Ausgabe 
3.11.1914
 
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Da gibt es Preußen, Hessen, Schwaben,

Auch Bayern, Sachsen sind zu haben:

Und wenn man seine Truppe nennt,

Jst's dies und jenes Regiment

Doch sagt: welch Band hält uns umschlungen?,

Jst's, weil wir mit dem Feind gerungen,

Ta bittrer Laß in uns geloht,

Ter uns gcfilhrt zu Mut und Tod?

Rein hier vereint von Herzenstrieben Ter beste uns: ein edle-s Lieben!

Voran der Aerzte hohe Kunst,

Tann edler Helferinnen Gunst,

Tie mit flinken, zarten Händen

Uns selbstlos, rastlos Beistand spenden,

Und Gießens Bürger allezeit Zu Liebesgaben gern bereit

All dieses Lieben, ohne Schranken Entflammt in uns ein heißes Tanken!

Für all die Liebe, die man bot,

Ihr Guten: einvcrgelts Euch Gott!"

** Aus dem Bureau des Stadttheaters schreibt man uns: Erfreulickscrweise werden noch weite re Abonnements angemeldet, und eS sei darum daraus hin- ^ewiescn, daß auch noch später cintretende Abonnenten .einen Schaden erleiden, da sie für etwa erledigte Vorstel­lungen Gutscheine erhal ton.

** Universitätsbibliothek. Wie an? dem Anzeigen- :eil der gestrigen Run,,»er ersichtlich. sind alle von Nicht-Dozenten r»? der Universitätsbibliothek entliehenen Bücher bis fpäteften« 15. November znr Musterung v o r z u l e g e ».

Landkreis Gießen.

X Treis a. L., 1. Nov. Der von Tr. Ku n z - Allendorf in den letzten Wochen in Bcnncrs saal dahier abgchaltene Unter­richt in der Krankenpflege war von Ist Frauen und Mädchen und einem Mann besucht. Ter Kursus wurde mit »in« Prüfung geschlossen, wobei dem Leiter der herzliche Dank der Teil­nehmer für seine selbstlosen Bemühungen ausgesprochen wurde.

Aus unserer Gemeinde sind schon 4 Krieger gesellen: ein aktiver Soldat des N6. Regiments, Philipp Leinweber, 2 Reserristen. Wilhelm Grau und Unteroffizier H. Klein und l Landwehr - mann, Philipp A m e n d. An der militärischen Aus­bildung der Jugend beteiligen sich hier zwischen 50 bis ;<0 Burschen Die Hebungen finden unter Leitung von vier srühwew Soldaten allsonntäglich nachmittags ran 2 Uh- -in statt.

B. Treis g. Ldr.. 3. Nov. Aus dem zu Aniang des Krieges gesunkenen SchissAriadne" liesand sich auch der Re» >«mst Ober Heizer Fr. R. von liier. Er schreibt über «ne Erlebnisse beim Untergang de? Schisses:Ms es hieß: Rette sich, wer kann, find ich alle Luken verschlossen, denn rar alles krumm und schief gebogen und keine Türe ging mehr ins. Ta kam mir der Gedanke, durch ein Loch zu schlüp'en. durch welches eine Geschützkugel reiä ageu war, die aber nicht krepiert rar. Kaum gedack-t, war ich auch schon durch und bcsaud mich :m Wasser. M-r folgten noch 12 Kameraden, auch ein Maschinist rollte hindurchkricaen. « war aber zu dick und blieb stecken. Was das für ein Anblick war, kannst du dir denken. Er schrie rach seinen Kindern, wir konnten ihm aber nicht Helsen. Wir 'chtrvmmen eine Viertelstunde im englischen Feuer, da legte sich ms Schiss aus die Seite und sank sofort. schwamm dann auf einen Rettungtgürtel -u, wan ihn mir über den. Kops und 'annte mich so länae: über Wasser halten, bis ich von dem Torpedoboot 132 ausgenommen vairde. das uns nack- .Helgoland irackite. Ten andern Tag kam ich wieder nach Wilhelmshaven,

00 ich nreinc Kleider, die im Wasser geblieben waren, wieder «setzt bekam. Gott war mein Besebützer, hätte er die Hand nicht tber nrich gehalten, so läge ich wohl jetzt schon ans dem Meeres- rrimd, wie so mancher meiner Kameraden. .." Der folgende kwies teilte mit, daß auch der unglückliche Maschinist sich noch >abe retten können.

