Beziehungen zwischen Rußland Und Bulgürien stünde Unmittelbar bevor. Der russischere sandte in Sofia hübe solgcnde befristete Note überreicht:
1. Die bulgarische Regierung soll sich von nun ab jeder feindseligen divloinatischeu Aktion gegenüber Serbien enthalten. 2. Die bulgarische Regierung hat sich erneut zu verpflichten und Sicherheiten zu geben, daß sic in Zukunft unter keinerlei Formen Banden unterstützt. die Koinitatsckniührer in Makedonien nicht dulden und die Bandenführer ohne Aufschub vor ein Kriegsgericht stellen wird. 3. Bulgarien lägt eine strenge Zensur in Kraft treten gegen die Zeitungen bezüglich der Mtteilung von Nachrichten über Vorfälle, betreffend Rußland und Serbien. 4. Bulgarien fischt sofort jene Minen auf, die den Verkehr nach Varna und Burgas verhindern, ja sogar unmöglich machen. Die bulgarische Regierung ist verpflichtet, die Häsen sofort für den Transitverkehr nach Tedeagatsch und Saloniki zu eröffnen. Falls Bulgarien diese Forderungen, die mit Zeitfrist unterbreitet werden, nicht erfülle, wäre Russland gezwungen, die Beschienung auf Varna-und Burgas zu eröffnen.
In Berliner unterrichteten Kreisen ist von dieser ganzen Angelegenheit nichts bekannt, was die Vermutung bestärkt, daß sic nicht auf Wahrheit beruht.
(WTB.) Sofia, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Ter liberale Politiker Fokin Wladitin schreibt in der „Ccimbana":
Die Liberalen haben nur die Interessen Bulgariens und die Einigung aller Bulgaren- vor Augen. Sie würden selbst mit dem Teuicl ein Bündnis cingehen, um das Ziel zu erreichen, und daher au'ch Nötigenfalls gegen Rußland kämpfen, falls dieses sich der Einigung der Bulgaren widerseyte. Wladikin fährt fort: Rußland hat den Krieg der Balkanstaaten untereinander hervor- gcrufcu. es ist der größte Feind des Slawentums, weil es die Polen geknechtet bat und heute a.-gen Oesterreich kämpft, wo jeder zweite Soldat ein Slawe ist. Rußland handelt als Mörder am Slawentum, als Brudermörder. Die Peter-Paulfestung, Sibirien, Sachalin, und die russischen Spione, sowie die Schwarzen Hundert erfüllen die Südilawcn und die ganze Menschheit mit Entsetzen und Ekel. Das russische Regime und der Brudcrnwrd sind Taten, von denen wir uns mit Wscheu abwenden.
Der österreichische Schlachtcnbericht.
(WTB.) Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 2. November, mittags. Die Käinpfe in Russisch-Polen dauern an. In dm Gefechten ani San hatten die Russen, namentlich- bei Roswadew, schwere Verluste. Wir brachten 400 Gefangene ein und erbeuteten 3 Maschinengewehre. Südlich Starr, Sanibor nahm eine Gc- fechtsgruppe glcichlfalls 400 Russen gefangen. In diesem Raume und nordöstlich Tür io machte unsere Vorrückung- weitere Fortschritte.
Ter stellvertretende Chef des Generalstabs: v. Höfer, Generalmajor.
(WTB.) Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Die Blätter melden: Ein großer Teil der aus Czernowitz abzichendeu Russen marschierte westwärts über Vas linke Ufer des Pruth nach Galizien zu. Bei Zelucze von ocu unsrigen geschlagen, machten die Russen kehrt, um nach Russifch-Bowo- siclica zu gelangen. Da aber unsere Truppen mittlerweile das rechte Ufer des Pruth ostwärts von Czernowitz besetzt hatten, gestaltete sich der Rückzug für die Russen sehr gefahrvoll. Am vorigen Montag verlangte der russische Oberbefehlshaber die Ucbergabe von Czernowitz, erhielt jedoch eine abschlägige Antwort. Infolgedessen entwickelte sich am Dienstag ein heftiges ArtiUcricgefccht. Etwa 50 Schrapnells fielen in den westlichen Stadtteil von Czernowitz, ohne jedoch Schaden anzurichten. Ms etliche hundert Kosaken einen Ausfall aus Zuczka, nördlich von Czernowitz, wagten, richteten unsere Geschütze große Verheerungen unter ihnen au und zwangen den Feind zum sofortigen Rückzuge. Am Mittwoch und Donnerstag ruhte der Kampf, imirde aber am Freitag von neuein aufgenomrncn. Unsere Truppen erhielten Verstärkungen, überschritten den Pruth, trieben die Russen nach Norden zurück und machten viele Gefangene.
