Hert nicht mehr, wenn jeder Nebergrifs der kriegführenden Groß- nächte schweigend geduldet wird, Tie erste Wirkung ist, daß die leiegsversichcrung sich erhöht.
Die Neutralität Spaniens.
Madrid, 4, Nov, (W,B, Nichtamtlich.) Während deS letzten Mimsterrates erklärte Ministerpräsident Tato, die Negierung werde ,ic Neutralität Spaniens vor dem Parlament bestätigen.
An» Stadt «nd Land.
Dießen, 5. November 19 lt.
Ter Gießencr Landsturm in Feindesland.
Der Landsturm, der Landsturm! Das hellflackernde Feuer jugendlichen Ucberschwanges ist ausgebrannt, aber nicht um n schmälende Asche zu zerfallen, Tie nachhaltige Glut, die hier ntzündet ward, ist warm und treu wie die des heimischen Herdes, »er sie entnommen ward. Und sic ist nicht nur zum Kasseekochen iul, Auch der oberhessische Landsturm wird das zu beweisen wissen. Bisher ist es ihm freilich nicht vergönnt gewesen, kriegerische Lor- >eercn zu pflücken. Wer das moderne Völkerringen ist nicht nur >as Auge in ?lugc mit dem Feind, sondern entsaltet sich ans so verschiedenartigen Schauplätzen, daß soldatischer Tüchtigkeit ein ocites Feld der Betätigung geboten ist.
Nun sind schon Wochen vergangen, seit die Abschicdsgrnßc Rcßens die Triarier der Stadt und der Provinz aus ihrem Marsche zum Bahnhöfe begleiteten. Frohgemut tönte als Echo der ingezahltcn Wünsche das Lied von der Heimat zurück, als sich der larrende Zug in Bewegung setzte, deni Feinde entgegen, zum sthein, übern Rhein, Der Feind steht ja dank den Erfolgen unserer 8äter und der erst jüngst bewiesenen Schneidigkeit unserer Jung nannschaft weit ab von den grünen Fluren des deutschesten aller Ströme, So konnte die Reise gleich aus emc Entfernung angeietzt netben, deren Bewältigung für einen Militärzug mehrtägige Fahrt '.ölig macht.
Durch Neudeutschland ging der Weg, durchs Land der durch Englands Habgier und Gewissenlosigkeit ins Verderben gelockten Flamen und Wallonen, wo sich auch die ersten Spuren der über- randenen schrecken zeigten: durch Granatfeuer abgedeikte und insgebrannlc Wohnhäuser, verlassene Lagerstätten, abgeholzte Bahndämme, auch hin und wieder ein langgestrecktes Grab mit inem kunstlosen Holzkreuz, Mit furchtbarer Eindringlichkeit aber predigten die traurigen Trümmer des verblendeten Löwen von >er Rache nach Kricgesrecht, die heimtückischem Uebcrsall aul brave Soldaten folgt. Die überlebenden Bewohner, die die überall an- leschlagencn dreisprachigen Warnungen vor Nebcrsällen auch aus chwächere deutsche Truppcnabteilungen einst so schändlich miß- rchtct hattem waren von dem Orte des Grauens geflüchtet, und inr einige Straßenhändlcr trieben sich auf dem Platze vor dem Bahnhose umher, von dem ein bronzener de Weyer melancholisch lerabschaute. Doch die Zeit drängte, und so war es nicht möglich, »ich in die entfernteren und besser erhaltenen Stadtteile einen Blick zu tun. Nicht Belgien sollte dem Landsturmbataillon Unter- sinist bieten, als Standort war vielmehr eine der nordfranzösischen Städte ausersehcn, und so überschritt denn der Zug eines schönen Mittags die französische Grenze, Donnernd pflanzte sich >as dreijache Hurra aus S, M, den Kaiser von Wagen zu Wagen ort und schmetternd fiel die Bataillonsrnusik mit der Volks- tymne ein,