Kreis Schotten.

Ost Groß-Eichen, 2. Nov. Auch in unserer Gemeinde hat ne F ü rsorge für die Kriegsnot eingesetzt. Bisher wurde oiaendes gesammelt bezw. gearbeitet: 101 Hemden. 38 Leibbinden. '27 Paar Strümpfe, 40 Unterhosen, 24 Taschentücher, 45 Paar kulswärm«. l.54 Paar Fußlappen. 82 Bettücher, 92 Handtücher, >7 Spreukissen, ll Kovsbezüge, 18 Armbinden, 7 Unterbemden.

1 74 Berbandsbinden, 2 Bettbezüge Eine Sendung ging an die Havvtsammelstelle nach Darmstadt, das übrige an das Rote Kreuz n Gießen. Eine Sammlung von Gemllle. Obst. Kraut und Kar- osseln ergab 115 Zentner, außerdem wurden 43 P'nnd Wurst und Sverl. 1956 Eier und einige Pfund gedörrte Zwetschen gesammelt. Für die kriegsuctleidmoen Ostvrcußen ergab die Gckdlamwlnng

10 Mk, außerdem konnten 5 Kisten mit Kleidungsstücken, Bctt- cedeckeu uss. an die Sammelstelle in Berlin abgesandt werden. An Geld gingen bisher ein durch Haussgmmlunq und aottesdicnst- iche Opfer sowie Beiträge der Vereine 1112 Mk. Eine weitere Sammlung soll demnächst in den Häusern stattstnden Die Ge- neindechat alle im Felde sehenden Angehörigen in die Krieg s- rersicherung eingekaust. Dieser Tage giva an alle im Felde stehenden Kemeindeglieder eine Liebetzgabenlendung. beredend ans varminn Unterzeug, Hemden, Unterhosen. Leibbinden, Strümv'en, Ebokolabe und Zigarre" ab, wozu Vereine und Gemeindeglieder leigesteuert hatten, auscrdem wird sleißig Ebarpie gezupft.

Q Ö e r eb e n h a i n, 1. Nov. Tie Tounerstaa, 29. Oktober, «ransialtete L i e b e? a a b e n s a ni m l » n a i n kt a r t o > s e l » rggh aus den drei Kirchivieisgenieinden ein 6!elan>lgewicht von >7 Zentner» und 80 Binnd Davon entnelen onf Herckenboin >7.60 Zir», aick Eortmannshain 33,20 Zte. und aus Sicheillianleii 7 Zentner Tie Kartoffeln sind für unsere ostprenhi'chen Land?- e»te beslinimt worden.

Kreis Lauterbach.

Ir. W a l l e » r o d , 3. Nov. Ruch in unsere», Torte ist man »I Begriffe, eine Jlläendwehr zu gründen. Es haben sich ereil? iast alte Zungen im Aller von 1820 Zähre» von hier md der Nachbarqemeinde Reuter? zu diesem Zwecke gemeldet konnerSlgg a''end findet unter Leitung der Herren Lehrer Loch >»d S ch NI a l z n»d de? Herrn Beigeordnete» K a i o v Ziisirnkiions- lunde stall. Tie Leilimg in, Felddienst haben die Herren Ehr. k r a s t und Briefträger M ü Iler übernommen.

Starkenbnrg und Mcinkicsstn.

X D a r m st a d t, 4. Nov Der breisackic Raubmörder Fl ö r s ch, >er im Frühjahr in Hochheim bet Worms den Bäckermeister Back, wssen Ehefrau und Tochter ermordete und vom Schwurgericht weimal zum Tode verurteilt morden war, wurde heute vprmittag m Hofe des Provinzialarresthauscs h i n g e r i ch t c t.

Kreis Wetzlar.

<:) Waldgirmes, 3. Nov, Ter Krieg hat bis jetzt schon Opier a»? der Gemeinde gclordert.

A tz bach, 3. Nov. Zusgesamt 09 wehrfähige

11 ä » n e r sind ans unserem Dock« zur Fahne einberuien vorden.