Die Käinpfe im Liidostc».
(WTB.) Wien, 2. Nov. (Nichtamtlich.) Amtlich wird vcrlautbart: Unsere Offensive durch die Mäcva schreitet s i eg reich vorwärts. Aus den befestigten Stellungen ver- lriebcn, leistet der Gegner bisher nur wenig Widerstand. Nur an der.Nvrdlisiere von Sabac mußten stark verschanzte Positionen int Sturmangriff genommen lverden. Sabac selbst wurde nachts erstürmt Unsere durch die Wacva vorgerückten Kolonnen haben bereits die Bahnlinie Sabac-Ljasnica überschritten. Die Kavallerie ist am Feinde und machte auch (befangene. Einen schweren Verlust haben unsere'Balkanstreitkräftc zu beklagen. Ter Feld Pilot Oberleutnant San che z ivurde vvi, einem seindlichen Geschoß, welches auch seinen Beobachter verletzte, schwer verwundet. Trotz furchtbarer Schuicrzen vermochte der wackere Pilot mit Ausbietung der letzten Kräfte den Apparat aus den zirka 70 Kilometer entfernten Flugplatz'-zu steuern und glatt zu landen. Cr starb gestern. Vorher hatte er das von Sr. Majestät telegraphisch verliehene Mil itärverdienstkreuz erhalten P o t i o r e k, Feldzeugmeister.
Die Erkrankung des deutsche» GcneralstabschcfS.
Berlin, 3. Nov. Zu der Meldung des „Wolffscheu Bureaus" aus Hoinburg über den Chef des Deutschen G e - neralstabcs bemerkt die „Kreuzzeitung": Es handelt sich um einen R ü ck f a I l d e s L c i d c n s, das den General schon wiederholt zunc Besuche von Karlsbad veraulaßte. Wir wünschen ihm von Herzen eine baldige Genesung, damit er sich von neuem der weltgeschichtlichen Ausgabe zu widmen vermag, vor die ihn sein Kaiser gestellt hat.
Berlin, 2. Nov. WTB. Nichtamtlich.) Der Chef des Gencralftabes des Feldheeres, Generaloberst v. Mol tkc, über dessen Erkrankung kürzlich berichlct worden ist, bedarf zu seiner völligen Wiederherstellung eines Erholungsurlaubs Der Kaiser hat ihm zu diesem Zwecke sein Schloß! i,n Homburg zur Verfügung gestellt. Generaloberst v. Moltke hat sich am 1. November dorthin begeben. Seine Vertretung verbleibt wie bisher in den Händen des Krregs- ministcrs, Generalleutnant v. Fallenhayn.
Tic Vernichtung des ruglischcn Kreuzers „Hermes" amtlich bestätigt.
(WTB.) Berlin. 2. 'Nov. (Amtlich.) Tie nichtamt- ,iche Meldung über die am 31. Oktober erfolgte Vernicletung des englischen Kreuzers „Hermes" duvck, ein deutsches Unter seeboot wird hiermit amtlich bestätigt. Das Unterseeboot ist wohlbehalten zurückgekehrt.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: Bestücke.