„O Frankreich, o Frankreich, wie wird es dir ergehen, toenn >u, wenn du den Landsturm wirst sehen!" So hat es Gießen so nanches liebe Mal in seinen Gassen und auf seinen ins Uebungs- ,eländc führenden Straßen klingen und singen hören. Nun war ins der begeisterten Erwartung kriegerischer Ernst geworden, .Aber bisher zeigte er noch kein blutiges Gesicht, Wohl traten ver- tärkte Vorsichtsmaßregeln ins Leben, da feindliche Flieger bis vor roch gar nicht zu langer Zeit versucht hatten, den Verkehr auf den 'rutschen Etappctilinie zu stören und zu schädigen. Doch der häufige ängere Aufenthalt des Zuges aus offener Strecke wie in der Nähe >on Ortschaften lockte nicht die sackelschwingende Kriegsfurie herbei; siclmehr war die erste Berührung von Landstürmern und der halb .aghast, halb neugierig erscheinenden Bevölkerung von freund-- scheren Geistern behütet, Frauen und Mädchen nahmen gern von >em reichlich vorhandenen Brot in Empfang und trugen dafür in dem heißen Tag doppelt erauickendes Brunnenwasser herbei. Furchtlos drängten sich kleine Buben und Mädchen mit offener Hand an die Wagen heran, und die Erinnerung an ein ähnliches iebes Wesen daheim lockte manche kleine Gabe hervor. Kurz, hier chwieg der mordende Völkerhaß, und wenn der Zug weitcrfuhr, uar üs Winkcns inü> Tüchcrschwenkens kein Ende,
Doch die Stunden wuchsen, Haltepunkt reihte sich an Halte- »mkt, und auf die spärlich beleuchteten Abteile senkte sich ein unruhiger Schlummer, der erst neuem Morgenrot und hitzigem Gedränge um Kassec und Kasfeewasser wich. Endlich hob sich aus oaldigen Hügeln der trotz seiner Turmlosigkeit machtvolle Bau der Kathedrale von Q,, als vorläufiges Endziel der Fahrt freundlichst begrüßt. Aber ach, der Soldat denkt, und die Etappen-Jnsprktion senkt, Ueber die Verwendung des Landsturmbataillons war ander- veit verfügt worden, und so mlußte der Zug wieder bestiegen vcrdcn, sreilich nicht zur Fahrt auf Paris zu, sondern die eben iurückgclegte Strecke wieder zurück.
Doch alles nimmt einmal ein Ende, auch ein kriegsmäßiger Truvventransport, und abends um 10'/, Uhr konnte dem Ba- aillon das Hornsignal znm Aussteigcn gegeben werden. Durch die 'chweigenden, von der Zivilbevölkerung infolge eines strengen Kom- niandanturbesehls völlig geräumten Straßen der Stadt marschierte Kompagnie auf Kompagnie, um auf irgend einem größeren Platze Halt zu machen nnb die Einguartierung abznwarten. Stunden vergingen, während deren es sich die müde Mannschaft ans den kühlen Steinstufen alter Häuser nach Möglichkeit bcqueni zu machen suchte. Endlich um 1'/, Uhr war in der Kaserne eines französischen Infanterie-Regiments, einein ehemaligen Priesterseminar, ein Asyl gesunden, in dessen Räumlichkeiten sich die einzelnen Gruppen häuslich einziirichtcn suchien. Aber man durfte seine Ansprüche nicht allzu hoch schrauben, und weis di- brettcrne Rückipand eines iimgestürzten Schrankes als Matratze und Unterbett, den Rucksack als Kopfkissen und den Mantel als Decke und Kolter fand, pries sich schon glücklich, ivenn auch nur leise, um nicht den Neid der Götter auf sich hcrabzurnfen.
