleichfalls unprak­tische Anordnungen des Oderkonrnurndvs voraus, und auch hier ist der Bericht an den Mnig, der von Gneijencrn ad- gefaßt hm, den Verdiensten Dorfe in feiner Weise gerecht geworden.

Fniincr handelte es sich darum, daß Befehle zur Ver­folgung de-- Feindes ausgegrhen wurden, die uicht in Hebet- eitistinnnnng 'standen mit den tcrffäcksticlzen Schwierigkei­ten, die ZorckS geübtes Auge scharf erkannte. So war es nach der Schlacht bei Leipzig, wo das Korps Beirtrcmkl sictz in Sicherheit dringen konnte, so war es ferner bei der Fortsetzung des Feldzuges über den Rhein, horck wollte sein Korps nicht übermüden, es vielmehr schlagfertig er­halten, Blücher und Gneisenau ordneten in chrem guten Eifer manche pvecklosc Vtärsche an.

In den kritischen Märztagen, nach dem Siege 9)0rtfs und Kleists über Marmont, kanr es zu der bekannten Kata­strophe. Ms Blücher ertrankt dcnmiederlag, scheute Gneise- nau offenbar die Verantwortung, den Sieg durch eine tot krustige Verfolgung ausrrutzen zu lassen. Porck, der zu­dem die Fürsorge für sein Korps durch das Oberkommando vernachlässigt glaubte, verließ die Armee. Wie Blüchers versöhnliches Schreiben den grimmigen Alten besckffvich- tigte, so daß er seinen Posten wieder einnalM, ist alb- gemein bekannt.

Auch der siegreiche Krieg unserer Vorfahren hat Zeit, Mühe und Geduld gekostet, und wirffehen, daß auch in der Stellung leitender Persönlichkeiten mancher Keim zu schäd^ lichen Hemnrungen gelegen hat. Wäre das Kriegsglück de? deutschen Sache nicht hold gewesen, so würde vielleicht die Heldenverchrung der Nachwelt weniger ungetrübt sein. Und doch sind Dorrt sowohl wie Gneiscnnu mit Recht allen Deutschen hohe, verchrungswürdige Gestalten. Für jeden von beiden gilt das schöne Goethewoitt: Was Mitwelt sonst an ihm beklagt, getadelt, es hat's der Tod, es hat's die Zeit geadelt. Ter Blick in die Gegenwart aber gibt uns Gewißheit, daß Besorgnisse der damaligen Zeit in un­seren heroischen Tagen nicht gehegt zu werden brauchen. Die Politik scheidet nicht mehr die Geister in unserem! Offizierkorps, eine Zwiespältigkeit grundsätzlicher taktischer Auffassungen ist ebensalls ausgeschlossen. Beide Recken- gestalten aus der Borzeit aber erscheinen uns heule als Vor­bilder und Mahner zugleich, Namentlich der eiserne Porck als Verfechter deutscher Gründlichkeit und vorsichtiger ?ll>- wägung müßte uns heute vorschmeben, wenn uns die Er- ffokge in Flandern und au der Aisne nicht schnell genug zu blühen scheinen. Wir Zurückgebliebenen können uns schwer ein Bild davon machen, wie schwierig und verwickelt in 1 den Einzelheiten, die großen Kriegsaufgaben in Feindes­land zu lösen sind, ur.o unsere Parole kann nur lauten: Geduld, Zuversicht, Berlrancn in die Fähigkeit der obersten Führer!

Mnscr oslafiatisches Geschwader in Chile ««gekommen.

Santiago de Chile, 4. Nov. (23.93. Nichtamtlich.) Die beiden deutschen KreuzerScharnhorst" undGneisenau" und der kleine KreuzerNürnberg" sind hier cingetrossen. 'Nachdem der deutsche Gesandte und der deutsche Konsul an Bord gewesen waren, nahmen die Schisse Vorräte ein.

Tic tapfere Berteidigung von Tsingtau.