tWTB.» Wteu, 2. Nov. (Nichtamtlich., Die Blätter heben tue Bedeutung des Umstandes hervor, daß es den deutschen Unterseebooten gelungen ist, bis in ve„ Aennelkanal oor- -udrtngen und dort ein englisches Schiff zum Sinken zu bringen. Die „Reichspost" sagt: Der Verlust des alten Kreutzers „Hermes" rnag immerhin ohne größere militärische Bedeutung sein, wre das britische Publikum vertröstet wird: Wohl aber ist cs von großer militärischer Bedeutung, daß die gesürcksteten deutschen Umeriec- bootc auch schon den Aennelkanal den Briten sperren und den Truppen- iinü KriegsniaterialtranSport zu unterbindeu drohen. Vielleicht nicht der Verlust des Kreuzers, wohl aber der Schau
platz der Katastrophe dürfte in England die schmerzlichsten Empfindungen auslösen. — Die „Neue Freie Presse" bewirt, daß. dre „Hermes" als Mutlen'chifs für Luftfahrzeuge umgcbaut war. Wenn auch zweifellos der Umbau eines anderen -Schiffes für die Zwecke der Luflschissahrt in absehbarer Zeit beendet sein kann, iu doch in einem Augenblick, wo es sich wegen der Entschcidrmg in Belgien um Tage handeln kann, die Vernichtung d;r „Hermes" von großer Bedeutung.
Ter Wechsel in dev britischen Adniiralität.
London, 1. Nov. (W.B. Nichtamtlich.) „Daily Chronicle" schreibt: Sic, ganze Nation begrüßt die Rückkehr Lord Fishers in die Admiralität. Das Blatt erklärt, cs wolle kein Wort zur Verkleinerung der Admiralität sagen, der das Reich den glatten Verlaut 'der Mobilisicrnng der Flotte verdanke. Aber cs sei Tatsache gewesen, daß das Personal der Admiralität nicht ans besonders hervorragenden Männern bestanden habe. Diese seien durch die starke Persönlichkeit Churchills in den Schatten gestellt und vielleicht niedergehalten ivvrden. Das Kollegium sei für normale Zeit gut genug, aber einer Lage von höchster Dringlichkeit nicht gewachsen gewesen. Wir wünschten, schließt das Blatt, daß diese offenkundige Tatsache früher erkannt ivorden iväre. Wenn Churchill im August Lord Fisher und Sir Arthur Wilson berufen bälte, so Iväre das Opfer Battenbergs im Oktober unnötig gewesen. Tic Deutschen in Amerika.
B e r l i n, 3. Nov. Wie ein ans St. Loüis eingetroffener Brief mitteilt, haben die Dentscheii dort eine Million Dollars sür die deutsche Kriegsfürsorge gesammelt; die Deutschen in New Port und Chikago würden je die doppelte Summe aufbringen.
Aus dem Reiche.
Berlin, 3. Nov. Nach den neuesten Berichten des Kaiserlich Statistischen Amtes über die Arbeitslosigkeit im ersten Kriegsvietteljalfr war Ende Oktober bereits ein Nachlassen der Arbeitslosigkeit eingetreten.
Hannover, 2. Nov. lWTB. Nichtamtlich.) lim der im Bereiche des 10. Armeekorps stärker heroortrelenden Spionage wirksamer cntgegentreten zu können, l>at der stellvertretende Kommandierende General des 10. Armeekorps über den Korpsbezirk den verschärften Kriegszustand verhängt. Um einer Beunruhigung der Bevölkcning durch diese Maßnahme vorzubengen, erklärt der stellvertretende Kommandierende General in der Bekanntmachung ausdrücklich, daß das einwandfreie patriotische Verhalten der Bevölkerung des ganzen Kvrpsbezirks während der Kriegszeit in ferner Weise Anlaß zu der Erklärung des vcrschärsken Kriegszustandes gegeben habe, ebensowenig wie die allgemeine Kriegslage hierzu Anlaß bietet.
Aus Ltcrdt und
Gießen, 3. November 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargcbieten.)
Landwehrm. Valentin Wahl, Jns.-Rgt. 118, aus Worms. — Oss.-Stellv. Lehrer Hcinr. Müller, Jns.-Rgt. 29, aus Burgsolms. — Res. Wilh. Will, Jns.-Rgt. 167, ans Waldgirmes. —- Gesr. Karl Job. Theod. Jacob, Jnf.-Rgt. 88, aus Hanau.