Am flammenden .Holzstoß auf dem weiten Hofe fand sich beim Morgengrauen alles fröstelnd wieder zusammen, und als der braune Trank ans Mohreniand erst in de» Kochgeschirren verlockend dampfte, war überall der ein wenig miterstarrte Humor wicdcr- gefundeii und mit ibm die Lust, den ersten Ausgang ins Unbekannte zu wagen. Wessen Brustbeutelchen noch einen kleinen Aderlaß vertragen koiiiite, faßte die günstige Gelegenheit beim Schopfe, dem aus Rand und Band gebrachten Magen ein gehöriges Mittagessen samt einem Schöpplcin Roten zuzuführcn und sranzöiischc Typen zu studieren. Eine Beschäftigung, die auch an den folgenden Tagen offenbar genügend Reize entwickelte, denn C, sah manche von Muttern mitgebrachte Mar! den Weg ins Maminet finden, als habe sie nie eine andere Bestimmung gekannt. Doch auch die kleinen Ansichtskarten Verkäufer auf den Gassen machten glänzende Ge chüste, uni so glänzendere, als sie den Wcrtunterschied von Pfennig und Centime ganz und gar nicht begreifen wollten und die einen, wie die anderen in ihre schmntzigc Tasche gleiten ließen.
Ja, Frankreich kann sich über den Landsturm nicht beklagen irnd tut es auch nicht. Es wird die „Blauen" in besserem Andenken behalten als die „Grauen", die es als „Teufel" fürchtete und verabscheute, verständnislos — echt gallisch — für die Tatsache, daß der Unterschied in der Haltung der deutschen Truppen allein in dem seit Beginn der Feindseligkeiten veränderten Benehmen der „paysans" zu suchen ist, R, G,
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**ZumaußerordentlichenProfessorbeider theologischen Fakultät Gießen wurde Privatdozent lic, Dr, Phil, August Frhr, von G a l l ernannt,
"Hoftrauer. Tie Großherzogin hat ivegcn des Ablebens Seiner Hoheit des Prinzen Maximilian von Hesse» eine Hoftrauer vom 1. bis einschließlich den 8. November d. IS. angeovdnet.
** E i n e n A u s r u f zu Gunsten der lriegsgeschädigten Landsleute in Elsaß-Lothringen veröfscntlicht der Oberbürgermeister im Anzeigenteile der vorliegenden Nummer.
** Bortrag in der Universität, Wir macheu, nochmals auf den Vortrag des Professor Dr, Krüger: „Deutsche vaterländische Dichtung", der heute abend 8V-* Uhr in der neuen Aula stattfindet, aufmerksam. Der Ertrag ist zum Besten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gleszener bestimmt.
** Eine Konferenz über die Kartoffelhöchst- V reise. In: Großherzoglicheil Ministerium hat dieser Tage eine eingehende Besprechung iibcr die Regelung des Kartoii-lmarktes slattgesundcn, wie allerdings zu eincin Beschlüsse nicht geführt hat. Vertreten waren außer dem Staatsminister die Provinziakdirek- toren, Kreisräte und Oberbürgermeister der heffischcn Städte sowie eine Anzahl landwirtichaitlicher Sachverständiger, Tie anwesenden Landwirte wiesen nach, daß die Preise für den Kreis Fricdberg mit 2,50 Mk, für 50 Kilogramm die niedrigsten in Tcutsehland seien. Oberbürgermeister Dr, Düllo (Ossenbachj berichtete, daß er beim Bundesrat die amtliche Beschlagnahmung der überschüssigen Kartoffetvorräte beantragt habe, Bon landwirtschaftlicher Seite wurde auch vor einer allzu raschen Festsetzung von Höchstpreisen für Futtermittel und Fleischwaren gewarnt. Die Konferenz stand größtenteils aus dem dandvunkl, daß eine einheitliche Regelung der Frage wünschenswert, ein Vorgehen für den Bezirk des Großherzogtums allein jedoch nicht zu empfehlen ici,
"DerPetroleummaugel wird sich, je länger der