Ausgabe 
3.11.1914
 
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emtttjert Werben und ytmt 200 Millionen Pfund Sterling zu 4 Prvz., in zehn Fahren zu Pari einlösbar.

Rücktritt des türkischen FinanzministcrS.

(WTB. Nichtamtlich.) K o n st a n t i n o p e l, 3. Nov. Finanzminister Dschawidhat seine Entlassung nachgesucht.

Die tapfereKarlsruhe".

(WTB.) Wie Lloyds aus Para (Bras.) gemeldet wird, hat dort der deutsche DampferAssuncion" die Passagiere und Mannschaft des belgischen Dampfersvan Dyck" und der englischen Dampfer u r st dale" undGan-

t o n" an Laird gesetzt. Tie Dampfer sind von dem deutschen KreuzerKarlsruhe" erbeutet worden.

Die Beschießung von Tsingtau.

T»kio, >3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) ülmtlich wird bekanntgegeben, das; die Beschießung von Tsingtau andauert. Die meisten deutschen Forts sind zum Schweigen gebracht, nur zwei beantworten unaufhörlich di« zu Wasser und zu Lande unternommenen Angriffe der Berbunderen. Das Bom­bardement verursachte eine Feucrsbrmist in der Nähc^ des Häsens und die Explosion eines Oeltanks. Das Fort Sico- chaushau steht in Flammen. Ein deutsches Kanonenboot, das den Schornstein verlor, ist nicht mehr sichtbar.

Der deutsche Einfluß in China.

(WTB.) Peking. 3. Nov. (Nichtamtlich.) DieExchange Telegraph Company" meldet unter dem 31. Oktober: Bon morgen .ab wird keine englische Zeitung hier erscheinen, .da die Deutschen diePeking G a z e t te" angekauft -haben. Die nächsten britischen Organe werden in Tientsin cr- -scheineu. Die Deutschen übcrnebmen zugleich die finanzielle Kon­trolle über die gesamte chinesische Presse in Peking und besitzen «in ebnen die Kontrolle gebendes Finanzinteresse über die drei wichtigsten chiueirsäy?n Blätter in Tientsin.

Dic Kaiserin in Königsberg.

Königsberg, 3. Nov. Die Kaiserin besuchte gestern vormittag das Hilfslazarett im sozialdemokratischen lDewerkschaftshmis.

Ein deutscher Flieger über Warschau.

Be r l i n, 3. Nov. Zur Bombardierung Warschaus durch ein deutsches Flugzeug wird verschiedenen Müttern berich­tet: Ein deutscher Flieger erschien über Warschau und warf etwa 4 0 Bomben herab, di« jedoch nicht wesentlichen Schaden angerichtet haben sollen.

Die Kämpfe der Oesterreicher.

(WTB.) W i e n , 3. Nov., mittags. (Nichtamtlich.) Amt­lich wird verlautbart: In Russisch-Polen brachen un­sere Strcitkräftc, als sie die starke feindliche Armee zur Ent­wicklung gezwungen hatten, die Gefechte auf der L Y s a G o r a ab, um die nach den Kämpfen vor Jwangorod befohlenen Bewegungen fortzusetzen.

Die Lage in Galizien ist unverändert. Aus den Kämpfen der letzten Tage südlich von Stary Sambor und nord­westlich von T u r k a lvurden bisher 2500 gefangene Aussen eingcbracht. Gestern früh überfielen .Husaren bei Sybnik rm Stryjtale eine feindliche Munitionskolonne und erbeuteten viele Wagen mit Artilleriemunition.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. H ö f e r, Generalmajor.

Die Niederlage der Serben.

(WTB.) Wien, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird berlautbart: 3. November. Erst jetzt läßt sich der in der Macva errungene Erfolg voll überblicken. Die dort gestandene zweite serbische Armee unter General Stepanovic mit vier bis fünf Divisionen konnte sich nur durch übereiligen Rückzug, wobei sie Vorräte aller Ari und ihre Trains im Stiche lassen mußte und zahlreicheGefangcne ver­lor, aus der bedrohlichen Situation retten. Der Feind ist, ohne in seinen vorbereiteten rückwärtigen Stellungen neuer­dings Widerstand zu leisten, in einem Zuge bis in das Hügel­land südlich von Sabac zurückgewichen. Er leistete nur noch bei Sabac, welches in der Nacht vom 1. auf den 2. November von unseren tapferen Truppen e r st ü r m t wurde, hartnäcki­gen, aber vergeblichen Widerstand.