— Lt. und Komp.-Führer Res. Dr. jur. Jul. Brandt, aus Haiger.
— Laudwchrni. Johann Iochum, Jns.-Rgt. 118, aus Worms- Neuhauscn. —• Kanonier Georg Bicking, 25. Res.-Fcld-Art- Rgt., aus Bermersheim. — Res. Karl Rahn, Jns.-Rgt. 116, aus Eichclhain.
** Ritter des Eisernen Kreuzes. Sanitätsfeld- webcl Röscher (früher an der Unteroffizier-Vorschule zu Weilburg). Wehrmann-Gefreiter Hermann Krön er aus Gräveneck, Res.-Inf.-Regt. 81. Hugo Bech t (Sohn des vcrft. Hatlptlchrers Becht von Weilburg). Bergingenieur Karl Z i e l f c l d ans Wetzlar, Lcutn. im Jnf.-Regt. 55. Assessor Hans Kirchholtes aus Wiesbaden, Lentn. im Ulanen- Regt. 14. Forstassessor Wilhelm Göb el ans Laubach, vom Sächs. Schützenregiment 108. Pionier Friedrich Jakob, Pionier-Bat. 20, aus Burgsolms. Major und Dat.-Komm. im Knrh. Jnf.-Regt. 82 G. Schmidt aus Kassel (1. Kl.). Lentn. d. R. Dr. Hans Müller vom Jnf.-Regt. 83. Lentn. d. R. Wilhelm Zahn in der reitenden Mteilung des Feld- Art.-Regt. l l. Lentn. d. R. Oskar Br e t t ha u c r im Feld- Art.-Regt. 11. Kgl. Rechtsanwalt und Notar und Gesr. d. R. Dörr bei der Maschincngcwehrabt. des Marbnrger Jäger- Bats. Bizeivachtmcister Heinrich B r ü ckc l aus Waldhausen. Bizewachlmeister Anlon M n l l a ch aus Limburg beim Oberkommando der 5. Armee. Regierungs-Landmesser.Adolf Bill aus Limburg. Oberlt. und Kompagniefiihrer im Osten, vwfr. Heinrich Fell er ans Limburg beim Jnf.-Regt. 160. Gesr. H o l z b a ch aus Limburg beim Res.-Jnf.-Regt. 87. Dr. F. Witt aus Hadamar, Bat.-Arzt in der 21. Div. Bizefeldw. Theodor Schmitz aus Wetzlar, im Res.-Jnf.-Rcgt. 28. Ed. Weber, Redakteur und Mitinhaber der „Aklg. Ztg." in Kassel. Lcutn. W. Bohne (Hanau) vom Jnf.-Regt. 88. Vizefeldwebel Hch. Wörner (Hanau) vom Jnf.-Regt. 88. Forstassessor Arnold Zimmer vom 8. Rhein. Jäger Bat. ans Fricdbcrg. Karl Hunsingcr, Weißbinder Dickert aus Nidda llffz d. R. Lehrer Rabenau aus Heisters. Bizefeldw. im Jnf.-Regt. 97, Saarburg, Ludwig Jen sch ans Nidda. Sergt. Karl H o f m a n n, Drag.-Regt. 6, aus Steinheim.
** Scheu kungandieUniversitäts -Bibliothek. Namens der Hinterbliebenen des Zahnarztes Dr. G. Koch in Gießen hat dessen Sohn, Smiitätsrat Tr. Ad. Koch in Schömberg bei Wildbad, die sachwissenschastliche Bibliothek seines Vaters (zirka 270 Bände und >500 Hefte) der IIiiiversitäts-Bibliothek überwiesen.