Krieg dauert, umso fühlbarer machen. In vielen Orten aus dem Lande ist man, wie schon wiederholt mitgeterlr, bereits zu fast mi.lstalterlichcn Beleuchtungsarten zu-ückgekehrt und brennt abends Talglicht und Ocllümpqen, sogar den Kicnspau, Auch in den Städten ist natürlich die Petroleumabgabe in den Geschäften sehr eingeschränkt worden, und aus diesem Grunde hat sich das Großh Ministcrinm des Innern veranlaßt gesehen, Maßnahmen zn trcsfen, um die Benutzung des Spiritus zu Beleuchtungszwecken in der Bevölkerung bekannt zu machen
** Fekdpoesie. Ein braver Lenidwrliruritervffizier von den llüern, in Krieg und Frieden ein Freund de§ Gesanges, sendet seinen S-rrngesbrüdern vom Bauerschen Gesangverein ein unter dem Eindruck stikler M-achtstunden entstandenes Gedicht zum Zeichen seines Gedenkens an Freunde in der Heimat, Die schlichten Verse sollen nicht als Kunstwerk gelten, aber die kameradschaftliche Gesinnung und das in aller Kriegsnot so weich bleibende deutsche Empfinden, die aus den Versen sprechen, find stets geeignet, die inneren Bande zwischen uns und den Soldaten weit draußen, wenn cs cmginge noch fester zu knüpfen. Darum sei das Gedicht hier ivicdergcgeben:
Ter Abend dämme t sacht' heran,
Am Himmel Steruenvracht
Und aus dev» Feld ei» Laudivehrniann
Hält v»r deui Feind die Wacht.
Im Echlale wiehert leis' ein Pferd, —
Dumo» brummt Kanoneubaß —
J»i Traum fährt »>auche Hand zum Schwert,
Manch' Held liegt tot im Gras.
Nachsinueud steht der Landwehrmail»,
Denkt an die Lieben fern, —
An Fra» und Kind — und auch daran,
Wo einst er las; jo gern.
In» Kreis« froher Sängerschar,
Wo froh man scherzte, fang, —
- Wie alles einst so anders ivar, —
Da hört er leisen Klang,
Andächtig lauscht er dem Gesang Und hört der Worte Reim,
Ten allen, wohlbekannlen Klang:
.Kommt Daler noch nicht heim?'
Dem Kriegsmann ward cs weich im Sinn,
Als dieles Lied anbob Und leise funiint er vor sich hin:
.TaS isi mein Bub, — >»ein Bubi'
AIS endlich daun die Nacht verrann,
Goldglan; den Hinimel säumt,
Ta hat so nianchcr Landivehrinanil Ten letzten Tramn getrännit. —
Hell schmettert der Tromvete Klang,
„ülufs Pferd!* heißt das Gebot, —
Und brausend tönt der Front entlang Das Lied vom »Morgenrot!'
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wetteremssichten in Heilen am Freitag, den <>. Noo. 1914 : Wolkig, trocken, Morgeniiebel: allinähliche Abnahme der Be- ivölkung: südöstliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Ein Ausfall der vereiutgteu Belgier. Engländer »nd Franzosen zurückgcwiesen.
Großes -tzauptauartier. 5. November vorm. (Amtlich.) Gestern unternahmen die Belgier, unterstützt von Engländern und Franzosen, einen heftigen Ausfall aus Niruport zwischen Meer und dem Ueberschwcmmungsgebiet. Sie wurden mühelos abgcwicscn.
Bei Ypern und südwestlich Lille, bei Brrrp-au-Bae, in den Argonncn und in den Vogesen schreiten unsere Angriffe ool-wärts.
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts wesentliches ereignet.
Das deutsche Vordringen gegen Arras.
Berlin, 5. Nov, (WTB.) Nach einer Meldung des „Berliner Lrlalanz," sucht der französische Generalstab das deutsche Vordringen gegen Arras durch einzelne Angaben abzuschivächen. Demgegenüber muß festzgesteklä werden, daß der Grundton der in den letzten Tagen einlresfenden französischen Nachrichten den früheren überschwänglichen Optimismus vermissen läßt.
Ein Telegramm des Kronprinzen an Enver Pascha.