(WTB.) London, 4. Nov. lNichtamtlich.) DerDaily- Telegraas" meldet aus Peking vom 30. Oktober: Chinesische Presse­meldungen aus Canton berichten, daß das deutsche Artille- ricscuer vlanmäßig alle vorgeschobenen japa­nischen Verschanzungen vernichtet hat und damit jeden Angriff aus unbestimmte Zeit hinaus- schiebt. TaS gesamte Glacis hinter Tsingtau ist mit Minen über­sät, die elektrisch geleitet werden.

Die japanische Gesandtschaft im Haag gibt fol­gende Darstellung des japanischen Generatstabs bekannt: Nachdem schwere Geschütze ausgestellt worden waren, begann am 31. Oktober, dem Tag) der zur Feier des kaiserlichen Geburts­tages bestimmt worden ist. die gesamte Artillerie bei Tagesanbruch

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mit der Beschießung Tsingtaus. Die japanischen Kriegsschisse ver­einigten ihr Feuer aus die feindliche Flotte. Das östliche Fort Iltis" und das FortHsinu-Tschanshan", die den rechten deut­schen Flügel deckten, wurden bald zerstört, und in der Stadt Tsingtau sah man die an die Schiffswerft grenzenden Stadtteile nnd Oeltanks in Flanimen stehen. Die Deutschen erwiderten das Feuer.

DieEmden".

London, 4. Nov. (WTB. Nichtamtlich.)Mornincx- Post" meldet aus Liverpool vom 1. November, daß die Be­hauptung unrichtig ist. daß dieEmden" unter japanischer Flagge in denc Oasen von Penawg cingefahrcn sei. Sie habe vielmehr den Uebersall mit dem Unternehmungs­geist und Schneid ausgeführt, die sie bei den früheren Taten bewiesen hat.

Epnentc Beschießung von Reims.

Bordeaux, 4. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) TerTemps" meldet: Die Deickschcn begannen an, Sonntag und Montag aufs neue, Reims heftig zu beschießen.

Der amtliche französische Bericht.

(WTB.), Paris, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Das amtliche Com in uni aus von 3 Uhr nachniittags besagt: Aus unserem linken Flügel scheint der Feind das link« Dser-Uscr stromabwärts Dixinniden gänzlich vreisgegebcn zu haken. Die auf den Chausseen im überschwemmten Gebiet vorgeschobenen Rckognoszic- rungsabteilungen benutzten die Eingänge der Pscr ohne große Schwierigkeiten. Südlich Tirmnidcn und gegen Ghcluvclt sind un­sere Vorwärtsbeivegungen besonders bemerkbar gewesen. In der Gegend nördlich der L y s wurde trotz der von den Deutschen mit beträchtlichen Beständen ansgesührten Angriffe unsere Front überall gehalten oder vor Tagesende wieder hergestellt. Neue Angriffe der Deutschen gegen die Vorstadt von Arras tzrgcn Lihons und Ouesnoy-Santerre scheiterten. Im Zentrum in der Aisne- Gegend, im Walde der L'Aigle, verzcichneten wir einige Fort­schritte. Oestlich Baillh mußten diejenigen unserer Streilkrästc, die sich aui den Abhängen der Hochebene nördlich der Dorier Cdavonne und Suvir festgehalten, laut den letzten Nachrichten sich aus das Tal weiter östlich zurückziehen. Wir behauvteten unsere Stellungen oberhalb Bourges und Comin aus dem rechten Fluß ujer.

Eine heftige Kanonade fand während des Tages zwischen Reim­und der Maaß, ebenso aus der Haute de Meuse statt. Neue An­strengungen der Deutschen im Argonner Walde wurden verhindert. Wir sind sortgcsahren, Fortschritte zu machen nordwestlich von Poub-tz-Monsson. Aus unsrem rechten Flügel gab es eüiige un­seren Massen günstige Detack-ÄktioriLN längs der Seille,

SO 000 Mann englische Berlnskc.