P o t i o r e k, Feldzeugmcister. Getreide-Höchstpreise in Oesterreich-Ungarn.

Ofenvest. 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Wie verlautet, soll aus Grund von Beratungen, die zwischen dem Ministerpräsi- deuten Grafen Tis za und Mitgliedern der österreichischen Re- flierung abgehalten worden sind, die Festsetzung von Maximal- preisen für Getreide in kurzer Zeit bevorstehen.

. DerPestcr Lloyd" meldet, daß die administraiiven Behörden Mit deni Recht ausgestattet iverden sollen, wenn nötig, auch Re­quisit i o ne nvorzunchmen, um die vorhandenen Getreidemen­gen aus den Speichern der Produzenten dem, Konsum zuzuführen.

Dic Neubildung des italienischen Kabinetts.

Rom , 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) Die Audienz des Ministerpräsidenten Salandra dauerte von 7 bis 7 1 /» Uhr abends.Ewrnale d'Jtalia" sagt: Gemäß den übereinstimmenden Ratw,lagen der vom Könige befragten Politiker hat der König Salandra mit der Bildung des Kabinetts beauftragt. Die Krise werde schnell überwunden sein. Nack, derTribuna" iverden Son- nino und Carcano in das Kabinett cinttrten.

Trcibundfrcun bliche Kundgebungen in Rom.

Rom, 3. Nov. Gestern fand unter dem Vorsitz des Se­nators G r a s s y eine DersammlungzumSchutzeder nationalen Interessen Italiens statt, beitvelcher Grassy und Graf Lucidi begeistert« Reden zum Lobe Deutsch­lands hielte». Grassy äußerte im Bilde eines Traumes die ungeheuren Vorteile, welche Italien erwachsen wären, wenn es sich in de» ersten Augusttagen den Verbündeten anqe-. schlossen hatte. Beide Redner vernrteil-ten scharf die Agita­tion gegen Deutschland und Oestcrrcick>-Uilgarii. Der Ver­sammlung wohnten hervorragende Mitglieder des Seiurbs und der Deputiertenkammer bei.

Ans Bulgarien.

Sofia, 3. Nov. (WTB. Nichtamtlich.) In der Sv braus e tichtete der Führer der Sozialisten an den Ministerpräsidenten .Radoslawow eine Anfrage über die Allgemeine Politik der .Regierung im Zusammenhang mit dem europäischen Kriege. Der .Ministerpräsident ersuchte, die Antwott einige Tag« ver­schieben zu dürfen. Das Haus ftimnite dem Ersuäzen zu.

Rußland und Persien.

(WTB.) Tientsin, 3. Nov. (Nichtamtlich.) DemLeidiger Tageblatt" wird aus Kopenhagen mttgeteilt: Nach einer Meldung derBerlingske Tideudg" auS Petersburg hat der persisclw Gesandte dem russischen Gesandten die Forderung aus sofortige Abberufung der russischen Truppen aus denr persischen Gebiet überreicht.

Englische Meldungen über den Ausstand in Südafrika.«

Kapstadt, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich. Reuter­meldung. ) Oberst Alberts hat die A n f st ä n d i s ch e n km Distrikt Lichtenburg geschlagen.

Kapstadt, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich. Meldung des Mcnterschen Bureaus.) Bon den durch Oberst Alberts im Distrikt Lichtenburg geschlagenen A n f st ä n d i s ch e n wurden 13 getötet, 30 verwundet und 240 gefangen.

Pretoria, 2. Nov. (Meldung des Renierschen Bur.) Oberst Gilliers meldet aus Ken H ardt, daß zwei Füh­rer der Aufständischen, Major Ben Eoetzcs und Kapitän de Bikliers, gefangen genommen wurden.