** Rote-Kreuz-Marken. Dem Roten Kreuz sind von einer Druckerei i» dankenswerter Weise Rote- Kren z-Mwrken zur Verfügung gestellt worden, die am Bahnhoi und in der Stadt verkauft werden. An dem Verkauf beteiligen sich auch die hiesigen Kricgervereine. Der Erlös ist ausschließlich zu Veranstaltungen von Weihnachtsfeiern für die in sämtlichen hiesigen Lazaretten untcr-- gebrachten Verwundeten bestimmt. Ein flotter Absatz ist des» halb sehr zu wünschen, und es kann durch Kons von Marken auch in kleinen Beträgen zu diesen, guten Zweck bcigctragen werden.
. ** ©icf.euer Fre ilicht-Büh„ e. Nachdem sozusagen alle Abonnenten auf Rückerstattung des Betrugs sür nicht benutzte Gutscheine (infolge des Kriegsausbruchs konnte die Spielzeit nickst zu Ende geführt werden) verzichtet hatten, verfügte die Waldbühne noch! über 120 Ml. Im Einverständnis mit dem Ehren ausschuß und sicherlich auch mit den Inhabern der Gutscheine ist diese Sumine der hiesigen „Sammlung für die Hinterbliebenen der im Felde gefallenen Krieger" nbenviesen worden. — Das Ergebnis der Tellersammlung von, 27. 9. ist zugunsten der hier untergebrachtcn Perwundclcn verwendet werden. Bl
"Neues Eilzngspaar. Bon, 9. November an werden wieder die Eilzüge 107 Frankfurt—Gießen, hier an 312 Uhr, und igg, Gießen—Frankfurt, hier ab 3ö9 Uhr, gefahren lverden.
** Der n c ue Fa hrpl an. Am 2. November ist, wie schon kurz nritgeteilt, ein neuer Fahrplan zur Ernssthrung gelangt, au; Grund dessen die größere Anzahl der siüher im Frieden
gefahrenen Personen- Und Schnellzüge wieder eing«legst wird. Der Fahrvla» liegt in den Stationsbureaus zur ErnsiiH. nähme offen. Der „A intllche Tasche ns ahrplan" wirb in den nächsten Tagen neu erscheinen imd im -Buchhandel und an den Schaltern der Stationen zum Preise von 15 Pfennige für das Stück zum Verkauf gelangen. Er umsaßt die strecken des Direktionsbezirks Franksiirt (Main! einschließlich der Kleinbahnen, die Anschlussitrecken bis Köln, Kassel, Würzburg, Eberbach, Heid«l. borg, Mannheim, Worms. Münster a. «t. 'und enthält diO Frank- furt berührenden Jernverbi'stdungen. — Wir verweisen auch nochmals aul den in vorliegender Nummer enthaltenen Fahrplan.
" Personalnachrichten. Die Großherzogin hat an, 28. Oktober d. IS. die LandgestütSdicner Martin Antz und Adani Brnnncngräbcr auf ihr Nachsiichen in den Ruhestand versetzt, die LandgcstütSbeiknechte Karl Fuhr und Wilhelm Schlag zu Darmstadt zu Landgestntsdicnern ernannt; zum 1. November d. IS. dem Kreisbauinsvektor des Kreises Oppenheim Thilo Rothamel zu Oppenheim den Charakter als Daurat erteilt. — Z» RegierungSbauineistern wurden ernannt die RegierungSbailführer Rudols Schäfer aus Mannheim und Wilhelm Orth ans Worms.
** Stadttheater. Ta die Aufführung vom vergangenen Sonntag sehr starken Anklang gestruden hat, so ivird sie, also Prolog, Wallenstcins Lager und Eisernes Kreuz, am nächsten Sonntag nachmittag bei Dolkspreisen iviedcrholt werden.