Hessen-Nassau, ss M a r b u r g , 3. Nov. Tic Bäckcrinnnng hat abermals ine Brotpreis-Erhöhung eintreten lassen. Es kostet der Nerpfünd« I. Sorte 64 Psg. und 2. Sorte 60 Psg. Im Alter wn 8l Jahren starb hier das eh-malige langjährige Magistrrts- nitglicd, der srüberc Brauerelbesitzer Missomelius.

m. Kirchhain, 2. Nov. Vergangene Nacht gegen 1 Uhr wurden die Bewohner unserer Stadt durch das Feuersignal rus dem Schlafe g-nchreckt. Im benachbarten Dor'e Langenstein war n dem Stalsgebäudc des Landwirts H. Klingelhöfer Feuer aus- lebrocheu, das in den ausgestavelten Futleniorräten reiche Nahrung and, sich mit unheimlicher Schnelligkeit ansbreitete und bei dem ckemlich hestigen Ostwinde die dicht aneinander stehendemNachbar- tebaude, namentlich den Schulhof, stark bedrohte. Dem tatkräftigen ind besonnenen Eingreifen der Feuerwehr gelang cs. die sämtlichen Lserde und das Rindvieh aus dem brennenden Gebäude zu retten inb den Brand aus seinen Herd zu beschränken. Der durch ver- icherung gedeckte Schaden ist erheblich. Tic Entstchiinasursachc des Feuers ist unbekannt. Bein, hiesigen Landratsamt sind nach der etzten Quittung für das Rote Kreuz eingegangen von Schisfcl-

bach 75 Mk., Gemeinde Erksdorf 2600 Mk., Momberg 3230 Mk., Mardorf 761 Mk. Der letzte Betrag wurde dem Frauenverein zur Anschauung von Dollsachen für das 11. Armeekorps überwiesen.

m. Neustadt, 3. Nov. Nach heute hier eingetrossener amt­licher Mitteilung ist der Schreiner Joses G n au Vvn hier aus dem Felde der Ehre gefallen, Unteroffizier Christian Kuhn gilt als schwer»-r»»»det. Oermißt sind gemeldet Moritz Braun, Kandidat des hiheren Lehramts, Heinrich Mann, Gärtner, und Heinrich F r » u f, Schornsternseger. sämtlich von hier. Das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhielt Wachtmeister Bernhard R a m b ans dem aahr»- Momberg. Als erster aus der' Gemeinde Mom­berg starb den Tod fürs Vaterland der Jäger Eugen Groß, Sohn des bärtigen Gemrindesörstrrs.^ Aus der Gemeinde Wah­len sind schon 6 Soldaten den Tod für? Vaterland gestorben..

m. iikeilburg, 3. Nov. Die Stadtverordneten haben die Erhebung einer Kriegs st euer in Höbe ovn 25 Prozent der Staalseinkvmmenstcurr bejHlossen. Svdann werden sämtliche Krie­ger >etwa 170) bei der Nass. Kriegsversicherung mil je einem An­teilschein versichert.

h. Frankfurt a. M.. 3. Nov. Unter den unzähligen Liebesgeben, die vor etlichen Wochen aus Frankfurt unseren tavieren Kriegern zugesanbt wurden, befand sich auch ein Paar selbstgestrickter S t r ü m v i c. das eine junge Kricgcrssrau zur Ver­fügung gestellt hatte. Die Spenderin hatte an die Strümpfe ein Zettelchen mit ihrem Namen gehängt. Tic Sachen kamen an und wurden wahllos in den Schützengraben vor Frcsnoy verteilt. Auch ein Frankfurter Soldat war so glücklich, ein Paar Strümpfe zu ergattern. Wer aber beschreibt sein Erstaunen, als er in den Strümpien den Namen seiner Frau entdeckt.

b. üranktnet a. Bl,, 3. Nov. Tie mit einem Kosten­aufwand« van dlbl 000 Mk. erbaute Kgl. M a I ch i n e II b a » - schule wurde heute in Gegenwart zahlreicher Verlreter der Dc- hörden der B e n u tz u n g übergeben. Tein Ernst der Zeit enlipieckiend halte man von einer Feier nhgesohen. Tie rännilich und leehntich mnsterglntig eingerichtete Anstalt bietet Raum für ISO Schüler.

+ t) Orb, 3. Nov. klick dem neuen Trupveii- ü b n I, q r v l a tz e im Sveff.irt soll ein großes <8 e l a II g e II e nd l a a e r eingerichlei werde». Tic ersten Arbeiten hierfür fin- bereik? verleben. Tie Geianaenen solle» mit Abbolzimgen, 2li,S- roben der Vanmstümvle und Wurzeln in den bereit? abneholzlen Waldmigen beschästigt werden. Tie Zahl Ver in Bad Orb unteraebrachten B e r w n n d e 1 1 ii ist inlolge der rasch vor sich »ebenden tbenesniig Itark zurückgeganaen. Zurzeit sind die Reserve- Lazarette und Logterhäu'er kaum noch zur pälste belegt.