Aus Amsterdam wird berichtet: Handelsfirmen in Amsterdam und Rotterdam haben aus London vertrauliche Benachrichtigungen erhalten, wonach die Zahl der aufstän­dischen Buren bereits über zehntausend gestie- c »i sein soll. Sie sind sämtlich gut bewaffnet und auch im esitze von Schiiellfeuergeschlitzen und Maschinengewehren. Gewissen Nachrichten znsolge soll sich die gesamte Orcmje- slußkolonie in Aufruhr befinden. Tie Engländer versagen m der Kaplolonie etwa über 80000 Mann, deren Zahl bei einem Umsichgreifen des Ansstaitdes bei weitem nicht zu seiner Unterdrückung ausreichen würde. Das englische Kriegsmaterial in der Kapkolonie soll unzureichend sein.

(WTB.) Lonhon, 3. Nov. (Nichtamtlich.) Tie ,,Mor- niug Post" meldet aus Kapstadt: Tie Gefahrenzone ist im nördliche» Teil des Oraujefrcistaates, wo De Wet im Felde steht. Er zwang tatsächlich Engländer da­zu, sich seinem K o in m a n d o a n z i> s ch l i e ß e n. Da die Eisenbahnen bekannt gaben, das; sie die Güterbeförde­rung nach dem Rand nur auf Gefahr des Absenders aus- sührten, beschloß das Schatzamt infolge von Vorstellungen der handelsiammcr in Johannesburg, die Bahnen gegen das Risiko der Gefahr durch die Ausstandischen zu entschädi­gen. hierdurch wurden die normalen Raten wieder her- gestellt.

Aus den englische»Gcsangcnen-Lagern".

Berlin, 3. Nov. Ein aus dem englischen Konzentra­tionslager in Farnley entkommener Deutscher berichtet, daß in oen Gefangenenlagern während einer Woche 17 beut» sche Zivilpersonen gestorben seien. In der ersten Zeit mußten die Jnteritierten auf dem nackten Grasboden schlafen.

Deutsche Unterseeboote in der Straße von Dover.

London, 3. Nov. (W.B. Nichtamtlich.) DicTimes" schreibt: Die bezeichnendste Exstsode a,u§ den Nachrichten des Wochen­endes ist, daß der KreuzerHermes" am Samstag von einem deutschen Unlersecbool in der Straße von Dover torpediert worden ist. Dieses ist an sich keine sehr ernste Sache, aber es ist ein ge­wisser Verlust und es ist besser, ihn zuzugeben. Ts ist bemerkens­wert, daß derHermes" wie schon derhawkc" während der Fahrt torpediert wurde. Bon Ivirklicher Bedeutung ist, daß sich deutsche Unterseeboote in der Straße von Dover befinden, daß d>rs Minen seid ihr Gehen und .Kommen nicht hindert, und das; wir mit if/rer fortgesetzten Anwesenheit in der Meerenge rechnen, müssen. Die tciitblidjeit Unterseeboote erscheinen jetzt an neuen Orten, sie sind mit großem Geschick und Mut geführt. Der Feind hat durch Unterseeboote und Minen in gewissem Maße, obwohl nicht in vitalem Umsange, die sicheren Bedingungen ver­ringert, die wir zur See zu erhalten streben. Unsere Strategie zwingt uns, Schiffe aus der See zu behalten, wo sie sich in größerer Gefahr befinden, als man wohl anzimrhmen pflegt.

Der Marinemitarbeiter derMorning Post' schreibt: Es entsvricht Deutschlands Interesse, olle Meere nwalirbst unsicher zu machen, unser Interesse ist. sic offen zu halten. Deutschland ist imstande, der englischen Flotte dadurch eine endlose Menge von Mühe und Arbeit zu machen, während cs die eigenen Schiffe rvhig im Lasen liegen läßt. Das Minenlegen, das anfangs vom Publikum nur als Unstlg betrachtet wurde, entwickelt sich zu einer regelmäßigen Methode des Seekrieges.

Ein Bild ans Fapa».