(WTB, > K o ii st a n t i n o p e l, 4, Nov, (Nichtamtlich,) Ter deutsche Kronprinz hat an den Kriegsminister Enver: Pascha folgendes Telegramm gerichtet: Die 5. Armee und ihre Führer entbieten der vttomani scher, Armee brüderliche Grüße,
Die Berlvundung des Prinzen Joachim Altzrecht von Preußen,
Berlin, 5, Nov, Prinz Joachim Lllbrecht von Preußen traf einer Salzburger Meldung des ^Berliner Lokatanzcigcrs" zufolge, aut seinem österreichischen Besitz Strobl ein, wo er sieh von seiner au! einem der Äriegssehauplätze erhaltenen Verwundung erholen will,
General v. Deimling leicht verwundet.
(WTB ’ Straßburg, 4. Nov, (Nichtamtlich.) General v. Deiner«»»« ch bei einem Mit in di« Schützenkette durch einen
Granatsplitter am Overlchenkel leicht verwundet worden. Die Verwundung ist, wie man hört, nicht von Belang, General v, Deimling bleibt bei seinem Armeekorps,
Der sächsische Kricgsminister erkrankt.
(WTB.» Dresden, 4. Nov. (Nichtamtlich.) Der Kriegsminister, General der Infanterie von Carlowitz, ist bedauer- lick,erweise auf dem westlichen Kriegsschauplatz an einem Herzlcrdcu erkrankt und hat sich zur Genesung nach Bad-Nauheim bc- gichen,
Dr. v. Wenckstern gefallen.
Breslau, 4, Nov, (WTB, Nichtamtlich,) Ten Tod fürs Vaterland auf ftanzösischer Erde hat der bekannte Breslauer Natio- nalökvnom Dr. v. Wenckstern gesunden.
Eiserne Kreuze für die „Emden".
(WTB.) Berlin, 4, Nov, Dem Kommandanten des lleincn Kreuzers „Emden" ist das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse, allen Offizieren, Beamten und Tcckossiziercn sowie 50 Uirteroffizieren und Mannschaften das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen worden,
Selbstvernichtung des österreichischen Kreuzers „Kaiserin Elisabclh
London, 6, Nov, (WTB, sstichtamtlich.) Reuter meldet olgende anitlichc Mitteilung aus Tokio: Man glaubt,^ daß ich der Kreuzer „Kaiserin Elisabeth" ans der Reede von Tsingtau in die Luft gesprengt hat. DaS Schwimmdock ist ebenfalls vernichtet. Die Beschi«- zungdauertan.
Ein neuer Angriff auf die Dardanellen.
Berlin, 5. Nov, Daß ein neuer Angriff aus die Dardanellen ersolgt ist, wird von verschiedenen Seiten bestätigt. Nach einer Devesche aus Tenedos wurde das Bombardement, nachdem eS 15 Minuten geschwiegen hatte, am 4, November vormittags 10 Uhr wieder ausgenommen.
(WTB.) London, 4, Nov, (Nichtamtlich.) Amtlich wird bekannt gegeben: Bei Tagesanbruch des 3, Novemtxw hat ein eng i ij ch-fr anz ö sisches Geschw ader die Dardanellenforts aus ivciter Enffevnuug beschossen, D-te Forts antworteten, ohne jedoch die Schiffe zu errsickien. Die Verbündeten hatten keine Verluste, nur ein einziges (beschoß schlug nahe bei den Schiffen ein. Es ist uumöglijchs. den tatsächlichen Ersokg der Beschießung festzustellen, aber eine heftige Erplosion mit einer dichten Rauchwolke wurde in einem der Forts beobachtet.
Batum von den Türken beschossen,
Berlin, 5, Nov, Aus S o s i a wird gemeldet, daß Batum von türkischen Kriegsschiffen bombardiert wird.
Der Zar rückt ins Feld.
Zarskoje Sselo, 4, Nov, (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat sich zur Feldarmee begeben. Er wurde von der Kaiserin, dem Großsürsten-Thronsolger und den kaiserlichen Töchtern zum Bahnhof geleitet. In Begleitung des Kaisers bcsinden sich der Kricgsminister und das kaiserliche Gefolge.
Zur Verteidigung von Paris.