Japans ValikbLtteit.

Eine Erinnerung.

Heute, >vo die Japaner mit schnödem Undank lohnen, was sie Deulschland zu danken haben, mag eine Erinnerung am Platze sein, die sich mir in diesen Tagen immer wieder ausdränzt. Es war bei Gelegenheit meiner Weltreise im Jahre 1898. Ich hatte nach Japan gute Empfehlungen, be­sonders auch an hohe Osfizicrc erhalten, unter anderem auch an den danialigen KriegSminifter, späteren Ministervrasi-- dcnlen Kalsura. Ich machte ihm gleich in den ersten Tagen meiner Anwesenheit in Japan einen Besuch, und wir unter­hielten uns wobl eine Stunde lang sehr angeregt, namentlich über militstrilche Fragen, und zwar wurden die dcntsehen soivohl wie die japanischen Verhältnisse besprochen. Der Mi­nister hatte viele Jahre in Deutschland zugebracht und war einmal der deutschen Sprache vollkbmmen mächtig, hatte an­dererseits auch die ihn interefftcrenbcn militärischen Ver­hältnisse aus eigener Anschauung kennen gelernt. Er gab un­umwunden seiner Bewunderung über das deutsche Heer und die deutschen Heereseinrichtungen Ausdruck, und da diese Be- wunderustg durchaus ehrlich gemeint war, so sprachen wir über mancherlei Dinge, die sonst nicht den Gegenstand einer mehr oder weniger konventionellen Unterhaltung in einem fremden Lande zu bisocn pflegen. Er war sichtlich erfreut, wieder einmal etwas aus seinem früheren, bei ihm noch in bester Erinnerung stehendcll Wirkungskreise zu hören, und ich konnte ihm manche Ergänzung geben. So zog sich unser Gespräch immer mehr in die Länge. Zum Schluß ergriff er mich am Arni, führte mich an das offene Fenster, und indem er mit der Hand aus den freien Platz hinwics, der sich vor dem Kriegsministerium in Tokio ausdehnlc, fragte er mich ernsten Blrckes:Wein glaubrit Sic wohl, müßte dieser Platz gehören?" Ich konnte ihm natürlich keine Antwort hierauf geben. Mit strahlenden Augen gab er sie selbst:Dieser Platz gebührt allein dem Standbild Meckels! Diesem preußischen General verdankt die javanische Armee und damit Japan selbst alles, was cs bis heute geworden ist und noch weitdr sein wird!" Eingehend erläuterte er mir dann, wie das, was Meckel geschaffen habe, die kssrundlage des japanischen Heer­wesens gewesen sei und bleiben werde.Kein Denkmal ist groß genug, daß Japan diesem Manne setzen müßte!"

Beim Abschied lud mich der Minister noch zur Teil­nahme an einem Manöver ein und gab mir einen Adjutanten mit, der mich bei dieser Gelegenheit noch weiter, soweit das überhallpi angängig war, in die japanische Heeresorganisa-- ti»n einweihte.

An den Mann, der damals solche Worte zu mir sprach und sich mil dem größten Teil der aus diesem Gebiete füh­renden Männer Japans in Uebereinstimmung befand, muß ich heute immer und immer wieder denken. Keiner von uns hätte es dewals für möglich gehalten, daß die Nachfolger sich dazu hcrbeilassen könnten, gegen diejenigen einen so nichtswürdigen Feldzug zu erössnen, denen sie nicht zum wenigsten dce Größe ihres Vaterlandes verdanken. Ohne die Spur einer äußeren Veranlassung, geschweige denn innerer Berechtigung, fallen sie über unser schönes Kiautschan her. Ausgestachelt von englischem Neid und Haß, schänden sie sich selbst durch einen Undank ohne gleichen. Wenn cs ihrer gewal­tigen Uebermacht auch bis jetzt noch nicht gelungen ist, die kleine, tapfere Schar zu bezwingen, die auf verlorenem Posten für die deutsche Ehre sicht, so müssen wir doch darauf gefaßt sein, daß es schließlich dahin kommen wird. Aber ich beneide die Sieger in diesem Falle nicht um den Moment, wo sic an­gesichts der überwundenen Helden in veinvoller Scham die Augen Niederschlagen müssen. Georg Schweitzer.