Berlin, 3. Nov. In einem derVoss. Ztg." zur Ver­fügung gestellten Brief eines in Japan lebenden Deutschen vom 28. August heißt cs: hier in Japan macht sich der Unmut gegen den Krieg allgemein Luft. Die Mehr­zahl der Landarmee kämpft ungern gegen ihre deutschen Lehrmeister, und unter den deutschen Reservisten in Tsingtau befinden sich Hunderte von Japanern. Den Japanern fehlen die deutschen Ratgeber. Tie Handelskammern schimpscn, die Gelehrten schütteln die Köpfe, die Krankenhäuser sind in Rot. Es gibt kein Glyzerin, Karbolsäure und keine Seife mehr im Lande, das Petroleum wird knapp. Ans dem See erklingen deutsche Begleitlieder, von den Japa- nern mit mehr oder weniger Geschicklichkeit mitgesungcn. Kam ich ldja vor drei Tagen Mit meinem Segelbötchen mits vier Kindern zu einem Fischerhans am Ende des Sees ge- sahren. Das Haus war voller Studenten. Bald nachdem sie unsere Sprache verstanden hatten, sang alles, tovhl 20 Mann, mit unsDie Wacht am Rhein" undDeutschland, Deutsch­land über alles". Der Unterrichtsminister hat an die deutschen Lehrer und Ratgeber eine Kundgebung erlassen, in der er sie bittet, dem Land lveiter zu dienen,es solle ihnen nichts geschehen". Die wirklich Gebildeten stehen sämtlich mit ihren Sympathien auf Deutschlands Seite, schütteln die Köpfe, ohne es aber doch hinderrr zu können, daß ihr jetziger Ministerpräsident Graf Okulna, der un­wissende Greis, sein Land ins Unglück stürzt.

Englands Verhalte» gegenüber deutschen und

österreichischenGefangenen".

Der hier in Gießen lebende Herr Arch. R. Cusden veröffentlicht folgendeit Aufruf:

Alle britischen Untertanen, die mit dem folgenden P r o t e st übereinstimmen, werden ersucht, durch Postkarte oder Telegramm ihre Billigung an Mr. Arch R. Cusden, Gießen (OberHessen , Jobannesstr. 11, 8, kund zu tun, der darauf eine vollständige Liste der Namen der Protestierenden an die ameri­kanische Gesandtschaft schicken wird mit der Bitte, sie der Königlich Britischen Negierung vorzulegen.

An die Regierung Seiner Britischen Majestät!

Nachrichten aus zuverlässigen Ouelieu sind uns zugekommen, daß dic Brittsche Regierung angeiangen Hat, deutsche und österreichisch-ungarische Zivilisten, die sich augen­blicklich in England befinden, in Konzentrationslagern einzu- sverren, und daß die allgemeine Behandlung dieser Zivilisten, die jetzt als Gefangene gehalten werden, eines zivilisicr- tenLandeSunwürdigist.

Andererseits iverden wir in Deutschland ansässigen bri­tischen Untettanen, mit sehr wenigen Ausnahmen, vom Pu­blikum »ist» von den Behörden mit aller Höflichkeit und Rücksicht behandelt, und genießen wir eine verhälmismäßig große Frei­heit.

Wir fühlen uns deshalb genötigt, gegen diese Handlung Eng­lands energisch zu protestieren, und fordern Seiner Majestät Rc- giernng auf, gegen dic deutschen und österreichisch-ungarischen Untettanen fair zu sein, und ihnen dieselben Rechte und den Schutz zu gcioährcu, wie bttttsche Untettanen sie in Deutschland jetzt erhalten."

Aus Stadt und Land.

Gießen, 4. November 1914.