(WTB.) Basel, 4, tzioo. Nach einer Meldung der „Baseler Nachrichten" aus Rom sind 38,1-Z^entime- t e r - G e s ck»ü tz e, wie sie für die italienischen lieber-« dreadnoughts bestimmt sind, auch zur Verteidigung von Paris ausgestellt worden.
Dir gesicherte dänische Neutralität, i. Köln, 5, Nov, Die „Köln, Ztg," meldet aus Kiel: Das angesehenedänischeBlatt „Ribc Strfstidende" betont, daß cs zu der Erklärung ermächtigt sei, daß die Stellung Säue- mvrks gegenüber der internationalen Lage andauernd die b e st e sei. Bisher jei nichts geschehen, was in die Rechte des Landes eingreise, und die Bestrebungen, die Haltung des Landes aufrecht zu erhalten, würden von alten kriegführenden Mächten anerkaunt. Gegenüber den Verdächtigungen in einzelnen Zeitimgen, besonders in Dreiverbandsblüttcru, müsse betont werden, daß diese nicht aus die Meinung oder aus Auslassungen der bctrefsenden Regierimgrn zurückzusühren seien.
Der japanische Krirgsministcr erkrankt.
Tokio, 5, Nov, (WTB, Nichtamtlich.) Der Japanische Kriegsminister Oka ist schwer erkrankt.
Portugal, der Knecht Englands.
i. Köln, 5. Nov, Tie „sköln, Ztg." meldet aus Lissabon: Spanische Blätter geben ein Telegrammi wieder, wonach sich die Rcgicriiug über die Einberufung des Parlamentes erst schlüssig werden würde, wenn die nach London entsandte M i l i - t ä r Mission ihren Bericht erstattet haben werde. Wie man sieht, sinkt das einst so stolze Portugal immer mehr zum Vasallenstaat Englands hinab,
Sturm in der Nordsee.
Berlin, 5. Nov, Aus Stocklwlm nsird der „BossischewZeitung" berichtet: Jniolge des Sturmes, der seit einigen Tagen au» der Nordsee wütet, sind etwa 3 0 schwedische Damvfcr überfällig. Englische Flotte nein hei len sind zum Absperruiigsdienst in die Nordsee und in die Weskatlantic ausgelaufen, Sie haben schwer unter dem Orkan zu leiden.
Ein Grotzseucr in Antwerpen,
Berlin, 5, Nov, Ter „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet aus Antwerpen: Tie Benzin- und Naphthalager der amerikanischen A k l a s g e s e l l s ch a i t, die in der Nähe der übrigen Pctroleumlager liegen, stehen seit gestern ftüh in Flammen, Wegen des Brandes der Petroleumtnnks haben etwa 15000 Einivohner die Stad-t verlassen aus Furcht vor Strasmaßnahmen gegen die Stadt.
Ausruf.
In dankenswerter Weise hat die Bürgerschaft der Stadt Gießen Beiträge zur Linderung der Not unserer ostpreußischcn Mitbürger gespendet und dadurch gezeigt, daß die Rot dieses deutsche«» Gebietsteiles von ihr als eigene Rot cinpfuuden worden ist.
Aber nicht nur Ostpreußen hat unter der Äricgsnot gelitten, auch EIsaKS-I,o<hrin<;en ist durch die Schrecknisse des Krieges schiver heimgesucht worden.
Wir tönuen nicht den einen Teil des Vaterlandes anders behandeln als eine«« andern Teil. Auch Elsaß-Lothringen hat die Leiden des Krieges sür die Gesamtheit des deutschen Vaterlandes getragen, darum muß auch ihm Hilfe aus den Teilen Deutschlands zukomine», deren Gebiet dnrch die unvergleichliche Tapserkeit unserer Heere kcr« feindlicher Fuß betrat.
Ich bitte die Bürgerschajt, «üeldsipeixtei» für Elsaß-Lothrinqen der städtischen Sammel- stellc — Stadthaus. Gartenstr. 2, Zimmer IS
— zu überweisen.
Gieße«, 4. November 1914. Der Lbcrbürgcrmoister. Keller.
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