** Eine angenehme Ab wechsln» g wurde cun letzten Sonntag den in der Heil- und Pflcgeanstalt untcr- gcdrachte» Verwundeten bereitet. Die Gescrngsabteilnng des E v an gelischen Arbciterverc ins besuchte mit einigen Mitgliedern des Gernhardschen Zither- und M a n d o l i n e n ch o r s die in eincin Bau der Anstalt stationierten Baierlandsvcrteidiger. um dieselben durch Ge- sangsvorträge und musikalische Darbiettingen zu erfreuen. Tie einzelnen Chöre und Musikstücke fanden reichen Beifall. Anschließend hieran wurden auf besonderen Wunsch auch in einer Frauenabtellung der Anstalt mehrere Gesangsvorträge nnd nrnsikalisck)« Darbietungen zu Gehör gebracht, die, so- iocit man feststellen komitc, den mciften der armen Patienten eine besondere Freude bereiteten.
** Eine kleine Feier eigener Art fand am vergangenen Sanistag nachmittag in der hiesigen Turnhalle statt: die Einstihrung der zuletzt geprüften freiwilligen Pflegerinnen von der Abteilung „Turnhalle und Kaufmännisches Vcreinshaus" deS Res.» Lazaretts I in ihr bereits seit Wochen gcübles Samariteramt. Da man gewiß das Interesse eines weiteren Kreises voraussetzen darf, aus Zwcckmäßigkeitsgründen aber von besonderen Einladungen abgesehen werden mußte, dürfte eine kurze Schilderung vielen ioill- kommen sein. In dem hohen weiten Raume, von kundiger Hand an Wänden und Decken mit farbensatlen Fahnen und Äaumgrnn stimmungsvoll und mit Geschick geschmückt, vor den 5 ioeißen von bunten Herbststräußcn aus den Tischchen belebten Bettenreihen der verwundeten alten und blutjungen Verteidiger von Deutschlands Größe, die sich selber so seitlich als möglich gerüstet hatten, war gegen 3 Uhr die kleine Fciergemcindc vmammelt, bestel>end ans den Pflegerinnen, den Aerztcn und dem Personal der Lazarettabteilung, Frau ltzeheimrat Gebhardt, 1. Vorsitzende des Alicesrauen- vereins nir Krankenpflege, dem Reiervelazarettdirektor Herrn Oberstabsarzt Dr. Sieg ert u. e. wenigen Angehörigen der Gnanntcn. Chorgesang des hiesigen Knabenchors unter Leitung des Herrn Hauptlehrers G c r l a ch erössiietc die Feierlichkeit. Der leitende Arzt, Herr Dr. W aslo, würdigte daran! in knapper, warm enip- sundcncr und zu Herzen gehender Rede die Bedeutung der kleinen Feier und die schöne vaterländische Pflicht und Ehre des Amtes, für das die 21 Damen ein Zeugnis und Abzeichen empfangen sollten. Frau Gchcimrat Gebhardt überreichte nach einigen ivei- tcren erläuternden Worten über Zloeck imd Sinn der Sache den srci- ivilligen Kandidatinnen das bekannte weiße Häubchen und die Rotekre uzbrosche, worauf ihnen von Lehr und Prüsungs- arzt Dr. Waslö mit Leitwortcn ans der Bibel und unseren klassischen Dichtern die zur steiwilligen Krankenpflege im Kriege bercchttgenden Zeugnisse misgchändigt wurden. Nach kurzem Dank für Unterweisung und Unterricht von seiten der Damen wandte sich der Lazarcttdirektor in patriotischer Ansprack,e in niar- kigcr und kerniger Art mui besonders an die oerwundclen Pfleglinge. Begeistert stimmten mit ihnen alle Anwesenden in das Fürstenhoch ein. Gemeinsamer Gesang des „Heil dir im Siegerkranz" und ein Ehoral, vom ilnabenchor gesungen, beschlossen den mehr amtlichen Teil der Feier, die noch durch einige Liedervorträgc von Fräulein Iba Stammler angenehm verschönt und fortgesetzt wurde. — Damit die Genüsse nicht allzu cinseittg geistig sslie- ben, stifteten die neuen Pflegerinnen ihren Pslegebcsohlenen ein angemessen festliches Abendessen, das auch sein nicht zu verachtend Teil zur Ssimmungserhöhung beitrug, bis nach dem letzten Lied und Spiel die Lichter pünktlich erloschen und ein Tag zu Ende war, der unseren Verwundeten zumal gewiß stets in steundlicher Erinnerung bleiben wird. — Es soll nicht versäumt werden, allen, die znm guten Gelingen der kleinen Feier Zeit, Kraft und Mittel svcundlich und bereitwillig beigesteuert haben, so u. a. Fräulein Jda Stammler, Herrn Hauptlchrer G e r l a ch, Herrn Klavierlehrer Jül. Hahn, den Herren ^upez-ercr Arnold und Gärtner Schmitz im Namen aller, die teilnahmen, noch herz« lichst zu danken.