London, 31. Okt. TieDailv News" bringt heute die Nachricht, daß bis jetzt 60 000 E n g län d e r a ußc r Gefecht gesetzt worden sind. Angesichts der verhältnismäßig niedrigen Ziffer des englischen Expeditionskorps ist die Ber- lustzifser enorm hoch.

Zum Leutnant befördert,

B c r l i n , 3. Nov. Bizescldivebcl Schmerbeck im In­fanterieregiment Nr. 16 ist zum Leutnant befördert wor­den. Dies ist der erste Fall im gegenwärtigen Feldzug, daß ein aktiver Unteroffizier ivegen Tapferkeit vor dem Feinde, nachdem er bereits mit dem Eisernen Kreuz 2 . Klasse aus­gezeichnet war, zum aktiven Ossizier befördert worden ist.

Die Schweiz und der spätere Bölkcrfriedcn.

Zürich, 3. Nov. Die sozialdemokratische Fraktion des schweczer Nationalrats hat dem Bundesprästdenten den Wunsch aller sozialdemokratischen parlamentarischen Frak­tionen der neutralen Staaten übermittelt, der Bundesrat möchte eine Verständigung der letzteren anbahncn, um bei den Regierungen der kriegführenden Staaten den Friedcns- schluß, eventuell einen Waffenstillstand, zu erwirken. Der Bniidespräsidcnt erklärte sich mit der Richtung dieser Air rcgung einverstanden.

Die Uämpse vor den Dardanellen und an der ägyptischen Grenze.

Berlin, 5. Nov. Ueber die Besckfießung der Darda­nellen durch die englisch« Flotte berichtet dasBerl. Ta- gebl." ans Konstantinopel: Das Bombardement der Dar danellcnforts ist nach einem gestern abend ausgegc-- benen Bericht von einem der Forts erwidert wvr den. Auf einem englischen Panzerkreuzer, der von meh­reren Geschossen getroffen wurde, brach ein Brand aus, wo­rauf die Flotte außer Sichtweite verschwand. Weiler wird demBerl. Tagebl." aus Konstantinopel berichtet: Die Engländer ziehen sich von der ägvptischcn Grenze am Suezkanal zurück, wobei sie alle Dörfer auf ihrem! Weg niederbrennen. Die Russen haben begonnen, die Kautafusgrenzen zu befestigen. Im englischen Konsulat in Bagdad hat die türkische Behörde große Mengen Muni­tion und Martinigewehre beschlagnahmt. Eine Anzahl sol­cher K istcn wurde von den Engländern im Euphrat versteckt, trotzdenl ist alles in brauchbarem Zustand, '

Aus Könstantinopel wird demBerl. Lok.-Wcz." berich­tet: Pariser Meldungen zufolge zielt der türkische Kriegs­plan auf einen Angriff gegen den Suezkanal über Akaba und Caza und gleichzeitige Minensperrung bis zrcr Sinafi Halbinsel hin. , ,

Einem Telegramm ans Mhttlene zufolge befestigen die Türken unter deutscher Leitung die Städte an der Küste Klein asiens und ziehen dort große Truppenmassen zusammen,

(WTB.) London, 4. Nov. (Nichtamtlich.)Exchange Telegraph" meldet aus Kairo: Es verlautet gerücht­weise, daß die Türken 100000 Kamele an der Grenze sam­melten, um sie zu einem Vorstoß durch die Küste zu benutzen. Britische Kriegsschiffe liegen bereit, um einen An­griff zu erwidern, falls es den Türken gelingen sollte, bis zuni Suczkanal voiUtdringen.