** Hauptmann Poly gefallen. Neben so vielem

anderen schmerzlichen Verlust beklagt das Infanterie-Regi­ment Nr. 116 nun auch den Tob des Führers seiner Maschi­nengewehrkompagnie, Hauptmanns Poly. Am 2. November starb er in Frankreich den Soldatentod. Dic Teilnahme am Geschick des Tapferen wird weit über die Kreise seiner Kame­raden hinausgehen, da der Name des Toten nicht irur durch dessen sympathische Persönlichkeit in ganz Gießen bekannt und beliebt war, sondern da man auch in den letzten Wochen, wenn man vom Regiment 116 sprach, kaum je deS Haupli mauns Poly vergaß, den Kaiser und Landesherr mit dem Eisernen Kreuz m: ft c r und zweiter Klasse und der hessischen TapserkcitsMedaille ausgezeichnet hat­ten. Manclw Erzählung von ihm machte in der Stadt die Runde: Wie er nicht einmal, sondern oft selbst das Maschi­nengewehr bediente, wie er Verivundetc aus der Linie ge tragen nsw. Liegt es auch in der Natur der Dinge, daß davon kein Aufhebens gemacht wurde, so erhellt doch daraus, wie die Gedanken seiner Soldaten, die verwundet in der Heimat weil­ten, um den tafferen Führer tätig waren: Der sprechendste Beweis dafür, daß ein echtes Kamcradschaftsverhältnis zwi­schen Vorgesetztem und Untergebenen herrschte, das nur zu- tande kommt, wenn der Führer ist, wie er sein soll. Regiment und Bürgerschaft werden den heldenmütigen Offizier nick» vergessen, wenn einst die Verdienste des Regiments Kaiser Wilhelm im Kriege von 1914 gewürdigt werden.

Aus dem Leben des GefaUeneil erfahren wir folgende Daten: hauplmann Karl Poly >var geboren im Jahre 1873 zu Lübben bei Frankfurt a. d. Oder als Sohn des Oberst­leutnants Ludwig Poly. Er besuchte das Gymnasium in Gnesen, die Kadettcnschnle in Kulm und trat dann in dic Kadettenanstalt Groß-Lichterscldc ein. Am 22. März 1893 kam er als Leutnant ins Infanterie-Regiment 116 n a ch Gießen. Genau vier Jahre später wurde er als Er­zieher an die Kadettenanstalt in Vensberg und gleichzeitig zum Infanterieregiment 168 versetzt. Am l. 4.1898 kam er in seine erste Garnison zurück, wurde am 22. März 1902 zum Oberleutnant befördert, sodann vorübergehend zur .Kriegs­akademie und zur Dienstleistung beim Eisenbahn-Regiment Nr. 2 kommandiert und erhielt 1905 ein Kommando zum Großen Generalstab. Am 1. Avril kam er wieder nach Gießen und wurde am 10. September 1908 zuin überzähligen haupt- mann und am 27. Januar 190!) zum hauptmann und Kom- pagnicchcf befördert. Anl 1. Oktober 1913 wurde er dann mit der Führung der ne »gebildeten Maschine n- gcwehrkompagnic des hiesige» Infanterie-Regiments betraut.

** Auszeichnungen. Ter Großherzvg verlieh die Tapferkeitsmcdaille den Schichtmeistern Ei­chen an er und Kolb im Großh. Gendattneriekorps, kom­mandiert zur Feldgendarmerie des mobilen Generalkom­mandos 18. Armeekorps. Beide haben vvr einiger Zeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. Die Gr o s; he r zog in hat dem Ober-Postschafsner Lorenz Rühl in Alsfeld das Allgemeine Ehrenzeick)en mit der InschriftFür langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Ober-Briefttäger Christtan San« mann aus Pfungstadt das Mgemeine Elpenzeichen mft der InschriftFür langjährigk: treue Dienste" und devr bisherigen Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Stan­desbeamten Willen Schaf er'zu Eberstadt, Kreist Darm- stadt, das Silberne .Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