Leipzig. 2. Nev. cW. T. Nicbtamlücb.) Ter vereinigte ziveite und bit te Tiraiienat be? R e i eb ? g e r l ch t s verbände!! am b Nove aber gegen den Kgi,>ninnn Georg £ ii cf, geboren am 9. Mai 1882 zu Nancy, zuletzt in Saarbrücken wobnhalt, der des Berbreehen? aegen § 8g de? Strasqeietzbnckie? angeklagt ist. Ter Paragrayb bedrsht mit Znck.tdau? dis zu drei Zähren jede andere al? in den Baraqravhen 80 MS 85 de? Strakgeletzbuch? erwähnte, em hochverräterischer Uiiteriiebmen vorbereitend« Handlung.

Tie Ei ii iv a ii d e > u ng in Kanada. Kanada, da? jetzt in dem euro äischen Kriea auch eine kleine Rolle spielen will, indem es England seine Hsllstruvven schickt, hatte bei der Volk?- zäbtimg von 1811 erst eine Bevölkerung von weniger als 3'/, Atil- lwnen Häufen. Schon im Beginn »nsere? Jahrlmnderl? war diese Zabl aber auf 5 370 000 gestiegen. Drei Fünftel aller 'Ein­wohner Kanada?, d. b. etwa? über .3 Millionen, waren Eng­länder, wobei die ekcholien und Irländer mit einbegriffen waren.

n dem Jabr^ebnt von 1101 1911 kamen 502 000 Einwanderer ans dem Bereinigten Königreich hinzu, die etwa 60 Proz. der ge­samten Ein Wanderung darstellten. Die fremde Einwanderung hat

sich in der Zeit vonl67l-I9ll nahezu verdoppelt. Die Franzosen stellten darunter fast 1850 000, die Deutsche u etwa 310000, di» Holländer säst 34 000, die Skandinavier 31 000, die Russen 28 000, die Oeslerreicher 18 000 und die Italiener 11000.

Märkte.

FC. Wiesbaden. Dlshhof-Marktberich! vom 2. Nov. Auftrieb: Rinder 7 - Deisten 27, Bullen 10» Kühe und Färsen 42z,

Kälber 6', Schate 42, Schweine 392.

Marktverlaus: Ruhig, bet Großvieh etwa? Ueberstand.

Preise für 100 Pf!». Lebend- Schlacht- C * i s». gewicht

Zunge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere Mk. Mk.

ausgemästele....... 4953 9198

Mäßig genährte junge und gut ge-

genährte ältere...........4448 8287

Dul 1 e \

Aollfleischlge, enisqew, höchsten Schlachtw. . . 4743 8086

Vvllfleischige, jünger«..........40-44 70-79

Färsen. 5kii h e.

Tollfleischiqe ausgemästete Färsen höchsten

Schlachtwert«? . . - ...» . . - 4853 8696

Bollfleischige ausgemäflet; Küh« höchsten

Schlachtwerle? bi? zu 7 Jahren ..... 3846 7287

Wenig gut entwickelte Färse" 4346 7836

Steilere au?gemästete Kühe und wenig gut ent- ivickelie jünoere ............. 3237 6473

Feinste Maflkälber. V" . ...... . . 60-00 100-00

Mittlers Mast- und beste Saugkälber . . . 5862 97103

Geringere Mast» und gute Saugkälber . - . 5057 8595

Schaf».

Meidemastlchafei Mastlämmer und Masthammel.... 38,0041.00 8136

Schweine.

Lollfleischtge Schweine von 80100 ks Lebend­gewicht . ............. 58 58'/, 74-75

Bollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht 56-57 72-73

Lollflcisthige Schweine von 100120 k; Lebend­gewicht .............. 59 60 7475

Ftetschwcine über 150 kg Lebendgewicht . . 56-57X 7072

Amtlicher Wetterbericht.

Dessentlichcr Wetterdienst, Gießen. Wctteraussichlen in Hessen am Donnerstag, den 5. Nov. 1914:

Bedeeli, doch meist trocken, östliche Winde, Nebel.

Letzte Nachrichte«.

(WTB.- Großes Hauptguartic r, 4. Nov.. vor­mittags. (Amtlich.) Unsere Angriffe auf Apcrn nördlich Roye und östlich Svisfons schritten langsam, aber erfolgreich vor­wärts.