(WDB.l Konstant in opel, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Nach amtlichen Meldungen ans Bagdad haben die Behörden dort eine Kiste mit Waffen beschlagnahmt, die auS dem englischen Kon­sulat herrührt. Man hat versucht, die Kiste in den Tigris zu werten. Mit 10 anderen Kisten, di« alle für die englische Armee bestimmte Waffen und Munition enthielten, war dieses bereits geschehen. Sic wurden ans dem Flusse lnransgezogen. Die Müt­ter weisen daraus hin, daß diese Auffindung von aus dem eng­lischen Konsulat stammenden Waffen einen neuerlichen Be­weis sür gewisse Pläne bilde, die England gegen die Türke, ge­nährt hak. DerTanrn" stellt fest, daß England mit Wai­sen und Geld ij* Bagdad, Bassorah und selbst in Konstankinopel intrigiert habe. Wir erinnern, sagt das Blatt, an jenes Verbrechen, das Vor anderthalb Fahren in Konstawttwopel begangen wurde. Wir Nüssen, wo es vorbereitet worden ist. DerTanin" scheint damit auf die Ermordung Mahmud Scheskct Paschas anzufpielen.

Die Beschießung von NoworosfijSk nnd Scbastopol.

Amsterdam, 4. Nov. (Ctr. Frkst.) Ans London wird gemeldet: Aus Sebastopol wird derTimes" berich­tet, daß bei dem Bombardement durch die Denffchen (-die Times" spricht nicht von den Türken, sondern nur von Denffchen. D. B.l, 1l6 Granaten in die Stadt geworfen wurden. Ein türkischer Kreuzer konnte von der Stadt ans gnk beobachtet werden und befand sich nur eine engfischs: Meile voin Hafen entfernt, als er das Feuer eröffneie, zum Zwecke der Zestörnng des Eifenbckhntunuels. Der herr­schende Nebel erleichterte die Annäherung des Feindes. Die Hasenbatterien beantworteten das Feuer, und die drahtlose Station von Sebastopol fing ein Telegramm nach .Konstantinopel auf, worin der Kommandant des feindlichen .Kreuzers meldet, daß sein Schiff beschädigt sei und daß er nach Konstantinopel znrückkehren müsse, um die nötigen Reparaturen ausführen zu lassen.

(WTB.) London, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Der englische Bizekonsnl in Noworossijsk meldet, daß zwei tür­kische Kreuzer am 30. Oktober den Hafen bombardierten. Der englische DampferFriürika" wurde in Brand geschossen. Auch Wagenfabriken und Strumpstvirkereieit gerieten in Brand. Der angerichtete Schaden belänst sich auf vier Millionen.

England vorläufig noch Herr in Aegypten.

(WTB.) Wien, 4. Nov. (Nichtamtl.) DieNeueFreie Presse" meldet aus Konstantinopcl: DemTanin" zufolge haben die Engländer Aeghvten annektiert. Sie haben den Onkel des Khediven, den Prinzen Hussein Kiamil Pascha, zum Generalgouverneur ernannt und seinen Sohn, den Prinzen K c m a l E d d i n Pascha, zum Obcrkomman- danten.

England herrscht vorläufig und auch nur auf dem Papier noch in Aegypten, wie lange noch, werde?» die Tür­ken darzutun haben.

Türken und Italiener.

(WTB./Ko n st a n t in o p el, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Tanin" betont in seinem heutigen Leitartikel die Bedeutung der Freundschaft Italiens für die Türkei und versichert, solange Italien seinen Verbündeten treu bliebe, könne es auf die Freundschaft der Türkei rech- n e n. Die gegenwärtigen Umstände böten Italien die Ge­legenheit, sich gut mit der muselmännischen Welt zu stellen und so zu beweisen, daß die einzige zivilisierte Macht, die mit dem Islam in Berührung stehe, Italien sei. Hiermit spielt das Blatt offenbar auf die Stellung Italiens in Tripolis an.

Konstantinopel, 3. Nov. Der zurücktrctende Mi­nister Mahmud Pascha wünscht ein Armcekonrmando zu erhalten. Tie Aeuderung im Kabinett stärkt dieses im natio­nalen Sinne.

Erfolge der Oestcrreichcr.

(WTB.) Wien, 4, Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlantbart: Die Bewegungen unserer Truppen in Rus­sisch-Polen wurden gestern vom Feinde nicht gestört. Eines unserer Korps nimmt-aus den Kämpfen an der Lhsa Gora 20 O ffiziere und 2200 Mann als Gefangene mit. An der galizischeu Front ergaben sich heute bei Podbuz südlich von Sambor über 200, heute früh bei Iarvs- lau 300 Russen.