** Ritter des Eisernen Kreuzes. Vizeseldivchel d. Landw. Dr. Thr o m aus Gießen. Sergt. Ernst Schön- see, Pion.-Regt. 25 (früher Uff j. im Inf.-Regt. 116). Kriegs» freim. Karl Haibach, Res.--Feldart.-Regt. 29, aus Wetzlar. Leutn. d. R. Dr. Messerschmidt, Jnf.-Regt. 110 aus Werdorf. Gefr. Gg. Keiner, Jnf.-Regt. 80, aus Werdors. llsfz. d. R. Ludwig Wart, Jnf.-Regt. 116 in Lauterbach (aus.Gießen). Hauptin. Paul Trap p, Jnf.-Regt. 25. Forst­assessor Zimmer, Lt. d. R., aus Friedberg. Lt. d. R. In­genieur Otto Krüger, Friedbcvg. Lt. Hcinz W. Meyer (Hanau) vom Jnf.-Regt. 116. Obevstabsvetermär Kail Schmidt vom Ulaen--Regt. 6. Dr. med. Ernst Henrich (Hanau), Assistenzarzt d. R. im Res.-Regt. 118. Feldintcrid-- Sekr. Bal. Assian (Hanau) vom Stabe der 22. Jns.-Div. Off.-Stellv. Hans Hauser, Bataillonsschr., Feldwebel Alb. hocke nj ös, Sergt. u,ch Fahnenträger Willy Hendrick, Dizeseldw. Karl M a n ke l, Uffz. d. R. G e r l a ch, Uffz. d R. Sali Löbenstein, Einj.-Ufsz. Wilh. Adam vom Jnf.-Rgt. Nr. 88 in Hanau. Oberstlt. Fürst von Schanmburg- Lippe, Rittmeister v. Ulrich, Rittmeister v. hanen- fe ld (1. u. 2. M), Rittmeister h i mcke, Oberlt. v. haakc, Oberlt. d. R. Lindpeintner, Lelltn. v. Al»enslebcn, Leutn. v. Mosch, Leutn. d. R. Bocken heim er, Lbcr- musikmeister P s a n nens ch m id t, Wachtmeister Trüm­mer, Vizewachtmeister Rudolf, Dizewachtmeifter Fr icke, Trompeter Martin Pfau, sämtlich aus Marburg. Sergt. Lorenz, Sergt. Kellner, Serg-t. Printer, Unteroff. Schweinsberg, Husar Fnhnmann, Husar Meiß­ner, sämtlich vom 14. husarenregiment in Kassel. Erwfti Kn ack s u ß, Leutn. im Großh. Hess. Feldart.-Regt. 61. Vize- seldw. und Off.-Stellv. Wilhelm S ch l ö r b aus Schotten. Off.-Stellv. im Art.-Regt. 61, Dipl.«Ing. Hermann Kurz in Darmstadt. Res.-Uffz. Ernst Sem ml er von Darmstadt. Obermusikm-ister Matlstas Weber vom Feldart.-Regt. 61. Finanzasp. Heinrich Pfeifer aus Alsfeld, Uffz. d. R. im Fuß.art.-Regt. 3. Gg. Schuchardt aus Ällsfeld, Jnf.-Rgt. Nr. 116. Pfarrassistent heinr. Hebbel ans Ortenberg. Jvh. Schlemmer aus Weinheim, Jnf.-Regt. 117. Einj.-Uffz August Brun, Jnf.-Regt. 115, ans Darmstadt. Sergt. Karl Kröning, Jnf.-Regt. 116, aus Bernsburg.

** Ins Fejd rückende Soldaten, über zwei kttegs- starke Kompagnien, niarschietten heute morgen wieder einmal mit klingendem Spiel zum Bahnhof. Es handelte sich zum größten Teil um hier zusammcngczogene Ersatzreservisten, der Reit waren Kriegssteiwillige. Das Sttaßenlcben wird nun für einige Zeit wieder emiges von seinem militärischen Einschlag cinbüßen.

** Dankesgrüße aus dem Reserve-Laza­rett I. Unsere Soldaten können, wofür schon manches Be­weisstück veröffentlicht morden ist, nicht nur schießen und dreinschlagen, sondern viele von ihnen können auch dichten. So haben auch die Verwundeten im Reservelazarett l in der Turnhalle ihren .hauspoeten. Bon diesem geht uns heute der dichterische Ausdruck der dankbaren tzlcsinnung seiner Kame­raden »ich seiner selbst zu, und wir übergeben das hübsche Gedichtchcn im folgenden gern seiner Bestimmung, dem Ab­druck:

hier, wo sonst in ruhigen Zeiten ,

Turner stramm im Gleichschtttt schreiten,

Wohl auch im Hellen Lichterglanz Die Fiedel spielt zu frolzem Tanz,

Da sollen wir jetzt stille liegen,

Genesen von dem blm'gei, Kriegen.

Fragt man: woher? Wir sind fürwahr 'ne bunt zusamm'geworfcile Schar.