Südlich Berdnn und in den Vogesen wurden franzö­sische Angriffe abgewiesen.

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz hat sich nichts wc- sentlichcs ereignet.

Die Mnensperre in der Nordsee.

i. Köln, 4. Nov. Tic ,Löln. Ztg." meldet von der hollän­dischen Grenze: DemNieuwe Rotterdamsche Eoirranck' wird aus London berichtet: Tie Schließung der Nordsee durch Minen, wodurch in enter Linie der niederländische Handel getrof­fen wiicki, wird hier als eine Maßnahme dargestellt, zu der die bri­tische Regierung durch die Deutschen gezwungen werde, die ihre Minen willkürlich dahin und dotthin legten. Dre Gefahr des regel­losen Minenlegens ergebe sich u. a. aus der gestern bekauntgegebenen Tatsache, daß der DampferSignora" auf der kurzen Fahrt von Hock van Holland nach der Themsemündung aus nicht weniger als neun treibende Minen gestoßen sei, deren Her­kunst der britischen Admiralität unbekannt gewesen sei. (Daß die britische Admiralität nicht genau weiß, wo sich ihre Minen berumtrciben^ist nichts neues, wohl aber der Versuch, mit diesen Mangel die Sperre der Nordsee in den Augen der neutralen Län­der rechtsertigen zu wollen, die doch nur vvn der Augst vor der deutschen Unterseebooten eingegeben ist. Die Red. d. G.-A-)

Ein Brief aus Portugal.

(WTB.) Wien, 2 . Nov (Nichtamtlich.) DasNeue Wiener Tageblatt" veröffentlicht einen Brief, den der Chef eines hochangesehenen, auch in Deutschland vorzüglich eck- kreditierten p o rtugi e s i schen H an de lshan ses an einen Freund gerichtet hat. Darin heißt es:

Sie kennen die überwiegend friedsertigen TcndNtzen unser« leitenden republikanischen Kreise, Sie wissen, wie dringend imser Land gerade jetzt der Konsolidierung aller wirtschaftlichen Faktoren bedarf, und wie sehr Volk, Handel und Industrie von dev Landbevölkerung ganz zu schweigen jedem politischen Abenteuer abhold sind. ES ist indessen leider nicht vollkommen ausgeschlossen, daß trotz aller unserer Abtvehr und Wneigung England durch seine seit Monaten betriebene Politik unerhörter Einschüch­terungen und Drohungen einzelne, mehr persönlichen Motiven dienende Gruppen von politisäxn Desperados dazu bringt, uns in eine Aktivität h i n e i n z u d r ä n g e n, die seinen und den Interessen der Ententemächte dienen soll. Ich wäre der erste der dies tief beklagen würde und würde mil dieser Gesinnung ganz gewiß nicht allein stehen, denn wir portugiesischen Handelsleute wissen, wie viel wir stets dem vom Geiste ehrlichen Entgegen­kommens getragenen deutschen Kaufmannswescn zu danken haben. Viele der unsrigen, die lange Jahrzehnte unter dem Truck des sich uns gegenüber selbstherrlich und als bevorrechtet ge- bärdendenenglischenHandels gelitten haben, haben ihre Wiedererstarkung dem uns stets freundlich gesonnenen, weit­ausschauenden deutschen Handelsgeist zu verdanken: und die nässen auch, daß wir dies allezeit durch Bekundung warm« sreundsckmstlicher Zugeständnisse belohnt hoben. Fabrikanten und Slcisende aus dem mächtigen Hamburger Jmportgebiet, aus Würt­temberg, aus Barmen-Elberjcld, dem Sachsenlande und nicht zu- letzt die Ihrigen aus dein wclibekannten Gablonzer Produktions- zentrum sind ^uns zumeist Bertraute geworden. Deshalb, ver­ehrter Freund, ivas auch immer kommen möge, seien Sie dessen sicher, daß bei uns in Portugal ernem Deutschen oder Oesterreicher niemals ein Haar gekrümmt oder gar zu völkerrechtswidrig« Seguestration ihr« Güt« und ihr« Betriebe gesckwitten werden würde. Nicht allem die hohe Achtung vor deutscher Kultur und deutscher Gesittung, sondeni auch die Selbstachtung würde uns von einem solchen Beginnen abhalten. 1

verantwortlich fürFeuilleton",Gerichtssaal" u.Vermischtes": I. V.: August G o e tz. _

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