Der Stellvertreter des Chefs des Gcnerakstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.

(WTB.) H i e n, 4. Nov, (Nichtamtlich.) Vom iDlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: In weiterer Vor­rückung stießen unsere Truppen südlich und südwestlich Sa­tz o c neuerdings >ruf den Feind, Ein sofort fortgesetz­te r A u g r i f f schreitet günstig fort. Während lwi den Kämp­fen auf der Romanja insgesamt 58 Offiziere und 647 Mann gefangen genommen, 5 Geschütze, 3 Munitionswagen, zwei Maschinengewehre, viel Munition und Kriegsmaterial er- beutet wurden, wurden den Montenegrinern über 1000 Stück Vieh, das sie ans Bosnien mitnehmen wollten, abgenonnnen.

(WTB.) O f e n p e st, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Me bei Kutv sowie nördlich Czernowitz bei Kottgornick geschlagenen russischen Abteilungen zogen sich gegen Sniatyn zurück. Sie versuchten sich dort zu vereinigen, was jedoch mißlang. Die Verluste der Russen sind sehr bedeutend. Snia- tvn ist von uns wsieder besetzt. Bor Ezernowitz blechen di« Russen ruhig.

Antivari von österreichischen FUcgeru beschossen.

Berlin, 4. Nov. (Priv.-Tel.) DasBerl. Tageblatt* meldet aus Rom: Wie aus Skutari gemeldet wird, ist Anti, v a r i gestern von drei österreichisch-ungarischen Fliegern bom- bamdiert worden. Durch die Bomben wurde das Gebäude der Antivari-Gesellschaft zerstört und die Mole beschädigt.

Ein Pogrom in Lemberg-

Wien, 3, Nov. (Ctr. Frkft.) DasAcht-Uhr blatt" meldet: Aus Warschau hier eingetroffene Reisende wissen von großen Pogroms zu berichten, die in den letzten Tagen in Lemberg stattgefundeu haben sollen. Danach wurden 50 angesehene jüdische Bürger von russischen Soldaten ermordet nnd viele andere schwer verwundet. Der polnische radikale Reicl>-tccgsabqeocd« nete Breiter wurde, als er einzuschreilen versuchte, verhafte» und soll' nach Omsk in Sibirien verschickt worden fein.

Der Nordsee-Erlaß der englischen AdmiraNtät.

Die in England erlassene Verkündigung über die teil- weffe Absperrung der Nordsee hat folgenden Wortlaut:

Vergangene Woche haben die Denffchen auf offener Sec und ohne jede Ordmrm, auf die wichttgste Fahfftraße von Amerika nach Liverpool über die Nordküste Irlands Minen gestreut. Fried­liche HLndelsfästsie sind schon dadurch zefftört worden, Menschm- leben dabei verloren worden. Der DanffLer Olhnrpic von der White Star-Linie ist durch einen glücklichen Zufall einem Unglück entgangen. Hätten englffche Kreuzer nicht gewarnt, so wären noch mehr englische und neutrale ltanffahver nnd Personenichifsk vernichtet worden. Diese Minien können nickst durrl» effi deuffches Kriegsschiff gelegt worden sein, sie sind durch ein .Handels­schiff gelegt worden, das unter neutraler Flagge segelte und tat, als ob cS friedliche Handelszwecke veffvlgte: cs hat unter voller Ansnntznng der Vorteile der Unantastbarkeit, welche die neutralen Handelsschiffe genießen, in rüchickstsloser und ruch­loser Weise das Leben aller Seefahrenden in Olefahr gebracht, ohne darauf M achten, ob cs sich um Freunde oder Tfeinde handelt, ob sie einen bürgerlichen oder milttärischen Charakter haben. Das Legen von Minen unter neutraler Flagge, das Ilnternchmen von Erkundungen mit den Fischereidam psern, La za re t tsch i f f e n nnd neutralen Fahrzeugen er­weisen sich als das gewöhnliche Kennzeichen der deutschen Krieg­führung zurr Sec. Unter diesen Umständen, in Erwägung der bedeittendmi Interessen, di« der englischen Marine anvertraut sind, sowie der Sickwrheit des friedlickwn Handels auf offener See und der Handhabung des Handelsverkehrs zwischen neutralen Ländern innerhalb der Grenzen des utternationalen Rechts, er­achtet die .Admiralität cs sür notwendig. Ausnahm «maß­regeln zn tteffen im Hinblick auf die neuen Verhältnisse, unter denen der .Krieg geführt wird. Sie mackst daher bekannt, daß die ganz« Nordsee als ein militärisches Gebiet zn betracht« ist. Innerhalb dieses Gebiets werden Kaufs ahne r aller Länder, Fischereifahrzeuge imd alle sonstigen Schiffe ernsten slesahmi wegen der Minen ansgesetzt sein, die ausgestreut worden st« miffsen, sowie wegen der KriegssckMe, die Tag und Nacht ofop nach verdächtigen Fahrzeugen suchen. All« Kauffahrtei- und Fischereifahrzeuge werden hierdurch vor den Gefahren gewarrch die sie in diesem Gebiet laufen, außer wenn sie sich streng cm die Weisung der Admiralität halten.