** Wechselverkchr und Krieg. Nachdem der Bunde s r a t durch Bekamttmachung vom 22. Oktober die Protestsrist für Wechsel, die in Elsaß-Lothringen, in der Provinz Ostpreußen oder in W c st p r e u ß c n in den Kreisen Mcrrien- birrg, Elbing Stadt und Land, StulM, Marienwerder, Rosenberg, Graudenz Stadt »ich Land, Löbau, Culm, Briesen, Strasburg, Thorn Stadt und Land zahlbar sind, sowie für solche im Stadikreise Danzig zahlbaren gezogenen Wechsel, die als Wohnort des Bezogenen einen Ort anqeben. der in Ostpreußen oder in einem der bezeichneten westpreußischcn üreise liegt, im Anschluß an die in der Bekanntmachung vom 24. September vorgesehene Verlängerung um weitere 30 Tage verlängert hat, ist die Postordnung vom 20. März 1900 entsprechend geändctt worden. Postprotest« auittäge mit Wechseln der bezeichnetci, Art werden daher in Fällen, in denen bei der ersten Vorzeigung die Zahlung nicht ausdrücklich verweigert wird und der Protest auch nicht aus anderen Gründen nach der ersten Vorzeigung oder nach dem ersten Versuche der Vorzeigung zu erheben ist, erst am eiiihundertuudzwanzigsten Tage nach Ablaus der Protestsrist des Att. 41 Abs. 2 der Wechselordnung nochmals zur Zahlung vorgezeigt tverden. Fällt der letzte Tag der Verlängerungssrist aus einen Sonn- oder Feiertag, so erfolgt die zweite Vorzeigung und die Protesterhebung am nächsten Werktage. Ferner hat die Postordnung folgende beachtenswerte Ergänzung erfahren: Solange die Verlängerung der Fristen des
Wechsel- und Scheckrechts besteht, kann die Post damit betraut werden, neben der Wechsclsumme auch die vom Tage der ersten Vorzeigung des Wechsels an fälligen Wcchsclzinsen cinzu- ziehen und im iltichtzahlungssalle deswegen Protest zu erheben. Wird hiervon Gebranch gemacht, io ist in dem Vordruck zum Postprotcstauitrag hinter „Betrag des beigesügtcn Wechsels" einzutragen „nebst Verzugszinsen von 6 v. H. vom Tage der ersten
Vorzeigung, nämlich vom..........ab." Ter
Zeitpunkt, von dem an die Zinsen zu berechnen sind, ist nickst anzu- geben, wenn die Post die erste Vorzeigung des Wechsels bewirkt. Hat der Auftraggeber die Einziehung der Zinsen verlangt, so wird der Wechsel nur gegen Bezahlung der Wechselsumme u n d der Zinsen ausgchäildigt, bei Nichtzahlung auch nur der Zinsen aber wegen des nicht gezahlten Betrags Protest mangels Zahlung erhoben.
** 'Xen 'Beherrschern der Lüste, um'eren braven Fliegern, sind bei dem schweren Mampfe sehr große Ausgalien gestellt: ober erst in späterer Zeit kann deren eminente Bedeue tung in vollem Umfange öiieuttich gewürdigt werden. Dvckz beute ist bereits der außervrdentlick-e Wert unserer jüngste» Waste ofsenkundig. Eine Kriegstätigkeit zur rauheren Jahreszeit stellt an die Leistungssähtgkett des Einzelnen enorme A.nsorderungen, weshalb es eine dringende Notwendigkeit