Es folgen dann die schon gemeldeten Weisungen selbst, welche die Umschreibung des gesperrten Raumes sowie d« Verhaltungsmaßregeln enthalten mit dem Zusatz:Alle M» weichungen können Gefahr und Not bringen, auch wen» es sich nur um wenige Meilen von dem angegebenen Kurs han­delt." TieNieuwe Rotterdamsche Courant" vernimmt ja dieser Verkündigung int Gegensatz zu der gemeldeten pesfie mistischen Aufsaffung ihres Londoner Berichterstatters, daß die Maßnahmen der Admiralität im ganzen keinen Einfluß aus die Schiffahrt zwischen der englischen Ostküste und den niederländischen Häfen ausüben würden, sie me zögen sich lediglich auf die Gewässer zwischen Norwegen und Sclwttkand, der niederländische Handelsverkehr werde da­durch wenig gestört werden.

(WTB.) Kopenhagen, 4, Nov. (Nichtamtsich.) Zur Sper­rung der Nordsee schreibt das RegierungsblattPoli­tiken"' Keine Maßregel in diesem Kriege berührte Tänemart so unmittelbar wie diese, die für die dänische Schiffahrt tief nw greifend- Folgen haben wird, die sür den Augenblick noch MM zu übersehen sind. Nach Blättermeldimgen hat die größte schin- sahrtsgesellschast DänemarksForende Dampskibsselskab" vor- läufig alle Fahrten nach England eingestellt.

(WTB.) Kristiania, 4. Nov. (Nichtanttsich.)Morgen- bladet" schreibt über die durch England angekündigte Nordseesperrr: Heute ist die Meldimg eirrgctroffeii, England habe die Nordsee von Island bis Schotlland gesperrt. Ern Kommentar ist überslüßig. ES ist dieses ein u-nerhörter Uebergriff gegen das internationale Völkerrecht und eine Rücksichts­los i c f e i t gegenüber den neutralen Mächten, die auffallend fft und in die lllugen springt. Der Schaden sckstrnt in dem sonder­barsten Widerspruch zu den Vorteilen zu stehen, die England da- biircfi erreicht. Wir erfahren, daß die englische Regierung den interessierten Ländern nichts mitgeteilt hat und nicht unkcffuwte, wie die Sperrring von der Regierung aufgesaßt würde, deren vüalstc Interessen sie berührt. Wir fragen, ob nicht bald der Zeitpunkt gekommen wäre, an welchen^ ein gemeinsames Auftreten der neutralen Mächte angebracht wäre. Auf die Slimme der kleinen Länder Hort uffniand. Amerika ist auch neutral. Der NeutralttWbegrisf exc-